Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Lukas Evangelium Lk Kapitel 6 Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum Lukas Evangelium Lk Kapitel 6

Lk 6,1-5: Jünger pflücken am Sabbat Weizen

Auslegung und Kommentar zu Lk 6,1-5

Parallelstellen: Mt 12,1-8; Mk 2,23-28

Lk 6,1: Es geschah aber, dass er am zweiten Sabbat nach dem ersten durch die Kornfelder ging; und seine Jünger streiften Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie.

Lk 6,2: Da sagten etliche von den Pharisäern zu ihnen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht zu tun erlaubt ist?

Lk 6,3: Und Jesus antwortete ihnen und sprach: Habt ihr nicht einmal gelesen, was David tat, als er und seine Gefährten hungrig waren?

Lk 6,4: Wie er in das Haus Gottes hineinging und die Schaubrote nahm und aß und auch seinen Gefährten davon gab, welche doch niemand essen darf als nur die Priester?

Beachtung der Not: Der Hinweis auf Davids Verwendung des heiligen Brotes ( Schaubrot oder Brot der Gegenwart ) in 1 Samuel 21:1-6 zeigte das erste Prinzip: Menschliche Not ist wichtiger als religiöses Ritual .

Lk 6,5: Und er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist Herr auch über den Sabbat.

Lk 6,6-12: Jesus heilt am Sabbat

Auslegung und Kommentar zu Lk 6,6-12

Parallelstellen: Mt 12,9-14; Mk 3,1-6

Lk 6,6: Es geschah aber auch an einem anderen Sabbat, dass er in eine Synagoge ging und lehrte; und dort war ein Mensch, dessen rechte Hand verdorrt war.

Am Sabbath: Vorzüglich am Sabbat heilte und lehrte er, nicht nur um den geistigen Sabbat anzudeuten, sondern auch, weil das Volk sich zahlreicher versammelte. Denn obwohl die zeitlichen Beschäftigungen ruhen sollen, so soll man doch von den guten Werken zum Lobe Gottes nicht ruhen. Goldene Perle

Verdorrte Hand: Dieser Mensch bedeutet aber das menschliche Geschlecht, welches zur Unfruchtbarkeit an guten Werken verdorrte wegen der Hand, die es im Stammvater nach dem Apfel ausstreckte, und diese heilte die unschuldige am Kreuz ausgespannte Hand. Goldene Perle

Lk 6,7: Die Schriftgelehrten und Pharisäer beobachteten aufmerksam, wie Jesus sich verhalten würde.

Dunkel gefärbte Sicht auf den anderen. Menschen achten häufig auf schlechte Eigenschaften eines anderen Menschen. Wir fokussieren schnell die Negativ-Liste. Schnell sind wir im kritisieren, langsam dagegen in der Wahrnehmung des Guten beim Anderen. Vorurteile schleichen sich ein, wo ich bei jeder Begegnung meine Wahrnehmung darauf richte, dass mein schlechtes Bild bestätigt wird. Selbsterfüllende Prophezeiung heißt das in der Psychologie. Der andere hat keine Chance. Das ist nicht gut. Dagegen: der sich öffnende Mensch versucht immer wieder neu hinzuschauen. Ich habe die Gewohnheit, mir für mich schwierige Menschen gedanklich herzunehmen und aufzuzählen, welche gute Eigenschaften dieser Mensch hat. Meine Seele beruhigt sich dann und die Negativ-Liste des anderen ist auf einmal gar nicht mehr so groß und mächtig und ich erkenne den anderen in seiner Menschlichkeit. Sei kritisch mit deiner eigenen Wahrnehmung oder um es mit Heinz Erhardt zu sagen: Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken

Worte von Edeltrud Fuhr: Jesus hat die Gesinnung der Schriftgelehrten und Pharisäer durchschaut. Es ist ihm ein „brennendes“ Anliegen, ihre Herzenshärte und Verstocktheit aufzulösen. Er schaut sie der Reihe nach an! Jetzt ist die Chance der Umkehr! Dass sie ihren Stolz, ihre Überheblichkeit, ihre Kleinkariertheit, ihre Eifersucht und ihren Egoismus erkennen, aufgeben und sich von Jesus heilen lassen. Danke, Jesus, denn jeden Tag neu schenkst du mir die Chance zur Umkehr.

Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken, und verleihe mir, o Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen. Teresa von Ávila

Lk 6,8: Steh auf und stelle dich in die Mitte! Da stand er auf und stellte sich dorthin.

Mitte: Er aber stellt jenen Menschen in den Mittelpunkt, damit sie durch seinen Anblick bewegt werden und so Mitleid mit ihm empfinden und ihre Bosheit ablegen. Pseudo-Chrysostomus

Lk 6,9: Da sprach nun Jesus zu ihnen: Ich will euch etwas fragen: Darf man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, das Leben retten oder verderben?

Lk 6,10: Strecke deine Hand aus! Der aber tat es, und seine Hand wurde wiederhergestellt und war gesund wie die andere.

Strecke deine Hand aus. Dies ist das Heilmittel; auch du, der du eine gesunde Hand zu haben glaubst, hüte dich, daß sie nicht durch Habsucht oder Gottesraub zusammenschwinde. Strecke sie öfter aus, um dem Nächsten zu helfen, um die Witwen zu unterstützen, und den von der Beleidigung zu befreien, welchen du auf ungerechte Weise verleumdet siehst. Strecke sie aus nach dem Armen, welcher dich bittet; strecke sie aus zu dem Herrn für deine Sünden. So wird die Hand ausgesteckt, so wird die Hand geheilt. Goldene Perle

Worte von Beda: Symbolisch gedeutet steht der Mann mit der verdorrten Hand für die Menschheit, die krank ist, weil sie unfähig ist, gute Werke hervorzubringen; doch durch das Erbarmen des Herrn wurde sie geheilt. Ihre Hand verdorrte, als sie im Urvater Adam die Frucht des verbotenen Baumes pflückte, doch durch die Gnade des Erlösers, der seine unschuldigen Hände am Baum des Kreuzes ausstreckte, wurde sie durch das vollbrachte gute Werk wieder heil gemacht. Beda

Den Herrn berühren: Das Volk aber, welches den Herrn berühren konnte, wurde durch die Kraft seiner Berührung geheilt, wie oben der Aussätzige durch die Berührung des Herrn geheilt wurde. Die Berührung des Herrn ist das Werk des Heils; ihn berühren heißt: fest an ihn glauben; von ihm berührt werden heißt: durch seine Gnade geheilt werden.

Lk 6,11: Sie aber wurden mit Unverstand erfüllt und besprachen sich miteinander, was sie Jesus antun könnten.

Lk 6,12-16: Jesus wählt 12 Apostel aus

Auslegung und Kommentar zu Lk 6,12-16

Parallelstellen: Mk 3,13-19

Lk 6,12: Es geschah aber in jenen Tagen, dass er hinausging auf den Berg, um zu beten; und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott.

Berg: Nun steigt der Herr auf einen Berg. Der Berg ist in der Heiligen Schrift das Bild eines erhabenen Standpunktes in Gemeinschaft mit Gott und in Abgeschiedenheit von der Welt. Arend Remmers

Gebet in der Stille: Lernen wir also aus dem, was Christus tat, wie wir dem Gebet obliegen sollen, nämlich von den Augen der Menschen entfernt und abgesondert, auch mit der Entschlagung der weltlichen Sorge, damit der Wille sich aufwärts zur Anschauung des göttlichen Angesichtes erhebe. Dieses erkennen wir daraus, daß Jesus auf den Berg hinausging und allein betete.

Lk 6,13: Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte.

Auswahl der Apostel: Jesus war im Begriff, seine Jünger auszuwählen. In gewisser Hinsicht gab es nichts Wichtigeres in den drei Jahren des Dienstes Jesu vor dem Kreuz. Dies waren die Männer, die das weiterführen würden, was er getan hatte, und ohne sie würde sich das Werk Jesu niemals auf die ganze Welt erstrecken. Kein Wunder, dass Jesus dieser kritischen Entscheidung eine ganze Nacht lang gebetet hat.

Das Wort Apostel: Die Idee hinter dem altgriechischen Wort für Apostel ist Botschafter. Das griechische Wort ist apostolos , was Gesandter bedeutet. Es beschreibt jemanden, der einen anderen repräsentiert und eine Nachricht von seinem Absender hat. In diesem weiteren Sinne war Jesus nach Hebr 3,1 auch ein Apostel: Denken Sie an den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses, Christus Jesus.

Erzabtei Beuron: Die Berufung der Zwölf berichtet Lukas (6,12-16) mit ungewöhnlicher Feierlichkeit. Jesus geht auf den Berg, um zu beten. Der Berg ist der Ort der Gottesoffenbarungen, der bevorzugte Ort des Gebets. Nur an dieser Stelle wird berichtet, Jesus habe die ganze Nacht gebetet. Es ist ein entscheidender Augenblick. Aus dem Kreis der Jünger werden zwölf herausgerufen, „ausgewählt“. Kein Wort darüber, warum gerade diese zwölf es sind die, die der Vater ihm „gegeben“ hat. Wozu er sie auswählt, wird hier nicht gesagt (vgl. Mk 3,14). Vorerst sind sie die beständigen Begleiter Jesu, Zeugen all dessen, was er sagt und tut, später die Zeugen seiner Auferstehung (vgl. Apg 1,21-22). Durch ihre Zwölfzahl sind sie Zeichen des neu geschaffenen Gottesvolkes, das aus allen Völkern der Erde zusammenkommt.

Lk 6,14-16: Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Matthäus und Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot, Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Ischariot, der auch zum Verräter wurde.

Zum Apostel Andreas: Andreas war der Bruder des Simon Petrus, wie dieser von Beruf Fischer. Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief. Zuvor war er Anhänger Johannes des Täufers. Er starb als Märtyrer auf folgende Weise: In Patras heilte Andreas nach der Überlieferung Maximilla, die Frau des Statthalters Ägeas, und bekehrte sie zum Christentum. Er riet ihr eheliche Enthaltsamkeit; daraufhin dem Statthalter gegenüber gestellt, konnte er diesen in einer ausführlich berichteten Disputation nicht vom Christentum überzeugen. Der Statthalter ließ Andreas geißeln und zu besonderer Pein und langsamem Tod an ein X-förmiges Kreuz binden. Zwei lange Tage hängend, predigte Andreas dem Volk.

Zum Apostel Jakobus: Jakobus war der Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome sowie der ältere Bruder des Jüngers Johannes. Beide gehörten zu den erstberufenen Jüngern. Jakobus zählte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Getsemani dabei waren. Während die Apostelgeschichte vom Wirken Petrus und Johannes ausführlich berichtet, wird von Jakobus nur die Hinrichtung durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 – verbunden mit einer Verfolgung anderer Christen – erwähnt. Jakobus war somit der erste Märtyrer unter den Aposteln. Attribute: als Pilger

Lk 6,17-26: Seligpreisungen

Auslegung und Kommentar zu Lk 6,17-26

Parallelstellen: Mt 5,1-12

Lk 6,17-18: Und er stieg mit ihnen hinab und stellte sich auf einen ebenen Platz mit einer Menge seiner Jünger und einer großen Menge Volkes aus ganz Judäa und von Jerusalem und von der Meeresküste von Tyrus und Zidon, die gekommen waren, um ihn zu hören und geheilt zu werden von ihren Krankheiten, auch die, welche von unreinen Geistern geplagt waren; und sie wurden geheilt.

Dienen und helfen: Jesus kam mit seinen Jüngern herunter, um dieser Menge zu dienen und sie zu segnen. Jesus lehrte sie nicht nur, anderen zu dienen; Er wollte, dass sie ihm halfen.

Menschen kamen aus großer Entfernung, um von Jesus geheilt und von dämonischen Geistern befreit zu werden, sogar aus nichtjüdischen Städten wie Tyrus und Sidon .

Lk 6,19: Und die ganze Volksmenge suchte ihn anzurühren, denn Kraft ging von ihm aus und heilte alle.

Gibt es heute noch Wunder? Alle Leute versuchten ihn zu berühren, denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte. Glaube ich an Wunder? Gibt es sie heute noch? Wir kennen so viele Wallfahrtsorte, wo die Kirchenwände voll mit Bildern der Danksagung geschmückt sind. Sind das alles nette Märchen? Ich glaube auch an kleine Wunder in meinem Alltag. Wenn z.B. zwei „Streithähne“ wieder die ersten Versöhnungsschritte aufeinander zu machen. Edeltrud Fuhr

Die Suche nach Gott. Damit das Lesen und Betrachten des Wortes Gottes wirklich fruchtbar wird, brauchen wir eine Haltung des Zuhörens und der Suche nach Gott. Eine große Menschenmenge hat sich um Jesus versammelt, heißt es in unserer Bibelstelle. Alle haben Jesus gehört. Aber nicht alle haben einen Nutzen daraus gezogen. Vielleicht sind sie nur aus Neugier gekommen, vielleicht sogar, um Wunder zu sehen. Dabei spricht Jesus Worte des Lebens, die den Menschen verändern und ihn innerlich frei machen, wenn er sich nur auf sie einlässt und sie in sein Leben integriert. Einfache Neugier oder die Hoffnung auf große Veränderungen im Leben sind zu wenig. Wer aber ehrlich Gott sucht und bereit ist, sein Leben entsprechend dem Wort Gottes zu verändern, für den wird es tatsächlich zu einem Wort des Lebens. Bertalan Egervári

Lk 6,20: Und er hob seine Augen auf über seine Jünger und sprach.

Worte von Papst Franziskus: Es ist interessant, dass Jesus, obwohl er von einer großen Menschenmenge umgeben ist, sie verkündet, indem er seine Augen auf seine Jünger richtet. Er spricht zu den Jüngern. Die Seligpreisungen definieren in der Tat die Identität des Jüngers Jesu. Sie mögen seltsam klingen, fast unverständlich für diejenigen, die keine Jünger sind. Aber wenn wir uns fragen, wie ein Jünger Jesu aussieht, besteht die Antwort in den Seligpreisungen.

Worte von Papst Franziskus: Die Seligpreisungen Jesu sind eine entscheidende Botschaft, die uns anspornt, unser Vertrauen nicht auf materielle und vergängliche Dinge zu setzen, nicht das Glück zu suchen, indem wir Blendern folgen, die uns heiße Luft verkaufen – die oftmals Verkäufer des Todes sind –, den Profis der Illusion. Wir dürfen diesen Leuten nicht folgen, denn sie können uns keine Hoffnung geben. Der Herr hilft uns, die Augen zu öffnen, einen durchdringenderen Blick auf die Wirklichkeit zu gewinnen, von der chronischen Kurzsichtigkeit zu genesen, mit der uns der weltliche Geist ansteckt. Mit seinem paradoxen Wort rüttelt er uns auf und lässt uns erkennen, was uns wirklich bereichert, sättigt, was uns Freude und Würde schenkt. Kurz gesagt, was unserem Leben wirklich Sinn und Fülle gibt.

Lk 6,20: Glückselig seid ihr Armen, denn das Reich Gottes ist euer!

Segen für die Armen: Dieser Segen für die Armen steht aus gutem Grund an erster Stelle, weil er die folgenden Gebote relativiert. Sie können nicht aus eigener Kraft erfüllt werden, sondern nur durch das Vertrauen eines Bettlers auf Gottes Macht.

Die erste Seligpreisung der Armut führten beide Evangelisten an; denn sie ist der Ordnung nach die erste und die Quelle der Tugenden, weil der, welcher das Zeitliche verachtet, das Ewige verdient. Goldene Kette

Demut der Kleinheit: Wenn ich mich in meiner Beziehung zu Gott betrachte, erkenne ich meine Kleinheit und ein Empfinden für Gottes Heiligkeit wächst. Ich sehe mich vor Gott als der, der ich bin. Ich habe keine Leistung, die mich vor Gott qualifiziert. Damit setze ich mich nicht als Persönlichkeit herab, sondern habe den Mut, zuzugeben, dass ich mit leeren Händen vor Gott stehe. Wenn ich diese Tür nichtkad aufmache, bleiben alle anderen Türen verschlossen. Wer erkennt, dass er vor Gott arm ist, der findet zur Demut. Und diese Demut ist ein Segen. Wer sich als arm vor Gott erkennt, der ist stets innerlich zur Weiterentwicklung bereit, geleitet durch seinen Willen. Was bedeutet diese Seligpreisung konkret für mein Leben?

Worte von Edeltrud Fuhr: Selig könnte auch glücklich heißen. Wann sind wir Menschen glücklich? Ist es schon der Genuss meiner Lieblingsspeise oder ein Entspannungsbad? Es kann auch der Sieg in einem Wettkampf sein oder die bestandene Prüfung! Einem anderen Menschen zu helfen und ihm eine Freude zu bereiten, kann mir auch Freude und Glück bereiten. Doch alle diese „Glücksmomente“ haben ein Ende. Alle diese „Glücksbringer“ kommen wohl an eine Grenze und nähren nur das Verlangen nach mehr. Ein Glück, das uns nicht genommen werden kann! Das Glück, das in Gott zu finden ist, kann uns nie genommen werden. „Die Seligpreisungen entsprechen dem natürlichen Verlangen nach Glück. Dieses Verlangen geht auf Gott zurück. Er hat es in das Herz des Menschen gelegt, um ihn an sich zu ziehen, denn Gott allein vermag es zu erfüllen. Edeltrud Fuhr

Lk 6,21: Glückselig seid ihr, die ihr jetzt hungert, denn ihr sollt gesättigt werden!

Hunger ist ein Bild für ein tiefe Sehnsucht. Glück hat etwas mit Sehnsucht zu tun. Entdecke deine Sehnsüchte, denn dein Leben wird davon getragen. Wenn du das Leben mit seinen täglichen Aufgaben im Bewusstsein erfüllst, dass du von einer tief liegenden Sehnsucht geleitet wirst, dann wirst du ganz anders leben und die Dinge tun, als wenn du nur aus Pflicht, Anordnung oder Regeln heraus lebst. In dem, was du tust, verwirklichst du Sehnsüchte, die tief in dir angelegt sind und die dich zutiefst befriedigen können. Satt werden wir, weil wir unser ganzes Leben in einem größeren Kontext zu sehen beginnen. Das lässt uns unser Tun und Handeln als sinnerfüllt erleben. Das gibt uns eine ungeahnte innere Kraft.

Der Hungrige sucht. Sie suchen nach Nahrung und hoffen, ihren Appetit zu stillen. Ihr Hunger treibt sie an und gibt ihnen einen einzigen Fokus. Jesus beschrieb die Glückseligkeit derer, die sich auf ihn und seine Gerechtigkeit konzentrieren, wie ein hungriger Mann sich auf Nahrung konzentriert.

Diese Leidenschaft ist real, genauso wie der Hunger real ist. Diese Leidenschaft ist natürlich , wie Hunger bei einem gesunden Menschen natürlich ist. Diese Leidenschaft ist intensiv , genau wie der Hunger. Diese Leidenschaft kann schmerzhaft sein, genau wie echter Hunger Schmerzen verursachen kann. Diese Leidenschaft ist eine treibende Kraft, so wie der Hunger einen Menschen antreiben kann. Diese Leidenschaft ist ein Zeichen von Gesundheit, genau wie Hunger Gesundheit zeigt.

Lk 6,21: Glückselig seid ihr, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen!

Glücklich, die Weinenden? Widersprüchlich? Christsein ist Freude und Trauer. Es geht nicht um das soziologische Trauern (z.B. beim Tod eines Menschen). Es geht um ein geistliches Trauern. Geistliches Trauern folgt aus der ersten Seligpreisung. Trauer hat etwas mit Verlust zu tun, bei der Armut im Geiste verliere ich viel, was mir lieb ist (mein Ego, Stolz, Kontrollwünsche, ….). Trauer ist in diesem Fall gut, mehr noch: notwendig. Abgesehen von der Tatsache, dass Gott auch gerade in den dunklen Stunden meines Lebens bei mir ist, geht es hier um etwas anderes: Echte Demut, tief empfundene Trauer über meinen Zustand und den Zustand der Welt. Und aus und in dieser Trauer empfange ich in echter Hinwendung die Liebe und den Trost Gottes, entspringt die Freude über das Errettet sein in Christus.

Lk 6,22: Glückselig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, und wenn sie euch ausschließen und schmähen und euren Namen als einen lasterhaften verwerfen um des Menschensohnes willen.

Überblick: Selig die Armen, so liegt darin die Mäßigung, welche von der Sünde abhält, die Welt verachtet und das Unerlaubte nicht sucht. In den Worten: Selig, die ihr hungert, liegt die Gerechtigkeit; denn wer hungert, hat mit dem Hungrigen Erbarmung, gibt ihm aus Erbarmung, wird durch das Wohltun gerecht, weil seine Gerechtigkeit in Ewigkeit währt. In den Worten: Selig, die ihr jetzt weinet, liegt die Klugheit, welche das Tägliche beweint und das Ewige sucht. In den Worten: Selig werdet ihr sein, wenn euch die Menschen hassen, liegt der Starkmut; aber die, welche wegen eines Vergehens keinen Haß verdient, sondern wegen des Glaubens Verfolgung erduldet. Denn so gelangst du zur Krone des Leibes, wenn du die menschliche Gunst verachtest, aber die göttliche suchst. Goldene Perle

Also ist mit der Mäßigung des Herzens die Reinheit, mit der Gerechtigkeit die Barmherzigkeit, mit dem Frieden die Klugheit, mit der Sanftmut die Starkmut verbunden. Die Tugenden stehen mit einander in Verbindung

Lk 6,23: Freut euch an jenem Tag und hüpft! Denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.

Lk 6,24-25: Aber wehe euch, ihr Reichen, denn ihr habt euren Trost schon empfangen! Wehe euch, die ihr satt seid; denn ihr werdet hungern! 

Lk 6,25: Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen!

Lk 6,26: Wehe euch, wenn alle Leute gut von euch reden! Denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.

Lk 6,26: Weh euch, wenn euch alle Menschen loben.

Wehrufe: Die Reichen, die Satten, die Erfolgreichen stehen im Evangelium für Menschen, die scheinbar alles haben, die meinen auf niemanden mehr angewiesen zu sein. Es sind Menschen, die sich selbst genügen, sich selbst zum Mittelpunkt machen und dabei andere an den Rand drängen und die Not der Mitmenschen nicht mehr wahrnehmen, die gleichgültig und abgestumpft in den Tag hineinleben.

Worte von Bertalan Egervári: Reich sein, satt sein, lachen oder gelobt werden scheinen ein Problem zu sein. Soll das heißen, wir sollen nicht froh sein? Das würde nicht zum Rest seiner Botschaft passen. Eher warnt er uns davor, nur diese Dinge zu suchen oder zu sehr an ihnen zu hängen. Die Suche nach Gott, der Dienst am Nächsten, das Wahre und Richtige tun und nach dem eigenen Gewissen handeln sind alles Dinge, die uns nicht unbedingt reich oder satt machen oder uns Lob einbringen. Sie sind es jedoch, auf die wir unsere Anstrengungen richten sollen. Sie sind es, die uns wirklich froh machen. Reichtum und Gelächter tun uns zwar menschlich gut, sie sind aber nicht die Nahrung, die die Seele braucht. Im Zweifelsfall lenken sie uns nur von dem ab, wofür wir wirklich geschaffen sind.

Worte von Charles de Foucauld: Das Lob der Menschen und ihre Zuneigung könnten uns an sie binden, mein Gott, oder gar an unsere eigene Liebe. Dann hindern sie uns, uns nur an dich zu binden, nur dein Lob und deine Zuneigung zu suchen. Du zeigst uns das als ein Gift, o du Gott der Güte, du eifersüchtiger Gott… Ja, du bist eifersüchtig, wie du uns so oft in der Heiligen Schrift sagst… Aber deine Eifersucht ist ganz anders als die der Menschen. Die Menschen sind eifersüchtig um ihrer selbst willen, aus Liebe zu sich selbst, so dass sie ihr Herz nicht verlieren und so ihr Glück verpassen. Du aber bist unseretwegen eifersüchtig, aus Liebe zu uns, damit wir dich nicht verlieren, der allein uns glücklich machen kann. Was dich betrifft, der du grenzenlos und ewig glücklich bist, allmächtig und unser Schöpfer, du bräuchtest uns nicht. Aber du weißt, dass wir nur mit dir glücklich sein können. Du wendest unzählige Mittel an, um unser Herz ganz für dich zu bewahren. In eifersüchtiger Sorge schiebst du alles beiseite, was daran hindern könnte ganz zu dir zu gehören… Wie bist du gut! O, welch selbstlose Eifersucht! Sie ist deiner wahrhaft würdig! Wie bist du gut! Suchen wir also nicht das Lob der Mensch, sondern allein das Lob Gottes… Suchen wir nicht die Freundschaft der Menschen, sondern die Freundschaft Gottes… Seien wir nicht auf die Lobreden der Menschen bedacht, sondern allein auf Gott ausgerichtet… Sorgen wir uns nicht darum, was die Menschen von uns denken, sondern seien wir sorgfältig darauf bedacht, stets das zu tun, was Gott am meisten gefällt.

Lk 6,27-36: Über die Feindesliebe

Auslegung und Kommentar zu Lk 6,27-36

Parallelstellen: Mt 5,43-48

Lk 6,27: Liebt eure Feinde.

Wer ist nun der Feind? Feind kommt vom althochdeutschen fiant, was Hass bedeutet. Viele von uns haben Gott sei Dank keinen, den sie hassen. Aber wir haben sicher Menschen, die wir nicht unbedingt mögen und die uns immer wieder heraus fordern. Feindesliebe bedeutet immer wieder in der Kraft Gottes ein Gegengewicht zu dieser Abneigung auf zu bauen. Es ist sicher mühsam, aber es geht: den anderen segnen, ihm Gutes wünschen, nicht über ihn mit Dritten lästern u.v.m. Beschreiten wir diesen Weg erfüllen wir weniger eine moralische Forderung, sondern verbinden uns dadurch vielmehr innigst mit Gott, der die Liebe ist!

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen. Das ist die christliche Neuheit. Das ist der christliche Unterschied. Beten und lieben. Der Herr fordert von uns den Mut einer Liebe ohne Berechnung. Wie oft haben wir seine Forderung missachtet, wenn wir uns so wie alle verhalten haben! Und doch ist das Liebesgebot nicht eine bloße Provokation, es bildet das Herzstück des Evangeliums. Kümmere dich nicht um die Bosheit des anderen, desjenigen, der schlecht über dich denkt. Beginne hingegen, aus Liebe zu Jesus dein Herz abzurüsten. Denn wer Gott liebt, hat im Herzen keine Feinde. Franziskus

Wenn wir unsere Feinde lieben, tauchen wir in den großen Strom der Liebe Gottes durch Jesus Christus ein. Corrie ten Boom 

Lk 6,27: Tut Gutes denen, die euch hassen.

Tut Gutes: Ich darf nicht erwarten, dass mein Verhalten unbedingt den anderen ändert. Auch wenn ich dem anderen vergebe, vergibt dieser nicht zwangsläufig auch mir. Auch wenn ich mich überwinde und ihm Gutes tue, heißt das nicht, das mein Gegenüber dies ebenso tut. Aber nicht danach soll die Liebe fragen, ob sie erwidert wird, vielmehr sucht sie den, der ihrer bedarf. Wer aber ist der Liebe bedürftiger als der, der ohne Liebe zu mir gefangen in allerlei Abneigung lebt. Gutes tun nun bedeutet zuallerst jedem mit Respekt zu begegnen und ihn als Mensch wahrzunehmen. Und für mich ganz wichtig: nicht mit anderen über jemanden lästern! Die Liebe erkennt in jedem Menschen den Bruder und die Schwester und handelt eben so in geschwisterlicher Verbundenheit unabhängig davon, ob dieser mich mag oder eben nicht.

Worte von Bonhoeffer: Vom Feind ist die Rede, der Feind bleibt, ungerührt von meiner Liebe, der mir nichts vergibt, wenn ich ihm alles vergebe, der mich hasst, wenn ich ihn liebe, der mich umso mehr schmäht, je ernster ich ihm diene. Aber nicht danach soll die Liebe fragen, ob sie erwidert wird, vielmehr sucht sie den, der ihrer bedarf. Wer aber ist der Liebe bedürftiger als der, der selbst ohne alle Liebe im Hass lebt? Wer ist also auch der Liebe würdiger als mein Feind? Wo wird die Liebe herrlicher gepriesen als mitten unter ihren Feinden? Diese Liebe macht den Jünger sehend, dass er im Feind den Bruder erkennt, dass er an ihm handelt wie an seinem Bruder.

Worte von Charles des Foucauld: Tun wir denen Gutes, die uns hassen. Tun wir ihnen das Bestmögliche für ihre Seelen wie für ihren Körper. Beten wir für sie. Opfern wir Gott Bußwerke für sie (denn die Schrift zeigt uns überall, dass Buße untrennbar mit dem Gebet verbunden ist). Tun wir ihnen alles Gute, das Gott und der Gehorsam uns erlauben: Gunsterweise, Dienste, Freundlichkeit, Almosen, falls sie arm sind, Pflege für die Kranken, alles, was ihnen guttut. Gewähren wir es ihnen, sowohl um dem Wort Jesu gehorsam zu sein als auch um sein Beispiel nachzuahmen, um seinen kranken Gliedern Gutes zu tun, um diese Seelen für Gott zu gewinnen, indem wir „Kohlen der Liebe auf ihrem Haupt anhäufen“ und „das Böse durch das Gute”, ihren Hass durch unsere Wohltaten überwinden.

Lk 6,28: Segnet, die euch fluchen, und betet für die, welche euch beleidigen!

Für den Feind beten: Im Gebet trete ich hin zu jedem Menschen in meinem Umfeld, mit dem ich Probleme habe. Ich trete an seine Seite, ich bin mit ihm, bei ihm und für ihn vor Gott im fürbittendem Gebet. Ich nehme seine und meine Not auf mich und trete vor Gott für ihn ein. Dadurch wird jede seiner Verletzungen mich nur näher mit Gott und mit diesem Menschen verbinden. Das ist immer mühevoll und kostet Überwindung, ist aber das Äußerste, wo eben die Liebe unüberwindlich wird. Die Liebe, ja die Liebe, immer wieder konkret gelebt und umgesetzt.

Übung: Ich habe es mir zur Übung gemacht, sofort (!) in einer schwierigen menschlichen Begegnung, den heiligen Geist innerlich anzurufen, schlicht mit den Worten: Heiliger Geist hilf! Und er hat mir bislang immer darin geholfen, einen liebenden, segnenden und fürbittenden Blick auf den anderen zu bewahren.

Gut Sprechen: Segne diejenigen, die dich verfluchen bedeutet, dass wir gut über diejenigen sprechen müssen, die schlecht über uns sprechen.

Fürbitte: Betet für sie. Eine konkrete Form der Liebe ist die Fürbitte. Ich muss dazu nicht der beste Freund jener Menschen sein, mit denen mir die Beziehung schwerfällt. Aber ich kann für sie beten, und nicht nur für ihre Umkehr, sondern auch für ihre Anliegen, Bedürfnisse und Sorgen, dafür, dass Gott sie segnet. Es kann sein, dass ich gerade durch das Gebet eine neue Perspektive gewinne, um diese Menschen zu betrachten. Fällt mir jemand ein, für den ich heute besonders beten möchte? Eva Gloserová

Lk 6,29: Dem, der dich auf die eine Backe schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Hemd nicht.

Ehre kommt allein vor Gott: Mach dich nicht abhängig von der Wertschätzung des Gegenübers, sondern wertschätze den anderen bedingungslos. Andere werden dich immer wieder gewollt oder ungewollt gering schätzend, d.h. ehrlos behandeln. Schlimmste Beleidigung war damals die Ohrfeige, da diese die Ehre angegriff. Unsere Ehre aber kommt allein von Gott, so dass wir getrost auch die andere Wange hinhalten können, d.h. auf jegliches v.a. verbales Zurückschlagen verzichten können. Wenn wir darüber nachdenken, wie Jesus selbst beleidigt und angegriffen wurde (als Vielfraß, Betrunkener, uneheliches Kind, Lästerer, Verrückter usw.), sehen wir, wie er dieses Prinzip selbst lebte. Folgen wir ihm darin nach.

Feindesliebe und Glaube an Gott: Die Aufforderung zur Feindesliebe ist ganz tief im Glauben an Gott begründet. Wenn wir ihn Vater nennen, wenn wir das von ihm glauben und verkünden, dann muss es auch in unserem Leben gelten. Man kann nicht Vater unser sagen und gleichzeitig die geballte Faust in der Tasche halten. Die christliche Liebe und in ihrer letzten Konsequenz auch die Feindesliebe wurzelt in der Erfahrung, dass ich selbst ganz ungeschuldet und unverdient von Gott geliebt bin. Seitdem versteht sich christliche Liebe immer auch als Weitergabe der Liebe Gottes.

Mag das Antlitz eines Menschen noch so unangenehm erscheinen, mag er noch ein so schwieriger Mensch sein, drehen Sie die Medaille um. Sie blicken direkt in das Antlitz Jesu Christi!

Lk 6,30: Gib aber jedem, der dich bittet; und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück.

Tugend des Gebens: Wir helfen und tun Gutes, wo und wie es Gott für uns vorbereitet hat, jeder auf seine Art und Weise. Wir pflegen unser Herz, dass es innerlich so gross wird, um den anderen aufzunehmen. Wir sollen geben. Beim Geben geht es vor allem darum mich selbst zu geben (Interesse zeigen, sich Zeit nehmen, den anderen bewusst wahrnehmen, mitfühlen u.a.). Dabei ist es wichtig, dies aus einer Haltung heraus zu tun, die erkannt hat, dass wir uns doch letztlich nicht uns selbst, sondern allein Gott gehören. Wenn wir uns also dem anderen zuwenden und uns geben, dann geben wir schlichtweg eben das, was wir selbst empfangen haben: uns selbst. Und Gott möchte, dass wir dies, eben uns selbst, jedem und keine Person ausschließend, weiter geben.

Sich selbst geben ist besser als nur geben. Mutter Teresa

Von Gott erhalten wir Alles. Was wir das Meinige und Deinige nennen, sind leere Worte. Wenn du von deinem Haus sprichst, so hast du ein Wort, das keine Bedeutung hat, gesprochen. Denn auch die Lust, der Boden und der Kalk gehören dem Schöpfer, auch du selbst, der du das Haus gebaut hast. Wenn aber auch der Gebrauch dir gehört, so ist er zweifelhaft, nicht nur wegen des Todes, sondern auch wegen der Veränderlichkeit der Dinge. Deine Seele wird von dir nicht besessen, und wie können die Schätze dir gehören? Der Herr will aber, daß dieses dein gehöre, was dir für deine Brüder anvertraut wurde. Es wird aber das Deinige, wenn du es für Andere ausgeteilt hast. Wenn du aber das, was das Deinige ist, übermäßig auf dich verwendest, so ist es schon Fremdes geworden. Aber wegen der bösen Begierde nach Schätzen führen die Menschen vor Gericht Prozess. Dagegen sagt Christus: Und wer dir das Deinige nimmt, von dem fordere es nicht.

Lk 6,31: Und wie ihr wollt, dass euch die Leute behandeln sollen, so behandelt auch ihr sie gleicherweise!

Goldene Regel: Die Logik des „ich gebe, damit du gibst“ wird gebrochen: Ich gebe nicht, um etwas zurückzubekommen, sondern weil ich weiß, was für mich gut ist, und weil ich will, dass es auch anderen gut geht. Die goldene Regel muss ins Herz dringen, dass sie nicht im Sinne eines Nützlichkeitsdenkens (Du gibst mir – ich gebe dir) verstanden wird, sondern zu einem Leben der Hingabe führt. Wenn du willst, dass man dich liebt, dir hilft, dich tröstet, dich aufbaut und ermutigt usw. dann frage dich, wenn kannst du lieben, wem helfen, wen trösten, wen aufbauen und ermutigen. Heute, hier und jetzt.

Die goldene Regel war in der Antike weit verbreitet, allerdings in negativer Form einem anderen nichts zu tun, von dem man nicht möchte, dass es einem selbst angetan würde. Jesus formuliert sie hier positiv. Diese goldene Regel treibt uns an Gutes zu tun. Wenn du willst, dass man dir hilft, frage dich, wem kannst du helfen. Die goldene Regel muss ins Herz dringen, dass sie nicht im Sinne eines Nützlichkeitsdenkens (Du gibst mir – ich gebe dir) verstanden wird, sondern zu einem Leben der Hingabe an den anderen führt. Denn Gott hat uns als Frucht seiner unendlichen Liebe erschaffen.

Wir brechen dieses Gebot, wenn…. Wir brechen dieses Gebot, wenn wir das Schlimmste von anderen denken. Wir brechen dieses Gebot, wenn wir nur mit anderen über ihre Fehler sprechen. Wir brechen dieses Gebot, wenn wir ein ganzes Leben nur nach seinen schlimmsten Momenten beurteilen. Wir brechen dieses Gebot, wenn wir die verborgenen Motive anderer beurteilen. Wir brechen dieses Gebot, wenn wir über andere urteilen, ohne uns in ihren gleichen Umständen zu betrachten. Dieses Gebot brechen wir, wenn wir über andere urteilen, ohne daran zu denken, dass wir selbst beurteilt werden.

Lk 6,32: Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, was für einen Dank erwartet ihr dafür? Denn auch die Sünder lieben die, welche sie lieben.

Was fragt die Liebe? Die Liebe fragt niemals danach, was ihr jemand antut, sondern allein danach, was Jesus getan hat, der die Liebe selbst ist. Je näher wir an und in ihm leben, immer wieder und immer öfter am Tag mit ihm uns verbinden durch Stoßgebete u.ä., desto gewisser überwindet unsere Liebe den Hass und jegliche Abneigung. Es ist ja nicht unsere eigene Liebe, die hier wirkt. Sie ist ganz allein die Liebe Jesu Christi, der für alle Menschen ans Kreuz ging. Darin macht uns die Liebe Jesus sehend, dass sie auch den Feind eingeschlossen sieht in die Liebe Gottes, dass sie den Feind unter dem Kreuz Jesu Christi sieht.

Lk 6,33: Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank erwartet ihr dafür? Denn auch die Sünder tun dasselbe.

Lk 6,34: Und wenn ihr denen leiht, von welchen ihr wieder zu empfangen hofft, was für einen Dank erwartet ihr dafür? Denn auch die Sünder leihen den Sündern, um das Gleiche wieder zu empfangen.

Lk 6,35: Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen; so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

Was ist die vollkommene Liebe? Es ist die Liebe, die sich nicht parteiisch denen zuwendet, die uns ihre Gegenliebe schenken. Nach Bonhoeffer ist das Ausserordentliche Christliche der Weg völliger Liebe, völliger Reinheit, völliger Wahrhaftigkeit, völliger Gewaltlosigkeit, die Liebe zum Feind, die Liebe zu dem, der keinen liebt und den keiner liebt. Es ist die größte Tugend, wenn wir die, welche uns schaden wollen, mit Wohltaten überhäufen. Daher: tut Gutes, da wo ihr steht und lebt im Blick auf das Kreuz Christi. Denn das Ausserordentliche Christliche ist die Liebe Jesu Christi selbst, die leidend und gehorsam ans Kreuz geht. Das Ausserordentliche Christliche ist das Kreuz.

Daher folgt: Tut Gutes. Denn wie das Wasser ein angezündetes Feuer löscht, so den Zorn die Vernunft mit Sanftmut. Denn was das Wasser dem Feuer ist, das ist die Demut und Sanftmut dem Zorne; und wie das Feuer nicht durch das Feuer gelöscht wird, so wird auch der Zorn nicht durch den Zorn beschwichtigt.

Das Leiden in der Liebe des Gekreuzigten, das ist das Außerordentliche an der christlichen Existenz.

Es ist aber die größte Tugend, wenn wir die, welche uns schaden wollen, mit Wohltaten überhäufen.

Lk 6,36: Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Worte von Vinzenz von Paul: Selig jene, die den kurzen Augenblick unseres Lebens nutzen, um Erbarmen zu üben. Barmherzigkeit ist das innerste Geheimnis Gottes. Gott schenke uns diesen Geist des Mitfühlens und Erbarmens in Fülle und halte ihn in uns lebendig. Seien wir barmherzig, üben wir gegen alle Erbarmen, so dass uns nie ein Armer begegnet, den wir nicht trösten, so gut wir können, kein Unwissender, ohne dass wir ihm mit ein paar kurzen Worten sagen, was er braucht, um zu glauben und etwas für sein Heil zu tun. Vinzenz von Paul

Groß ist also das Lob der Barmherzigkeit. Denn diese Tugend macht uns Gott ähnlich.

Lk 6,37-42: Über das Verurteilen

Auslegung und Kommentar zu Lk 6,37-42

Parallelstellen: Mt 7,1-16

Lk 6,37: Richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet.

Richte nicht: Geliebter Mensch, richte weder den anderen noch dich selbst. Gewiss verlangt die Vernunft, dass uns unsere wie die Fehler des anderen missfallen und leid tun, aber dieses Missfallen darf nicht bitter, ärgerlich und zornig sein. Ein Fehlverhalten darf und muss sogar wahrgenommen und benannt werden. Aber immer in und mit Liebe. Wenn ich dagegen richte, schaue ich kritisch verurteilend auf den anderen wie auf mich selbst und stehe damit schon außerhalb der Liebe. Der Nächste wie auch ich selbst kann uns Liebenden jedoch niemals Gegenstand verurteilender kritischer Betrachtung sein, sondern er wie auch ich sind jederzeit der lebendige Anspruch auf unsere Liebe. Daher: Richtet nicht! Ein Wort von Franz von Sales ist mir hier zum treuen Begleiter geworden: wenn ich mich schon verfehle, will ich mich lieber durch zu große Milde verfehlen als durch zu große Strenge.

Wer sich selber kennt, der sieht die Fehler der Brüder nicht. Apophthegmata

Es ist ein gar großer Unterschied zwischen Sünde richten und Sünde wissen. Wissen magst du sie wohl, aber richten sollst du sie nicht. Martin Luther

Wer sind wir, um über andere zu richten? Wer richtet, erweist sich als Feind der Barmherzigkeit. Wer dagegen großherzig ist, kann über menschliche Unzulänglichkeiten hinwegsehen. Achte darauf, am anderen nicht jede Kleinigkeit zu kritisieren. Meße das Verhalten des Anderen mit einem sanftmütigen Maß. Wir sind doch nicht besser als der andere. Oft handeln wir ebenso schlecht, aber was noch schlimmer ist, wir entschuldigen uns dabei. Was wir von anderen auszustehen haben, fühlen wir schnell und kreiden es an. Was aber die anderen von uns hinnehmen, das sehen wir gar nicht. Wer sich selbst recht beurteilt, hat keinen Grund, über andere scharf zu richten.

Lk 6,37: Verurteilt nicht, so werdet ihr nicht verurteilt.

Worte von Anselm Grün: Ob wir wollen oder nicht: Sobald wir einem Menschen begegnen, bewerten wir ihn und häufig genug folgt daraus ein Urteil. Der Grund liegt darin, dass wir uns selbst nicht kennen. Wir projizieren unsere eigenen Schattenseiten auf den andern. Wer sich selbst erkennt, der urteilt nicht mehr über andere. Wer seine eigenen Schattenseiten sieht, der muss sie nicht mehr auf andere projizieren. Sobald wir also merken, dass wir über jemanden urteilen, sollen wir das als Einladung nehmen, uns selbst genauer anzuschauen und besser kennen zu lernen. Wenn wir uns mit den eigenen Schattenseiten beschäftigen, sehen wir die Fehler der anderen gar nicht mehr. Wenn ich meine Sünden betrachte, dann höre ich auf, nach den negativen Seiten des anderen zu forschen. Ich werde ihn achten und ehren und offen sein für das, was er mir sagen möchte. So wird die Begegnung für beide Seiten gut verlaufen. Anselm Grün

Worte aus der Nachfolge Christi: Oft nehmen wir es auch nicht wahr, dass wir innerlich blind sind. Oft handeln wir schlecht, aber was noch schlimmer ist, wir entschuldigen uns. Zuweilen treibt uns Leidenschaft, wir aber nennen es Eifer. Wir tadeln Kleinigkeiten an anderen und übersehen Krebsschäden an uns. Was wir von anderen auszustehen haben, fühlen wir schnell und kreiden es an. Was aber die anderen von uns hinnehmen, das sehen wir gar nicht. Wer sich selbst recht und gerecht beurteilte, hätte keinen Grund, über andere scharf zu richten. Nachfolge Christi

Lk 6,37: Sprecht los, so werdet ihr losgesprochen werden!

Was bedeutet Vergebung? Vergeben bedeutet nicht gutheißen, was uns zugefügt wurde. Nur wo etwas schlecht war, ist Vergebung überhaupt angebracht. Doch solange wir nicht vergeben wollen, bleiben auch wir selbst in der Fessel verhaftet, in die uns die Sünde des anderen geschlagen hat. Und wir bleiben darin gefangen. Es kann manchmal sehr lange dauern, bis man bereit ist, Vergebung zu schenken. Der Anfang ist gemacht, wenn der Wunsch zu vergeben in uns aufkeimt. Er holt uns aus der Passivität und löst die uns angelegte Fessel. Wir beginnen wieder unsere Würde in Anspruch zu nehmen, die der andere verletzt hat. Wir gelangen allmählich wieder zum Eigenbesitz unserer selbst. Achten wir auf unser Herz, dass es die Härte, die der Vergebung oft im Weg steht, überwindet.

Herzenshärte ist das Schändlichste von allem, weil sie keine Barmherzigkeit kennt, nichts von Liebe wissen will und weil sie nichts Gutes wirken kann. Hildegard von Bingen

Lk 6,38: Gebt, so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes und gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß schütten.

Lk 6,38: Mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird euch wieder zugemessen werden.

Achtung: Das darf nicht als Automatismus oder gar Tauschhandel mit Gott verstanden werden. Vielmehr soll es uns ereifern, Gottes Nachahmer zu werden. Ein gutes, überfließendes Maß an Vergebung gibt Gott, so bemühen wir uns nachahmend dem Nächsten zu vergeben. Überreiche Hilfe lässt er uns zukommen, so bemühen wir uns, dem Nächsten zu helfen. Aus der Haltung „Wie Gott mir, so ich dir“ gehen wir in den Tag und handeln danach. Das ist nicht immer leicht. Stellen wir uns darum in den Strom der schenkenden Liebe Gottes, der uns die notwendige Kraft und Weisheit dazu gibt, gute Worte zu sprechen, gute Taten zu tun und zuallerserst gute Gedanken über den anderen zu denken.

Mit dem Maß, das Sie verwenden, wird es Ihnen zurückgemessen: Dies ist das Prinzip, auf dem Jesus das Gebot: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet aufbaut. Gott wird uns nach dem gleichen Maß messen, das wir für andere verwenden. Dies ist eine starke Motivation für uns, mit Liebe, Vergebung und Güte anderen gegenüber großzügig zu sein. Wenn wir mehr von diesen Dingen von Gott wollen, sollten wir anderen mehr davon geben.

Aufforderung Jesus: Wenn Jesus sagt, dass wir mit dem Maß gemessen werden, mit dem wir messen, dann ist das keine Drohung, sondern er unterstreicht damit die Aufforderung, großzügig zu geben. Indem er uns daran erinnert, dass wir alles, was wir haben, von Gott erhalten haben, auch die Liebe und die Vergebung. Er führt uns vor Augen, wie sehr wir geliebt sind und wie wir alles von ihm in Fülle erhalten haben. Genauso sollen wir es unseren Brüdern und Schwestern weitergeben. Unser Leben und unsere Werke müssen in irgendeiner Weise die Liebe, die Gott Vater zu unseren Nächsten hat, widerspiegeln.

Lk 6,39: Er sagte ihnen aber ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in die Grube fallen?

Kann ein Blinder einen Blinden führen? Wenn also Christus nicht richtet, warum richtest du? Denn er kam nicht, die Welt zu richten, sondern sich über sie zu erbarmen. Wenn du einen Anderen richtest, und selbst dessen schuldig bist, bist du nicht einem Blinden ähnlich, der einen Blinden führt? Goldene Kette

Lk 6,40: Der Jünger ist nicht über seinem Meister; jeder aber, der vollendet ist, wird so sein wie sein Meister.

Lk 6,41: Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, und den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?

Balken und Splitter. Oft ist es gerade so, dass mir die Fehler und Schwächen der anderen sehr schnell auffallen. Darin liegt eine große Gefahr und es lenkt mich von meiner eigenen Umkehr ab. Komm, Heiliger Geist, und zeige mir meine Halbheiten, Sünden und Schwächen. Lass mich mit deiner Hilfe zuerst bei mir „aufräumen“. Dann verändert sich auch mein Blick auf meinen Nächsten. Ich werde achtsamer und dankbarer. Edeltrud Fuhr

Adleraugen der Kritik: Mit Kritik sind wir meist schnell bei der Hand gegenüber dem Nächsten. Da sieht man mit Adleraugen, was die anderen falsch machen und was schief läuft. Für die eigenen Fehler fehlt oft jede Einsicht. Ehrliche Selbstprüfung und ernsthafte Umkehr ist angesagt. Sich an der eigenen Nase fassen. Bei sich selbst anfangen. Wissen: während ich mit dem Finger auf andere zeige, zielen gleichzeitig drei Finger der Hand immer auf mich selbst.

Falsche Toleranz: Jesus zeigt, dass wir im Allgemeinen viel toleranter gegenüber unserer eigenen Sünde sind als gegenüber der Sünde anderer. Jesus benutzte diese übertriebenen, humorvollen Bilder, um seine Botschaft leichter verständlich und einprägsamer zu machen.

Lk 6,42: Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, halt, ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge ist, während du doch den Balken in deinem Auge nicht siehst? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter herauszuziehen, der im Auge deines Bruders ist!

Den Splitter entfernen.  Dann kannst du versuchen, den Splitter deines Bruders herauszuziehen. Wie geht das? Ganz gewiss nicht mit einer moralisierenden Anklage. Um jemand zur Umkehr zu bewegen, ist es notwendig, den anderen von Herzen zu lieben. Vertraue auf Gott und überlasse diese Situation ganz seinem Willen. Bitte um Gottes Segen für diesen Menschen. Lass alles negative Reden über diese Person und schau, wie du selbst ein lebendiges Vorbild sein kannst. Glaube, dass Gott stärker ist. Edeltrud Fuhr

Worte von Augustinus: Wenn wir tadeln oder korrigieren müssen, sollten wir peinlich genau darauf achten, uns die folgende Frage zu stellen: Haben wir diesen Fehler noch nie begangen? Sind wir davon geheilt? Und selbst wenn wir ihn nie begangen haben, so sollten wir daran denken, dass wir Menschen sind und dass wir ihn hätten begehen können. Wenn wir ihn aber in der Vergangenheit begangen haben, sollten wir uns unserer Gebrechlichkeit erinnern, damit Wohlwollen und nicht Hass uns den Vorwurf oder Tadel diktieren. Ob der Schuldige nun besser oder schlechter wird – denn der Ausgang ist ungewiss –, so sind wir zumindest sicher, dass unser Blick rein geblieben ist. Doch wenn wir bei der Gewissenserforschung in uns denselben Fehler entdecken, den wir zu korrigieren vorgeben, sollten wir, anstatt ihn zu tadeln, mit dem Schuldigen weinen. Wir sollten ihn nicht auffordern, uns zu gehorchen, sondern unsere Bemühungen zu teilen. Augustinus

Lk 6,43-45: Frucht im Leben

Auslegung und Kommentar zu Lk 6,43-45

Parallelstellen: Mt 7,15-20

Lk 6,43: Denn es gibt keinen guten Baum, der schlechte Frucht bringt, noch einen schlechten Baum, der gute Frucht bringt.

Gegen die Trägheit: Wenn du aber dieses hörst, so ergib dich nicht der Trägheit. Denn der Baum bewegt sich von Natur aus, du aber hast einen freien Willen, und jeder unfruchtbare Baum ist für etwas bestimmt, du aber bist zu dem Tugendwerke geschaffen.

Lk 6,44: Jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man keine Feigen, und vom Dornbusch liest man keine Trauben.

Worauf es wirklich ankommt: Die Dinge dieser Welt sind vergänglich. Heute kaufen wir ein neues Auto, in ein paar Jahren steht es auf dem Schrottplatz. Was bleibt bei all dem? Jesus lädt uns ein, gute Früchte zu bringen, Früchte, die bleiben, Früchte für die Ewigkeit. Das sind unsere guten Taten, die wir aus Liebe zu Gott und zum Nächsten vollbringen. Das ist das aufmunternde Wort, das geduldige Zuhören, die großzügige Unterstützung, das mutige Zeugnis oder das stille Gebet. Raphael Ballestrem

Lk 6,45: Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor; denn wovon sein Herz voll ist, davon redet sein Mund.

Was im Inneren, dafür steht das Herz, ist, dass bricht sich auch nach außen Bahn. Wo das Gute im Inneren ist, kommt Gutes heraus und wo Böses im Inneren verankert ist, kommt Böses heraus. Denn: Das Herz ist nicht unbegrenzt aufnahmefähig, irgendwann muss heraus, was drinnen ist.

Unsere Worte offenbaren unser Herz. Wenn es einen guten Schatz im Herzen gibt, wird es sich zeigen; wenn böse , wird sich das auch mit der Zeit zeigen. Unsere Worte sagen mehr über uns aus, als wir denken , und offenbaren, dass manche gute Menschen und manche böse Menschen sind.

Lk 6,46-49: Bauen auf ein festes Fundament

Auslegung und Kommentar zu Lk 6,46-49

Parallelstellen: Mt 7,21-29

Lk 6,46: Was nennt ihr mich aber »Herr, Herr« und tut nicht, was ich sage?

Lk 6,47: Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut — ich will euch zeigen, wem er gleich ist.

Lk 6,48: Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baute und dazu tief grub und den Grund auf den Felsen legte. Als nun eine Überschwemmung entstand, da brandete der Strom gegen dieses Haus, und er konnte es nicht erschüttern, weil es auf den Felsen gegründet war.

Überschwemmung: Eine Überschwemmung entsteht auf dreifache Weise, entweder durch die Unruhe der bösen Geister, oder der bösen Menschen, oder der Seele und des Fleisches. So sehr sich die Menschen auf die eigenen Kräfte stützen, so sehr wanken sie; so sehr sie aber an jenem unbeweglichen Felsen hängen, so sehr können sie nicht wanken. Goldene Perle

Lk 6,49: Wer aber hört und nicht tut, der ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf das Erdreich baute, ohne den Grund zu legen; und der Strom brandete gegen dasselbe, und es stürzte sofort ein, und der Zusammenbruch dieses Hauses war gewaltig.

Die wahre Grundlage im Verborgenen: In Jesu letzter Veranschaulichung der zwei Baumeister sah jedes Haus von außen gleich aus. Die wahre Grundlage des Lebens liegt meist im Verborgenen und beweist sich erst im Sturm. Die Zeit und die Stürme des Lebens werden die Stärke des eigenen Fundaments beweisen, selbst wenn es verborgen ist. 

Das Wort Gottes tun: Gottes Wort allein zu hören, reicht nicht aus, um eine sichere Grundlage zu schaffen. Es ist notwendig, dass wir auch Täter seines Wortes sind. Wenn wir es nicht sind, begehen wir die Sünde, die uns sicher aufdecken wird, die Sünde des Nichtstuns


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum Lukas Evangelium Lk Kapitel 6.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste