Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Lukas Evangelium Lk Kapitel 15 Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum Lukas Evangelium Lk Kapitel 15

Lk 15,1-7: Gleichnis vom verlorenen Schaf

Auslegung und Kommentar zu Lk 15,1-7

Lk 15,1: Es pflegten sich ihm aber alle Zöllner und Sünder zu nahen, um ihn zu hören.‭

Lk 15,2: ‭Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt Sünder an und isst mit ihnen!‭

Ungewollte wunderbare Ankündigung: In Wirklichkeit erweist sich dieser Satz als wunderbare Ankündigung. Jesus nimmt die Sünder auf und isst mit ihnen. Dies wird in jeder heiligen Messe, in jeder Kirche für uns Wirklichkeit: Jesus freut sich, uns an seinem Tisch begrüßen zu dürfen, an dem er sich selbst für uns darbringt. Es ist der Satz, den wir an die Türen unserer Kirchen schreiben könnten: „Hier heißt Jesus die Sünder willkommen und lädt sie an seinen Tisch. Papst Franziskus

Lk 15,3: ‭Er sagte aber zu ihnen dieses Gleichnis und sprach:‭

Lk 15,4: Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat und eines von ihnen verliert, lässt nicht die neunundneunzig in der Wildnis und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?

Ich bin das verlorene Schaf: Das verlorene Schaf von hundert Schafen, das bin ich, das bist du. Christus geht dem Schaf nach, bis er es findet. Ohne Zeiteinschränkung sucht er uns, bis er uns gefunden hat! Auf der Suche ist er unterwegs in Wildnis und Wüste, dies aber ist ein Hinweis auf seine Passion, sein Leiden für uns am Kreuz. Ist die Suche erfolgreich, ist da tiefe Freude bei ihm. Er legt das Schaf auf seine Schultern. Dies bedeutet, dass er durch die eigene Annahme der menschlichen Natur unsere Sünden getragen hat bis hin auf Golgotha. Als er das Schaf gefunden hat, geht er zum Haus zurück. Das bedeutet, dass Jesus nach seinem Erlösungwerk wieder ins himmlische Reich zurück kehrte und von dort aus auf ganz neue Art und Weise nun auch gleichzeitig unter uns weilt als unser ewige Hirte.

Lk 15,5: Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es auf seine Schulter mit Freuden.

Das Schaf auf den Schultern: Das Schaf legte er auf seine Schultern, weil er die menschliche Natur annahm und unsere Sünden trug (1. Petr. 2, 24 / Jes. 53). Wenn er das Schaf gefunden, kehrt er nach Haus zurück, weil unser Hirt nach der Erlösung des Menschen zum himmlischen Reich zurückkehrte. Goldene Perle

Lk 15,6: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war!

Freut euch mit mir: Und es ist zu bemerken, daß er nicht sagt: Habt Freude mit dem gefundenen Schaf, sondern mit mir, weil nämlich seine Freude unser Leben ist, und wir, wenn wir zum Himmel zurückgebracht werden, seine festliche Freude voll machen.

Mehrfache Freude: Mehrmals ist in diesen Gleichnissen von der Freude die Rede. Erstens die Aufforderung Christus an uns: „Freut euch mit mir“ (Lk 15,9). Er sagt nicht: Freut euch mit dem gefundenen Schaf, sondern: Freut euch mit mir! Jesus macht es froh, wenn wir leben. Zweitens freuen sich die Freunde und Nachbarn, im Bild gesprochen unsere Geschwister im Glauben. Es ist stets eine gemeinsame Freude, wenn wir verbunden ein Leib sind in Jesus Christus. Drittens freuen sich die Engel Gottes im Himmel über die Umkehr. Freude pur in diesen beiden Gleichnissen. Man bedenke, dass Jesus dieses Gleichnis den murrenden Pharisäern und Schriftgelehrten erzählt, die sich über seine Gemeinschaft mit Sündern aufregten.

Freude ist ein Zeichen, dass man dem Licht nahe ist. Edith Stein

Lk 15,7: ‭Ich sage euch, so wird auch Freude sein im Himmel über ‭einen‭ Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die keine Buße brauchen!‭

Lk 15,8-10: Gleichnis von der verlorenen Münze

Auslegung und Kommentar zu Lk 15,8-10

Lk 15,8: Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat, zündet nicht, wenn sie eine Drachme verliert, ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis sie sie findet?

Die eine Drachme (=Geldstück), das bin ich, das bist du. Christus sucht die Drachme, bis er sie findet. Stärker als beim Gleichnis vom verlorenen Schaf oder auch vom verlorenen Sohn wird hier deutlich, dass das Suchen und Wiederfinden allein von Christus ausgeht, denn die Münze selbst kann gar nichts zu ihrem Gefundenwerden beitragen. Sie verdankt ihr Wiedergefundensein nur dem geduldigen und ausdauernden Suchen der Frau. Christus bemüht sich intensiv um jeden von uns und gehen wir falsche Wege, versucht er uns wieder zurück zu gewinnen. Er ist der ewige königliche Fürsprecher.

Andere Deutung: Unser Inneres gleicht einem Haus. Im Durcheinander unseres Hauses stehen wir in der Gefahr die Verbindung zum Herrn Jesus zu verlieren. Zu viele Baustellen in unseren Seelen, zu viele Gedanken um teil Nichtiges. Nur wenn wir uns diesem Durcheinander stellen, d.h. das Haus auf den Kopf stellen, uns vor dreckigen Stellen nicht drücken, werden wir Christus finden. Beachtet, dass man kein Haus fegen kann, ohne vorübergehend Unbequemlichkeit und Verwirrung zu erregen. Ein etwas derbes Zitat dazu stammt von Abt Dorotheus: Dein Abfall wir dein Erzieher sein.

Lk 15,9: ‭Und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und die Nachbarinnen zusammen und spricht: Freut euch mit mir; denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte!‭

Lk 15,10: Genauso freuen sich auch die Engel Gottes, wenn ein einziger Sünder zu Gott umkehrt.

Beide Gleichnisse sind ein Aufruf zur Umkehr. Auch wenn Jesus der zentral Handelnde ist, respektiert er unsere Freiheit und übt keinen Zwang aus. Unsere Umkehr besteht allein darin, dass wir unser Ja aussprechen, dass er an uns handeln darf. Ohne dieses Ja geht nichts. Unsere tägliche Umkehr beginnt und bleibt mit diesem täglichem von Herzen gesprochen Ja.

Alle Umkehr und Erneuerung muss bei mir selber anfangen. Bonhoeffer

Lk 15,11-32: Gleichnis von verlorenen Söhnen

Auslegung und Kommentar zu Lk 15,11-32

Lk 15,11: ‭Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.‭

Lk 15,12: ‭Und der jüngere von ihnen sprach zum Vater: Gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt, Vater! Und er teilte ihnen das Gut.‭

Der Vater veranschaulicht deutlich Gottes Liebe. Seine Liebe erlaubte Rebellion und respektierte in gewisser Weise den menschlichen Willen. Der Vater wusste, dass der Sohn eine dumme und gierige Bitte stellte, erlaubte ihm aber trotzdem, seinen Weg zu gehen.

Lk 15,13: Und nicht lange danach packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen mit ausschweifendem Leben.

Abreise des jüngeren Sohnes: Der jüngere Sohn reiste in ein fernes Land, indem er sich nicht räumlich von Gott entfernte, der überall ist, sondern durch den Willen. Denn der Sünder flieht Gott, so daß er von ihm entfernt ist. Goldene Perle

Lk 15,14: ‭Nachdem er aber alles aufgebraucht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und auch er fing an, Mangel zu leiden.‭

Lk 15,15: ‭Da ging er hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seine Äcker, die Schweine zu hüten.‭

Lk 15,16: ‭Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, welche die Schweine fraßen; und niemand gab sie ihm.‭

Lk 15,17: Da kam er zur Besinnung.

Zusammenfassung: Der erste verlorene Sohn fordert sein Erbteil, eine schändliche Forderung, da sie davon ausgeht, dass der Vater (=Gott) tot ist. Er verschleudert sein Erbteil und landet ganz unten als Schweinehüter. Das ist wirklich ganz unten! Säue gehören zu den unreinen Tieren. Der Tiefpunkt ist der Wendepunkt. Er geht in sich, hat die Einsicht, dass er gesündigt hat und er kehrt um zum Vater. Total heruntergekommen findet er dort herzliche Aufnahme. Großzügig erhält er Vergebung. Ein Fest wird gefeiert. Jeder Mensch ist ein solcher verlorener und wieder gefundener Sohn. Herr lass uns durch deine Eingebungen immer neu zur Besinnung kommen, damit wir stets den Weg zu dir finden.

Er kehrte aber nicht eher zu seinem früheren Glück zurück, als bis er in sich ging, das Gewicht seines niederdrückenden Elends fühlte und über die Worte der Umkehr nachdachte. Gregor von Nyssa

Lk 15,18-19: Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!‭

Ich habe gesündigt: Dies ist das Bekenntnis und das darin ausgedrückte Bewusstsein, dass ich sündige, mich verfehle sowohl gegen Gott wie auch gegen meinen Nächsten wie auch gegen mich selbst. Nur wenn wir in Demut unseren Aussatz betrachten, wird sich unser Herz öffnen können für die Reinigung. Obschon aber Gott alles weiß, so wartet er doch auf den Ausspruch dieses Bekenntnisses. Bekenne also, wo du gesündigt hast, damit Christus dein Mittler werde. Und fürchte nicht, daß du nicht erhört werdest. Der Fürsprecher verheißt Vergebung, der Beschützer verspricht Gnade, der Vermittler verkündet dir die Versöhnung mit der väterlichen Güte. Wir sind weder Ausgestossene noch Tagelöhner, sondern Töchter und Söhne des lebendigen Gottes, welch eine Gnade!

Gefühl der Unwürdigkeit: Der Sohn zeigte in seiner vorbereiteten Rede an seinen Vater sein volles Gefühl der Unwürdigkeit und ein ehrliches Sündenbekenntnis. Er würde nicht einmal darum bitten, wie ein Sohn behandelt zu werden, sondern wie ein angeheuerter Diener. Der gewöhnliche Sklave war in gewisser Weise ein Familienmitglied, aber der angeheuerte Diener konnte mit einer Frist von einem Tag entlassen werden. Er gehörte überhaupt nicht zur Familie.

Lk 15,20: Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen; und er lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Liebe Gottes in körperlichen Bildern ausgedrückt: Dieser Vers hat mich schon immer beeindruckt, weil er die Liebe Gottes zu uns so schön bildhaft ausdrückt: Der Vater sieht ihn: auch uns sieht der Vater. In diesem Sehen drückt sich seine Fürsorge für uns aus. Der Vater ist innerlich bewegt: er hat Erbarmen und Mitleid mit uns. Der Vater läuft ihm entgegen: auch auf uns kommt Gott zu. Er nimmt jegliche kleinste Zuwendung zu ihm wahr und kommt uns nahe. Der Vater fällt ihm um den Hals: Der Vater küsst ihn sehr. Umarmung und Kuss sind Zeichen der Vergebung, die wir empfangen dürfen. Seine Barmherzigkeit ist größer als alle Schuld.

Um den Hals fallen, das heißt, in der Umarmung seinen Arm herabzustrecken. Dieser Arm ist Jesus Christus. Augustinus

Die Intensität des Empfangs des Vaters wurde durch die Tatsache angezeigt, dass er rannte (ungewöhnlich für erwachsene Männer in diesen Kulturen) und dass er ihn wiederholt küsste.

Lk 15,21: ‭Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen!‭

Worte von Papst Franziskus: Gott vergibt immer; wir sind es, die es müde werden, um Vergebung zu bitten, aber er vergibt immer. Es sagt uns, dass Gott ein Vater ist, der seinen Sohn nicht nur wieder aufnimmt, sondern sich auch freut und feiert, als er zurückkehrt, nachdem er seinen ganzen Besitz verprasst hat. Wir sind dieser Sohn, und es ist bewegend, daran zu denken, wie sehr der Vater uns immer liebt und auf uns wartet. Papst Franziskus

Lk 15,22-23: Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt das beste Festgewand her und zieht es ihm an, und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an die Füße und bringt das gemästete Kalb her und schlachtet es; und lasst uns essen und fröhlich sein!‭

Gott gibt für uns sein Bestes: Der Vater schenkt dem verlorenen Sohn von Neuem das Sohn-Sein, wofür das Festgewand steht. Dies ist die Botschaft des Evangeliums: Gott gibt sein Bestes, sogar denen, die versagt haben. Wir können einen Neuanfang machen, denn Gott gibt niemanden auf. Dies ist eine große Ermutigung für uns, da wir doch bei all unseren Bemühungen immer wieder auch versagen. Was auch immer unsere Fehler oder Misserfolge gewesen sein mögen, wir können jetzt mit Gott einen Neuanfang machen. Der Vater umhüllt uns mit seiner Liebe und seinem Erbarmen, was mit dem Bild des Neu-Einkleidens ausgedrückt ist.

Die Tiefe der Reue des Sohnes wird nur von der Tiefe dieser Liebe des Vaters übertroffen.

Lk 15,24: Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden. Er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.

Wesen des Vaters: Dieses große Gleichnis lässt uns tief in das Wesen des Vaters schauen, das ganz Liebe ist. Er ist der barmherzige Vater, der uns in Jesus über alle Maßen liebt. Ja: Gott ist gut. Er verzeiht. Die Fehler, die wir begehen, und seien es auch schwere Fehler, greifen die Treue seiner Liebe nicht an. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn bringt auf einfache, aber tiefe Weise die Wirklichkeit der Bekehrung zum Ausdruck. Diese Bekehrung ist das konkreteste Zeugnis für das Wirken der Liebe und die Gegenwart des Erbarmens in der Welt des Menschen. In der Haltung des Vaters im Gleichnis sagt uns Jesus: So ist Gott! So bin ich! In der Liebe, durch die Liebe, für die Liebe und aus Liebe, weil Gott die Liebe ist.

Lk 15,25: ‭Aber sein älterer Sohn war auf dem Feld; und als er heimkam und sich dem Haus näherte, hörte er Musik und Tanz.‭

Lk 15,26: ‭Und er rief einen der Knechte herbei und erkundigte sich, was das sei.‭

Lk 15,27: ‭Der sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiedererhalten hat!‭

Lk 15,28: Da wurde er zornig.

Der ältere Sohn: Der ältere Sohn bleibt beim Vater. Er ist der Korrekte, pflichtbewusst und tüchtig. Dennoch ist auch er verloren, weil er voll Selbstgerechtigkeit ist und voll Zorn auf seinen wieder gefundenen Bruder ist. Er missgönnt ihm das Fest. Er nennt ihn nicht mal mehr seinen Bruder, sondern spricht vom Sohn des Vaters. Ablehnung! Voll Groll und Unverständnis ist er auch gegenüber seinem Vater. Es ärgert ihn gewaltig, dass der Vater gnädig ist. Der Mensch nun ist auch dieser ältere Bruder, wenn er vergisst, dass er wie der andere ein Geschöpf der Gnade ist. Das Gleichnis ist u.a. auch eine Einladung, Gottes, nicht draußen zu bleiben, sondern hinein zu gehen, d.h. in allen Menschen Schwestern und Brüder zu erkennen und in uns die Freude zu nähren über Gottes Erbarmen anderen gegenüber.

An seiner Reaktion des Neides sehen wir: Auch er träumte innerlich davon, daß es vielleicht viel besser wäre, sich alle Freiheiten zu nehmen. Auch er muß innerlich nach Hause zurückkehren und neu begreifen, was das Leben ist, begreifen, daß man nur mit Gott, mit seinem Wort, in der Gemeinschaft der eigenen Familie und der Arbeit, in der Gemeinschaft der großen Familie Gottes wirklich lebt.

Lk 15,29: ‭Er aber antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe nie dein Gebot übertreten; und mir hast du nie einen Bock gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich sein kann.‭

Bitterer älterer Sohn: Diese Übertreibungen sind üblich für diejenigen, die an Bitterkeit festhalten. Diese Bitterkeit zeigte der ältere Sohn schließlich dem Vater, aber erst, nachdem sie über viele Jahre in seinem Herzen Schaden angerichtet hatte.

Lk 15,30: ‭Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Gut mit Huren vergeudet hat, hast du für ihn das gemästete Kalb geschlachtet!‭

Lk 15,31: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.

Der Vater wirbt um den älteren Sohn: Ich versuche fromm zu leben, gut zum Nächsten zu sein und Gott alle Ehre zu geben. Ohne es bewusst zu wollen, nehme ich dann andere wahr, wo dies nicht so ist. Und ganz schnell bin ich dann bei meiner Selbstgerechtigkeit, besser zu sein als der andere. Und so sehe ich mich persönlich mehr in dem älteren, daheim gebliebenen Sohn. Mein Trost und meine Zuversicht: Der Vater wirbt auch um den älteren Sohn. Er versucht mich umzustimmen, mein Herz zu öffnen und meine oft allzu enge Sicht zu weiten. Den Fehler meiner Selbstgerechtigkeit greift die Treue seiner Liebe nicht an. Gott Vater nimmt uns an und wirbt um uns, ob wir nun so oder so sind. Er stärkt uns mit der Zusage: du bist allezeit bei mir!

Heiliger Gott, ich bitte dich öffne und wandle mein Herz!

Das Evangelium hilft uns zu verstehen, wer Gott wirklich ist: Er ist der barmherzige Vater, der uns in Jesus über alle Maßen liebt. Die Fehler, die wir begehen, und seien es auch schwere Fehler, greifen die Treue seiner Liebe nicht an. Im Bußsakrament können wir mit unserem Leben immer wieder neu anfangen: Er nimmt uns an, er gibt uns die Würde seiner Kinder zurück. Entdecken wir also wieder dieses Sakrament der Vergebung, das die Freude aufsprudeln läßt in einem Herzen, das wiedergeboren ist zum wahren Leben

Die Wahrheit, die hier gelehrt wird, ist genau diese: dass die Barmherzigkeit ihre Hand dem Elend entgegenstreckt, dass die Gnade Menschen als Sünder aufnimmt, dass sie sich mit Fehlern, Unwürdigkeit und Wertlosigkeit befasst; dass diejenigen, die sich selbst für gerecht halten, nicht die Objekte göttlichen Mitgefühls sind, sondern die Ungerechten, die Schuldigen und die Unwürdigen die richtigen Subjekte für die unendliche Barmherzigkeit Gottes sind; mit einem Wort, dass die Errettung nicht aus Verdienst, sondern aus Gnade besteht. Spurgeon

Lk 15,32: ‭Du solltest aber fröhlich sein und dich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, und er war verloren und ist wiedergefunden worden!‭

Die Mahnung im älteren Sohn: Der ältere Bruder war nicht dankbar für alles, was er hatte. Jeden Tag hatte er die Gesellschaft seines Vaters und die gesegnete Gesellschaft zu Hause. Die Liebe seines Vaters umgab ihn ständig, und alles, was der Vater hatte, gehörte ihm.“ (Morrison) Doch „die Stolzen und die Selbstgerechten haben immer das Gefühl, dass sie nicht so behandelt werden, wie sie es verdienen. In gewisser Weise war der ältere Sohn gehorsam, aber weit entfernt vom Herzen seines Vaters. In diesem Sinne war er ein perfektes Beispiel für die religiösen Führer, die wütend darüber waren, dass Jesus Zöllner und Sünder empfing. Seine Geschichte offenbart die Möglichkeit, im Haus des Vaters zu leben und das Herz des Vaters nicht zu verstehen.

Worte von Charles de Foucauld: Mein Gott, wie gut bist du! Das hast du für mich getan! Ja, als ich jung war, bin ich weit weg von dir gegangen, weit weg von deinem Haus, von deinen heiligen Altären, von deiner Kir-che, in ein fernes Land, das Land der profanen Dinge, der Geschöpfe, der Ungläubigkeit, der Gleichgültigkeit, der irdischen Leidenschaften. Oh! Wie schmerzlich weit entfernt von dir ist dieses Land! Ich blieb lange dort, 13 Jahre, verschwendete meine Jugend in Sünde und Torheit. Deine erste Gnade (nicht die erste meines Lebens, denn es gibt unzählige in allen Augenblicken meiner Existenz, aber diejenige, in der ich die erste Morgenröte meiner Bekeh-rung erkenne) besteht darin, dass du mich den Hunger hast spüren lassen, den körperlichen und geistigen Hunger. Du hattest die unendliche Güte, mich in materielle Schwierigkeiten zu bringen, die mich leiden und mich Dornen in diesem verrückten Leben spüren ließen. Du hast mich den geistigen Hunger spüren lassen, indem du mich das innere Begehren nach einem besseren moralischen Zustand spüren ließest, den Geschmack an der Tugend, die Sehnsucht nach dem moralisch Guten. Und dann, als ich sehr vorsichtig, zögernd zu dir zurückkam, hast du mich das erstaunliche Gebet sprechen lassen: „Wenn es dich gibt, lass mich dich erken-nen“. Oh du Gott der Güte, der seit meiner Geburt nie aufgehört hatte, in mir und um mich herum zu handeln, um diesen Augenblick heraufzuführen, mit dieser Zärtlichkeit, „du liefst sogleich mir entgegen, du fielst mir um den Hals, du küsstest mich“. Mit welcher Bewegung hast du mir das Kleid der Unschuld angezogen. Und zu welchem göttlichen Gastmahl, an-ders als das des Vaters des verlorenen Sohnes, hast du mich sogleich eingeladen…Wie gut ist er, dieser Vater des verlorenen Sohnes! Aber wie viel tausend Mal zärtlicher als er bist du! Wie hast du tausend Mal so viel für mich getan als er für seinen Sohn! Wie gut bist du, mein Herr und mein Gott! Danke, Danke, Danke, Danke ohne Ende!


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum Lukas Evangelium Lk Kapitel 15.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste