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Lukas Evangelium Kapitel 14 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Lukas Evangelium Kapitel 14

Lk 14,1-6 :Jesus heilt Arme eines Mannes

Lk 14,1: Und es begab sich, als er am Sabbat in das Haus eines Obersten der Pharisäer ging, um zu speisen, da beobachteten sie ihn.

Jesus und die Pharisäer: Obwohl Jesus einige seiner größten Auseinandersetzungen mit den Pharisäern hatte, verkehrte er dennoch mit ihnen – nicht um einer von ihnen zu sein, sondern um sie zu lieben und zeige ihnen ein göttliches Beispiel.

Lk 14,2: Und siehe, da war ein wassersüchtiger Mensch vor ihm.

Lk 14,3: Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist’s auch recht, am Sabbat zu heilen?

Lk 14,3: Und Jesus ergriff das Wort und redete zu den Gesetzesgelehrten und Pharisäern, indem er sprach: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?

Lk 14,4: Sie aber schwiegen. Da rührte er ihn an, machte ihn gesund und entließ ihn.

Antwort Jesus: In seiner Entgegnung verlacht er ihren Unsinn. Denn da Gott den Sabbat segnete, verbieten sie, an ihm Gutes zu tun. Der Tag aber, welcher keine guten Werke aufweisen kann, ist verflucht. Aber mit Recht schweigen die Gefragten, weil sie sahen, daß Alles, was sie sagten, wider sie sei. Denn wenn man am Sabbat heilen darf, warum beobachten sie den Erlöser, ob er heilt? wenn es nicht erlaubt ist, warum fragen sie selbst am Sabbat für die Rinder Sorge?

Was ist recht? Eine atemlose Spannung herrschte in dem Saal. Man hatte dem Herrn Jesus eine Falle gestellt: An einem Sabbattage hatte man Ihn eingeladen. Und als Er zu Seinen Gastgebern kam, führte man Ihm einen kranken Menschen in den Weg. „Und sie hatten acht auf ihn.“ Sie waren gewiß, daß Seine Barmherzigkeit Ihn dazu treiben würde, den Kranken zu heilen. Damit verging Er sich so schwer gegen die Sabbatordnung, daß kein Mensch, der „auf Religion hielt“, Ihn noch anerkennen konnte. Und was tat nun Jesus? Mit einem einzigen Sätzlein stellte Er diese Leute vor das Angesicht Gottes. Und vor Gott fragt Er sie: „Was ist denn recht ? “ Jesus rief ihr Gewissen wach. „Was Sitte ist“, sagte Er, „das wißt ihr! Und was in Eurem Stande allgemeine Übung ist, ist euch auch bekannt. Aber das will ich jetzt nicht wissen. Ich frage euch vielmehr: Was ist vor Gott recht?“ So macht Jesus es immer: Er packt unser Gewissen. Er will uns zwingen, unser Leben in der Verantwortung vor Gott nach dem Gewissen zu leben. Wie oft hat Er uns wohl angeschaut, wenn wir das taten, was alle tun. Und Seine Augen haben uns gefragt: Ist es recht? Wilhelm Busch

Lk 14,5: Wer von euch, wenn ihm sein Esel oder Ochse in den Brunnen fällt, wird ihn nicht sogleich herausziehen am Tag des Sabbats?

Bildhafter Vergleich: Dann wandte er sich an die Juden und erinnerte sie daran, dass sie bestimmt eines ihrer Tiere am Tag des Sabbats herausziehen, wenn es in einen Brunnen fällt. Es lag in ihrem eigenen Interesse, denn das Tier war viel Geld wert. Wenn es jedoch um das Leiden eines Mitmenschen ging, scherten sie sich nicht darum, und sie hätten Jesus gerne dafür verurteilt, dass er dem Wassersüchtigen geholfen hat. Obwohl sie dem Heiland darauf nicht antworten konnten, waren sie nach unserer festen Überzeugung umso mehr über ihn erbost. MacDonald

Lk 14,6: ‭Und sie konnten ihm nichts dagegen antworten.‭

Lk 14,7-14: Jesus lehrt über Demut

Lk 14,7: Er sagte aber zu den Gästen ein Gleichnis, da er bemerkte, wie sie sich die ersten Plätze aussuchten, und sprach zu ihnen.

Sitzordnung: Zur Zeit Jesu zeigte die Sitzordnung bei einem Abendessen eine bestimmte Reihenfolge von Prestige oder Ehre. Die am meisten geehrte Person saß auf einem bestimmten Platz, die nächst am meisten geehrte Person an einem anderen Platz und so weiter in der Reihe. Eine Hochzeitsfeier war damals der wichtigste gesellschaftliche Anlass im jüdischen Leben. Die Sitzordnung am Tisch zeigte die Stellung in der Gemeinschaft an.

Lk 14,8-9: Wenn du von jemand zur Hochzeit eingeladen bist, so setze dich nicht auf den obersten Platz, damit nicht etwa ein Vornehmerer als du von ihm eingeladen ist, und nun der, der dich und ihn eingeladen hat, kommt und zu dir sagt: Mache diesem Platz! — und du dann beschämt den letzten Platz einnehmen musst.

Lk 14,10: Sondern wenn du eingeladen bist, so geh hin und setze dich auf den letzten Platz, damit der, welcher dich eingeladen hat, wenn er kommt, zu dir spricht: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tisch sitzen.

Anwendung des Gleichnis auf unser Gebetsleben: Das Gleichnis aus dem Evangelium lässt sich buchstäblich auf das Gebetsleben anwenden. Wollen wir verdienen, zur Kontemplation erhoben zu werden, müssen wir uns zuerst demütig auf den letzten Platz unter den anderen geistlichen Menschen setzen. Auf diesem letzten Platz ist es gut, die besseren und schnelleren Mittel, um zur vollkommenen Vereinigung zu gelangen, zu ersehnen. Doch sollen wir uns vor jeder überheblichen Anstrengung hüten, sie uns selbst verschaffen zu wollen.

Faustina über die Demut: Über einer demütigen Seele stehen die Schleusen des Himmels offen und ein Meer von Gnaden strömt auf sie nieder. Wie schön ist eine demütige Seele; aus ihrem Herzen steigt, wie aus einem Weihrauchgefäß, lieblicher Duft auf und dringt durch die Wolken bis hin zu Gott, um Sein Heiligstes Herz zu erfreuen. Einer solchen Seele versagt Gott nichts; sie ist allmächtig, sie beeinflusst das Schicksal der ganzen Welt. Gott erhebt sie bis zu Seinem Thron. Je mehr sie sich demütigt, um so mehr neigt sich Gott herab zu ihr. Er verfolgt sie mit Seinen Gnaden und begleitet sie jederzeit mit Seiner Allmacht. Solche Seelen sind mit Gott am tiefsten verbunden. O Demut, verwurzele dich tief in meinem ganzen Wesen.

Jesus als Vorbild: Jesus war der vollkommene, um dieses Thema zu lehren, weil er es vollkommen erfüllte. Er ist das ultimative Beispiel für jemanden, der den höchsten Platz verdient , aber den niedrigsten Platz eingenommen hat und dem der höchste Platz gewährt wurde (Phil 2:5-11).

Lk 14,11: Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

Gefahr der Überheblichkeit: Wie nahe liegt auch die Versuchung, sich über andere zu erheben? Wie nahe liegt die Gefahr, stolz und überheblich zu werden? Oder von oben herab auf andere zu schauen, sie zu verachten und zu meiden? Wie viele Probleme, Auseinandersetzungen und Streitigkeiten haben darin ihren Grund, dass sich jemand übervorteilt, nicht genügend beachtet, sich zurückgesetzt oder übergangen fühlt? Wie viel Missgunst, Neid und Eifersucht haben hier ihre Wurzeln?

Zur Selbsterniedrigung: Selbsterniedrigung ist Demut, ist wissen, dass ich Geschöpf bin vor dem Schöpfer, dass ich nichts aus mir selber bin und habe und dass ich immer angewiesen bin auf Gottes Barmherzigkeit. Demut ist der Mut zur eigenen Wahrheit, Mut, sich zu sich selbst zu bekennen. Wo dieser Mut fehlt, da müssen Lüge, Prahlerei und Stolz in die Bresche springen. Demütig ist der Mensch, der weiß, dass dieses Leben mit all seinen Möglichkeiten Geschenk ist. Demütig ist der Mensch, der noch bitten und danken kann. Demütig ist der Mensch, der weiß, wie liebe-bedürftig, gabe-bedürftig, gnade-bedürftig er ist. Das macht gütig und großzügig, liebevoll und barmherzig auch anderen gegenüber.

Aber Achtung: Wir können den niedrigen Platz wählen und sanftmütig und demütig handeln, damit andere bemerken, wie demütig wir sind. Dies ist eine subtile Form des spirituellen Stolzes, die sehr gefährlich ist.

Demut Gottes: Was groß und reich macht bei Gott ist liebende Hingabe nach dem Beispiel Jesu, der den untersten Weg gewählt und den niedrigsten Platz eingenommen hat in der Menschwerdung, „Er war wie Gott, hielt aber nicht daran fest wie Gott zu sein, sondern entäußerte sich…“bei der Taufe im Jordan: Er, der Sündenlose, stellt sich in die Reihe der Sünder. bei der Fußwaschung: „Begreift ihr, was ich euch getan habe?… Wenn ich, euer Herr und Meister,… Ich habe euch ein Beispiel gegeben…“am Kreuz: Da war draußen vor der Stadt zwischen zwei Verbrechern sein Platz. Im Blick auf die Eucharistie ruft der hl. Franziskus seinen Brüdern zu: „Seht die Demut Gottes!“ Dann fordert er sie auf: „Demütigt auch ihr euch! Und behaltet nichts von euch für euch selbst zurück, damit euch gang aufnehme, der sich euch ganz hingibt.

Lk 14,12: Er sagte aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brüder, noch deine Verwandten, noch reiche Nachbarn ein, damit nicht etwa auch sie dich wieder einladen und dir vergolten wird.

Lk 14,13: Bitte lieber die Armen, Verkrüppelten, Gelähmten und Blinden an deinen Tisch.

Gott erwählt das Schwache. Die Hochmütigen bringt er zu Fall. Gerade als fest im Glauben stehende und verankernde Christen sollten wir uns vor der Hochmut hüten, ständig der Liebe zugeneigt. Ich muss da immer wieder aufpassen: Sie arbeiten mit behinderten Menschen. Oh toll! Sie schreiben täglich diese christlichen Impulse. Oh toll. Was bin ich für ein toller Mensch. Und Zack, bin ich ausgeladen. Die Demut im Sinne des Erkennens der eigentlichen Menschlichkeit ist die Eintrittskarte zum königlichem Hochzeitsmahl.

Gott sucht sich nicht den vollkommensten Menschen, um sich mit ihm zu verbinden, sondern er nimmt menschliches Wesen an, wie es ist. Bonhoeffer

Lk 14,14: So wirst du glückselig sein; denn weil sie es dir nicht vergelten können, wird es dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Wie wir Gutes tun sollten: Wir sollen also nicht unter dieser Hoffnung den Anderen Wohltaten erweisen, daß sie uns vergelten. Denn dies ist eine kalte Absicht; daher verschwindet eine solche Freundschaft um so schneller. Wenn du aber einen Armen einladest, so wirst du an Gott einen nie vergessenden Schuldner haben. Denn je geringer der Bruder ist, desto mehr naht sich und sucht Christus durch ihn heim; denn wer einen Großen aufnimmt, nimmt ihn oft wegen der eitlen Ehre auf. Aber öfter wird auch der Nutzen gesucht, um durch ihn emporzukommen. Entsetzen wir uns also nicht, wenn wir keine Vergeltung für die Wohltat empfangen, sondern vielmehr, wenn wir eine empfangen; denn wenn wir sie erlangen, werden wir nicht mehr dort empfangen, sondern Gott wird dir vergelten, wenn dir der Mensch nichts vergilt. Goldene Perle

Lk 14,15-24: Gleichnis vom großen Fest

Lk 14,15-16: Als nun einer, der mit ihm zu Tisch saß, dies hörte, sprach er zu ihm: Glückselig ist, wer das Brot isst im Reich Gottes! Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch machte ein großes Mahl und lud viele dazu ein.

Grosses Mahl in Christus: Dieser Schöpfer von Allem und der Vater der Herrlichkeit, oder der Herr, bereitete ein großes, in Christo vollbrachtes Mahl. Denn in den letzten Zeiten und gleichsam am Ende unserer Zeit ging uns der Sohn Gottes auf, und gab uns, den Tod für uns erduldend, seinen eigenen Leib zum Genuß. Das erinnert uns an die großartige Tatsache, dass der Herr Jesus das Werk der Erlösung auf Golgatha vollbracht hat und die Einladung des Evangeliums aufgrund dieses vollendeten Werkes ergeht.

Lk 14,17: Und er sandte seinen Knecht zur Stunde des Mahles, um den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist schon alles bereit!

Der gesandte Knecht ist Christus: Dieser Knecht, welcher gesendet wurde, ist Christus selbst, welcher, da er von Natur aus Gott und wahrer Gottes Sohn ist, sich selbst entäußerte und Knechtsgestalt annahm. Er wurde aber in der Stunde des Mahles abgesendet z denn nicht vom Anfang nahm das Wort des Vaters unsere Natur an, sondern in der letzten Zeit. Goldene Perle

Kommt, denn es ist alles bereit! Diese Einladung gilt jedem der sie hört. Jeder darf sich an den gedeckten Tisch setzen an dem es an nichts fehlt. „Kommt, denn es ist alles bereit!“ Jesus lädt uns ein an seinen Tisch. Er ist der Gastgeber. Er sorgt dafür, dass alles ausreichend vorhanden ist. Und keiner muss draußen bleiben! Keiner muss auf der Straße und vor der Türe bleiben, jeder darf zu ihm in sein Haus kommen, auch Du! Er hat alles was Du brauchst! Und so dürfen wir auch in diesen Tag gehen, mit der Gewissheit: „Es ist alles bereit“ wir müssen diese Einladung nur annehmen und es wird uns gut gehen. Wir müssen nur „Ja“ sagen zu dieser Einladung und wir dürfen wissen: Jesus, sorgt für uns. Er hat alles vorbereitet für den heutigen Tag, für die bevorstehende Woche, für unser Leben hier auf der Erde und für unser ewiges Leben. Er ist es, der alles gut macht und für uns sorgt. Wir dürfen unser Leben in seine Hände legen und uns von ihm einladen lassen und von seinem gedeckten Tisch nehmen. Also bitte keine falsche Bescheidenheit! Wir dürfen nehmen ohne Gegenleistung. Wir dürfen annehmen, was Jesus für uns vorbereitet hat. Vertrauen wir also auch heute darauf, dass Jesus Christus uns versorgt. Vertrauen wir darauf, dass er für uns nur das Beste will. Wir brauchen nur „Ja“ zu seiner Einladung sagen und kommen. Seine Tür steht weit offen, also komm, denn es ist alles bereit! Rolf Aichelberger

Lk 14,18: Sie fingen alle einstimmig an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss unbedingt hinausgehen und ihn ansehen.

Am Materiellen hängen: Einer der Eingeladenen entschuldigte sich, weil er einen Acker gekauft hatte und ihn besehen wollte. Normalerweise hätte er ihn ansehen sollen, bevor er ihn kaufte. Doch selbst dann hätte er die Liebe zum Irdischen der gnadenreichen Einladung vorgezogen.

Wenn wir etwas Neues kaufen, sind wir fast immer damit beschäftigt. Die Beschäftigung mit materiellen Dingen und Erfahrungen ist eine häufige Entschuldigung dafür, Jesus nicht nachzufolgen.

Ein anderer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und gehe hin, um sie zu erproben. Lk 14:19

An der Arbeit zu sehr hängen: Der nächste Eingeladene hatte fünf Joch Ochsen gekauft und wollte sie erproben. Jesus zeigt uns hier im Bild diejenigen, die ihre Arbeit, ihren Beruf oder das Geschäft wichtiger nehmen als den Ruf Gottes.

Die Ochsen als Bild für unsere Sinne: Unter den fünf Paar Ochsen versteht man die fünf leiblichen Sinne. Denn die Ochsen sind auf die Erde gerichtet, wie die vom Glauben entfernten, dem Irdischen ergebenen Menschen nichts Anderes glauben wollen, als das, wozu sie durch den fünfteiligen Sinn des Leibes gelangen. Ich glaube nichts, spricht ein Solcher, als was ich sehe.

Lk 14,20: Wieder ein anderer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet, darum kann ich nicht kommen!

An der Familie zu sehr hängen: Der Dritte sagte, er habe eine Frau geheiratet und könne deshalb nicht kommen. Familienbande und gesellschaftliche Beziehungen hindern Menschen oft daran, die Einladung des Evangeliums anzunehmen.

Die dritte Entschuldigung hatte mit einem Mann zu tun, der seine Familie über alles stellte. Das Beste, was wir unserer Familie zeigen können, ist, dass sie nicht an erster Stelle in unserem Leben steht, sondern dass Jesus Christus an erster Stelle steht.

Lk 14,21: Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Gassen und Plätze der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein!

Das ist zweifellos ein Bild für das Evangelium, das den Heiden verkündigt wird.

Lk 14,22: ‭Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast; es ist aber noch Raum da!‭

Lk 14,23: ‭Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus an die Landstraßen und Zäune und nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll werde!

Lk 14,24: ‭Denn ich sage euch, dass keiner jener Männer, die eingeladen waren, mein Mahl schmecken wird!‭

Lk 14,25-35: Über den Preis der Nachfolge

Lk 14,25: Es zog aber eine große Volksmenge mit ihm und er wandte sich um und sprach zu ihnen.

Worte der Nachfolge an die Große Volksmenge: Wenn die Seele von den himmlischen Belohnungen hört, so entbrennt sie danach und wünscht schon dort zu sein, wo sie ohne Aufhören sich zu freuen hofft. Aber zu großen Belohnungen kann man nur durch große Anstrengungen gelangen. Daher heißt es: Es ging aber viel Volk mit ihm und er wandte sich um und sprach zu ihnen. Denn weil Viele von den ihn Begleitenden ihm nicht aus ganzem Herzen, sondern nur träge folgten, so zeigt er, wie sein Jünger beschaffen sein soll. Goldene Kette

Lk 14,26: Wenn einer mit mir gehen will, so muss ich für ihn wichtiger sein als seine Eltern, seine Frau, seine Kinder, seine Geschwister, ja wichtiger als das eigene Leben. Sonst kann er nicht mein Jünger sein.

Jesus formuliert drei klare Bedingungen für eine wirkliche Jüngerschaft.

Die erste Bedingung lautet: Jesus geht über jede familiäre Beziehung: Wer Jesu Jünger und Jüngerin sein will, der muss bereits sein, alte Beziehungsnetze loszulassen und sich womöglich auch von Menschen zu trennen, die einen in der eigenen Jüngerschaft nicht unterstützen. Er betonte, dass die Liebe zu Christus so groß sein muss, dass alle andere Liebe im Vergleich dazu wie Hass erscheint. Keine Familienbande dürfen einen Jünger von seinem Pfad des völligen Gehorsams gegenüber dem Herrn abbringen. Ja, Jesus muss uns wichtiger sein, als unser eigenes Leben. Statt ein Leben zu führen, das sich um uns selbst dreht, muss Christus im Mittelpunkt unseres Lebens stehen. Statt zu fragen, wie jede Handlung uns selbst betrifft, müssen wir sorgfältig fragen, wie sie sich auf Christus und seine Herrlichkeit auswirkt.

Worte von Pius Kirchgessner: Nachfolge Christi gibt es nicht in einer Light-Version. Wer Jesus nachfolgen will, muss ihn auch an die erste Stelle seines Lebens setzen. Selbst die uns nahe stehenden Menschen, Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern dürfen diesen Platz nicht einnehmen. Wir könnten aber auch in unguter Weise an uns selbst oder an materielle Güter gebunden sein, so dass eine Nachfolge kaum möglich ist. Es gibt die Möglichkeit des Scheiterns, denn Jesus verlangt hier die Herauslösung aus allem, was den Menschen seit seiner Kindheit getragen hat, seine Familie. Einen solchen Bruch kann nur jemand ris-kieren, ohne Schaden zu nehmen, wenn seinem Wagnis eine innere Entwicklung voraus gegangen ist. Niemand kann diese Entwicklung mit Absicht herbeiführen. Sie beginnt dann, wenn ein Mensch in seinem innersten Kern von Gott angesprochen und getroffen wird. Es ist eine Erfahrung die einem widerfährt und in der eine neue Dimension des Daseins auf-geht. Pius Kirchgessner

Lk 14,27: Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein.

Die zweite Bedingung ist das Tragen seines Kreuzes: die Bereitschaft bis in die letzte Konsequenz den Weg Jesu mitzugehen. Auch dahin, wo es weh tut, wo Hoffnungen erst einmal enttäuscht werden, wo Scheitern droht bis zum Kreuz. Sein Kreuz: Jesus wählte diese Formulierung, anstatt „das Kreuz“ oder „ein Kreuz“ zu sagen. Die Idee ist, dass es ein Kreuz gibt, das zu jedem Individuum passt, und dass die Kreuzerfahrung einer Person möglicherweise nicht genauso aussieht wie die Kreuzerfahrung einer anderen Person.

Worte von Pius Kirchgessner: Legt Jesus die Messlatte für Jüngerschaft nicht wahnsinnig hoch, für uns zu hoch? Geht das nicht über unsere Kräfte? Jesus schont die vielen nicht, die ihn begleiten. Darum sagt er unverblümt: Nachfolge bedeutet nicht, in der Menge mitzulaufen. Jesus nachfolgen, sich ihm anschließen, den Weg mit ihm gehen, das ist kein Spaziergang. Jesus nachfolgen das bedeutet vielmehr, sich von Gott in Besitz nehmen zu lassen, und zwar mehr als von allen und allem anderen! Nicht nur Mitläufertum, sondern klares Bekenntnis, treues Stehen zu Jesus, mit allen Konsequenzen, die da heißen können Kreuz und Martyrium.

Lk 14,28-30: Denn wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er die Mittel hat zur gänzlichen Ausführung, damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht vollenden kann, alle, die es sehen, über ihn zu spotten beginnen und sagen: Dieser Mensch fing an zu bauen und konnte es nicht vollenden!

Lk 14,31-32: Oder welcher König, der ausziehen will, um mit einem anderen König Krieg zu führen, setzt sich nicht zuvor hin und berät, ob er imstande ist, mit zehntausend dem zu begegnen, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? Wenn aber nicht, so sendet er, solange jener noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um die Friedensbedingungen.

Zwei Beispiele: Das Beispiel vom Turmbau und vom König zeigen, dass ein Vorhaben zuerst gründlich geprüft und die Konsequenzen bedacht werden sollten. Zu dieser Überprüfung der eigenen Bereitschaft in eine konsequente Nachfolge Jesu einzutreten, ermutigt die Erzählung aus dem Lukasevangelium. Zur Jüngerschaft gehört Entschiedenheit und Mut, sie fordert heraus und eckt an im gesellschaftlichen Miteinander. Deshalb wird man nicht leichtfertig ein Jünger oder eine Jüngerin Jesu und ist nicht leichtfertig Christ.

Lk 14,33: Überlegt auch ihr vorher, ob ihr wirklich bereit seid, alles für mich aufzugeben und mir nachzufolgen. Sonst könnt ihr nicht meine Jünger sein.

Lk 14,33: So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat.

Die dritte und letzte Bedingung ist das Entsagen: Es nimmt die Lebensbedingung eines Jüngers in den Blick. Jüngerschaft verträgt sich nicht mit einer ständigen Sorge um das, was man besitzt. Denn das Herz eines Jüngers soll frei sein, sich auf Gott hin auszurichten. Dies gelingt nicht, wenn die materiellen Dinge im Vordergrund stehen und das Denken und Handeln bestimmen.

Worte von Pius Kirchgessner: Es gilt sorgfältig zu prüfen und die eigenen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen. Das hat immer auch mit Loslassen und mit Prioritäten-Setzen zu tun. Um eindeutige Prioritäten geht es Jesus. Nichts ist in seinen Augen so wichtig wie das Reich Gottes. Dieses gilt es zuerst und vor allem zu suchen. Und die Nachfolge Jesu gilt es allem anderen vorzuziehen: dem Besitz, den Familienbindungen, den Sicherungen des Lebens. Jesus will nicht nur Bewunderer, sondern Nachfolger. Er will den Menschen ganz. Ganz oder gar nicht, vor diese Wahl stellt uns Jesus heute.

Alles aufgeben, was er hat: Dieser altgriechische Ausdruck hatte die Idee, „auf Wiedersehen zu sagen“. Jesus sagte uns, wir sollten uns von allem verabschieden, was wir haben, und es Jesus anvertrauen.

Lk 14,34: ‭Das Salz ist gut; wenn aber das Salz fade wird, womit soll es gewürzt werden?‭

Lk 14,35: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Fazit für die Nachfolge: Lasst uns noch einmal die Voraussetzungen für christliche Jüngerschaft anschauen. Die ganze Angelegenheit wird auf die Notwendigkeit heruntergebrochen, Christus an die erste Stelle und alles andere an die letzte Stelle zu setzen. Im Vergleich gesehen, sollten wir alles andere hassen. Unsere Liebe zu Christus sollte im Vergleich zu unserer natürlichen Liebe in unseren Beziehungen so stark sein, dass die letztere wie Hass erscheint. Wenn Christus an erster Stelle stehen soll, dann muss das eigene Ich Platz machen.

Wir alle haben Ohren, aber oft können wir nicht hören. Warum? Brüder und Schwestern, es gibt in der Tat eine innere Taubheit, wo wir Jesus bitten können, sie zu berühren und zu heilen. Und diese innere Taubheit ist schlimmer als die körperliche, denn es ist die Taubheit des Herzens. Von Eile getrieben, in der wir tausend Dinge zu sagen und zu tun haben, finden wir keine Zeit, innezuhalten und denen zuzuhören, die zu uns sprechen. Wir laufen Gefahr, für alles undurchlässig zu werden und keinen Raum für diejenigen zu schaffen, die es nötig haben, dass man ihnen zuhört: Ich denke dabei an Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, viele, die nicht so sehr Worte und Predigten brauchen, sondern dass man ihnen zuhört. Papst Franziskus

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste