Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Johannes Evangelium Kapitel 8 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Johannes Evangelium Kapitel 8

Joh 8,1-11: Jesus vergibt Ehebrecherin

‭Jesus aber ging an den Ölberg.‭ Joh 8:1

‭Und früh am Morgen kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie.‭ Joh 8:2

Und in der Dämmerung kam er wieder in den Tempel, um nämlich anzudeuten, daß die Barmherzigkeit mit dem beginnenden Lichte des neuen Testamentes den Gläubigen, nämlich in seinem Tempel, verliehen werde. Denn daß er bei der Dämmerung zurückkehrte, bezeichnet den Beginn der neuen Gnade. Goldene Perle

Das Sitzen bezeichnet die Demut der Menschwerdung. Da nun der Herr sich setzte, kam das Volk zu ihm, weil Viele, als er durch die angenommene Menschheit sichtbar erschien, anfingen, ihn zu hören und an ihn zu glauben, den sie durch die menschliche Natur mit sich verbunden erkannten. Goldene Perle

‭Da brachten die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau zu ihm, die beim Ehebruch ergriffen worden war, stellten sie in die Mitte‭ Joh 8:3

Sie taten dies, wie Jesus es öffentlich in den Tempelhöfen lehrte. Sie wollten dies so öffentlich wie möglich machen, um sowohl die Frau als auch Jesus in Verlegenheit zu bringen. Alles deutet darauf hin, dass ihre Ankläger eine besondere Rachsucht gegen sie hegten. Das zeigt sich auch darin, dass sie die Frau öffentlich mitgebracht haben. Dazu bestand keine Notwendigkeit. Sie könnte in Gewahrsam gehalten worden sein, während der Fall an Jesus verwiesen wurde.

Sie betrachteten diese Frau überhaupt nicht als Person; sie betrachteten sie nur als ein Ding, ein Instrument, mit dem sie eine Anklage gegen Jesus formulieren konnten

Lehrer, diese Frau wurde auf frischer Tat beim Ehebruch ertappt. Im Gesetz hat Mose uns befohlen, eine solche Frau zu steinigen. Was meinst du dazu? Joh 8:4-5

Hier eine Frau, die einer großen Sünde beschuldigt worden war. Sie wurde beim Ehebruch erwischt. Nach dem Gesetz hätte sie gesteinigt werden müssen. Die Frau steht für den sündigen Menschen.

Dann die Ankläger: sie richten und verurteilen. Tun wir das nicht ebenso sehr oft. Doch alles Negative, das wir im anderen entdecken, wirft ein Licht auf das Dunkle in uns selbst. Erst wenn wir aufhören, einander zu verurteilen, wird ein neues Miteinander möglich.

Zuletzt Jesus, der, obwohl er ohne Sünde war, die Sünden der ganzen Welt, unsere Sünden auf sich geladen hat.

Sie fragten dies, um Jesus auf die Probe zu stellen und ihn dann anklagen zu können. Joh 8:6

Diese Geschichte gehört zu den Höhepunkten des Evangeliums. Es wird darin die ganze Bedeutung dessen sichtbar, was Jesus gebracht hat. Sie gibt sehr gut seine Denkart und seine Geistigkeit wieder. Es geht um eine Auseinandersetzung mit den Schriftgelehrten und Pharisäern. Eine Frau wurde beim Ehebruch erwischt. Nach dem Gesetz steht darauf der Tod durch Steinigung. Die Ankläger wissen um Jesus Barmherzigkeit und um seine Liebe zu den Sündern. Aber spricht er sich für die Frau aus, handelt er gegen das Gesetz des Moses. Die Anfrage ist nicht echt, sondern eine hinterlistige Falle.

Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Joh 8:6

Dies kann als handelnder Hinweis Jesus gedeutet werden, was wir zu tun haben, wenn in uns der Richtergeist aufkommt. Jesus bückt sich zur Erde. Erde sind wir und daher kehren wir zurück. Das sollte uns demütig machen und unsere eigene Menschlichkeit betrachten lassen. Wenn du also am anderen Menschen ein Verhalten wahrnimmst, was du für nicht gut heißt, dann verurteile nicht blindlings, sondern halte inne. Kehre vielmehr in Demut zu deinem Menschsein, bücke dich zur Erde hin und erkenne, dass du unter bestimmten Umständen sicher ebenso handeln würdest.

Was ferner die Geschichte anlangt, so bezeichnete er sich dadurch, daß er mit dem Finger auf die Erde schrieb, vielleicht als den, welcher einst das Gesetz auf den Stein schrieb. Goldene Perle

Jesus durchschaut seine Gegner. Er läßt sich nicht in die Diskussion ein. Sein Ziel ist es, eine Seele zu retten und offenbar zu machen, daß sich das Heil nur in der Liebe Gottes findet. Dazu ist er auf die Erde gekommen, dafür wird er am Kreuz sterben und der Vater wird ihn am dritten Tag auferwecken. Auf die Anfrage der Ankläger antwortet er gar nicht. Dennoch: alle warten auf sein Wort, die Gegner voll Selbstsicherheit, die Frau voll Angst. Aber stattdessen bückt er sich und schreibt auf die Erde. Jesus konfrontiert damit die Ankläger mit sich selbst. Er bringt sie selbst ins Spiel. Die aber begreifen nicht. Sie werden ungeduldig. Hartnäckig fragen sie weiter. Sie bestehen auf einer Antwort.

Gebeugt ist eine tiefe Haltung, die sich mit der Demütigung der Frau identifiziert. Jesus tat, was er konnte, um sich mit dieser Frau zu identifizieren, sich um sie zu kümmern und die Verlegenheit dieser Frau zu lindern. Man könnte sagen, diese Geschichte veranschaulicht das große Problem: Wie kann Gott dem Sünder Liebe und Gnade erweisen, ohne ungerecht zu sein, ohne sein eigenes Gesetz zu brechen? Er tut dies, indem er sich zuerst mit dem Sünder in seinem niederen Zustand identifiziert.

Als sie nicht lockerließen, richtete er sich auf und sagte: Wer von euch noch nie gesündigt hat, soll den ersten Stein auf sie werfen! Joh 8:7

Hier ist der erste Höhepunkt des Geschehens. Kein Wort von Jesus spricht diese Tatsache so entschieden aus: Alle sind Sünder! Es gibt kein Leben ohne Schuld. Jeder wird darauf gestoßen, bei sich selbst zu schauen, bei sich selbst wahrzunehmen, welche Schwachpunkte es da gibt. Unser Blick und unser Denken ist so häufig beim Anderen und dessen Fehlverhalten. Wenn wir mit dem Blick Jesu die Menschen sehen lernten, würden wir weniger Richten aber mehr aufrichten, weniger wegschauen sondern mehr hinschauen, weniger verurteilen aber mehr mit den Augen der Liebe und des Erbarmens den Menschen bei uns und auf der weiten Welt unser Ansehen schenken.

Dann bückte er sich wieder und schrieb weiter auf die Erde. Joh 8:8

In gewissem Sinne hat Jesus ihre Schuld auf sich genommen , zumal er sich so demonstrativ niedergebeugt hat. Er allein war ohne Sünde unter ihnen. Da Er alle Dinge wusste, hatte Er das Recht, den ersten Stein zu werfen – aber Er tat es nicht. Die Frau fand Zuflucht in Verbindung mit Jesus.

Als die Ankläger das hörten, gingen sie einer nach dem anderen davon, die älteren zuerst. Joh 8:9

Sie gehen weg. Sie weichen der Frage und damit dem Fragenden aus. So verharren sie in ihrer Starrheit und der eigenen Meinung. Lasst uns nie verlernen, uns und unsere häufig so verfestigte Sicht der Dinge in Frage zu stellen. Die Bibel ist keine Gebrauchsanweisung für das Leben, sondern die Bibel gelesen, stellt immer wieder Fragen an uns. Wer diesen Fragen nicht ausweicht, findet das Tor zum Leben. Indem wir uns in Frage stellen, kritikfähig bleiben, stoßen wir auf die Wahrheit, in diesem konkreten Ereignis mit der Ehebrecherin die Wahrheit, dass wirklich keiner ohne Sünde ist und wir daher stets voll Milde und Sanftmut mit den Schwächen des anderen umgehen sollten.

Wer Kritik übel nimmt, hat etwas zu verbergen. Helmut Schmidt

Schließlich war Jesus mit der Frau allein. Sie stand immer noch an der gleichen Stelle. Da richtete er sich erneut auf und fragte sie: Wo sind jetzt deine Ankläger? Hat dich denn keiner verurteilt? Joh 8:9-10

Das Geschehen kommt nun zu seinem zweiten Höhepunkt. Es beginnt ein kurzes und ergreifendes Gespräch zwischen Jesus und der Sünderin. Eine Frau, die einer großen Sünde beschuldigt worden war, und Er, der, obwohl er ohne Sünde war, die Sünden der ganzen Welt, unsere Sünden auf sich geladen hat. So groß unsere Armseligkeiten und Gebrechen auch sein und gewesen sein mögen, sie dürfen uns gewiss nicht entmutigen. Aber ihre Wirkung muss sein, dass wir uns demütigen und in die Arme der göttlichen Barmherzigkeit werfen.

Nein, Herr, antwortete sie. Ich verurteile dich auch nicht, entgegnete ihr Jesus. Joh 8:11

Jesus und die Frau sind nun allein unter sich. Augustinus kommentiert dies so: Die Erbarmenswerte steht der Barmherzigkeit gegenüber. Die Ehebrecherin erfährt bedingungslose Vergebung. Durch Jesus erfährt sie die barmherzige Liebe Gottes. Jesus eröffnet ihr eine neue Zukunft. Jesus fragt nicht nach begangenen Sünden. Jesus setzt stillschweigend voraus, dass die Frau aus Herzensantrieb von heute an ein anderes, ein neues Leben beginnen wird. Dass gerade die Verlorenen Verständnis, Güte und Erbarmen brauchen, das war es, was Jesus mit seinem Leben sagen, zeigen und bringen wollte. Darin folgen wir ihm nach.

Über allem Vergangenen steht Gottes Güte und Gottes Vergebung. Dietrich Bonhoeffer 

Du kannst gehen, aber sündige nun nicht mehr! Joh 8:11

Nach der Vergebung erfolgt die Aufforderung, nicht mehr zu sündigen. Jesus heißt das, was die Frau getan hat, nicht gut. Es war Sünde, aber Jesus hackt nicht darauf herum. Er fordert sie aber nachdrücklich auf, die Sünde zu meiden! Jesu Sündenvergebung ruft die Umkehr hervor, nicht umgekehrt. Gottes Liebe ist reines Entgegenkommen. Gottes Liebe ist stets zuvorkommende Liebe, eine Liebe, welche die Liebe des Menschen hervorlockt und hervorruft. Es ist eine Liebe, die den Menschen in seiner tiefsten, innersten Schicht erreichen möchte, um dann aus einem absolut sich von Gott geliebt und angenommen Wissen die Umkehr zum Gott der Liebe und zu einem neuen Leben zu bewirken.

Der Herr verurteilt die Sünde, nicht den Sünder. Hätte er nämlich die Sünde geduldet, hätte er gesagt: Auch ich verurteile dich nicht, geh, lebe, wie du willst. Augustinus

Joh 8,12-20: Jesus ist das Licht der Welt

Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben. Joh 8,12

Ich bin das Licht der Welt. Joh 8,12

Dieser Vers kommt direkt danach und hat daher einen direkten Bezug zu dem Geschehen mit der Ehebrecherin. Sie und damit auch wir begegnen dem, in dessen Herzen keine Verurteilung ist, der uns ohne Vorwurf und ohne Ablehnung ansieht, obwohl wir so armselig vor ihm stehen. Eben so bringt er das Licht des Lebens in unsere Finsternis. Ich kann nicht oft genug dieses wunderbare Wort hören: Ich verurteile dich nicht. Ich bin dein Licht. Es macht mir den Neuanfang möglich. Es gibt mir Hoffnung. Das Ereignis mit der Ehebrecherin ist für mich eine der bewegendsten Szenen im ganzen Evangelium und sie ist aktueller denn je. Denn wir leben in einer Zeit, wo wir entweder dazu neigen, uns selbst in allem anzuklagen oder schnell bereit sind, andere anzuklagen. Tun wir weder das eine noch das andere, sondern wenden wir uns mit ganzer Hingabe dem Licht der Welt zu: Jesus Christus.

Jesus als das Licht der Welt ist für mich persönlich eine wichtige Anrufung. Jesus bringt Licht in meine Dunkelheit. Dadurch werde ich selbst zum Licht. Dadurch dass Jesus in mir ist, meinem Herzen, strahlt sein Licht auf mich und dieses Licht strahlt wieder in die Welt. Lassen wir es strahlen und verstecken es nicht. Dazu ist es zu wertvoll:das Licht des Lebens – Jesus!

Gottes Schöpfung beginnt mit dem Wort: Es werde Licht! Wo Licht ist, da entsteht Leben. Das ist der Grund, warum der Schöpfungsbericht in der Osternacht als Prophetie auf Jesus Auferstehung gelesen wird. Gott sagt an Ostern neu: Es werde Licht! Die Auferstehung Jesu ist eine Eruption des Lichts. Der Auferstandene ist Licht der Welt, Gott selbst, der eine neue Schöpfung mitten in der alten werden läßt. Ja, in der Auferstehung ist der Sohn Gottes als Licht der Welt erstanden. Jetzt können wir, wenn wir mit ihm und für ihn leben, im Licht leben.

Was bedeutet es für dich, im Licht zu leben? Wie wirkt sich dass auf deinen Alltag aus.

So wie das Auge ohne Licht nichts sehen kann, so kann der menschliche Geist ohne das Licht des Geistes Gottes nichts erkennen. Licht ist direkt auf Jesus Christus bezogen. Licht ist Zeichen für die Gegenwart Christi, der als Licht für die Welt bezeichnet wird. Die Sonne wird zum Zeichen für Jesus. Daher sind die meisten Kirchen geostet, so dass der Gottesdienst in Richtung der aufgehenden Sonne gefeiert wird. Um die Gegenwart Jesu in dem gewandelten Brot anzuzeigen, brennt in der Nähe des Tabernakels ein Licht, das sog. ewige Licht.

Licht war ein wichtiges Symbol beim Laubhüttenfest. Während des Festes erinnerten viele Embleme und Zeremonien an die Feuersäule, die Israel während des Exodus erleuchtete. Nun, Jesus nahm dieses wichtige Symbol und wandte es einfach auf sich selbst an: Ich bin das Licht der Welt .

Ohne Licht weiß man nicht, ob man auf sicherem Grund steht, ob man in die richtige oder falsche Richtung geht. Wer im Dunkeln geht, wird früher oder später stürzen und sich verletzen, er ist orientierungslos. Jesus kommt und schenkt damit meinem Leben Sinn und Objektivität. Wer bin ich? Warum und wofür bin ich hier? Lass Jesus dir diese Wahrheit zusprechen: „Du bist kein Zufall, du bist mein, an dir habe ich Gefallen gefunden. Du bist zum Himmel berufen. Komm, folge mir nach!

Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du legst von dir selbst Zeugnis ab; dein Zeugnis ist nicht glaubwürdig!‭ Joh 8:13

‭Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis doch glaubwürdig, denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe.‭ Joh 8:14

‭Ihr richtet nach dem Fleisch; ich richte niemand.‭ Joh 8:15

‭Aber auch wenn ich richte, so ist mein Gericht wahrhaftig; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.‭ Joh 8:16

‭Es steht aber auch in eurem Gesetz geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen glaubwürdig ist.‭ Joh 8:17

‭Ich bin es, der ich von mir selbst Zeugnis gebe, und der Vater, der mich gesandt hat, gibt auch Zeugnis von mir.‭ Joh 8:18

‭Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater. Wenn ihr mich kennen würdet, so würdet ihr auch meinen Vater kennen.‭ Joh 8:19

‭Diese Worte redete Jesus bei dem Opferkasten, als er im Tempel lehrte; und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.‭ Joh 8:20

Joh 8,21-30: Warnung vor dem Gericht

‭Nun sprach Jesus wiederum zu ihnen: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen!‭ Joh 8:21

Ich gehe weg. Wo ich hingehe, kannst du nicht kommen : Jesus wusste, dass er in den Himmel kommen würde. Wegen ihres Hasses gegen ihn konnte Jesus sagen, dass seine Ankläger nicht in den Himmel kommen würden. Wo er hinging, konnten sie ihm nicht folgen.

‭Da sagten die Juden: Will er sich etwa selbst töten, dass er spricht: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht kommen?‭ Joh 8:22

‭Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten, ich bin von oben. Ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.‭ Joh 8:23

‭Darum habe ich euch gesagt, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.‭ Joh 8:24

Zweimal findet sich in diesem Abschnitt das Wort aus Jesu Mund »ich bin es«. Es ist wie ein Echo auf die alte Selbstoffenbarung des Namens Gottes an Mose aus dem brennenden Dornbusch am Rand der Wüste, als er Gott nach seinem Namen fragt, als der ihn sendet, sein Volk aus Ägypten zu befreien. Nun ist es Jesus, der sagt »ich bin es«. Wie damals der Dornbusch zum Ort der Gotteserkenntnis für Mose geworden ist, so wird der erniedrigte, gekreuzigte Jesus, der sein Leben in Liebe hingab und uns dadurch erlöste, zum »Ort« der Gotteserkenntnis. Wer in seiner Bedrängnis zu ihm aufschaut und bei ihm seine Zuflucht sucht, sich ihm anvertraut, wird in seiner Not nicht vergehen und sterben. Der Blick auf den ans Kreuz gehängten, am Kreuz erhöhten Jesus wird uns retten und befreien aus Verzweiflung und Tod, von der Vergiftung durch das Böse. Te Deum

‭Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Und Jesus sprach zu ihnen: Zuerst das, was ich euch eben sage!‭ Joh 8:25

‭Ich habe vieles über euch zu reden und zu richten; aber der, welcher mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt.‭ Joh 8:26

‭Sie verstanden aber nicht, dass er vom Vater zu ihnen redete.‭ Joh 8:27

‭Darum sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin; und ich tue nichts von mir selbst aus, sondern wie mich mein Vater gelehrt hat, so rede ich.‭ Joh 8:28

Wenn Sie den Menschensohn erhöhen: Die beschriebene „Erhöhung“ Jesu hatte nichts damit zu tun, Jesus in der Art und Weise zu „erhöhen“, wie wir normalerweise denken. Es ging nicht darum, Ihm Applaus und Berühmtheit zu verschaffen. Stattdessen hatte es damit zu tun, dass Jesus an einem Kreuz vom Boden „aufgehoben“ wurde. Als Jesus gekreuzigt wurde, würden sie den vollkommenen Gehorsam des Sohnes gegenüber dem Vater sehen. Sie würden das wahrhaftig sehen, ich tue nichts von mir .

Erhöhung: Was ich brauche, liegt nicht vor den Füßen. Ich entdecke es nicht, wenn ich zu Boden starre. Jesus rät zu einer anderen Perspektive: statt unten – oben. Von „Erhöhung“ redet er, und gemeint ist das Kreuz. Aha? Die größte Niederlage, die Tiefe des Leidens als „Höhe“? Ja, denn Gott macht mit dem Kreuz auf Golgatha den Horizont weit. Leben geht nicht verloren, es ist geborgen in Gottes Liebe. Jesus geht so weit, dass er sogar den Tod mit uns teilt. Da geht der Himmel auf! Nicht der Tod, die Liebe hat das letzte Wort. Thomas Weiß

Perspektivenwechsel: Den Kopf senke ich, der Blick geht zu Boden, wenn ich suche. Suche und nicht finde. Wohin führt mein Weg? Setze ich die Schritte richtig? Bin ich in Gefahr zu stolpern? Ich hebe das Haupt, ich öffne den Blick, weil ich vertraue. Vertraue und wagemutig hoffe. Gott sieht meinen Weg! Er begleitet meine Schritte! Er hält mich, damit ich nicht falle! Rast und Brot hält er bereit! Und wo ich Mangel leide, hilft er aus. Es schreitet sich leichter, wenn der Blick frei geht, ungebunden. Ich kann durchatmen. Wenn ich mich nicht verkrümme, dann ist die Brust nicht eng. Meine Schritte setze ich mutig, mit Kraft, wenn ich aufrecht gehe, gewiss, nicht alleine zu sein. Was dazu nötig ist? Nur aufschauen und auf Gottes Stimme hören. Er sagt: „Mach dich auf! Schau in die Weite, mein Horizont ist deine Heimat. Setz dir nicht selber Grenzen! Wage es mit mir!

‭Und der, welcher mich gesandt hat, ist mit mir; der Vater lässt mich nicht allein, denn ich tue allezeit, was ihm wohlgefällt.‭ Joh 8:29

‭Als er dies sagte, glaubten viele an ihn.‭ Joh 8:30

Die Leute hören die Worte „Ich bin es“, den göttlichen Namen, der Mose im Sinai offenbart worden war. Und darüber hinaus sehen sie die Zeichen, die der Vater als Zeuge erlaubt und die Jesus wirkt. Er tut nur Gutes, Wunder, er hatte Mitleid mit den Kleinen und Armen, er verkündete die frohe Botschaft des Gottesreiches, er hat nur getan, was dem Vater gefällt. Darum kamen so viele Menschen zum Glauben an ihn. Worte und Taten stimmten überein. Jesus wirkt auch in deinem Leben Wunder und spricht zu dir Worte voller Hoffnung und Wahrheit. Kannst du sie erkennen? Bringen sie dich zum Glauben an ihn?

Joh 8,31-47: Über die wahren Kinder Gottes

Wenn ihr euch nach meinen Worten richtet, seid ihr wirklich meine Jünger. Joh 8,31

Es willkommen zu heißen, damit zu Hause zu sein und so kontinuierlich damit zu leben, dass es Teil des Lebens des Gläubigen wird, ein dauerhafter Einfluss und Ansporn bei jedem neuen Fortschritt in Güte und Heiligkeit.

Disziplin ist für manche ein Reizwort. Liebe jedoch benötigt auch Disziplin, wenn wir z.B. um der Liebe willen unseren u.a auch unseren ich-zenrierten Anteilen zurückstellen, dass wir nicht impulsiv und undedacht handeln, sondern stets die handlungsbegleitende Frage habe „Was möchte Jesus von mir in dieser oder jener Situation?“ Ich dachte immer, Disziplin sei eine Last, das tun zu müssen, was wir manchmal gar nicht wollen? Kommt Freude nicht dadurch, dass wir tun, was wir wollen? Ist Freiheit nicht der Zustand, in dem wir niemals das tun müssen, was wir nicht wollen? Nein! Das ist ein weltliches Verständnis von Selbstdisziplin. Im Glauben dagegen bewirkt Disziplin Freude! Freude ist die Freiheit, das zu tun, was getan werden muss und dazu bedarf es der Disziplin. Sicher: Disziplin fällt nicht leicht, ist auch kein Spaß, aber sie Ist der beste innere Begleiter, den wir uns wünschen können. Aus Disziplin erwächst Selbstachtung. Der Mensch, dem es gelingt, „nein“ zu sagen, erlangt ein Gefühl der Würde.

‭Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!‭ Joh 8:32

Gottes Wort ist wahrer als alle meine Gefühle. Gottes Wort ist wahrer als alle meine Erfahrungen. Gottes Wort ist wahrer als alle Lebensumstände, in die ich geraten mag. Gottes Wort ist wahrer als alles auf der Welt. Wenn du anfängst Gottes Wort zu glauben und auszusprechen, wenn du darüber nachsinnst und es in dir wirken lässt, wird es nach und nach deine Gedanken, Gefühle, Erfahrungen, Sichtweise verändern. Gottes Wort ist mächtiger als alles auf der Welt, was dir schaden will. Die Welt um uns herum verändert sich, aber Gottes Wort, die Bibel ändert sich nie. Ulrike Puintner

Gottes Wort ist lebendig, Gottes Wort ist kräftig, Gottes Wort ist schärfer als jedes Schwert auf dieser Welt. Gottes Wort hilft dir zu sehen, wo dein Leben viel zu eng geworden ist. Gottes Wort es lädt dich ein lebendig zu sein. Gottes Wort verändert dich, lässt dich spüren, dass es andre Wege gibt, Gottes Wort schenkt Zuversicht, die Ängste besiegt. Gottes Wort, es hat die Macht, dich aus deiner alten Bindung zu befrein. Gottes Wort trägt durch die Nacht, lässt dich nicht allein. Ulrike Puintner

‭Sie antworteten ihm: Wir sind Ab­rahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie kannst du da sagen: Ihr sollt frei werden?‭ Joh 8:33

‭Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde.‭ Joh 8:34

‭Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig.‭ Joh 8:35

‭Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.‭ Joh 8:36

Es gibt nichts Besseres als die Freiheit, die wir in Jesus haben können. Kein Geld kann es kaufen, kein Status kann es erlangen, kein Werk kann es verdienen, und nichts kann ihm gleichkommen. Es ist tragisch, dass nicht jeder Christ diese Freiheit erfährt, die man nur dadurch finden kann, dass man an Gottes Wort festhält und ein Jünger Jesu ist.

‭Ich weiß, dass ihr Abrahams Same seid; aber ihr sucht mich zu töten, denn mein Wort findet keinen Raum in euch.‭ Joh 8:37

‭Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe; so tut auch ihr, was ihr bei eurem Vater gesehen habt.‭ Joh 8:38

‭Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater! Jesus spricht zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so würdet ihr Abrahams Werke tun.‭ Joh 8:39

‭Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan.‭ Joh 8:40

‭Ihr tut die Werke eures Vaters! Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben ‭einen‭ ­Vater: Gott!‭ Joh 8:41

‭Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt.‭ Joh 8:42

‭Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt!‭ Joh 8:43

‭Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.‭ Joh 8:44

‭Weil aber ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.‭ Joh 8:45

‭Wer unter euch kann mich einer Sünde beschuldigen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?‭ Joh 8:46

‭Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.‭ Joh 8:47

Joh 8,48-59: Jesus erklärt, dass er ewig ist

‭Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast?‭ Joh 8:48

‭Jesus erwiderte: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr entehrt mich.‭ Joh 8:49

‭Ich aber suche nicht meine Ehre; es ist Einer, der sie sucht und der richtet.‭ Joh 8:50

‭Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit!‭ Joh 8:51

Dies ist eine weitere bemerkenswerte Behauptung, die nur Sinn macht, wenn Jesus Gott ist und eins mit Gott dem Vater ist. Jesus verspricht denen, die sein Wort halten, ewiges Leben.

‭Da sprachen die Juden zu ihm: Jetzt erkennen wir, dass du einen Dämon hast! Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit!‭ Joh 8:52

‭Bist du größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind auch gestorben. Was machst du aus dir selbst?‭ Joh 8:53

‭Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt, er sei euer Gott.‭ Joh 8:54

‭Und doch habt ihr ihn nicht erkannt; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht!, so wäre ich ein Lügner, gleich wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.‭ Joh 8:55

‭Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn und freute sich.‭ Joh 8:56

Die Freude des Glaubens, die Freude des Evangeliums ist der Prüfstein für den Glauben eines Menschen. Ohne die Freude ist der Mensch kein wahrer Gläubiger. Lasst uns wieder nach Hause gehen, aber vorher feiern wir diese Messe mit diesen Worten Jesu: „Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich“ (Joh 8,56). Und wir wollen auch den Herrn um die Gnade bitten, voll Hoffnung zu jubeln, um die Gnade, den Tag Jesu zu sehen, an dem wir bei ihm sein werden, und um die Gnade der Freude. Franziskus

‭Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht 50 Jahre alt und hast Abraham gesehen?‭ Joh 8:57

‭Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich!‭ Joh 8:58

Bevor Abraham war, BIN ICH : Mit diesem dramatischen Satz sagte Jesus ihnen, dass Er der ewige Gott war, der nicht nur während der Zeit Abrahams existierte, sondern vor der Ewigkeit. Jesus behauptete, der große ICH BIN zu sein , die Stimme des Bundesgottes Israels, der im brennenden Dornbusch offenbart wurde ( 2. Mose 3:13-14 ).

‭Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hindurch, und entkam so.‭ Joh 8:59

Dies zeigt, dass die religiösen Führer vollkommen verstanden, was Jesus meinte. Er behauptete, ewiger Gott zu sein, und sie betrachteten das als Blasphemie. Sie hielten ihn für des Todes würdig und beabsichtigten, ihn im Augenblick auszuführen.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste