Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Johannes Evangelium Joh Kapitel 7: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum Johannes Evangelium Joh Kapitel 7

Joh 7,1-9: Die ungläubigen Brüder Jesus

Auslegung und Kommentar zu Joh 7,1-9

Joh 7,1: ‭Und danach zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte nicht in Judäa umherziehen, weil die Juden ihn zu töten suchten.‭

Joh 7,2: ‭Es war aber das Laubhüttenfest der Juden nahe.‭

Joh 7,3: Da sprachen seine Brüder zu ihm: Brich doch auf von hier und zieh nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen können, die du tust!

Brüder Jesus fordern ihn heraus: Jesu Brüder sagten ihm, er solle sich als Messias auf einer größeren Plattform beweisen, Jerusalem – dem Zentrum des Judentums. Seine Brüder dachten, dass sein Erfolg von der Einstellung der Welt zu ihm abhinge; mit anderen Worten, sie glaubten eher an die Welt als an ihn. Die Brüder erteilen dem Herrn Ratschläge und tun damit, was der Sünder beständig tut: Er meint, es sei seine Aufgabe, Gott zu sagen, was er zu tun habe.

Worte von Benedikt Peters: Ihnen war wie den meisten Juden das Sichtbare wichtiger als das Verborgene, das Äußere wichtiger als das Innere. Also dachten sie, Jesus müsse in Jerusalem sein, wenn er Ansprüche auf Führerschaft im Volk Gottes hatte. Er vergeude seine Zeit und seine Talente, wenn er in Galiläa bleibe, wo doch jedermann wisse, dass von dort keine Propheten herkämen und schon gar kein Messias zu erwarten.

Joh 7,4: Denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht zugleich öffentlich bekannt zu sein. Wenn du diese Dinge tust, so offenbare dich der Welt!

Joh 7,5: Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.

Worte der Goldenen Kette: Sie wollen sagen: Du wirkst Wunder, zeige dich vor den Menschen, damit du von den Menschen gelobt werden könnest. Denn sie, die ihn zu ermahnen scheinen, kümmern sich um seinen Ruhm, und weil sie eine menschliche Ehre suchten, glaubten sie nicht an ihn. Daher folgt: Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn. Den Herrn konnten sie zwar zu ihrem Blutsfreunde haben; aber von’dem Glauben hielt sie selbst ihre Verwandtschaft ab. Zwar scheinen sie als Freunde zu sprechen; aber ihre Worte enthielten eine sehr große Bitterkeit, weil sie ihn wegen der Furcht und der Ruhmsucht anklagten.

Joh 7,6: Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da; aber eure Zeit ist immer bereit.

Worte der Goldenen Kette: Der Herr aber wollte zu der Herrlichkeit sich den Weg durch die Demut bahnen. Er sagt also: Meine Zeit ist noch nicht gekommen, d.h. die Zeit meiner Herrlichkeit, in der ich zum Gerichte kommen werde; eure Zeit aber, d.h. die Herrlichkeit der Welt, ist immer bereitet. Und weil wir der Leib des Herrn sind, so wollen wir, wenn die Liebhaber der Welt uns verhöhnen, zu ihnen sagen: Eure Zeit ist schon bereit, unsere Zeit ist noch nicht gekommen. Denn hoch ist das Vaterland, niedrig der Weg; wer den Weg verschmäht, wie sucht er das Vaterland?

Joh 7,7: ‭Die Welt kann euch nicht hassen, mich aber hasst sie; denn ich bezeuge von ihr, dass ihre Werke böse sind.‭

Joh 7,8: Geht ihr hinauf zu diesem Fest; ich gehe noch nicht zu diesem Fest hinauf, denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt.

Worte der Goldenen Kette: Denn am nächsten Osterfest sollte er gekreuzigt werden. Oder meine Zeit, d.h. meiner Herrlichkeit, ist noch nicht gekommen. Dieses wird mein Fest sein, nicht dieses in einigen Tagen ablaufende und vergängliche, sondern das in Ewigkeit bleibende. Dieses wird das Fest und die Freude ohne Ende, die Ewigkeit ohne Mühseligkeit, die Heiterkeit ohne Trübsal sein.

Joh 7,9: ‭Und als er dies zu ihnen gesagt hatte, blieb er in Galiläa.‭

Joh 7,10-31: Jesus lehrt öffentlich im Tempel

Auslegung und Kommentar zu Joh 7,10-31

Joh 7,10: Nachdem aber seine Brüder hinaufgegangen waren, ging auch er hinauf zum Fest, nicht öffentlich, sondern wie im Verborgenen.‭

Joh 7,11: ‭Da suchten ihn die Juden während des Festes und sprachen: Wo ist er?‭

Joh 7,12: ‭Und es gab viel Gemurmel seinetwegen unter der Volksmenge. Etliche sagten: Er ist gut!, andere aber sprachen: Nein, sondern er verführt die Leute!‭

Joh 7,13: ‭Doch redete niemand freimütig über ihn, aus Furcht vor den Juden.‭

Joh 7,14: Als aber das Fest schon zur Hälfte verflossen war, ging Jesus in den Tempel hinauf und lehrte.‭

Joh 7,15: ‭Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Woher kennt dieser die Schriften? Er hat doch nicht studiert!‭

Joh 7,16: Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat.

Worte der Goldenen Kette: Was ist also die Lehre des Vaters, als das Wort des Vaters? Christus selbst also ist die Lehre des Vaters, wenn er das Wort des Vaters ist. Weil aber das Wort nicht Niemandem, sondern Jemandem zugehören muß, so nannte er seine Lehre sich selbst, und nicht seine Lehre, weil er das Wort des Vaters ist.

Joh 7,17: Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede.

Erkennen aber heißt verstehen. Also suche nicht zu verstehen, um zu glauben, sondern glaube, um zu verstehen; denn wenn ihr nicht Glaubt, werdet ihr nicht verstehen.

Joh 7,18: Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.

Eigene Ehre und Ehre Gottes: Wer von sich selbst aus redet, redet nicht die Wahrheit. In 8,44 werden wir vernehmen, dass der Teufel, der Lügner von Anfang an, aus seinem Eigenen redet. Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre, er verfolgt seine eigenen Zwecke. Er redet nicht zum Wohl und Heil der Mitmenschen, sondern einzig zu seinem eigenen Nutzen. Der Sohn Gottes aber suchte nicht seine eigene Ehre; er kam nicht, um sich selbst zu gefallen (Röm 15,3). Er suchte »die Ehre dessen …, der ihn gesandt« hatte, und er suchte das Heil der Menschen, zu denen er gesandt war. Darum ist er »wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm«. Benedikt Peters

Joh 7,19: Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und doch tut keiner von euch das Gesetz. Warum sucht ihr mich zu töten?

Schneidendes Wort: Wir verstehen, wie schneidend dieses Wort war, wenn wir bedenken, dass an jedem siebten Laubhüttenfest nach der Weisung von Dt 31,10-13 das Gesetz vor dem Volk gelesen wurde. Gott forderte Gehorsam, und wer die Forderung ernst nahm, musste zur Einsicht kommen, dass er sie nicht erfüllen konnte. Das taten die Juden nicht, und darum sahen sie nie, was das Gesetz auch bezeugte: Der Glaube ist das Mittel, durch das der Mensch Gerechtigkeit und Leben empfängt. Benedikt Peters

Sie wollten Jesus töten: Damit, dass sie Jesus töten wollten, demonstrierten sie selbst, wie sie das Gesetz brachen. Denn als Summe forderte das Gesetz, dass man Gott über alles und den Nächsten wie sich selbst lieben sollte. Sie aber hassten Jesus, und das ganz ohne Grund. Benedikt Peters

Joh 7,20: Die Menge antwortete und sprach: Du hast einen Dämon! Wer sucht dich zu töten?

Worte der Goldenen Kette: Zu ihm, der die Teufel austrieb, wurde gesagt, daß er den Teufel habe. Der Herr aber kommt nicht in Verwirrung, sondern in seiner Wahrheit ruhig vergalt er nicht Böses mit Bösem, und antwortete ruhig. — Damit gab er uns ein Beispiel der Geduld, daß wir, so oft uns Einige falsche Verbrechen vorwerfen, sie geduldig ertragen, nicht wahre Vorwürfe ihnen machen, sondern heilsame Lehren geben sollen.

Joh 7,21: Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch.

Hier verweist er auf den Gelähmten am Teich Bethesda, den er an einem Sabbat heilte (5,9).

Joh 7,22: ‭Darum ‭sage ich euch:‭ Mose hat euch die Beschneidung gegeben (nicht dass sie von Mose kommt, sondern von den Vätern), und ihr beschneidet den Menschen am Sabbat.‭

Joh 7,23: Wenn ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit das Gesetz Moses nicht übertreten wird, was zürnt ihr mir denn, dass ich den ganzen Menschen am Sabbat gesund gemacht habe?

Zum Sabbat-Gebot: Immer wieder musste man, wenn man ein neugeborenes Knäblein am vorgeschriebenen achten Tag beschnitt, das Gesetz brechen, damit man dem Gesetz gehorchen konnte. Das zeigt, dass man das Sabbatgebot brechen und schuldlos sein konnte (siehe auch Mt 12,5). Ja, man musste zuweilen den Sabbat brechen, wenn man Gott gefallen wollte. Das hatte Jesus getan, als er den Gelähmten am Teich Bethesda heilte; denn es ist wichtiger, dass man Gutes tut, als dass man den Sabbat hält. Benedikt Peters

Joh 7,24: Richtet nicht nach dem Augenschein, sondern fällt ein gerechtes Urteil!‭

Joh 7,25: ‭Da sprachen etliche von Jerusalem: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen?‭

Joh 7,26: ‭Und siehe, er redet öffentlich, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Obersten wirklich erkannt, dass dieser in Wahrheit der Christus ist?‭

Joh 7,27: ‭Doch von diesem wissen wir, woher er ist; wenn aber der Christus kommt, so wird niemand wissen, woher er ist.‭

Joh 7,28: Da rief Jesus, während er im Tempel lehrte, und sprach: Ja, ihr kennt mich und wisst, woher ich bin! Und doch bin ich nicht von mir selbst gekommen, sondern der ist wahrhaftig, der mich gesandt hat, den ihr nicht kennt.

Ihr kennt mich beide, und ihr wisst, woher ich komme: Dieser erste Satz der Antwort Jesu mag durchaus sarkastisch gewesen sein. Sie dachten, sie wüssten, woher er komme, aber sie waren sich seiner himmlischen Herkunft nicht bewusst.

Worte der Goldenen Kette: Woher ich bin, wisst ihr, nämlich, daß ich Jesus von Nazareth bin, dessen Eltern ihr auch kennt. Denn hierin war nun die Geburt der Jungfrau verborgen, außer welcher sie Alles an der menschlichen Natur in Jesus erkannten. Mit Recht sprach er also: Auch mich kennt ihr, und woher ich bin, wisst ihr, nach dem Fleisch und der Erscheinung in Menschengestalt. Nach der Gottheit aber bin ich nicht von mir gekommen, sondern es ist der Wahrhaftige, welcher mich gesandt hat.

Joh 7,29: ‭Ich aber kenne ihn, weil ich von ihm bin, und er hat mich gesandt.‭

Joh 7,30: Da suchten sie ihn zu ergreifen; aber niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

Seine Stunde: Bis die Zeit reif war, konnte niemand Hand an Jesus legen. Es würde eine Zeit kommen, in der Jesus sagen würde, dass seine Stunde gekommen sei (Joh 12:23). Bis zu dieser Stunde war Jesus beschützt.

Joh 7,31: Viele aber aus der Volksmenge glaubten an ihn und sprachen: Wenn der Christus kommt, wird er wohl mehr ­Zeichen tun als die, welche dieser getan hat?

Niemand kann mehr tun als Jesus: Es ist fair zu fragen, wer hat mehr getan als Jesus? Wenn Jesus nicht der Messias ist, wird er dann, wenn der Messias kommt, Mehr Wunder tun als Jesus? Mit mehr Einsicht und Autorität lehren als Jesus? Lieben bemerkenswerter als Jesus? Mit mehr Mut leiden als Jesus? Sühne für mehr Sünder als Jesus? Mit mehr Triumph von den Toten auferstehen als Jesus? In größerer Herrlichkeit als Jesus in den Himmel auffahren? Mehr Leben verändern als Jesus? Mehr trauernde Herzen trösten als Jesus? Mehr gebrochene Herzen heilen als Jesus? Nichts davon ist möglich. Niemand kann mehr tun als Jesus, und er verdient all unser Vertrauen, unser Leben und unseren Glauben als Messias.

Joh 7,32-53: Versuch, Jesus zu verhaften

Auslegung und Kommentar zu Joh 7,32-53

Joh 7,32: Die Pharisäer hörten, dass die Menge diese Dinge über ihn murmelte; darum sandten die Pharisäer und die obersten Priester Diener ab, um ihn zu ergreifen.

Joh 7,33: Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat.

Nur noch eine kurze Zeit bin ich bei euch. Er redet Worte voller Demut, gleich als sagte er: Warum eilet ihr, mich zu töten? Wartet nur eine kurze Zeit noch. Was ihr jetzt tun wollt, werdet ihr tun; aber nicht jetzt, weil ich nicht will. Denn ich muß meine Zeit erfüllen, und dann zu meinem Leiden kommen.

Ich bin bei euch: Er sagte aber nicht einfach: Hier bin ich, sondern: Ich bin bei euch, gleich als sagte er: Obwohl ihr mich verfolgt, so höre ich doch nicht auf, an eurer Erlösung zu arbeiten, euch in dem, was zum Heil dient, zu unterweisen und zu ermahnen. Goldene Kette

Joh 7,34: Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, dorthin könnt ihr nicht kommen.

Ihr werdet mich suchen und nicht finden: Die Juden ver standen diese Ankündigung nicht und nahmen sie deshalb nicht ernst. Genau darum musste es ihnen so ergehen. Sie würden suchen und nicht finden – was für ein Elend! Die Juden suchten nach der Kreuzigung zwar nicht Jesus, aber sie suchten den Messias, und keiner war da; und sie suchten Gott, und sie fanden ihn nicht. Warum nicht? Weil sie es auf ihre Weise taten: Sie suchten ihn im Gesetz; sie meinten, sie könnten dort Gerechtigkeit finden und damit auch den Gott der Gerechtigkeit (Röm 9,30-33; 10,3). Auf diesem Weg ließ Gott sich aber nicht finden. Goldene Kette

Joh 7,35: Da sprachen die Juden untereinander: Wohin will er denn gehen, dass wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa zu den unter den Griechen Zerstreuten gehen und die Griechen lehren?‭

Falsch verstanden: Jesus sprach von seiner bevorstehenden Himmelfahrt, aber sie verstanden es nicht. Vorsätzlich missverstanden, fragten sie, ob er zu den jüdischen Gemeinden außerhalb des Gelobten Landes gehen würde.

Joh 7,36: ‭Was ist das für ein Wort, das er sprach: Ihr werdet mich suchen und nicht finden, und wo ich bin, dorthin könnt ihr nicht kommen?‭

Joh 7,37: Aber am letzten, dem großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke!

Dürsten und trinken: Die Feier des Laubhüttenfestes betonte, wie Gott Israel in der Wüste auf seinem Weg nach Kanaan mit Wasser versorgte. Jesus rief die Menschen kühn zu sich, um zu trinken und ihren tiefsten Durst, ihren geistlichen Durst, zu stillen. Zu Jesus zu kommen und zu trinken bedeutete im Wesentlichen, seinen Glauben in Ihn zu setzen; auf Jesus zu vertrauen, sich auf ihn zu verlassen und für Zeit und Ewigkeit an ihm festzuhalten.

Warum dürsteten jene nach ihm? Weil sie empfanden, dass sie ohne Gott ganz arm waren. Er ruft die Menschen, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten (Mt 5,6). Und warum dürsten sie? Weil sie keine Gerechtigkeit besitzen, aber wissen, dass sie gerecht sein müssen, wenn Gott sie annehmen soll. Wer dürstet, kommt zum Herrn, und er bekommt Gerechtigkeit von Gott und das Wasser des Lebens umsonst (Offb 21,6;22,17). Benedikt Peters

Joh 7,38: Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Ströme lebendigen Wassers: Jesus sprach nicht nur davon, dass etwas in einen Menschen hineinkommt, sondern dass auch etwas aus ihm herausfließt. Es war nicht nur ein empfangener Segen, sondern wurde auch zu einer Quelle des Segens für andere. Was der Gläubige von Christus empfängt, behält er nicht für sich, sondern von ihm fließt es weiter zu den Menschen. Entsprechend hat die Schrift geweissagt, dass die Erlösten wie ein Wasserquell sein werden, dessen Wasser nicht versiegt (Jes 58,11)

Joh 7,39: Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glauben; denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.

Joh 7,40: Viele nun aus der Volksmenge sagten, als sie das Wort hörten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet.‭

Joh 7,41: ‭Andere sprachen: Dieser ist der Christus! Andere aber sagten: Kommt der Christus denn aus Galiläa?‭

Joh 7,42: ‭Sagt nicht die Schrift, dass der Christus aus dem Samen Davids kommt und aus dem Dorf Bethlehem, wo David war?‭

Joh 7,43: ‭Es entstand nun seinetwegen eine Spaltung unter der Volksmenge.‭

Spaltung: Einige lehnten Jesus ab, weil sie unwissend waren und die Wahrheit über ihn nicht kannten. Diese wussten nicht, dass Jesus wirklich in Bethlehem geboren wurde, obwohl sie die Prophezeiungen über die Geburt Jesu in Bethlehem kannten.

Worte von Spurgeon: Wir können manchmal sogar miteinander für das kämpfen, was wir für die Wahrheit halten, und uns gegenseitig ins Gesicht tadeln, wenn wir glauben, dass ein Irrtum vorliegt; aber wenn es um Christus und sein liebes Kreuz geht, gib mir deine Hand, Bruder. Du bist im Blut gewaschen, und ich bin es auch. Du ruhst in Christus, und ich auch. Du hast all deine Hoffnung auf Jesus gesetzt; und das ist meine ganze Hoffnung, und deshalb sind wir eins. Ja, wegen Christus gibt es keine wirkliche Spaltung unter dem wahren Volk Gottes.

Joh 7,44: ‭Und etliche von ihnen wollten ihn ergreifen, doch legte niemand Hand an ihn.‭

Joh 7,45: Nun kamen die Diener zu den obersten Priestern und Pharisäern zurück, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht?

Joh 7,46: Die Diener antworteten: Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch!

Überwältigt von den Worten Jesus: Sieh, die Pharisäer und Schriftgelehrten, welche die Wunder sahen und die Schrift lasen, zogen daraus keinen Nutzen, während die Diener, welche nichts von diesem hatten, von einer einzigen Rede gefesselt wurden, und sie, die ihn zu fesseln abgesandt wurden, von dem Wunder gefesselt zurückkehrten. Und sie sagten nicht: Wir vermochten es nicht wegen des Volks, sondern sie wurden Herolde von der Weisheit Christi.

Worte der Goldenen Kette: Es ist aber nicht nur ihre Klugheit zu bewundern, weil sie nicht der Zeichen bedurften, sondern von seiner Lehre allein gewonnen wurden, weil sie nicht sagten: Nie hat ein Mensch solche Wunder getan, sondern: Nie hat ein Mensch so geredet.

Joh 7,47: ‭Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid auch ihr verführt worden?‭

Joh 7,48: Glaubt auch einer von den Obersten oder von den Pharisäern an ihn?

Worte von Benedikt Peters: Das war das entscheidende Kriterium, nach dem sie ihre Urteile fällten, und damit offenbarten sie die hohe Meinung, die sie von sich hatten. Wenn von ihnen niemand an Jesus glaubte, dann war der Fall erledigt. Ihr Unglaube war Beweis genug, dass Jesus ein Verführer war. Sie maßen alles und alle an sich selbst statt an Gott und an seinem Wort. Das ist grenzenlose Vermessenheit, ganz buchstäblich: Man misst falsch, ver-misst sich also. Und die Obersten meinten, das Volk müsse sich an ihnen ausrichten; denn sie, die Obersten der Juden, konnten nicht irren.

Joh 7,49: ‭Aber dieser Pöbel, der das Gesetz nicht kennt, der ist unter dem Fluch!‭

Joh 7,50: ‭Da spricht zu ihnen Nikodemus, der bei Nacht zu ihm gekommen war, und der einer der Ihren war:‭

Joh 7,51: ‭Richtet unser Gesetz einen Menschen, es sei denn, man habe ihn zuvor selbst gehört und erkannt, was er tut?‭

Joh 7,52: ‭Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche nach und sieh: Kein Prophet ist aus Galiläa hervorgegangen!‭

Verachtung für Galiläa: Die religiösen Führer, die in Jerusalem und Judäa lebten, verachteten die Menschen in Galiläa und verspotteten sie oft. Für diese religiösen Führer aus Judäa konnte aus Galiläa nichts Gutes kommen.

Es war historisch nicht wahr: denn aus Galiläa waren wenigstens zwei Propheten hervorgegangen: Jona von Gathepher und der größte der Propheten, Elia von Thisbe; und vielleicht auch Nahum und Hosea. Ihre Verachtung für Galiläa ließ sie die historische Genauigkeit aus den Augen verlieren.

Joh 7,53: Und so ging jeder in sein Haus.

Jeder ging in sein Haus: Ohne ein Werk vollbracht zu haben, leer vom Glauben und daher des Nutzens beraubt, kehrten sie in das Haus ihres Unglaubens und ihrer Gottlosigkeit zurück. Goldene Kette


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum Johannes Evangelium Joh Kapitel 7.


 

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste