Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Johannes Evangelium Joh Kapitel 6: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum Johannes Evangelium Joh Kapitel 6

Joh 6,1-15: Fünftausend Menschen werden satt

Auslegung und Kommentar zu Joh 6,1-15

Parallelstellen: Mt 14,13-21; Mk 6,30-44; Lk 9,10-17

Joh 6,1: ‭Danach fuhr Jesus über den See von Galiläa bei Tiberias.‭

Hintergrund: Johannes zeichnet nun einige der Taten und Worte Jesu in der Region Galiläa nördlich von Judäa auf. Johannes zeichnete hauptsächlich Dinge auf, die Jesus in Judäa und Jerusalem tat und sagte, fügte aber manchmal Material hinzu, über das auch die anderen Verfasser des Evangeliums schrieben, hauptsächlich in der Region Galiläa.

Joh 6,2: ‭Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach, weil sie seine Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.‭

Joh 6, 3-4: Zusammen mit seinen Jüngern ging Jesus auf einen Berg und dort setzten sie sich. Das jüdische Passahfest stand kurz bevor.

Wendepunkt: Das Brotwunder und die Brotrede ist ein Wendepunkt im Evangelium des Johannes. Das Brotwunder ist das einzigste Wunder, von dem in allen vier Evangelien berichtet wird. Kein Wunder war so öffentlich und geschah vor so vielen Menschen. Es ist der Höhepunkt der öffentlichen Beliebtheit Jesu. Die Menschenmenge wollen ihn als König nach Jerusalem führen. Doch als Jesus nach dem Wunder die so entscheidende Brotrede hält, wenden sich viele Jünger von ihm ab, weil er sich das Brot nennt, das sich den Menschen gibt, damit sie durch ihn leben. Dieses Brot sollen sie essen. Das ist für viele eine Zumutung! Das können viele damals und heute nicht!

Zeitpunkt: Der Hinweis auf das Passahfest unterstreicht diese Bedeutung des sich gebenden Brotes und verweist auf seine Ganzhingabe am Kreuz.

Joh 6,5-6: Wo können wir für alle diese Leute Brot kaufen? Er fragte dies, um zu sehen, ob Philippus ihm vertraute. Denn er wusste schon, wie er die Menschen versorgen würde.

Jesus wusste: Jesus wusste, dass er die Menschen durch die Vermehrung des Brotes versorgen würde. Die Formulierung „Jesus wusste“ kommt im Evangelium des Johannes oft vor. Allein im sechsten Kapitel vier mal! Er wusste immer, was er tun wollte (V.6). Er wusste alles, was geschehen würde, dass seine Jünger murrten (V. 61) und wer ihn verraten würde (V. 64). Dies alles wusste er aus sich selbst heraus und nicht, weil es ihm jemand gesagt hätte. Johannes gibt uns durch dieses häufige „Jesus wusste“ einen Hinweis von Jesus absoluter und unumschränkten Gottheit. Jesus weiß auch über alles Bescheid, was dich angeht und was zu tun ist. Er kennt dich besser, als du selbst und leitet dich in seiner göttlichen Vorsehung. Was für ein Trost, gerade dann, wenn wir uns mal wieder selbst nicht verstehen und nicht wissen, was zu tun ist.

Joh 6,7: Philippus überlegte: Wir müssten über 200 Silberstücke ausgeben, wenn wir für jeden auch nur ein wenig Brot kaufen wollten.

Große Aufgabe: Zweihundert Silberstücke war so viel wie etwa das Jahresgehalt eines Tagelöhner. Doch auch so eine große Summe reichte nicht aus. Beim Brotwunder waren sicher weit mehr als 5000 da, weil damals nur die Männer gezählt wurden. Es ist davon auszugehen, dass es bestimmt 10 Tausend waren. Dies ist das Bild für uns: Unsere Aufgabe sind oft riesig und überwältigend, überfordernd. Dies gilt es einzugestehen. Der Herr selbst muss handeln. Bevor er handelt, will er uns aber zuerst zeigen, dass wir hilflos und ganz auf ihn angewiesen sind. Bevor er handelt, verlangt er nach unserem Vertrauen. Er offenbart damals wie heute nicht, wie er uns helfen wird. Wir allein wissen, dass er es tun wird. Am Morgen also frage nicht, was du tun sollst, sondern öffne staunend dein Auge, um zu erkennen, was Gott an dir und mit dir tun wird!

Ibn ‘Ata Allah: Der Achtlose fragt sich am Morgen: Was werde ich tun? Der Vernünftige schaut: Was wird Gott mit mir tun?

Mit größerem Glauben und Wissen hätte Philippus vielleicht sagen können: Meister, ich weiß nicht, wo das Essen ist, um diese Menschenmenge zu ernähren, aber du bist größer als Moses, den Gott benutzte, um jeden Tag eine Menge Menschen in der Wildnis zu ernähren, und Gott kann es sicherlich tun eine geringere Arbeit durch einen größeren Diener. 

Joh 6,8-9: ‭Da sprach einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, zu ihm:‭ ‭Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Doch was ist das für so viele?‭

Andreas der Vermittler: Andreas stellte Jesus wieder einmal jemandem vor. Zuerst war es sein Bruder Petrus (Joh 1:40-42). Jetzt war es ein Junge mit ein paar Gerstenbroten und zwei kleinen Fischen.

‭Joh 6,10: Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich setzen! Es war nämlich viel Gras an dem Ort. Da setzten sich die Männer; es waren etwa 5 000.‭

Joh 6,11: Dann nahm Jesus die fünf Gerstenbrote, dankte Gott dafür und ließ sie an die Menschen austeilen. Ebenso machte er es mit den Fischen.

Der gute Hirte: Man könnte sagen, dass Jesus hier die Rolle des liebenden Hirten in Psalm 23:1-2 erfüllt hat. Er lässt mich auf grünen Weiden liegen. Dieser Psalm gab auch das Bild des Herrn als Gastgeber, der Seinem Diener als Gast eine Mahlzeit servierte: Du bereitest einen Tisch für mich.

Vorausschauender Dank: Jesus dankte schon für die fünf Brote und nicht erst für das vermehrte Brot. Wenn wir mit Glauben im Gebet für etwas beten, so können wir bereits danken, als hätten wir das Erbetene schon empfangen.

Jesus macht Brot: Jesus weigerte sich auf wundersame Weise, Brot zu machen, um sich in den Versuchungen der Wüste zu ernähren; aber er tat für andere und mit anderen, was er nicht für sich selbst tun würde.

Jünger werden mit einbezogen: Jesus verließ sich bei diesem großen Wunder auf die Arbeit der Jünger. Er hätte Brot und Fisch in der Tasche oder Tasche eines jeden Menschen erschaffen können, aber er tat es nicht. Jesus wählte bewusst eine Methode, die die Jünger in die Arbeit einbezog.

Der Herr selbst teilt das Brot aus: Im Gegensatz zu den anderen Evangelisten berichtet Johannes, dass Jesus selbst das Brot austeilte, um uns deutlich darauf hin zu weisen, dass alles vom Herrn kommt. Obwohl die Brote durch die Hände der Jünger gingen, war es eben doch der Herr, der sie austeilte. Ebenso ist’s bei uns. Geben wir uns in welcher Weise auch immer dem Nächsten, so gibt sich Jesus durch uns dem Gegenüber. Und dieses Geben Jesus ist uneingeschränkt.

Joh 6,11: Jeder bekam so viel, wie er wollte.

Mathematik Gottes: Diese fünf Brote (durch eine seltsame Art der Arithmetik) wurden durch Division multipliziert und durch Subtraktion vermehrt.

Sie bekamen alle, so viel sie wollten. Von Jesus und von seinem Segen bekommt jeder, so viel er will, denn Gott hat ihm mit Christus alles gegeben.

Joh 6,12: Als alle satt waren, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Sammelt die Reste ein, damit nichts verdirbt!

Joh 6,13: Das taten sie und füllten noch zwölf Körbe mit den Resten. So viel war von den fünf Gerstenbroten übrig geblieben.

Die Reste: Für die Reste steht hier wörtlich „die gebrochenen Dinge“, ein Wort, das ausschließlich in den Berichten der Brotmehrung vorkommt. Die Reste sind also jene Brote, die Jesus gebrochen und ausgeteilt hat, die aber nicht gegessen worden waren. Nichts was Jesus gibt ist wertlos. Darum darf davon nichts verderben. Der Herr ist einerseits verschwenderisch mit seinen Gaben, auf der anderen Seite sollen wir lernen, nichts zu vergeuden von dem, was er uns gibt. Denn es ist ein großes Geschenk und eine große Gnade!

Joh 6,14: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll, so wie Mose es angekündigt hat!

Erfüllung der großen Prophezeiung: Moses hat das Kommen des Propheten vorausgesagt, den sie erwartet haben: Der Herr, euer Gott, wird euch einen Propheten wie mich erwecken aus eurer Mitte, aus euren Brüdern. Ihn sollst du hören. (Dt 18:15) Wenn der kommende Prophet wie Mose sein sollte, machte es Sinn, dass er die Menschen auch auf wundersame Weise ernähren würde, wie es Mose tat.

Joh 6,15: Jesus merkte, dass die Leute kurz davor standen, ihn festzuhalten und zu ihrem König auszurufen. Deshalb zog er sich wieder auf den Berg zurück, er ganz allein.

Jesus entzieht sich: Als das Volk Jesus zum König machen wollte, machte es dem Herrn das gleiche Angebot, das der Versucher ihm zu Beginn seines Dienstes gemacht hatte. Der Versucher hatte damals Jesus die Herrschaft über alle Reiche der Welt angeboten, wenn er sich nur vor ihm verneigen wollte. Damals hatte der Herr ihn mit dem Wort Gottes abgewiesen, dass man Gott allein dienen und nur ihn anbeten dürfe. Diesmal weist er die Versuchung zurück, indem er sich dem Volk entzieht. Auch wir können Versuchungen widerstehen, indem wir uns aus dem Wort Gottes Hilfe holen oder indem wir uns räumlich der Versuchung entziehen.

Jesus widersteht erneut der Versuchung: Jesus war nicht beeindruckt oder verführt von einer Menge, die ihn zum König machen wollte. Er kehrte der Menge den Rücken zu und ging zum Beten, weil Jesus mehr daran interessiert war, bei seinem Vater im Himmel zu sein, als den Applaus der Menge zu hören. Für Jesus war die Aussicht auf ein irdisches Königreich nichts anderes als eine Versuchung des Teufels, und er wies sie entschieden zurück.

Jesus um seiner selbst Willen lieben: Diese Menge war bereit, Jesus zu unterstützen, solange er ihnen gab, was sie wollten – Brot. Es ist leicht zu kritisieren, wie sehr die Menge Jesus für das Brot liebte, das er ihnen gab, aber wir lieben Jesus oft nur für das, was er uns gab. Wir müssen Ihn auch lieben und Ihm gehorchen, einfach für das, was Er ist – Herr und Gott.

Joh 6,16-21: Jesus geht auf dem Wasser

Auslegung und Kommentar zu Joh 6,16-21

Parallelstellen: Mt 14,22-33; Mk 6,45-52

Joh 6,16: ‭Als es aber Abend geworden war, gingen seine Jünger hinab an den See.

Joh 6,17-18: Sie stiegen in ein Boot, um nach Kapernaum überzusetzen. Die Nacht brach herein, und Jesus war nicht bei ihnen. Ein heftiger Sturm kam auf und schlug hohe Wellen.

Stillung des Sturms: Die Stillung des Sturms ist ein gewaltiges Wunder des Herrn. Über das Wunder hinaus beinhaltet es viel Hilfe für unser Seelenheil. Der Abend steht für unsere Bedrängnis in dieser Welt, wo es um uns herum und in uns dunkel wird und wo Hoffnungslosigkeit unser Herz überfällt. Jeder von uns kennt diese Situationen. Der Sturm steht für die inneren und äußeren Stürme unseres Lebens. Das Boot selbst steht als Sinnbild für die Kirche. Es geht also um eine existentielle Grundsituation unseres Lebens.

Joh 6,19: Er ging über das Wasser auf ihr Boot zu. Da packte sie die Angst.

Gott kommt uns entgegen: Der Glaube an die bergende Nähe Gottes muss sich immer tiefer verwurzeln. Nur wenn diese Wurzeln tief reichen, bleiben wir in stürmischen Schicksalsschlägen unseres Lebens im Glauben standhaft. Schwere Zeiten haben so auch ihre guten Seiten. Denn sie zeigen einem deutlich dass man sich bedingungslos auf Jesus verlassen kann. So sollte man während dieses wechselvollen Lebens einen unerschütterlichen Gleichmut bewahren. Auch wenn sich auch alles um uns ändert, die Stürme um uns herum toben, immerfort den ruhigen Blick der Seele hingewendet haben zu Gott

Joh 6,20: Doch Jesus rief ihnen zu: Habt keine Angst! Ich bin es!

Ich bin es: Vor dem Sturmerlebnis steht in den Evangelien das Wunder Brotvermehrung. Gerade noch waren die Jünger voller Freude und Verwunderung, nun im Sturm voller Angst. Wenn dies zusammen gedacht wird, ist es ein Bild für unser Glaubensleben. Eben haben wir z.B. eine überwältigende Glaubenserfahrung gemacht, sind voller Freude und Begeisterung, spüren Gott ganz nah, da vergeht nur kurze Zeit und wir stehen mitten im Sturm und geraten in die Dunkelheit schwieriger Situationen und Gottes Nähe scheint ganz fern. Und doch klingen in den Worten Jesu „Ich bin es“ die gewaltigen Worte Gottes aus dem brennenden Dornbusch im Buch Exodus denken. Beten wir daher, daß wir inmitten so vieler Sorgen, Probleme und Schwierigkeiten, die das Meer unseres Lebens aufwühlen, im Herzen das beruhigende Wort Jesu erklinge, der auch uns zuruft: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!, damit unser Glaube an ihn wachse.

Joh 6,21: ‭Da wollten sie ihn in das Schiff nehmen, und sogleich war das Schiff am Land, wohin sie fahren wollten.‭

Das Schiff wird gelenkt: Aus diesem von Johannes gegebenen Detail wird gefolgert, dass sich das Schiff automatisch zu bewegen schien, ohne Segel oder Ruder, in Gehorsam gegenüber Seinem Willen: so dass es ohne Anstrengung der Jünger oder der Besatzung die verbleibende Entfernung (etwa zwei Meilen) schnell überwand.

Joh 6,22-40: Jesus ist das wahre Brot

Auslegung und Kommentar zu Joh 6,22-40

Joh 6,22-23: ‭Am folgenden Tag, als die Volksmenge, die am jenseitigen Ufer des Sees stand, gesehen hatte, dass kein anderes Schiff dort war, als nur das eine, in welches seine Jünger gestiegen waren, und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schiff gestiegen war, sondern dass seine Jünger allein abgefahren waren,‭ es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen hatten nach der Danksagung des Herrn.

‭Joh 6,24: Da also die Volksmenge sah, dass Jesus nicht dort war, auch nicht seine Jünger, stiegen auch sie in die Schiffe und kamen nach Kapernaum und suchten Jesus.‭

Suche ich Jesus? Eine ganze Menschenmenge auf der Suche nach Jesus. Eine Suche, die sie dazu bringt, eine Reise auf sich zu nehmen und ihr sicheres Dorf zu verlassen. Was haben sie in Jesus gefunden, dass sie alles verlassen, um ihm zu begegnen? Alles. Ihr Herz hat alles gefunden, wonach sie suchten. Ihn selbst. Den Menschensohn. Eine wahre und echte Begegnung mit Jesus entfacht im Herzen eine Sehnsucht, eine Sehnsucht nach mehr. Und diese Sehnsucht kann einfach und alleine nur von Jesus gestillt werden. Suche ich Jesus? Warum komme ich zu ihm? Was bewegt mich, ihn aufzusuchen? Raphaela Kloiber

Joh 6,25: ‭Und als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?‭

Bedürfnisse und Sehnsucht. Oft machen wir uns nicht auf die Suche nach diesem Mehr, weil wir ja gut selbst für uns sorgen können und alles haben, was wir zum Leben brauchen. Die Menschen im Evangelium haben erkannt, dass sich ihr Herz nach mehr sehnt. Nämlich nach dieser Speise des ewigen Lebens. Die Begegnung mit Jesus entfacht in ihnen eine Sehnsucht, die sie dazu bringt, ihre „Sicherheiten“ aufzugeben und ans andere Ufer zu fahren, um Ihn aufzusuchen. Bin ich mir über diese Sehnsucht nach der Ewigkeit bewusst, die allein der stillen kann, der die Ewigkeit selbst ist? Raphaela Kloiber

Joh 6,26: Ich weiß, weshalb ihr mich sucht: doch nur, weil ihr von mir Brot bekommen habt und satt geworden seid.

Joh 6,27: Setzt alles dafür ein, die Nahrung zu bekommen, die bis ins ewige Leben reicht. Diese wird der Menschensohn euch geben.

Die ganze Rede handelt von Jesus als das Brot, das Leben schenkt. Jesus mahnt uns, das Falsche zu suchen: das irdische Brot steht bildlich für jegliches irdisches Wünschen und Begehren. So bald werden wir in der Ewigkeit sein und dann erkennen, wie wenig alle Dinge dieser Welt bedeuten. Aber jetzt hetzen wir uns ab, als ob es sich um ganz große Dinge handelte. Also: Was suchst du bei Jesus? Allein das irdische Brot?Möchtest du allein, dass es dir besser geht? Oder möchtest du allein bei ihm sein und von ihm dein Leben ändern lassen nach seinem Willen. Das ist ein gewichtiger Unterschied, denn Jesus will uns mehr geben als ein etwas besseres Leben. Er will sich selbst geben. Er will uns ewiges Leben schenken.

Jesus machte einen Unterschied zwischen materiellen Dingen und geistlichen Dingen. Es ist fast allgemein wahr, dass Menschen sich mehr zu materiellen Dingen hingezogen fühlen als zu spirituellen Dingen. Ein Schild, auf dem kostenloses Geld und kostenloses Essen steht, wird eine größere Menge erreichen als eines, das auf spiritueller Erfüllung und ewigem Leben steht.

Joh 6,28: Was sollen wir tun, um Gottes Willen zu erfüllen?

Jesus vertrauen und glauben: Jesus hat ihnen (und uns) in erster Linie befohlen, nicht zu tun , sondern zu vertrauen. Wenn wir das Werk Gottes tun wollen, beginnt es damit, Jesus zu vertrauen. Nicht durch ein Tun, nachdem hier die Menschenmenge fragt, empfangen wir das Brot des Lebens in Jesus Christus, sondern allein durch den Glauben. Jesus lenkt nun im weiteren Verlauf der Brotrede die Aufmerksamkeit ganz auf sich selbst und darin vom jeglichem Tun auf den Glauben an ihn. Das ist der Kern unseres Glaubens, ihm zu folgen, indem wir auf ihn hören. Dieses Hören ist das Tun, das zum ewigen Leben in ihm führt. So spricht er im Vers 29 klar und direkt: Ihr sollt an den glauben, den er gesandt hat. Beten und bitten wir eben darum.

Benedikt von Nursia: Verleihe mir einen Geist, der dich erkennt, ein Herz, das dich liebt, eine Seele, die an dich denkt, ein Tun, das dich verherrlicht, Ohren, die dich hören, Augen, die dich sehen, eine Zunge, die dich preist.

Joh 6,29: ‭Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.‭

Glauben. Als die Menge ihn fragt, was sie tun soll, um die Werke Gottes zu vollbringen und die ewige Speise zu erlangen, ist die Antwort Jesu schlicht und einfach: an ihn zu glauben. Glaube ich, dass er es ist, der meinen tiefsten Hunger stillen kann? Wenn ich ihn in der Eucharistie empfange, glaube ich, dass in diesem Stück Brot der allmächtige Gott selbst ist, der mit seiner Gegenwart all meinen „Hunger“ stillen möchte? Wenn ich auf das Kreuz schaue, dann sehe ich, wie sehr sich Jesus nach mir sehnt, wie er sich sehnt, mit mir in der Ewigkeit zu sein. Raphaela Kloiber

Joh 6,30: Was tust du denn für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du?

Kein Zeichen kann Glauben erzeugen. Sie verlangen von ihm, dass er ihnen wie damals bei Moses das Manna vom Himmel gibt. Und wieder lenkt Jesus die Aufmerksamkeit auf sich. Gott gibt seinen Sohn als Speise, damit jeder, der an ihn glaubt, ewig lebt. Das Manna war ein Etwas, das Brot Gottes hingegen ist eine Person. Er ist der, der aus dem Himmel herabkommt. Die Hostie, das verwandelte Brot, ist unser wahres Manna, mit dem der Herr uns speist. Sie ist wahrhaft das Brot vom Himmel, durch das er sich selbst schenkt.

Joh 6,31: ‭Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen.‭

Manna in der Wüste. Das Volk Israel lebte, während es durch die Wüste zog, 40 Jahre lang von Manna. In gleicher Weise soll die Eucharistie auf dem Weg zum Himmel unsere Speise sein. Die Israeliten sammelten nur so viel Manna, wie sie an einem Tag verbrauchen konnten, außer, wenn sie für den Sabbath vorsorgen mussten. Es war eine ständige Erinnerung daran, dass ihr Leben in Gottes Hand lag. Seine Vorhersehung war ein tägliches Geschehen. Jesus lehrt seine Jünger, dass dieses tägliche Wunder eine Vorausblick auf etwas Höheres war: die Eucharistie. Jesus ist das wahre Brot, das vom Himmel kommt und der Welt das Leben gibt. Wir empfangen sein Leben in der Eucharistie: „Unser tägliches Brot gib uns heute. Paul Campbell

Joh 6,32-33: Das wahre Brot vom Himmel gibt euch jetzt mein Vater. Nur dieses Brot, das vom Himmel herabkommt, schenkt den Menschen das Leben.

Brot vom Himmel: Das Brot Gottes war derjenige, der vom Himmel herabgekommen ist und den Menschen nicht nur Sättigung von physischem Hunger, sondern Leben gegeben hat. Jesus behauptete, dass die einzig wirkliche Befriedigung in ihm läge.

Joh 6,34: ‭Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot!‭

Gib uns immer dieses Brot. Von den Worten Christi bewegt rief die Menge aus: „Herr, gib uns immer dieses Brot!” Sie riefen dies aus einem grundsätzlichen Bedürfnis des menschlichen Herzens heraus. Wir brauchen Gott und im Innersten wissen wir, dass wir ohne ihn fruchtlos und leer sind. Wir können ohne Gott nicht glücklich sein. Auch wenn wir uns noch so viel beschäftigen und amüsieren. Gott allein gibt uns Sinn und Substanz für unser Leben – Unser tägliches Brot gib uns heute. Paul Campbell

Joh 6,35: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird niemals wieder hungrig sein und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.

Herzstück des sechsten Kapitels: Diese Verse sind das Herzstück des sechsten Kapitels. Schon die Psalmen weisen immer wieder prophetisch auf dieses Brot hin z.B. Ps 132,15: Den Armen dort gebe ich genügend Brot! Oh Herr lass uns erkennen, dass du das genügende Brot bist, wir nichts anderes zu unserem Heil benötigen. Man empfängt dieses Brot, wenn man zu ihm kommt. Zu ihm kommen heißt, an ihn glauben. Lasst uns jeden Tag im Glauben neu zu Jesus kommen im Gebet, in der Bibel, der Eucharistie und der Begegnung mit dem Nächsten. In diesem gläubigen Kommen treten wir schon jetzt ein in das ewige Leben. Mehrmals spricht Jesus daher hier von der Auferweckung. Wer an den Sohn Gottes glaubt, empfängt das ewige Leben. Wer glaubt, wird errettet. Diese so wichtige Wahrheit wiederholt er drei mal: Joh 6,39, 40 und 44

Ich bin: Dies ist der erste der charakteristischen Ich-bin-Sprüche dieses Evangeliums.

Wer zu mir kommt: Der Glaube an Christus wird einfach und wahrhaftig so beschrieben, dass er zu ihm kommt. Es ist keine akrobatische Leistung; es ist einfach ein Kommen zu Christus. Es ist keine Übung profunder geistiger Fähigkeiten. Es kommt zu Christus. Ein Kind kommt zu seiner Mutter, ein Blinder kommt zu ihm nach Hause, sogar ein Tier kommt zu seinem Herrn. Kommen ist in der Tat eine sehr einfache Handlung. Es scheint nur zwei Dinge zu haben, das eine ist, von etwas wegzukommen, und das andere ist, zu etwas zu kommen. Spurgeon

Stillung von Hunger und Durst: Jesus möchte einen tieferen Hunger und Durst stillen als den oberflächlichen nach Brot und Wasser. Wonach hungern wir alle, wenn auch unbewusst? Wir hungern nach Liebe. Die Sehnsucht, geliebt zu werden, versuchen wir oft mit allen möglichen Dingen zu stillen, aber wir betäuben sie nur. Dadurch wird am Ende der „Hunger“ nur noch größer. Kann ich diesen Worten Jesu glauben, der mir verspricht, dass er allen Hunger und Durst stillen möchte? Wenn ich ehrlich mit mir bin, erkenne ich, dass sich mein Herz nach Liebe sehnt? Was sind meine tiefsten Sehnsüchte? Raphaela Kloiber

Zu ihm kommen und glauben. Warum hat uns Gott diesen Hunger und Durst ins Herz gelegt? Um uns zu ihm zu führen und diesen Hunger zu stillen. Diese Sehnsucht ist es, die uns hilft, uns auf die Suche nach demjenigen zu machen, der die Erfüllung aller Sehnsüchte ist. Gott möchte das. Die heilige Teresa de Los Andes sagt: „Gott, und er allein, ist fähig alle Sehnsüchte des Herzens zu stillen.“ An uns liegt es, uns auf die Suche nach ihm zu machen, die Begegnung mit ihm zu suchen und an ihn zu glauben. Glauben, dass er das Brot gibt, das ewiges Leben schenkt und all meinen Hunger stillt. Glaube ich, dass Jesus all meine tiefsten Sehnsüchte stillen kann? Komme ich zu ihm, oder suche ich meinen Hunger mit anderen Mitteln zu befriedigen? Raphaela Kloiber

Was ist das Brot des Lebens? Jeder Mensch sehnt sich nach innerem Frieden, Erfüllung, Sinn, Liebe. Ruhe, Geborgenheit, Sicherheit über den Tod hinaus. Dieser Hunger kann durch nichts in der Welt gestillt werden, nicht durch Reichtum, Karriere, Vergnügungen usw. In Jesus allein findet der Mensch alles, was er braucht. Wir brauchen Jesus, wie das tägliche Brot. Auch wer genug zu essen und zu trinken hat, und materiell abgesichert ist, kann doch seelisch verhungern. Durch die Entscheidung an Jesus Christus zu glauben, werden wir seine Kinder, erfahren bedingungslose Liebe, Annahme, Frieden in Ewigkeit und in der Gemeinschaft mit ihm hat unser Leben neuen Sinn. Wieviele Menschen suchen an der falschen Stelle, um satt zu werden? Wie oft tun wir das? Ulrike Puintner

Wie oft hungere und dürste ich nach Dingen, die nicht Gott sind? Wie oft bin ich überbeschäftigt mit den vergänglichen Dingen dieser Welt? Wenn Gott in meinem Leben nicht Vorrang hat, dann gerät alles aus dem Gleichgewicht. „Sucht erst das Reich Gottes.” Jesus ist unser Leben. Er ist das Brot des Lebens. Genauso wie wir nicht ohne Nahrung leben können, so kann auch unsere Seele nicht ohne ihn sein. In der Taufe empfangen wir das göttliche Prinzip des Lebens. Wie können wir ohne die rechte Nahrung erwarten, dieses göttliche Leben zu erhalten? Paul Campbell

Joh 6,36: ‭Aber ich habe es euch gesagt, dass ihr mich gesehen habt und doch nicht glaubt.‭

Joh 6,37: ‭Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.‭

Joh 6,38: ‭Denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.‭

Himmlische Herkunft: Sechs Mal sagt Jesus in diesem unmittelbaren Zusammenhang, dass er‚ vom Himmel herabgekommen‘ ist (6:33, 38, 41, 50, 51, 58). Sein Anspruch auf himmlische Herkunft ist unverkennbar.

Wille Gottes: Betrachten wir doch hundertmal des Tages diesen liebenden Willen Gottes. Verschmelzen wir unseren Willen mit dem seinen und rufen wir voll Innigkeit aus: O unendlich beglückende Güte! Wie liebenswert ist doch Dein Wille! Du hast uns für das ewige Leben geschaffen und Dein von unvergleichlicher Liebe glühendes Herz strömt über von Erbarmen. Wir müssen unser Heil wollen, wie Gott es will. Er will aber unser Heil, indem er danach Verlangen trägt. Dieses Verlangen ist ein echtes Verlangen. Deutlich drückt er dies im Gleichnis vom König aus, der zum Festmahl einlädt (Mt 22,2-10) und durch Bitten, Mahnen und Auffordern drängt und fast zwingt zu kommen, sich an den Tisch zu setzen und zu essen.

Joh 6,39: Kein Einziger von denen, die er mir anvertraut hat, soll verloren gehen. Ich werde sie alle am letzten Tag vom Tod auferwecken.

Keiner soll verloren gehen: Das ist der Wille des Vaters, den Jesus erfüllen will. Mehrmals spricht Jesus von der Auferweckung. Wer an den Sohn Gottes glaubt, empfängt das ewige Leben. Wer glaubt, wird errettet. Diese so wichtige Wahrheit wiederholt er drei mal.

Der Wille des Vaters ist unser Heil: Betrachten wir doch hundertmal des Tages diesen liebenden Willen Gottes. Verschmelzen wir unseren Willen mit dem seinen und rufen wir voll Innigkeit aus: O unendlich beglückende Güte! Wie liebenswert ist doch Dein Wille! Du hast uns für das ewige Leben geschaffen und Dein von unvergleichlicher Liebe glühendes Herz strömt über von Erbarmen. Wir müssen unser Heil wollen, wie Gott es will. Er will aber unser Heil, indem er danach Verlangen trägt. Dieses Verlangen ist ein echtes Verlangen. Deutlich drückt er dies im Gleichnis vom König aus, der zum Festmahl einlädt (Mt 22,2-10) und durch Bitten, Mahnen und Auffordern drängt und fast zwingt zu kommen, sich an den Tisch zu setzen und zu essen.

Joh 6,40: Nach dem Willen meines Vaters hat jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben. Ich werde ihn am letzten Tag zum Leben erwecken.

Jeder, der den Sohn sieht: „In diesem Blick auf den Sohn gibt es sicherlich einen Hinweis auf die eherne Schlange, die von Moses in der Wüste auf eine Stange.

Joh 6,41-59: Murren über Jesus

Auslegung und Kommentar zu Joh 6,41-59

Joh 6,41: Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot.

Joh 6,42: Sie sprachen: Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann dieser denn sagen: Ich bin aus dem Himmel herabgekommen?‭

Unerwartetes: Das war eine der wirklichen Schwierigkeiten der Zeitgenossen Jesu. Der Messias sollte in den Wolken kommen, plötzlich erscheinen; aber Jesus war in Ruhe unter ihnen aufgewachsen. Dods

Joh 6,43: Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht!

Nicht murren: Fröhlich sein, nicht zu viel jammern, gerade auch über die berühmten großen Kleinigkeiten. Wir merken oft gar nicht, wie wir unsere Unlust zelebrieren, wie wir uns fixieren auf das Negative. Es gibt genügend Gründe, sich zu freuen. Ich war sehr lange Zeit sehr melancholisch veranlagt und ein kleiner Rest steckt sicherlich immer noch in mir drin. Durch meinen Glauben konnte ich immer mehr zu Freude finden. Das bedeutet nicht, dass wir auch mal Tage haben, wo wir mies drauf sind. Dennoch: „Tut alles ohne Murren und Zweifel“ (Phil 2,14). Es ist wie mit einem Haus: da bröckelt es auch immer mal wieder hier und da. Aber das Fundament, auf dem das Haus steht, sollte die Freude darüber sein, dass wir unaussprechlich, unfassbar Beschenkte und Geborgene sind.

Joh 6,44: Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht, der mich gesandt hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.‭

Gott führt: Wir möchten oft das Gefühl haben, dass wir in unserer Beziehung zu Gott „führen“. In Wahrheit ruft Er und wir kommen. Dieses Verständnis von Gottes Heilsinitiative sollte uns in der Evangelisation zuversichtlicher machen, da wir wissen, dass Gott Menschen anzieht, und wir können erwarten, dass diejenigen, die der Vater anzieht, zu ihm kommen.

Joh 6,45: ‭Es steht geschrieben in den Propheten: Und sie werden alle von Gott gelehrt sein. Jeder nun, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.‭

Belehrt werden: Gott wird sein Volk selbst lehren, dh er wird es in ihren Herzen lehren. Nur diejenigen, die auf diese Weise belehrt werden, werden zu Jesus kommen.

Wichtigkeit des Hörens: Aus dem Fragen und dem Bitten ist Murren geworden. Jesus fordert sie auf, das Murren zu unterlassen und lenkt die Wichtigkeit auf das richtige Hören: Wer auf den Vater hört und von ihm lernt, der kommt zu Jesus. Wer richtig hört, lernt aus dem Wort, wer Gott ist und wer er selbst ist. Er lernt, dass er in der Sünde gefangen ist und dass Jesus der Christus ist, der von der Sünde befreit, und so kommt er zu ihm. Er wird das ewige Leben von ihm erhalten. Wer an ihn glaubt, hat das ewige Leben.

Hört: Hier nun geht es um die Entscheidung, ob wir Jesus als unseren Herrn annehmen. Dabei fordert Jesus nicht moralische Vollkommenheit oder die Erfüllung allerlei Gesetzte. Das was er fordert ist: Hört! Dieses Hören beinhaltet die personale Begegnung mit Gott, was das Ziel allen geistlichen Lebens ist. Es ist die Erhebung der Seele zu Gott. Anselm Grün sagt: Nicht die Arbeit an mir ist das Wichtigste, sondern die Begegnung mit Gott, die mich wandelt und heilt. Wo also und wie widerstehe ich dem unzufriedenen Murren über dieses oder jenes und gebe mich ganz hinein in das Hören auf Gott, der mich wandelt und heilt?

‭Joh 6,46: Nicht, dass jemand den Vater gesehen hätte; nur der, welcher von Gott ist, der hat den Vater gesehen.‭

Joh 6,47: ‭Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben.‭

Wer an mich glaubt, hat ewiges Leben: Wir lesen diese erstaunliche Aussage mit zwei Hauptgedanken im Hinterkopf. Erstens, was es bedeutet, im Sinne von Jesus zu „glauben“ ; das heißt, darauf zu vertrauen, sich darauf zu verlassen und sich daran zu klammern. Es ist eine vertrauensvolle Liebe. Zweitens denken wir an die erstaunliche Natur dieser Behauptung. Kein anderer Prophet oder heiliger Mann der Bibel hat jemals so etwas gesagt; „Glaube an mich und finde ewiges Leben.

Joh 6,48: Ja, ich bin das Brot des Lebens!

Ich bin das Brot des Lebens: Jesus wiederholte und setzte die Verwendung dieser Metapher fort. So wie Brot für das physische Leben notwendig ist, so ist Jesus für das geistliche und ewige Leben notwendig.

Bild des Brotes: Das Bild war früher sicherlich noch eindrücklicher, als Brot das Grundnahrungsmittel schlechthin war. Heute bei unserem Überfluss an Essen ist es schwieriger, das Bild in sich wirken zu lassen. Und trotzdem lässt sich erspüren, was Jesus sagen will: wenn du mich nicht an dich ran lässt, mich nicht aufnimmst, so wie das tägliche Essen, so wirst du sterben, nicht körperlich, sondern seelisch-geistig. Die Gottesverbindung nährt unsere Seele. Wenn wir nicht täglich essen (sprechen, beten zu Gott, Lesen in der Bibel), wird unsere Seele verhungern: Herr, unser täglich Brot gib uns heute.

Jesus nennt sich das Brot des Lebens. Wie zu jedem Essen zumeist das Brot gehört, so sollen auch wir Christus in allen unseren Gebeten und Handlungen betrachten, ansehen und suchen. Wenn du Christus oft betrachtest, wird deine Seele von ihm erfüllt, du lernst seine Art und Weise kennen und deine Handlungen nach den seinen formen. Kinder lernen sprechen, indem sie der Mutter zuhören und alles nach zu sprechen versuchen. So werden auch wir, wenn wir Christus betrachten, sein Denken und Fühlen beobachten, bald durch ihn reden und handeln.

Joh 6,49: ‭Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben.

Joh 6,50: Hier ist das wahre Brot, das vom Himmel herabkommt. Wer davon isst, wird nicht sterben.

Worte von Benedikt XVI: Indem er die Schwelle des Todes überschreitet, wird Jesus lebendiges Brot. Im sich austeilenden Brot erkennen wir das Geheimnis des Weizenkorns, das stirbt und so Frucht bringt und so zur Brotvermehrung wird bis ans Ende der Welt. Dieses Brot essen heisst eintreten in die Gemeinschaft mit der Person des lebendigen Herrn. Diesen Herrn empfangen wir alle. Weil wir den gleichen Herrn empfangen und er uns aufnimmt, in sich hineinzieht, sind wir auch untereinander eins. Weil wir ein Brot sind, sind wir viele auch ein Leib.“ (1 Kor 10,17) Das muß sich im Leben zeigen in der Fähigkeit des Vergebens, in der Sensibilität für die Nöte des anderen, in der Bereitschaft zu teilen, im Einsatz für den Nächsten.

Das Abendmahl: Johannes überliefert in seinem Evangelium nicht das Abendmahl. Dafür wird in der Brotrede in einer kaum zu überbietender Deutlichkeit gesagt, was wir mit dem Abendmahl verbinden: das Essen seines Leibes und Trinken seines Blutes. Vor dem Vers 6,50 spricht Jesus vom Glauben an ihn, nun spricht er es offen aus: Wenn er das Brot vom Himmel ist, dann muss man von ihm essen. Essen heißt, etwas in sich auf zunehmen. In den jetzt folgenden Versen verwendet er immer und immer wieder das Wort essen. Die Verse 50-58 sind in ihrer Art der Wiederholung einmalig in der Bibel und unterstreichen die Bedeutung dieser Wahrheit für unser Leben:

Joh 6,51: Ich selbst bin dieses Brot, das von Gott gekommen ist und euch das Leben gibt. Wer von diesem Brot isst, wird ewig leben. Dieses Brot ist mein Leib, den ich hingeben werde, damit die Menschen leben können.

Die Eucharistie: Der kürzeste Weg zum Heiligkeit. Man muss verstehen, dass ein christliches Leben ohne die eucharistische Speise unmöglich ist. Es ist genau so, als würde man versuchen, seinen Körper allein mit Luft fit zu halten. Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Der enge Kontakt mit Christus durch die heilige Kommunion ist für einen Christen der wichtigste Weg, um den nötigen Antrieb, Unterstützung und Hilfe zu bekommen, durch die er in einer beständigen Bereitschaft leben kann, den Willen Gottes zu erfüllen. Wie nähren wir unsere Seele? Welche Nahrung geben wir ihr? Es gibt keinen besseren und wirkungsvolleren Weg Gnade zu empfangen, als in diesem Sakrament der Liebe. In ihm empfangen wir nicht nur Gnade sondern auch den Spender der Gnade selbst. Michael Sliney

Joh 6,52: ‭Da stritten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns ‭sein‭ Fleisch zu essen geben?‭

Joh 6,53: Wenn ihr den Leib des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.

Worte von Raphaela Kloiber: Wenn wir jeden Sonntag den empfangen, der das Leben selbst ist und der sogar den Tod bezwungen hat, dann sind wir Christen dazu berufen, mit einer ewigen Osterfreude zu leben, die voll Hoffnung und Enthusiasmus ist. Eine Hoffnung und Freude, die nicht von unseren täglichen Umständen abhängen, sondern tiefer gehen. Wir sind dazu berufen, lebendig und froh zu leben, denn wir haben den im Herzen, der das Leben selbst ist. Diese Freude und Hoffnung sind nicht etwas, was wir für uns selbst behalten, sondern sie sollen zu allen Menschen gelangen. Wir Christen sind berufen, die Osterfreude an alle Menschen weiterzugeben und dadurch das Reich Gottes und seine Liebe zu verbreiten.

Joh 6,54: Nur wer meinen Leib isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ihn werde ich am letzten Tag auferwecken.

Joh 6,55: Mein Leib ist die wahre Nahrung und mein Blut der Leben spendende Trank.

Joh 6,56: Wer meinen Leib isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.

Worte von Benedikt XVI: Wir brauchen dieses Brot, um die Mühen und die Erschöpfung der Reise zu bewältigen. Der Sonntag, Tag des Herrn, ist die beste Gelegenheit, um aus ihm, dem Herrn des Lebens, Kraft zu schöpfen. Das Sonntagsgebot ist also keine von außen auferlegte Verpflichtung, keine Last auf unseren Schultern. Im Gegenteil, an der sonntäglichen Meßfeier teilzunehmen, sich vom eucharistischen Brot zu nähren, die Gemeinschaft der Brüder und Schwestern in Christus zu erfahren, ist für den Christen ein Bedürfnis, eine Freude; so kann der Christ die nötige Kraft finden für den Weg, den wir jede Woche zurücklegen müssen.

Joh 6,57: Ich lebe durch die Kraft Gottes, des lebendigen Vaters, der mich gesandt hat. Ebenso wird jeder, der meinen Leib isst, durch mich leben.

Joh 6,58: ‭Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; es ist nicht wie das Manna, das eure Väter gegessen haben, und sind gestorben; wer dieses Brot isst, der wird leben in Ewigkeit!‭

‭Joh 6,59: Dies sprach er, als er in der Synagoge von Kapernaum lehrte.‭

Joh 6,60-71: Viele Jünger wenden ab

Auslegung und Kommentar zu Joh 6,60-71

Joh 6,60: Das ist eine harte Rede! Wer kann sie hören?

Heftige Auseinandersetzung nach der Brotrede: Nach der Brotrede kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung. Aus dem Murren wird ein Streiten. Viele, die Jesus gefolgt waren, wandten sich von ihm ab. Hören zu müssen, dass der Mensch mit allem, was er im Fleisch ist und wirkt, vor Gott nichts ist, hören zu müssen, dass er nur auf dem Boden der Gnade, in Verbindung mit dem Werk Christi (die Botschaft vom Kreuz) Leben haben kann ist für die viele eine demütigende, bittere Wahrheit, worunter sie sich nicht beugen wollen. Damals so wenig wie heute. Uns aber macht diese Wahrheit frei und so nehmen wir Christus in Demut in uns auf.

Hartwig Henkel: Demut ist ein Leben in der Wahrheit, dass wir ohne Jesus nichts tun können, aber dass wir mit Ihm alles können, was sein Wille für uns bedeutet.

Joh 6,61: ‭Da aber Jesus bei sich selbst erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, sprach er zu ihnen: Ist euch das ein Ärgernis?‭

‭Joh 6,62: Wie nun, wenn ihr den Sohn des Menschen dorthin auffahren seht, wo er zuvor war?‭

Joh 6,63: Die Worte aber, die ich euch gesagt habe, sind aus Gottes Geist und bringen das Leben.

Joh 6,64: Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde.‭

Joh 6,65: ‭Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben!‭

Joh 6,66: Aus diesem Anlass zogen sich viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm.‭

Viele wenden sich ab: Nachdem Jesus jeden materiellen und irdischen Beweggrund, ihm zu folgen, effektiv entmutigte, hörten viele auf, ihm zu folgen. 

Hier gibt es einen traurigen Augenblick im öffentlichen Leben Jesu. Wir sehen, dass ihn viele seiner Anhänger verlassen. Wir wissen nicht, wer sie alle waren. Vielleicht waren darunter viele, die ihm von seinen ersten Tagen an den Ufern des See von Galiläa gefolgt waren. Wie viele Wunder hatten sie miterlebt? Wie oft hatten sie sich zu ihm gesetzt, um ihn sprechen zu hören? Sie waren überzeugt genug, um ihm nachzufolgen, Familie, Freunde und Arbeit zurück zu lassen. Aber dann hatten sie genug gehört. Sie konnten nicht glauben, dass Jesus ihnen sein Fleisch zu essen geben könnte. Sie feierten das Paschafest, aber das Lamm Gottes, das die Sünden hinweg nimmt, konnten sie nicht akzeptieren. Paul Campbell

Joh 6,67: ‭Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen?‭

Jesus fragt seine zwölf Jünger: Wollt ihr mich auch verlassen? Petrus spricht für die Jünger, indem er dies verneint dies: „Du hast Worte ewigen Lebens.“ (Joh 6:68). Auch wenn der Glaube der Jünger noch schwach ist, so suchen sie mit aufrichtigem Herzen. Wann werden auch wir endlich nur Gott suchen? O wie glücklich werden wir sein, wenn wir an diesem Punkt angelangt sind, denn dann werden wir überall haben, was wir suchen, und überall suchen, was wir haben. Denn das ewige Leben besteht in einer vollkommenen Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott. Es ist das Bleiben in seinen Händen, in seiner Liebe.

Joh 6,68: Du hast Worte ewigen Lebens.

Worte ewigen Lebens: Für die einen waren es harte, unerträgliche Worte. Für die treuen Jünger waren es Worte des ewigen Lebens. Jesus selbst sagt im Vers 63: Die Worte aber, die ich euch gesagt habe, bringen das Leben. Dieses Leben besteht in der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott. Es ist das Bleiben in seinen Händen, in seiner Liebe.

Joh 6,69: Wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes!

Worte von Benedikt XVI: Auch wir wollen heute mit tiefer Überzeugung ausrufen: Ja, Jesus, du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Wir tun dies in dem Bewußtsein, daß Christus der wahre »Schatz« ist, für den es sich lohnt, alles zu opfern; er ist der Freund, der uns nie verläßt, da er die tiefsten Sehnsüchte unseres Herzens kennt. Jesus ist der »Sohn des lebendigen Gottes«, der verheißene Messias, der in die Welt gekommen ist, um der Menschheit das Heil anzubieten und den Durst nach Leben und Liebe zu stillen, den jeder Mensch in sich trägt. Welch großen Nutzen würde die Menschheit daraus ziehen, nähme sie diese Botschaft auf, die Freude und Frieden mit sich bringt!

Joh 6,70: ‭Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch Zwölf erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel!‭

Joh 6,71: Judas war es dann auch, der Jesus später verriet.

Die eigenen Abgründe erkennen: Beobachte dich selbst und zwar ruhig und nicht urteilend. Erkenne deine eigenen Abgründe, wo du dich letztlich von Jesus abwendest, weltliche Dinge wichtiger sind, du ihn – benutzen wir dieses harte Wort – verrätst. Durch das Beobachten deiner eigenen Abgründe, erkennst du umso besser Gottes Geduld und Erbarmen mit deiner Seele. Der größte Abgrund sind häufig unsere springenden Gedanken, die ununterbrochen alles kommentieren und bewerten. Bedenke: Situationen die uns in der einen Stunde negativ erregen, werden häufig schon in wenigen Stunden oder Tagen dies nicht mehr tun! Wenn wir das begreifen, können wir uns entschließen, diesen Gedanken von Anfang an nicht so viel Macht und Kontrolle über mich einzuräumen. Sei dir sicher: Deine Seele ist viel beständiger und ruhiger als es deine Gedanken und Gefühle je sein könnten.

Abschluss: Ich hoffe, ich konnte dir das 6. Kapitel des Evangeliums des Johannes etwas nahe bringen. Es besteht aus so viel mehr, als aus Worten. Es ist ein kleines Evangelium in sich, das Christus als den Sohn Gottes darstellt, der denen Leben gibt, die Ihn annehmen. Jesus hat uns das Wesen des Vaters offenbart. Und so bekennen die Jünger wie auch wir: Wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes!


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum Johannes Evangelium Joh Kapitel 6.


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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste