Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Johannes Evangelium Joh Kapitel 4: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum Johannes Evangelium Joh Kapitel 4

Joh 4,1-45: Gespräch mit der Samariterin

Auslegung und Kommentar zu Joh 4,1-45

Joh 4,1-3: Als nun der Herr erfuhr, dass die Pharisäer gehört hatten, dass Jesus mehr Jünger mache und taufe als Johannes‭, obwohl Jesus nicht selbst taufte, sondern seine Jünger, ‭da verließ er Judäa und zog wieder nach Galiläa.‭

Rückzug: Jesus wusste, dass es wegen Seiner zunehmenden Bekanntheit und Popularität bald zu einer Konfrontation mit dem religiösen Establishment kommen würde (unter denen sich die Pharisäer befanden ). Jesus wusste jedoch, dass die Zeit für eine Konfrontation in Jerusalem noch nicht reif war, also kehrte er nach Galiläa zurück .

Joh 4,4: ‭Er musste aber durch Samaria reisen.‭

Hintergrund: Obwohl die Straße durch Samaria die kürzeste Route von Jerusalem nach Galiläa war, mieden fromme Juden sie oft. Sie taten dies, weil zwischen vielen Juden und den Samaritern ein tiefes Misstrauen und Abneigung herrschte.

Geschichte: Als die Babylonier das südliche Königreich Juda eroberten, nahmen sie fast die gesamte Bevölkerung gefangen und verbannten sie in das babylonische Reich. Sie ließen nur die untersten Schichten der Gesellschaft zurück, weil sie diese gering angesehenen Menschen nicht in Babylonien haben wollten. Diese Zurückgebliebenen vermischten sich mit anderen nichtjüdischen Völkern, die langsam in die Region kamen, und die Samariter entstanden als ethnische und religiöse Gruppe.

Joh 4,5: ‭Da kommt er in eine Stadt Samarias, genannt Sichar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Joseph gab.‭

Joh 4,6: Müde von der Wanderung setzte sich Jesus an den Brunnen.

Der müde Mensch Jesus: Nach einem langen Tag war Jesus müde. Johannes hat darauf geachtet, uns zu zeigen, dass Jesus Gott ist, wollte aber auch, dass wir wissen, dass Jesus kein Übermensch war. Jesus hat sich wirklich unseren menschlichen Grenzen unterworfen. Während unser Evangelist darauf besteht, dass es das göttliche Wort war, das in Jesus Fleisch wurde, besteht er gleichzeitig darauf, dass das, was das göttliche Wort wurde, Fleisch war.

Worte von Augustinus: Nicht umsonst wird der müde, durch den die Müden gestärkt werden. Nicht umsonst wird der müde, bei dessen Abwesenheit wir ermüden. Deinetwegen ist Jesus ermüdet von der Reise. Wir kennen den starken Jesus. Alles ist durch ihn geworden. Wir kennen aber auch den schwachen Jesus, der Fleisch geworden ist. Die Stärke Christi hat dich erschaffen, die Schwäche Christi hat dich neu geschaffen. Die Stärke Christi hat bewirkt, daß sei, was nicht war. Die Schwäche Christi hat bewirkt, daß nicht verloren gehe, was war. Er hat uns erschaffen durch seine Stärke und uns gesucht durch seine Schwäche. So also wird Jesus schwach, müde von der Reise. Seine Reise ist das Fleisch, das er für uns angenommen hat. Jesus wird schwach im Fleische, aber werde du nicht schwach. In seiner Schwäche sollst du stark sein.

Joh 4,7: Da kommt eine Frau aus Samaria, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken!

Die Frau ist ein Vorbild der Kirche. Hören wir also in ihr uns. Jesus, der zu trinken begehrt, dürstet nach dem Glauben der Frau. Er selbst zeigt sich bedürftig. Der Durst Christi ist eine Eingangspforte zum Geheimnis Gottes, der zum Dürstenden geworden ist, um unseren Durst zu löschen, so wie er arm geworden ist, um uns reich zu machen. Ja, Gott dürstet nach unserem Glauben und nach unserer Liebe. Gott, der Vater, hat Jesus gesandt, um unseren Durst nach ewigem Leben zu stillen, indem er uns seine Liebe gibt, doch um uns dieses Geschenk zu machen, bittet Jesus um unseren Glauben. Die Allmacht der Liebe achtet immer die Freiheit des Menschen. Sie klopft an sein Herz und wartet geduldig auf seine Antwort.

Therese von Lisieux: Ihn dürstete. Er hatte Durst nach Liebe. Ach! Mehr denn je fühle ich: Jesus dürstet.

KKK 2560: Das Wunder des Gebets zeigt sich gerade da, am Rande der Brunnen, bei denen wir Wasser holen. Dort begegnet Christus jedem Menschen. Er sucht uns, bevor wir ihn suchen, und er bittet: Gib mir zu trinken! Jesus dürstet. Seine Bitte kommt aus der Tiefe Gottes, der nach uns verlangt. Ob wir es wissen oder nicht, im Gebet begegnet der Durst Gottes unserem Durst. Gott dürstet danach, dass wir nach ihm dürsten.

Ungewöhnlich: Diese Frau kam zu einer ungewöhnlichen Stunde, um Wasser zu holen, und sie kam allein. Typischerweise kamen die Frauen früher am Tag zum Wasserholen und sie kamen in Gruppen. Vielleicht gab es einen plötzlichen Bedarf, oder vielleicht war sie eine soziale Ausgestoßene, die von anderen Frauen in der Gemeinde gemieden wurde.

Joh 4,8: ‭Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen.‭

Joh 4,9: ‭Nun spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie erbittest du als ein Jude von mir etwas zu trinken, da ich doch eine samaritische Frau bin? (Denn die Juden haben keinen Umgang mit den Samaritern.)‭

Joh 4,10: Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken!, so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser.

Jesus erzeugt Neugier: Jesus zog die Frau ins Gespräch und machte sie neugierig auf einige Dinge. Er machte sie neugierig auf die Dinge Gottes (Wenn du die Gabe Gottes wüsstest). Er hat sie neugierig gemacht, wer Jesus ist (wer es ist, der zu dir sagt). Er machte sie neugierig, was Er ihr geben könnte (Er hätte dir lebendiges Wasser gegeben).

Gabe Gottes: Weihen wir eilends diesem Gott die ganze Liebe unseres Herzens. Gott will dieses Herz nicht zur Hälfte. Er will es ganz, ohne Einschränkungen. Dafür hat er sein Blut, sein Leben, sich selbst ganz geopfert. Wenn du wüsstest, wie groß die Gnade ist, die du von Gott empfängst. Wenn die Seele doch verstünde, welch übergroße Gnade Gott ihr erweist. Die Gabe Gottes ist der Heilige Geist, der lebendiges Wasser ist. Jesus sendet ihn uns überall und zu jeder Zeit. Ich mache mir bewusst, dass Jesus sich danach sehnt, gerade auch unter den gewöhnlichen Ereignissen des Tages mir zu begegnen. Bitten wir Jesus um das lebendige Wasser.

Joh 4,11: Die Frau spricht zu ihm: Herr, du hast ja keinen Eimer, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser?‭

Der Durst als Bild: Jesus wusste, dass diese Frau – und alle im Dorf – täglich zu diesem Brunnen kommen mussten, um ihren natürlichen Durst zu stillen. Jesus benutzte den Durst als Bild für die geistliche Not und Sehnsucht, die jeder hat. Es ist üblich, dass Menschen versuchen, ihren von Gott geschaffenen inneren Durst durch viele Dinge oder durch irgendetwas zu stillen, außer durch das, was Jesus gibt. Die Menschen sind durstig – sie wollen, sie sehnen sich, sie suchen, sie erreichen; aber nur das, was Jesus gibt, befriedigt die tiefsten Ebenen der Seele und des Geistes des Menschen.

Joh 4,12: ‭Bist du größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, samt seinen Söhnen und seinem Vieh?‭

Joh 4,13: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen.

Das Wasser im Brunnen ist die Lust der Welt. Daraus schöpfen es die Menschen mit dem Krug der Begierden. Dieses Wasser hat nur für eine kurze Zeit die Kraft den Durst zu stillen. Wir können genau wie diese Frau durchs Leben gehen und nach den kleinen Dingen im Leben suchen, die unseren Durst stillen, Vergnügen, Neuigkeiten, ein interessanter Beruf, eine Freundschaft, jegliche sinnliche Genüsse. All diese Dinge stellen uns zufrieden, aber es ist begrenzt, und wir müssen immer wieder zu ihnen zurückkehren. Woran wenden wir uns, um unseren Durst nach Glück und Erfüllung in der Tiefe zu stillen?

Anselm Grün: Unter der Oberfläche eines Lebens, das nur darauf aus ist, die aufkommenden Bedürfnisse zu stillen, möchte uns die Sehnsucht die Quelle entdecken lassen, die in uns sprudelt.

Joh 4,14: Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr durstig sein. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle werden, die unaufhörlich fließt, bis ins ewige Leben.

Unaufhörliche Quelle: Irgendwann einmal ist die eigene Quelle erschöpft. Dann brauchen wir eine andere Quelle, eine Quelle, die nicht versiegt. In uns allen steckt die Sehnsucht nach erfülltem Leben, nach Sinn und Ziel, nach Glück und Gelingen, nach Liebe und Leben. Wir schauen immerfort aus nach Mehr, nach Größerem. Oft ist diese Sehnsucht zugedeckt vom Grauschleier des Alltags. Manchmal ist sie tief verschüttet. Oft wurde sie enttäuscht und betrogen. Und doch ist sie da. Lasst uns von ganzem Herzen beten: Komm die die wasserlos trockene Wüste meines Herzens, denn wie der Hirsch lechzt nach dem Wasser so schmachtet meine Seele nach Dir.

Trinken: Was tut ein Durstiger, um seinen Durst loszuwerden? Er trinkt. Vielleicht gibt es keine bessere Darstellung des Glaubens im ganzen Wort Gottes als diese. Trinken heißt empfangen – den erfrischenden Trank aufnehmen – und das ist alles. Das Gesicht eines Mannes mag ungewaschen sein, aber dennoch kann er trinken. Er mag ein sehr unwürdiger Charakter sein, aber ein Schluck Wasser wird seinen Durst stillen. Trinken ist so eine bemerkenswert einfache Sache, es ist sogar noch einfacher als Essen. Spurgeon

Joh 4,15: Herr, bitte gib mir von diesem Wasser! Dann werde ich nie mehr Durst haben und muss nicht mehr hierher kommen, um Wasser zu holen.

Der Herr ist die Quelle: Woher bekomme ich lebendiges Wasser, das meinen Lebensdurst wirklich löscht und nicht mehr zu sprudeln aufhört? Wann findet meine Sehnsucht nach einem erfüllten und gelungenen Leben wirklich den Heimathafen auf der Irrfahrt durchs Leben? Wie finde ich durch den ermüdenden Alltagstrott hindurch zu einer geistig-spirituellen Frische und zu einer seelischen Widerstandskraft, die mich das Leben nicht nur bewältigen lassen, sondern zu wirklichem Glück führen? Herr, du selbst bist diese Quelle, die immer ist und immer ersehnt sein will, an der wir immer schöpfen dürfen und notwendigerweise auch müssen. Wir wurden vom Leben selbst zur Quelle des Lebens gerufen. Diese Quelle ist nicht nur Quelle lebendigen Wassers, sondern des ewigen Lebens, Quelle des Lichts und der Klarheit. Aus ihr sprudelt denn auch alles hervor: Weisheit, Leben und ewiges Licht.

Joh 4,16-18: Geh und rufe deinen Mann!, entgegnete Jesus. Ich habe keinen Mann, sagte die Frau. Das stimmt, erwiderte Jesus. Du hast keinen Mann. Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesagt.

Warum sagt die Frau, dass sie keinen Mann hat? Hat sie bei keinem Glück und Liebe gefunden? Viele Beziehungen, aber keine Liebe. Jesus verurteilt sie nicht. Sie fühlt sich angenommen. Er hat ihre Sehnsucht nach Liebe verstanden. Er möchte ihr zu ihrer Wahrheit verhelfen. Sie muss dieser Wahrheit ins Auge sehen, ihren Schattenseiten, ihren Enttäuschungen, ihrer ungestillten Sehnsucht. Leben kann nur geheilt werden, wenn Verletzungen, Enttäuschungen, wenn das Dunkle im Menschen ans Licht gehoben, angeschaut und angenommen wird. Kann ich Jesus auch die schwachen Seiten meines Lebens enthüllen, all meine Gedanken, Gefühle und moralische Fehltritte?

Fünf Männer und fünf Sinne: Augustinus deutet die fünf Männer auf die fünf Sinne des Körpers. Sie begehrt, was den fünf Sinnen angenehm ist, sie flieht, was ihnen wehe tut. Diese fünf Sinne leiten uns nicht zur Ewigkeit an, sondern zu diesen zeitlichen Dingen, sei es um sie anzustreben oder zu meiden.

Joh 4,19: ‭Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist!‭

Joh 4,20: ‭Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei der Ort, wo man anbeten soll.‭

Worte von Felix Honekamp: Herr, der Frau aus Samarien hast du eine schnelle geistliche Leitung erteilt. Sie hat in wenigen Sätzen so viel von dir gelernt und dabei vielleicht nur unbewusst bemerkt, dass sie mit Gott selbst spricht. Ihr Gespräch, ihre Fragen, sind Gebet. So kann ich auch zu dir sprechen – wie mir der Schnabel gewachsen ist, mit Respekt aber ohne falsche Scham der Themenauswahl. Und wenn ich etwas nicht verstehe, dann darf ich dich damit immer wieder belästigen. Danke, dass du immer für mich da bist.

Joh 4,21: Es kommt eine Zeit, wo ihr den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten werdet.

Der rechte Ort der Anbetung: Die Frau fragt, wo der rechte Ort zum anbeten ist. Sie denkt weltlich: jener Ber oder in Jerusalem? Jesus weist sie auf das Gebet in Geist und Wahrheit. Suche im Gebet den Ort auf, wo du am wenigsten abgelenkt bist. Ein ruhiger und stiller Ort sollte es sein. Auch Jesus zog sich im Gebet an solche Orte zurück. Es geht um Anbetung. Es geht um eine personale Hingabe an Gott. Es geht darum, sein Herz zu verschenken. Aber das ist nicht an einen Ort gebunden, sondern es geschieht im Geist und in der Wahrheit. Es geschieht, wo Menschen sich Gott öffnen, Gott Raum geben, Raum geben dieser Sehnsucht nach dem lebendigen und lebenspendenden Gott. Es geschieht, wo sie im Innern auf die Stimme dessen hören, der sagt: Ich bin es, ich, der mit dir redet.

Joh 4,22: ‭Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt aus den Juden.‭

Joh 4,23: Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden.

Wahre Anbeter: Jesus wies sie auf eine Zeit hin, in der sich die Anbetung nicht mehr auf Orte konzentrieren würde (weder auf Jerusalem noch auf den Berg Gerazim). Das größere Werk Jesu würde eine größere, geistlichere Anbetung bringen. Eine der größten Ankündigungen, die unser Herr je gemacht hat; und zu einer sündigen Frau gemacht.

Im Geist und in der Wahrheit. Gebet ist am Ende Gespräch mit Jesus und pflegt unsere Beziehung zu ihm. Wie bei einem Gespräch mit einem Freund, nehme ich mir Zeit, schaue nicht ständig aufs Handy oder bin mit meinen Gedanken schon wieder woanders. Mein Geist sollte in der Lage sein, geistlich zu sprechen und wirklich und wahrhaftig in ein Gespräch mit Gott eintreten. Dabei ist es eher Geschmackssache oder auch situationsbedingt, ob es ein Vaterunser oder ein Rosenkranz sein soll, oder ein freies Gebet oder ein Lobpreis. Wenn ich im Gespräch mit Jesus im Geist und in der Wahrheit bin (was auch bedeutet, ihm und mir gegenüber ehrlich zu sein, nicht doppelzüngig oder überfromm), dann sind Form und Ort ganz zweitrangig. Felix Honekamp

Gebet: Mein Jesus, immer und überall kann ich zu dir, zum Vater und zum Heiligen Geist beten. Aber selbst du hast dich zum Beten oft auf einen Berg und in die Einsamkeit zurückgezogen. Du bist immer und überall für mich da, nur ich selbst muss eine kluge Auswahl treffen, auf welche Weise ich am besten zu dir sprechen kann.

Joh 4,24: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Intime Anbetung: Vater, ich habe verstanden, wie bedeutsam Intimität für mich ist und dass du ein Gott bist, der mir nahekommen möchte. Ich sage jetzt Ja dazu. Ich öffne dir mein Herz. Komm mir nahe, erfülle mein Leben mit deiner Gegenwart. Bitte hilf mir, in deine Nähe zu kommen und dortzubleiben. Ich möchte nicht mehr nur als Besucher zu dir kommen, du sollst mein Zuhause sein, in dem ich geborgen bin. Du bist ein Vater, dem Ehre und Lob gebührt, einfach um deiner selbst willen. Du bist ein Vater, der uns unsere Fehler und Sünden vergeben möchte, wenn wir mit Reue zu dir kommen. Du bist ein Vater, der jedes seiner Kinder unendlich liebt.

Thomas von Aquin: Zu Gott beten macht uns mit Gott vertraut, da unsere Seele sich zu ihm erhebt, liebevoll mit ihm spricht und ihn im Geist und in der Wahrheit anbetet (Joh 4,23). Und so eröffnet sich in dieser Vertrautheit mit Gott, die das Gebet bewirkt, die Möglichkeit, noch vertrauensvoller zu beten.

Joh 4,25: Die Frau spricht zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, welcher Christus genannt wird. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.

Der siebte Mann Jesus: Die Begegnung Jesu mit der Frau, die fünf Männer hatte, mit einem sechsten nun zusammenlebt und noch immer nicht das Glück und die Zufriedenheit finden konnte, schenkt ihr den siebten Mann, Jesus. Er hat Besseres anzubieten. Die Zahl Sieben ist die Zahl der Fülle. Die nicht erschlaffte Sehnsucht findet Erfüllung. Er kommt in mein Herz. In meinem Herzen biete ich ihm einen Platz an. Dieser freigeräumte Platz entsteht durch die Sehnsucht, die ich nach Gott mit Herz, mit Verstand und mit all meinen Sinnen aussende. Dann kommt er. Ich muss nicht einmal dabei beten, ich spüre nur, dass da etwas mit mir geschieht und ich fange zu lächeln an.

Joh 4,26: Da sagte Jesus zu ihr: Du sprichst mit ihm. Ich bin es.

Ich bin es: Der körperliche Durst erlaubt es Jesus, den heimlichen Durst der Samariterin zu wecken, ihre Suche nach einer beständigen und verlässlichen Liebe, die ihr Würde und Respekt verleiht. Diese Frau entdeckt sich so in der Tiefe selbst, dank des Herrn, weil sie es akzeptiert, sich in der Wahrheit zu betrachten. So erzieht uns der Herr im geistlichen Leben und führt uns, damit wir nicht außerhalb von uns suchen, sondern in uns. Der geistliche Weg ist ein Weg der Innerlichkeit, der uns in die Tiefen unseres Seins führt: Dort treffen wir Gott wahrhaft und zugleich finden wir uns selbst. Die Tiefe des Herzens ist somit gleichzeitig der Ort unserer größten Intimität, das Heiligtum unseres Gewissens, aber auch der Ort, wo Gott weilt. Je näher ich also Gott in mir komme, desto mehr werde ich wahrhaft ich selbst.

Joh 4,27: ‭Unterdessen kamen seine Jünger und verwunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Doch sagte keiner: Was willst du? oder: Was redest du mit ihr?‭

Joh 4,28: Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt und sprach zu den Leuten.

Veränderte Frau: Die Samariterin war so beeindruckt von der Liebe Jesu, dass sie nun ihre Dorfbewohner aufsuchte, auch wenn sie sie zuvor wie eine Ausgestoßene behandelt hatten. Wenn sie zuvor die Gesellschaft ihrer Mitbürger gemieden hatte, war sie jetzt eine veränderte Frau; sie muss sie aufsuchen und ihnen ihre Neuigkeiten mitteilen.

Die Wahrheit hat sie befreit: Die Frau eilt ins Dorf zurück, mitten unter die Leute, vor denen sie sich aus Scham versteckt hatte. Die Wahrheit hat sie befreit. Die Wahrheit über ihr Leben hat sie aus der Isolation befreit. Sie ist wieder in der Gemeinschaft der Menschen. Jesus hat in ihr die Quelle des lebendigen Wassers geöffnet. Sie ist geheilt. Sie weiß sich geliebt und angenommen. Sie muss nicht mehr ihrem Durst nach Liebe nachlaufen, von einer Beziehung zur anderen. Jetzt kann sie selber viele Menschen zu Jesus führen. Sie weiß jetzt und kann glaubwürdig anderen davon erzählen: Viele suchen vergeblich ein erfülltes Leben. Jesus kann es ihnen schenken.

Augustinus: Sie gab ihren Krug der Begierde auf und eilte fort, die Wahrheit bekannt zu machen. Mögen die lernen, die das Evangelium verkünden wollen, sie sollen den Krug am Brunnen wegwerfen.

Joh 4,29: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ob dieser nicht der Christus ist?‭

Kommt: Jesus zeigte so viel Liebe und ein solches Gefühl der Sicherheit, dass sie sich bei Ihm sicher fühlte, selbst als ihre Sünde aufgedeckt wurde. Für die Nachfolger Jesu ist es wichtig, den Menschen heute einen sicheren Ort zu geben, an dem sie ihre Sünde bekennen, Buße tun und ihr Vertrauen auf Jesus setzen können.

Joh 4,30: ‭Da gingen sie aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm.‭

Joh 4,31-32: Inzwischen hatten ihm seine Jünger zugeredet: Rabbi, iss doch etwas! Aber er sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise, von der ihr nichts wisst.

Eine Speise, von der ihr nichts wisst: Jesus sagte nicht, dass Essen und Trinken und Ruhe nicht wichtig sind. Stattdessen wollte er, dass seine Jünger wissen, dass das Leben mehr ist als diese Dinge; dass man nicht nur vom Brot isst. Jesus hatte eine größere Quelle der Kraft und Befriedigung als die Nahrung, die er aß. Jesus erklärte seinen Jüngern, dass es seine wahre Befriedigung sei , den Willen seines Gottes und Vaters zu tun.

Joh 4,33: ‭Da sprachen die Jünger zueinander: Hat ihm denn jemand zu essen gebracht?‭

Joh 4,34: Ich lebe davon, dass ich Gottes Willen erfülle und sein Werk zu Ende führe. Dazu hat er mich in diese Welt gesandt.

Gottes Willen erfüllen: Der Weltmensch denkt, dass er vollkommen glücklich wäre, wenn es nach ihm ginge, und sein Traum vom Glück in diesem oder im nächsten Zustand besteht darin, dass seine eigenen Wünsche befriedigt werden, seine eigenen Sehnsüchte erfüllt, seine eigenen Wünsche ihm gewährt. Das ist alles ein Fehler. Ein Mann wird auf diese Weise niemals glücklich sein. Spurgeon

Einswerden mit dem Willen Gottes: Zögere nicht, lass aus dem Herzen ein fiat, es geschehe, zu den Lippen aufsteigen. Akt des Einswerdens mit dem Willen Gottes: Du willst es, Herr? Dann will ich es auch! Sich dem Willen Gottes hingeben ist das Geheimnis, auf der Erde glücklich zu werden. Frage dich viele Male am Tage: Tu ich in diesem Augenblick, was ich tun soll? Eine Sache von Sekunden. Denke, ehe du irgendeine Sache anpackst: Was will Gott in dieser Angelegenheit von mir? Und dann tu es mit der Gnade Gottes. Josemaría Escrivá

Joh 4,35: ‭Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht die Felder an; sie sind schon weiß zur Ernte.‭

Reife Ernte: Das war ein Sprichwort mit der Idee, dass es bei einer Aufgabe nicht besonders eilig ist, weil die Dinge einfach ihre Zeit brauchen und man das Warten nicht vermeiden kann. Jesus wollte nicht, dass seine Jünger diese Mentalität haben; Er wollte, dass sie denken und handeln, als wäre die Ernte jetzt reif .

Joh 4,36: ‭Und wer erntet, der empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich der Sämann und der Schnitter miteinander freuen.‭

Ermutigung: Jesus ermutigte seine Jünger in ihrer Arbeit mit ihm auf mindestens drei Arten. Ihre Arbeit in der Ernte würde belohnt werden (Wer erntet, erhält Lohn). Das Gute ihrer Arbeit würde ewig dauern (sammelt Früchte für das ewige Leben). Alle Erntehelfer würden sich gemeinsam über die Arbeit freuen.

Joh 4,37: ‭Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet.‭

Joh 4,38: Ich bin vom Himmel herabgestiegen, nicht um Meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der Mich gesandt hat.

Dein Lebenssinn ist den Willen Gottes zu tun. In diesem Tun bist du in der Nachfolge Jesus. Wie häufig fragen wir uns dennoch, warum Gott diese oder jene meiner Bitten nicht erhöhrt? Es tut gut daran, dass wir in unseren Gebeten nicht die schnelle Erfüllung unseres Willen erwarten, sondern uns noch mehr dem Willen des Vaters anvertrauen und Ereignisse im Hinblick seinen Heilsplan sehen, die für unsere Augen oft geheimnisvoll sind. Wir dürfen in unseren Bitten unseren eigenen Willen Gott hinhalten. Dann aber, wenn es scheint, als hätte Gott unsere Erwartungen nicht erfüllt, dürfen wir dennoch voll Dank und Lob sein. Wir dürfen im Einfachen darauf vertrauen, dass Gottes Wille für uns nur das Beste will, weil Gott die Liebe ist.

Joh 4,39: ‭Aus jener Stadt aber glaubten viele Samariter an ihn um des Wortes der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.‭

Joh 4,40: ‭Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage dort.‭

Gewonnenes Vertrauen: Dass Samariter ohne Angst vor einer Zurückweisung einen jüdischen Lehrer zu sich einladen, zeigt, wie sehr er ihr Vertrauen gewonnen hat.

Joh 4,41: ‭Und noch viel mehr Leute glaubten um seines Wortes willen.‭

Joh 4,42: Er ist wirklich der Retter der Welt!

Sehnsucht nach dem Retter: Auch der Mensch von heute kann wieder das Bedürfnis verspüren, wie die Samariterin zum Brunnen zu gehen, um Jesus zu hören, der dazu einlädt, an ihn zu glauben und aus der Quelle zu schöpfen, aus der lebendiges Wasser hervorsprudelt. Wir müssen wieder Geschmack daran finden, uns vom Wort Gottes und vom Brot des Lebens zu nähren, denn Jesus ist unser aller Retter.

Als Durstige brauchen wir die Quelle lebendigen Wassers. Wir, die wir tot sind, brauchen Leben. Die Herde braucht den Hirten. Ja, die ganze Menschheit braucht Jesus.

Joh 4,43: Nach den zwei Tagen aber zog er fort und ging nach Galiläa.‭

Joh 4,44: ‭Jesus selbst bezeugte zwar, dass ein Prophet in seinem eigenen Vaterland nicht geachtet wird.‭

Joh 4,45: ‭Als er aber nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er während des Festes in Jerusalem getan hatte; denn auch sie waren zu dem Fest gekommen.‭

Joh 4,46-54: Jesus heilt Sohn eines Beamten

Auslegung und Kommentar zu Joh 4,46-54

Joh 4,45: Als er aber nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er während des Festes in Jerusalem getan hatte; denn auch sie waren zu dem Fest gekommen.‭

Joh 4,47: ‭Als dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, ging er zu ihm und bat ihn, er möchte herabkommen und seinen Sohn gesund machen; denn er lag im Sterben.‭

Joh 4,48: ‭Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht!‭

Nicht nur wegen Zeichen und Wunder glauben: Jesus wies diejenigen zurecht, die auf Zeichen und Wunder angewiesen waren, bevor sie glaubten. Es mag den Anschein haben, dass Jesus hart zu diesem Mann war, der wollte, dass sein Sohn geheilt wurde, aber er begegnete vielen in Galiläa, die nur an seinen Wundern interessiert waren – deshalb befragte er diesen Mann entsprechend.

‭Joh 4,49: Der königliche Beamte spricht zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!‭

Joh 4,50: ‭Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Und der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sprach, und ging hin.‭

Allein dem Wort Jesus glauben: Jesus hat den Glauben dieses Mannes auf eine harte Probe gestellt und ihn gezwungen, nur an Jesu Wort zu glauben und nicht an irgendeine äußerliche Demonstration des Wunders. Es war Seiner Fürsorge würdig, den Jungen zu heilen; es war viel notwendiger, dass er den Vater zum Glauben erzieht und führt

Worte von João Paulo Jäger: Ohne Glauben können wir die Bitte des Offiziers an Jesus gar nicht verstehen. Wir wissen aber, dass er mit großem Glauben gebeten hat. Jesus nutzte die Situation, um uns auch etwas über den Glauben zu lehren: Wer zum Glauben kommt, braucht oft Zeichen und Wunder. Aber dieser Beamte sah von Jesus weder Zeichen noch ein Wunder. Vielleicht hatte er gehört, dass dieser Mann aus Nazaret ein großer Prophet war, der Wundertaten vollbrachte. Aber er selbst sah nichts davon. Und doch glaubte er, dass Jesus das Wunder vollbringen konnte.

Glauben. Glauben, dass mich der Herr ändern kann, dass er mächtig ist – wie es dieser Mann im Evangelium getan hat, der einen kranken Sohn hatte. „Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt.“ „Geh, dein Sohn lebt!“ (VV. 49-50). Dieser Mann glaubte dem Wort, das Jesus ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg. Der Glaube besteht darin, dieser Liebe Gottes Raum zu geben; er besteht darin, der Stärke, der Macht Gottes Raum zu geben, nicht der Macht dessen, der sehr mächtig ist, sondern der Macht dessen, der mich liebt, der in mich verliebt ist und der sich mit mir freuen will. Das ist Glaube. Das heißt glauben: dem Herrn Raum geben, damit er kommt und mich verändert

Joh 4,51: ‭Als er aber noch unterwegs war, kamen ihm seine Knechte entgegen und berichteten ihm und sprachen: Dein Sohn lebt!‭

Joh 4,52: ‭Nun erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber.‭

Der feste Glaube des königlichen Beamtens: Laut seinen Dienern geschah dies gestern um die siebte Stunde. Das bedeutet, dass der Adlige sich Zeit nahm, um von seinem Treffen mit Jesus in Kana zu seinem Haus in Kapernaum zurückzukehren. Sein gemächliches Tempo war eine Demonstration des Glaubens. Aus Angst rannte der Edelmann von Kapernaum nach Kana; im Glauben ging er von Kana zurück nach Kapernaum. Der Adlige war sich so sicher, dass sein Kind am Leben und wohlauf war, dass er es nicht eilig hatte, zurückzukehren. Er ging nicht sofort nach Hause, als müsste er rechtzeitig einen anderen Arzt holen, wenn Christus es nicht geschafft hätte; aber er ging gemächlich und ruhig seines Weges, überzeugt von der Wahrheit dessen, was Jesus zu ihm gesagt hatte. Spurgeon

Joh 4,53: ‭Da erkannte der Vater, dass es eben in der Stunde geschehen war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er glaubte samt seinem ganzen Haus.

Das ganze Haus glaubte: Seine Jünger glaubten an ihn, nachdem das Wasser in Wein verwandelt worden war; der Vater und der Rest des Haushalts glaubten als Ergebnis der Heilung des Jungen.

Joh 4,54: ‭Dies ist das zweite Zeichen, das Jesus wiederum tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.‭

Das zweite Zeichen: Die ersten beiden Zeichen im Johannesevangelium fanden in Kana in Galiläa statt. Die erste war auf der besten Party aller Zeiten – einer Hochzeitsfeier. Die zweite war mit der schlimmsten Tragödie aller Zeiten verbunden – der Krankheit und dem baldigen Tod eines Kindes. Jesus ist in beiden Aspekten real.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum Johannes Evangelium Joh Kapitel 4.


Infos zum Impuls 

– Start mit dem Wort Gottes in den Tag

– Kurzimpuls

– es gibt stets ein Wochenthema

– täglich nur 1x

– entweder über

   * Whatsapp

   * Facebook-Seite

   * Telegram

– ca. zwischen 6-7 Uhr 

– hier geht´zur Anmeldung

Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste