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Johannes Evangelium Joh Kapitel 10: Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum Johannes Evangelium Joh Kapitel 10

Joh 10,1-30: Der gute Hirte

Auslegung und Kommentar zu Joh 10,1-30

Joh 10,1: ‭Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in die Schafhürde hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.

Joh 10,2: ‭Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirte der Schafe.‭

Christus steht uns bei! Der Gott Israels offenbarte sich den Menschen des Alten Testaments als guter Hirte. Der gute Hirte kümmert sich um seine Schafe und verhindert, dass sie verstreut werden. Er sucht die beste Weide für sie aus. Er führt sie zur rechten Zeit zur Ruhestelle. Er wacht besonders über die verlorenen, die kranken oder verletzten Schafe seiner Herde. Christus ist unser guter Hirte und sucht beständig nach uns. Wir sind ihm nicht gleichgültig. Er sorgt sich um uns. Er hofft auf eine Gelegenheit, uns nahe zu sein und mit sprechen zu können. Michael Sliney

Joh 10,3: ‭Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus.‭

Der Hirte: Der Hirte ruft die Schafe beim Namen und zeigt damit, dass der Hirte eine persönliche Verbindung zu den Schafen hat. Der Hirte führt sie, gibt Richtung und Führung vor – ohne die Schafe zu treiben .

Was wir hören. Wenn es jemanden gibt, der es wert ist, auf ihn zu hören, dann ist es Christus. Wir wissen, dass es nicht leicht ist, ihm nachzufolgen. Er sagt, dass sein Weg schmal und gerade ist, einer, auf dem man das Kreuz nicht scheut. Wir hören, was für Mühen er uns kosten wird. Aber bedenken wir je, was wir auf ihm gewinnen werden? Und was andere gewinnen werden? Todd Belardi

Joh 10,4: ‭Und wenn er seine Schafe herausgelassen hat, geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme.‭

Joh 10,5: ‭Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.‭

Joh 10,6: ‭Dieses Gleichnis sagte ihnen Jesus. Sie verstanden aber nicht, wovon er zu ihnen redete.‭

Joh 10,7: ‭Da sprach Jesus wiederum zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür für die Schafe.‭

Ich bin die Tür: Jesus verwendete ein anderes Bild aus der Schafzucht seiner Zeit. Draußen auf den Weiden für Schafe wurden Pferche mit nur einem Eingang gebaut. Die Tür für diese Schafställe war der Hirte selbst. Er legte seinen Körper über den Eingang, um die Schafe drinnen und die Wölfe fernzuhalten. Der Hirte war tatsächlich die Tür.

Joh 10,8: ‭Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie.‭

Joh 10,9: Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.

Ich bin die Tür: Die enge Tür ist Jesus selbst, eng, weil ich ein persönliches Verhältnis zu ihm brauche, eine Eins-zu-Eins-Beziehung. Theresa von Avila sagt: wir können mit Jesus reden wie mit einem Freund, obwohl er der Herr ist. Sie ist eng: persönliches Gepäck muss ich zurück lassen (eigenes Ego, Stolz, Besitz etc.), um eintreten zu können. Das ist nicht immer leicht. Doch wir können uns darauf verlassen, dass Gott uns hilft. Jeden Tag neu. Darum: Gewöhnt Euch daran, Jesus immer bei Euch zu haben. Theresa von Avila

Ein- und ausgehen: Dieser Satz weist im Stil der Hebräer auf alle Handlungen im Leben eines Menschen hin und auf die Freiheit, die er hat, zu handeln oder nicht zu handeln.

Joh 10,10: Ich aber bringe Leben und dies im Überfluss.

Überfluss: Das griechische Wort für Überfluss, perissos , hat eine mathematische Bedeutung und bezeichnet allgemein einen Überschuss. Das Leben im Überfluss ist vor allem das zufriedene Leben, bei dem unsere Zufriedenheit darauf beruht, dass Gott jeder Not gewachsen und fähig ist alle unsere Bedürfnisse zu befriedigen gemäß seinem Reichtum und seiner Herrlichkeit in Christus Jesus.

Leben in Fülle: Leben in Fülle ist kein besonders langes Leben. Ein Leben in Fülle ist kein einfaches, bequemes Leben. Leben in Fülle ist ein Leben der Befriedigung und Zufriedenheit in Jesus.

Gedicht von Teresa von Kalkutta

Das Leben ist eine Chance, nutze sie.
Das Leben ist Schönheit, bewundere sie.
Das Leben ist Herausforderung, stelle dich ihr.
Das Leben ist kostbar, gehe sorgfältig damit um.
Das Leben ist Liebe, erfreue dich an ihr.
Das Leben ist Traurigkeit, überwinde sie.
Das Leben ist eine Hymne, singe sie.
Das Leben ist dein Kampf, akzeptiere ihn.
Das Leben ist ein Abenteuer, wage es.

Joh 10,11: Ich bin der gute Hirte.

Guter Hirte: Das Bild des Hirten ist tief im Alten Testament verwurzelt. Dort besitzt der Titel Hirte Israels messianische Bedeutung. Für die Christen wurde diese Figur des Hirten Bild für den, der aufgebrochen ist, das verlorene Schaf, d.h. die Menschheit zu suchen. Jesus ist der wahre Hirte, der die Natur der Menschen annehmen wollte, um ihnen das neue Leben zu schenken und sie zum Heil zu führen, zum Leben: Ich aber bringe Leben und dies im Überfluss. (Joh 10:10). So ist das Bild des Hirten ein tiefes Bild, das unserer Seele Ruhe und Frieden geben kann. Unser Hirte ist ein Meister darin, unserer Seele immer wieder neue Hoffnung zu geben.

Die Herde: Ein Hirte hat nicht nur ein Schaf, er hat eine Herde. Als Kirche sind wir eine Gemeinschaft, die in Jesus Christus lebt. Beim Hirten-Bild denke ich meist ganz konkret an andere Menschen, v.a. an jene, mit denen ich hin und wieder meine Probleme hab und dann geht es mir im Herzen auf: Auch diese Menschen, sind seine Schafe, die er weidet. In Jesus Christus sind wir ein Leib, eine Herde, die auf seine Stimme hört.

Joh 10,11: Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.

Der Hirte gibt sein Leben für die Schafe: Dreimal steht in Joh 10, dass der Hirte sein Leben für die Schafe hingibt. Das Geheimnis des Kreuzes steht im Mittelpunkt von Jesu Hirtendienst. „Das ist der Auftrag, den ich von meinem Vater bekommen habe.“ (Joh 10:18) Jesus gibt sich selber, und das nicht nur in einer fernen Vergangenheit damals, sondern in jeder heiligen Eucharistie wird es neu Wirklichkeit, seine Hingabe an uns. Folgen wir ihm. Streben wir nach dem Geist vollständiger Hingabe an ihn und des Gleichmuts gegen die Dinge der Welt, damit wir bereit sind, seinem Ruf zu folgen.

Selbst Hirte sein: Ich muss auch ein guter Hirt und darf kein Söldner sein (in meiner Ehe, im geweihten Leben, in meiner Arbeit). Wir alle wollen diese echten, unauflöslichen Beziehungen. Es gibt einen, der nicht flieht, wenn der Wolf kommt: Er setzt sein Leben aufs Spiel. Das ist Liebe: ohne Hingabe des Lebens gibt es keine Liebe. In unserer Gesellschaft und in unseren Häusern herrscht oft Traurigkeit und Angst…, weil wir wissen, dass es niemanden gibt, der uns verteidigt, wenn der Wolf kommt. Wir können nicht leben, ohne füreinander gute Hirten zu sein, so wie Jesus unser guter Hirt ist. So wird sich in uns die Freude der Liebe einstellen und wir werden den Entschluss fassen, unser Leben hinzugeben und Hüter des Lebens unserer Brüder zu sein. Br. Ignacio Maria Rubio LC

Ich gebe mein Leben hin.  Der Vater vertraute Christus eine Mission an: Christus sollte durch ein Leben unbegrenzter Selbsthingabe, einer Hingabe bis in den Tod, die Erlösung bringen. Da er Gott ist, konnte er den Vater mit uns versöhnen. Durch seine Menschwerdung konnte er sich mit uns gefallenen Menschen identifizieren und uns zu Kindern Gottes erheben. Christus ist die vollendete Brücke zwischen der gefallenen Menschheit und dem unendlich heiligen Gott. Seine Mission, diese Kluft zu überwinden, kam erst dadurch zustande, dass er den Willen des Vaters aus eigenem freiem Willen annahm. Unser Herr bekam dafür nichts, und doch war er treu bis in den Tod. Todd Belardi

Er gibt sein Leben immer noch: Das Leben, das in dem Menschen Jesus Christus steckt, gibt er immer für uns. Er lebt für uns, und weil er lebt, leben wir auch. Er lebt, um für uns einzutreten. Er lebt, um uns im Himmel zu vertreten. Er lebt, um die Vorsehung für uns zu regieren. Spurgeon

Joh 10,12: Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander.

In diesem Leben tun wir viele Dinge gegen Bezahlung: Wir wollen Anerkennung, und arbeiten, um etwas zu verdienen. Die Überraschung ist, dass dieser gute Hirt sein Leben gratis, kostenlos, gibt. Er gibt es, weil er will, nicht weil wir uns gut benommen hätten oder es verdienten. Denn er kümmert sich um seine Schafe. Weil er dich liebt. Es gibt so viele Dinge, die wir tun, weil wir unter dem Gesetz der Bezahlung stehen, aus Verpflichtung und ohne Liebe. Aber wir fliehen vor der Prüfung. Andererseits müssen wir als Schafe dieses guten Hirten nichts verdienen, sondern das Werk Gottes in uns annehmen, uns lieben lassen und mit dem Vertrauen derer leben, die wissen, dass sie geliebt und beschützt sind. Br. Ignacio Maria Rubio LC

Joh 10,13: ‭Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert.‭

Joh 10,14: Ich aber bin der gute Hirte und kenne meine Schafe, und sie kennen mich.

Kennen: Das Kennen bedeutet hier nicht nur, zu wissen wer jemand ist. Kennen ist hier der Ausdruck einer Beziehung zwischen dir und dem Hirten Jesus. Wir müssen zuinnerst in der Beziehung mit Christus stehen. Er selber wird dich halten und bewahren. Der glaubende Mensch weiß sich sicher in Gottes Hand. Er braucht sich nicht zu fürchten. Denn Gott kennt ihn. Dieses Kennen spiegelt sich auch in unserer Beziehung zum Nächsten. Wirkliches Kennen ohne Liebe, ohne innere Beziehung, ohne inneres Annehmen des anderen gibt es nicht. Das Kennen des anderen muß immer ein Kennen mit dem Herzen sein. Das geht letztlich nur, wenn der Herr unser Herz öffnet. Bitten wir ihn immer neu darum!!!

Wechselseitiges Erkennen: Es gibt eine wechselseitige Erkenntnis zwischen Jesus und seinen Schafen. Und die Existenz dieses Wissens ist der Beweis, dass Er der Hirte ist.

Der Hirte ist gut: Sobald du entdeckst, dass Gott dich liebt, und dass es so ist, einfach weil er es will, weil du eine schöne und geliebte Kreatur bist, ändert sich dein Leben. Der Herr ist dein guter Hirt, der dich verteidigt und dir Sicherheit gibt. Der gute Hirt verlangt nichts von dir: Du darfst einfach an ihn glauben. Deine größte Stärke ist es, an diesen Hirten zu glauben, ihm zu vertrauen und ihn zu lieben, ihn, der dich zuerst geliebt hat und der von dir für seine Liebe nichts als Gegenleistung verlangt. Unser Leben beginnt mit seiner Liebe.

Joh 10,15: ‭Gleichwie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe.‭

Joh 10,16: ‭Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird ‭eine‭ Herde und ‭ein‭ Hirte sein.‭

Joh 10,17: ‭Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme.‭

Joh 10,18: ‭Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.‭

Aus freiem Willen. Jesus wurde nicht befohlen, sich für unsere Sünden hinzugeben. Er hat sich freiwillig aufgeopfert. Die Freiheit ist dann am besten genutzt, wenn sie ohne Rücksicht auf Mühen und Entbehrungen den Willen Gottes erfüllt. Wir sollten bedenken, dass Jesus wusste, was jenseits seiner erfolgreichen Predigten und Wunder zu erwarten war: der Weg zum Kalvarienberg. Um sich darauf vorzubereiten, verbrachte er viele Nächte auf dem Ölberg. Trotz des Mangels an Verständnis von Seiten seiner Jünger, offenbarte er ihnen sein Schicksal. Am Ende, als seine Stunde kam, zeigte er sich dem Vater treu ergeben. Als die Stunde der Finsternis schlug, sagte er zu den Hohenpriestern: „Ich bin es”. Christus ist vor Gottes Willen niemals zurückgeschreckt. Er fühlte die Schwere. Trauer erfüllte sein Herz. Seine menschliche Seite drängte ihn dazu, einen leichteren Weg zu gehen. Er aber bewies, dass Liebe stärker als der Tod ist, dass wahre Freiheit die Sünde überwinden und beherrschen kann. Todd Belardi

Worte von Franz von Sales: Und schließlich starb dieser göttliche Liebhaber in den Flammen und Gluten der Liebe wegen der unendlichen Liebe, die er zu uns trug und durch die Kraft und Gewalt dieser Liebe. Das heißt also, daß er in der Liebe, durch die Liebe, für die Liebe und aus Liebe starb. Waren auch die grausamen Qualen und Foltern hinreichend, um wen immer zu töten, so hätte der Tod doch nie in das Leben desjenigen eintreten können, der die Schlüssel des Lebens und des Todes (Offb 1,18) in Händen hatte, wenn nicht die göttliche Liebe, die diese Schlüssel gebraucht, dem Tod die Tore geöffnet hätte, damit er über den göttlichen Leib herfallen und ihm das Leben rauben könne. Denn die Liebe gab sich nicht damit zufrieden, ihn um unseretwillen sterblich gemacht zu haben, sie wollte ihn wirklich dem Tod überliefern. Aus eigener freier Wahl starb er und nicht durch die Macht des Bösen. „Niemand entreißt mir das Leben,“ sagt er (Joh 10,17 f), „ich gebe es selbst freiwillig hin und verlasse es. Ich habe die Macht, es hinzugeben und es selbst wieder zu gewinnen.“ „Er wurde geopfert,“ sagt Jesaja, „weil er es selbst wollte“ (53,7). Darum wird auch nicht gesagt, daß sein Geist von ihm wich, sich von ihm trennte; sondern im Gegenteil, daß er seinen Geist aufgab, ihn aushauchte, ihn seinem ewigen Vater übergab (Mt 27,50; Mk 15,37; Lk 23,46; Joh 19,30).

Joh 10,19: ‭Da entstand wiederum eine Spaltung unter den Juden um dieser Worte willen.

Joh 10,20: ‭Viele von ihnen sagten: Er hat einen Dämon und ist von Sinnen, weshalb hört ihr auf ihn?‭

Er ist von Sinnen: Jesus erhob solch radikale Behauptungen über sich selbst, dass die Menschen über ihn uneins waren. Einige glauben, dass er der war, von dem er sagte, dass er er sei. Andere glaubten, dass jeder, der behauptete, Gott zu sein, wie Jesus behauptete, entweder einen Dämon haben oder verrückt sein müsse.

Joh 10,21: ‭Andere sagten: Das sind nicht die Worte eines Besessenen. Kann denn ein Dämon Blinden die Augen öffnen?‭

Joh 10,22: ‭Es fand aber in Jerusalem das Fest der Tempelweihe statt; und es war Winter.‭

Joh 10,23: ‭Und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos umher.‭

Joh 10,24: ‭Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele im Zweifel? Bist du der Christus, so sage es uns frei heraus!‭

Joh 10,25: ‭Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, diese geben Zeugnis von mir.

Joh 10,26: ‭Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe.‭

Ihr glaubt nicht, weil ihr nicht Meine Schafe seid: Die religiösen Führer wollten, dass Jesus deutlich spricht, und hier sprach Er deutlicher, als sie wahrscheinlich wollten. Jesus sagte ihnen zuvor, dass sie keine wahren Hirten seien (Joh 10:5 , 10:8 , 10:10 , 10:12-13). Hier sagte Jesus ihnen, dass sie nicht einmal echte Schafe seien , weil die Schafe des Messias glauben und Seine Stimme hören.

Joh 10,27-28: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Niemand wird sie meiner Hand entreißen.

Vor allem durch das Hören auf sein Wort wächst und nährt sich unser Glaube. Wer aufmerksam auf die Stimme des Herrn hört, wird im Großen wie im Kleinen die richtigen Entscheidungen treffen, Gottes Willen entsprechend zu handeln. Hören wir auf die Stimme des guten Hirten Christus. Jesus ist und bleibt der Gute Hirt, und wer ihm vertraut, wird nicht enttäuscht. Das gibt Zuversicht! Folgen wir seinen Spuren.

Erkennen auf Hebräisch hat eine sehr tiefe Bedeutung: Ich weiß nicht nur, wie du heißt, oder wie du lebst… Es ist das Verb der Intimität, der intimen Beziehung. Es ist nicht etwas Intellektuelles, sondern eher etwas, was man erlebt. Von Christus erkannt zu werden, bedeutet, eins mit ihm zu sein, von ihm eine intime Erfahrung zu machen. Unsere Beziehung zu Jesus beginnt damit, dass wir ihn erkennen. Sie beginnt mit seiner Vertrautheit mit uns. Wie sehr hilft es und tröstet es uns, dass uns jemand gründlich und gut kennt, uns versteht und Mitleid mit uns hat. Liebe beinhaltet all das: Liebe ist keine Frage der Befriedigung, sondern der Beziehung. Sie ist eine Beziehung mit jemandem, der bis in die Tiefe deines Herzens hinabreicht und dich kennt. Du kennst dich nicht so gut, wie er dich kennt. Deshalb folgen wir ihm, deshalb sind wir Christen: weil er uns kennt! Br. Ignacio Maria Rubio

Christus führt uns und wir folgen: Christus selbst führt uns durch seinen Heiligen Geist auf unserem Weg heraus aus der Gefangenschaft in uns selbst, in unserer Sünde. Er leitet uns durch die Wüste des irdischen Weges hin zum himmlischen Hochzeitsmahl. Schon auf dem Weg durch die Wüste ist Gott da und führt uns, ja er umgibt uns von allen Seiten. Aber: Erst wenn wir bereit sind, alle alten Bindungen zurückzulassen und uns ganz zu geben in Liebe, kann der Geliebte uns eine neue Heimat geben und uns einführen in sein königliches Reich. Auf dem geistlichen Weg sind wir ständig bedroht von den Mächten des Bösen. Christus will uns vor diesen Gefahren in Sicherheit bringen. Wenn wir alles zurücklassen und uns ihm ganz anvertrauen, sind wir vor allen Gefahren sicher. Wenn wir auf die Stimme des Guten Hirten hören und ihr folgen, kann uns nichts mehr etwas anhaben.

Der gute Hirt trennt sich nicht von seinen Schafen. Jesus versichert uns, er werde niemals zulassen, dass uns jemand oder etwas von ihm trennt. Was für eine Erleichterung! Wir brauchen auch keine Angst davor haben, allein zu sein, denn Jesus sichert uns zu, uns ein Leben lang zu begleiten. Jesus sagt, dass er und der Vater eins sind. Somit ist Gott Gemeinschaft und möchte, dass wir Anteil an dieser Gemeinschaft haben und mit ihm leben. Deshalb können wir uns immer damit trösten, dass Gott uns nie allein lässt. Br. Pablo R. de la Gala LC

Was ist das Wesen dieser Beziehung, was ist ihr Geheimnis? Es ist unauslöschlich: Wenn du eine tiefe Erfahrung von Christus gemacht hast, weißt du, dass sie deine tiefe Wahrheit berührt und dass sich das nicht mehr ändern kann. Du kannst diese Schönheit, Zärtlichkeit und Intimität, die du gekannt hast, nicht leugnen. Sie hat dich für immer geprägt. Wir müssen uns an die Momente erinnern, in denen wir uns erkannt gefühlt haben und wussten, dass wir besucht worden sind. Erkennt die Schönheit und süße Zärtlichkeit dieses Hirten! Wir feiern diese Erfahrung in den Sakramenten und wir erkennen ihren Widerschein in allen Umständen des Lebens. Sie ist die Quelle unserer Freude: Ich bin von meinem Hirten geliebt und erkannt. Br. Ignacio Maria Rubio

Joh 10,28: Ihnen gebe ich das ewige Leben.

Joh 10,29: ‭Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen.‭

Niemand kann sie reißen: Das physische Leben mag zerstört werden, aber diejenigen, die durch den Glauben mit dem Sohn Gottes verbunden sind, diejenigen, die zur Herde des wahren Hirten gehören, können niemals das wirkliche Leben verlieren, denn er bewahrt es sicher.

Er wird dich auf seinen Händen tragen. Um Jesus so anzunehmen, wie er ist, muss man ihm einen Vertrauensvorschuss geben und einen Schritt in die Unsicherheit wagen. Solch ein Schritt kann sich wie ein Schritt ins Leere anfühlen, dorthin, wo wir nicht wissen, was geschehen wird. Jesus aber lädt uns ein, diesen Schritt zu tun, denn er möchte, dass wir im Vertrauen zu ihm wachsen und wissen, dass wir sicher sein können, nicht ins Leere zu fallen, weil wir auf seinen Händen über den Abgrund der Unsicherheit und der Angst hinwegschreiten können. Br. Raphael Meyer

Tun Sie den Schritt ins Vertrauen! Vielleicht haben wir das schon öfters gehört, aber, wenn wir ehrlich sind und unser Leben anschauen, gibt es da immer etwas Konkretes, um das Jesus uns bittet. Wenn du gerade vor einer Entscheidung stehst und Gutes tun willst, das dich etwas kostet, ist vielleicht jetzt die Zeit, seiner Einladung zu folgen und Ja zu seinem Willen zu sagen, den Schritt zu tun und auf seiner Hand über den Abgrund der eigenen Ängste hinwegzuschreiten. Im Vertrauen auf Gott wird der Abgrund zur Ebene. Br. Raphael Meyer

Joh 10,30: ‭Ich und der Vater sind eins.‭

Joh 10,31-42: Unglaube gegen den Sohn Gottes

Auslegung und Kommentar zu Joh 10,31-42

Joh 10,31: Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen.‭

Worte von Charles de Foucauld: Wie bist Du gut, mein Gott! Welcher Verachtung, welchen Beleidigungen, welchen Gewalttätigkeiten setzt Du Dich aus, in welches entsetzliche Milieu begibst Du Dich – aus Liebe zu uns! Mut – nach dem Beispiel Jesu! Mut zu sagen, was wir sagen müssen, sei es im kleinen Kreis, sei es in der Öffentlichkeit – nach dem Beispiel Jesu, der trotz der Bedrohungen, der Gewalttätigkeiten, der Widerstände, trotz einem aufgehetzten Volk und trotz der Autoritäten, die entschlossen waren, Ihn einzukerkern, all das spricht, wiederholt, laut predigt, was Er zu sagen hat, und so lang und ausführlich, wie Er es sagen muss. Mut, das zu tun, was wir tun müssen, sei es im kleinen Kreis, sei es in der Öffentlichkeit – nach dem Beispiel Jesu, der trotz der Bedrohung, der Gewalttätigkeiten, der Beleidigungen, der Komplotte der Juden, in ihre Mitte geht, dort so lange bleibt wie es Seine Aufgabe erfordert, und all das tut, was er tun muss, darauf bedacht, einzig und allein das zu tun und zu sagen, was Gott gefällt. Er hat sich überhaupt nicht darum geschert, was Ihm widerfahren wird.

Joh 10,32: ‭Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt von meinem Vater; um welches dieser Werke willen wollt ihr mich steinigen?‭

Joh 10,33: ‭Die Juden antworteten ihm und sprachen: Nicht wegen eines guten Werkes wollen wir dich steinigen, sondern wegen Gotteslästerung, und zwar weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst!‭

Joh 10,34: ‭Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter ?‭

Joh 10,35: ‭Wenn es diejenigen Götter nennt, an die das Wort Gottes erging— und die Schrift kann doch nicht außer Kraft gesetzt werden.

Joh 10,36: ‭Wieso sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst!, weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?‭

Joh 10,37: ‭Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht!‭

Joh 10,38: ‭Tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und glaubt, dass der Vater in mir ist und ich in ihm!‭

Joh 10,39: ‭Da suchten sie ihn wiederum zu ergreifen; doch er entging ihren Händen.‭

Joh 10,40: ‭Und er zog wieder jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte, und blieb dort.‭

Joh 10,41: ‭Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes hat zwar kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes von diesem gesagt hat, ist wahr!‭

Joh 10,42: ‭Und es glaubten dort viele an ihn.‭

Joh 10,42: So begannen dort viele an Jesus zu glauben.

Im Glauben Gott ich dir vertrau: Ein glaubender Mensch ist jemand, der auf Jesus vertraut, der in einer Haltung des Vertrauens durch das Leben schreitet. Der Glaube an ihn gibt meinem Leben einen verlässlichen Grund, auf dem ich sicher stehen kann. Ein fester Glaube macht mein Denken ruhig und füllt mein Herz unabhängig von den Umständen mit Hoffnung. Beten wir heute das Glaubensbekenntnis ganz bewusst mit Kopf und Herz. In ihm sind die Wahrheiten vereint, die unserer tragender Grund sind. So gehe ich in den Tag, Gott gegenwärtig nehmend, wissend, dass er treu ist und bleibt. Er wird nicht heute so sein und morgen so. Gott ist nicht wetterwendisch.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum Johannes Evangelium Joh Kapitel 10.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste