Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Erster Brief an Timotheus Kap. 6: Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum ersten Brief an Timotheus Kap. 6

Anweisungen für Sklaven (1. Tim 6,1-2)

Hochmut und Habsucht (1. Tim 6,3-10)

1. Tim 6,6: Ein Leben in der Ehrfurcht vor Gott bringt tatsächlich großen Gewinn, vorausgesetzt, man kann sich – was den irdischen Besitz betrifft – mit wenigem zufrieden geben.

1. Tim 6,6: Dabei ist doch jeder reich, der an Gott glaubt und mit dem zufrieden ist, was er hat

1. Tim 6,6: Freilich ist die Ehrfurcht vor Gott ein großer Gewinn, aber nur wenn sie mit persönlicher Genügsamkeit verbunden ist.

Über die Bescheidenheit: Bescheidenheit als Frucht des hl. Geistes ist eine Entscheidung, mit dem glücklich zu sein, was man hat. Wir können uns dafür entscheiden, jeden Tag zufrieden zu sein mit dem was wir haben und was ist und unsere Gier und Sehnsucht zügeln. Zufriedenheit in der Bescheidenheit! Es liegt durchaus an uns wieviele „Sternchen“ wir dem Tag am Ende geben, abhängig mit wie viel Wünschen und Ansprüchen wir in den Tag gehen. Sind diese zu viel und zu hoch, dann scheitern wir wahrscheinlich recht häufig daran. Ergebnis ist meist Unzufriedenheit. Bescheidenheit ist die Fähigkeit, mit Wenigem zufrieden zu sein. So schmücke dein Haus mit Bescheidenheit.

Über die Zufriedenheit: Das hier verwendete Wort für Zufriedenheit ist Autarkie. Damit meinten sie eine vollständige Selbstgenügsamkeit. Sie meinten eine von allem Äußeren völlig unabhängige Gemütsverfassung, die das Geheimnis des Glücks in sich trug. Zufriedenheit kommt nie aus dem Besitz äußerer Dinge.Wir können nur Zufriedenheit finden, wenn unsere Herzen in ewigen Dingen verwurzelt sind; und Zufriedenheit ist wesentlich, weil sie zeigt, dass wir mit einer ewigen Perspektive leben und nicht nur versuchen, ein irdisches Nest zu füllen. Wirkliche Zufriedenheit ist nicht allzu schwierig für diejenigen, deren wahre Heimat der Himmel ist. Es braucht nur wenig von den Gütern dieser Welt, um einen Mann zufrieden zu stellen, der sich als Bürger eines anderen Landes fühlt und weiß, dass dies nicht seine Ruhe ist.

Über die Genügsamkeit: Unser Leben mit Gott wird nur dann zum Leben in Fülle, wenn wir in unserer Seele darauf bedacht sind, dass sie nicht bestimmt wird durch Wut, Trägheit, Neid und vor allem der Habgier. „Alles Böse erwächst aus der Habgier.“ (1. Tim 6:10) Genügsamkeit dagegen ist eine wichtige Quelle von Zufriedenheit! Sie lässt dich dankbar sein vor Gott mit dem Gegebenen. Habgier dagegen ist die Quelle von Unzufriedenheit. Sie schaut nur auf das, was wir nicht haben. Ja, wir erwarten dann, dass wir, wenn wir es haben, irgendwie glücklicher sind, aber in Wahrheit verursacht dieses Streben gerade meist die Sorge. Das Herz, das sich an Dinge hängt, empfängt mit ihnen die Last der Sorge. Das Herz, das abgibt, wird dagegen reich.

1. Tim 6,7: Was haben wir denn in die Welt mitgebracht? Nichts! Und wir werden auch nichts mitnehmen können, wenn wir sie verlassen.

1. Tim 6,8: Wenn wir also Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen.

Gegen die Gier: Seien wir doch dankbar, wenn wir „unser tägliches Brot“ bekommen. Vergessen wir nicht, wem wir dies alles zu verdanken haben und danken wir Gott dafür, dass er uns versorgt. Und hängen wir uns nicht an den „Überfluss“ der unsere Taschen nicht mehr füllen kann. Geben wir denen, die nichts haben. Teilen wir gerne und mit fröhlichem Herzen. Danket dem Herrn, denn seine Güte währet ewiglich. Denken wir heute einmal darüber nach. Jemand gab mir einmal den Tipp bei Herzenswünschen folgende Fragen zu stellen: „Brauche ich das? Brauche ich das wirklich? Brauche ich es gleich?“ – Manche Dinge wurden nach diesen Fragen dann doch nicht angeschafft. Und vielleicht wurde von Herzen geteilt. Rolf Aichelberger

1. Tim 6,9: Wer unbedingt reich werden will, wird sich in einem Netz von Versuchungen verfangen und allen möglichen unsinnigen und schädlichen Wünschen erliegen, die einen Menschen zugrunde richten und ins Verderben stürzen.

Gefahr der Sehnsucht nach Reichtum: Bezeichnenderweise ist die Sehnsucht nach Reichtum viel gefährlicher als der Reichtum selbst und nicht nur die Armen wollen reich werden, sondern auch die Reichen, die mehr Reichtum wollen. Der Wunsch, reich zu sein, kann wirklich nur in Jesus Christus befriedigt werden, und zwar mit geistlichen Reichtümern statt mit materiellen. Alles andere kommt zu kurz.

Die Wünsche wachsen in dem Maße, wie wir das Gewünschte erlangen: Der Besitz dessen, was wir uns gewünscht haben, nährt nur unser Verlangen, ohne die Seele wirklich zu sättigen. Doch die Seele verlangt nach nichts anderem als nach dieser Bürde, weil sie, verführt durch die Sinne und durch die falschen Meinungen der Menschen, davon überzeugt ist, dass diese Bürde sie zufriedenstellen wird. Doch wenn sie sieht, dass dies nur wie ein Tropfen Wasser in einem Abgrund ist, wendet sie sich anderen Gegenständen zu, von denen ihr die Sinne vormachen, dies seien Güter, die ihr Erfüllung geben könnten.

Die Glückseligkeit des jenseitigen Lebens ist die Erfüllung aller Wünsche. Die Glückseligkeit dieses Lebens ist das Verstummen aller Wünsche. Claude de la Colombière

Gelangen wir in dieser Welt zur wahren Glückseligkeit? Die Freuden der Welt, die zunächst satt machen – Ehre, Ruhm und Reichtum, die niemals sättigen, all diese falschen Güter, derer wir entweder überdrüssig werden oder die uns hungrig zurücklassen, die alle wie Rauch vergehen und deren Genuss immer wieder gestört wird durch eine endlose Abfolge verschiedenster Leiden und durch das schreckliche Bild des Todes, wo sie doch letztlich alle enden werden –, können diese Freuden der Welt wirklich die Glückseligkeit hervorbringen?

1. Tim 6,10: Denn die Liebe zum Geld ist eine Wurzel für alles Böse. Manche sind ihr so verfallen, dass sie vom Glauben abgeirrt sind und sich selbst die schlimmsten Qualen bereitet haben.

Böse Habgier: Ein Spruch der Wüstenväter lautet: „Was muss ich tun, Vater? Schweige, und vergleiche dich nicht mit den anderen.“ Neid ensteht dadurch, dass wir uns mit anderen vergleichen und das kann sich auf alles beziehen: Geld, Auto, Haus, Kleidung, Freunde, Gesundheit, Glück, Aussehen, Intelligenz, Erfolg, Persönlichkeit etc. Im Neid sind wir nicht bei uns und wohnen nicht in der Ruhe Gottes, sondern schauen auf die anderen und darin besteht die Not und das Leid. Wenn die Versuchung des Vergleichens in dir ist, widerstehe ihr, denn „selbstsüchtige Wünsche, die Gier […] all dies kommt nicht von Gott, unserem Vater, sondern gehört zur Welt.“ (1. Joh 2:16). Vielmehr:

Suche nichts außer Ihn. Er genügt dir! Du magst habgierig sein, soviel du willst: Gott ist genug. Augustinus

Seelsorgerliche Ratschläge (1. Tim 6,11-21)

1. Tim 6,11: Aber du, als Mann Gottes, fliehe vor alldem. Strebe dagegen nach Gerechtigkeit, Ehrfurcht vor Gott, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Freundlichkeit

1. Tim 6,11: Jage aber nach Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut!

Tugend der Nächstenliebe: Jeder Christ soll Apostel sein für alle, die in Reichweite leben. Ihre Nächsten und Freunde zuerst, aber nicht nur für sie; die Nächstenliebe hat nichts Enges; sie umfasst alle, die das Herz Jesu umfasst. Durch welche Mittel? Güte, Herzlichkeit, geschwisterliche Zuwendung, das Beispiel der Tugend, Demut und Sanftmut, die immer anziehend wirken und zutiefst christlich sind, gegenüber allen Menschen ohne Ausnahme?Bei manchen Menschen werden Sie nie ein Wort über Gott und Religion verwenden. Sie üben Geduld, wie Gott geduldig ist. Sie sind gut, wie Gott gut ist? Vor allem: in jedem Menschen den Bruder, die Schwester sehen. Charles de Foucauld

Tugend der Freundlichkeit: Die Tugend der Freundlichkeit steht zwischen zwei Lastern, dem düsteren Ernst einerseits und der Schmeichelzunge andererseits. Die Tugend der Freundlichkeit hält die goldene Mitte. Sie versteht sich zu Zärtlichkeiten nur da, wo sie ihr angebracht erscheinen, und bewahrt dabei in Anpassung an die betreffende Person oder an die jeweiligen Umstände eine feine Zurückhaltung.

Tugend der Sanftmut: Die Sanftmut will nun, daß man die Regungen des Zornes unterdrückt, daß man mild, herzlich und voll Güte gegen alle ist. Sprich und handle also auf möglichst sanfte Weise. Beim ersten Gefühl des Zorns, der Ungeduld und der Entrüstung des Herzens sammle sogleich sanft deine Kräfte vor unserem Herrn, um ihn um Hilfe zu bitten. Wenn man eine Handlung im Zorn oder aus Ungeduld begangen hat, mache den Fehler gut durch einen Akt der Sanftmut der betreffenden Person gegenüber.

Es gehört nicht viel dazu, recht sanftmütig zu sein, wenn einem nichts in die Quere kommt und die Geduld nicht auf die Probe gestellt wird. Franz von Sales

1. Tim 6,12: Kämpfe den guten Kampf, der zu einem Leben im Glauben gehört, und ergeife das ewige Leben, zu dem Gott dich berufen hat und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast.

Unser Glaubensweg ist ein ständiger Kampf. Wer das nicht akzeptieren will, wird scheitern oder mittelmäßig bleiben. Im Vers 11 davor wird dieser Kampf beschrieben: Bemüh dich mit aller Kraft (!) darum, das Richtige zu tun, Gott zu dienen, ihm zu vertrauen und deine Mitmenschen von ganzem Herzen zu lieben. Begegne ihnen mit Geduld und Freundlichkeit. Dies ist ein Kampf, weil damit eine große Anstrengung meinerseits einher geht, mit dem Ziel, mich selbst zu beherrschen und Widrigkeiten zu überwinden. Gutes tun und Opfer bringen, das geht meist mit Mühe einher. Dennoch murren wir nicht, auch wenn es Kraft kostet, denn in all dem steht uns Jesus bei.

Die Gegenwart des auferstandenen Christus ruft uns Christen alle dazu auf, uns gemeinsam für die Sache des Guten einzusetzen. Benedikt XVI

Worte der Wüstenväter: Die Amma Synkletika sprach: Die zu Gott gehen, haben am Anfang Kampf und vielerlei Beschwerde. Hernach jedoch ist die Freude unaussprechlich. Wie nämlich diejenigen, die Feuer anzünden wollen, zuerst vom Rauch belästigt werden und weinen müssen und auf diese Weise das Gewünschte erreichen, denn es steht geschrieben: Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. Auch wir entfachen das göttliche Feuer in uns mit Tränen und Mühen. Apophthegmata

Gottes Weg zu gehen gegen den Strom dieser Welt wird nicht einfach sein. Daher musste Timothy die Entschlossenheit eines Soldaten haben.

1. Tim 6,15: Die Zeit dafür bestimmt Gott selbst, der vollkommene und alleinige Herrscher, der König aller Könige, der Herr aller Herren.

1. Tim 6,16: Er allein ist unsterblich, er lebt in einem Licht, das niemand sonst ertragen kann, kein Mensch hat ihn je gesehen. Ihm allein gebühren Ehre und ewige Macht. Amen.

Gott allein ist in jeder Hinsicht unsterblich. Er wird nicht nur immer sein, sondern auch immer gut sein, immer treu, immer vernünftig, immer schön, großzügig, liebenswürdig, mächtig, weise und in jeder Hinsicht vollkommen. Die Freude, die man verspürt, wenn man ihn besitzt, ist eine Freude, die niemals vergeht, sie ist unveränderlich, unabhängig von Zeit und Ort; sie ruft niemals Überdruss hervor – im Gegenteil: Sie wird umso liebreizender, je mehr man sie verkostet. Claude de la Colombière

1. Tim 6,17: Ermahne die, die nach den Maßstäben dieser Welt reich sind, nicht überheblich zu sein und ihre Hoffnung nicht auf den unsicheren Reichtum zu setzen, sondern auf Gott. Denn Gott gibt uns alles reichlich, was wir brauchen, und wir dürfen es genießen.

Wir dürfen geniessen: Vieles kann Streß verursachen: spirituelle Arbeit an sich selbst, Leistungsdruck, Umgang mit den Erwartungen der anderen u.v.m. Das ganze Leben färbt sich dann in ein ständiges „Muss“ und „Soll“. Lasst uns das Genießen nicht verlernen: Zweisamkeit, Spazieren gehen, Lesen, anregende Gespräche, ein Vollbad, Mittagsschlaf u.v.m. Wir wissen es: Wer nicht genießt wird ungenießbar. Und auch wenn es etwas altbacken klingt und aus einer anderen Zeit kommt, geht folgendes Goethe-Zitat genau in diese Richtung: „Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und wenn es möglich wäre, einige vernünftige Worte sprechen.“ In diesem Sinne: Genieße das Leben, so gut du eben kannst, trotz der Schattenseiten, die das Leben auch mit sich bringt.

1. Tim 6,18-19: Sie sollen Gutes tun, freigebig sein und ihren Besitz mit anderen teilen. Wenn sie so in guten Werken reich werden, schaffen sie sich einen sicheren Grundstock für die Zukunft und werden das wirkliche Leben gewinnen.

Geber sein: Viele denken, dass der Hauptgrund, dem Herrn zu geben, darin besteht, dass die Gemeinde Geld braucht. Das ist nicht wahr. Der wichtigste Grund zu geben ist, dass Sie ein Geber sein müssen. Es ist Gottes Weg, Sie vor Gier zu schützen und auf ungewisse Reichtümer zu vertrauen. Gott wird für sein Werk sorgen, auch wenn Sie nicht geben; aber was wird aus dir ?

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste