Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Erster Brief an die Thessalonicher (1. Thess) Kapitel 5:  Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum ersten Brief an die Thessalonicher (1. Thess) Kapitel 5

1. Thess 5,1-11: Wir warten auf Christus

Auslegung und Kommentar zu 1. Thess 5,1-11

1. Thess 5,1: ‭Was aber die Frage nach Zeit und Stunde betrifft, brauche ich euch nichts zu schreiben, liebe Geschwister.

1. Thess 5,2: Ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so unerwartet kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.

1. Thess 5,3: ‭Wenn die Leute sagen: »Jetzt haben wir Frieden und Sicherheit!«, wird plötzlich ein Verderben über sie hereinbrechen wie die Wehen über eine Schwangere. Da gibt es kein Entkommen.

1. Thess 5,4: Doch ihr lebt ja nicht in der Finsternis, liebe Geschwister, dass euch der Tag wie ein Dieb überraschen könnte.

1. Thess 5,5: Denn ihr seid Menschen des Lichts und Kinder des kommenden Tages. Nein, wir gehören nicht zu Finsternis und Nacht!

1. Thess 5,6: Deshalb wollen wir auch nicht schlafen wie die anderen, sondern wachen und nüchtern sein.

Wachsamkeit und Nüchternheit: Die Bibel redet von einer zweifachen Ankunft des Sohnes Gottes. Einmal als er Fleisch annahm und Mensch wurde. Das zweite Mal, wenn er am Ende der Zeiten kommen wird. Die zweite Ankunft wird in der Bibel der Tag des Herrn genannt. Die Erwartung dieses Tages gehört zu unserem Glauben! Wachsamkeit brauchen wir, um auf unseren Herrn zu warten. Nüchternheit brauchen wir, damit die Dinge dieser Welt nicht Macht über uns bekommen. Wir sind Kinder des Lichts!!! So leben wir dem Licht und nicht der Welt. In allem jeder Zeit nur eines: Jesus Christus, das Licht der Welt!

1. Thess 5,7: ‭Denn wer schläft, schläft in der Nacht, und wer sich betrinkt, tut es in der Nacht.

1. Thess 5,8: Wir aber gehören zum Tag und wollen darum nüchtern sein, gerüstet mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf Rettung.

Glaube, Liebe, Hoffnung: Glaube und Liebe werden durch den Brustpanzer dargestellt, weil der Brustpanzer die lebenswichtigen Organe bedeckt. Kein Soldat würde jemals ohne seinen Brustpanzer in die Schlacht ziehen , und kein Christ ist dafür gerüstet, ein christliches Leben ohne Glauben und Liebe zu führen. Die Hoffnung auf Erlösung wird als Helm dargestellt , denn der Helm schützt den Kopf, der genauso wichtig ist wie der Brustpanzer . Hoffnung wird nicht im Sinne von Wunschdenken gebraucht, sondern im Sinne einer zuversichtlichen Erwartung von Gottes Hand in der Zukunft.

1. Thess 5,9: ‭Denn Gott hat uns nicht dazu bestimmt, dass wir seinem Zorngericht verfallen, sondern dass wir durch unseren Herrn Jesus Christus das Heil in Besitz nehmen.

1. Thess 5,10: Er ist ja für uns gestorben, damit wir für immer mit ihm leben, ganz gleich ob wir noch am Leben sind, wenn er kommt, oder nicht.

1. Thess 5,11: Macht also einander Mut und baut euch gegenseitig auf, wie ihr es ja auch jetzt schon tut.

Seien wir Ermutiger: Unsere Worte haben Macht. Mit unseren Worten können wir unseren Nächsten aufbauen oder erniedrigen. Wir alle brauchen Worte der Ermutigung, Annahme, Bestätigung, Anerkennung. Solche Worte lassen uns wachsen und steigern unser Selbstwertgefühl. Negative, kritisierende Worte bewirken das Gegenteil, unser Selbstwert sinkt. Seien wir Ermutiger in unseren Familien, in der Kirchengemeinde, in unseren Freundschaften. Wie können wir Ermutiger sein? Anstatt auf die Fehler des anderen zu schauen, bestätigen wir seine positiven Eigenschaften. Bauen wir einander auf, helfen, beten füreinander. Sehen wir das Potenzial zB in unseren Kindern, fördern seine Begabungen, anstatt uns auf das zu konzentrieren, was sie noch nicht können. Schauen wir nicht nur auf den Ungehorsam unserer Kinder, sondern schätzen und loben auch die Dinge, die sie gut machen. Ulrike Puintner

1. Thess 5,12-28: Anweisungen

Auslegung und Kommentar zu 1. Thess 5,12-28

1. Thess 5,12: Wir bitten euch aber, liebe Geschwister: Erkennt die an, die sich besonders für euch einsetzen und sich im Auftrag des Herrn um euch kümmern und euch den rechten Weg zeigen.

1. Thess 5,13: Wegen ihrer Mühe sollt ihr ihnen besondere Achtung und Liebe entgegenbringen. Haltet Frieden untereinander!

Achtung und Liebe: Christen sollen ihre Führer achten und sie in Liebe sehr hoch schätzen. Sie sollten dies um ihrer Arbeit willen tun. Sie verdienen keine Wertschätzung wegen ihres Titels oder ihrer Persönlichkeit, sondern wegen ihrer Arbeit für Gottes Volk.

Haltet Frieden untereinander: Um dies zu ermöglichen, müssen wir zuallerst Frieden in unserem Herzen schaffen. Mutter Teresa sagte: „Der Frieden beginnt zu Hause und in unseren eigenen Herzen. Wie können wir Frieden in die Welt bringen, wenn wir keinen Frieden in uns haben?“ Aus diesem Frieden im Herzen, den allein Gott schenken kann, dürfen wir dann weiter mit den Worten von Franz von Assisi beten: „Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens! Wo Hass ist, lass mich Liebe säen.“ Das gilt es im Einerlei des Alltags durch Gottes Gnade umzusetzen. Darauf allein kommt es an. Das ist das Gesetz Christi. Wie leicht sind wir jedoch geneigt, uns zu wehren, wenn wir angegriffen werden.

1. Thess 5,14: Außerdem bitten wir euch, liebe Geschwister: Weist die zurecht, die ein ungeordnetes Leben führen! Ermutigt die Ängstlichen! Helft den Schwachen! Habt Geduld mit allen!

Weist zurecht: Wenn ein Verhalten nicht gut ist, weisen wir in aller Sanftmut und Liebe zurecht. Wir schweigen nicht um des Friedens Willen, sind uns aber immer bewusst, dass wir irren können. Die Mutlosen bauen wir auf, solche, die durch die Umstände des Lebens entmutigt und enttäuscht sind. Dem körperlich und geistlich Schwachen helfen wir. In allem haben wir Geduld. Veränderung braucht Zeit. In allem haben wir Nachsicht und sündigen lieber durch zu große Barmherzigkeit als durch zu große Strenge.

Zuviel Nachsicht ist falsch, zu wenig Nachsicht ist auch falsch. Die Mitte ist schwer. Aber wenn ich mich schon verfehle, will ich mich lieber durch zu große Milde verfehlen als durch zu große Strenge. Franz von Sales

Helft den Schwachen: Die Last des anderen tragen bedeutet, dass wir uns niemals endgültig vom anderen distanzieren dürfen, wenn wir nicht mehr miteinander klar kommen. Geht aufeinander zu und sucht das gemeinsame Gespräch. Sprecht über eure Schwierigkeiten im Umgang miteinander. Haltet keinen faulen Frieden miteinder. Aber lasst euch einander stehen in eurer Unterschiedlichkeit, lernt euch lieben und schätzen. Überwindet euch, weil Christus uns längst überwunden hat! „Wir, die Starken, haben die Pflicht, die Schwächen der Schwachen zu tragen, anstatt selbstgefällig nur an uns zu denken. Jeder von uns soll auf den anderen Rücksicht nehmen, damit es ihm gut geht und er gefördert wird.“ (Röm 15:1‭-‬2)

Seien Sie geduldig mit allem: Obwohl bei verschiedenen Menschen unterschiedliche Ansätze gewählt werden müssen, müssen Christen mit allen geduldig sein . Denn wahres Christentum zeigt sich in seiner Fähigkeit, schwierige Menschen zu lieben und ihnen zu helfen. Wir suchen nicht nur nach perfekten Menschen, denen wir dienen und mit denen wir dienen können.

1. Thess 5,15: Achtet darauf, dass niemand von euch Böses mit Bösem vergilt! Bemüht euch vielmehr bei jeder Gelegenheit, einander und auch allen Menschen Gutes zu tun!

Gegen die Rache: Der Christ sollte niemals Rache oder Rache suchen, sondern Gott auf unserer Seite stehen lassen. Stattdessen müssen wir immer danach streben, was sowohl für Sie selbst als auch für alle gut ist . Wenn wir anderen gegenüber ein vergebendes Herz haben, ist das nicht nur gut für sie, sondern auch für uns selbst.

1. Thess: 5,16: Freut euch allezeit!

Freue dich immer : Nicht nur über glückliche Dinge freuen, sondern auch über Sorgen. Der Christ kann sich immer freuen, denn seine Freude beruht nicht auf Umständen, sondern auf Gott. Die Umstände ändern sich, aber Gott nicht.

Wahre Freude: Schauen wir darauf, dass Gott uns jeden Morgen neu seine Liebe schenkt. Das ist der Grund der wahren Freude, solange wir leben, unabhängig davon, welche Kreuze uns begegnen. Im Gebet empfangen wir ganz bewusst diese Liebe. Auch in traurigen Umständen können wir uns an dieser Liebe freuen. Traurigkeit bezieht sich immer auf diese Erde, auf Umstände, in die wir in diesem Leben kommen können. Wirkliche Freude bezieht sich immer auf den Herrn und das, was im Himmel ist. Tiefe Freude erwächst aus dem Blick auf Jesus, den wir lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all unseren Gedanken.

Fliehe die Traurigkeit, denn diese befällt die Herzen, die sich an die Dinge dieser Welt Klammern. Pater Pio

Freude: Die Freude des Herzens ist das Leben der Seele. Achten wir darauf, dass wir nicht unnötig murren. Papst Franziskus sagt: Der Personalausweis des Christen ist die Freude, Freude des Evangeliums, Freude, von Jesus auserwählt zu sein, Freude, von Jesus gerettet zu sein, Freude, von Jesus neu geschaffen zu sein. Freude  jener Hoffnung darauf, dass Jesus uns erwartet, Freude,  die auch in den Kreuzen und Leiden dieses Lebens zum Ausdruck kommt: im Frieden und in der Gewissheit, dass Jesus uns begleitet, dass er bei uns ist. 

1. Thess 5,17: Hört niemals auf zu beten!

Christen sollen ununterbrochen beten. Wir können unsere Köpfe nicht beugen, unsere Augen schließen und unsere Hände falten, ohne aufzuhören , aber das sind Gebetsbräuche , nicht das Gebet selbst. Gebet ist Kommunikation mit Gott, und wir können jede Minute des Tages in einem ständigen, fließenden Gespräch mit Gott leben.

Die christliche Sache lebt und stirbt mit dem Gebet: Das Gebet ist das Herz christlichen Lebens. Beten ist nicht nur bitten und auch nicht nur danken. Beten heißt erstlich einmal so stille werden, daß wir Gottes Wort an uns vernehmen, heißt dann aber, diesem Wort Antwort geben, sei es in Worten oder inTaten. Beten heißt Gott nahekommen und nahe bleiben wollen, weil er uns nahegekommen ist. Beten können wir nur, weil Christus da ist, in ihm hat unser Gebet seinen Grund, denn durch ihn haben wir Gott zum Vater. Christus ist aber auch die Kraft unseres Betens und nur aus dieser Kraft können wir ohne Unterlaß beten. Aber eben weil Christus unsere Kraft ist, die uns zum Vater führt, darum macht das Gebet uns fröhlich und stark, darum kann ein Mensch, der betet, nicht mehr Angst haben und nicht mehr traurig sein. Im Gebet ist Christus, ist Gott uns nahe. Nahet euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Bonhoeffer

Wort der Wüstenväter: Abbas Johannes sprach: Ich gleiche einem Menschen, der unter einem großen Baum sitzt und sieht, wie viele wilde Tiere und Schlangen gegen ihn herankommen. Kann er gegen sie nicht mehr bestehen, dann klettert er eilig auf den Baum und rettet sich. So auch ich: Ich sitze in meinem Kellion und sehe, wie schlechte Gedanken auf mich zukommen, und wenn ich gegen sie nichts mehr kann, dann fliehe ich zu Gott im Gebet und werde so vor dem bösen Feind gerettet. Apophthegmata

Beten verwandelt unser Denken, weil wir alles darin Gott hinhalten und dadurch nicht mehr um uns selbst kreisen. Gottes Geist durchdringt mehr und mehr meinen Geist und schenkt ihm Frieden

1. Thess 5,18: Seid in allem dankbar. Denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

Wir danken nicht für alles, aber in allem. Wir erkennen an, dass Gottes souveräne Hand das Sagen hat und nicht blindes Schicksal oder Zufall.Wenn Freude und Gebet miteinander verbunden sind, ist ihr erstgeborenes Kind Dankbarkeit.

Durch Dankbarkeit beten wir in der richtigen Herzenshaltung. Wenn wir nicht mehr danken können, werden wir unglücklich. Wir aber befassen uns mit allen möglichen negativen Dingen und mehren so uns den Hang zur Traurigkeit. Wenn wir offene Augen für die Güte Gottes haben, dann werden wir in allen(!) Umständen des Lebens immer noch Gründe finden, für die wir danken können. Wenn wir wirklich davon überzeugt sind, dass uns alles zum Guten mitwirkt, dann werden wir auch immer Grund zum Danken haben. Deshalb wollen wir den Herrn bitten, dass Er uns ein dankbares Herz erhält. Oh heiliger Geist, hilf uns: „Lasst den Geist Gottes ungehindert wirken!“ (1. Thess 5:19)

Für Vieles in meinem Leben bin ich dankbar. Gerade am Anfang eines neues Jahres schaue ich zurück und erinnere mich an alles Gute das ich im letzten Jahr dankbar sein darf. Ich habe viel Schönes erlebt in der Familie, mit Freunden, bei der Arbeit, in der Gemeinde. Aber das ist nicht alles. Beim Aufschreiben der Dinge wofür ich dankbar bin, merke ich dass die Liste nicht aufzuhören scheint. Für die Gesundheit, für die Familie, für die Freunde, dafür ein Haus über dem Kopf zu haben, für die wunderbare Schöpfung, die Bewahrung vor Unfällen, für die Führung Gottes usw, usw. Sooft im Trubel des Alltags vergesse ich daran zu denken und Gott dafür zu danken. Ich sollte es viel öfter tun. Denn wenn ich es tue merke ich wie gut es mir tut. Es verändert meinen Blickwinkel. Ich schaue auf das was gut ist und konzentriere mich nicht auf Schwierigkeiten, Fehler usw. Es bewahrt meine Freude. Ulrike Puintner

Dankbarkeit auf für schwierige Zeiten: Es ist leicht dankbar zu sein wenn es mir gut geht und ich keine Probleme habe. Aber wie kann ich dankbar sein wenn es mal nicht so läuft wie ich mir es wünsche? In schwierigen Situationen, Krisen, Beziehungsproblemen, Krankheit usw. In solchen Zeiten bin ich vor allem dankbar, dass ich Jesus an meiner Seite habe, dass ich die Situationen nicht alleine meistern muss. Er gibt mir Halt und Trost und den Mut weiterzugehen. Seine Liebe trägt mich. Wenn ich zurückschaue, bin ich oft auch für die schwierigen Zeiten dankbar. Denn genau in diesen Zeiten war Gott mir sehr nahe und die Beziehung zu ihm ist gewachsen. So sehe ich die Krise nicht mehr als Bedrohung, nein es ist eine Chance. Die Chance Gottes liebende Hand zu ergreifen und mit ihm gemeinsam weiterzugehen. Ulrike Puintner

Dankbarkeit ist der Wächter am Tor der Seele gegen die Kräfte der Zerstörung. Gabriel Marcel

Lebe dankbar und in Freude: Nach dem Aufwachen früh gehört mein erster Gedanke meinem Gott und ich freue mich auf die Überraschungen und manche Herausforderungen, die er für mich an diesem Tag bereithält und täglich sage ich mir und Ihm: Heute wird der schönste Tag in meinem Leben! Auch wenn mir ein arbeitsreicher Tag mit vielen Kilometern Fahrt bevorsteht, überlege ich mir immer etwas, auf das ich mich freuen kann. Vieles in unserem Leben ist wunderschön. Lebe dankbar! Dankbar sein für alles, was wir haben oder erreicht haben, für alles, was wir überstanden haben, für alles, wo wir nicht aufgegeben haben. Für alles, wovor wir bewahrt wurden. Das tut gut. Ich zähle gerne am Abend zehn Dinge auf, die heute schön waren. Sr. Teresa 

1. Thess 5,19: Unterdrückt nicht das Wirken des Heiligen Geistes!

1. Thess 5,19: Löscht den Geist nicht aus!

Worte von Diadochos von Photike: Es liegt am Licht der wahren Erkenntnis, wenn man ohne Irrtum das Gute vom Bösen unterscheiden kann. Wer im geistlichen Kampf steht, muss sein Denken in beständiger Ruhe bewahren. So nämlich kann der Geist die Anregungen, die ihn durchziehen, unterscheiden, und er wird die guten, von Gott stammenden in den Schatz des Gedächtnisses legen, während er die bösen, teuflischen verwirft. Wenn das Meer ruhig ist, nehmen die Fischer Bewegungen in der Tiefe so genau wahr, dass beinahe keines der Lebewesen, die unter ihnen ihre Bahnen ziehen, ihren Augen entgeht. Ist das Meer aber von Winden aufgewühlt, so verbirgt es in seiner dunklen Unruhe das, was es bereitwillig sehen lässt, wenn es in Ruhe ist. Nur der Heilige Geist kann den Geist reinigen; denn wenn nicht ein Stärkerer eintritt, der dem Dieb die Beute abnimmt, ist sie überhaupt nicht mehr zurückzuholen. Wir müssen also auf jede erdenkliche Weise, vor allem durch den Frieden der Seele, dem Heiligen Geist eine Bleibe in uns anbieten, damit das Licht der Erkenntnis immer in uns leuchtet. Denn wenn es unaufhörlich in die verborgenen Winkel der Seele strahlt, dann werden alle bedrückenden und düsteren Einflüsterungen der Dämonen nicht nur offenbar, sondern sie werden auch erheblich schwächer, da sie von diesem heiligen und herrlichen Licht durchbrochen werden. Deshalb sagt der Apostel Paulus: Löscht den Geist nicht aus.

1. Thess 5,20: Verachtet prophetische Aussagen nicht.

1. Thess 5,21: ‭prüft aber alles und behaltet das Gute!

Alles prüfen: Nicht immer ist ersichtlich, was das Gute ist und wir stehen ratlos da. Nehme dir drei Dinge an. Erstens, dass du selbstkritisch bist mit dir und deiner Sichtweise. So bleibst du beweglich und somit empfänglich für Gottes Eingebungen. Zweitens: du kannst nicht häufig genug, die Hilfe des heiligen Geistes erbitten. Ohne ihn geht nichts und er allein hilft uns, das Gute zu erkennen. Drittens: versuche immer aus der Liebe zu handeln, die der heilige Geist in unsere Herzen ausgießt. Sie allein erkennt das Gute. Eine Kleinigkeit, aus Liebe getan, wie wertvoll ist das! Vertraue der Macht der Liebe, auch gerade dann wenn sie scheinbar nichts konkret erreicht und vordergründig scheitert wie Jesu Liebe, die am Kreuz endet.

1. Thess 5,22: Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt!

1. Thess 5,23: Gott selbst, der Gott des Friedens, möge euch geben, ein völlig geheiligtes Leben zu führen. Er bewahre euch ganz nach Geist, Seele und Leib, damit bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus nichts Tadelnswertes an euch ist.

Heiligen: Die Idee hinter dem Wort heiligen ist absondern – etwas anderes und deutliches zu machen, alte Assoziationen aufzubrechen und eine neue Assoziation zu bilden. Zum Beispiel ist ein Kleid ein Kleid; aber ein Hochzeitskleid ist geheiligt – für einen besonderen, glorreichen Zweck bestimmt. Gott möchte, dass wir für Ihn abgesondert werden.

Wiederkunft des Herrn: Das wichtigste Wort in diesem Brief-Abschluss-Gebet ist Kommen. Was bedeutet das Kommen des Herrn? Auf lateinisch heißt dieses Kommen adventus, also Advent. Es gibt zum Einen das endgültige Kommen des Herrn am Ende der Zeit. Es gibt zum Anderen das Kommen des Herrn heute im Hier und Jetzt . Er klopft täglich neu an die Tür unseres Herzens und verlangt nach unserer Hingabe, wodurch er dann im Weiteren auch durch uns selbst ins Leben der anderen Menschen eintritt. Er sucht eine lebendige Wohnung in unserem Herzen. Es gibt nicht nur das endgültige Kommen am Ende der Zeiten. In einem gewissen Sinne möchte der Herr durch uns Menschen ständig auf die Erde kommen, und er klopft an die Tür unseres Herzens: Bist du bereit, mir dein Fleisch, deine Zeit, dein Leben zu geben? Das ist die Stimme des Herrn, der auch in unsere Zeit eintreten möchte, er möchte durch uns ins Leben der Menschen eintreten. Er sucht auch eine lebendige Wohnung, nämlich unser persönliches Leben

1. Thess 5,24: Der, der euch beruft, ist treu. Er wird euch ans Ziel bringen.

Ziel der Gemeinschaft: Gott ruft uns zur Gemeinschaft mit ihm. Bei der Wiederkunft Christi wird diese Gemeinschaft ihre Vollendung finden. Das ist unser Ziel. Voll liebender Fürsorge bereitet er uns auf diese Begegnung vor. So wirkt das Zukünftige in unsere Gegenwart heute hinein. Die Zukunft ist schon in der Gegenwart enthalten, wo Gott in seiner unvergänglichen Liebe uns umsorgt und erzieht, uns keinen Augenblick verlässt und uns wie ein Vater oder Mutter im Wachstumsprozeß ständig begleitet hin zu diesem Ziel. Dieser Prozess der Heiligung ist ein Geschenk Gottes, wir aber sind aufgefordert, dem mit unserem ganzen Ich uns zu öffnen und voll Liebe und Hingabe Ja zu sagen. 

1. Thess 5,25: Brüder, betet für uns!

Füreinander beten: Das Gebet und nur das Gebet ist eine wirksame Waffe im Kampf für die Freiheit und das Heil der Seelen. Und warum? Weil einem übernatürlichen Ziel nur übernatürliche Mittel entsprechen. Das Paradies ist eine übernatürliche Wirklichkeit im wahrsten Sinne des Wortes. Mit unseren rein natürlichen Kräften allein können wir daher dieses Ziel nicht erreichen. Wir brauchen ein übernatürliches Mittel: die Gnade Gottes. Und diese erhält man nur durch Demut und vertrauensvolles Gebet. Bitten wir also für uns selbst und für die anderen um Gnade durch demütiges Gebet. Je näher die Seele bei Gott ist, desto kostbarer ist sie für Gott, und je mehr sie ihn liebt, umso mehr wird sie von Gott geliebt; darum kann sie auch den anderen effektiver helfen, nicht zuletzt deshalb, weil ihr Gebet leichter und umfassender erhört wird. Maximilian Kolbe

1. Thess 5,26: ‭Grüßt alle in der Gemeinde mit einem heiligen Kuss!

1. Thess 5,27: ‭Ich beschwöre euch beim Herrn, diesen Brief allen Geschwistern vorzulesen.

1. Thess 5,28: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch!

Gnade unseres Herrn: Was Gott uns zu sagen hat – und in allen Briefen des Neuen Testaments gibt es Dinge, die das Herz durchdringen und es erbeben lassen – beginnt und endet mit Gnade … Alles, was Gott in Jesus Christus für den Menschen gewesen ist, ist darin zusammengefasst: all seine Sanftmut und Schönheit, all seine Zärtlichkeit und Geduld, all seine heilige Leidenschaft seiner Liebe ist in der Gnade gesammelt. Was könnte sich eine Seele für eine andere mehr wünschen, als dass die Gnade des Herrn Jesus Christus mit ihr sei?“ (Denney, zitiert in Morris)


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum ersten Brief an die Thessalonicher (1. Thess) Kapitel 5.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste