Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Erster Brief an die Thessalonicher: Kap. 4 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und einen Kommentar über den ersten Brief an die Thessalonicher – Kap. 4

Wie Christen leben sollen (1. Thess 4,1-12)

1. Thess 4,1: Noch eins, liebe Geschwister: Wir haben euch gelehrt, wie ihr euch verhalten sollt, um Gott zu gefallen. Und ihr tut das ja auch. Nun bitten und ermahnen wir euch im Namen unseres Herrn Jesus, dass ihr weitere Fortschritte darin macht.

1. Thess 4,2: Ihr wisst ja, welche Anweisungen wir euch im Auftrag des Herrn Jesus gegeben haben.

1. Thess 4,3: Gott will, dass ihr heilig lebt, dass ihr ihm ganz gehört. Das bedeutet, dass ihr euch von allen sexuellen Sünden fernhaltet.

Unsere Heiligung: Heiligung bedeutet schlicht Absonderung. Gott will, dass wir ganz und gar ihm gehören. Wir tun dies durch die Annahme von Gottes Wort in der Bibel, durch Eingebungen des heiligen Geistes und durch das Gebet. Durch die Bibel formt Gott unser Denken um. So übernehmen wir seine Gedanken. Durch Eingebungen lenkt er uns. Rufen wir oft den heiligen Geist um Hilfe an. Durch das Gebet sind wir unentwegt innig verbunden mit ihn. Vernachlässigen wir es nicht.

Die Rolle, die wir in der Heiligung spielen, ist sowohl eine passiv, aufgrund derer wir davon abhängig sind, dass Gott uns heiligt, als auch eine aktive, aufgrund derer wir danach trachten, Gott zu gehorchen. Wayne Grudem

1. Thess 4,4: Jeder von euch soll seinen eigenen Körper so unter Kontrolle haben, dass es Gott und den Menschen gefällt.

1. Thess 4,5: Lasst euch nicht von Leidenschaften und Begierden beherrschen wie Menschen, die Gott nicht kennen.

Umgang mit Leidenschaften: Man verlangt von euch nicht, dass ihr frei von Leidenschaften seid; das liegt nicht in eurer Macht. Gott will sogar, dass ihr sie bis zum Tod spüren sollt. Was kann also denn ein Mensch dafür, dass er gerade dieses oder jenes Temperament, diese oder jene Leidenschaft hat? Den Ausschlag geben die Akte, die wir unter dem Druck der Leidenschaften setzen, denn die Akte hängen von unserem Wollen ab. Nehmen wir an, es überfällt mich der Zorn, so sage ich ihm: Fort, pack dich, kannst meinetwegen platzen, ich tu doch nicht, was du willst, nicht ein erregtes Wort soll mir entschlüpfen! Diese Macht hat Gott uns gelassen, sonst hätte er uns ja zu Unmöglichem verpflichtet, wenn er die Vollkommenheit verlangt; und das wäre eine Ungerechtigkeit, die es bei Gott nicht geben kann.

1. Thess 4,9: Dass ihr als Christen einander in Liebe begegnen sollt, brauchen wir euch nicht mehr zu sagen. Gott selbst hat euch gezeigt, wie ihr einander lieben sollt.

1. Thess 4,10: Trotzdem möchten wir euch eindringlich bitten, Geschwister: Lasst eure Liebe zueinander noch stärker werden!

Masslose Liebe: Christliches Leben muß stets neu an Christus Maß nehmen. Maßlos liebt er uns. Für uns heißt das: das Maß der Liebe ist die Liebe ohne Maß. Welche Freude, lieben zu können, ohne ein Übermaß fürchten zu müssen! Ein solches gibt es nicht, wo man in Gott liebt. Die Liebe zum Nächsten ist Ausdruck der Liebe zu Gott. Die Liebe besteht darin, das Wesen des anderen als Ganzes zu mögen und zu wollen. Wenn wir darin ein Leben lang unterwegs sind, ständig wachsend und Fehltritte mit eingeschlossen, so stehen wir in der Nachfolge und nehmen Maß an ihm.

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen. Albert Schweitzer

1. Thess 4,11: Und setzt eure Ehre darein, ruhig und besonnen zu leben. Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten, wie wir euch das gesagt haben, und sorgt selbst für euren Lebensunterhalt.

Ruhig und besonnen leben: Achtsamkeit ist die Tugend, die mir Gottes Gegenwart bewusst macht. Achtsamkeit als Kunst, ganz im gegenwärtigen Augenblick zu verweilen ohne an etwas Anderes zu denken, auch nicht an Zukünftiges oder Vergangenes. Hektik herrscht dann, wenn deine Gedanken immer schon sieben Schritte voraus sein müssen, anstatt da zu sein, wo du bist. So viele von uns haben die Nase gestrichen voll von dieser Hetze. Entschleunigen ist angesagt, zurück zum Anfang gehen, innehalten. Dennoch wissen wir alle, dass es mächtige Ablenkungen gibt. Aber ich entferne mich geschickt davon und gehe ganz allmählich wieder davon weg, wie jemand, der sich aus einer großen Menschenmenge zurückzieht. Das zu tun, ist ein großes Geheimnis im inneren Leben. Wenn man es anders macht, verliert man seinen Frieden in Jesus und die Gnade, die der gegenwärtige Augenblick und die anstehende Tätigkeit enthält.Was lenkt mich vom Leben in und mit Jesus heute ab und wie kann ich dem entgegenwirken?

Hoffnung über den Tod hinaus (1. Thess 4,13-18)

1. Thess 4,13: Nun zur Frage nach den Gläubigen, die schon gestorben sind. Wir wollten euch darüber nicht im Unklaren lassen, liebe Geschwister, denn ihr müsst nicht traurig sein wie die Menschen, die keine Hoffnung haben.

Zur Trauer: Wir trauern beim Tod eines uns geliebten Menschen, trösten andere und werden selbst getröstet. Diese Trauer ist wichtig. Die christliche Trauer wird umhüllt von der Hoffnung des Wiedersehens. Hier aber gab es Menschen in Thessalonich, die keinen klaren hoffnungsvollen Blick für die Zukunft der Toten hatten. Daher ermahnt Paulus uns. Wir wissen nicht im Einzelnen, was uns bevor steht. Wohl aber wissen wir im ganzen, daß unser Leben nicht ins Leere läuft. Erst wenn diese unsere Zukunft als positive Realität gewiß ist, wird auch die Gegenwart lebbar. Wer Hoffnung hat, lebt anders. Der Tod ist ein Heimgang, ein Hinübergehen ins Licht. Als Christen können wir den Tod anderer Christen betrauern; aber nicht wie andere, die keine Hoffnung haben. Unsere Trauer ist wie die Traurigkeit, jemanden auf einer langen Reise zu verabschieden, in dem Wissen, dass Sie ihn wiedersehen werden, aber nicht für lange Zeit.

Zur damaligen Situation: In den wenigen Wochen, die Paulus bei den Thessalonichern war, hat er die baldige Wiederkunft Jesu betont, und die Thessalonicher haben ernsthaft daran geglaubt. Das war einer der Gründe dafür, dass sie die Art von Kirche waren, die Paulus so sehr lobte. Doch nachdem Paulus gegangen war, wunderten sie sich über die Christen, die starben, bevor Jesus zurückkam. Sie waren beunruhigt über die Vorstellung, dass diese Christen dieses große zukünftige Ereignis und den Sieg und Segen des Kommens Jesu verpassen könnten.

1. Thess 4,14: Wenn wir nämlich glauben, dass Jesus gestorben und wieder auferstanden ist, dann können wir auch darauf vertrauen, dass Gott die, die im Glauben an Jesus gestorben sind, ebenso auferwecken wird.

1. Thess 4,16: Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen. Ein Kommando wird gerufen und die Stimme eines Engelfürsten und der Schall der Posaune Gottes werden zu hören sein. Dann werden zuerst die Menschen auferstehen, die im Glauben an Christus gestorben sind.

Für uns ist das Kommen des Herrn Trost und Ermunterung. Wir werden beim Herrn sein. Vielleicht gehen wir durch schwierige Umstände in dieser Welt. Dann dürfen wir Mut fassen, indem wir an sein Kommen denken. Vielleicht trauern wir im Hinblick auf einen unserer Lieben, den der Herr heimgeholt hat. Dann dürfen wir uns trösten lassen im Gedanken daran, dass wir bald vereint sind mit denen, die uns vorangegangen sind. Wenn uns Paulus auffordert: „So tröstet nun einander mit diesen Worten!“ (1. Thess 4:18), so finde ich Folgendes dabei sehr wichtig, wenn wir uns im Glauben Trost spenden. Trost hilft immer zwei Menschen: dem Getrösteten und dem Tröstenden:

Wer Halt gewährt, verstärkt in sich den Halt. Wer Trost spendet, vertieft in sich den Trost. Martin Buber

1. Thess 4,17: Danach werden wir, die noch am Leben sind, mit ihnen zusammen in Wolken fortgerissen werden zur Begegnung mit dem Herrn in der Luft. Und dann werden wir für immer bei ihm sein.

Für immer beim Herrn: Wir werden immer beim Herrn sein ist eine wichtige Wahrheit mit vielen Implikationen. Es impliziert Fortsetzung , weil es davon ausgeht, dass Sie bereits beim Herrn sind. Es impliziert Hoffnung für die Sterbenden, weil wir im Tod immer noch beim Herrn sein werden. Es impliziert Zukunftsvertrauen, weil wir nach dem Tod beim Herrn sind. Es impliziert Fortschritt , weil wir eines Tages immer beim Herrn sein werden.

Die Art und Weise, wie Jesus uns zu sich versammelt, ist beeindruckend. Aber der Hauptpunkt ist, dass, was auch immer der Zustand der Christen (tot oder lebendig) beim Kommen des Herrn sein mag, sie immer beim Herrn sein werden. Das ist die große Belohnung des Himmels – bei Jesus zu sein. Der Tod kann unsere Einheit mit Jesus oder mit anderen Christen nicht brechen.

1. Thess 4,18: Damit sollt ihr euch gegenseitig trösten.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste