Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Brief an die Philipper Kap. 3: Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Brief an die Philipper Kap. 3

Philipper: Der persönliche Brief von der Freude: Wie Paulus der Gemeinde in Philippi persönlich dankt und die Gläubigen dort praktisch ermutigt, Christus mit Freude zu folgen.

Baut nicht auf menschliche Vorzüge! (Phil 3,1-11)

Phil 3:1: Freut euch im Herrn

Übrigens, liebe Geschwister, freut euch im Herrn! Das zu schreiben ist mir keine Last, und euch macht es sicher. Phil 3:1

Freut euch im Herrn: Das ist ein passendes Thema für den ganzen Brief. Paulus teilte den Philippern den Grundsatz mit, sich im Herrn freuen zu können – nicht in Umständen oder Situationen, sondern in dem Herrn , der alles zum Guten führt. Diese bleibende Freude passt zu den Gläubigen, weil sie zeigt, dass wir wirklich auf einen Gott vertrauen, von dem wir wirklich glauben, dass er die Kontrolle hat. Wenn wir das glauben, ist es keine Überraschung, dass wir dann von Freude erfüllt sind.

Diese Freude zu kultivieren ist uns eine Pflicht . Wir müssen jeder Neigung zum Murren und Klagen standhaft Einhalt gebieten; Fehler in Gottes Handeln zu finden; oder versuchen, Sympathie hervorzurufen. Wir müssen der Versuchung zu Depression und Melancholie genauso widerstehen wie jeder Form von Sünde.

Wir verlassen uns nicht auf menschliche Anstrengungen, sondern sind stolz darauf, zu Jesus Christus zu gehören. Phil 3:3

Phil 3,7: Beziehung zu Christus

Früher hielt ich diese Dinge für einen Gewinn, aber jetzt, wo ich Christus kenne, betrachte ich sie als Verlust. Phil 3:7

Paulus stellte hier eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus in den Mittelpunkt des Lebens eines Christen. Er nahm freudig den Verlust aller anderen Dinge für die Größe dieser persönlichen Beziehung in Kauf.

Dreck, Unrat, Verlust, Mist bis hin zum Kot … die Übersetzungen überschlagen sich hier. Alle meinen das Gleiche: den Dingen den richtigen Wert zumessen! Paulus war vor seiner Bekehrung ein Vorbild-Religiöser. Er war aber innerlich blind, soweit, dass er sogar die Christen verfolgte.  Erst die direkte Begegnung mit Jesus Christus ließ ihn aus seiner Blindheit erwachen und er erkannte: es zählt nur das Leben in Christus. Was unser Leben wertvoll macht, ist Gottes Ja zu uns in Christus. Verdient hat es keiner. Alles ist Gnade. Auch wir brauchen diese direkte persönliche Begegnung, um nicht zu erblinden, sondern mit offenen Augen nur auf ihn zu schauen. Die persönliche Begegnung findet statt im Gebet, dem Lesen der Bibel und im Empfang der Sakramente. So lernen wir Christus immer besser kennen und werden immer tiefer in ihm verwurzelt.

Phil 3:8: Verlust aller Dinge

Ja wirklich, alles andere erscheint mir wertlos, wenn ich es mit dem unschätzbaren Gewinn vergleiche, Jesus Christus als meinen Herrn kennen zu dürfen. Durch ihn habe ich alles andere verloren und betrachte es auch als Dreck. Nur er besitzt Wert für mich. Phil 3:8

Für die ich den Verlust aller Dinge erlitten habe: Dieser Zählverlust war nicht nur eine innere spirituelle Übung. Paulus hatte tatsächlich den Verlust aller Dinge erlitten , um Christus zu gewinnen. Dies zeigen der Ort und die Umstände, unter denen Paulus diesen Brief schrieb – ein römisches Gefängnis, wo er wirklich sagen konnte, dass er den Verlust aller Dinge erlitten hatte 

Und zu ihm möchte ich um jeden Preis gehören. Deshalb vertraue ich nicht mehr auf meine Gerechtigkeit, die aus dem Befolgen des Gesetzes kam, sondern auf die Gerechtigkeit, die ich durch den Glauben an Christus habe, auf die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und dem Glaubenden zugesprochen wird. Phil 3:9

Phil 3,10: Das Kreuz als dein Begleiter

Ich möchte nichts anderes mehr kennen als Christus, und ich will die mächtige Kraft, die ihn aus den Toten auferstehen ließ, an meinem eigenen Leib erfahren. Ich möchte lernen, was es heißt, mit ihm zu leiden und in ihm zu sterben. um dann auch unter denen zu sein, die aus den Toten heraus auferstehen werden. Phil 3:10-11

Du musst überall, wo du hingehst, Geduld mit dir nehmen, wenn du inneren Frieden haben willst. Denn das Kreuz ist ein fester Wegbegleiter. Entweder hast du einen körperlichen Schmerz oder die Psyche macht dir zu schaffen. Mal fühlst du dich von Gott verlassen, mal macht dir ein Mitmensch zu schaffen und oft bist du dir selbst eine Last. Und so wirst du überall ein Kreuz finden. Bitten wir den Herrn darum, uns die Kraft zu geben, die Kreuze zu tragen. Am Kreuze ist alles gelegen. Es führt kein anderer Weg zum Leben, zum wahren, inneren Frieden, als der Weg des Kreuzes, des täglichen Sterbens.

Denke oft daran, dass der Heiland uns durch Leiden und Dulden erlöst hat. Auch wir können unser Heil nur wirken durch geduldiges Ertragen der Schwierigkeiten, Widerwärtigkeiten und Unannehmlichkeiten. Franz von Sales

Lauft wie ich auf das Ziel zu! (Phil 3,12-21)

Phil 3:12: Ergriffen sein und ergreifen

Ich will nicht behaupten, das Ziel schon erreicht zu haben oder schon vollkommen zu sein; doch ich strebe danach, das alles zu ergreifen, nachdem auch Christus von mir Besitz ergriffen hat. Phil 3:12

Während das Werk Christi für uns vollkommen ist und es vermessen wäre, etwas hinzuzufügen, ist das Werk des Heiligen Geistes in uns nicht vollkommen, es wird von Tag zu Tag fortgesetzt und wird es sein müssen unser ganzes Leben lang fortgesetzt.

Paulus begann diesen Vers mit der Idee, dass Jesus Christus ihn ergriffen hatte. Dies ist eine wichtige Idee; doch manchmal reagieren Christen auf diese Idee, indem sie passiv sind. Sie nehmen an: „Jesus hat mich ergriffen; also das wars jetzt. Ich bin ein Christ und ich komme in den Himmel.“ Paul zeigte eine andere Haltung; er war entschlossen, das zu ergreifen , was Jesus ergriffen hatte hatte. Man sollte sich also fragen: „Warum hat Jesus Paulus ergriffen?

Phil 3,13: Auf das Ziel schauen

Noch bin ich nicht am Ziel angekommen. Aber eins steht fest: Ich will vergessen, was hinter mir liegt, und schaue nur noch auf das Ziel vor mir. Phil 3:13

Nein, ich bilde mir nicht ein, es schon geschafft zu haben, liebe Geschwister; aber eins steht fest: Ich vergesse das Vergangene und schaue auf das, was vor mir liegt. Phil 3:13

Wir sind und bleiben Werdende in diesem Leben fortschreitend mit Christus auf dem Weg unserer inneren Entwicklung. Dieser Weg führt immer auch durch das Tal, wo wir mit uns selbst kämpfen, den Kampf darum, den Glauben so zu leben, dass wir dabei konsequent den Weg Gottes gehen. Wir sind hier lebenslang unterwegs. Der folgende Text von Luther drückt dies sehr schön aus: Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles.

Das Leben erfordert immer wieder, Bekanntes loszulassen und weiterzugehen. Wer am Alten emotional haften bleibt und nicht bewusst loslässt, kann auch nur schwer neues Land erobern. Es braucht innere Freiheit, um sich wieder mit ganzem Herzen auf neue Gegebenheiten einzulassen. Paulus bringt das in diesem Vers auf den Punkt: sich bewusst auf das vor einem Liegende konzentrieren. In der Phase des Loslassens fällt das schwer und das ist auch in Ordnung. In dieser Zeit darf ich nachsichig mit mir selbst sein und mir auch Zeit für den Abschied geben. Denn nur wenn ich Altes bewusst loslasse, bin ich offen für eine Neues.

Es ist eine Täuschung, entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu leben; Gott möchte, dass wir in der Gegenwart weitermachen, denn in der Gegenwart berührt uns die Ewigkeit jetzt. Paul wusste, dass ein Rennen nur im gegenwärtigen Moment gewonnen wird, nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft.

Ich laufe mit aller Kraft auf das Ziel zu, um den Siegespreis droben zu gewinnen, für den Gott uns durch Jesus Christus bestimmt hat. Phil 3:14

Nehmt mich als Vorbild, Geschwister; und lernt auch von denen, die unserem Beispiel folgen. Phil 3:17

Phil 3:19: Verhaftet im Irdischen

Sie werden im Verderben enden, denn ihr Bauch ist ihr Gott, und sie sind stolz auf das, was ihre Schande ist. Sie denken nur an die irdischen Dinge. Phil 3:19

Das beschreibt den Schwerpunkt ihres Lebens. Es ging nicht darum, Gott zu gefallen und ihn anzubeten, sondern um in dieser Welt zurechtzukommen. Ihre Haltung war dieselbe wie die des reichen Narren in Lukas 12:16-21

Phil 3,20: Heimat im Himmel

Doch wir haben unser Bürgerrecht im Himmel. Von dort her erwarten wir auch unseren Retter und Herrn Jesus Christus. Phil 3:20

Unser Lebensweg führt zu diesem Ziel. Der Himmel ist aber nicht allein unsere Zukunft, sondern auch unsere Herkunft. Das himmlische Bürgerrecht verweist uns auf diese Erde, um das hier begonnene Reich Gottes zu leben, das überall dort aufbricht, wo wir in Gottes Liebe leben und sie in die Welt tragen. Dafür sind wir seine Gesandten. Wenn wir als Christen leben, dann, indem wir mit beiden Füßen auf dem Boden stehen und die Liebe im Heute praktizieren. Aber unsere Augen sind dabei fest auf das Ziel gerichtet, und dieses Ziel ist der Himmel. Es ist immer wieder wichtig, sich bewusst zu machen, warum und wofür man lebt. Denn nur wenn wir wissen, wohin wir gehören, können wir dem Herrn wirklich nachfolgen.

Der Titel Herr wurde auch auf den römischen Cäsar angewandt. Es dauerte nicht lange nach der Zeit des Paulus, dass Christen den Märtyrertod erlitten, weil sie sich weigerten, Cäsar Herr zu nennen, und behaupteten, dass Jesus der einzige Herr sei .

Er wird unseren armseligen vergänglichen Leib verwandeln, sodass er dann seinem verherrlichten Körper entsprechen wird. Das geschieht mit der Kraft, mit der er sich alle Dinge unterwerfen kann. Phil 3:21

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste