Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Brief an die Kolosser: Kap. 4 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Brief an die Kolosser – Kapitel 4

Das Leben mit Christus ist allem überlegen: Christus zu erkennen ist viel mehr wert und hat viel bessere Konsequenzen als alle Mysterien und Weisheiten dieser Welt.

Wie man beten und reden soll (Kol 4,1-6)

Kol 4,2: Aspekte des Gebets

Verharrt im Gebet und wacht darin mit Danksagung und betet zugleich auch für uns. Kol 4,2

Ein wundervoller Vers, in dem uns gleich vier Aspekte des Gebets nahe gelegt werden. Erstens veharren wir im Gebet, wenn wir nicht nur unser mündlich gesprochenes Gebet als solches verstehen, sondern letztlich unser ganzes Leben zum Gebet wird. Zweitens wachen wir im Gebet, indem wir kontemplativ auch in den Mühlen des Alltags immer wachsam sind und verbunden bleiben mit Gott, von der Zerstreutheit unserer Gedanken uns wieder im zukehren. Das alles geschieht drittens in Danksagung. Welch Segen ist ein Leben, dass wir in der Danksagung leben. Viertens sollen wir für andere beten. Das fürbittende Gebet gehört in die Seele eines jeden Christen. Oh Herr hilf uns, dass unser Gebet zum Leben wird und unser Leben zum Gebet.

Das Hören vollzieht sich im Gebet. Die christliche Sache lebt und stirbt mit dem Gebet, das Gebet ist das Herz christlichen Lebens. Das Gebet ist so elementar unersetzlich wichtig für unser Leben. Durch das Gebet zieht es den großen Gott in das kleine Herz. Die Kraft des Menschen ist das Gebet, das sich Gott anvertraut. So bringt das Gebet zwei Liebende zusammen: Gott und die Seele. In dieser Zusammenkunft werden wir fähig sein Wort zu hören, dass dann wiederum in der tätigen Liebe wirksam wird. So wird Gebet zum Leben und das Leben selbst zum Gebet.

Betet! Der Mensch ist von Gott nie weiter entfernt als ein Gebet. Beten macht das Herz weit, bis es so groß ist, dass es Gottes Geschenk, nämlich ihn selbst, in sich aufnehmen kann. Das Gebet bewirkt, dass Wunder geschehen. Sogar in unserer modernen Welt! Um beten zu können, müssen wir lernen zu schweigen. Im Schweigen sehen wir alles in einem neuen Licht. Gott ist der Freund der Stille. Je mehr wir im stillen Gebet bleiben, desto mehr können wir in unserem aktiven Leben geben. Bete zu Gott wie ein kleines Kind. Es kann seine Gefühle in einfachen Worten ausdrücken, die so viel sagen. Das ist der Beginn des Gebetes: Zu wissen, dass Gott mich liebt, dass ich für größere Dinge geschaffen bin. (Teresa von Kalkutta)

Vergesst auch nicht, für uns zu beten, dass Gott uns eine Tür öffnet und wir die Botschaft vom Geheimnis des Messias weiter bekannt machen dürfen, für die ich auch im Gefängnis bin! Kol 4:3

Kol 4:5: Gelebtes Christentum

Seid weise im Umgang mit Menschen von draußen und nutzt die Gelegenheiten, die Gott euch gibt! Kol 4:5

Das christliche Leben wird nicht nur in der Gebetskammer gelebt. Es muss auch ein praktisches, gelebtes Christentum geben, das den Außenstehenden gegenüber weise lebt. Wie wir sprechen, hat viel damit zu tun, also müssen wir unsere Rede immer mit Anmut halten.

Kol 4:6: Freundliche Worte

Eure Worte seien immer freundlich und angenehm gewürzt! Ihr sollt wissen, wie ihr jedem Einzelnen antworten müsst! Kol 4:6

Sie müssen sich bemühen, die Gabe angenehmer und weiser Gespräche zu pflegen, damit sie in der Lage sind, angemessen mit jedem Einzelnen (mit seinen besonderen Bedürfnissen), mit dem sie in Kontakt kommen, zu sprechen.

Kolosser 4:2-6 zeigt, dass Gott sich sowohl um unser persönliches Gebetsleben als auch um unsere Interaktion mit der Welt kümmert. Er kümmert sich sowohl um die Gebetskammer als auch um die öffentliche Straße, und er möchte, dass wir uns auch um beide kümmern

Grüße und Segenswünsche (Kol 4,7-18)

Kol 4,17: Deinen Dienst erfüllen

Erfüll den Dienst, den dir der Herr gegeben hat, treu und gewissenhaft! Kol 4:17

Der Herr gibt einem jeden von uns einen Dienst auf dieser Erde, eine Aufgabe, die für jeden höchst individuell ist. Der Herr hat dir einen Dienst gegeben! Mache dir das immer wieder bewusst und schaue achtsam auf dein Leben, wo dich Gott hingestellt hat und zu welchem Zweck. Es kommt dabei nicht auf große und spektakuläre Aktionen an. Die großen Gelegenheiten, Gott zu dienen, sind selten: kleine gibt es immer. Es kommt hier darauf an, dass du treu deine Aufgabe erfüllst. Herr, ich will mein ganzes Leben in deinen Dienst stellen, sprich du mit mir und sage mir, was ich als Nächstes tun soll.

Wer alles auf den Dienst Gottes richtet, für den ist alles Gebet. Ignatius von Loyola

Kol 4:18: Abschlussgruss

Hier mein Gruß an euch mit eigener Hand. Denkt an meine Fesseln! Gottes Gnade sei mit euch! Kol 4:18

In diesem einfachen Satz steckt viel Emotion, Trauer und Stärke. Paul kannte nicht nur die Enge und Einsamkeit des Gefangenen; er hatte auch die Ungewissheit, nicht zu wissen, ob sein Fall vor Caesars Gericht mit seiner Hinrichtung enden würde.

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste