Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Brief an die Kolosser: Kap. 2 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Brief an die Kolosser – Kapitel 2

Paulus verkündet im Auftrag Gottes (Kol 2,1-5)

Kol, 2,3: In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.

Weisheit und Erkenntnis in Christus: Das ist ein wichtiger Gedanke im Brief des Paulus an die Kolosser. Damit widerlegte Paulus einige der schlechten Lehren, die die kolossischen Christen beunruhigten. Sie wurden von Lehrern beeinflusst, die ihnen sagten, sie sollten die Schätze der Weisheit und des Wissens suchen , aber nicht in Jesus. Paulus schrieb: „Du wirst alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis nur in Jesus finden. Er hat sie alle. Es ist nicht falsch, nach Weisheit und Wissen zu streben ; aber wir müssen alles in Jesus suchen.

Bleibt mit Christus verbunden (Kol 2,6-15)

Kol, 2,6: Lebt nun auch so mit Jesus Christus, wie ihr ihn als Herrn angenommen habt!

Wandelt mit Christus: Das ist eine wunderbare Regel für das christliche Leben. Wir können im Fleisch nicht vollenden, was im Geist begonnen wurde; deshalb, so wie du Jesus angenommen hast, wandle in Ihm auf die gleiche Weise. Die einfachen Dinge des christlichen Lebens liefern beständigen und verlässlichen geistlichen Treibstoff für Wachstum.

Kol 2,7: Seid in ihm verwurzelt, und gründet euch ganz auf ihn! Steht fest in dem Glauben, der euch gelehrt worden ist, und seid immer voller Dankbarkeit!

In Christus verwurzelt sein: Bilder sind immer wieder beeindruckend. Einmal das Bild des Baumes (=Ich), der seine Wurzeln tief in den Boden versenkt (=Jesus). Der Baum bekommt über seine Wurzeln seine Nahrung, so soll auch der Christ allein durch Christus genährt werden, der allein die Quelle des Leben ist, der uns hilft, unser tägliches Kreuz zu tragen und Früchte zu bringen. Zum anderen das Bild des Hauses (=Ich) mit einem festen Fundament (=Jesus). Steht unser Haus auf diesem Fundament können uns die Stürme unseres Lebens und der Welt nichts anhaben, können wir unser Leben um seinetwillen verlieren, um es zu gewinnen. Oh Herr, du bist meine Wurzel, du bist mein Fundament. Simone Weil sagt: Die Verwurzelung ist vielleicht das wichtigste und meistverkannte menschliche Bedürfnis.

Seid voller Dankbarkeit: Das beste Heilmittel gegen den Neid ist der dankbare Blick auf das, was einem selbst geschenkt wurde. Wenn wir mit unseren eigenen Gaben Frieden schließen, werden wir uns nicht ärgern. In dem Herzen, das stets Dankbarkeit erweist, verbleibt die Gnade.“ (Isaak der Syrer). Dankbarkeit besänftigt die Gier nach Neuem und verringert Konsumbedürfnis und Reizhunger. Sie lässt einen für einen Moment innehalten und mit dem Erreichten zufrieden sein. Das bedeutet Entspannung.

Kol 2,9-10: Denn in Christus allein wohnt die ganze Fülle des Göttlichen und durch die Verbindung mit ihm seid auch ihr mit diesem Leben erfüllt. Er ist der Herr über alle Herrscher und alle Mächte.

Christus genügt: Das Thema des Briefes ist die Fülle in Christus. Es geht um das so wichtige „Christus genügt!“ und wie dieses Genügen unser Leben praktisch durchdringt. Der Vers Kol 2,9 ist letztlich der Grundgedanke, welcher den ganzen Brief durchzieht, so schon im ersten Vers: „Paulus, ein Apostel von Jesus Christus, durch Gott berufen“ (Kol 1:1). Gott beruft in seiner Gnade einen jeden von uns. In unserer Verantwortung liegt es, diese Berufung immer klarer zu erkennen in und durch unsere Beziehung zu Christus. Der Mensch ist nicht das, was er selbst aus sich macht, sondern das, wozu Gott ihn macht in und durch Christus

Kol 2,12: Damit meine ich die Taufe, die euer altes Leben beendet hat; durch sie wurdet ihr mit Christus begraben. Ebenso seid ihr auch mit Christus zu einem neuen Leben auferweckt worden durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferstehen ließ.

Paulus macht den Gläubigen klar:  Indem ihr den Glauben an Christus angenommen habt, seid ihr gleichsam in seinen Weg hineingenommen, seid mit ihm begraben, seid mit ihm auferweckt. Alles, was euch belastet, was euer Leben beschwert hat, ist versunken wie in einem Grab. Euer Leben ist neu geworden. Zwar ist das neue Leben in seiner ganzen Fülle noch bei Gott verborgen. Aber ihr seid hineingestellt in einen Hoffnungsraum, der offen bleibt, auch wenn euer Leben und eure Zukunft noch von bösen Mächten bedroht ist. Johannes Lähnemann

Taufe und Tod und Sterben: Das hört sich alles so an, als habe die Taufe etwas mit Tod und Sterben zu tun. Und wenn man genau hinhört, dann ist das auch so. Die Taufe ist nach biblischem Verständnis der Abbruch eines alten Lebens, der Tod eines bisherigen Lebens ohne Gott, und zugleich der Neuanfang eines neuen Lebens mit Gott. Mit ihm seid ihr begraben worden in der Taufe. Das heißt: Mit dem Anfang von Jesus Christus in eurem Leben, durch die neue Gemeinschaft mit ihm, ist das alte Leben sozusagen begraben worden. Euer altes Leben habt ihr bei eurer Taufe zu Grabe getragen; es lebt nicht mehr, das alte Leben. Ihr steht jetzt in einer neuen Existenz, nämlich in dem neuen Leben, das gekennzeichnet ist durch die Gemeinschaft mit Jesus Christus. Rainer Trieschmann

Mit Christus auferweckt, das heißt: Die Zukunft steht euch offen. Nicht der Tod erwartet euch eines Tages, sondern die Auferstehung steht euch bevor. Denn ihr seid sozusagen im Glauben an Jesus Christus schon so gut wie auferstanden. Noch seht ihr es nicht, aber es wird so kommen, so wie bei Christus auch, der durch die Kraft seines Vaters von den Toten auferweckt wurde. So werdet ihr es auch an euch erleben. Denn ihr seid durch den Glauben mit Christus verbunden. Und so wie er auferweckt wurde aus der Kraft Gottes, so werdet auch ihr Auferweckung erleben aus der Kraft Gottes. Rainer Trieschmann

Kol 2,13: Früher wart ihr gewissermaßen unbeschnitten, denn ihr habt euch von eurer sündigen Natur bestimmen lassen und wart durch eure Schuld von Gott getrennt. In seinen Augen wart ihr tot, aber er hat euch mit Christus lebendig gemacht und alle Schuld vergeben.

Kol 2,14: Gott hat den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen so schwer belastete, für ungültig erklärt. Ja, er hat ihn zusammen mit Jesus ans Kreuz genagelt und somit auf ewig vernichtet.

Vergebung der Schuld: Es ist wahr, dass er uns das Leben von den Toten gegeben hat? Er hat uns die Sünde vergeben; Er gab uns zugerechnete Gerechtigkeit. Das sind alles kostbare Dinge, aber Sie sehen, wir sind damit nicht zufrieden; wir haben Christus selbst empfangen. Der Sohn Gottes ist in uns ausgegossen worden, und wir haben ihn angenommen und uns angeeignet. Spurgeon

Vergebung annehmen: Unser Stolz erschwert uns oft nicht nur dem Nächsten zu vergeben, sondern ebenso die Vergebung uns selbst gegenüber auszusprechen. Gerade fromme Menschen sind oft streng mit sich selbst und klagen sich bei Fehlschlägen heftig an. Bitte Gott um Vergebung, beichte deinen Fehlschlag in Reue und dann lass es gut sein. Ansonsten beleidigst du die Barmherzigkeit Gottes und zweifelst an ihr. Dabei leben wir in dieser Verheißung: „Keine der Sünden, die er früher begangen hat, wird ihm angerechnet.“ (Ez 33,16). Gottes größte Freude besteht im Vergeben. Herr, voll Vertrauen komme ich zu dir. Vergib mir und hilf mir, auch mir selbst vergeben zu können. Lewis sagt: Ich glaube, wenn Gott uns vergibt, müssen wir uns auch selbst vergeben. Es nicht zu tun, bedeutet, sich selbst über Gott zu stellen.

Der Schuldeintrag ist gelöscht: Die Schuld ist bezahlt. Wir müssen nicht mehr befürchten, von Gott vor die Schranken seines Gerichts gefordert zu werden. Und wieso das? Ist unsere Sünde doch gar nicht so schwerwiegend? Hat Gott einfach großzügig ein Auge zugedrückt? Nimmt Gott seine eigenen Forderungen doch nicht so ernst? Doch. Er nimmt unsere Schuld sogar todernst. Er hat unsere Sünde auf Jesus gelegt und zu Ende gebracht. Er hat ihn in den Tod gegeben. Und das macht er, weil er uns, unbegreiflicherweise, so sehr liebt. Es hat ihn nicht nur einen Federstrich, es hat ihn seinen Sohn gekostet. Rainer Dick

Freiheit durch Christus (Kol 2,16-23)

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste