Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Brief an die Kolosser: Kap. 1 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Brief an die Kolosser – Kapitel 1

Das Leben mit Christus ist allem überlegen: Christus zu erkennen ist viel mehr wert und hat viel bessere Konsequenzen als alle Mysterien und Weisheiten dieser Welt.

Dank und Fürbitte für die Gemeinde (Kol 1,1-14)

Kol 1:2: Kraft der Liebe

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Kol 1:2

Dieser Brief – voller Liebe und Sorge, geschrieben an eine Gemeinde, die Paulus weder gegründet noch besucht hatte – zeigt die Kraft der christlichen Liebe. Paulus musste diese Christen nicht sehen, treffen oder direkt kennen, um sie zu lieben und sich um sie zu kümmern.

Kol 1,4: Glaube und Liebe

Wir haben von eurem Glauben an Jesus Christus gehört und davon, wie ihr allen Christen in Liebe verbunden seid. Kol 1:4

Das sind die zwei entscheidenden Seiten des christlichen Lebens: Treue zu Christus und die Liebe zu den Mitmenschen. Beides gehört zusammen. In der Nächstenliebe setzten wir letztlich unseren Glauben an Christus in die Tat um. Es geht darum, unser ganzes Tun, gerade das alltägliche in Beruf und Familie, mit Christus in Verbindung zu bringen, um ihn eben darin zu finden. In dieser Verbindung wird uns Christus nicht fragen, wie viel wir geleistet haben, sondern mit wie viel Liebe wir unsere Taten vollbracht haben.

Der Mensch ist so viel Mensch und so groß Mensch, als er liebt. Alfred Delp

Kol 1:10: Tun was Gott gefällt

Denn ihr sollt den Herrn mit eurem Leben ehren und ihn erfreuen mit allem, was ihr tut. Euer Leben wird dann als Frucht alle Art von guten Werken hervorbringen, und ihr werdet Gott immer besser verstehen. Kol 1:10

Herr, laß mich wissen, was ich wissen soll, lieben, was ich lieben soll; laß mich loben, was dir am meisten gefällt, schätzen, was in deinen Augen wertvoll ist, tadeln, was dein Auge beleidigt. Laß mich nicht nach dem äußeren Augenschein urteilen und nicht nach dem Hörensagen unerfahrener Menschen entscheiden” (Jes 11,3). Laß mich vielmehr in sachlicher Beurteilung das Sichtbare vom Geistigen unterscheiden und vor allem stets das Wohlgefallen deines Willens suchen. Nachfolge Christi

Ihr werdet auch die herrliche Kraft Gottes an euch erfahren, damit ihr alles geduldig und standhaft ertragen könnt. Kol 1:11

Kol 1:13: Hineinversetzt

Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe. Kol 1:13

Vor allem wollen wir uns das Gefühl der Freude und der Dankbarkeit zu eigen machen, dem er aufgrund der Tatsache entspringt, daß das Reich Christi, das »Los der Heiligen, die im Licht sind«, nicht etwas ist, das nur aus der Ferne gesehen wird, sondern daß es eine Wirklichkeit ist: wir sind berufen, an ihr Anteil zu haben, und durch das Erlösungswerk des Sohnes Gottes sind wir in sie »hineinversetzt« Benedikt XVI

Wir haben einen großartigen Herrn (Kol 1,15-23)

Kol 1,15: Christus als Ebenbild Gottes

Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Kol 1:15

Christus war immer schon bei Gott, also nicht nur vor seiner irdischen Existenz, sondern vor aller Schöpfung. Gott kann ohne ihn nicht gedacht werden. Auf diesen „präexistenten“ Christus zielt der Begriff „Bild des unsichtbaren Gottes.

Mit Vers 15 beginnt der an Tiefe und Schönheit beeindruckende feierliche Christushymnus (Vers 15-20). Im alten Testament offenbart sich Gott vor allem in einer Wolke oder im Feuer, bleibt jedoch unsichtbar. Christus ist gekommen, damit wir durch ihn diesen bislang unsichtbaren Gott kennen lernen, wie er ist. Jesus sagte“ Wer mich sieht, der sieht den Vater (Joh 14, 9). Jesus ist die Vergegenwärtigung Gottes selbst, in dem die ganze Liebe und das ganze Leben Gottes zu uns kommt, einst, heute und in alle Ewigkeit. Begreifen wir das Geschenk dieser Gnade!

Gott war unbegreiflich, unnahbar, unsichtbar und unvorstellbar. Er ist Mensch geworden, uns nahe gekommen in einer Krippe, damit wir ihn sehen und begreifen können. Bernhard von Clairvaux

Kol 1,16: Alles ist durch ihn geschaffen

Denn durch ihn ist alles, was es im Himmel und auf der Erde gibt, erschaffen worden: das Sichtbare und das Unsichtbare; Thronende und Herrschende; Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und für ihn geschaffen. Kol 1:16

Als solcher war er bei der Schöpfung dabei. Es gibt es nichts Geschaffenes, dessen Existenz ohne ihn zu denken ist. Das entscheidende Wort lautet daher „Alles“. Denn dass genau will ja der Kolosserbrief zeigen: Es gibt keinerlei Grund, irgendeine andere Macht in Betracht zu ziehen (Gestirne, Elemente etc.) außer Jesus Christus.

Der Hymnus betrachtet zuerst die Bedeutung von Christus in der Schöpfungsgeschichte. Der Titel Erstgeborener bedeutet nicht, dass Jesus das zuerst erschaffene Wesen ist, sondern betont die Vorrangstellung Christi vor der ganzen Schöpfung. Der Titel Erstgeborener bezeichnet Ihn als den, der die erhabenste Stellung inne hat. Wenn alle Dinge in Ihm und durch Ihn geschaffen wurden, so wurden sie auch für Ihn geschaffen. Christus ist nicht nur der, durch den alle Dinge geworden sind, sondern er ist es auch, der sie am Leben erhält. Das alles kannst du auf dich beziehen. Du wurdest von ihm auf ihn hin geschaffen! Sei dir dessen stets bewusst. Du bist ein Teil von Gottes Schöpfung. Lass Jesus dieses Stück Schöpfung – eben dich – gut und heil machen.

Er steht über allem und alles besteht durch ihn. Kol 1:17

Er ist auch das Haupt der Gemeinde, und die Gemeinde ist sein Leib. Er ist der Anfang, und er ist als Erster von den Toten zu einem unvergänglichen Leben auferstanden. In jeder Hinsicht sollte er der Erste sein. Kol 1:18

Kol 1,19: Christus der Erlöser

Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen und durch ihn alles mit sich versöhnen. Durch sein Blut am Kreuz schloss er Frieden mit allem, was es auf der Erde und im Himmel gibt. Kol 1:19‭-‬20

Als „Erstgeborener aus den Toten“ (so die wörtliche Übersetzung) ist Christus der, der eben als Erster von den Toten auferstanden ist, um zugleich allen anderen voranzugehen. Das Ziel ist die Aufhebung allen Getrenntseins von Gott (Versöhnung), zu der Gott selbst durch Christus führen will. Also auch zu dem, was als „ewige Leben“ bezeichnet wird, bedarf es nicht der Berücksichtigung anderer Mächte oder asketischer Übungen. In Christus ist die Fülle des Lebens enthalten, an der letztlich alle auf Gott Vertrauenden Anteil haben sollen.

Der Hymnus betrachtet nun die Bedeutung von Christus als Retter in der Erlösungsgeschichte. Dazu Gedanken von Bonhoeffer: Gott ist ein Gott des Tragens. Der Sohn Gottes trug unser Fleisch, er trug darum das Kreuz, er trug alle unsere Sünden und schuf durch sein Tragen Versöhnung. Die Gestalt des Jammers und des Schmerzes. So sieht der Weltversöhner aus. Die Schuld der Menschheit ist auf ihn gefallen. So teuer wird Gott die Versöhnung mit der Welt. Nur indem Gott an sich selbst das Gericht vollzieht, kann Friede werden zwischen ihm und der Welt und zwischen Mensch und Mensch. Das Geheimnis dieses Leidens und Sterbens ist die Liebe Gottes zum Menschen. Was Christus widerfuhr, das widerfuhr in ihm allen Menschen. In der Gestalt des Gekreuzigten erkennt und findet der Mensch sich selbst. Von Gott angenommen, im Kreuze gerichtet und versöhnt, das ist die Wirklichkeit der Menschheit: Gott hat Frieden gestiftet, als Jesus am Kreuz sein Blut vergoss.

Kol 1,27: Christus ist uns nahe

Dabei geht es um ein unbegreifliches Wunder, das Gott für alle Menschen auf dieser Erde bereithält. Ihr, die ihr zu Gott gehört, dürft dieses Geheimnis verstehen. Es lautet: Christus lebt in euch! Kol 1:27

Das ist der Kern des Christentums. Gott ist uns nahe, so nahe, dass er sogar in uns lebt. An keinen Ort müssen wir gehen, zu keiner Zeit müssen wir hier oder dort sein. Zu jeder Zeit und an jedem Ort können wir ihn anbeten, der in uns ist, können wir seine Hilfe erbitten, da er uns hört. Christus lebt in euch. Welch großes Geheimnis: Gott schenke euch tiefes Verstehen, damit ihr die ganze Größe seines Geheimnisses erkennt.

Kol 1,29: Bedeutung der Arbeit

Das ist das Ziel meiner Arbeit, dafür kämpfe ich, und dafür mühe ich mich ab. Christus, der mit seiner Macht in mir wirkt, schenkt mir die Kraft dazu. Kol 1:29

Wir sind dann reich, wenn wir in unserer Arbeit etwas gefunden haben, dem wir uns mit Leib und Seele widmen können und sie nicht nur teilnahms- und seelenlos ableisten. Unter vielem anderen gibt eben auch deine Arbeit deinem Leben Sinn. Und Christus gibt dir die Kraft dazu. Zugleich ist es unerläßlich, daß du dich von der Arbeit nicht versklaven läßt, daß du sie nicht zum Götzen macht, indem du meinst, in ihr den letzten und endgültigen Sinn deines Lebens zu finden. Arbeit ist gut und notwendig, aber wenn sie im Leben einen Platz einnimmt, für den sie nie gedacht war, dann wird etwas an sich Gutes zu unserem Feind, der an uns zehrt und uns verzehrt.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste