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Brief an die Hebräer (Hebr) Kapitel 13:  Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum Brief an die Hebräer (Hebr) Kapitel 13

Hebr 13,1-19: Wie Christen leben sollen

Auslegung und Kommentar zu Hebr 13,1-19

Hebr 13,1: Bleibt fest in der brüderlichen Liebe!

Aufruf zur Geschwisterliebe: Nach den hohen theologischen Ausführungen über Jesus als Hohepriester im Himmel, wird´s praktisch. Kapitel 13 enthält eine reiche Aufzählung an Spielarten der Liebe:

• Liebt einander.
• Achtet die Ehe!
• Seid nicht hinter dem Geld her.
• Seid zufrieden mit dem, was ihr habt.
• Setzt eure ganze Hoffnung auf Gottes Gnade
• Vergesst nicht, Gutes zu tun
• Vergesst nicht, mit anderen zu teilen
• Betet für uns
• Führt ein Leben, dass Gott gefällt
• Übt Gastfreundschaft
• Leidet mit verfolgten Christen

Hebr. 13,2: Vernachlässigt nicht die Gastfreund­schaft; denn durch sie haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt.

Hebr. 13,3: Gedenkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und derer, die misshandelt werden, als solche, die selbst auch noch im Leib leben.

Hebr 13,4: Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett unbefleckt; die Unzüchtigen und Ehebrecher aber wird Gott richten!

Hebr. 13,5: Euer Lebenswandel sei frei von Geldliebe! Begnügt euch mit dem, was vorhanden ist; denn er selbst hat gesagt: Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen! Hebr 13:5

Zufrieden sein: Habgier ist ein Loch ohne Boden, das Menschen durch endlose Anstrengung erschöpft, das Bedürfnis zu befriedigen, ohne jemals Zufriedenheit zu erreichen. Ein wichtiges Gegengift ist das Zufriedensein mit dem was du hast. Das ist eine Entscheidung, die du bewusst fällen kannst. Ja, auch wenn nicht alles immer so ist, wie wir uns das wünschen, so gehe heute in dich und zähle innerlich auf, worin dich Gott schon überreich beschenkt hat. Konzentriere dich auf das halbvolle Glas, nicht auf das halbleere. Konzentriere dich auf das, was du hast und nicht auf das, was du nicht hast. Es ist für mich erstaunlich, wie lang auf einmal meine Liste wurde. Ich bin mir sicher. Das wird sie bei dir auch!

Das ist der Grund, warum wir nicht begehrlich sein dürfen. Es gibt keinen Raum für Habgier, keine Entschuldigung dafür, denn Gott hat gesagt: Ich werde dich niemals verlassen noch dich verlassen. Wir sollten zufrieden sein. Wenn wir nicht zufrieden sind, handeln wir verrückt, weil wir sehen, dass der Herr gesagt hat: Ich werde dich niemals verlassen noch dich verlassen.

Hebr. 13,6: So können wir nun zuversichtlich sagen: Der Herr ist mein Helfer, und deshalb fürchte ich mich nicht vor dem, was ein Mensch mir antun könnte.

Der Herr ist mein Helfer: Dieses Zitat aus Psalm 118:6 weist auf die Wahrheit hin, dass echte Zufriedenheit nur dann entsteht, wenn wir darauf vertrauen, dass Gott unsere Bedürfnisse stillt und unsere Sicherheit ist. Seltsamerweise neigen wir oft eher dazu, Sicherheit zu finden und Zufriedenheit in Dingen zu finden, die weitaus weniger zuverlässig und sicher sind als Gott selbst.

Mutig voran schreiten: Ich wünsche Ihnen großen Mut und zwar einen, der nicht zimperlich ist; einen Mut, der ganz entschieden sagt: Es lebe Jesus, und das ganz vorbehaltlos, der sich dabei weder um Süßes, noch um Bitteres, weder um Licht noch um Finsternis kümmert. Gehen wir kühn unseren Weg in dieser wesentlichen, starken und unbeugsamen Liebe zu unserem Gott und lassen wir diese Hirngespinste von Versuchungen hin-und herhuschen; mögen sie auch, sooft sie wollen, unseren Weg kreuzen. Seien wir fröhlich in diesem Dienst, ich bitte Sie: fröhlich ohne Ausgelassenheit und unerschrocken ohne Überheblichkeit; fürchten wir, ohne in Unruhe zu geraten, seien wir sorgfältig, ohne hastig zu werden. Richten Sie Ihre Augen zum Himmel. Dein Kreuz fest an die Brust gedrückt und ihre Augen zum Himmel erhoben, wo Du bist. Franz von Sales

Hebr. 13,7: Gedenkt an eure Führer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; schaut das Ende ihres Wandels an und ahmt ihren Glauben nach!

Hebr. 13,8: Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!

Hebr. 13,9: Lasst euch nicht von vielfältigen und fremden Lehren umhertreiben; denn es ist gut, dass das Herz fest wird, was durch Gnade geschieht, nicht durch Speisen, von denen die keinen Nutzen hatten, die mit ihnen umgingen.

Hebr. 13,10: Wir haben einen Altar, das Kreuz, an dem Jesus seinen Leib als Opfer darbrachte.

Das Kreuz als Altar: Das lat. Wort adolere bedeutet verbrennen. Im Volke Israel gab es Altäre, auf denen dem einen Gott Opfer dargebracht und verbrannt wurden v.a. Tieropfer. Mit dem Kreuzestod Jesu Christi haben solche Opfer jedoch ihren Sinn verloren. Christus hat ein für allemal uns Menschen mit Gott versöhnt. Er ist der Mittler unseres Heils. Er selbst ist für uns der Priester, das Opfer und eben der Altar. Der Altar ist der Ort der Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers, ja ein Symbol für Christus selbst, in der kath. Kirche küsst der Priester den Altar zu Anfang und Ende der Messe. Das Sakrament des Altars ist eine Wiederholung des Opfertodes am Kreuze.

Glaube ist: die Selbstanbetung zu beenden und vor Gottes Altar zu kommen. Pamela Reeve

Hebr. 13,12: Darum hat auch Jesus, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, außerhalb des Tores gelitten.

Hebr. 13,13: So lasst uns nun zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen!

Hebr. 13,14: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Hebr. 13,15: Durch ihn lasst uns nun Gott beständig ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen!

Lobpreis: Der Verfasser der Hebräer erklärt einige wesentliche Grundlagen für angemessenes Lob. Lob, das Gott gefällt, wird von Ihm dargebracht , das heißt von Jesus Christus, auf der Grundlage Seiner Gerechtigkeit und seines Wohlgefallens an Gott. Lob, das Gott gefällt, wird fortwährend dargebracht , so dass wir Ihn immer preisen. Lobpreis, der Gott gefällt, ist ein Lobpreisopfer , da es kostspielig oder unbequem sein kann. Lobpreis, der Gott gefällt, ist die Frucht unserer Lippen , mehr als nur auf Gott gerichtete Gedanken. Es wird zum Herrn gesprochen, entweder in Prosa oder in Liedern. „Was von den Lippen ausgeht, wird als Frucht angesehen , die den Charakter ihrer Quelle offenbart, wie die Frucht eines Baumes die Natur des Baumes offenbart.

Hebr. 13,16: Vergesst auch nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen! Denn solche Opfer gefallen Gott.

Gutes tun: Lob ist nicht das einzige Opfer, das Gott gefällt. Wir erfreuen Gott auch mit Opfern, wenn wir Gutes tun und teilen . Lobpreis und Anbetung sind wichtig, aber die Verpflichtung des Christen endet hier nicht.

Hebr. 13,18: Betet für uns! Wir sind überzeugt, ein gutes Gewissen zu haben, denn wir möchten in jeder Weise ein Leben führen, wie es gut und richtig ist.

Hebr 13,18: Betet für uns!

Dienst der Liebe: Das Gebet für andere ist ein ganz besonderen Akt der Liebe. Generell und grundsätzlich, aber vor allem auch dann, wenn wir uns angesichts diverser Nöte des anderen machtlos fühlen. Diese Ausdauer im Gebet für den anderen ist eine demütige Form des Dienens. Gottes Wort ermutigt uns an vielen Stellen für andere zu beten. Nochmals: das Gebet für andere eine ganz besondere Art zu lieben ist. Ich stehe für sie ein, kämpfe für sie. Ich investiere mein Herz und meine Zeit, damit Gott in ihre Situation eingreift.

Was ist die Fürbitte? Unter Fürbitte wird das Eintreten vor Gott für jemanden oder für etwas verstanden. Wenn ich Fürbitte halte, führe ich in meinem allgemeinen Priestertum der Taufe eine Person in die Gegenwart Gottes, nicht in meinem Tun (magisches Ritual), sondern weil ich Gemeinschaft mit dem Herrn eingehe, in diesem geistlichen Tun ziehe ich alles was in meinem Herzen ist zu Gott. Und Gott hält Andenken, was ich in meinem Herzen habe. Wir dürfen da vertrauen, dass Gott das ganz ernst nimmt. Jetzt, da Gott gedenkt, geschieht Heil. Gott greift in die Geschichte dieses Menschen heilbringend, vollendend, heilend, führend, schützend ein. Halten wir also viel und überfließend Fürbitte für uns nahe Menschen, aber auch gerade fernen Menschen in Kriegsgebieten oder sonstwo.  

Worte von Helmut Gollwitzer: Fürbitten heißt alle zu Gott mitnehmen, die uns am Herzen liegen, alle, die wir kennen, oder alle, von denen wir wissen, dass sie eines Menschen bedürfen, der sie vor Gott hin mitnimmt. Es heißt aber auch: diesen Menschen selbst näher kommen. Es gibt nicht nur ein Kennen von Mensch zu Mensch, sondern auch ein Kennen auf dem Umweg über die Augen Gottes. Das Licht Gottes fällt gleichsam auf das Gesicht des Menschen neben mir und macht es klarer, deutlicher, verständlicher. Fürbitten heißt auch: die Gnade empfangen, lieben zu können. Indem ich mit einem anderen Menschen zusammen vor Gott stehe und er mir verständlicher wird, entsteht Liebe zu ihm. Ich beginne, mit ihm zu leben, mich mit ihm zu ängstigen, mit ihm zu trauern, mich mit ihm zu freuen, mit ihm zu hoffen.

Fürbitte hat zwei Dimensionen: Sie relativiert die Möglichkeiten menschlicher Machbarkeit und des menschlichen guten Willens. Fürbitte stellt andere in den größeren Horizont Gottes und vergrößert so die Möglichkeiten, zu handeln oder manchmal auch nur das Unabänderliche zu ertragen. Zugleich schafft das Fürbittgebet eine Solidargemeinschaft des Aneinanderdenkens und Füreinandereintretens. 

Hebr 13,20-25: Segen und Grüsse

Auslegung und Kommentar zu Hebr 13,20-25

Hebr. 13,20: Es ist der Gott des Friedens, der den großen Hirten seiner Schafe, unseren Herrn Jesus, von den Toten zurückbrachte, und der vorher mit dessen Blut den ewigen Bund in Kraft gesetzt hat.

Beten und Bitten um Gebet: Nachdem er seine Leser gebeten hat, für ihn zu beten, betet der Verfasser der Hebräer für seine Leser. „Der Apostel hatte die hebräischen Gläubigen ermahnt, für ihn zu beten, mit den Worten: ‚Betet für uns;‘ und dann, wie um zu zeigen, dass er nicht von ihnen verlangte, was er selbst nicht war. Bereit zu geben, spricht er dieses wunderbare Gebet für sie. Der kann getrost zu seiner Gemeinde sagen: ‚Betet für mich‘, der aus tiefstem Herzen für sie betet. In diesem Segen wird Gott zuerst in Seinen Eigenschaften erkannt: Frieden , Kraft (hat unseren Herrn Jesus von den Toten auferweckt), liebevolle Fürsorge (dieser große Hirte) und ewig gebende Liebe (das Blut der Ewigkeit Bund).

Hebr. 13,21: Dieser Gott rüste euch mit allem Guten aus, damit ihr seinen Willen tun könnt. Durch Jesus Christus möge er das, was ihm gefällt, in euch bewirken. Ihm sei die Ehre für immer und ewig. Amen.

Gerüstet zum guten Werk: Tun wir für unsere Mitmenschen in leiblicher wie in seelischer Hinsicht, was wir nur können; beten wir für sie und seien wir stets von Herzen hilfsbereit, dann beweisen wir am besten, daß wir sie wirklich von Herzen lieb haben. Eine Freundschaft, die sich in schönen Worten erschöpft, hat wenig Wert; das ist nicht Liebe, wie sie der Herr uns erwiesen. Ihm war es nicht genug, uns nur in Worten seiner Liebe zu versichern, er ging weit darüber hinaus; er erbrachte den Beweis seiner Liebe durch all das, was er für uns getan hat.

Hebr. 13,25: Die Gnade sei mit euch allen!

Gottes Gnade mit uns: Dies ist ein passender Abschluss für ein Buch, das das Vergehen des Alten Bundes und die Einrichtung des Neuen Bundes dokumentiert. Gnade sei in der Tat mit euch allen unter dem, was Gott durch den erhabenen Erlöser, Jesus Christus, gegeben hat! 

Worte von Faustina: O Leben, eintönig und grau, wie viele Schätze ruhen in dir! Keine Stunde gleicht der anderen. Einerlei und Grau des Alltags weichen, wenn ich alles mit den Augen des Glaubens betrachte. Die Gnade, die für mich in dieser Stunde steckt, wiederholt sich nicht in der nächsten Stunde. Sie wird mir in der nächsten Stunde gegeben, doch nicht mehr die gleiche. Die Zeit verrinnt und kehrt niemals zurück. Was sie in sich birgt, verändert sich nicht, sie besiegelt es in Ewigkeit.

Schlüsselworte des Hebräerbriefes

Erstes Schlüsselwort – Lasst uns: „Lasst uns also unerschütterlich an unserem Bekenntnis zu Jesus Christus festhalten.“ (Heb 4:14) Das häufige „Lasst uns“ will uns in unserer Verantwortlichkeit wachrütteln, ermutigt zum Vertrauen auf Christus, jeden Tag aufs neue!

Zweites Schlüsselwort – besser: „Jesus ist ja auch der Vermittler eines viel besseren Bundes.“ (Heb 8:6) Das häufige „besser“ stellt die Vollendung in Christus in den Mittelpunkt. Er ist besser als die Engel, als Mose oder Aaron etc. Er hat den besseren Bund eingesetzt.

So lasst uns in und mit Jesus leben, der besser ist als alles andere in unserem Leben!


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum Brief an die Hebräer (Hebr) Kapitel 13.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste