Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Brief an die Hebräer (Hebr) Kapitel 10:  Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum Brief an die Hebräer (Hebr) Kapitel 10

Hebr 10,1-18: Nur Christus macht vollkommen

Auslegung und Kommentar zu Hebr 10,1-18

Hebr. 10,1: Denn weil das Gesetz nur einen Schatten der zukünftigen [Heils-] Güter hat, nicht die Gestalt der Dinge selbst, so kann es auch mit den gleichen alljährlichen Opfern, die man immer wieder darbringt, die Hinzutretenden niemals zur Vollendung bringen.

Das Gesetz als Schatten: Schatten ist nichts Schlechtes. Manchmal kann dir ein Schatten viel sagen. Aber der Schatten ist nicht die Substanz. Der Alte Bund und sein Gesetz waren nicht selbst schlecht oder böse, sie sind nur unvollständig und unzureichend , um eine vollständige Reinigung von Sünde zu bringen und zu retten

Hebr. 10,7: Da habe ich gesagt: Hier bin ich! Ich bin gekommen, um deinen Willen zu tun – so, wie es in der Schrift von mir steht.

Gottes Willen: Jesu Unterwerfung unter den Willen Gottes des Vaters fand ihre letzte Erfüllung in Seinem Gehorsam gegenüber dem Kreuz. Dieser Wunsch, Gottes Willen zu tun, wurde im Garten Gethsemane (Lk 22:39-44) gezeigt und am Kreuz erfüllt.

Deinen Willen zu tun, o Gott, ist das Ziel des vollkommenen Menschen. Es wurde selbst von den frommsten Menschen nur teilweise erfüllt, außer von Jesus. Was der Psalmist als das erstrebenswerteste Ziel ansah, wird in den Lippen Jesu zum Ausdruck einer Tatsache.

Hebr. 10,10: Und aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt, weil Jesus Christus seinen Leib ein für alle Mal als Opfer dargebracht hat.

Hebr. 10,12: Dieser Hohe Priester aber hat nur ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht und sich dann für immer auf den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite gesetzt.

Sitzender Jesus: Dagegen ist die Sitzhaltung Jesu wichtig. Es zeigt, dass sein Werk vollendet ist. Er muss nicht täglich dienen und wiederholt die gleichen Opfer darbringen, wie es Priester unter dem Alten Bund tun mussten. Jesus dient immer noch im Himmel – Er hat einen Fürbittedienst für sein Volk. Aber dieser Dienst entspringt seinem vollendeten Werk, sodass er eine Haltung der Ruhe einnehmen kann – er setzte sich zur Rechten Gottes .

Hebr. 10,14: Denn mit einem einzigen Opfer hat er alle, die er für sich ausgesondert hat, völlig und für immer von ihrer Schuld befreit.

Ausgesondert und befreit: Was für ein herrliches Wort! Diejenigen, für die Christus gestorben ist, wurden durch seinen Tod vollkommen gemacht. Das bedeutet nicht, dass er sie charakterlich vollkommen gemacht hat, damit sie keine Sünder mehr sind, sondern dass er diejenigen, für die er starb, vollkommen frei von der Schuld der Sünde gemacht hat. Als Christus ihre Sünden auf sich nahm, blieb die Sünde nicht länger auf ihnen, denn sie konnte nicht gleichzeitig an zwei Orten sein.

Hebr. 10,16: Der neue Bund, den ich dann mit ihnen schließen will, wird so aussehen: ‚Ich werde ihnen meine Gesetze in Herz und Gewissen schreiben‘, spricht der Herr.

Hebr. 10,17: Und dann fährt er fort: Nie mehr werde ich an ihre Sünden und ihre Gesetzwidrigkeiten denken.

Gesetze im Herzen: Der neue Bund hat mit einer inneren Wandlung zu tun. Gott verändert das Herz der Menschen und schreibt sein Gesetz in ihre Herzen. Der neue Bund bietet vollständige Vergebung. Die Vergebung ist so vollständig, dass Gott sagen kann, dass er sich angesichts des neuen Bundes nicht einmal an unsere Sünden erinnert! Der Christ muss sich bemühen, mit seiner Sünde genau das zu tun, was Gott getan hat: es zu vergessen. Außerdem erinnert uns das daran, dass der Gläubige in keiner Weise auf Bewährung ist. Vor Gott hat seine vergangene Sünde keinen Einfluss auf Gottes gegenwärtiges Handeln.

Hebr. 10,18: Wo aber die Sünden vergeben sind, ist kein Opfer mehr nötig.

Kein Opfer mehr nötig: Der Christus, der am Kreuz von Golgatha gestorben ist, muss nicht noch einmal für meine neuen Sünden sterben oder eine neue Sühne für irgendwelche Übertretungen anbieten, die ich vielleicht noch begehe. Nein; aber ein für allemal sammelte er die ganze Masse der Sünden seines Volkes zu einer kolossalen Last, nahm sie auf seine Schultern und warf alles in das Grab, in dem er einst schlief, und dort ist es begraben, nie mehr wieder auferweckt, um für immer und ewig gegen die Erlösten zu zeugen. Spurgeon

Hebr 10,19-25: Freier Zugang zu Gott

Auslegung und Kommentar zu Hebr 10,19-25

Hebr. 10,19: Wir haben also jetzt einen freien und ungehinderten Zugang zum wirklichen Heiligtum, liebe Geschwister. Jesus hat ihn durch sein Blut für uns eröffnet.

Freier Zugang zum Heiligtum: Dies wird als Tatsache angegeben, nicht als Ermahnung. Wir haben Zugang für eine mutige Annäherung an Gott. Der Punkt ist einfach: Wir müssen diesen Zugang nutzen, und zwar kühn . Am Versöhnungstag betrat der Hohepriester mit Furcht und Zittern den allerheiligsten Ort, aber wir können das Allerheiligste mit Kühnheit betreten. Diese Kühnheit steht in völligem Gegensatz zu der Art und Weise, wie der Hohepriester unter dem Alten Bund den Heiligen Ort betrat. Er ging mit Angst und Zittern, denn wenn er die kleinste vom Gesetz vorgeschriebene Sache vernachlässigt hatte, konnte er nichts als den Tod erwarten. Echte Gläubige können mit Zuversicht sogar zum Thron Gottes kommen, wenn sie das unendlich verdienstvolle Blut der großen Sühne in die göttliche Gegenwart tragen; und da sie durch dieses Blut gerechtfertigt sind, haben sie ein Anrecht auf alle Segnungen des ewigen Königreichs.

Hebr. 10,20: Er hat uns einen neuen Weg durch den Vorhang hindurch gebahnt, einen Weg, der zum Leben führt. Der Vorhang war praktisch sein irdischer Körper.

Hebr. 10,22: Deshalb wollen wir mit aufrichtigem Herzen voller Vertrauen und Zuversicht in die Gegenwart Gottes treten. Denn unsere Herzen wurden ja mit dem Blut von Christus besprengt. So ist unser Gewissen von Schuld gereinigt und unser Leib mit dem Reinigungswasser gewaschen.

Hebr. 10,23: Wir wollen unbeirrbar an der Hoffnung festhalten, zu der wir uns bekennen. Denn Gott, der uns das Versprechen gegeben hat, steht treu zu seinen Zusagen.

Hebr. 10,24: Und lasst uns aufeinander achten und uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Taten anspornen.

Lasst uns mit kleinen Dingen, die Welt um uns zum Guten verändern. Tue, was du tun kannst, mit dem was du hast und dort wo du bist. Denken wir darüber nach, was wir heute tun können. Schenken wir ein gutes Wort, für jemanden, dem es nicht so gut geht. Ermutigen wir einen Freund, der mutlos ist. Hören wir zu, wenn jemand etwas zu sagen hat. Trösten wir, diejenigen die traurig sind. Laden wir einen Freund ein. Besuchen wir jemanden. Schenken wir Zeit. Bieten wir unsere Hilfe an. Beten und segnen wir andere. Geben wir praktische Hilfe. Jeden Tag stellt Gott uns Menschen auf unseren Weg. Wir begegnen Menschen in unserer Familie, beim Einkaufen, auf der Arbeit, in der Freizeit. Beten wir und fragen Gott: Wem kann ich heute Gutes tun? Wo kann ich Gottes Liebe praktisch weitergeben. Ulrike Puintner

Hebr. 10,25: Deshalb ist es wichtig, unsere Zusammenkünfte nicht zu versäumen, wie es sich leider einige schon angewöhnt haben. Wir müssen uns doch gegenseitig ermutigen, und das umso mehr, je näher ihr den Tag heranrücken seht, an dem der Herr kommt.

Bedeutung von Gemeinschaft: Manche gehen nur dann in die Kirche, wenn sie das Gefühl haben, dass sie es gerade „brauchen“. Aber unsere Motivation für Gemeinschaft muss sein, Gott zu gehorchen und anderen zu geben ä. Wir können und sollten uns mit Gläubigen versammeln, um jemanden zu ermutigen, der einer Flut von Entmutigung standhalten muss.

Ich kann meinen Glauben auch alleine leben! Christ sein gibt es nur im Paket. Im Paket mit anderen Christen.“ So sagte der Fernsehjournalist Peter Hahne in einer seiner Reden. Im Brief an die Korinther schreibt Paulus, nachzulesen im Kapitel 12: “So wie unser Leib aus vielen Gliedern besteht und diese Glieder einen Leib bilden, so besteht auch die Gemeinde Christi aus vielen Gliedern und ist doch ein einziger Leib.“ Wer also sagt: „meinen Glauben kann ich auch alleine leben“ vermittelt den anderen aus der Gemeinschaft: „Ich brauche euch nicht, ich will mit euch nichts zu tun haben“ oder „es reicht mir völlig, wenn ich nur Jesus habe“ – Sicher brauche ich eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Doch so wie Gott durch Jesus Christus mit mir eine persönliche Gemeinschaft bilden will, so will er auch, dass wir Christen untereinander eine Beziehung eingehen. In der Gemeinde hat jedes Glied seine Bedeutung. Und keiner sollte sich als absolut setzen. Jeder und jede, ob Alt oder Jung, groß oder klein, dünn oder nicht so dünn, Mann oder Frau, ledig, verheiratet, verwitwet oder geschieden. Ob Baby, Kind oder Jugendlicher, jeder ist wichtig für unsere Gemeinden. Und jeder soll dem anderen Dienen mit den Gaben die er bekommen hat. Rolf Aichelberger

Hebr 10,26-39: Vertrauen auf Christus

Auslegung und Kommentar zu Hebr 10,26-39

Hebr. 10,34: Ihr habt mit den Gefangenen mitgelitten. Und als man euch den Besitz wegnahm, habt ihr das mit Freude ertragen; weil ihr wusstet, dass ihr etwas Besseres besitzt, was ihr nie verlieren werdet.

Hebr. 10,35: Werft dieses Vertrauen auf den Herrn, das einmal so reich belohnt werden soll, doch jetzt nicht weg!

Zuversicht: Zuversicht kommt von sehen. Ich sehe zu, wie Gott alles lenkt und leitet, wie er alles zum Guten wendet. Die Zuversicht sieht mehr als das bloß Vorhandene. Sie sieht mehr als die Probleme. Sie sieht zusätzlich zu allem Äußeren die innerste Wirklichkeit aller Dinge, sie sieht den Dingen auf den Grund. Sie vertraut auf Gott, der mit uns durch diese Welt geht. „Herr, du allmächtiger Gott, glücklich ist jeder, der sich auf dich verlässt!“ (Ps 84:13). Dieses innere Sehen auf Gottes Lenkung ist eine Haltung. Das kennzeichnende an einer Haltung ist, dass sie sich diese über eine längere Zeit entwickelt. Die Haltung der Zuversicht gilt es einzuüben sowie Muskeln im Fitnessstudio langsam aufgebaut werden. Ein großes Vorbild in dieser Haltung ist und bleibt für mich Maria.

Hebr. 10,36: Was ihr braucht, ist Standhaftigkeit. Denn wenn ihr weiterhin nach Gottes Willen handelt, werdet ihr alles bekommen, was er euch zugesagt hat.

Hebr 10,39: Doch wir gehören nicht zu denen, die sich von Gott abwenden und so in ihr Verderben rennen. Nein, wir gehören zu denen, die am Glauben festhalten und das Leben gewinnen.

Das ist ein sicheres Fazit. Wir werden diejenigen sein, die ausharren und die Verheißung Gottes erlangen. Wir werden uns nicht zurückziehen in irgendeinen anderen Ersatz für Jesus.


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum Brief an die Hebräer (Hebr) Kapitel 10.


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste