Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Epheser Kap. 6: Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und einen Kommentar zum Brief an die Epheser Kap. 6

Gehorsam und Erziehung (Eph 6,1-4)

‭Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern, weil ihr mit dem Herrn verbunden seid. Das ist nur recht und billig.‭ Eph 6:1

Eph 6:2: Ehre deine Eltern

‭Ehre deinen Vater und deine Mutter – so lautet das erste Gebot, dem eine Zusage folgt, damit es dir gut geht und du ein langes Leben auf der Erde hast. Eph 6:2-3

Was es bedeutet , unseren Vater und unsere Mutter zu ehren, mag sich ändern, wenn wir erwachsen werden, aber der Grundsatz bleibt immer bestehen. Das erwachsene Kind schuldet den Eltern keinen Gehorsam, aber sie schulden den Eltern Ehre

Eph 6:4: Reizt eure Kinder nicht

‭Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht, sondern erzieht sie nach den Maßstäben und Ermahnungen des Herrn.‭ Eph 6:4

Eltern haben sicherlich die Möglichkeit dazu , ihre Kinder zum Zorn zu provozieren , durch eine unfreundliche, überkritische Haltung, die das Kind quält, anstatt es zu erziehen. Aber christliche Eltern sollten niemals so sein.

Das Evangelium brachte ein neues Element in die elterliche Verantwortung, indem es darauf bestand, dass die Gefühle des Kindes berücksichtigt werden müssen. In einer Gesellschaft, in der die Autorität des Vaters ( patria potestas ) absolut war, stellte dies ein revolutionäres Konzept dar.

Ehrlichkeit und Nachsicht (Eph 6,5-9)

Eph 6:5: Hinweis an die Sklaven

‭Ihr Sklaven, gehorcht euren irdischen Herren mit aller Ehrerbietung und Gewissenhaftigkeit. Dient ihnen mit aufrichtigem Herzen, als würdet ihr Christus dienen.‭ Eph 6:5

Das Evangelium begann sofort, es zu untergraben, mit seinen mächtigen Prinzipien der Gleichheit aller Seelen im Geheimnis und der Würde der Menschheit und des gleichen Werks der erlösenden Liebe, das der höchste Meister für alle Seelen gewirkt hat. Aber sein Plan war – nicht zu zerschlagen, sondern zu untergraben … Während das Evangelium die Sklaverei in einer Hinsicht in Ruhe ließ, verurteilte es sie in einer anderen.

Eph 6:6: Sklaven des Christus

‭Tut es nicht, um gesehen zu werden und euch bei ihnen einzuschmeicheln. Betrachtet euch vielmehr als Sklaven des Christus, die Gottes Willen von Herzen gern tun.‭ Eph 6:6

Gnade macht uns zu Dienern Gottes, während wir immer noch Diener der Menschen sind: Sie befähigt uns, die Geschäfte des Himmels zu erledigen, während wir uns um die Geschäfte der Erde kümmern: Sie heiligt die gemeinsamen Pflichten des Lebens, indem sie uns zeigt, wie wir sie zu erfüllen haben im Licht des Himmels. Spurgeon

Eph 6,7: Arbeiten für den Herrn

Arbeitet mit Freude als Christen, die nicht den Menschen dienen, sondern dem Herrn. Eph 6:7

Dient mit gutem Willen dem Herrn und nicht den Menschen. Eph 6:7

‭Seid euren Herren wohlgesonnen, und dient ihnen in der Überzeugung, dass ihr es für den Herrn und nicht für Menschen tut.‭ Eph 6:7

Dienst du in deiner Arbeit Gott, so erfüllt dich das mit Freude, die ein Schutzwall ist, wenn du mal wieder zum Meckern und Jammern neigst. Deine Arbeit verliert den Charakter der Sklaverei, wenn du dich entschliesst, sie trotz aller Schwierigkeiten zu lieben. Meine Schüler würden sofort merken, wenn ich lustlos zur Arbeit käme. Begeistern kann nur der, der selbst begeistert ist oder um es mit Aristoteles zu sagen: „Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten“. Also: auch wenn bei dir an der Arbeit einiges im Argen liegt, versuche jene Dinge ins Bewußtsein zu rücken, die dir Freude bereiten. Und denke daran: Er wird euch ans Ziel bringen, euch Kraft und Stärke geben und dafür sorgen, dass ihr fest und sicher steht. (1. Petrus 5:10)

Nicht leichtfertig in seinen Worten und Handlungen sein. Einander durch eine Verneigung des Kopfes grüßen, verbunden mit der Aufmerksamkeit des Geistes und mit großem Respekt. Nicht streiten, nicht mit heftigem Eifer sprechen, nicht zu laut lachen oder sprechen, noch beim Sprechen Gesten machen, weder mit den Händen noch mit dem Kopf oder anderen Gliedern des Körpers. Gelassen antworten oder sagen, was man zu sagen hat, ohne sich furchtsam oder ängstlich zu zeigen. Seine Handlungen ruhig und ohne innere oder äußere Hast verrichten. Den Willen haben, in allem Gott zu gefallen.

‭Ihr wisst doch, dass jeder, der Gutes tut, vom Herrn dafür belohnt wird, egal ob er Sklave ist oder ein freier Mensch.‭ Eph 6:8

‭Und ihr Herren, behandelt eure Sklaven im gleichen Sinn. Lasst das Drohen sein! Denkt daran, dass ihr im Himmel einen gemeinsamen Herrn habt, vor dem alle Menschen gleich sind.‭ Eph 6:9

Kämpft mit Gottes Waffen! (Eph 6,10-24)

Eph 6,10: Stark im Herrn

Werdet stark, weil ihr mit dem Herrn verbunden seid! Eph 6:10

Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Eph 6:10

‭Und schließlich: Lasst euch stark machen durch den Herrn, durch seine gewaltige Kraft!‭ Eph 6:10

Es ist nicht „Ich tue alles und Gott tut nichts“. Es ist nicht „Ich tue nichts und Gott tut alles“. Es ist nicht „Ich tue alles, was ich kann, und Gott hilft mit dem, was ich nicht kann.“ Jeder dieser Ansätze greift zu kurz. Der Schlüssel ist für mich, mich im Glauben auf seine Macht zu verlassen – und mich immer mehr darauf zu verlassen – und dann die Arbeit zu tun.

Du bist äußeren Stress-Umständen nie restlos ausgeliefert, sondern kannst deine Widerstandskraft stärken. Klar: Stress kann auftreten, wenn es nicht so läuft, wie ich es will. Aber: nicht immer dann, wenn es nicht so läuft wie ich es will muss Stress unbedingt auftreten!!! Darin liegt unsere Eigenverantwortung. Stärken wir unsere Widerstandskraft, sind wir mit uns selbst und den anderen im echten Kontakt, so gehen wir mit Streß anders um. Darin liegt unsere Kraft und Chance. Neben vielen, vielen anderen Dingen wird unsere Kraft v.a. durch die Beziehung zu Jesus gestärkt. Hören wir ihn, wenn er uns ruft.

In Gott selbst ist die Seele des Gläubigen verankert. Diesen Anker kann niemand ausreißen. Damit wird Gott zur Stärke. Alle Stärke, die ich habe, gehört dir. Darum suche ich Hilfe bei dir, der sie gewähren kann. Alle meine Stärke ruht in dir. Darum überlasse ich alles ganz deinen Händen. Ich kann mit innerem Frieden darüber hinwegkommen, dass die Menschen mein Tun missdeuten und entstellen, wenn nur mein Gewissen mir bezeugt, dass du auf meiner Seite bist.

Eph 6,11: Der geistliche Kampf

Zieht die volle Rüstung Gottes an, damit ihr den heimtückischen Anschlägen des Teufels standhalten könnt.‭ Eph 6:11

Ohne die Kraft Gottes und den Schutz der geistlichen Rüstung ist es unmöglich, den Angriffen geistlicher Feinde standzuhalten.

Das Gebet ist das Schild und das Schwert. Apophthegmata

Das Gebet ist dein Schild. Es schützt dich vor äußeren und inneren Bedrängnissen, vor dem Trübsal der Seele u.v.m. Das Gebet ist dein Schwert. Es hilft dir im Kampf gegen Versuchungen und innere Leidenschaften. Sie wird es immer geben, Gott aber gibt dir darin die notwendige Kraft. Geistliches Leben ist immer auch geistlicher Kampf.

Christliches Leben ist auch Kampf, in dem wir mit dem Ringen, was uns davon abhalten möchte, das Bild zu leben, das Gott sich von uns gemacht hat. In diesem Kampf treten wir dem Bösen entgegen, das in der Welt gegenwärtig ist, in einem jeden einzelnen von uns und in unserer Umgebung. Es geht um einen geistlichen Kampf, der gegen die Sünde gerichtet ist. Dieser Kampf ist nicht ohne, das erlebt ein jeder von uns ja immer wieder. Aber Gott gibt uns Waffen an die Hand, um in diesem Kampf bestehen zu können. Im Bild eines römischen Kriegers werden uns verschiedene geistliche Waffen in diesem Kampf von Paulus empfohlen, um die es in den nächsten zwei Tagen gehen soll.

‭Wir kämpfen ja nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen dämonische Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher der Finsternis, gegen die bösartigen Geistwesen in der unsichtbaren Welt.‭ Eph 6:12

‭Greift darum zu den Waffen Gottes, damit ihr standhalten könnt, wenn der böse Tag kommt, und dann, wenn ihr alles erledigt habt, noch steht!‭ Eph 6:13

Eph 6,14-15: Waffe Nr. 1-3

Steht also bereit: die Hüften umgürtet mit Wahrheit; den Brustpanzer der Gerechtigkeit angelegt;‭‭die Füße mit der Bereitschaft beschuht, die gute Botschaft vom Frieden mit Gott weiterzutragen!‭ Eph 6:14-15

• Gürtel der Wahrheit: Jesus selbst sagt „Ich bin die Wahrheit!“. Wenn wir uns mit Jesus umgürten, dann ist das der beste Schutz im geistlichen Kampf.

• Brustpanzer der Gerechtigkeit: Wir alle wissen, dass es nicht unsere eigene Gerechtigkeit ist, sondern unser Gerechtsein in Jesus Christus. Vertrauen wir ihm!

• Füße der Verkündigungsbereitschaft: das Evangelium des Friedens bezieht sich auf die frohe Botschaft, dass wir durch Christus Frieden mit Gott haben und er an unserer Seite ist. Verkündigen wir das!

Eph 6,16-17: Waffe 4-6

Greift vor allem zum Großschild des Glaubens, mit dem ihr die Brandpfeile des Bösen auslöschen könnt.‭ ‭Setzt auch den Helm des Heils auf und nehmt das Schwert des Geistes, das Wort Gottes, in die Hand!‭ Eph 6:16-17

• Schild des Glaubens: meint im Kern das grundsätzliche Vertrauen auf Gott.

• Helm des Heiles: Die Gewissheit des Gerettetetseins in Jesus Christus schützt den Kopf. Der Gläubige muss sich seiner Stellung in Christus genauso bewusst sein, als wäre es ein Helm, den er tatsächlich auf dem Kopf trägt.

• Schwert des Wort Gottes: Der letzte Waffe ist die einzige offensive Waffe, das Schwert des Wort Gottes. Darum lasst uns die Worte der heiligen Schrift in unseren Herzen bewahren.

Eph 6:18: Zu jeder Zeit beten

‭Und betet dabei zu jeder Zeit mit jeder Art von Gebeten und Bitten in der Kraft des Heiligen Geistes, und seid dabei wachsam und hört nicht auf, für alle Gläubigen zu beten.‭ Eph 6:18

Die Idee ist alle Arten von Gebet oder Gebet über Gebet . Wir sollten jede Art von Gebet verwenden, die wir uns vorstellen können. Gruppengebet, Einzelgebet, stilles Gebet, Rufgebet, Gehgebet, Kniegebet, beredtes Gebet, Seufzgebet, ständiges Gebet, inbrünstiges Gebet – betet einfach

Eph 6,20: Gottes Gesandter

Ich bin ja als Gottes Gesandter für das Evangelium tätig. Eph 6:20

Bei ihm sein und als Gesandter auf dem Weg zu den Menschen, das gehört zusammen. Bei ihm sein und gesandt sein, das ist nicht voneinander zu trennen. Nur wer bei Ihm ist, lernt ihn kennen und kann ihn recht verkünden. Und wer bei ihm ist, behält es nicht für sich, sondern muß weitergeben, was er gefunden hat. Es geht ihm wie dem Andreas, der seinem Bruder Simon sagte: Wir haben den Messias gefunden. Der Evangelist fügt hinzu: Und er führte ihn zu Jesus. Benedikt XVI

Eph 6,23: Briefschluß

Euch, meinen lieben Brüdern und Schwestern, wünsche ich Frieden, Liebe und immer stärkeren Glauben. Das schenke euch Gott, unser Vater, und Jesus Christus, unser Herr. Eph 6:23‭

Meist beschäftigen wir uns ja mit einzelnen Abschnitten der Bibel oder einzelnen Versen. Es ist etwas ganz besonderes, wenn man mal bei einem Kaffee in aller Ruhe und Besinnung einen Brief wie den Epheserbrief als Ganzes liest. Nur so können wir, so denke ich, seinen Geist als Ganzes atmen. Ich mache es viel zu selten, obwohl z.B. der Epheserbrief je nach Lesegeschwindigkeit in ca. 1/2 Stunde durch zu lesen ist und ich dagegen 2 Stunden Zeit habe Fußball zu schauen. Ich möchte uns ermuntern, in einer ruhigen Zeit den Brief als Ganzes zu lesen. So möchte ich mit dem letzten Vers 6,24 diese Reihe schließen:

Gottes Gnade sei mit allen, die unseren Herrn Jesus Christus lieben, und schenke ihnen unvergängliches Leben. Eph 6,24

Paulus beendete den Brief, wie er ihn begonnen hatte, mit einem Hinweis auf Gnade und Frieden , diese beiden wesentlichen Eckpfeiler des christlichen Lebens.

Infos zum Impuls 

– Start mit dem Wort Gottes in den Tag

– Kurzimpuls

– es gibt stets ein Wochenthema

– täglich nur 1x

– entweder über

   * Whatsapp

   * Facebook-Seite

   * Telegram

– ca. zwischen 6-7 Uhr 

– hier geht´zur Anmeldung

Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste