Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Epheser Kap. 4: Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und einen Kommentar zum Brief an die Epheser Kap. 4

Bewahrt die Einheit! (Eph 4,1-6)

Eph 4,1: Gott in unserem Handeln ehren

Als einer, der für den Herrn im Gefängnis ist, ermahne ich euch: Lebt so, wie es der Berufung entspricht, die an euch erging. Eph 4:1

Wenn wir wirklich verstehen, wie viel Gott für uns getan hat, werden wir ihm natürlich aus Dankbarkeit dienen und gehorchen wollen. Die Idee ist klar. Wir wandeln nicht würdig , damit Gott uns liebt, sondern weil er uns liebt. Es ist aus Dankbarkeit motiviert, nicht aus dem Wunsch, Verdienste zu verdienen.

Kapitel 1-3 beschreiben Gottes gnädiges Handeln an uns. Kapitel 4-6 beschreiben Konsequenzen, die sich daraus für unser Leben ergeben. Die Verbindung dieser zwei Briefteile ist wichtig, ansonsten wäre das Christentum eine reine Moral-Religion. Das aber ist das Christentum nicht: wir haben einen Gott, haben einen Leib, eine Hoffnung, einen Glauben und eine Taufe. Aufgrund dieser Gnade, in der Gott uns seine Kinder nennt, entscheiden wir uns immer wieder neu zur Umkehr zum Vater, betrachten kritisch unser Leben und streben nach einem tugendhaften Leben, das Paulus hier facettenreich darlegt: sich nicht über andere erheben, freundlich und geduldig sein, in Liebe aufeinander zugehen, sich um Einheit bemühen u.v.m.

Eph 4,2: Gegen die Überheblichkeit

Überhebt euch nicht über andere, seid freundlich und geduldig! Eph 4:2

Seid euch der eigenen Niedrigkeit bewusst und begegnet den anderen freundlich, habt Geduld miteinander und ertragt euch gegenseitig in Liebe. Eph 4:2

Mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander ertragend in Liebe. Epheser 4:2

Ein würdiger Wandel vor Gott wird durch Demut und Sanftmut gekennzeichnet sein, nicht durch den aufdringlichen Wunsch, unsere eigenen Rechte zu verteidigen und unsere eigene Agenda voranzutreiben.

Alle Menschen sind dir Brüder und Schwestern. Alle Menschen wurden von Gott in ihrer Einmaligkeit geschaffen. Alle Menschen sind es Wert geliebt zu werden. Alle Menschen machen Fehler. Kein Mensch ist gerecht. „Selig, wer die Schwäche und Mittelmäßigkeit seiner Seele entdeckt, sie eingesteht und sie bis zu seinem letzten Tag vor Gott bekennt“ (Matta Al-Maskin, ägyptischer Mönch). Demut wächst in dir, erstens, wenn du dich unter die Größe des Anlitz Gottes stellst, zweitens, wenn du deine eigenen Schwächen ansiehst und liebevoll annimmst und drittens, wenn du im anderen dein Bruder und deine Schwester erkennst. Amen

Vermeiden Sie es auch, sich zum Richter über die Handlungen anderer aufzuspielen. Wenn Sie andere zurechtweisen, soll es immer mit dem Herzen und mit milden Worten geschehen. Achten Sie beim Tadeln der Fehler darauf, dass Sie in Ihrem Herzen den schwachen Menschen entschuldigen und den Fehler verkleinern. Denn so wirken die Mahnungen am nachhaltigsten. Und hüte dich vor dem Zorn. Ich bin nie in Zorn geraten, so berechtigt er auch gewesen sein mag, ohne dass ich nachher eingesehen hätte, es wäre besser gewesen, ich wäre nicht zornig geworden. Franz von Sales

Wir müssen den Nächsten in Gott betrachten, denn Er will ja, daß wir ihn lieben und gut zu ihm seien.

Wir sind alle unterschiedlich. Und da ist es nur natürlich, dass es auch mal emotional knistert. Die Last des anderen tragen bedeutet hier: ihn zu ertragen in seinen Macken, Schwächen, seinem Charakter und seiner Art. Ihn wie er ist und redet und wirkt, lebt und fühlt, ihn, so wie er ist und nicht, wie ich ihn gerne haben würde! Den anderen Menschen so annehmen wie er ist, auch wenn mich manches nervt. „Die Last des Andern tragen heißt, die geschöpfliche Wirklichkeit des Andern ertragen, sie bejahen und in ihrem Erleiden zur Freude an ihr durchdringen.“ (Bonhoeffer) Und bedenke: auch du gehst anderen auf die Nerven. Was uns als Christen verbindet, ist nicht unbedingt, dass wir uns alle auf Anhieb so toll und sympathisch finden, sondern es ist Jesus Christus. Er ist das Haupt, das die Gemeinschaft stiftet.

Bleibe vor Gott und den Menschen immer demütig in der Liebe. Bemühe dich, stets die Demut und die Liebe beständig zu halten, denn sie sind die Säulen des geistlichen Baues, und alle anderen sind von ihnen abhängig. Sei stets in der Demut und der Liebe. Die eine ist die tiefste, die andere die höchste. Die Beständigkeit eines Hauses hängt vom Fundament und vom Dach ab. Wenn wir unser Herz immer auf die Ausübung dieser beiden Tugenden ausrichten, werden wir keine Schwierigkeiten in den andern haben. Diese beiden sind die Mütter aller Tugenden, sie folgen ihnen wie die kleinen Küken ihren Müttern folgen. Pater Pio

Wie gehe ich mit diesem Unterschied um zwischen dem, wie es ist und dem, wie ich es mir wünschen würde. Beispiele: Ich würde gerne von allen anerkannt werden, aber ich werde es nicht. Ich würde gerne alles richtig machen, aber ich tue es nicht. Solche Erkenntnis tut weh. Wer sanftmütig werden will, muss leidensfähig sein. Anstatt aus dem Unterschied Hass und Wut auf sich oder andere zu entwickeln, wird der Sanftmütige das Schmerzhafte an diesem Unterschied empfinden und bewusst betrauern, sowie versuchen, die guten Seiten zu erkennen, mag der Ist-Zustand auch noch so schlecht sein. Das führt dazu, dass wir dass annehmen, was ist. Macken, Fehler und Probleme sind schlicht Bestandteil unserer Welt. Und so haben auch die Menschen ihre Fehler und Macken. Das Besondere ist: Gott nimmt diese Welt an, so wie sie ist. Er akzeptiert auch unvollkommene Menschen. Und so sollen es auch wir tun. Der christliche Glaube ist eine Einladung, mit den Unvollkommenheiten der Welt sanftmütig umzugehen, sowohl mit den eigenen wie auch mit den Unvollkommenheiten des anderen.

Das beste Selbsterfahrungsseminar ist die intensive Beziehung zu einem anderen Menschen. Erst in der Begegnung mit einem Gegenüber bemerke ich, wer ich wirklich bin. Und wenn es in der Beziehung mit einem anderen Menschen schwierig wird, dann hat das immer auch etwas mit mir selbst zu tun.

Wenn wir mit den anderen Geduld haben müssen, so müssen wir sie auch mit uns selbst und unserer Unvollkommenheit haben. Wir müssen unsere eigene Unvollkommenheit mit Geduld ertragen, nicht aber sie lieben. Wir müssen die Wahrheit bekennen, daß wir arme Menschen sind. Sollen wir deshalb nun in Unruhe oder Verwirrung geraten, hastig werden oder uns betrüben? Nein, gewiß nicht. Unsere Unvollkommenheit muß uns bis zum Grab begleiten. Wir können nicht gehen, ohne die Erde zu berühren. Wir dürfen uns nicht auf die Erde hinlegen oder uns dort wälzen, aber wir dürfen auch nicht ans Fliegen denken. Franz von Sales

Wenn wir in der Welt leben, auch wenn wir sie nur mit den Füßen berühren, ist es uns nicht möglich, von ihrem Staub nicht beschmutzt zu werden.

Eph 4:3: Bemühen um Einheit

Bemüht euch sehr darum, die Einheit, die der Geist Gottes gewirkt hat, im Verbund des Friedens zu bewahren. Eph 4:3

Wir müssen bemühen, diese Einheit zu bewahren – wir schaffen sie nicht. Gott befiehlt uns niemals, Einheit unter den Gläubigen zu schaffen. Er hat es durch Seinen Geist erschaffen; unsere Pflicht ist es, es zu erkennen und zu bewahren.

Ihr seid ja ein Leib; in euch lebt der eine Geist und ihr habt die eine Hoffnung bei eurer Berufung bekommen. Eph 4:4

Ihr habt nur einen Herrn, einen Glauben, eine Taufe. Eph 4:5

Und über allen ist der eine Gott, der Vater von allen, der durch alle und in allen wirkt. Eph 4:6

Dient euch gegenseitig! (Eph 4,7-16)

Eph 4:7: Anteil an der Gnade

Jeder von uns hat den Anteil an der Gnade erhalten, so wie er ihm von Christus zugemessen wurde. Eph 4:7

Uns allen ist Gnade geschenkt worden nach dem Maß der Gabe Jesu . Dies ist die Grundlage für Gottes Verteilung der geistlichen Gaben durch Seine Gemeinde: Gnade , das freie, unverdiente Geben Gottes. Niemand verdient oder hat spirituelle Gaben verdient.

Eph 4,9: Hinaufgestiegen und Hinabgestiegen

Das Wort aber: Er ist hinaufgestiegen, was bedeutet es anderes, als dass er auch zuvor hinabgestiegen ist zu den Niederungen der Erde? Eph 4:9

Wer ist er? Die Liebe. Es ist tatsächlich die Liebe, die aus unseren Herzen zu dir hinaufsteigt, weil es auch die Liebe ist, die von dir zu uns herabgestiegen ist. Du bist zu uns herabgestiegen, weil du uns geliebt hast; wenn wir dich lieben, können wir zu dir hinaufsteigen. Du, der du gesagt hast: „Ich bin die Tür“: In deinem Namen bitte ich dich, öffne dich vor uns! Dann werden wir klarer sehen, zu welcher Wohnung du die Tür bist, und wann und wem du sie öffnest. Wilhelm von Saint-Thierry

Wenn er aber hinaufgestiegen ist, muss er ja zuerst auf die Niederungen der Erde herabgestiegen sein. Eph 4:9

Der, der zu uns herabstieg, ist auch der, der hoch über alle Himmel aufgestiegen ist und alles Geschaffene mit seiner Macht erfüllt. Eph 4:10

Eph 4:11: Einheit im Glauben

Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten. Er gab Evangelisten, Hirten und Lehrer, damit sie die, die Gott geheiligt hat, zum Dienst ausrüsten und so der Leib des Christus aufgebaut wird. mit dem Ziel, dass wir alle die Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes erreichen; dass wir zu mündigen Christen heranreifen und in die ganze Fülle hineinwachsen, die Christus in sich trägt. Eph 4:11-13

Bis wir alle zur Einheit des Glaubens kommen: Dies ist das erste Ziel von Gottes Wirken durch die begabten Ämter und ausgestatteten Heiligen. Dies steht sowohl im Einklang mit der endgültigen Absicht Gottes ( Epheser 1:10 ) als auch mit dem Geheimnis Gottes, das durch Paulus offenbart wurde.

Dann sind wir keine unmündigen Kinder mehr, die sich vom Wind aller möglichen Lehren umtreiben lassen und wie Wellen hin- und hergeworfen werden. Dann fallen wir nicht mehr auf das falsche Spiel von Menschen herein, die andere hinterlistig in die Irre führen. Eph 4:14

Eph 4,15: In Christus wachsen

Lasst uns deshalb fest zur Wahrheit und zur Liebe stehen und in jeder Hinsicht zu Christus, unserem Haupt, hinwachsen. Eph 4:15

Solange dein Leben dauert eile eifrig Jesus nach! Die Liebe schreitet immer voran. Die heilige Liebe kann in uns ohne Ende vervollkommnet werden, ohne jedoch je unendlich werden zu können, da ihr Gegenstand Gott ist. Sie kann mehr und mehr und immer mehr gesteigert werden, nie aber unbegrenzt. Gott selbst ist es dabei, der das Wachstum der Liebe in uns bewirkt, je nach dem Gebrauch, den wir von seiner Gnade machen. Nicht aus eigener Kraft treibt die Liebe einem Baum gleich ihre Äste. Gott ist es, der in einer Seele die Liebe vermehrt.

Wahrheit und Liebe zusammen ist oft eine Herausforderung z.B. beim Familienzwist: Soll ich Liebe zeigen und geduldig den Mund halten, schwierige Themen liebevoll bedecken oder alle Harmoniesucht überwinden und endlich mal ungeschminkt die Wahrheit sagen, Tacheles reden, was uns vielleicht Streit bringt, aber vielleicht auch einen Schritt weiter? Je mehr Liebe, desto weniger Wahrheit und umgekehrt? Ist dem so? Nein, es geht anders. Das zeigt uns Jesus. Er ist immer klar in der Sache (=Wahrheit), aber er fordert nicht und schimpft nicht, sondern bittet (=Liebe). Alles, was er von anderen erwartet, macht er selber vor. So wird aus dem Entweder-Oder von Liebe und Wahrheit ein Sowohl-als-Auch. So sei es auch in unserem Leben

Schicke mir im rechten Augenblick jemanden, der den Mut hat, mir die Wahrheit in Liebe zu sagen. Antoine de Saint-Exupery

Von ihm her wird der ganze Leib zusammengefügt und durch verbindende Glieder zusammengehalten. Das geschieht in der Kraft, die jedem der einzelnen Teile zugemessen ist. So bewirkt Christus das Wachstum seines Leibes: Er baut sich auf durch Liebe. Eph 4:16

Lebt als neue Menschen! (Eph 4,17-32)

Ich muss euch nun Folgendes sagen und ermahne euch im Auftrag des Herrn: Ihr dürft nicht mehr so leben wie die Menschen, die Gott nicht kennen. Ihr Leben und Denken ist von Nichtigkeiten bestimmt und in ihrem Verstand ist es finster, weil sie vom Leben mit Gott ausgeschlossen sind. Das kommt von der Unwissenheit, in der sie befangen sind, und von ihrem verstockten Herzen. Eph 4:17-18

So sind sie in ihrem Gewissen abgestumpft und haben sich ungezügelten Lüsten hingegeben, sind unersättlich in sexueller Unmoral und Habgier. Eph 4:19

Eph 4:20: Ihr habt gelernt

Aber ihr habt gelernt, dass so etwas mit Christus nichts zu tun hat. Eph 4:20

Ihr habt von ihm gehört und auch verstanden, was in Jesus Wirklichkeit ist, dass ihr in Hinsicht auf euer früheres Leben den alten Menschen abgelegt habt. Denn der richtet sich in Verblendung und Begierden zugrunde. Eph 4:21-22

Unser christliches Leben muss über das Kopfwissen hinausgehen, aber es muss unbedingt das Kopfwissen einschließen und unsere ganze Denkweise beeinflussen. Das bedeutet nicht nur, Fakten zu kennen, sondern die Fähigkeit, sich auf die richtigen Dinge zu konzentrieren. Das ist so grundlegend für das christliche Leben, dass man sogar als christliches Wachstum bezeichnen kann Erneuerung des Sinnes beschrieben werden kann ( Römer 12,2 ).

Wenn Sie also den Herrn Jesus Christus kennen lernen wollen, müssen Sie mit ihm leben. Zuerst muss er selbst zu dir sprechen, und danach musst du in ihm bleiben. Er muss der erlesene Begleiter deiner Morgenstunden sein, er muss den ganzen Tag über bei dir sein, und mit ihm musst du auch die Nacht beschließen; und so oft du in der Nacht aufwachst, musst du sagen: ‚Wenn ich erwache, bin ich immer noch bei dir. Spurgeon

Eph 4,24: Christus anziehen

Ihr dagegen werdet in Geist und Sinn erneuert, Epheser, da ihr ja den neuen Menschen angezogen habt, den Gott nach seinem Bild erschuf und der von wirklicher Gerechtigkeit und Heiligkeit bestimmt ist. Eph 4:23-24

Denken Sie an einen Gefangenen, der aus dem Gefängnis entlassen wird, aber immer noch seine Gefängniskleidung trägt und sich wie ein Gefangener und nicht wie ein freier Mann verhält. Das erste, was Sie dieser Person sagen sollten, ist, dass sie sich neue Kleidung anziehen sollte.

So wie das Anziehen anderer Kleidung die Art und Weise verändert, wie Sie über sich selbst denken und sich selbst sehen, so wird das Anziehen eines anderen Verhaltens beginnen, Ihre Einstellungen zu ändern. Das bedeutet, dass wir nicht warten sollten, bis wir uns wie der neue Mensch fühlen fühlen, bevor wir den neuen Mann anziehen.

Wir dürfen nicht entblößt bleiben, wir müssen uns mit Gott bekleiden. Wir treten gleichsam einen Schritt zurück, um uns dann umso kräftiger durch einen Akt der Liebe und des Vertrauens in Gott hineinzustürzen. Unsere Beschämung über eigene Fehler darf weder trübselig noch aufgeregt sein. Die Eigenliebe führt zu solcher Unruhe. Man ärgert sich über seine Fehler aus Eigenliebe und nicht aus Liebe zu Gott.

Als Menschen, die das Lügen abgelegt haben, müsst ihr einander die Wahrheit sagen. Wir sind doch als Glieder miteinander verbunden. Eph 4:25

Auch in dieser Stelle geht es nicht in erster Linie darum, dass wir moralisch immer besser werden. Ganz ehrlich, wir wissen doch alle, dass wir uns immer wieder auch verfehlen und versagen werden. In erster Linie geht es hier darum Christus als neuen Menschen anzuziehen und sich erst dadurch in der Folge zum Guten verändern zu lassen. Er, der selbst rein war, hat das Gewand der Sünde angezogen, d.h. beladen mit der Schuld der Welt wurde er gekreuzigt. Durch ihn sind wir gerecht vor Gott. Den neuen Menschen anzuziehen bedeutet Christus anzuziehen, an seine Heilsbotschaft zu glauben. Menschen die Gott kennen, wissen, dass seine Barmherzigkeit groß ist, dass egal was passiert ist oder passieren möge, da diese Zusage dasteht: Du bist mein geliebter Sohn. Du bist meine geliebte Tochter. Ziehe dir heute und immerdar Christus an.

Eph 4,26: Gegen den Zorn

Versündigt euch nicht, wenn ihr zornig werdet! Die Sonne darf über eurem Zorn nicht untergehen! Eph 4:26

Nicht zornig zu werden ist eine gute Sache. Sollte dich der Zorn aber einmal überfallen, dann darf dein Tag, der davon überschattet wurde, nicht in diesem Schatten enden. Denn es heisst: Lass die Sonne nicht untergehen über eurem Zorn. Sonst könnte es sein, das der Schatten sich über dein Leben verbreitet. Weshalb einen Menschen verabscheuen, wenn er dir weh getan hat? Nicht dieser Mensch ist schuldig, sondern der Teufel. Verabscheue die Krankheit, doch nicht den kranken Menschen. Apophthegmata

Gebt dem Teufel keinen Raum in euch! Eph 4:27

Wer ein Dieb war, soll nicht mehr stehlen, sondern hart arbeiten und mit eigenen Händen seinen Lebensunterhalt verdienen, damit er Notleidenden davon abgeben kann. Eph 4:28

Eph 4,29: Gute Worte sagen

Lasst kein hässliches Wort über eure Lippen kommen, sondern habt da, wo es nötig ist, ein gutes Wort, das weiterhilft und allen wohl tut. Eph 4:29

Der neue Mensch weiß, wie er seine Zunge hütet, indem er nur das spricht, was zur notwendigen Erbauung gut ist , und den Wunsch hat, allen, die ihn hören, Gnade zu erteilen.

Gott allein gebührt Lob und Ehre. Das gilt es zuerst fest zu halten. Zu viel Lob tut einem selbst und dem anderen nicht gut. Dennoch sind wir dazu berufen, andere Menschen durch anerkennende Worte aufzubauen und zu ermutigen, nicht um ihr Ego zu mehren, sondern ihr Geliebtes sein durch Gott als seine Kinder näher zu bringen. Echt gemeinte Komplimente sind wirkungsvolle Kommunikatoren der Liebe. Wenn wir unsere Sinne und unser Auge schulen, so werden wir stets am anderen Dinge finden, die es lohnenswert machen, ihn dafür Anerkennung entgegen zu bringen. In unserer Herzen wohnt immer noch das Kind in uns, dass sich nach bedingungsloser Liebe sehnt. Schau heute, wem du Wort der Anerkennung entgegen bringen kannst, die dein Gegenüber eben gerade heute und hier von dir braucht.

Wenn ein Bruder von einem andern Übles redet vor dir, hüte dich, dich von ihm einschüchtern zu lassen und zu sagen: Ja, es ist so. Sondern entweder schweige oder sage zu ihm: Bruder, ich bin selbst verdammt und kann einen andern nicht richten. So rettest du dich selbst mit dem andern. Apophthegmata

Wir geraten häufig in Situationen, in denen ein anderer über irgendjemand etwas erzählt. Wir wissen dann oft nicht, wie wir uns verhalten sollen. Wir wollen nicht urteilen, aber auch den, der uns von anderen Menschen erzählt, nicht bloßstellen. Die Mönche raten, entweder zu schweigen oder aber auf sich selbst zu verweisen: Ich bin selbst schwach. Ich habe den gleichen Fehler wie der andere. Ich kann nicht über andere richten. Dann beschäme ich den anderen nicht. Aber ich ermutige ihn dennoch, vom Reden über andere zu lassen. Ich erweise mir, dem Erzähler und dem, über den gerade geredet wurde, etwas Gutes, etwas, was für heisam ist. Anselm Grün

Eph 4,30: Den heiligen Geist nicht kränken

Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung! Eph 4:30

Sonst kränkt ihr den Heiligen Geist, den Gott euch als Siegel aufgeprägt hat und der euch die volle Erlösung garantiert. Eph 4:30

Ich glaube, ich sehe jetzt, wie der Geist Gottes trauert, wenn Sie sich hinsetzen, um einen Roman zu lesen, und Ihre Bibel ungelesen ist … Sie haben keine Zeit zum Gebet, aber der Geist sieht, dass Sie sehr aktiv in weltlichen Dingen sind und viele Stunden haben für Entspannung und Unterhaltung zu erübrigen. Und dann ist er traurig, weil er sieht, dass du weltliche Dinge mehr liebst als ihn. Spurgeon

Den heiligen Geist macht alles traurig, was der Liebe widerspricht: Wut, Zorn, Bitterkeit, einander anschreien, über andere schlecht reden, jede Feindseligkeit. Den heiligen Geist macht alles froh, was aus der Liebe hervorgeht: Freundlichkeit, Barmherzigkeit, Vergebung, liebevoller Umgang. In allem sollen wir als Gottes Kinder seinem Vorbild folgen. Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden. Die beste Grundlage dafür ist das Lesen in der heiligen Schrift, vor allem in den Evangelien. So versuchen wir heute nichts zu tun, was den heiligen Geist traurig macht.

Die Gnade wirkt unabhängig und führt zum höchsten Grad der Heiligkeit, aber nur dort, wo sie auf keine Hindernisse für ihr Wirken stößt und wo man sie handeln lässt; der Geist Gottes wirkt mächtig, aber nur dort, wo er nicht behindert, „betrübt“ wird – um in der Sprache des heiligen Paulus zu reden (vgl. Eph 4,30) –, und wo die geschaffenen Kräfte sich ihm ausliefern […]. Denn so unabhängig der Wille Gottes, so weitreichend seine Macht und so unendlich seine Liebe auch sein mag: Gott erwartet von uns, dass wir alles entfernen, was seine Gnade behindert, und dass die Seele in jener Haltung der Demut und des Vertrauens bleibt, in der sie alles von Gott erhoffen darf. Columba Marmion

Fort also mit aller Bitterkeit, mit Wut, Zorn und gehässigem Gerede. Schreit euch nicht gegenseitig an und verbannt jede Bosheit aus eurer Mitte. Eph 4:31

Eph 4,32: Freundlich und barmherzig

Vergebt euch gegenseitig, wie auch Gott euch durch Christus vergeben hat.‭ Eph 4:32

Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig. Eph 4:32

Seid vielmehr umgänglich und hilfsbereit. Vergebt euch gegenseitig, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat. Eph 4:32

Der neue Mensch hat Kontrolle über seine Gefühle (Bitterkeit, Zorn, Wut und so weiter). Wenn solche Dinge auftauchen, ist er in der Lage, Gott zu verherrlichen. Der neue Mensch versucht, anderen die gleiche Freundlichkeit, Güte und Vergebung zu zeigen, die Gott ihm zeigt. Wenn wir andere so behandeln, wie Gott uns behandelt, erfüllen wir alles, was Paulus uns in diesem Kapitel aufgetragen hat.

Unsere Vergebung anderen gegenüber ist der Vergebung Jesu uns gegenüber nachempfunden. Wenn wir an die erstaunliche Art und Weise denken, wie Gott uns vergibt, ist es für uns beschämend, denen, die uns Unrecht getan haben, die Vergebung vorzuenthalten.

Vergeben bedeutet nicht gutheißen, was uns zugefügt wurde. Nur wo etwas schlecht war, ist Vergebung überhaupt angebracht. Doch solange wir nicht vergeben wollen, bleiben auch wir selbst in der Fessel verhaftet, in die uns die Sünde des anderen geschlagen hat. Und wir bleiben darin gefangen. Es kann manchmal sehr lange dauern, bis man bereit ist, Vergebung zu schenken. Der Anfang ist gemacht, wenn der Wunsch zu vergeben in uns aufkeimt. Er holt uns aus der Passivität und löst die uns angelegte Fessel. Wir beginnen wieder unsere Würde in Anspruch zu nehmen, die der andere verletzt hat. Wir gelangen allmählich wieder zum Eigenbesitz unserer selbst. Achten wir auf unser Herz, dass es die Härte, die der Vergebung oft im Weg steht, überwindet. Denn: “

Herzenshärte ist das Schändlichste von allem, weil sie keine Barmherzigkeit kennt, nichts von Liebe wissen will und weil sie nichts Gutes wirken kann. Hildegard von Bingen

Menschliches Miteinander kann nur aus der Vergebung heraus bestehen. Vergebung reinigt immer wieder die Atmosphäre und auch die Seele. So kann ich den andern wieder bedingungslos lieben, ohne inneren Vorwurf. Wenn Vergebung nicht geschieht, dann wächst die gegenseitige Aversion. Und irgendwann hat man den Eindruck, dass die Liebe in Hass umgeschlagen ist. Die Vergebung heißt zunächst, dass ich mich von der negativen Energie befreie, die durch die Verletzung in meiner eigenen Seele herumschwimmt und sie verunreinigt. Dann bedeutet Vergebung, dass ich die Verletzung beim andern lasse. Ich gebe sie weg. Ich kreise nicht mehr um sie. Ich benutze die Verletzung nicht als Vorwurf gegen den andern, sondern vergebe sie. Die Vergebung geschieht aber nicht aus einer Position des Stärkeren heraus. Immer vergebe ich zugleich mir selbst und dem andern. Nur dann geschieht die Vergebung so, dass der andere sie annehmen kann.

Vergebung ist keine einmalige Sache, Vergebung ist ein Lebensstil. Martin Luther King

Nicht über irgendeinen Fehler des Nächsten murren und sprechen, auch wenn er geringfügig ist. Gutes über alle sagen und sich über niemand beklagen. Niemals anderen berichten, was wir über sie reden hörten, wenn es etwas ist, was sie kränken oder verdrießen könnte; nie etwas sagen, was den Nächsten im geringsten kränken könnte. Nichts sagen, was herabsetzt oder mißbilligt. Alle mit Liebe und Zuneigung behandeln; über niemand urteilen, sondern sie entschuldigen, sowohl bei sich als auch anderen gegenüber. Jede Abneigung fliehen, vor allem aber vermeiden, sie zu zeigen. Nicht unterlassen, mit denen zu sprechen, sie zu beachten und sie aufzusuchen, die uns irgendeinen Verdruß bereitet haben. Franz von Sales

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste