Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Brief an Titus: Kap. 3 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Brief an Titus.

Die Arbeit in schwierigen Gemeinden: Ratschläge an einen guten Mitarbeiter zur Förderung eines gesunden Glaubenslebens auch in der Öffentlichkeit.

Gute Werke tun (Tit 3,1-15)

Tit 3,1: Gutes tun 

Jederzeit bereit sein, Gutes zu tun. Tit 3:1

Hier geht es um unsere generelle Bereitschaft, gute Werke zu tun. Damit weitet sich das Betätigungsfeld auf alle Mitmenschen aus. Helfen wir ihnen? Unterstützen wir sie, wenn sie es nötig haben? Sind wir wirklich zu jedem guten Werk bereit oder nur zu ganz bestimmten? Sind wir grosszügig, hilfsbereit, offen und ehrlich? Zeigen wir Mitempfinden, wenn unsere Mitbürger in Schwierigkeiten sind? Gleichen wir unserem Herrn, der innerlich bewegt war, als er die Menschen in ihrem Elend sah und ihnen half? Zu jedem guten Werk bereit zu sein, gehört zum Lebensprogramm christlicher Existenz. Unsere innere Bereitschaft ist gefragt.

Tit 3,2: Freundlich begegnen

Ermahne sie, über niemand schlecht zu reden, nicht streitsüchtig zu sein und allen Menschen gütig und freundlich zu begegnen. Tit 3:2

Das ist eine typisch christliche Freundlichkeit, die nicht von einfachen guten Manieren herrührt, sondern davon, zu wissen, wer wir sind und wer andere im Herzen Jesu sind.

Die Kernbotschaft lautet, dass unser Leben von Güte und Menschenliebe geprägt sein soll. So wie Gott uns begegnet ist, sollen wir unseren Mitmenschen begegnen. Reden wir nicht schlecht von anderen. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes und hat damit eine bestimmte Würde. Achten wir darauf, dass wir niemand durch Worte unbedacht verletzen! Suchen wir nicht den Streit, sondern jagen dem Frieden nach. Bemühen wir uns um Freundlichkeit. Wenn wir unseren Mitmenschen so begegnen, sehen sie in uns etwas von Christus und dieses Verhalten wird Gott segnen.

Tit 3:3: Erinnerung an Gottes Werk

Denn auch wir waren früher unverständig und ungehorsam und waren vom rechten Weg abgeirrt. Wir waren Sklaven aller möglichen Leidenschaften und Begierden. Unser Leben war von Bosheit und Neid erfüllt, wir waren verhasst und hassten uns gegenseitig. Tit 3:3

Sich daran zu erinnern, wo wir einst waren, zeigt uns, dass die gefallene Natur nicht so weit von uns entfernt ist, und wir müssen ständig daran erinnert werden, dort zu bleiben, wo wir im Herrn sein sollten.

Die Erinnerung an dieses Werk Gottes baut vier Dinge in uns auf. Erstens Dankbarkeit dafür, wie Gott uns verändert hat. Zweitens, Demut , wenn wir sehen, dass es sein Werk war, das uns verändert hat. Drittens Freundlichkeit gegenüber anderen am selben Ort. Schließlich der Glaube , dass Gott diejenigen verändern kann, die noch an diesem Ort sind.

Tit 3,4: Menschenliebe Gottes

Es ist erschienen die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters. Titus 3,4

In Jesus ist die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes erschienen. Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes (Kol 1,15). Johannes fällt überwältigt zu Boden als er dem verherrlichen Christus begegnet (Offenb 1,17). Unser menschlicher Verstand kann nur schattenhaft die Größe und Herrlichkeit Christus erahnen. Schwer zu begreifen, dass er trotz dieser Größe in seiner Liebe zu den Menschen so nah ist und sie maßlos über uns ausschüttet.

Das ist das Reich Gottes: Gott selbst ist nahe! Er ist nahe, weil er Mensch geworden ist, Mensch bleibt und stets bei uns ist in seinem Wort, in der heiligen Eucharistie und in allen Gläubigen. Wir dürfen uns diesem Gott nähern. Das Reich Gottes verkündigen heisst daher, heute von Gottes Nähe zu uns zu sprechen. In Jesus ist Gott mit uns und für uns. Er geht mit uns unsere Wege.

Er ist erschienen. Er hat sich gezeigt. Er ist aus dem unzugänglichen Licht herausgetreten, in dem er wohnt. Er selbst ist in unsere Mitte hereingekommen. Das ist die große Freude von Weihnachten: Gott ist erschienen. Er ist nicht mehr bloß Idee, nicht bloß durch Worte zu erahnen. Er ist erschienen.

Die hohen Festtage aber legen uns Schweigen auf, um so mehr, als sie selbst vom Geheimnis, das sie uns darstellen, widerhallen und göttlich sprechen. Franz von Sales

Die Verse 4-7 werden jedes Jahr an Weihnachten gelesen. Wir glauben an die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes. In Jesus hat Gott sich wahrhaftig als Heiland-Gott erwiesen, der die Menschen liebt und sie retten möchte. Gute Werke sind Ergebnis dieser Rettung, jedoch niemals das Mittel, um sie zu bekommen. Sie bringen keinen Menschen in den Himmel. Unsere eigenen Werke sind vor Gott unbrauchbar. Um gerettet zu werden, war ein ganz anderes Werk nötig, das Werk unseres Heilands am Kreuz. Wer sich darauf stützt, wird errettet.

Er rettete uns, nicht weil wir etwas geleistet hätten, womit wir seine Liebe verdienten, sondern aus lauter Güte. In seiner Barmherzigkeit hat er uns zu neuen Menschen gemacht. Titus 3:5

Diesen Geist hat er durch Jesus Christus, unseren Retter, in reichem Maß über uns ausgegossen. Tit 3:6

Tit 3,7: In der Befreiung würdig leben

So sind wir durch seine Gnade gerecht gesprochen und zu Erben des ewigen Lebens eingesetzt worden, auf das wir voller Hoffnung warten. Tit 3:7

Leben wir dieser Befreiung würdig. Leben wir in der Hoffnung und lassen wir in Jesus unsere Sorgen schmelzen. Schmeißen wir das Grübeln aus dem Hinterkopf. Ich nehme sie wahr und übergebe sie dir: „Jesus, sorge Du! Du Herr bist ein guter Fürsorger. Ich vertraue dir und sehe meine Sorgen als Thermometer für meinen Hochmut, denn ich sehe mich selbst als Lösung für die Probleme. Dabei ist doch Christus der Erlöser! Sorgen entstehen da, wo ich nur meine eigenen begrenzten Kräfte sehe und nicht die Macht Gottes im Blick habe.

Hüten Sie sich vor Überhastung, Melancholie und Ängstlichkeit! Sie wollen doch um nichts in der Welt Gott beleidigen. Das genügt, um frohen Herzens zu leben. Franz von Sales

Diese Botschaft ist absolut vertrauenswürdig und ich will, dass du mit Nachdruck dafür eintrittst, damit alle, die zum Glauben an Gott gekommen sind, sich ernsthaft um gute Werke bemühen. Das ist gut und bringt den Menschen Nutzen. Tit 3:8

Tit 3:9: Vermeide

Die törichten Streitfragen aber und Geschlechtsregister, sowie Zwistigkeiten und Auseinandersetzungen über das Gesetz meide; denn sie sind unnütz und nichtig. Tit 3:9

Vermeiden Sie : Das Wort peristemi bedeutet wörtlich, sich umzudrehen, um in die andere Richtung zu schauen (vgl. 2. Timotheus 2,16 , wo es ähnlich verwendet wird).

Tit 3,14: Nochmals: Gutes tun

Auch unsere Leute sollen lernen, überall da, wo es die Bedürfnisse erfordern, Gutes zu tun, damit sie kein fruchtloses Leben führen. Titus 3:14

Wir sollen lernen, Gutes zu tun. Es ist Übung nötig, um zu erkennen , wie und wann wir jemand helfen sollen. Darin wachsen wir in der Liebe. Wir können die Mitmenschen nie zu viel lieben und somit auch in der Liebe nie die Grenzen der Vernunft überschreiten, sofern die Liebe wirklich im Herzen wurzelt. Mit den Worten von Alfred Delp: Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit auf der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt.

Tit 3:15: Abschlussgruss

Die Gnade sei mit euch allen! Amen. Tit 3:15

Der Schlusssegen harmoniert mit dem Eröffnungsgruß. Es ist ein Gnadensegen, mit dem einzigen Unterschied, dass es am Anfang an Titus gerichtet war, am Ende jedoch alle, denen er diente.“ (Morgan)

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste