Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Brief an Titus: Kap. 3 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Brief an Titus Kap. 3

Der Christ im Staat (Tit 3,1-7)

Tit 3,1: Erinnere die Christen daran, dass sie sich den Regierenden und staatlichen Behörden unterzuordnen haben. Sie sollen die Gesetze des Staates befolgen und jederzeit bereit sein, Gutes zu tun.

Gutes tun: Hier geht es um unsere generelle Bereitschaft, gute Werke zu tun. Damit weitet sich das Betätigungsfeld auf alle Mitmenschen aus. Helfen wir ihnen? Unterstützen wir sie, wenn sie es nötig haben? Sind wir wirklich zu jedem guten Werk bereit oder nur zu ganz bestimmten? Sind wir großzügig, hilfsbereit, offen und ehrlich? Zeigen wir Mitempfinden, wenn unsere Mitbürger in Schwierigkeiten sind? Gleichen wir unserem Herrn, der innerlich bewegt war, als er die Menschen in ihrem Elend sah und ihnen half? Zu jedem guten Werk bereit zu sein, gehört zum Lebensprogramm christlicher Existenz. Unsere innere Bereitschaft ist gefragt.

Tit 3,2: Ermahne sie, über niemand schlecht zu reden, nicht streitsüchtig zu sein und allen Menschen gütig und freundlich zu begegnen.

Freundlich begegnen: Das ist eine typisch christliche Freundlichkeit, die nicht von einfachen guten Manieren herrührt, sondern davon, zu wissen, wer wir sind und wer andere im Herzen Jesu sind. Die Kernbotschaft lautet, dass unser Leben von Güte und Menschenliebe geprägt sein soll. So wie Gott uns begegnet ist, sollen wir unseren Mitmenschen begegnen. Reden wir nicht schlecht von anderen. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes und hat damit eine bestimmte Würde. Achten wir darauf, dass wir niemand durch Worte unbedacht verletzen! Suchen wir nicht den Streit, sondern jagen dem Frieden nach. Bemühen wir uns um Freundlichkeit. Wenn wir unseren Mitmenschen so begegnen, sehen sie in uns etwas von Christus und dieses Verhalten wird Gott segnen.

Tit 3,3: Denn auch wir waren früher unverständig und ungehorsam und waren vom rechten Weg abgeirrt. Wir waren Sklaven aller möglichen Leidenschaften und Begierden. Unser Leben war von Bosheit und Neid erfüllt, wir waren verhasst und hassten uns gegenseitig.

Erinnerung an Gottes Werk: Sich daran zu erinnern, wo wir einst waren, zeigt uns, dass die gefallene Natur nicht so weit von uns entfernt ist, und wir müssen ständig daran erinnert werden, dort zu bleiben, wo wir im Herrn sein sollten. Die Erinnerung an dieses Werk Gottes baut vier Dinge in uns auf. Erstens Dankbarkeit dafür, wie Gott uns verändert hat. Zweitens, Demut , wenn wir sehen, dass es sein Werk war, das uns verändert hat. Drittens Freundlichkeit gegenüber anderen am selben Ort. Schließlich der Glaube , dass Gott diejenigen verändern kann, die noch an diesem Ort sind.

Tit 3,4: Es ist erschienen die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters.

Die Verse 4-7 werden jedes Jahr an Weihnachten gelesen. Wir glauben an die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes. In Jesus hat Gott sich wahrhaftig als Heiland-Gott erwiesen, der die Menschen liebt und sie retten möchte. Gute Werke sind Ergebnis dieser Rettung, jedoch niemals das Mittel, um sie zu bekommen. Sie bringen keinen Menschen in den Himmel. Unsere eigenen Werke sind vor Gott unbrauchbar. Um gerettet zu werden, war ein ganz anderes Werk nötig, das Werk unseres Heilands am Kreuz. Wer sich darauf stützt, wird errettet.

Menschenliebe Gottes: In Jesus ist die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes erschienen. Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes (Kol 1,15). Johannes fällt überwältigt zu Boden als er dem verherrlichen Christus begegnet (Offenb 1,17). Unser menschlicher Verstand kann nur schattenhaft die Größe und Herrlichkeit Christus erahnen. Schwer zu begreifen, dass er trotz dieser Größe in seiner Liebe zu den Menschen so nah ist und sie maßlos über uns ausschüttet.

Das ist das Reich Gottes: Gott selbst ist nahe! Er ist nahe, weil er Mensch geworden ist, Mensch bleibt und stets bei uns ist in seinem Wort, in der heiligen Eucharistie und in allen Gläubigen. Wir dürfen uns diesem Gott nähern. Das Reich Gottes verkündigen heißt daher, heute von Gottes Nähe zu uns zu sprechen. In Jesus ist Gott mit uns und für uns. Er geht mit uns unsere Wege. Er ist erschienen. Er hat sich gezeigt. Er ist aus dem unzugänglichen Licht herausgetreten, in dem er wohnt. Er selbst ist in unsere Mitte hereingekommen. Das ist die große Freude von Weihnachten: Gott ist erschienen. Er ist nicht mehr bloß Idee, nicht bloß durch Worte zu erahnen. Er ist erschienen.

Tit 3,5: Er rettete uns, nicht weil wir etwas geleistet hätten, womit wir seine Liebe verdienten, sondern aus lauter Güte. In seiner Barmherzigkeit hat er uns zu neuen Menschen gemacht.

Tit 3,6: Diesen Geist hat er durch Jesus Christus, unseren Retter, in reichem Maß über uns ausgegossen.

Worte von Jörg Bauer: Unser Fleisch und die Welt sind alles andere als besonnen und auch unsere Seele ist unersättlich und entsprechend einmal oben und auch schnell wieder unten. Die vielen täglichen Eindrücke und Erlebnisse können wir ohne Hilfe des Heiligen Geistes nicht so verarbeiten, daß sie uns in der Nachfolge helfen und innerlich stark machen. Gott ist es, der aus uns Leute machen will, die in seinen guten Geboten wandeln, seine Rechte halten und danach tun (Hesekiel 36, 25-27). Gott will es tun, nicht meine fromme Disziplin, meine äußerlichen Anstrengungen oder mein guter Wille. Es geschieht allein durch den Heiligen Geist in den Gläubigen. Darum sollten wir auch stets beten: “HERR wirke du jetzt in mir nach deinem Willen durch den Heiligen Geist“. Das ist es was neu ist, und Erneuerung ausmacht und sowohl im Großen wie im Kleinen echte und dauerhafte Veränderungen ermöglicht. Es ist mehr als wenn wir sagen, dass Gott mit uns ist, denn Gott ist in uns durch seinen Geist, den ER als Unterpfand der Erlösung in uns wohnen lässt. Jörg Bauer

Tit 3,7: So sind wir durch seine Gnade gerecht gesprochen und zu Erben des ewigen Lebens eingesetzt worden, auf das wir voller Hoffnung warten.

In der Befreiung würdig leben: Leben wir dieser Befreiung würdig. Leben wir in der Hoffnung und lassen wir in Jesus unsere Sorgen schmelzen. Schmeißen wir das Grübeln aus dem Hinterkopf. Ich nehme sie wahr und übergebe sie dir: „Jesus, sorge Du! Du Herr bist ein guter Fürsorger. Ich vertraue dir und sehe meine Sorgen als Thermometer für meinen Hochmut, denn ich sehe mich selbst als Lösung für die Probleme. Dabei ist doch Christus der Erlöser! Sorgen entstehen da, wo ich nur meine eigenen begrenzten Kräfte sehe und nicht die Macht Gottes im Blick habe. Hüten Sie sich vor Überhastung, Melancholie und Ängstlichkeit! Sie wollen doch um nichts in der Welt Gott beleidigen. Das genügt, um frohen Herzens zu leben.

Irrlehrer in der Gemeinde (Tit 3,8-11)

Tit 3,8: Diese Botschaft ist absolut vertrauenswürdig und ich will, dass du mit Nachdruck dafür eintrittst, damit alle, die zum Glauben an Gott gekommen sind, sich ernsthaft um gute Werke bemühen. Das ist gut und bringt den Menschen Nutzen.

Tit 3,9: Die törichten Streitfragen aber und Geschlechtsregister, sowie Zwistigkeiten und Auseinandersetzungen über das Gesetz meide; denn sie sind unnütz und nichtig.

Vermeiden Sie: Das Wort peristemi bedeutet wörtlich, sich umzudrehen, um in die andere Richtung zu schauen.

Tit 3,10: Wer falsche Lehren verbreitet, den sollst du ein- oder zweimal zurechtweisen. Kommt er trotzdem nicht zur Einsicht, dann halte dich von ihm fern.

Tit 3,11: Du weißt doch: Solchen unverbesserlichen Menschen kann man nicht helfen. Sie wollen ihre Sünden nicht einsehen und sprechen sich selbst das Urteil.

Bitten und Grüße (Tit 3,12-15)

Tit 3,12: Sobald ich Artemas oder Tychikus zu dir geschickt habe, komm so schnell wie möglich zu mir nach Nikopolis. Dort will ich den ganzen Winter über bleiben.

Tit 3,13: Den Rechtsgelehrten Zenas und auch Apollos rüste mit allem aus, was sie für die Reise brauchen, damit ihnen unterwegs nichts fehlt.

Tit 3,14: Auch unsere Leute sollen lernen, überall da, wo es die Bedürfnisse erfordern, Gutes zu tun, damit sie kein fruchtloses Leben führen.

Wir sollen lernen, Gutes zu tun. Es ist Übung nötig, um zu erkennen , wie und wann wir jemand helfen sollen. Darin wachsen wir in der Liebe. Wir können die Mitmenschen nie zu viel lieben und somit auch in der Liebe nie die Grenzen der Vernunft überschreiten, sofern die Liebe wirklich im Herzen wurzelt. Mit den Worten von Alfred Delp: Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit auf der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt.

Tit 3,15: Die bei mir sind, lassen dich herzlich grüßen. Viele Grüße an unsere lieben Freunde, die durch den Glauben mit uns verbunden sind. Die Gnade Gottes sei mit euch allen!

Abschlussgruss: Der Schlusssegen harmoniert mit dem Eröffnungsgruß. Es ist ein Gnadensegen, mit dem einzigen Unterschied, dass es am Anfang an Titus gerichtet war, am Ende jedoch alle, denen er diente. Morgan

Es ist die Gnade, die wir als Kinder Gottes und als verbunden mit unserem Herrn Jesus Christus täglich empfangen und genießen und in der zu wachsen wir ermahnt werden. Wir können nicht ohne diese praktische Gnade leben, besonders unser Geist, weshalb der Apostel uns diese Gnade wünscht, damit wir vor Gefahren geschützt sind und daraus Kraft für unseren Wandel schöpfen, für ein Leben, das Gott und dem Herrn Jesus Christus hingegeben ist. Winschoten

Infos zum Impuls 

– Start mit dem Wort Gottes in den Tag

– Kurzimpuls

– es gibt stets ein Wochenthema

– täglich nur 1x

– entweder über

   * Whatsapp

   * Facebook-Seite

   * Telegram

– ca. zwischen 6-7 Uhr 

– hier geht´zur Anmeldung

Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste