Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Brief an Titus: Kap. 1 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Brief an Titus – Kapitel 1

Die Arbeit in schwierigen Gemeinden: Ratschläge an einen guten Mitarbeiter zur Förderung eines gesunden Glaubenslebens auch in der Öffentlichkeit.

Zuschrift und Gruss (Tit 1,1-4)

Tit 1,1: Paulus, ein Sklave Gottes und ein Botschafter von Jesus Christus. Gott hat mich dazu berufen, den Glauben der Menschen zu fördern, die er sich erwählt hat, und sie in der Erkenntnis jener Wahrheit voranzubringen, die der Ehrfurcht vor Gott entspricht.

Zum Brief: Titus war ein langjähriger wichtiger Mitarbeiter des Paulus. Titus begleitete u.a. die junge Kirche von Kreta. Da es da so einige Probleme gab, schrieb Paulus an Titus diesen Brief mit Anweisungen. So leben, wie Gott gefällt: der Brief enthält eine Vielzahl an Tugenden, die es wert sind, daran zu erinnern. Die Ermahnungen hin zu den verschiedenen Tugenden richten sich in dem Brief an einzelne Personen (Älteste, Männer, Frauen etc.). Aber es sind schlichtweg universale Tugenden. Gleich anfangs nennt er die Hoffnung. Als Christen sind wir voller Hoffnung auf das ewige Leben. Es ist keine vage Hoffnung, sondern die freudige Erwartung einer sicheren, zukünftigen Realität. Schon jetzt besitzen wir dieses ewige Leben, das wir in der Ewigkeit uneingeschränkt geniessen werden.

Tit 1,2: Sie sollen erfahren, dass es die Hoffnung auf das ewige Leben gibt, das Leben, das der wahrhaftige Gott, schon vor dem Anfang der Zeit angekündigt hat.

Ewiges Leben: Dies ist das Leben des ewigen Gottes, der in uns lebt. Es ist jetzt vorhanden, wird aber später fertiggestellt. Das christliche Evangelium bietet den Menschen nicht in erster Linie ein intellektuelles Glaubensbekenntnis oder einen Moralkodex. Es bietet ihnen Leben, das Leben Gottes. Dieses ewige Leben ist kein Wunsch , sondern eine Hoffnung. In diesem Sinne ist Hoffnung eine Erwartung, die nicht auf Wunschdenken beruht, sondern auf einer Verheißung des Gottes, der nicht lügen kann.

Tit 1,3: Und jetzt hat er es durch die Predigt ans Licht gebracht, die mir im Auftrag von unserem Gott und Retter anvertraut worden ist.

Wichtigkeit der Predigt: Weil die rettende Botschaft für die von Gott entfremdete Menschheit unendlich wichtig ist, deshalb ist auch die Berufung zu dieser Aufgabe der Verkündigung unendlich wichtig. Es gibt keine andere Hoffnung für diese Welt, keinen Plan B noch sonst etwas, was diese Aufgabe ersetzen könnte. Wenn die Verkündigung versagt, ist die Welt hoffnungslos verloren. Jonas Erne

Tit 1,4: An Titus, mein echtes Kind nach unserem gemeinsamen Glauben: Gnade, Barmherzigkeit, Friede sei mit dir von Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus, unserem Retter!

Gnade, Barmherzigkeit und Friede: Paulus grüßt den Titus in seinem Brief und schickt ihm Wünsche. Es sind Segenswünsche oder Segensgrüße, nämlich drei Wünsche: Gnade, Barmherzigkeit und Frieden. Dieser Segenswunsch ist das Gebet des Paulus, dass Gott Titus das schenken möge, was er im Dienst auf Kreta braucht und ihn in Seinem Frieden bewahren möge. Es ist dies der allerhöchste Zuspruch, den ein Mensch einem anderen machen kann. Dies geht nämlich nur, weil Paulus seinen Gott kennt und ganz genau weiß, dass dies der Wunsch und Wille seines Gottes ist. 

Zuerst die Gnade. Das ist Gottes Güte in Bezug auf die Rettung, in Bezug auf Gottes Heilshandeln. Gnade ist, wenn der Mensch nicht das bekommt, was er verdient, sondern das, was ein Anderer für ihn verdient hat, Jesus Christus. Dann muss er nämlich nicht den ewigen, zweiten Tod erleiden, sondern wird zum ewigen Leben errettet. 

Als Zweites Barmherzigkeit. Die Barmherzigkeit Gottes ist das Handeln der Güte Gottes in Bezug auf die Hilfe und Unterstützung im täglichen Leben als Christ. 

Als dritten Punkt wünscht ihm Paulus Frieden. Dieser Friede von Gott ist etwas Allumfassendes. Er wird am Besten mit dem wiedergegeben, was das hebräische Word für Frieden, nämlich „Shalom“ bedeutet. Dies beinhaltet Wohlergehen in jedem Bereich des Lebens: Die Wurzel des Wortes bedeutet zuerst einmal „Wohlsein“. Es hat zu tun mit Stabilität, mit Sicherheit, mit Treue, mit Einvernehmen, mit Angenommensein. Das ist Friede. Wo der Mensch in seinem Sein angenommen ist – jedoch nicht in seinem Sein als Mensch losgelöst von Gott, sondern immer nur in seinem Sein in Christus. Friede mit Gott kann der Mensch nur durch das haben, was Jesus Christus für ihn am Kreuz getan hat. Der Mensch ohne Christus im Zentrum seines Lebens hat nicht Frieden mit Gott, sondern lebt unter dem Zorn Gottes. Jonas Erne

Voraussetzungen für Dienst (Tit 1,5-9)

Tit 1,8: Vielmehr soll er gastfreundlich sein, das Gute lieben und besonnen sein, gerecht urteilen, ganz für Gott da sein und sich selbst beherrschen können.

Ermunterung zu Tugenden: Öffne dem anderen dein Herz. Verschließe nicht die Tür deines Herzens, wenn du deinem Nächsten begegnest. Und liebe das Gute. Habe ein weites Herz für alles Gute. Tue deinem Nächsten Gutes. Gott gibt uns in seiner Liebe alles Gute. Darin soll Ihn jedes Kind Gottes nachahmen. Sei ganz für Gott da. Wende dich in allen Dingen Gott zu. Es geht um ein gottesfürchtiges Leben, das Ihm gefällt. Dazu gehört unbedingt auch die Selbstbeherrschung. Kontrolliere deine Kraft und deine Wünsche und versuche Mass zu halten. Wisse darum, was dir schadet und halte dich davon fern.

Zuerst Gastfreundschaft. Jemand, der bereit ist, andere in sein Leben und sein Haus zu lassen. Jemand, der großzügig ist. Jemand, der bereit ist, anderen Einblick zu geben in sein Leben. Das ist ein Charakter der Gastfreundschaft. Man könnte das Wort auch mit Fremdenliebe übersetzen. Es ist die Bereitschaft, für Menschen da zu sein, auch wenn diese keine Möglichkeit haben, etwas von dem zurückzugeben, was man in sie investiert hat. 

Zweitens ist da eine Liebe zum Guten. Hierzu braucht ein Leiter eine ganz exakte Unterscheidung, was das Gute und was das Schlechte oder Böse ist. Das ist nichts Relatives, sondern klar und eindeutig. 

Dann soll ein Leiter auch besonnen sein. Das heißt, er lässt sich nicht einfach gehen und reagiert nicht vorschnell, sondern er handelt überlegt. Er ist jemand, der sich Gedanken macht, bevor er reagiert. Manche Menschen müssen ständig den Mund aufreißen, können ihn nicht stillhalten, können nicht richtig zuhören, verstehen nicht zuerst, was jemand anderes ihnen sagen möchte, sondern reagieren einfach unüberlegt drauflos. Zu solchen sagt Paulus, dass sie dieser Aufgabe nicht gewachsen sind. Ein Leiter muss besonnen sein. 

Sodann ist ein Ältester auch heilig, oder besser gesagt, er ist gottesfürchtig. Die Gottesfurcht treibt alle Menschenfurcht aus, das ist wichtig zu wissen. Wenn uns Gottes Wille wichtiger ist als was die Menschen über uns denken, dann sind wir bereit für diese verantwortungsvolle Aufgabe. 

Zuletzt fasst Paulus das ganze bisher Gesagte mit einem Wort zusammen: Er ist beherrscht. Er hat sich im Griff. Er kennt sich und weiß um seine Schwächen und Stärken, kann sich einschätzen und handelt entsprechend. Er lässt sich weder von Gefühlen noch von Situationen noch von schlechten Charaktereigenschaften leiten, sondern leitet sich selbst. Selbstführung ist die schwierigste Form der Leitung, aber sie ist unerlässlich für jeden, der in der Gemeinde einen Ältestendienst übernimmt. Jonas Erne

Tit 1,9: Außerdem muss er sich an die zuverlässige Botschaft Gottes halten, so wie sie ihm gelehrt worden ist. Denn nur so kann er die Gemeinde im Glauben festigen und die Gegner von ihrem Irrweg abbringen.

Festhalten am Wort Gottes: Gottes Wort muss die Gemeinde führen, und dies geschieht einzig dadurch, dass die Verantwortlichen der Gemeinde dieses Wort lehren, damit ermahnen und überführen. Wenn Leute dazukommen, und dem Wort Gottes mit ihrem Leben oder ihren Worten widersprechen, so ist es Aufgabe der Ältesten, mit diesen Personen zu reden. Sie über das Wort Gottes zu belehren. Sie zu ermahnen. Sie zu überführen. So wird sichergestellt, dass die Gemeinde rein bleibt und Einheit immer wiederhergestellt wird. Jonas Erne

Kampf gegen Irrlehrer (Tit 1,10-16)

Tit 1,15: Wen Gott von seiner Schuld rein gemacht hat, für den ist alles rein. Wer aber noch mit Schuld beladen ist und nicht auf Gott hören will, für den ist nichts rein. Sein ganzes Denken ist beschmutzt und sein Gewissen getrübt.

Reinheit und Unreinheit: Was den Menschen verunreinigt, ist nicht das, was von außen an oder in den Menschen kommt. Vielmehr ist das, was aus dem Menschen kommt, nämlich sein Tun und Reden, ein Nachweis für das, was in ihm ist. Wenn das Herz verunreinigt ist, sieht man das an den Taten. Diese sind Auswirkungen dessen, was im Herzen ist. Dies macht hier auch Paulus klar. Den Reinen ist alles rein. Wer ein gereinigtes Herz hat, wird das Verlangen haben, Gottes Willen zu tun. Wer aber noch kein neues Herz bekommen hat, dem ist alles unrein, sogar das ganze Einhalten aller Speisegebote und was man sich sonst noch alles ausdenken kann.

Tit 1,16: Sie behaupten zwar, Gott zu kennen, verleugnen ihn aber durch ihr ganzes Tun. Solch unbelehrbare Menschen sind abscheulich; sie sind nicht in der Lage, irgendetwas Gutes zu tun.

Unfähig Gutes zu tun: Sie sind unfähig, irgend etwas zu tun, was Gott gefällt. Warum? Weil ihnen das neue Herz fehlt. Sie können sich noch hundertmal anstrengen und sich Mühe geben und versuchen was sie wollen – es führt kein Weg an diesem neuen Herzen vorbei. Die Wiedergeburt ist das Werk des Heiligen Geistes. Nur Er kann dies tun. Nur Er kann bewirken, dass ein Mensch anfängt, Gott von ganzem Herzen zu suchen. 

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

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