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Brief an Philemon (Phlm):  Auslegung und Kommentar

Auslegung und Kommentar zum Brief an Philemon (Phlm)

Phlm 1,1-3: Anschrift und Gruss

Auslegung und Kommentar zu Phlm 1,1-3

Phlm 1,1: Paulus, ein Gefangener Christi Jesu, und Timotheus, der Bruder, Philemon, dem Geliebten und unserem Mitarbeiter.

Die Kraft der Liebe: Es ist der kürzeste der Briefe von Paulus. Er behandelt eine sehr persönliche Angelegenheit. Es geht um Philemon und seinen entlaufenen Sklaven Onesimus, der zu ihm zurückkehrt und für den Paulus sich einsetzt. Onesimus war sicher nach Rom geflüchtet, um dort unter zu tauchen, lernte Paulus kennen und wurde von ihm bekehrt. Niemand von uns hat etwas mit entlaufenen Sklaven zu tun, die zurückkommen. Doch Probleme zwischen Menschen kennen wir alle. Die Liebe hat die Kraft, diese zu überwinden. Und so beginnt Paulus seinen Brief, indem er Philemon als Geliebten angeredet. Die Liebe sucht nicht nach den Fehlern und Schwächen der anderen, die man immer finden wird, sondern sieht sie zunächst immer mit den Augen Gottes als solche, die geliebt sind.

Phlm 1,2: ‭sowie an unsere Schwester Aphia, unseren Mitstreiter Archippus und an die Gemeinde, die sich in deinem Haus versammelt.

Phlm 1,3: Ich wünsche euch Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater, von Jesus Christus, unserem Herrn.

Phlm 1,4-7: Ein Glaube, der ermutigt

Auslegung und Kommentar zu Phlm 1,4-7

Phlm 1,4: Immer wenn ich für dich bete, Philemon, danke ich meinem Gott. Phlm 1:4

Phlm 1,5: Denn ich höre ja von deinem Glauben an Jesus, den Herrn, und deiner Liebe zu allen Heiligen.

Liebe benennt das Positive: Bevor Paulus auf sein Anliegen zu sprechen kommt, anerkennt er alles Gute und Positive bei Philemon. Ein ehrliches Lob ermutigt und motiviert. Die Gefahr, dass der andere durch ein Lob stolz wird ist wesentlich geringer als die Gefahr, dass er durch das fehlende Lob frustriert und entmutigt wird! Wir stehen manchmal in Gefahr, das Positive nicht zu erwähnen. Doch vergessen wir nicht, dass der Mensch auch Ermunterung und Trost braucht. Das sind keine Psycho-Tricks, sondern Ausdruck einer durch Gottes Gnade veränderte Herzenshaltung.

Phlm 1,6: Ich bete, dass unser gemeinsamer Glaube in dir zunimmt und du erkennst, wie viel Gutes wir in Christus haben.

Phlm 1,7: Es hat mir viel Freude und Trost gebracht, Bruder, dass durch dich und deine Liebe die Heiligen ermutigt worden sind.

Phlm 1,8-25: Ein Sklave wird zum Bruder

Auslegung und Kommentar zu Phlm 1,8-25

Phlm 1,8: Nun könnte ich dir als Apostel von Christus befehlen, was sich eigentlich von selbst versteht.

Phlm 1,9: Doch um der Liebe Raum zu geben, bitte ich dich nur – ich, Paulus, ein alter Mann, der jetzt für Jesus Christus im Gefängnis sitzt.

Liebe tut nicht groß: Paulus nimmt die Stellung eines Bittenden ein. Er hätte Philemon wahrlich mit apostolischer Autorität gebieten können. Aber um das Herz Philemons zu gewinnen nimmt Paulus sich selbst völlig zurück. Er äußert zwar seinen Wunsch, dies tut er jedoch in aller Bescheidenheit und Demut. Genau das ist gemeint wenn Paulus im Hohelied der Liebe schreibt: Die Liebe tut nicht groß. Versuchen auch wir unsere Meinung nie mit Streit, Zank und Macht durchzusetzen, sondern uns einander in echter Demut auf Augenhöhe zu begegnen, um gemeinsame Wege zu finden. Dieser Demut folgen wir nicht aus Pflicht, sondern in der Nachfolge Christi in der Erkenntnis, dass wir doch nur Gast auf Erden sind und unsere ewige Heimat im Himmel bei Gott ist.

Es ist klar, dass Paulus Philemon um eine Gunst bitten wird. Bevor er fragte, appellierte er um der Liebe willen, anstatt einen Befehl zu geben. Unter der Oberfläche machte Paul natürlich klar, dass er das Recht hatte, dir zu befehlen, was angemessen ist – dennoch appellierte er in Liebe. Ein liebevoller Appell ist oft besser als ein autoritärer Befehl. Paulus zögerte nicht zu befehlen, wenn die Situation es erforderte (1. Kor 5:4-5), aber in Weisheit wusste er, wann er den liebevollen Appell gebrauchen musste.

Phlm 1,10: Ich bitte dich für meinen geistlichen Sohn Onesimus, der hier durch mich zum Glauben gefunden hat.

Phlm 1,11: Er war ein Nichtsnutz, als er noch bei dir war; doch jetzt ist er für uns beide ein wirklich brauchbarer Mitarbeiter, ein rechter Onesimus geworden.

Phlm 1,12: Ich schicke ihn zu dir zurück und damit mein eigenes Herz.

Liebe nimmt den anderen auf: Paulus bittet Philemon, Onesimus in Liebe wieder auf zu nehmen, als wäre es Paulus selbst. Das erinnert uns an die Worte Jesus, das wir im Nächsten Jesus begegnen. Das ist sowohl Gnade und Geschenk, wie auch Aufgabe und Verantwortung, gerade wenn es Menschen sind, die uns fordern oder bisweilen überfordern. Bonhoeffer sagt dazu: Der Mensch lebt notwendig in einer Begegnung mit anderen Menschen und ihm wird mit dieser Begegnung in einer je verschiedenen Form eine Verantwortung für den anderen Menschen auferlegt. Nimm die dir heute begegnenden Menschen auf in dein Herz. In ihnen begegnet dir Christus. In ihnen wird dir eine Verantwortung für dieselben geschenkt. Bitte in allem, dass Christus segnend heilend in diesen Begegnungen anwesend ist. Dem Hüter unserer Seelen sei Lob und Dank in Ewigkeit! Amen!

Phlm 1,13: Eigentlich wollte ich ihn bei mir behalten, damit er mir an deiner Stelle dient, jedenfalls solange ich für die Verbreitung der guten Botschaft im Gefängnis bin.

Phlm 1,14: Eine gute Tat sollte nicht erzwungen sein, sondern freiwillig geschehen.

Phlm 1,14: Aber ohne deine Zustimmung wollte ich nichts tun, denn du solltest dich nicht gezwungen fühlen, mir Gutes zu erweisen.

Die freiwillige gute Tat: Voraussetzung für solch gute Taten ist, dass wir unseren Herrn lieben, aus ihm heraus tun wir Gutes ohne Zwang. Gott sucht eben solche Herzen, die ihm zugewandt sind und aus Liebe für Ihn handeln. Es geht im Brief an Philemon um die Kraft der Liebe. Diese Liebe stellt alles unter ihren Gehorsam mit einer so bezaubernden Kraft, dass nichts so stark ist wie die Liebe und nichts so liebenswert wie ihre Kraft. Spüren wir der Stärke und Kraft dieser Liebe heute nach in den noch so kleinsten guten Taten, zu denen wir heute dank Gottes Gnade die Möglichkeit dazu haben.

Gute Taten sind wie Sterne am Himmel. Lasst uns täglich Neue dazu tun, damit sie uns in der Nacht des Lebens leuchten. Urs Aebersold 

Phlm 1,15: Vielleicht ist er ja nur deshalb eine Zeit lang von dir getrennt gewesen, damit du ihn für immer zurückbekommst.

Phlm 1,16: Jetzt aber nicht mehr als einen Sklaven, sondern viel mehr als das: als einen geliebten Bruder. Das ist er besonders für mich, wie viel mehr aber für dich – als Mensch und als Christ.

Eine neue Beziehung: Es ist fest davon aus zu gehen, dass Onesimus und Philemon jetzt Brüder waren. Wer selbst die Gnade Gottes kennengelernt hat, wird zu dem hingezogen sein, der ebenfalls durch Gnade verändert worden ist. Gnade und Liebe verändern alles im Leben eines Menschen. Brüder waren sie jetzt und auch wir sind untereinander Geschwister. Für die Beziehung in der Familie Gottes gilt, dass sie innig ist, weil wir Brüder und Schwestern sind. Sie ist darüber hinaus ewig für immer, und sie ist geistlich im Herrn. Der Weg zu dieser neuen Beziehung zwischen Onesimus und Philemon war durchaus heikel und nicht geradlinig. Erkennen wir daran: Gott ist immer souverän in den Mitteln, die er nutzt, um seinen Plan zu erreichen. Vielleicht verstehen wir manchmal das Handeln Gottes nicht. Manchmal erkennen wir erst am Ende, welche Absicht zu unserem Guten Gott hatte

Phlm 1,17: Wenn du mich nun als Freund betrachtest, dann nimm ihn auf wie mich.

Phlm 1,19: Ich werde es bezahlen. Dafür bürge ich hier mit meiner Unterschrift. Was du mir allerdings schuldest, weil du durch mich zum Glauben an Jesus Christus gefunden hast, davon will ich hier gar nicht reden.

Ich werde es bezahlen: Das, was Paulus hier tut, lässt uns an einen Größeren denken, an den Menschen Christus Jesus. Der Herr Jesus war nicht nur bereit, zu bezahlen, was wir uns bei Gott hatten zuschulden kommen lassen. Nein, Er hat tatsächlich bezahlt, und zwar mit seinem eigenen Leben. Er hat sich selbst als Lösegeld für uns gegeben. Ihm, dem Reinen und Heiligen, wurden alle unsere Sünden angerechnet, als ob Er sie begangen hätte. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf Ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Daniel Melui

Phlm 1,20: Ja, Bruder, ich möchte dich ausnutzen bei unserer Liebe zum Herrn. Mach mir doch diese Freude, Christus zuliebe.

Andere herzlich aufnehmen: Christus zuliebe etwas tun, ist für mich der Grundgedanke von diesem Brief. Christus zuliebe lieben wir Menschen, mit denen wir so unsere Schwierigkeiten haben. Christus zuliebe helfen wir Menschen, die in einer Not sind. Christus zuliebe versuchen wir nach bestem Willen gut miteinander umzugehen. Ohne Berechnung und immer Gott zuliebe. So wirst du auch den Mitmenschen näher sein. Christus zuliebe tun wir alles. Herr, ich will nichts für mich. Alles zu Deiner Ehre, Dir zuliebe.

Phlm 1,21: ‭Im Vertrauen auf deine Einwilligung und in der Zuversicht, dass du noch mehr tust, als ich erbitte, schreibe ich dir diesen Brief.

Phlm 1,22: ‭Halt bitte ein Gästezimmer für mich bereit, denn ich hoffe, dass Gott eure Gebete erhört und mich bald zu euch zurückkehren lassen wird.

Phlm 1,23: ‭Epaphras, der mit mir für Christus Jesus im Gefängnis ist, lässt dich grüßen,

Phlm 1,24: ‭ebenso Markus, Aristarch, Demas und Lukas, meine Mitarbeiter.

Phlm 1,25: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch!


Das war eine Auslegung und ein Kommentar zum Brief an Philemon (Phlm)


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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste