Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Brief an die Römer: Kap 2 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und einen Kommentar über den Brief an die Römer Kap. 2

Die Selbstgerechtigkeit der Juden (Röm 2,1-29)

Röm 2,1: Im Richten sich selbst richten

Deshalb bist du nicht zu entschuldigen, lieber Mensch, wer immer du auch bist und dich zum Richter machst. Du verurteilst zwar den anderen, doch damit richtest du dich selbst, weil du selber tust, was du verdammst.‭ Röm 2:1

Ein gutes Beispiel für diese Denkweise ist Jesu Veranschaulichung des Pharisäers und des Zöllners.

Oft nehmen wir es auch nicht wahr, dass wir innerlich blind sind. Oft handeln wir schlecht, aber was noch schlimmer ist, wir entschuldigen uns.Wir tadeln Kleinigkeiten an anderen und übersehen Krebsschäden an uns. Was wir von anderen auszustehen haben, fühlen wir schnell und kreiden es an. Was aber die anderen von uns hinnehmen, das sehen wir gar nicht. Wer sich selbst recht und gerecht beurteilte, hätte keinen Grund, über andere scharf zu richten. Thomas von Kempen

Keiner von uns ist dazu qualifiziert, über das Innere eines anderen Menschen zu urteilen. Nur Gott sieht die Beweggründe und Absichten eines jeden Menschen.

Wir wissen aber, dass Gott alle, die so handeln, zu Recht verurteilen wird.‭ Röm 2:2

‭Meinst du etwa, du könntest dem Gericht Gottes entgehen, wenn du die verurteilst, die so etwas tun, aber doch genau dasselbe machst?‭ Röm 2:3

Röm 2:4: Güte, Nachsicht und Geduld

‭Oder verachtest du etwa seine große Güte, Nachsicht und Geduld? Begreifst du denn nicht, dass er dich mit seiner Güte zur Umkehr bringen will?‭ Röm 2:4

Paulus weist darauf hin, dass der Moralist selbst auf die Güte, Nachsicht und Langmut Gottes setzt, was den Moralisten zu einer demütigen Reue statt zu einer Haltung der Überlegenheit bringen sollte.

Güte kann als Gottes Güte zu uns in Bezug auf unsere vergangene Sünde betrachtet werden. Er war gut zu uns, weil er uns noch nicht gerichtet hat, obwohl wir es verdient haben.

Nachsicht kann als Gottes Güte zu uns in Bezug auf unsere gegenwärtige Sünde betrachtet werden. An diesem Tag – ja in dieser Stunde – haben wir seine Herrlichkeit nicht erreicht, aber er hält sein Gericht über uns zurück.

Langmut kann als Gottes Güte zu uns in Bezug auf unsere zukünftige Sünde betrachtet werden. Er weiß, dass wir morgen und übermorgen sündigen werden, aber er hält sein Urteil gegen uns zurück.

‭Doch du bist starrsinnig und nicht bereit, deine Einstellung zu ändern. So lädst du dir selbst den Zorn Gottes auf und vermehrst ihn noch, bis er schließlich am »Tag des Zorns« über dich hereinbricht, an dem Tag, an dem offenbar wird, dass Gottes Urteil gerecht ist.‭ Röm 2:5

Röm 2:6: Vergeltung unseres Tuns

‭Gott wird jedem das geben, was er für sein Tun verdient hat.‭ Röm 2:6

Wird jedem nach seinen Taten vergelten: Das ist ein schrecklicher und furchtbarer Gedanke, und er verurteilt sowohl den Moralisten als auch den offensichtlichen Sünder.

Röm 2,7: Das Gute tun

Den einen, die unermüdlich das Gute tun und alles dransetzen, um an Gottes Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit teilzuhaben, gibt er das ewige Leben. Röm 2:7

Nichts ist Gott lieber und erfreulicher, als wenn die Menschen in ehrlicher Reue zu ihm umkehren. Es geht um die komplette Lebensführung, wo alleiniger Lebensinhalt der ist, unermüdlich das Gute, nämlich den Willen Gottes zu suchen und zu tun. Gutes zu tun bedeutet nicht gleich die Welt zu retten, sondern ist im Kleinen zu suchen. Nimm dir heute z.B. aufrichtig vor, allen, die um dich sind, den Weg liebenswert und leicht zu machen. Dann tust du Gutes, denn das Leben bringt häufig genug Bitterkeit mit sich. Das ist nur ein Beispiel. Frage dich selbst: Wo und wie kannst du heute Gutes tun? 

‭Den anderen aber, die nur an sich selbst denken und sich weigern, der Wahrheit zu gehorchen, stattdessen aber dem Unrecht gehorsam sind, gilt sein grimmiger Zorn.‭ Röm 2:8

‭Bedrängende Angst wird über die Menschen kommen, die Böses tun. Das gilt zuerst für Juden, aber auch für alle anderen Menschen.‭ Röm 2:9

‭Ewige Herrlichkeit jedoch und Ehre und Frieden werden die erhalten, die Gutes tun. Auch das gilt zuerst für Juden, dann aber auch für alle anderen Menschen.‭ Röm 2:10

‭Denn bei Gott gibt es keinerlei Bevorzugung.‭ Röm 2:11

Röm 2:12: Verurteilt durch das Gewissen

‭Alle Menschen, die sündigen und keine Beziehung zum Gesetz Gottes haben, werden auch ohne Gesetz ins Verderben gehen. Und alle, die trotz des Gesetzes sündigen, werden durch dieses Gesetz verurteilt werden.‭ Röm 2:12

‭Denn nicht die, die hören, was das Gesetz sagt, werden von Gott für unschuldig erklärt, sondern die, die tun, was es verlangt.‭ Röm 2:13

‭Und wenn nun Menschen aus nichtjüdischen Völkern, die keine Beziehung zum Gesetz Gottes haben, von sich aus so handeln, wie es das Gesetz fordert, dann tragen sie das Gesetz in sich.‭ Röm 2:14

Paulus erklärt, warum die Heiden ohne das Gesetz verurteilt werden können. Ihr Gewissen (das das Werk des Gesetzes ist, das in ihre Herzen geschrieben ist) reicht aus, um sie zu verurteilen – oder theoretisch reicht dieses Gesetz im Herzen aus, um sie zu rechtfertigen.

Menschen, die Gottes Wort nie direkt gehört haben, haben dennoch einen moralischen Kompass, dem sie Rechenschaft ablegen müssen – das Gewissen.

‭Sie beweisen damit, dass ihnen die Forderungen des Gesetzes ins Herz geschrieben sind. Das zeigt sich auch an der Stimme ihres Gewissens und am Widerstreit ihrer Gedanken, die sich gegenseitig anklagen oder auch entschuldigen.‭ Röm 2:15

‭Der Tag des Gerichts wird das ans Licht bringen, der Tag, an dem Gott durch Jesus Christus die verborgensten Dinge der Menschen richten wird. So entspricht es der Botschaft, die Gott mir anvertraut hat.‭ Röm 2:16

‭Nun zu dir: Du kannst von dir sagen, ein Jude zu sein, und fühlst dich sicher, weil du das Gesetz hast. Du bist stolz auf deine Beziehung zu Gott.‭ Röm 2:17

‭Aus dem Gesetz kennst du seinen Willen und kannst beurteilen, worauf es ankommt.‭ Röm 2:18

‭Du traust dir zu, die Blinden zu führen und denen im Dunkeln das Licht zu bringen,‭ ‭du willst ein Erzieher für die Unverständigen und ein Lehrer für die Unwissenden sein, weil du das Gesetz Gottes hast, den Inbegriff von Erkenntnis und Wahrheit.‭ Röm 2:19-20

‭Du belehrst andere, warum nicht auch dich selbst? Du predigst, man dürfe nicht stehlen – und warum stiehlst du?‭ Röm 2:21

‭Du sagst, man soll die Ehe nicht brechen – warum brichst du sie? Du verabscheust die Götzen – und warum bereicherst du dich dann an ihren Tempeln?‭ Röm 2:22

‭Du bist stolz auf das Gesetz – und warum brichst du es selbst und machst Gott Schande damit?‭ Röm 2:23

‭So steht es schon in der Schrift: Euretwegen wird der Name Gottes bei den Völkern verlästert. Röm 2:24

Röm 2:25: Die Beschneiung nützt nichts

‭Auch die Beschneidung nützt dir nur dann etwas, wenn du das Gesetz befolgst. Übertrittst du das Gesetz, bist du praktisch ein Unbeschnittener geworden.‭ Röm 2:25

Paulus erkennt an, dass ein Jude protestieren und sagen kann, dass seine Errettung darauf beruht, dass er ein Nachkomme Abrahams ist, was durch die Beschneidung bewiesen wurde . Paulus antwortet zu Recht, dass dies in Bezug auf die Rechtfertigung irrelevant ist.

Beschneidung und Taufe machen ungefähr dasselbe wie ein Etikett auf einer Dose. Wenn das äußere Etikett nicht mit dem übereinstimmt, was auf der Innenseite steht, stimmt etwas nicht! Wenn sich Karotten in der Dose befinden, können Sie ein Etikett mit der Aufschrift „Erbsen“ anbringen, aber es ändert nichts am Inhalt der Dose. Wiedergeboren zu sein, verändert den Inhalt der Dose, und dann können Sie das entsprechende Etikett außen anbringen.

Das ist natürlich kein neuer Gedanke. Das mosaische Gesetz selbst lehrt diesen Grundsatz: Darum beschneide die Vorhaut deines Herzens und sei nicht länger halsstarrig ( Deuteronomium 10:16 ).

‭Und wenn ein Unbeschnittener die Forderungen des Gesetzes erfüllt, gilt er vor Gott dann etwa nicht als beschnitten?‭ Röm 2:26

‭So wird der Unbeschnittene, der das Gesetz gehalten hat, über dich das Urteil sprechen, der das Gesetz zwar buchstabengenau kennt und auch beschnitten ist, es aber doch übertreten hat.‭ Röm 2:27

‭Nicht der ist nämlich ein Jude, der es nach außen hin ist, und nicht der körperliche Vollzug ist die wirkliche Beschneidung.‭ Röm 2:28

Röm 2:29: Das Lob Gottes suchen

‭Ein wahrer Jude ist der, der es innerlich ist, und die wahre Beschneidung ist die, die am Herzen geschieht. Sie kommt nicht durch die genaue Befolgung der Vorschrift zustande, sondern durch den Geist Gottes. Ein solcher Jude sucht nicht den Beifall von Menschen. Sein Lob kommt von Gott.‭ Röm 2:29

All die äußerlichen Zeichen der Religion mögen uns Lob von Menschen einbringen , aber sie werden uns kein Lob von Gott einbringen . Der Beweis für unsere Richtigkeit mit Gott ist nicht in äußeren Zeichen oder Werken enthalten, und er ist aufgrund unserer Abstammung nicht gesichert. Der Beweis findet sich im Werk Gottes in unserem Herzen, das sich in Früchten zeigt.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste