Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Apostelgeschichte Kap. 2 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und Kommentar zur Apostelgeschichte Kap. 2

Apg 2,1: Der Pfingsttag

Apg 2,1: ‭Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen.‭

Der Pfingsttag : Dies war ein jüdisches Fest, das 50 Tage nach Pessach stattfand. Es feierte die Erstlingsfrüchte der Weizenernte. Die jüdische Tradition lehrte auch, dass Pfingsten der Tag war, an dem Israel das Gesetz gegeben wurde. Die Juden nannten Pfingsten  manchmal Shimchath Tora oder Freude am Gesetz. Am alttestamentlichen Pfingsttag empfing Israel das Gesetz; am neutestamentlichen  Pfingsttag  empfing die Gemeinde den Geist der Gnade in Fülle.

Sie waren versammelt und teilten das gleiche Herz, die gleiche Liebe zu Gott, das gleiche Vertrauen in seine Verheißung. Bevor wir gefüllt werden können, müssen wir unsere Leere erkennen; indem sie sich im Gehorsam zum Gebet versammelten, taten diese Jünger genau das. Sie erkannten, dass sie selbst nicht über die Ressourcen verfügten, um das zu tun, was sie tun konnten oder sollten; sie mussten sich stattdessen auf das Werk Gottes verlassen.

Apg 2,2: Der Heilige Geist kommt

Apg 2,2: ‭Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen wie von einem daherfahrenden gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.‭

Diese einzelne Zeile sagt uns viel darüber, wie sich der Heilige Geist bewegt. Plötzlich: Manchmal bewegt sich Gott plötzlich. Das Brausen: Es war real, obwohl es nicht berührt werden konnte; es kam an den Ohren. Vom Himmel : Es war nicht von der Erde; nicht erstellt oder manipuliert oder hier gemacht. Gewaltig : Voller Kraft, kommt mit großer Kraft.

Apg 2,4: Erfüllt vom heiligen Geist

Apg 2,4: ‭Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.‭

Was uns diese Passage über die Gabe des Heiligen Geistes sagt. Die Gabe des Heiligen Geistes ist uns verheißen. Es lohnt sich, auf die Gabe des Heiligen Geistes zu warten. Die Gabe des Heiligen Geistes kommt, wie Er will, oft nicht gemäß unserer Erwartung.

Der Heilige Geist ist auch ein Geist der Sendung. Wir sind nicht bloß für uns da, für unsere eigene Selbstverwirklichung, sondern wir haben den Auftrag, Gottes Botschaft zu verkünden. Wir haben den Auftrag, Leben weiterzugeben, Leben zu wecken. Der Geist will uns Mut machen, aus uns herauszugehen. Wir sollen uns heraustreiben lassen aus unserem Schneckenhaus und auf die andern zugehen, nicht weil wir alles besser wissen, sondern weil wir das Leben geschmeckt haben, weil wir den Geruch des Geistes in der Nase haben und nun dieses Leben auch in den andern entdecken und wachrütteln möchten. Es wäre eine gute Fortsetzung der liturgischen Feier, wenn wir an Pfingsten einmal ganz bewusst auf einen Menschen zugehen, von dem uns Barrieren trennen, in dem Vertrauen, dass der Geist diese Barrieren schon überwunden hat, dass uns der gleiche Geist schon im Innersten eint. Anselm Grün

Apg 2,6: Das Pfingstereignis

Apg 2,6: Ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

Sie sprachen alle in verschiedenen Sprachen, doch unter den Gläubigen herrschte Einigkeit. Seit den frühen Kirchenvätern haben Kommentatoren den Segen von Pfingsten als eine bewusste und dramatische Umkehrung des Fluchs von Babel gesehen.

Pfingsten ist die Anti-Geschichte zum Turmbau zu Babel. Erklärung: Babel ist überall dort, wo Sprache versagt und Unheil und Leid stiftet. Der Stolz und Egoismus des Menschen ruft immer Spaltungen hervor, errichtet Mauern der Gleichgültigkeit, des Hasses und der Gewalt. Oh Herr, wie viele Verletzungen begehen wir mit Worten. In der Kraft des heiligen Geistes aber können wir dieser Sprachenverwirrung von Babel entkommen. Pfingsten ist überall da, wo wir einander verstehen und trotz unserer Vielfalt eine Einheit bilden im Dialog. Bitten wir den heiligen Geist um ein neues Herz und eine neue Sprache, die das Herz des anderen versteht.

Apg 2,14: Den Geist empfangen

Apg 2,14: Da trat Petrus zusammen mit den Elf auf, erhob seine Stimme und sprach zu ihnen.

Die ganze Sendung Jesu war darauf ausgerichtet, den Menschen den Geist Gottes zu schenken und sie in seinem Bad der Erneuerung zu taufen. In dieser Taufe des Heiligen Geistes sind die persönliche und die gemeinschaftliche Dimension, das Ich des Jüngers und das Wir der Kirche nicht voneinander zu trennen. Der Geist weiht den Menschen und macht ihn gleichzeitig zu einem lebendigen Glied des mystischen Leibes Christi, das an der Sendung teilhat, für seine Liebe Zeugnis zu geben.

Was unser Geist, das heißt unsere Seele, für unsere Glieder ist, das ist der Heilige Geist für die Glieder Christi, für den Leib Christi, die Kirche. Augustinus

Apg 2:16: Petrus Worte über das Pfingstereignis

Apg 2,16-17: ‭Dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist:‭ Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da werde ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch.

Das ist der Anfang des Dienstes des Apostels Petrus, seine erste Predigt über die Auferstehung. Das prophetische Wort aus dem Buch Joel 2:28-32 hat sich am Pfingsttag erfüllt. Wir dürfen voll Freude sein. Denn im alten Bund wurden „nur“ bestimmte Menschen zu bestimmten Zeiten für bestimmte Zwecke mit dem Geist erfüllt. Jetzt unter dem neuen Bund durch Christus ist die Ausgießung des Heiligen Geistes für alle, die den Namen des Herrn anrufen. Dieser Geist ist unsere unversiegbare und unerschöpfliche Quelle. Diesen Geist dürfen wir in allem um Hilfe bitten. Dieser Geist führt uns immer wieder neu zu Christus.

In der Pfingstpredigt des Petrus wird uns ein Grundzug des christlichen Verstehens Jesu vor Augen gestellt. Er spricht vom Weg Jesu mit ihnen, seinen Zeugen, von Tod und Auferstehung Jesu und der Erfahrung der Ausgießung des Heiligen Geistes, der sie treibt zum Volk zu sprechen. Und dabei verweist er in seiner Verkündigung mehrfach auf die Worte der Heiligen Schrift im Ersten Testament. Zweimal verweist er auf Verse aus Psalm 16, einmal auf Psalm 132 und einmal auf das 2. Buch des Propheten Samuel. Der Kirchenvater Hieronymus (347–420), der die Heilige Schrift aus dem Hebräischen und Griechischen in der sogenannten »Vulgata« übersetzte, schrieb: »Christus ist Gottes Kraft und Weisheit, und wer die Heilige Schrift nicht kennt, der kennt weder Gottes Kraft und Weisheit: die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.

Apg 2,21: ‭Und es soll geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.

Apg 2,24: Wehen des Todes aufgelöst

Apg 2,24: ‭Ihn hat Gott auferweckt, indem er die Wehen des Todes auflöste, weil es ja unmöglich war, dass Er von ihm festgehalten würde.‭

In dem Ausdruck Schmerzen des Todes ist das Wort Schmerzen eigentlich das Wort für „Geburtsschmerzen“. In diesem Sinne war das Grab eine Gebärmutter für Jesus. Es war nicht möglich, dass der Auserwählte Gottes im Griff des Todes bleiben sollte; Der Abgrund kann den Erlöser nicht mehr halten, als eine schwangere Frau das Kind in ihrem Körper halten kann.

Apg 2,27: Dem Totenreich nicht preisgegeben

Apg 2,27: Du wirst meine Seele nicht dem Totenreich preisgeben und nicht zulassen, dass dein Heiliger die Verwesung sieht.‭

Petrus zitiert hier Psalm 16. Weil Jesus unsere Sünden trug, ohne ein Sünder zu werden, blieb Er der Heilige , sogar in Seinem Tod. Da es unverständlich ist, dass der Heilige Gottes an den Tod gebunden ist, war die Auferstehung absolut unvermeidlich. Anstatt für sein glorreiches Werk am Kreuz bestraft zu werden, wurde Jesus belohnt, wie es prophetisch im Psalm beschrieben wird: Du hast mir die Wege des Lebens kundgetan; Du wirst mich in deiner Gegenwart voller Freude machen .

Apg 2,28: ‭Du hast mir die Wege des Lebens gezeigt; du wirst mich mit Freude erfüllen vor deinem Angesicht!

Apg 2,32: Predigt über Auferstehung

Apg 2,32: Das ist mit Jesus geschehen: Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Wir alle können es bezeugen.

Gott hat in der Auferstehung Christi etwas unvorstellbar Neues geschaffen. Die Liebe Gottes hat durch die Auferstehung uns die Möglichkeit geschenkt, in die heilige Gegenwart Gottes einzutreten an jedem Ort und zu jeder Zeit. Jesus lebt und ist da und schenkt Hoffnung gerade auch in dem Dunkel der Welt oder in dem Dunkel in uns und wir setzen alles daran, in einer innigen Beziehung mit ihm zu leben. Der verwandelte Petrus steht für die Realität der Auferstehung. Früher zweifelnd und ängstlich tritt er hier völlig überzeugt auf. Er hat nun kühnen Mut, was ein völliger Kontrast zu seiner Verleugnung Jesu war. Auch wir glauben, dass Jesus den Tod überwunden hat. Auch wir bezeugen dies mutig durch Worte und noch mehr durch unser Leben.

Apg 2,36: Es besteht also kein Zweifel daran, und ganz Israel soll wissen: Gott hat diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Retter gemacht.

Apg 2,37: Ins Herz getroffefn

Apg 2,37: Als die Leute das hörten, waren sie von dieser Botschaft tief betroffen. Sie fragten Petrus und die anderen Apostel: Brüder, was sollen wir tun?

Was sollen wir tun? Das ist und bleibt eine Frage für alle. Die Antwort ist und bleibt schlicht und dennoch tief: Kehrt um zu Gott! Nimmt den Herrn auf und anerkennt seine Autorität. Umkehr ist eine totale Kehrtwende und beinhaltet eine radikale Veränderung der Gedanken, des Herzens und des Willens. Es ist nie zu spät zur Umkehr, gerade wenn wir immer wieder auch fehlen. Durch diese Umkehr werden uns unsere Sünden vergeben werden. Aber Vorsicht. Dies ist kein Automatismus. So wichtig die Umkehr des Menschen auch ist, sie kann niemals das Fundament unseres Glaubens sein. Gott hat uns immer zuerst geliebt. Durch die Predigt des Petrus wurden 3000 Menschen zum Glauben geführt.

Was Petrus am ersten christlichen Pfingsten zu den zuhörenden Menschen sagt, ist grundlegende christliche Verkündigung durch alle Zeiten. Wenn er damit so viele »mitten ins Herz« trifft, dann liegt das allerdings nicht nur an der guten Nachricht, sondern daran, dass er als einer spricht, den das, was er sagt, selbst spürbar mitten ins Herz getroffen hat. Betroffene können anders sprechen als Unbetroffene, die das durchaus klug und gewandt zu tun vermögen. Die angemessenste Haltung einer wirkungsvollen Verkündigung ist eine Selbstbetroffenheit, die nie selbst in den Mittelpunkt rückt, die sich aber immer auswirkt. Wem es darum geht, dass die gesprochenen Worte nicht nur gehört, sondern angenommen werden können, der muss aus einem getroffenen Herzen sprechen. Nur das ist vertrauenswürdig genug, dass Menschen zu fragen wagen: »Was sollen wir tun?«

Apg 2:38: Tut Buße

Apg 2,38: ‭Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.‭

Tut Buße, kehrt um! Das gilt denen, die Gott, die Jesus Christus noch nicht kennen und auf sich auf einem falschen Weg befinden. Das gilt aber auch uns Allen, die wir Jesus Christus kennen und von seinem Heiligen Geist gefüllt sind. Denn auch wir werden jeden Tag schuldig. Dringt uns das durch’s Herz, wenn wir erkennen, dass wir schuldig sind? Stellt sich uns die Frage: Was sollen wir tun? Finden wir Antwort? Ja, wir wissen doch, dass wir bekennen, bereuen und umkehren können! Jeden Tag neu! Rolf Aichelberger

Als Johannes der Täufer predigte, sagte er: „ Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe! “ ( Matthäus 3:2 ). Als Jesus zu predigen begann, sagte er: „ Kehrt um, denn das Himmelreich ist nahe gekommen “ ( Matthäus 4:17 ). Als Petrus nun anfing zu predigen, begann er mit Buße. Buße darf niemals als etwas betrachtet werden, das wir tun müssen, bevor wir zu Gott zurückkehren können. Buße beschreibt, was es ist, zu Gott zu kommen. Du kannst dich nicht Gott zuwenden, ohne dich von den Dingen abzuwenden, gegen die er ist .

Apg 2,42: Die junge Kirche

Apg 2,42: Sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.

Dieser Vers beschreibt das Ideal einer Gemeinschaft. Betonung auf Ideal! Wir wissen selbst dass es teilweise enorm menschelt, gerade auch in der Kirche (schon damals). Entscheidend ist aber dennoch, dass wir dieses Idealbild als Kompass weiter vor Augen haben. In der Gemeinschaft bei zwischenmenschlichen Konflikten richten wir uns dann neu nach dem Frieden aus. In egozentrischen Selbstumkreisungen brechen wir neu auf hin zum Du. Im gemeinschaftlichen Gebet nähren wir so neu die Liebe zu Gott und zum Nächsten. In allem erkennen wir den Nächsten als Schwester und als Bruder und begegnen ihm in geschwisterlicher Zuwendung. Im gemeinschaftlichen Brechen des Brotes gedenken wir an die bleibende Gegenwart Christi. Bleiben wir beständig bei diesem Kompaß.

Apg 2,44: Teilende Gemeinschaft

Apg 2,44: Alle, die an Jesus glaubten, hielten fest zusammen und teilten alles miteinander, was sie besaßen.

Wir teilen denselben Herrn Jesus. Weil wir den gleichen Herrn empfangen und er uns aufnimmt, sind wir auch untereinander eins. Wenn wir daher von Christus her denken und leben, dann gehen uns die Augen auf, und dann leben wir nicht mehr für uns selber dahin, sondern dann sehen wir, wo und wie wir gebraucht werden. Aus diesem Einssein entsteht die Bereitschaft zu teilen neben materiellen Dingen vielmehr auch geistliche Dinge, wo es ums Zuhören und Verstehen gibt. Wir teilen doch alle dasselbe Menschsein. Wir teilen die gleichen inneren Kämpfe. Wir teilen oft ähnliche Probleme. Wir teilen letztlich alle unsere Schwachheit im Fleisch.

Teilen – Austeilen ist Einen. Durch das Teilen wird Gemeinschaft gestiftet. Benedikt XVI

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste