Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Erster Brief des Petrus: Kap. 5 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr eine Auslegung und Kommentar über den ersten Brief des Petrus – Kap. 5

Die Hirten und die Herde (1. Petr 5,1-14)

1. Petr 5:1: Worte an die Ältesten

Als Mitältester wende ich mich jetzt an eure Gemeindeältesten, weil ich sowohl Zeuge vom Leiden des Messias bin als auch Teilhaber an seiner Herrlichkeit, die bald erscheinen wird. 1. Petr 5:1

Die Idee des Ältesten kam aus der jüdischen Kultur in das Kirchenleben ( Exodus 3:16 , 12:21 und 19:7 ). Das Wort „ Ältester “ spricht einfach von der Reife und Weisheit, die ein älterer Mensch haben sollte, was ihn für die Führung qualifiziert. In seiner Anwendung geht es mehr um Weisheit und Reife als um ein bestimmtes Alter.

Petrus war qualifiziert zu sprechen, weil er Zeuge der Leiden Jesu war, als er Jesu Folter und vielleicht die Kreuzigung sah. Er war auch ein Teilhaber der Herrlichkeit Jesu, was sich wahrscheinlich darauf bezog, als er die Verklärung Jesu sah.

1. Petr 5,2: Werkzeug Gottes sein

Sorgt gut für die Herde Gottes, die euch anvertraut ist. Tut es nicht, weil ihr euch dazu gezwungen fühlt, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt. Hütet sie aber nicht, um euch Vorteile zu verschaffen, sondern weil ihr dem Herrn dienen wollt. 1. Petr 5:2

Das war der erste Aspekt der Leiterschaft. Petrus schien sich an Jesu dreiteiligen Auftrag an ihn in Johannes 21:15-17 zu erinnern . In dieser Passage forderte Jesus Petrus auf, seine Liebe zu Jesus zu zeigen, indem er die Schafe Jesu weidete und hütete.

Auch wir geben unser Leben hin. Tag um Tag üben wir uns im Erkennen darin, dass ich mein Leben nicht für mich selber habe. Lerne, dich selbst los zu lassen. Lasse dich als Werkzeug Gottes benutzen, da wo er dich gerade braucht, auch wenn dir anderes schöner oder wichtiger erscheint. Du bist dazu berufen Hüter deiner Brüder und Schwestern zu sein. Das Leben für sie geben, nicht nehmen. Gerade so erfahren wir Freiheit. Freiheit von uns selbst, die Weite des Seins. Gerade so, im Gebrauchtwerden, dadurch daß wir jemand sind, der in der Welt gebraucht wird, wird unser Leben wichtig und schön. Nur wer sein Leben gibt, findet es. Nur in der Hingabe gelangen wir zum innersten Wesen der Liebe und beheimaten so unsere Seele im Herzen des guten Hirten Jesus Christus.

Das innerste Wesen der Liebe ist Hingabe. Edith Stein

Führt euch auch nicht als Herrscher in euren Gemeinden auf, sondern seid Vorbilder für eure Geschwister. 1. Petr 5:3

Dann werdet ihr den unvergänglichen Ehrenkranz der Herrlichkeit erhalten, wenn der höchste Hirte erscheinen wird. 1. Petr 5:4

1. Petr 5,5: Den Demütigen gibt er Gnade

Euch Jüngeren sage ich: Ordnet euch den Ältesten unter! Doch alle müsst ihr im Umgang miteinander Bescheidenheit an den Tag legen. Denn Gott widersetzt sich den Hochmütigen, nur den Demütigen wendet er seine Gnade zu. 1. Petr 5:5

Petrus zitierte Sprüche 3,34 , um zu zeigen, dass Demut für unsere Beziehung zu Gott wesentlich ist. Wenn wir in Gottes Gnade (seiner unverdienten Gunst) leben wollen, dann müssen wir unseren Stolz ablegen und demütig sein – nicht nur ihm gegenüber, sondern auch untereinander.

Demut: Ich erkenne an, dass Gott unendlich viel größer ist als ich selbst. Das ist die Haltung, in der wir jeden Tag neu mit geöffneten Händen sagen können: Ich brauche dich, Gott. Solche Hände werden gefüllt. Wir werden beschenkt. Gott lässt uns leben als seine geliebten Geschöpfe völlig unverdient aus Gnade. “Deshalb beugt euch unter Gottes mächtige Hand.” (1. Petr 5:6). In dieser demütigen Haltung dürfen wir zu Gott mit allem kommen, was uns beschäftigt.

1. Petr. 5,6: Demütigt euch

Demütigt euch deshalb unter Gottes mächtige Hand, dann wird er euch auch zur richtigen Zeit erhöhen. 1. Petr 5:6

Einige Zeichen der Demut: Die Bereitschaft, um Jesu willen die niedrigsten und kleinsten Dienste zu leisten. Bewusstsein unserer eigenen Unfähigkeit, irgendetwas außerhalb von Gott zu tun. Die Bereitschaft, von Männern ignoriert zu werden. Weniger Selbsthass oder Selbstabwertung als vielmehr Selbstvergessenheit und wirklich auf andere zentriert statt egozentrisch zu sein.

Alles, das Äußere wie das Innere, mit dem Verlangen tun, sich zu demütigen und erniedrigt zu werden. Sich für die Geringste von allen halten und sich freuen, wenn man dich dafür hält. Dein Herz oft vor Gott demütigen. Es lieben, daß man deine Fehler und Unbeholfenheiten oder Schwächen kennt und nichts tun, um sie zu verbergen. Geraten wir nicht in Verwirrung wegen unserer Fehler, noch wegen unseres geringen Fortschritts, noch wegen irgendetwas in uns. Großes Vertrauen auf Gott haben, wenn wir unsere Schwächen und Gebrechen spüren. Sein Herz parfümieren mit Gedanken der Niedrigkeit. Bei allem nichts tun, um gelobt und geschätzt zu werden. Es nicht wünschen und nicht lieben, daß man anerkenne oder schätze, was wir sagen oder tun. Gern gewöhnliche und niedere Dinge tun. Ruhig und bescheiden sprechen; nicht von sich sprechen. Franz von Sales

1. Petr 5,7: Sorgen auf Jesus werfen

Und werft in Demut alle eure Sorgen auf ihn, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft. 1. Petr 5:7

Wahre Demut zeigt sich in unserer Fähigkeit, unsere Sorge auf Gott zu richten. Es ist eine stolze Anmaßung, Dinge in unsere eigene Sorge zu nehmen und uns um Dinge zu kümmern, für die Gott versprochen hat, sich darum zu kümmern ( Matthäus 6:31-34).

Wenn wir das Gebot von 1. Petrus 5:6 beherzigen und uns wirklich unter die mächtige Hand Gottes demütigen würden, hätten wir viel weniger Sorgen, die wir auf ihn werfen müssten, wie in 1. Petrus 5:7 gefordert . Sorgen über Habgier, Ehrgeiz, Popularität, alles verfliegt unter dem Befehl, sich unter die mächtige Hand Gottes zu demütigen.

Abbas Agueras sagte mir: Ich ging eines Tages zu Abbas Poimen und sagte ihm: Ich bin überall hingegangen, um dort zu bleiben, aber ich habe die Ruhe nicht gefunden. Wo willst du, dass ich bleibe? Der Alte antwortete: Es gibt in unseren Tagen keinen Krieg mehr in der Wüste. Geh, such dir eine zahlreiche Menge, bleibe unter ihr und lebe wie einer, der nicht existiert und sage: Ich bin ohne Sorge. So wirst du die höchste Ruhe haben. Apophthegmata

Das Leben unter Menschen ist immer eine spirituelle Übung, zum einen um mich nicht über die Menschen zu definieren, sondern allein in und durch Gott. Zum andern, um mich in der Sorglosigkeit zu üben, Vertrauen darauf, dass Gott für mich sorgt. Das schenkt mir Ruhe mitten unter den Menschen

Wir dürfen uns nicht dabei aufhalten, dies oder jenes zu wünschen oder zu wollen, sondern müssen es Gott für uns wollen und tun lassen, wie es ihm gefällt. Das ist die Stille unseres Willens, der gar nichts will, sondern einfach allem zustimmt, was Gott in uns, an uns und aus uns machen will. Wir müssen „unsere ganze Sorge auf ihn werfen, weil er für uns sorgt. Herr, ich will nicht, daß das oder jenes geschieht, ich überlasse es Dir, alles für mich ganz nach Deinem Belieben zu wollen. Anstatt es zu wollen, will ich Dich preisen dafür, daß Du es gewollt hast. Wie herrlich ist diese Haltung unseres Willens, wenn er von der Sorge abläßt und stattdessen voller Lob und Dankbarkeit für Gott ist.

1. Petr 5:8-9: Geistiger Kampf

Seid nüchtern und wachsam! Euer Todfeind, der Teufel, streicht wie ein brüllender Löwe herum und sucht nach einem Opfer, das er verschlingen kann. 1. Petr 5:8

Dem müsst ihr im Glauben widerstehen! Dabei sollt ihr wissen, dass eure Geschwister in der ganzen Welt die gleichen Leiden durchmachen. 1. Petr 5:9

Wir finden auch Trost in dem Wissen, dass wir in unserem geistlichen Kampf niemals allein sind. Unsere Brüder und Schwestern in Jesus haben die gleichen Schlachten gekämpft und kämpfen noch.

1. Petr 5:10: Gott wird helfen

Der Gott, von dem alle Gnade kommt, hat euch berufen, mit Christus zusammen für immer in seiner Herrlichkeit zu leben. Er wird euch aufbauen, stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen, auch, wenn ihr jetzt eine Weile leiden musstet. 1. Petr 5:10

In Kenntnis des Leidens und der Gefahr, denen Christen ausgesetzt sind, kann Petrus nur mit einem Gebet schließen . Er bittet Gott, Sein Werk der Vervollkommnung, Errichtung, Stärkung und Beruhigung zu tun. Diese Dinge sind Gottes Werk in uns und durch uns. Petrus kannte persönlich die Sinnlosigkeit des Versuchs, Leiden und Gefahren aus eigener Kraft zu begegnen. Sein eigenes Versagen lehrte ihn, wie wichtig es ist, sich in unserem Leben ständig auf Gottes Werk zu verlassen, also betet er für seine lieben christlichen Freunde.

Ihm gehört die Macht in Zeit und Ewigkeit! Amen.

1. Petrus 5:11: Briefschluss

Durch den Bruder Silvanus, dessen Treue ich sehr schätze, habe ich euch diese wenigen Zeilen geschrieben. Ich wollte euch ermutigen und euch bestätigen, dass es die wahre Gnade Gottes ist, die ihr erlebt..1. Petr 5:12

Grüßt euch mit dem Kuss geschwisterlicher Liebe. Friede sei mit euch allen, die ihr in Christus verbunden seid!.1. Petr 5:14

Infos zum Impuls 

– Start mit dem Wort Gottes in den Tag

– Kurzimpuls

– es gibt stets ein Wochenthema

– täglich nur 1x

– entweder über

   * Whatsapp

   * Facebook-Seite

   * Telegram

– ca. zwischen 6-7 Uhr 

– hier geht´zur Anmeldung

Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste