Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Erster Brief des Petrus: Kap. 3 – Auslegung und Kommentar

Christen untereinander (1. Petr 3,1-12)

1. Petr 3,3-4: Innere Schönheit

Ihr sollt nicht durch äußerlichen Schmuck wirken wollen, durch aufwendige Frisuren, durch Gold oder prächtige Kleider. 1. Petr 3:3

Vor Gott ist der Mensch wertvoll, der das, was man nicht sehen kann, sein Herz, mit den unvergänglichen Werten eines sanften und stillen Geistes schmückt. 1. Petr 3:4

Wahre Schönheit kommt von der verborgenen Person des Herzens . Es ist nicht etwas, das Sie tragen oder vor einen Spiegel stellen müssen. Es ist etwas, was du bist.

Vielfach konkretisiert wird diese innere Schönheit im Kapitel 3, damit wir den Willen Gottes immer besser erkennen. Ich finde solche Auflistungen immer sehr hilfreich.

Haltet einmütig zusammen! Nehmt Anteil am Leben des anderen. Liebt einander als Geschwister! Geht barmherzig miteinander um. Seid nicht überheblich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem. Gutes tun und sich für den Frieden einsetzen.

Ihr Männer müsst euch entsprechend verhalten, damit eure Gebete nicht vergeblich sind. Seid also rücksichtsvoll im Umgang mit euren Frauen, denn sie sind die Schwächeren. Achtet und ehrt sie, denn sie haben genauso wie ihr Anteil am Geschenk des ewigen Lebens. 1. Petr 3:7

1. Petr 3,8: Voller Mitgefühl

Schließlich sage ich euch allen: Seid euch in der gleichen Gesinnung einig, habt Mitgefühl füreinander und begegnet euch in geschwisterlicher Liebe. Seid barmherzig und demütig. 1. Petr 3:8

Die meisten von uns sind bereit, einen Geist zu haben , solange dieser eine Geist mein Geist ist ! Aber der eine Sinn soll der Sinn Christi sein ( 1. Korinther 2:16 ). Unser gemeinsamer Geist soll der Geist Jesu sein. Dieses Gebot bringt uns zurück zu der Notwendigkeit, Gottes Wort zu kennen. Wir können nicht einer Meinung sein , der Meinung Jesu, wenn wir nicht wissen, was seine Meinung ist. Das Wort Gottes zeigt uns die Gedanken Jesu.

Mitgefühl für das Wohlbefinden anderer ist das Bindeglied zwischen dem Einfühlungsvermögen und Handlungen der Güte. Das fängt nicht gleich bei den großen Taten an. Man kann schlicht versuchen, nett zu sein, wenn man morgens unterwegs ist und guten Morgen zu den Leuten sagt, denen man begegnet oder man kann lächeln, wenn einem nicht danach ist. Du kannst jeden, den du begegnest, segnen. Das hilft dir dabei, weniger egozentrisch zu sein, sondern in einer Haltung des Mitgefühls zu leben. Das Leben in der Freude wird bewahrt, wenn wir uns auf andere konzentrieren. Anderen Freude zu schenken ist ein Weg, selbst in der Freude zu bleiben.

Wichtig ist es, immer wieder vom Denken in das Fühlen zu kommen. Wir sind eine große Familie. Weil Gott unser Vater ist, sind wir alle wie Schwestern und Brüder miteinander verbunden. Wenn mir der andere Mensch emotional nahe rückt, dann beginnt das Mitgefühl. Achte zunächst immer auf dein Gefühl für andere. Mehre dein Mitgefühl für andere. Dann werden auch die Taten wie von alleine folgen. Aus dem Fühlen erwächst das Tun. Nicht einfach ein Tun, damit irgendwo Barmherzigkeit geübt wurde. Sondern wirklich ein Tun, das konkret dort ansetzt, wo die Bedürfnisse des anderen liegen. Es geht also um einen Blick der Liebe, der fast schon von alleine in die Tat führt.

1. Petr 3,9: Böses nicht vergelten und Segnen

Vergeltet Böses nicht mit Bösem und Schimpfwort nicht mit Schimpfwort, sondern tut das Gegenteil: wünscht ihnen Gutes und segnet sie so. Das erwartet Gott von euch, damit er euch an seinem Segen teilhaben lässt. 1. Petr 3:9

Die größte Herausforderung für unsere Liebe zu anderen kommt, wenn uns Unrecht getan wird. In diesen Zeiten sind wir aufgerufen, Böses nicht mit Bösem zu vergelten , sondern zu segnen. Jesus erinnerte uns daran, dass es kein großes Verdienst ist, wenn wir diejenigen lieben, die uns im Gegenzug lieben; Der wahre Test der Liebe besteht darin, unseren Feinden Mitgefühl zu zeigen (Matthäus 5:44-47).

Wir lieben einander, aber nicht nur um Jesu willen, dessen Leib wir sind. Wir lieben einander, aber nicht nur um unseres Bruders oder unserer Schwester willen, für die Jesus gestorben ist. Wir lieben einander auch um unserer selbst willen – indem wir diejenigen segnen, die uns Unrecht getan haben, werden wir einen Segen erben . Wenn du nicht um Jesu willen oder um deines Bruders willen lieben kannst, dann tu es um deiner selbst willen.

Erhebe deine Hand nicht zum Schlag, öffne deinen Mund nicht im Zorn, sondern sei still. Was kann denn der dir schaden, der dir Böses antut. Nicht dir schadet es, aber ihm schadet es. Unrecht leiden schadet keinem Christen. Aber Unrecht tun schadet. Nur eines will ja der Böse bei dir erreichen, nämlich, daß du auch böse wirst. Aber damit hätte er ja gesiegt. Darum vergilt nicht Böses mit Bösem. Wie geschieht das? Nicht dadurch, daß wir dem Bösen des anderen Nahrung geben an unserm Bösen, sondern dadurch daß das Böse ins Leere stößt und nichts findet, woran es sich entzünden kann. Indem wir es vergeben ohne Ende. Indem wir den Feind sehen als den, der er in Wahrheit ist, als den, für den Christus starb, den Christus liebt. Bonhoeffer

Lasse dich nicht dazu herab, zurück zu schlagen, wenn andere dich verletzen. Bete für diese Menschen, statt deiner Wut freien Lauf zu lassen.

Segnen heißt, die Hand auf etwas legen und sagen: Du gehörst trotz allem Gott. So tun wir es mit der Welt, die uns solches Leiden zufügt. Wir verlassen sie nicht, wir verwerfen, verachten, verdammen sie nicht, sondern wir rufen sie zu Gott. Wir geben ihr Hoffnung, wir legen die Hand auf sie und sagen: Gottes Segen komme über dich. Wir haben Gottes Segen empfangen im Glück und im Leiden. Wer aber selbst gesegnet wurde, der kann nicht mehr anders, als diesen Segen weitergeben, ja er muss dort, wo er ist, ein Segen sein. Nur aus dem Unmöglichen kann die Welt erneuert werden. Dieses Unmögliche ist der Segen Gottes. Bonhoeffer

Segnen und gesegnet werden ist eines der wertvollsten Geschenke, die uns anvertraut sind. Segnen bedeutet, den Namen Gottes auf Menschen zu legen. Segen ist mehr als ein Wunsch. Wenn du gesegnet wirst, dann wird der Name Jesus auf dich gelegt. Das steht nun über deinem Leben und soll sich nun in deinem Leben als Gesegneter entfalten. Mit dem Geschenk des Segens ist mir aber auch etwas in die Hand gelegt worden, für das ich nun verantwortlich bin. Als Gesegneter bin ich Segensträger. Wir dürfen und sollen den Segen auch an andere weitergeben. Sprich heute Menschen, denen du begegnest in Gedanken oder ausgesprochen ein Gott segne Sie oder Jesus Christus segne dich. Das hat Kraft. Die Gnade unseres Herrn Jesus sei mit Dir !

Denn wer das Leben liebt und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge. Kein böses Wort und keine Lüge verlasse seinen Mund. 1. Petr 3:10

Er wende sich vom Bösen ab und tue das Gute und mühe sich um Frieden! 1. Petr 3:11

Denn der Herr hat die im Blick, die das Rechte tun und für deren Bitten ein offenes Ohr. Doch wer Böses tut, hat ihn immer gegen sich und spürt seinen Zorn. 1. Petr 3:12

Leiden für gute Taten (1. Petr 3,13-22)

Und wer würde euch schaden wollen, wenn ihr euch bemüht das Gute zu tun? 1. Petr 3:13

Wenn ihr aber trotzdem leiden müsst, weil ihr tut, was vor Gott recht ist, dann dürft ihr euch glücklich preisen. Habt also keine Angst und seid unbesorgt. 1. Petr 3:14

1. Petr 3,15: Rede und Antwort stehen

Lasst Christus, den Herrn, die Mitte eures Lebens sein! Und wenn man euch nach eurer Hoffnung fragt, seid immer zur Rechenschaft bereit. 1. Petr 3:15

Auf Erden müssen wir immer wieder zwischen Furcht und Hoffnung kämpfen, wobei aber die Hoffnung immer stärker sei, in Anbetracht der Allmacht dessen, der uns beisteht. Hab also keine Angst vor Problemen. Schrecke nicht vor ihnen zurück, sondern lebe in der Hoffnung, die in Jesus Christus gegründet ist. Auch in deiner persönlichen Erfolgs- und Hoffnungslosigkeit, in mancher Frustration oder Lebensangst steht Jesus am Ufer deines Lebens. Darauf darfst du wirklich vertrauen. Davon darfst du selbst auch Zeugnis geben in der dir angemessenen Form und Weise.

Herr Jesus, du wirst immer meine Hoffnung und mein Heil im Land der Lebenden sein. Franz von Sales

Doch antwortet freundlich und mit dem gebotenen Respekt. Bewahrt euch ein reines Gewissen! Wenn die Leute euch dann etwas Böses nachsagen, werden sie beschämt werden, weil euer vorbildliches Leben mit Christus sie Lügen straft. 1. Petr 3:16

Auf jeden Fall ist es besser, für gute Taten zu leiden, wenn Gott das so will, als für schlechte. 1. Petr 3:17

1. Petr 3,18: Gerecht vor Gott

Auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte starb für die Ungerechten, um uns zu Gott hinführen zu können. Als Mensch wurde er getötet, durch den Geist aber wieder lebendig gemacht. 1. Petr 3:18

Jesus hat einmal für Sünden gelitten. Es gibt kein anderes Opfer oder Sühneopfer mehr, das Gott gefallen könnte als das, was Jesus am Kreuz bereitstellte. Nicht einmal unser eigenes Leiden wird für unsere Sünden bezahlen. Der Preis wurde bereits bezahlt.

Gerechtigkeit im biblischen Sinne bedeutet, vor Gott bestehen zu können. Nun wissen wir, dass wir selbst nicht in dieser idealen Weise glauben, sondern immer wieder eigene Wege gehen und dabei auch Reinfälle erleben. Zum Glück für uns, vergibt uns Gott aber immer wieder, wenn wir falsche Wege als solche erkennen, von diesen umkehren und um Vergebung bitten. Wir sind hier wie Auszubildende, die nicht perfekt sind sondern Fehler machen. Wichtig ist es, dass wir bei Jesus in der Ausbildung bleiben – und wenn es der Herr schenkt, vielleicht auch Fortschritte machen dürfen – um am Ende aus Gnaden angenommen zu werden.

Gott, ich glaube, dass du hier und jetzt für mich gegenwärtig bist und dass du mich liebst. Gott, du kennst meine Schwächen besser als ich selbst. Hilf mir mit deinem Licht, diesen Tag zu überschauen. Ignatius von Loyola

In diesem Geist hatte er auch den in der Sünde gefangenen Geistern gepredigt. 1. Petr 3:19

1. Petr 3:20-21: Sinflut als Bild für die Taufe

Den Menschen, die zur Zeit Noahs ungehorsam waren. Damals wartete Gott geduldig auf ihre Umkehr, bis Noah die Arche fertig gebaut hatte. Doch nur acht Menschen wurden in der Arche durch das Wasser der Sintflut hindurch gerettet. 1. Petr 3:20

Das ist ein Bild für die Taufe, die jetzt euch rettet. Die Taufe dient ja nicht zur körperlichen Reinigung. Sie ist vielmehr Ausdruck einer Bitte an Gott um ein gutes Gewissen. Das alles ist nur möglich geworden, weil Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. 1. Petr 3:21

Das Wasser der Sintflut wusch Sünde und Bosheit weg und brachte eine neue Welt mit einem Neuanfang vor Gott. Das Wasser der Taufe tut dasselbe, indem es einen Übergang vom Alten zum Neuen ermöglicht.

1. Petr 3:22: Jesus im Himmel

Und nachdem er zum Himmel aufgestiegen war, nahm er den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite ein. Alle Engel, Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen. 1. Petr 3:22

Jesus ist in den Himmel gegangen , und es ist besser für uns, dass er dort ist. Spurgeon bezog dies darauf, wie der Hohepriester, der am Versöhnungstag für Israel diente, aus dem Volk verschwand und hinter den Schleier ging. Obwohl er nicht bei ihnen war, war er bei Gott, was besser für sie war. Der Hohepriester war ihnen innerhalb des Schleiers nützlicher als außerhalb; Er tat für sie im Verborgenen, was er in ihren Augen nicht erreichen konnte. Ich freue mich zu denken, dass mein Herr beim Vater ist. Manchmal komme ich nicht zu Gott, mein Zugang scheint durch meine Schwäche blockiert; aber er ist immer bei Gott, um für mich zu bitten.

Unsere Verbindung zu Jesus ist wie der kleine Junge mit seinem Drachen. Sein Drachen flog so hoch in den Himmel, dass er ihn nicht mehr sehen konnte. Jemand fragte ihn: „Woher weißt du, dass es noch da oben ist?“ Der Junge antwortete: „Ich kann fühlen, wie es zieht.“ Wir können Jesus nicht im Himmel thronen sehen, aber wir können sicherlich spüren, wie er uns zu sich zieht.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste