Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Erster Brief des Petrus: Kap. 2 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum ersten Brief des Petrus – Kap. 2

Der lebendige Stein (1. Petr 2,1-10)

1. Petr 2:1-2: Verlangen nach Gottes Wort

Legt also alle Bosheit von euch ab, alle Falschheit und Heuchelei, allen Neid und alle Verleumdungen! 1. Petr 2:1

Verlangt stattdessen wie Neugeborene nach der unverfälschten Milch des Wortes Gottes, damit ihr durch sie heranwachst und das Ziel, eure endgültige Rettung, erreicht. 1. Petr 2:2

Petrus hat gerade die Herrlichkeit und den ewigen Charakter des Wortes Gottes demonstriert. Deshalb sollten wir angesichts dessen, was Gottes Wort für uns ist, das Wort mit einem besonderen Herzen annehmen . Das Wort Verlangen ist stark. In der Septuaginta (einer altgriechischen Übersetzung des Alten Testaments) wird es für die tiefste Sehnsucht des Menschen nach Gott verwendet. Ein gesundes Neugeborenes hat ein instinktives Verlangen nach der Milch seiner Mutter. Wenn die Dinge in Ordnung sind, müssen Sie ihm nicht sagen, dass er die Milch will.

Die Milch des Wortes zu trinken heißt, immer wieder zu schmecken, wie er ist, denn im Hören der Worte des Herrn erleben die Gläubigen die Freude der persönlichen Gemeinschaft mit dem Herrn selbst.

Wenn wir von Gott empfangen und geschmeckt (persönlich erlebt) haben , dass der Herr gnädig ist , dann haben wir einen großen Grund und eine große Verantwortung, das Wort so begeistert anzunehmen, wie Babys ihre Milch erhalten.

Ihr habt ja schon erfahren, wie gütig der Herr ist. 1. Petr 2:3

1. Petr 2,4: Der verworfene Stein

Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein! Die Menschen haben ihn zwar als unbrauchbar weggeworfen, vor Gott aber ist er eine ausgesuchte Kostbarkeit. 1. Petr 2:4

Jesus wird zuerst der lebendige Stein genannt; dann werden wir lebende Steine ​​genannt . Wir leben, weil wir mit ihm verbunden sind, der die Quelle des Lebens ist. In Vereinigung mit ihm leben sie und verantworten das Ende ihrer Wiedergeburt; wie Steine ​​eines Gebäudes nichts nützen, sondern weil sie ihren richtigen Platz in einem Gebäude einnehmen und auf dem Fundament ruhen.

Jesus hätte ja der im Leiden noch gefeierte Christus sein können. Auf dem Leiden könnte ja noch die Bewunderung der Welt liegen, eigene Ehre und Würde tragen. Das Verworfenwerden nimmt dem Leiden jede Würde und Ehre, sind der zusammenfassende Ausdruck für das Kreuz Jesu, für seine unbegreifliche Liebe zu uns, zu dir! Genau das will die Passionsmystik: nicht das Betrachten der Leiden Christi für sich hat Wert, sondern allein das Nachspüren seiner Liebe zu uns, die in diesem Leiden zum Ausdruck kommt.

1. Petr 2,5: Wir als lebendige Steine

Und lasst euch selbst als lebendige Steine zu einem geistlichen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, die geistliche Opfer bringt. Durch Jesus Christus nimmt Gott solche Opfer gern an. 1. Petr 2:5

Als Nachfolger des Christus bilden wir zusammen einen lebendiges geistliches Haus mit Christus als Fundament und Eckstein und jedem einzelnen Christen als einem Stein. Wir leben in Gemeinschaft. Ein einzelner Stein ist ein Stein und nichts mehr. Erst viele Steine geben ein Haus. Und das Schönste. Kein Stein muss perfekt sein. Gott fügt alles in sein Bauwerk ein. Michael von Faulhaber dazu: Menschliche Schwachheit kann die Pläne der göttlichen Allmacht nicht umstoßen. Ein göttlicher Baumeister kann auch mit fallenden Steinen arbeiten.

Darum steht auch in der Schrift: Seht her, ich lege in Zion einen ausgesucht kostbaren Eckstein als Grund. Wer sich auf ihn verlässt, wird nicht zugrunde gehen..1. Petr 2:6

1. Petr 2:7: Kostbarer Stein

Für euch, die ihr glaubt, ist dieser Stein eine Kostbarkeit. Für die Ungläubigen aber gilt: „Gerade der Stein, der von den Bauleuten als unbrauchbar verworfen wurde, ist zum Eckstein geworden. 1. Petr 2:7

Als Charles Spurgeon 16 Jahre alt war, hielt er seine erste Predigt in einer Dorfhütte vor einer Handvoll armer Leute, und er entschied sich für seinen Text 1. Petrus 2:7 : Dem nun, die ihr glaubt, dass er kostbar ist .“ Spurgeon sagte, er hätte nicht gedacht, dass er über irgendeine andere Bibelstelle hätte predigen können, aber Christus war kostbar für meine Seele und ich war im Glanz meiner jugendlichen Liebe, und ich konnte nicht schweigen, wenn es um einen kostbaren Jesus ging.

Er ist ein Stein, an dem die Menschen sich stoßen, ein Felsblock, an dem sie zu Fall kommen. Weil sie dem Wort Gottes nicht gehorchen, stoßen sie sich an ihm. Doch dazu sind sie auch bestimmt. 1. Petr 2:8

1. Petr 2:9: Ausgewähltes Geschlecht

Aber ihr seid ein ausgewähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, das Gott selbst gehört. Er hat euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen, damit ihr verkündigt, wie unübertrefflich er ist. 1. Petr 2:9

Die Dinge, die einst ausschließlich Israel gehörten – ihre Erwählung (Auserwähltheit), ihr Priestertum und ihre Berufung – sind nun nicht mehr alleiniges Eigentum Israels. Diese sind jetzt das Eigentum jedes Christen, und wir haben sie in einem größeren und geistlichen Sinne

1. Petr 2,10: Barmherzigkeit Gottes

Früher wart ihr nicht sein Volk, aber jetzt seid ihr Gottes Volk, früher gab es für euch kein Erbarmen, aber jetzt habt ihr sein Erbarmen gefunden. 1. Petr 2:10

Die Botschaft von Petrus ist wunderbar: Du hast früher nicht dazugehört, aber jetzt gehörst du zu Gott und zu Gottes Volk.

Nichts ist dem Menschen so nötig wie die Barmherzigkeit Gottes. Das mag ich in dieser Woche fast aufdringlich wiederholen, aber eben nur darum, weil dies für mich und dich so wichtig ist. In einem Zeitgeist, wo wir uns immer häufiger am liebsten nur auf uns selbst verlassen und die Selbstverwirklichung ganz oben auf der Prioritätenliste steht, wird das „Nicht-Vergessen“ dieser göttlichen Barmherzigkeit immer wichtiger für unsere Seele. Aus tiefster Seele hoffen wir auf den Herrn ; er allein ist unsere Hilfe und der Schild, der uns schützt. (Ps 33:20)Der Barmherzigkeit Gottes muss ich mich öffnen bzw. ich kann sie auch ablehnen. Das ist nicht nur eine Theorie-Kopf-Entscheidung, sondern, lebensverändernd-allumfassend.

Christen im Staat (1. Petr 2,11-17)

1. Petr 2:11: Fremde in der Welt

Ihr wisst, liebe Geschwister, dass ihr in dieser Welt nur Ausländer und Fremde seid. Deshalb ermahne ich euch: Gebt den Leidenschaften eurer eigenen Natur nicht nach, denn sie kämpft gegen euch. 1. Petr 2:11

Wir können uns von fleischlichen Begierden nur enthalten, wenn wir als Fremde und Pilger leben leben, als diejenigen, die erkennen, dass diese Welt nicht ihr Zuhause ist und dass sie ein Zuhause und eine Bürgerschaft im Himmel haben. Ein Christ zu sein bedeutet, gegen die Begierden des Fleisches zu kämpfen, und der Kampf dauert an, solange wir in diesem Fleisch leben.

Euer Leben muss gerade unter Menschen, die Gott nicht kennen, einwandfrei sein. Wenn sie euch als Böse verleumden, sollen sie eure guten Taten sehen, damit sie zur Einsicht kommen und Gott preisen, wenn er einmal in ihr Leben eingreift. 1. Petr 2:12

Denn Gott will, dass ihr durch gute Taten das dumme Gerede unwissender Menschen zum Schweigen bringt. 1. Petr 2:15

1. Petr 2,16: Freie Menschen

Lebt als freie Menschen, die Sklaven Gottes sind, und missbraucht eure Freiheit nicht als Deckmantel für das Böse. 1. Petr 2:16

Was ist genug für mich? Wann habe ich genug gearbeitet, Länder besucht, Anerkennung bekommen u.a.? Wann ist es genug? Wo ist die Grenze? Wo ist mein Maß? Wenn ich innerlich spüre, dass ich nicht alles haben muss, entsteht ein Gespür für wahre Freiheit dafür, wann es für mich genug ist. Wer sagen kann „Ich habe genug“ der wird frei von dem Diktat des Immer mehr haben Müssens. Ganz tief leuchtet es plötzlich auf: Gott allein genügt. „Nach was also verlangst du voll Gier? Wenn du nach etwas anderem als dem Heiligen Geist verlangst, was wird dir genügen, wenn Gott dir nicht genügt?“ (Augustinus) Deine Freiheit beruht weniger auf der Kraft deiner Arme als auf der Mäßigung deines Herzens.

Begegnet allen mit Achtung, liebt die Gemeinschaft mit den Glaubensgeschwistern, fürchtet Gott, ehrt den König! 1. Petr 2:17

Abhängige Christen (1. Petr 2,18-25)

1. Petr 2,21: Seinen Fußstapfen folgen

Denn genau dazu seid ihr berufen worden. Auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Fußspuren folgt. 1. Petr 2:21

Er litt, aber nicht wegen eines Bösen, das er getan oder gesagt hatte . In Tat und Wort war er makellos, und doch war er Leiden ausgesetzt; erwarte das Gleiche, und wenn es kommt, ertrage es im gleichen Geist.

Nachfolge Jesu bedeutet Jesus nachzuahmen in seinem Denken, Empfinden und Handeln. Nachfolge Jesu bedeutet, sich seiner „königlichen Priesterschaft“ (1. Petr 2,9) bewusst zu werden und in diesem priesterlichen Dienst, dem Nächsten zu dienen in vielfältiger Form. Nachfolge Jesu bedeutet, die Seele des Nächsten zu hüten, d.h. auf sie Acht geben und ihr Gutes tun. Seelen, die so oft verwundet sind durch zwischenmenschliche Verletzungen, Streß, Krankheit, Tod u.v.m. Nachfolge Jesus bedeutet schließlich meine eigene Seele unter seinen Schutz zu stellen. Er allein vermag meine verletzte Seele zu heilen. Jesus ist der Hüter meiner Seele. Einer meiner Lieblings-Bibelverse:

Meine Seele, du bist Gottes fähig! Begnüge dich daher nicht mit weniger als mit Gott. Blicke auf zum Himmel, verliere ihn nicht um der Erde willen! Blicke auf zu Jesus. Lass dich ganz in ihn hinein fallen, so dass du von Herzen sagen kannst: Ich gehöre nicht mehr mir, ob ich lebe oder sterbe: ich gehöre meinem Heiland. Ich habe kein Ich und kein Mein mehr; mein Ich ist Jesus, mein Anteil ist, ihm zu gehören. Die Liebe Christi bewegt mein Herz, Jesus immer enger nachzufolgen, in seine Fußstapfen zu treten. Das ist ein frommes Leben. Im konkreten Leben bedeutet es nichts anderes, als die Liebe zu leben. Bleib treu und beharrlich bei deinem Vorhaben eines frommen Lebens!

Er hat keine Sünde begangen und kein unwahres Wort ist je über seine Lippen gekommen. 1. Petr 2:22

Er wurde beleidigt und schimpfte nicht zurück, er litt und drohte nicht mit Vergeltung, sondern überließ seine Sache dem, der gerecht richtet. 1. Petr 2:23

1. Petr 2,24: Durch seine Wunden geheilt

In seinem Körper hat er unsere Sünden auf das Holz hinaufgetragen, damit wir – für die Sünden gestorben – nun so leben, wie es vor Gott recht ist. Durch seine Striemen seid ihr heil geworden. 1. Petr 2:24

Petrus meinte eindeutig das Kreuz Jesu, als er den Baum (wörtlich Holz ) erwähnte. Jesus trug unsere Sünden in seinem eigenen Körper auf dem Holz – dem Holz des Kreuzes. Petrus hat es hier gesagt, um die Christen ständig an das große Werk Jesu am Kreuz zu erinnern und ihnen zu zeigen, dass, obwohl das Leiden Jesu viel bewirkt hat, ihr eigenes Leiden von Gott verwendet werden kann.

Wir sind den Sünden in dem Sinne gestorben, dass jetzt eine größere Leidenschaft unser Leben erfüllt – eine Leidenschaft für den Herrn Jesus Christus, die größer ist als unsere vorherige Leidenschaft für die Sünde

Du machst das Zeichen des Kreuzes, dann mache es recht. Mache es langsam, mit Bedacht. Dann umfasst es dein ganzes Wesen, Seele, Gedanken und Willen. Alles wird darin gestärkt und geweiht im Namen des dreieinigen Gottes. Es ist das Zeichen der Erlösung. Wir machen es vor dem Beten, damit Gedanken, Wille und Herz gesammelt werden. Wir machen es nach dem Gebet, damit in uns bleibe, was Gott uns geschenkt hat. Wir machen es in der Versuchung, dass er uns stärke und in der Gefahr, das er uns schütze. Wir machen es vor dem Aufstehen, den Tag in Gottes Hände legend und vor schwierigen Gesprächen mit Bitte um Lenkung. Gott segne dich und diesen Tag.

1. Petr 2,25: Hüter unserer Seelen

Denn ihr wart wie Schafe, die sich verlaufen haben. Jetzt aber seid ihr zu eurem Hirten, dem Hüter eurer Seelen zurückgekehrt. 1. Petrus 2:25

Die Seele ist unser kostbarstes Gut, aber sie ist unentwegt Gefahren ausgesetzt: familiärer oder beruflicher Streß, Versuchungen, Ablenkungen, der eigene Egoismus. Aus eigener Kraft können wir diesen Kräften nicht standhalten, dazu sind wir zu schwach. Dennoch können wir mit vollster Zuversicht in jeden neuen Tag starten, weil Jesus nicht einfach nur da ist, sondern auch meine und deine Seele hütet, sie beschützt und pflegt, wenn sie verletzt wird. Herr Jesus Christus, dir sei Dank. Jeden Tag lege ich neu meine Seele in deine Hände.

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste