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Brief an die Kolosser – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Brief an die Kolosser.

Das Leben mit Christus ist allem überlegen: Christus zu erkennen ist viel mehr wert und hat viel bessere Konsequenzen als alle Mysterien und Weisheiten dieser Welt.

Dank und Fürbitte für die Gemeinde (Kol 1,1-14)

Kol 1:2: Kraft der Liebe

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Kol 1:2

Dieser Brief – voller Liebe und Sorge, geschrieben an eine Gemeinde, die Paulus weder gegründet noch besucht hatte – zeigt die Kraft der christlichen Liebe. Paulus musste diese Christen nicht sehen, treffen oder direkt kennen, um sie zu lieben und sich um sie zu kümmern.

Kol 1,4: Glaube und Liebe

Wir haben von eurem Glauben an Jesus Christus gehört und davon, wie ihr allen Christen in Liebe verbunden seid. Kol 1:4

Das sind die zwei entscheidenden Seiten des christlichen Lebens: Treue zu Christus und die Liebe zu den Mitmenschen. Beides gehört zusammen. In der Nächstenliebe setzten wir letztlich unseren Glauben an Christus in die Tat um. Es geht darum, unser ganzes Tun, gerade das alltägliche in Beruf und Familie, mit Christus in Verbindung zu bringen, um ihn eben darin zu finden. In dieser Verbindung wird uns Christus nicht fragen, wie viel wir geleistet haben, sondern mit wie viel Liebe wir unsere Taten vollbracht haben.

Der Mensch ist so viel Mensch und so groß Mensch, als er liebt. Alfred Delp

Kol 1:10: Tun was Gott gefällt

Denn ihr sollt den Herrn mit eurem Leben ehren und ihn erfreuen mit allem, was ihr tut. Euer Leben wird dann als Frucht alle Art von guten Werken hervorbringen, und ihr werdet Gott immer besser verstehen. Kol 1:10

Herr, laß mich wissen, was ich wissen soll, lieben, was ich lieben soll; laß mich loben, was dir am meisten gefällt, schätzen, was in deinen Augen wertvoll ist, tadeln, was dein Auge beleidigt. Laß mich nicht nach dem äußeren Augenschein urteilen und nicht nach dem Hörensagen unerfahrener Menschen entscheiden” (Jes 11,3). Laß mich vielmehr in sachlicher Beurteilung das Sichtbare vom Geistigen unterscheiden und vor allem stets das Wohlgefallen deines Willens suchen. Nachfolge Christi

Ihr werdet auch die herrliche Kraft Gottes an euch erfahren, damit ihr alles geduldig und standhaft ertragen könnt. Kol 1:11

Kol 1:13: Hineinversetzt

Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe. Kol 1:13

Vor allem wollen wir uns das Gefühl der Freude und der Dankbarkeit zu eigen machen, dem er aufgrund der Tatsache entspringt, daß das Reich Christi, das »Los der Heiligen, die im Licht sind«, nicht etwas ist, das nur aus der Ferne gesehen wird, sondern daß es eine Wirklichkeit ist: wir sind berufen, an ihr Anteil zu haben, und durch das Erlösungswerk des Sohnes Gottes sind wir in sie »hineinversetzt« Benedikt XVI

Wir haben einen großartigen Herrn (Kol 1,15-23)

Kol 1,15: Christus als Ebenbild Gottes

Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Kol 1:15

Christus war immer schon bei Gott, also nicht nur vor seiner irdischen Existenz, sondern vor aller Schöpfung. Gott kann ohne ihn nicht gedacht werden. Auf diesen „präexistenten“ Christus zielt der Begriff „Bild des unsichtbaren Gottes.

Mit Vers 15 beginnt der an Tiefe und Schönheit beeindruckende feierliche Christushymnus (Vers 15-20). Im alten Testament offenbart sich Gott vor allem in einer Wolke oder im Feuer, bleibt jedoch unsichtbar. Christus ist gekommen, damit wir durch ihn diesen bislang unsichtbaren Gott kennen lernen, wie er ist. Jesus sagte“ Wer mich sieht, der sieht den Vater (Joh 14, 9). Jesus ist die Vergegenwärtigung Gottes selbst, in dem die ganze Liebe und das ganze Leben Gottes zu uns kommt, einst, heute und in alle Ewigkeit. Begreifen wir das Geschenk dieser Gnade!

Gott war unbegreiflich, unnahbar, unsichtbar und unvorstellbar. Er ist Mensch geworden, uns nahe gekommen in einer Krippe, damit wir ihn sehen und begreifen können. Bernhard von Clairvaux

Kol 1,16: Alles ist durch ihn geschaffen

Denn durch ihn ist alles, was es im Himmel und auf der Erde gibt, erschaffen worden: das Sichtbare und das Unsichtbare; Thronende und Herrschende; Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und für ihn geschaffen. Kol 1:16

Als solcher war er bei der Schöpfung dabei. Es gibt es nichts Geschaffenes, dessen Existenz ohne ihn zu denken ist. Das entscheidende Wort lautet daher „Alles“. Denn dass genau will ja der Kolosserbrief zeigen: Es gibt keinerlei Grund, irgendeine andere Macht in Betracht zu ziehen (Gestirne, Elemente etc.) außer Jesus Christus.

Der Hymnus betrachtet zuerst die Bedeutung von Christus in der Schöpfungsgeschichte. Der Titel Erstgeborener bedeutet nicht, dass Jesus das zuerst erschaffene Wesen ist, sondern betont die Vorrangstellung Christi vor der ganzen Schöpfung. Der Titel Erstgeborener bezeichnet Ihn als den, der die erhabenste Stellung inne hat. Wenn alle Dinge in Ihm und durch Ihn geschaffen wurden, so wurden sie auch für Ihn geschaffen. Christus ist nicht nur der, durch den alle Dinge geworden sind, sondern er ist es auch, der sie am Leben erhält. Das alles kannst du auf dich beziehen. Du wurdest von ihm auf ihn hin geschaffen! Sei dir dessen stets bewusst. Du bist ein Teil von Gottes Schöpfung. Lass Jesus dieses Stück Schöpfung – eben dich – gut und heil machen.

Er steht über allem und alles besteht durch ihn. Kol 1:17

Er ist auch das Haupt der Gemeinde, und die Gemeinde ist sein Leib. Er ist der Anfang, und er ist als Erster von den Toten zu einem unvergänglichen Leben auferstanden. In jeder Hinsicht sollte er der Erste sein. Kol 1:18

Kol 1,19: Christus der Erlöser

Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen und durch ihn alles mit sich versöhnen. Durch sein Blut am Kreuz schloss er Frieden mit allem, was es auf der Erde und im Himmel gibt. Kol 1:19‭-‬20

Als „Erstgeborener aus den Toten“ (so die wörtliche Übersetzung) ist Christus der, der eben als Erster von den Toten auferstanden ist, um zugleich allen anderen voranzugehen. Das Ziel ist die Aufhebung allen Getrenntseins von Gott (Versöhnung), zu der Gott selbst durch Christus führen will. Also auch zu dem, was als „ewige Leben“ bezeichnet wird, bedarf es nicht der Berücksichtigung anderer Mächte oder asketischer Übungen. In Christus ist die Fülle des Lebens enthalten, an der letztlich alle auf Gott Vertrauenden Anteil haben sollen.

Der Hymnus betrachtet nun die Bedeutung von Christus als Retter in der Erlösungsgeschichte. Dazu Gedanken von Bonhoeffer: Gott ist ein Gott des Tragens. Der Sohn Gottes trug unser Fleisch, er trug darum das Kreuz, er trug alle unsere Sünden und schuf durch sein Tragen Versöhnung. Die Gestalt des Jammers und des Schmerzes. So sieht der Weltversöhner aus. Die Schuld der Menschheit ist auf ihn gefallen. So teuer wird Gott die Versöhnung mit der Welt. Nur indem Gott an sich selbst das Gericht vollzieht, kann Friede werden zwischen ihm und der Welt und zwischen Mensch und Mensch. Das Geheimnis dieses Leidens und Sterbens ist die Liebe Gottes zum Menschen. Was Christus widerfuhr, das widerfuhr in ihm allen Menschen. In der Gestalt des Gekreuzigten erkennt und findet der Mensch sich selbst. Von Gott angenommen, im Kreuze gerichtet und versöhnt, das ist die Wirklichkeit der Menschheit: Gott hat Frieden gestiftet, als Jesus am Kreuz sein Blut vergoss.

Kol 1,27: Christus ist uns nahe

Dabei geht es um ein unbegreifliches Wunder, das Gott für alle Menschen auf dieser Erde bereithält. Ihr, die ihr zu Gott gehört, dürft dieses Geheimnis verstehen. Es lautet: Christus lebt in euch! Kol 1:27

Das ist der Kern des Christentums. Gott ist uns nahe, so nahe, dass er sogar in uns lebt. An keinen Ort müssen wir gehen, zu keiner Zeit müssen wir hier oder dort sein. Zu jeder Zeit und an jedem Ort können wir ihn anbeten, der in uns ist, können wir seine Hilfe erbitten, da er uns hört. Christus lebt in euch. Welch großes Geheimnis: Gott schenke euch tiefes Verstehen, damit ihr die ganze Größe seines Geheimnisses erkennt.

Kol 1,29: Bedeutung der Arbeit

Das ist das Ziel meiner Arbeit, dafür kämpfe ich, und dafür mühe ich mich ab. Christus, der mit seiner Macht in mir wirkt, schenkt mir die Kraft dazu. Kol 1:29

Wir sind dann reich, wenn wir in unserer Arbeit etwas gefunden haben, dem wir uns mit Leib und Seele widmen können und sie nicht nur teilnahms- und seelenlos ableisten. Unter vielem anderen gibt eben auch deine Arbeit deinem Leben Sinn. Und Christus gibt dir die Kraft dazu. Zugleich ist es unerläßlich, daß du dich von der Arbeit nicht versklaven läßt, daß du sie nicht zum Götzen macht, indem du meinst, in ihr den letzten und endgültigen Sinn deines Lebens zu finden. Arbeit ist gut und notwendig, aber wenn sie im Leben einen Platz einnimmt, für den sie nie gedacht war, dann wird etwas an sich Gutes zu unserem Feind, der an uns zehrt und uns verzehrt.

Christus genügt (Kol 2,1-23)

Kol 2:3: Weisheit und Erkenntnis

In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen. Kol 2:3

Das ist ein wichtiger Gedanke im Brief des Paulus an die Kolosser. Damit widerlegte Paulus einige der schlechten Lehren, die die kolossischen Christen beunruhigten. Sie wurden von Lehrern beeinflusst, die ihnen sagten, sie sollten die Schätze der Weisheit und des Wissens suchen , aber nicht in Jesus. Paulus schrieb: „Du wirst alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis nur in Jesus finden. Er hat sie alle. Es ist nicht falsch, nach Weisheit und Wissen zu streben ; aber wir müssen alles in Jesus suchen.

Kol 2:6: Wandelt mit Christus

Lebt nun auch so mit Jesus Christus, wie ihr ihn als Herrn angenommen habt! Kol 2:6

Das ist eine wunderbare Regel für das christliche Leben. Wir können im Fleisch nicht vollenden, was im Geist begonnen wurde; deshalb, so wie du Jesus angenommen hast, wandle in Ihm auf die gleiche Weise. Die einfachen Dinge des christlichen Lebens liefern beständigen und verlässlichen geistlichen Treibstoff für Wachstum.

Kol 2,7: In Christus verwurzelt

Seid in ihm verwurzelt, und gründet euch ganz auf ihn! Steht fest in dem Glauben, der euch gelehrt worden ist, und seid immer voller Dankbarkeit! Kol 2:7

Wie ein Baum in der Erde, so sollt ihr in Christus fest verwurzelt bleibe und nur er soll das Fundament eures Lebens sein. Kol 2:7

Bilder sind immer wieder beeindruckend. Einmal das Bild des Baumes (=Ich), der seine Wurzeln tief in den Boden versenkt (=Jesus). Der Baum bekommt über seine Wurzeln seine Nahrung, so soll auch der Christ allein durch Christus genährt werden, der allein die Quelle des Leben ist, der uns hilft, unser tägliches Kreuz zu tragen und Früchte zu bringen. Zum anderen das Bild des Hauses (=Ich) mit einem festen Fundament (=Jesus). Steht unser Haus auf diesem Fundament können uns die Stürme unseres Lebens und der Welt nichts anhaben, können wir unser Leben um seinetwillen verlieren, um es zu gewinnen. Oh Herr, du bist meine Wurzel, du bist mein Fundament. Gelobt seist du!

Die Verwurzelung ist vielleicht das wichtigste und meistverkannte menschliche Bedürfnis. Simone Weil

Kol 2,7: Voller Dankbarkeit

Seid immer voller Dankbarkeit! Kol 2:7

Das beste Heilmittel gegen den Neid ist der dankbare Blick auf das, was einem selbst geschenkt wurde. Wenn wir mit unseren eigenen Gaben Frieden schließen, werden wir uns nicht ärgern. In dem Herzen, das stets Dankbarkeit erweist, verbleibt die Gnade.“ (Isaak der Syrer). Dankbarkeit besänftigt die Gier nach Neuem und verringert Konsumbedürfnis und Reizhunger. Sie lässt einen für einen Moment innehalten und mit dem Erreichten zufrieden sein. Das bedeutet Entspannung.

Kol 2,9: Christus genügt

Denn in Christus allein wohnt die ganze Fülle des Göttlichen und durch die Verbindung mit ihm seid auch ihr mit diesem Leben erfüllt. Er ist der Herr über alle Herrscher und alle Mächte. Kol 2:9‭-‬10

Paulus erklärt, dass im Sohn die ganze Fülle der absoluten Gottheit wohnt; sie waren nicht nur Strahlen göttlicher Herrlichkeit, die ihn vergoldeten, seine Person für eine Zeit und mit einem Glanz erleuchteten, der nicht sein eigener war; aber Er war und ist ein absoluter und vollkommener Gott; und der Apostel verwendet Theotes , um diese wesentliche und persönliche Gottheit des Sohnes auszudrücken.

Das Thema des Briefes ist die Fülle in Christus. Es geht um das so wichtige „Christus genügt!“ und wie dieses Genügen unser Leben praktisch durchdringt. Der Vers Kol 2,9 ist letztlich der Grundgedanke, welcher den ganzen Brief durchzieht, so schon im ersten Vers: „Paulus, ein Apostel von Jesus Christus, durch Gott berufen“ (Kol 1:1). Gott beruft in seiner Gnade einen jeden von uns. In unserer Verantwortung liegt es, diese Berufung immer klarer zu erkennen in und durch unsere Beziehung zu Christus. Der Mensch ist nicht das, was er selbst aus sich macht, sondern das, wozu Gott ihn macht in und durch Christus

Kol 2:13: Vergebung der Schuld

Ihr wart ja auch tot in Schuld und eurer unbeschnittenen Natur. Doch nun hat Gott euch mit ihm lebendig gemacht und uns die ganze Schuld vergeben. Kol 2:13

Es ist wahr, dass er uns das Leben von den Toten gegeben hat? Er hat uns die Sünde vergeben; Er gab uns zugerechnete Gerechtigkeit. Das sind alles kostbare Dinge, aber Sie sehen, wir sind damit nicht zufrieden; wir haben Christus selbst empfangen. Der Sohn Gottes ist in uns ausgegossen worden, und wir haben ihn angenommen und uns angeeignet. Spurgeon

Kol 2,14: Die Vergebung annehmen

Gott hat den Schuldschein, der uns mit seinen Forderungen so schwer belastete, für ungültig erklärt. Ja, er hat ihn zusammen mit Jesus ans Kreuz genagelt und somit auf ewig vernichtet. Kol 2:14

Unser Stolz erschwert uns oft nicht nur dem Nächsten zu vergeben, sondern ebenso die Vergebung uns selbst gegenüber auszusprechen. Gerade fromme Menschen sind oft streng mit sich selbst und klagen sich bei Fehlschlägen heftig an. Bitte Gott um Vergebung, beichte deinen Fehlschlag in Reue und dann lass es gut sein. Ansonsten beleidigst du die Barmherzigkeit Gottes und zweifelst an ihr. Dabei leben wir in dieser Verheißung: „Keine der Sünden, die er früher begangen hat, wird ihm angerechnet.“ (Ez 33,16). Gottes größte Freude besteht im Vergeben. Herr, voll Vertrauen komme ich zu dir. Vergib mir und hilf mir, auch mir selbst vergeben zu können.

Ich glaube, wenn Gott uns vergibt, müssen wir uns auch selbst vergeben. Es nicht zu tun, bedeutet, sich selbst über Gott zu stellen. Clive Staples Lewis

Wie man als neuer Mensch lebt (Kol 3,1-17)

Kol 3:1: Sucht was droben ist

Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Kol 3:1

Paulus beginnt hier einen Abschnitt, in dem er sich auf das praktische christliche Leben konzentriert, mit dem klaren Verständnis, dass das praktische christliche Leben auf der Grundlage der theologischen Wahrheit aufgebaut ist. Weil wir wissen, dass Jesus wirklich von den Toten auferstanden ist, wird unsere Identifikation mit Ihm real. Nur weil wir mit Christus auferstanden sind, können wir die Dinge suchen, die oben sind.

Um es noch mehr zu betonen, fügte Paulus den Satz hinzu, der zur Rechten Gottes sitzt : Dieser Satz, besonders in seiner Anspielung auf Psalm 110 , lenkt die Aufmerksamkeit auf die souveräne Herrschaft, die Christus jetzt ausübt. Das Gebot, nach den Dingen des Himmels zu streben, ist ein Gebot, über die Art des Lebens Christi nachzudenken und darüber nachzudenken, und über die Tatsache, dass er jetzt als der Herr der Welt thront.

Kol 3,2: Gedanken ausrichten auf Gott

Richtet eure Gedanken auf Gottes unsichtbare Welt. Kol 3,2

Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. Kol 3:2

Der Gläubige soll die Dinge oben suchen. Das Wort „suchen“ kennzeichnet Streben, Verlangen und Leidenschaft. Um diese Dinge zu suchen, muss der Geist darauf gerichtet sein. Liebe himmlische Dinge ; studieren Sie sie; lasst eure Herzen ganz von ihnen eingenommen werden.

Im Kapitel 3 geht es um praktische Anweisungen, um Aufzählungen von Laster und Tugenden, die mich in ihrer Dichte und Konkretheit immer wieder beeindrucken. Die Laster könnt ihr ja selbst nachlesen. Hier allein, was sich in wenigen Versen an Tugenden findet. Wir sollen uns hinwenden zu:

herzliches Mitgefühl
– Güte
– Bescheidenheit
– Nachsicht üben
geduldig sein
– einander ertragen
– sich gegenseitig vergeben
– mit jedem freundlich reden
– Gutes und Hilfreiches sagen
– die richtigen Worte finden

Wenn wir über die Tugend sprechen, sprechen wir über Christus. Ambrosius

Inneren Frieden gewinnt der, wer sich nicht unnötig um alles kümmert, was andere sagen und tun. Inneren Frieden gewinnt der, der seine Gedanken immer wieder auf Gottes himmlische Welt ausrichtet. Der Christ hat in den himmlischen Dingen seine Ruhestätte, denn die irdische Welt vergeht. Ja, wir leben in dieser irdischen Welt und wir dürfen sie auch mit allen Sinnen und Gottes Geschenken darin genießen, aber wir sollten nicht zu sehr darin verhaftet sein. Schon morgen könnte unser Leben vorbei sein. Dann sind wir vergangen. Darum in der Welt leben, aber mit den Gedanken stets bei dem Allerhöchsten sein, nicht nachlässig im Gebet und verbunden mit Christus, dem Erlöser.

Manches, womit wir umgehen, liegt auf der Hand. Entscheidenderes liegt in unserem Inneren. Wohin wir schauen und wonach wir uns sehnen. Was uns bewegt, was uns anzieht, was uns abschreckt. Paulus, der, als er das schrieb, selbst in Haft saß, weiß gut, wie ausschlaggebend die innere Richtung für sein Leben ist, in allen äußeren Umständen und weit über sie hinaus. Für ihn ist das Wichtigste, in Christus zu sein, mit Christus zu sein, sich von ihm erfüllen zu lassen. Das ist die große Sehnsucht und Triebkraft seines Lebens. Es ist eine österliche Sehnsucht, ein österlicher Glaube an den lebendigen Christus, mögen die Tage hell sein oder dunkel, die Sicht weit oder eingeschränkt, wie bei Paulus ist seiner Haft. Das Osterlicht, das verborgene Leuchten des lebendigen Christus, mit dem wir glaubend und sehnend verbunden sind, durchdringt alles und geht darüber hinaus. Te Deum

Kol 3,3: Sterben und Leben

Ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Kol 3:3

Wo vom lebendigen Gott die Rede ist, steht immer dies Sterben dazwischen. Tod und Leben so auf einer Linie, das vermöchte man nur, wenn man mit Gottes eigenen Augen zu schauen vermöchte. Für uns Menschen sind die Unterschiede zwischen Tod und Leben ungeheuer groß, für Gott fallen sie in eins zusammen. Für Gott ist der Mensch nicht mehr und nicht weniger, nicht ferner und nicht näher, ob er lebt oder stirbt. Der Tod ist die Hölle und die Nacht und die Kälte, wenn ihn unser Glaube nicht verwandelt. Aber das ist ja das Wunderbare, daß wir den Tod verwandeln können. Bonhoeffer

Aus Raupen werden sie Schmetterlinge. Wir tun es ebenso, wenn wir geistliche Menschen sind. Wir geben unser menschliches Leben auf, um ein höheres Leben zu führen, ein Leben über uns selbst, indem wir dieses ganze neue Leben in Gott mit Jesus Christus verbergen, der es allein sieht, kennt und schenkt. Ihr lebt also nicht mehr in euch selbst und auch nicht innerhalb eurer natürlichen Lebensbedingungen. Eure Seele lebt nicht mehr nach ihrer eigenen Weise, sondern auf eine Weise, die sie übersteigt. Jesus Christus ist aber unsere Liebe und unsere Liebe ist das Leben unserer Seele. So ist unser Leben in Gott verborgen mit Jesus Christus.

Kol 3,8: Legt ab Zorn und Wut

Jetzt aber legt auch ihr das alles ab — Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, hässliche Redensarten aus eurem Mund. Kol 3:8

Jede dieser Sünden wird in erster Linie durch das begangen, was wir sagen. Wenn Paulus den Gläubigen zu einem tieferen Gehorsam aufruft, fordert er uns auf, unsere Zunge zu zügeln.

Beim ersten Gefühl des Zorns, der Ungeduld und der Entrüstung des Herzens sogleich sanft seine Kräfte vor unserem Herrn sammeln. Wenn man eine Erregung oder einen Groll fühlt, sich an Gott wenden und ihn durch eine einfache Ablenkung um Hilfe bitten. Wenn man eine Handlung im Zorn oder aus Ungeduld begangen hat, den Fehler gutmachen durch einen Akt der Sanftmut, den man sogleich der betreffenden Person gegenüber macht. Franz von Sales

Lügt einander nicht an, da ihr ja den alten Menschen ausgezogen habt mit seinen Handlungen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis, nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat. Kol 3:9‭-‬10

Kol 3,12: So zieht nun an

So zieht nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut. Kol 3:12

Der neue Mensch ist von Gott auserwählt. Das bedeutet, dass Gott den Christen auserwählt hat und ihn dazu auserwählt hat, etwas Besonderes in Seinem Plan zu sein. „ Auserwählt “ ist ein Wort, das manchem Angst macht, aber es sollte sowohl als Trost als auch als zu erfüllendes Schicksal verstanden werden.

Jede der in diesem Abschnitt erwähnten Eigenschaften drückt sich in Beziehungen aus. Ein wesentlicher Maßstab unseres christlichen Lebens liegt einfach darin, wie wir Menschen behandeln und wie gut unsere Beziehungen zu ihnen sind.

Sich angewöhnen, zu sprechen und alle seine kleinen und großen Handlungen auf möglichst sanfte Weise zu verrichten. Ein freundliches Gesicht wahren, wenn man antwortet und bereitwillig alles tun, was man uns aufträgt. Sich in unserer Unterhaltung freundlich, leutselig und herzlich zeigen. Jeden freundlich empfangen, ihm helfen und ihn zufriedenstellen, sowohl durch unsere Haltung wie durch unsere Antworten. Nie irgendwie Unwillen zeigen, was man auch tut oder über uns sagt. Franz von Sales

Kol 3,13: Einander vergeben

Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn jemand euch Unrecht getan hat. Denn auch Christus hat euch vergeben. Kol 3:13

Jede Vergebung muss damit beginnen, dass man sich der Wahrheit stellt, d.h. man fasst ganz klar das zu Vergebende ins Auge und benennt auch den Schmerz dazu. Die weitere Fähigkeit zu vergeben beruht letztlich auf der Erkenntnis unserer gemeinsamen Menschlichkeit und auf dem Eingeständnis, dass wir einander, weil wir menschlich sind, unvermeidlich verletzen und voneinander verletzt werden. Nur wenn wir die Vergebung unserer Sünden durch Jesus annehmen, können wir auch anderen vergeben. Das gehört zutiefst zusammen. Nicht vergeben zu können ist wohl einer der mächtigsten Gegenspieler der vollkommenen Freude!

Viele Male tragen wir ein Verzeichnis der Dinge mit uns herum, die uns angetan wurden. Das macht uns bitter und diese Bitterkeit lassen wir dann bei irgendeiner Gelegenheit wieder heraus. Ein Teufelskreis. Es gibt kein menschliches Zusammenleben ohne Verzeihung. Denn ob wir wollen oder nicht, immer wieder werden wir einander verletzen. Die Bereitschaft zur Vergebung betrifft nicht an erster Stelle Menschen, mit denen wir wenig zu tun haben, sondern die Allernächsten, denen wir am meisten unser Herz geöffnet und die uns tief verletzt haben: Dem Ehepartner, den Kinder, Eltern, Schwiegereltern, Nachbarn etc.

Das eine ist es, jemanden zu vergeben. Das andere ist, jemanden um Vergebung zu bitten. Das empfinden viele als bitter, weil wir uns vor Demütigung fürchten. Wie schwer fällt es uns, aus ganzem Herzen um Vergebung zu bitten! Da gehen wir bildhaft gesprochen in die Knie. Das ist oft schwerer als selbst zu vergeben. Mein Schlüsselerlebnis war folgendes: Streit mit einer Mitarbeiterin. Ein Jahr nicht miteinander gesprochen. Dann die Überwindung: Ich bat um Vergebung. Sie vergab mir und gestand auch ein, selbst nicht ganz unschuldig gewesen zu sein. Damals habe ich mir geschworen: Das passiert mir nie wieder! Wenn es Streit gibt, gehe ich spätestens am nächsten Morgen wieder auf den anderen zu.

Vergebung ist die Macht, welche die Ketten der Bitterkeit und die Fesseln der Selbstsucht zerbricht. Corrie ten Boom

Wenn wir über eine Sünde, nachdem wir Vergebung erfahren haben, noch lange grübeln, rauben wir Jesus und uns selbst viel Freude. Corrie ten Boom

Kol 3,14: Die Tugend der Liebe

Über dies alles aber [zieht] die Liebe [an], die das Band der Vollkommenheit ist. Kol 3:14

Wichtiger als alles andere ist die Liebe. Wenn ihr sie habt, wird euch nichts fehlen. Sie ist das Band, das euch verbindet. Kol 3:14

Liebe ist die Zusammenfassung aller Dinge, die in diesem Abschnitt beschrieben werden. Liebe erfüllt perfekt, was Gott von uns in Beziehungen verlangt.

Unsere guten Taten kommen aus dem Glauben, der in der Liebe wirksam ist. Große Liebe vermag kleine Dinge in große umzuwandeln und nur Liebe allein verleiht unseren Taten Wert. Liebe gründet dabei nicht unbedingt immer auf Empfindungen, sondern auf Taten. Es ist ein Willensakt, ein Schenken. Lieben können wir dabei nur dadurch, dass wir selbst Geliebte und Beschenkte sind. Jesus hat gespürt, dass er unsere Liebe wecken muss, indem er uns seine Liebe vor Augen stellt, und das nicht nur einen Tag lang, sondern tagtäglich. Deshalb hat er sich dafür entschieden, in unserer Mitte zu wohnen.

Liebe ist die alles überragende Tugend. Jerry Bridges

Kol 3,15: Frieden im Herzen

Der Friede des Christus regiere in euren Herzen. Kol 3:15

Das Leben ist wechselhaft. Mal ist Sonnenschein, mal Regen, mal geht´s uns gut, mal werden wir von unserem Stimmungen hingerissen. Sich vom Frieden des Christus regieren zu lassen, bedeutet zu versuchen, diese Wechselhaftigkeit mit einem gewissen gelassenen Lächeln zu betrachten mit der Erkenntnis, dass in dieser Welt hier nichts Bestand hat. Darum sollen wir das Wort des Christus reichlich in uns wohnen lassen (Kol 3,16), nur für ihn und durch ihn zu leben, so kommt der Frieden in unser Herz. Und es gibt nichts in der Welt, das so wertvoll wäre wie der Herzensfrieden. Oh Herr, hilf uns, in deinem Frieden zu verharren und uns von weltlichen Dingen nicht beunruhigen zu lassen

Kol 3,15: Seid dankbar

Seid dankbar! Kol 3:15

Jeden Morgen bekommen wir einen neuen Tag geschenkt. Indem wir aufwachen, die Augen öffnen, wurde uns dieses Geschenk bereits zu eigen. Nehmen wir es dankbar von Gott entgegen! Ich bin nicht dankbar, weil ich glücklich bin. Sondern ich bin glücklich, weil ich dankbar bin. Die Dankbarkeit verwandelt unser Gefühl. Wenn es dir nicht so gut geht, suche etwas, wofür du dankbar sein kannst. Wir können immer etwas finden, wofür wir dankbar sein können. Daher ist es eine gute Übung, in dieser Woche die Dankbarkeit einzuüben. Auch das ist Gebet: die Wertschätzung unserer Lebenszeit. Man könnte auch sagen unserer Lebenstage, oder unserer Lebensmorgenzeit. Also danken wir Gott für diesen neuen Tag, der ganz offen vor uns liegt, wie ein unbeschriebenes Blatt. Danken wir ihm, dass wir es beschreiben dürfen.

Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen in aller Weisheit; lehrt und ermahnt einander und singt mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern dem Herrn lieblich in eurem Herzen. Kol 3:16

Kol 3,17: Alles im Namen des Herrn tun

Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kol 3:17

Der neue Mensch lebt sein ganzes Leben lang für Jesus. Er wird nur danach trachten, die Dinge zu tun, die er im Namen des Herrn Jesus tun kann , und er wird in der Schwierigkeit, solche Dinge zu tun, beharrlich bleiben, da er weiß, dass er sie im Namen des Herrn Jesus tut .

Gott, du willst nicht, dass ich meine Arbeit aufgebe und mich aus den Verpflichtungen dieser Welt löse, um nur an dich zu denken. Ich soll dich vielmehr in meinen Arbeiten suchen. Ihr müsst diese Betätigungen heiligen, in dem ihr in ihnen Gott sucht. Deshalb will ich mein ganzes Tun mit dir in Verbindung bringen, um dich darin zu finden; in Glaube, Vertrauen und Liebe und in dem Verlangen, von deiner erbarmenden Liebe Zeugnis zu geben. Nichts entspricht dem Evangelium mehr, als auf der einen Seite bei Gott Kraft für die eigene Seele zu sammeln und dann hinzugehen und das Leid der anderen mitzutragen. Wir sind berufen, die Güte Gottes sichtbar werden zu lassen. Vinzenz von Paul

Jede kleine Unternehmung ist ein gewaltiges Ereignis, in dem uns das Paradies geschenkt wird oder in dem wir selbst das Paradies verschenken können. Was immer wir zu tun haben: einen Besen oder eine Füllfeder in der Hand haben, reden oder schweigen, etwas flicken oder einen Vortrag halten, einen Kranken pflegen oder auf einer Schreibmaschine schreiben: All das ist nur die Rinde einer herrlichen Realität, die Begegnung der Seele mit Gott, die sich in jeder Minute erneuert, in jeder Minute an Gnade zunimmt, immer schöner wird für ihren Gott. Madeleine Delbrêl

Jeder Augenblick, der vor uns liegt, kehrt nicht mehr zurück. Wenn er gut gelebt wird, kann er für die Ewigkeit zählen. Jeder Moment liegt in unserer Hand, aber wir vergessen es oft.

Neues Leben in der Familie (Kol 3,18-25)

Kol 3:19: Liebt eure Frauen

Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie! Kol 3:19

Agapao bedeutet nicht Zuneigung oder romantische Bindung; es bezeichnet vielmehr fürsorgliche Liebe, eine bewusste Geisteshaltung, die sich um das Wohl des Geliebten kümmert. Es ist eine sich selbst hingebende Liebe, die gibt, ohne eine Gegenleistung zu verlangen oder zu erwarten.

Kol 3:21: Kinder ermutigen

Ihr Väter, provoziert eure Kinder nicht, sonst verlieren sie den Mut! Kol 3:21

Bei den meisten Erziehungsproblemen geben die Eltern dem Kind die Schuld. Es ist einfach, weil das Problem normalerweise am offensichtlichsten im schlechten Verhalten des Kindes ist. Aber Paulus erinnert uns weise daran, dass das schlechte Benehmen tatsächlich von den Eltern provoziert werden kann. Wenn dies der Fall ist, rechtfertigt dies nicht das schlechte Verhalten des Kindes, aber es kann einen Teil seiner Ursache erklären. Den Eltern wird geboten, alles zu tun, um ihre Kinder nicht zu provozieren.

Kinder, die mit Eltern aufwachsen, die sie provozieren, werden entmutigt . Sie werden die Liebe und Unterstützung ihrer Eltern nicht so spüren, wie sie sollten, und sie werden glauben, dass die ganze Welt gegen sie ist, weil sie das Gefühl haben, dass ihre Eltern gegen sie sind. Das erinnert uns daran, wie wichtig es ist, unsere Erziehung mit viel Anmut zu würzen. Vielleicht sollten wir mit unseren Kindern so gnädig, sanftmütig, vergebend und langmütig sein wie Gott mit uns.

Und alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als für den Herrn und nicht für Menschen. Kol 3:23

Ihr dient Christus, dem Herrn! Kol 3:24

Wie man beten und reden soll (Kol 4,1-6)

Kol 4,2: Aspekte des Gebets

Verharrt im Gebet und wacht darin mit Danksagung und betet zugleich auch für uns. Kol 4,2

Ein wundervoller Vers, in dem uns gleich vier Aspekte des Gebets nahe gelegt werden. Erstens veharren wir im Gebet, wenn wir nicht nur unser mündlich gesprochenes Gebet als solches verstehen, sondern letztlich unser ganzes Leben zum Gebet wird. Zweitens wachen wir im Gebet, indem wir kontemplativ auch in den Mühlen des Alltags immer wachsam sind und verbunden bleiben mit Gott, von der Zerstreutheit unserer Gedanken uns wieder im zukehren. Das alles geschieht drittens in Danksagung. Welch Segen ist ein Leben, dass wir in der Danksagung leben. Viertens sollen wir für andere beten. Das fürbittende Gebet gehört in die Seele eines jeden Christen. Oh Herr hilf uns, dass unser Gebet zum Leben wird und unser Leben zum Gebet.

Das Hören vollzieht sich im Gebet. Die christliche Sache lebt und stirbt mit dem Gebet, das Gebet ist das Herz christlichen Lebens. Das Gebet ist so elementar unersetzlich wichtig für unser Leben. Durch das Gebet zieht es den großen Gott in das kleine Herz. Die Kraft des Menschen ist das Gebet, das sich Gott anvertraut. So bringt das Gebet zwei Liebende zusammen: Gott und die Seele. In dieser Zusammenkunft werden wir fähig sein Wort zu hören, dass dann wiederum in der tätigen Liebe wirksam wird. So wird Gebet zum Leben und das Leben selbst zum Gebet.

Betet! Der Mensch ist von Gott nie weiter entfernt als ein Gebet. Beten macht das Herz weit, bis es so groß ist, dass es Gottes Geschenk, nämlich ihn selbst, in sich aufnehmen kann. Das Gebet bewirkt, dass Wunder geschehen. Sogar in unserer modernen Welt! Um beten zu können, müssen wir lernen zu schweigen. Im Schweigen sehen wir alles in einem neuen Licht. Gott ist der Freund der Stille. Je mehr wir im stillen Gebet bleiben, desto mehr können wir in unserem aktiven Leben geben. Bete zu Gott wie ein kleines Kind. Es kann seine Gefühle in einfachen Worten ausdrücken, die so viel sagen. Das ist der Beginn des Gebetes: Zu wissen, dass Gott mich liebt, dass ich für größere Dinge geschaffen bin. (Teresa von Kalkutta)

Vergesst auch nicht, für uns zu beten, dass Gott uns eine Tür öffnet und wir die Botschaft vom Geheimnis des Messias weiter bekannt machen dürfen, für die ich auch im Gefängnis bin! Kol 4:3

Kol 4:5: Gelebtes Christentum

Seid weise im Umgang mit Menschen von draußen und nutzt die Gelegenheiten, die Gott euch gibt! Kol 4:5

Das christliche Leben wird nicht nur in der Gebetskammer gelebt. Es muss auch ein praktisches, gelebtes Christentum geben, das den Außenstehenden gegenüber weise lebt. Wie wir sprechen, hat viel damit zu tun, also müssen wir unsere Rede immer mit Anmut halten.

Kol 4:6: Freundliche Worte

Eure Worte seien immer freundlich und angenehm gewürzt! Ihr sollt wissen, wie ihr jedem Einzelnen antworten müsst! Kol 4:6

Sie müssen sich bemühen, die Gabe angenehmer und weiser Gespräche zu pflegen, damit sie in der Lage sind, angemessen mit jedem Einzelnen (mit seinen besonderen Bedürfnissen), mit dem sie in Kontakt kommen, zu sprechen.

Kolosser 4:2-6 zeigt, dass Gott sich sowohl um unser persönliches Gebetsleben als auch um unsere Interaktion mit der Welt kümmert. Er kümmert sich sowohl um die Gebetskammer als auch um die öffentliche Straße, und er möchte, dass wir uns auch um beide kümmern

Grüße und Segenswünsche (Kol 4,7-18)

Kol 4,17: Deinen Dienst erfüllen

Erfüll den Dienst, den dir der Herr gegeben hat, treu und gewissenhaft! Kol 4:17

Der Herr gibt einem jeden von uns einen Dienst auf dieser Erde, eine Aufgabe, die für jeden höchst individuell ist. Der Herr hat dir einen Dienst gegeben! Mache dir das immer wieder bewusst und schaue achtsam auf dein Leben, wo dich Gott hingestellt hat und zu welchem Zweck. Es kommt dabei nicht auf große und spektakuläre Aktionen an. Die großen Gelegenheiten, Gott zu dienen, sind selten: kleine gibt es immer. Es kommt hier darauf an, dass du treu deine Aufgabe erfüllst. Herr, ich will mein ganzes Leben in deinen Dienst stellen, sprich du mit mir und sage mir, was ich als Nächstes tun soll.

Wer alles auf den Dienst Gottes richtet, für den ist alles Gebet. Ignatius von Loyola

Kol 4:18: Abschlussgruss

Hier mein Gruß an euch mit eigener Hand. Denkt an meine Fesseln! Gottes Gnade sei mit euch! Kol 4:18

In diesem einfachen Satz steckt viel Emotion, Trauer und Stärke. Paul kannte nicht nur die Enge und Einsamkeit des Gefangenen; er hatte auch die Ungewissheit, nicht zu wissen, ob sein Fall vor Caesars Gericht mit seiner Hinrichtung enden würde.

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste