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Johannes Evangelium – Kapitel 21

Joh 21,1-14: Jesus erscheint sieben Jüngern

Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Joh 21,4

Ein Bild: Christus ist die aufgehende Sonne. „Als es schon Morgen wurde…“ – Stell dir einen Sonnenaufgang vor. Er beginnt mit der Dämmerung. Es ist schon etwas hell, aber die Sonne ist noch nicht sichtbar. Vereinzelt kommt ein Strahl nach dem anderen hinter dem Bergrücken hervor. Es ist ein Moment des Wartens. Das ganze Alte Testament kann mit diesem Warten und den aufeinanderfolgenden Strahlen verglichen werden. Mit der Auferstehung hat Jesus viele Prophezeiungen des Alten Testaments erfüllt. Nun ist die Sonne voll und ganz sichtbar. Nun ist es alles erleuchtet und von Licht erfüllt. Jesus ist das Licht der Welt. So wie die Sonne für alle scheint, so will auch Jesus für alle Licht sein und jedes Herz zum Leuchten bringen. Lass dich von der Wärme seiner Strahlen berühren! Benedikt Mohr

Jetzt sagte der Jünger, den Jesus sehr lieb hatte, zu Petrus: Das ist der Herr! Johannes 21:7

Es ist der Herr! Diese Erfahrung des Auferstandenen, dieses Ereignis seiner Gegenwart ist das Entscheidende, bis zum heutigen Tag. Was heißt das? Auch in meiner persönlichen Erfolgs- und Hoffnungslosigkeit, in mancher Frustration oder Lebensangst steht Jesus am Ufer meines Lebens. Darauf darf ich wirklich vertrauen. Davon darf ich selbst auch Zeugnis geben in der mir angemessenen Form und Weise.

Es ist schon unglaublich, dass Petrus nach drei Jahren des „Mit-Jesus-Unterwegs-Seins“ seinen Meister nicht erkennt. Natürlich gab es eine gewisse Distanz zum Ufer, aber trotzdem kann man einen guten Freund auch von der Ferne ausmachen, oder? Auch uns geht es oft wie Petrus. Oft erkennen wir den Herrn in unserem Leben nicht. Auch wir brauchen die Hilfe von Mitmenschen, um Jesus zu erkennen. Dass Petrus durch einen anderen Jünger den Herrn erkennt, zeigt uns, dass Gott weiß, wie er zu uns sprechen muss, damit wir ihn in unserem Leben wahrnehmen können. Benedikt Mohr

Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz auf das Land, voll großer Fische, 153; und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht. Joh 21:11‭

Auch heute ist es der Kirche und den Nachfolgern der Apostel aufgetragen, ins hohe Meer der Geschichte hinauszufahren und die Netze auszuwerfen, um Menschen für das Evangelium – für Gott, für Christus, für das wahre Leben – zu gewinnen. Die Väter haben auch diesem Vorgang eine ganz eigene Auslegung geschenkt. Sie sagen: Für den Fisch, der für das Wasser geschaffen ist, ist es tödlich, aus dem Meer geholt zu werden. Er wird seinem Lebenselement entrissen, um dem Menschen zur Nahrung zu dienen. Aber beim Auftrag der Menschenfischer ist es umgekehrt. Wir Menschen leben entfremdet, in den salzigen Wassern des Leidens und des Todes; in einem Meer des Dunkels ohne Licht. Das Netz des Evangeliums zieht uns aus den Wassern des Todes heraus und bringt uns ans helle Licht Gottes, zum wirklichen Leben. In der Tat – darum geht es beim Auftrag des Menschenfischers in der Nachfolge Christi, die Menschen aus dem Salzmeer all unserer Entfremdungen ans Land des Lebens, zum Licht Gottes zu bringen. In der Tat: Dazu sind wir da, den Menschen Gott zu zeigen. Und erst wo Gott gesehen wird, beginnt das Leben richtig. Erst wo wir dem lebendigen Gott in Christus begegnen, lernen wir, was Leben ist. Benedikt XVI

Ach, lieber Herr, nun ist es doch zerrissen, möchten wir klagend sagen. Aber nein – klagen wir nicht! Freuen wir uns über die Verheißung, die nicht trügt und tun wir das Unsrige, auf der Spur der Verheißung zu gehen, der Einheit entgegen. Erinnern wir bittend und bettelnd den Herrn daran: Ja, Herr, gedenke deiner Zusage. Laß einen Hirten und eine Herde sein. Laß dein Netz nicht zerreißen, und hilf uns Diener der Einheit zu sein! Benedikt XVI

Joh 21,15-23: Jesus fragt nach der Liebe

Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe! Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer! Joh 21:15

Weide meine Schafe, sagt Christus zu Petrus, sagt er nun zu mir. Weiden heißt lieben, und lieben heißt auch, bereit sein zu leiden. Und lieben heißt: den Schafen das wahrhaft Gute zu geben, die Nahrung von Gottes Wahrheit, von Gottes Wort, die Nahrung seiner Gegenwart, die er uns in den heiligen Sakramenten schenkt. Benedikt XVI

Herr, du weißt doch, dass ich dich lieb habe. Joh 21:16

Betet, und sei es auch widerwillig. Der Wille zählt und wird belohnt, nicht das Gefühl. Das Gebet ist ein mächtiges Werkzeug, ein Schlüssel, der das Herz Gottes öffnet. Der Herr verlässt uns nie, wenn wir ihn nur nicht verlassen, aber es kann sein, dass er uns zuweilen seine spürbare Nähe verbirgt. Das ist eine vorübergehende Prüfung, die aufhört, sobald der Herr es will. Verlasst euch nie auf euch selbst, wenn der Sturm wütet: legt all euer Vertrauen in das Herz unseres süßen Jesus. Pater Pio

Joh 21,24-25: Schlusswort