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Johannes Evangelium – Kapitel 16

Joh 16,5-15: Über den Heiligen Geist

Joh 16,16-33: Über das Beten in seinem Namen

Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen; und ihr werdet trauern, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. Joh 16:20

Ich werde durch den Tröster zu euch kommen. Ich werde euch aus eurer Niedergeschlagenheit herausholen und euch durch Gedanken des Lebens und des himmlischen Friedens wiederaufrichten, auch durch sanfte Tränen, die ihr während der Tage eurer Prüfung nicht geweint habt. Ich nähre euch mit meiner Gnade, wie eine Mutter ihr weinendes Kind stillt. Ich werde euch, die ihr vom Kampf erschöpft seid, durch die Kraft von oben stärken. Euch, die ihr mit Bitterkeit bedeckt wart, werde ich mit Sanftmut und Milde erfüllen. Ich komme euch besuchen und euer Herz wird sich über diesen heimlichen Besuch freuen. Euer Kummer wird sich in Freude verwandeln, und niemand wird euch eure Freude nehmen können. Johannes von Karpathos

Es wird so sein wie bei einer Frau, die ein Kind bekommt: Sie macht Schweres durch, doch sobald ihr Kind geboren ist, sind Angst und Schmerzen vergessen. Sie ist nur noch glücklich darüber, dass ihr Kind zur Welt gekommen ist. Joh 16:21

Leben geben und Freude. Wir täuschen uns sehr, wenn wir meinen, nur das allein mache uns glücklich und zufrieden: wenn es uns gutgeht und wir keine Probleme haben. Oft kann man zum Beispiel den Satz hören: Das Wichtigste ist die Gesundheit. Doch Jesus lehrt uns, dass ich Freude dann erfahre, wenn ich diene, liebe und mich anderen hingebe. Freude ist eine Konsequenz des sich Schenkens und kann nicht erreicht werden, wenn ich nur danach suche, glücklich zu sein und im Zentrum zu stehen. Annika Bauer

Unser Heiland vergleicht die nach Vollkommenheit strebende Seele mit einer gebärenden Frau. Wenn aber tatsächlich eine gebärende Frau zwei oder mehrere Kinder gleichzeitig und zwar beide Gemeinsam zur Welt bringen wollte, könnte sie dies nicht tun, ohne zu sterben. Die Kinder müssen eines nach dem anderen zur Welt kommen. Lassen Sie daher auch die Kinder Ihrer Seele, das sind die Wünsche nach dem Dienst Gottes, einen nach dem anderen ans Licht treten und Sie werden eine große Erleichterung verspüren. Franz von Sales

Bittet, so werdet ihr empfangen, damit eure Freude völlig wird! Joh 16:24

Bedenkt, meine Kinder, der Schatz eines Christen liegt nicht auf Erden, er ist im Himmel. Dorthin müssen wir unsere Gedanken richten, wo unser Schatz ist. Der Mensch hat eine schöne Aufgabe, nämlich zu beten und zu lieben. Lasst uns deshalb beten und lieben! Darin besteht die menschliche Seligkeit auf Erden. Das Gebet ist nichts anderes, als sich mit Gott vereinen. Wenn unser Herz rein und mit Gott verbunden ist, fühlen wir in uns eine süße, berauschende Labung und ein blendendes Licht. In dieser innigen Gemeinschaft sind Gott und die Seele wie zwei zusammengeschmolzene Wachsstücke, die man nicht mehr trennen kann. Diese Vereinigung Gottes mit seinem kleinen Geschöpf ist etwas Wunderbares – ein unbegreiflich großes Glück. Wir hatten es verdient, nicht mehr beten zu können, aber Gott hat uns in seiner Güte erlaubt, mit ihm zu sprechen. Unser Gebet ist der Weihrauch, den er mit größtem Wohlgefallen annimmt. Meine Kinder, klein ist euer Herz, doch das Gebet macht es groß und fähig, Gott zu lieben. Das Gebet ist ein Vorgeschmack des Himmels, ein Labsal aus dem Paradies. Niemals lässt es uns ohne Trost. Wie Honig ist es, der in die Seele fließt und alles versüßt. Im guten Gebet schmilzt das Leid wie der Schnee in der Sonne. Pfarrer von Ars

In der Welt werdet ihr hart bedrängt, aber lasst euch nicht entmutigen: Ich habe diese Welt besiegt. Joh 16:33

In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt. Joh 16,33

Mag auch der Weg steinig und mühsam sein: Wir wollen leichtfüßig einherschreiten, eine mutige Seele zeigen, Hindernisse überwinden, von einem Pfad zum andern, von einem Hügel zum nächsten gehen, bis wir schließlich den Berg des Herrn erklimmen, wo wir uns am heiligen Ort seiner Ruhe niederlassen. Auf die Nachlässigkeit, die vielleicht heute herrscht, wird morgen edler Mut folgen; jetzt sind wir in Traurigkeit versunken, und dann erheben wir wieder das Haupt und finden zur Freude zurück; in diesem Moment erheben sich Leidenschaften, bald aber kommt uns Gott zu Hilfe, die Leidenschaften schwinden und es kehrt wieder Ruhe ein. Man wird dich nämlich morgen nicht so sehen, wie du gestern und vorgestern warst, und du bleibst nicht immer der gleiche, mein Lieber. Denn die Gnade Gottes wird sich dir nahen, der Herr wird für dich kämpfen, und vielleicht wirst du dann, wie der große Antonius, fragen: „Wo bist du denn bloß gewesen?!“ Und er wird dir antworten: „Ich wollte sehen, wie du kämpfst“. Lasst uns durchhalten, Kinder, meine Kinder; lasst uns geduldig sein. Wer erhält den Siegeskranz, ohne gekämpft zu haben? Wer wird die Früchte des Lebens ernten, ohne Tugenden in seine Seele gepflanzt zu haben? Pflegt sie, bereitet mit größter Sorgfalt das Erdreich vor, nehmt die Mühe auf euch, schwitzt, Kinder, Arbeiter Gottes, Nachahmer der Engel, Mitstreiter körperloser Wesen, Lichter für jene, die in der Welt sind. Theodor von Studion

Dazu ein Bild aus der Natur: Um unter Wasser leben zu können, nimmt die Wasserspinne eine Luftblase mit hinunter, aus der sie Sauerstoff bezieht. Um in der Welt leben zu können, nehmen wir eine lebensnotwendige Luftblase mit geistlichem Sauerstoff mit, die uns schützt und Leben spendet. Die Luftblase hilft uns Dinge immer wieder neu in uns zu korrigieren und ihnen nicht die übergroße Wichtigkeit zukommen lassen.

Beten heißt: in der Luft Gottes atmen. Friedrich von Bodelschwingh