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Johannes Evangelium – Kapitel 12

Joh 12,1-11: Salbung Jesu in Bethanien

Mt 26,6-13; Mk 14,3-9

Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihren Haaren. Joh 12,3

Joh 12,12-19: Einzug in Jerusalem

Mt 21,1-11; Mk 11,1-11; Lk 19,28-44

Hosianna! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Joh 12:13

Dies sind Worte aus Psalm 118, 25. Diese waren zur damaligen Zeit schon ein Messiasruf. Jesus wird also als Messias anerkannt, der die Gegenwart Gottes bringt, nicht nur damals, sondern auch heute ist in ihm das Reich Gottes anwesend. Das allein erfüllt unser Leben!!! Dieses Reich ist allerdings nicht von dieser Welt. Beim Evangelisten Johannes ist es sehr interessant, was Jesus direkt nach dem Einzug in Jerusalem sagt, da hier Kernmerkmale seines Reiches benannt werden.

Jesus ist zum Eckstein des Lebens geworden. Deshalb nimmt es nicht Wunder, daß wir ihn mit Hosianna willkommen heißen. Johannes Paul II

Der Herr billigt es, dass die Kinder Hosanna dem Sohne Davids singen. Er will also, dass wir Ihn preisen. Es genügt Ihm nicht, dass wir Ihm danken, Ihn um Verzeihung, um Gnade bitten: die drei Worte: „Danke, Verzeihung, Herr, hilf!“ sind zwar unerlässlich und müssen uns allezeit im Herzen und auf den Lippen sein; sie genügen indessen nicht, um so zu beten, wie wir beten sollen. Wir sollen ihn auch loben. Loben heißt, seine Bewunderung und damit seine Liebe ausdrücken; denn die Liebe ist unzertrennlich mit einer großen Bewunderung verbunden. Gott loben heißt, sich zu seinen Füßen in Worten der Bewunderung und Liebe verströmen, heißt, Ihm in allen Formen immer wieder sagen, dass Er unendlich vollkommen, unendlich liebenswert ist, dass Er unendlich geliebt wird, dass seine Schönheit ebenso grenzenlos ist wie unsere liebende Bewunderung. Charles de Foucauld

Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf dem Füllen einer Eselin. Joh 12:15

Jesus ist mein König: der Einzug auf einem Esel unterstreicht Jesus königlichen Anspruch, ein Königtum, das ganz anders ist: bescheiden und demütig. Jesus Weg führt ans Kreuz: Der Esel ist ein Lasttier. Jesu Weg ist ein schwerer Weg. Glauben bewahrt nicht vor Problemen, auch nicht vor Leid! Dennoch: Wer seine Last mit Jesus trägt, wird spüren, dass er zugleich Kraft zum Tragen schenkt. Jesus kommt zum Menschen durch mich: Lass mich dein Esel sein, Christus, auf dem du zu all diesen Menschen kommst. Bischof Helder Camâra

Jesus du bist der immerfort Kommende. Ziehe ein in das Innerste meiner Seele. Laß mich auch dein Esel sein, durch denn du zum Nächsten kommst. Hilf mir zu lieben! Mein Leben ist ganz durch dich und so breite ich es vor dir meinem König aus. Aus Liebe hast du das Kreuz auf dich genommen. Oh unaussprechliche Liebe Gottes!

Joh 12,20-36: Rede vom Weizenkorn

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht. Joh 12:24

Jesus Reich geht durch das Kreuz hindurch. Weil Jesus sich ganz gibt bis ans Kreuz, kann er als Auferstandener allen gehören und allen gegenwärtig werden. „Freut euch, denn ihr seid Gott in seiner unendlichen Barmherzigkeit näher als ein Kind im Herzen seiner Mutter.“ (Faustina). Dieses Dasein Gottes in Jesus ist die Frucht des gestorbenen Weizenkorns. Diese Frucht des Kreuzes reicht bis ans Ende der Welt und aller Zeiten. Diese Frucht des Kreuzes brachte seine Liebe hervor.

Durch das Kreuz sind wir in einer einzigen Herde versammelt und für die ewige Wohnstatt bestimmt. Abt Theodor Studites

Wer aber sein Leben in dieser Welt loslässt, wird es für alle Ewigkeit gewinnen. Joh 12:25

Dies ist sein zweites Wort direkt nach dem Einzug in Jerusalem. Wer sein Leben für sich haben möchte, nur sich selber lebt, gerade der verliert das Leben. Es wird öde und leer. Nur im Loslassen seiner selbst, nur in der Freigabe des Ich für das Du, nur im Ja zum größeren Leben Gottes wird auch unser Leben weit und groß. So ist dieses Grundprinzip seines Reiches letztlich identisch mit der Liebe. Denn Liebe heißt sich loslassen, sich geben, nicht sich selber wollen, sondern frei werden von sich: nicht auf sich selber zurückschauen, was aus mir wird, sondern vorwärts schauen, auf den anderen, auf Gott hin und auf die Menschen, die er mir schickt.

Dazu ein Spruch von den Wüstenvätern: Wenn du ein Gerät, ein Messer, eine Hacke oder irgendetwas anderes hast und du merkst, dass dein Denken sich daran klammert, wirf es weit von dir weg, damit du dein Denken lehrst, sich an nichts zu klammern als allein an Christus. (Apophthegmata). Es ist ein hin und her. Wir stehen immer in der Gefahr, uns an etwas anderem fest zu halten als an Gott (Beruf, Beziehungen, Materielles etc.). Prüfe stets, an was du dein Herz und deine Gedanken bindest. Verurteile dich nicht, wenn’s passiert, denn es passiert, sondern sehe es als Einladung, dich wieder neu und ganz allein an Christus zu klammern, an sonst nichts.

An Gott mich klammern, das ist meine Kraft. Augustinus

Mein Kind, übergib Mir deine Freuden und Leiden, deine Beschäftigungen und Sorgen, deine Erfolge und Mißerfolge. Leg alles in Mein Herz. Du mußt dich von allem freimachen, um in Meine Liebe einzutreten, die den ganzen Raum einnehmen will. Mein ganz Kleiner, du sollst das Wesentliche nicht zugunsten des Zweitrangigen aufgeben. Das Wesentliche ist die innige Vertrautheit, in der wir miteinander leben; zweitrangig ist alles, was außerhalb der innigen Beziehung steht, die Ich mit dir habe und die du mit Mir, deinem Gott, hast.

Wer mir dienen will, der soll mir nachfolgen. Wo ich bin, soll er auch sein. Und wer mir dient, den wird mein Vater ehren. Joh 12:26

Es geht in der Nachfolge um eine innere Verwandlung der Existenz. Es geht darum, daß ich nicht mehr in mein Ich eingeschlossen bin und meine Selbstverwirklichung als meinen hauptsächlichen Lebensinhalt annehme. Es geht darum, daß ich mich frei gebe an einen anderen hin für die Wahrheit, für die Liebe, für Gott, der mir in Jesus Christus vorausgeht und den Weg zeigt. Es geht um die Wahl, nur für mich selber zu leben oder mich wegzugeben an das Größere hin.

Verleihe mir einen Geist, der dich erkennt, ein Herz, das dich liebt, eine Seele, die an dich denkt, ein Tun, das dich verherrlicht, Ohren, die dich hören, Augen, die dich sehen, eine Zunge, die dich preist. Benedikt

Ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Joh 12:32

Durch seine Auferstehung überschreitet Jesus die Grenzen von Raum und Zeit. Sein Reich ist universal. Als gestorbenes und auferstandenes Weizenkorn wird Jesus ganz neu über die Grenze des Augenblicks hinaus zu allen in der Welt kommen, umfassend und zeitlos zu allen. Ob wir von Christus wissen oder nicht, er ist da, ganz nah bei jedem von uns in seiner Liebe in unserer Seele. Welch Gnade, in der wir leben dürfen. Welch Liebe, nach der wir streben. Oh Herr, ziehe immerfort ein in das Innerste meiner Seele.

In der Himmelfahrt nimmt Jesus sein Menschsein und somit auch uns mit. In seinem Tod und der Auferstehung zieht er alle an sich. Er ist dadurch der Weg zum Vater, der ewige Mittler. Dazu ein Text von Therese von Lisieux, wo sie das Bild des Aufzugs aufgreift, der zu ihrer Zeit gerade erfunden worden ist:

Ich wollte ein Mittel finden, um durch einen kleinen Weg in den Himmel zu gelangen, ein Weg, der sehr gerade ist, sehr kurz und ganz neu. Wir leben in einem Zeitalter der Erfindungen. Ich wollte einen Aufzug finden, der mich zu Jesus emporhebt, denn ich bin zu klein, um die steile Treppe der Perfektion zu erklimmen. Der Aufzug, der mich in den Himmel hinauftragen muss, sind Deine Arme, o Jesus! Therese von Lisieux

Joh 12,37-43: Meisten Menschen glauben nicht

Joh 12,44-50: Jesus fasst Botschaft zusammen