Anmeldung ->
Anmeldung ->

Inhaltsverzeichnis

Offenbarung – Auslegungen

Offenbarung – Kapitel 1

Offb. 1,1: Vorwort

Offenbarung Jesu Christi, welche Gott ihm gegeben hat. Offb 1:1

Das griechische Wort Apokalypse bedeutet Enthüllung oder Offenbarung. Es geht primär nicht um die Schilderung von Katastrophen, sondern um die Erklärung, welches Ziel Gott mit der Menschheit hat.

Selig, wer liest und die da hören die Worte der Weissagung. Offb 1:3

Offb. 1,4: Gnade und Friede von Gott

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt. Offb 1:4

Gott nimmt den Menschen ohne Vorleistung annimmt. Der himmlische Vater möchte, dass wir ein erfülltes und glückliches Leben führen können. Darum schenkt er die Zusage seiner Nähe. Wenn wir das erkennen, dann wird der Friede Gottes spürbar. Friede ist ein Zustand der inneren Sicherheit. Nichts kann uns aus der Hand Gottes reißen. Wir müssen nicht allein kämpfen, sondern können aus dieser Geborgenheit Kraft schöpfen. Als der der da ist und der da war und der da kommt überblickt er die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft. Seid daher stark, fest, standhaft, unwandelbar; und bleibt so, damit nichts euch vom himmlischen Bräutigam trenne.

Offb. 1,5-6: Die Liebe Jesus Christus

Ihm, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut […] Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit ! Amen. Offb 1:5-6

Jesus hat nicht einfach nur geliebt, er ist die Liebe selbst, sein innerster Wesenskern ist die Liebe. Das Herz des christlichen Glaubens ist das Pascha-Mysterium Jesu, das sein Leiden und Sterben, seine Auferstehung und seine Verherrlichung umfasst. Als Nachfolger Christi leben wir für ihn, der uns liebt, was sich auf unser ganzes Leben und Tun, auf unsere Gedanken und unsere Seele auswirkt. Seine Liebe verändert uns!

Einer ist für alle gestorben, einer, der an Wert alle überragte, damit die Lebenden nicht mehr für sich lebten, sondern für den, der für sie gestorben und auferweckt worden. Kyrill von Alexandria

Offb. 1,6: Wir werden ihn sehen

Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen. Offb 1:7

Jetzt ist er unsichtbar und wir müssen vertrauen, dass es ihn gibt. Warum beweist sich Jesus heute nicht durch seine Gegenwart? Dann wären sofort alle Zweifel über seine Existenz beseitigt. Würden wir nicht alle viel leichter an ihn glauben können? Aber würden wir ihm dann auch wirklich vertrauen und ihn lieben? Sicher ist, dass wir glauben müssten, ob wir wollten oder nicht. Doch das Wesen des Vertrauens besteht darin, die Wahl zu haben. Jeder soll sich ohne Druck und Zwang entscheiden können, ob er sein Leben mit oder ohne Gott verbringen will. Gottes Wesen ist Liebe, deshalb wird er immer den freien Willen des Menschen respektieren.

Offb. 1,8: Ich bin

Ich bin das A und das O , der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige. Offb 1:8

Die Ich-bin-Worte knüpfen an Exodus 3,14 an, wo Gott von sich sagt, dass er der ewige und unveränderliche Gott ist, nämlich mit den Worten:  Ich bin, der ich bin. In Offb. 1,17 sagt nun der auferstandene und erhöhte Christus: Ich bin der Erste und der Letzte. Damit verkündigt er seine Göttlichkeit. Bezogen auf die wichtigsten Fragen des Lebens ist Gott das „A und O“. Er ist die Antwort auf die Frage, woher wir kommen und wohin wir gehen. Er stellt sich als Gott vor, der da ist, war und kommt. Er ist, das bedeutet, dass er existiert und wahrnimmt, was in dieser Welt geschieht. Gott war schon immer, er wurde nicht. Der Blick in die Bibel zeigt, wie Gott in der Vergangenheit wirkte. Die Offenbarung zeigt, dass unsere Zukunft sicher in seiner Hand liegt.

Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte! Offb 1:11

Offb. 1,13: Herrlichkeit Christi (A) 

Mitten zwischen ihnen stand einer, der wie ein Mensch aussah. Offb 1:13

Diese Ausdrucksweise spielt auf seine Menschwerdung an. Das Wort wurde Fleisch.

Er hatte ein langes Gewand an, und um die Brust trug er einen goldenen Gürtel. Offb 1:13

Er ist bekleidet wie ein Priester des Alten Testaments. Christus ist der ewige Hohepriester.

Seine Haare waren so hell wie reine Wolle, ja, weiß wie Schnee. Seine Augen leuchteten wie die Flammen eines Feuers, Offenbarung 1:14

Seine hellen Haare bedeuten seine Reinheit. Seine flammenden Augen weisen auf seine Allwissenheit hin.

Die Füße glänzten wie glühende Bronze im Schmelzofen, und seine Stimme dröhnte wie das Tosen einer mächtigen Brandung. Offenbarung 1:15

Die wie Bronze glänzenden Füße bedeuten seine Stärke und Allgegenwart. Seine dröhnende Stimme übertönt alles zum Trost seiner Nachfolger.

Offb. 1,16: Herrlichkeit Christi (B)

In seiner rechten Hand hielt er sieben Sterne. Offb 1:16

Die rechte Hand steht für die göttgliche Schaffenskraft.

Aus seinem Mund kam ein scharfes, doppelschneidiges Schwert. Offb 1:16

Jesus hat Augen wie Feuer und es kommt ein scharfes Schwert aus seinem Mund. Das ist ein Hinweis, dass er als Richter gerecht urteilen wird.

Sein Gesicht leuchtete strahlend hell wie die Sonne. Offb 1:16

Dies aber nun meint die Lichtherrlichkeit Christi. Er ist das Licht der Welt.

Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebende und ich war tot, und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen! Offb 1:17-18

Offb. 1,18: Herr über Leben und Tod

Ich habe die Schlüssel des Totenreiches und des Todes. Offb 1:18

Waren auch die Foltern hinreichend zu töten, so hätte der Tod doch nie in das Leben desjenigen eintreten können, der die Schlüssel des Lebens und des Todes in Händen hatte, wenn nicht die göttliche Liebe, die diese Schlüssel gebraucht, dem Tod die Tore geöffnet hätte, damit er über den göttlichen Leib herfallen und ihm das Leben rauben könne. Aus eigener freier Wahl starb er und nicht durch die Macht des Bösen. Schließlich starb so dieser göttliche Liebhaber in den Flammen der Liebe wegen der unendlichen Liebe, die er zu uns trug und durch die Kraft und Gewalt dieser Liebe. Das heißt also, daß er in der Liebe, durch die Liebe, für die Liebe und aus Liebe starb.

Niemand nimmt mir mein Leben, ich gebe es freiwillig. Ich habe die Macht und die Freiheit, es zu geben und zu nehmen. Das ist der Auftrag, den ich von meinem Vater bekommen habe. Joh 10:18

Offenbarung – Kapitel 2

Offb. 2,2: Der Herr kennt uns

Ich kenne deine Werke und deine Arbeit und dein Ausharren. Offb. 2,2

Der Herr kennt uns in unseren Beweggründen bis ins Innerste, und alle unsere Werke liegen wie ein offenes Buch vor Ihm. Wie kostbar ist es für unsere Herzen, dass der Herr, ganz anders als wir es getan hätten, zuerst das erwähnt, was Grund zur Anerkennung und zum Lob gibt! Ihm entgeht nichts, weder das auf der einen, noch das auf der anderen Seite. Er lobt stets das Gute und legt den Finger auf das Böse.

Offb. 2,4: Die erste Liebe

Ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen has. Offb 2,4

Welcher Schmerz für den Herrn! Einem Ehemann, der seine Frau von Herzen lieb hat, schmerzt es, wenn er sehen muss, dass ihr Herz nicht mehr für ihn schlägt. Wie viel mehr muss unser Herr dies empfinden, der so unendlich viel an uns getan und uns um einen so hohen Preis erkauft hat! Es kann ihn niemals befriedigen, wenn die Seinen der äußeren Form nach auch alles tun, was von ihnen erwartet wird, aber ihre Herzen für ihn kalt geworden sind, wenn es nicht um seinetwillen und wirklich für ihn geschieht.
Die erste Liebe ist nicht zeitlich zu verstehen. Dieser Ausdruck bedeutet vielmehr die höchste, die vornehmste Liebe. Dieser sollen wir nachstreben, denn sie ist es, die der Herr begehrt.

Offb. 2,5: Die ersten Werke tun

Gedenke nun, wovon du gefallen bist, und tu Buße und tu die ersten Werke. Offb 2,5

Wie zart und weise ermahnt der Herr die Epheser, was sie zu tun haben, um das rechte Gleis wieder zu finden! Sie sollen sich des Anfangs erinnern, des herrlichen Zustands damals, als Paulus die Epheser zum Herrn führte. Wie innig war die Liebe, wie groß die Zuneigung zum Herrn! In ernster Buße und Beugung mussten sie wieder mit der Hilfe des Herrn zu jenem Zustand der ersten Liebe zurückkehren. Dieses Gedenken, dieses Prüfen, dieses sorgfältige Vergleichen mit dem Anfang vor allem in Bezug auf den Zustand der Herzen, haben auch wir bitter nötig und sollte unsere ständige Übung sein.

Offb. 2,7: Baum des Lebens

Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt! Dem, der überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der in dem Paradies Gottes ist. Offb 2,7

Dieser Geist allein ist der wahre, unbedingt sichere Lehrer der göttlichen Wahrheit. Hören wir auf ihn, so gilt uns eine Verheißung: Der Baum des Lebens ist niemand anders als unser Herr Jesus Christus selbst, und das Essen von diesem Baum ist die Glückseligkeit der innigen Gemeinschaft mit ihm, der höchste Genuss für uns, den der Herr selbst so sehnsüchtig sucht. Diesen Genuss können wir aber nur erlangen, wenn Christus unsere Herzen ganz und allein erfüllt und wir bereit sind, alles, auch unser eigenes Ich, um seinetwillen zu verleugnen. Gott möchte, dass wir zu jenen gehören, die begeistert sind von ihm und bereit nach seinen Geboten zu leben. Nur wenn der Glaube aus Liebe gelebt wird, kann er als echter Glaube bezeichnet werden.

Offb. 2,8: Der Erste und der Letzte

Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und lebendig geworden ist. Offb 2:8

Jesus stellt sich als der Erste und Letzte vor, der tot war und wieder lebendig geworden ist. Er ist der Schöpfer aller Dinge und Geschöpfe. Er ist der Herr über alles. Der Herr weiß und beachtet alles, was uns passiert, und lenkt es mit seiner Hand, so dass es trotz allem zu unserem Besten dienen wird. Damit will er sagen, dass er den Christen in den größten Schwierigkeiten beisteht. Selbst wenn sie sterben müssten, hat Jesus letztlich eine Lösung. Er, der Herr über Leben und Tod, wird die Gläubigen bei seiner Wiederkunft auferwecken.

Offb. 2,9: Arm und doch Reich

Ich kenne deine Werke und deine Drangsal und deine Armut. Du bist aber reich! Offb 2:9

Schmerz ist ein Teil des Lebens, aber es ist nie leicht zu leiden, was auch immer die Ursache sein mag. Die Gemeinde von Smyrna leidet, wird verfolgt und kann ihren Glauben nicht frei ausleben. Sie ist bedrängt und scheinbar arm, aber in den Augen Gottes ist sie reich. Jesus lobte die Gemeinde in Smyrna für ihren Glauben mitten im Leid. Dann ermutigte er die Christen, sich nicht vor der Zukunft zu fürchten, solange sie treu blieben. Wenn Sie eine schwierige Zeit durchmachen, lassen Sie sich dadurch nicht von Gott abbringen, sondern zu noch größerer Treue anspornen.

Offb. 2,10: Treue zu Gott

Fürchte nichts von dem, was du erleiden wirst! […] Sei getreu bis in den Tod, so werde ich dir die Krone des Lebens geben! Offb 2:10

Deshalb müssen wir unsere ganze Hoffnung auf Gott setzen. Er wird das Werk unserer Heiligung, das er begonnen, auch vollenden. Man darf doch nicht denken, daß derjenige, der zu dem Gelähmten sprach: Gehe hin und sündige fortan nicht mehr, ihm dann nicht auch die Hilfe gegeben, das meiden zu können, was er ihm zu wollen verboten hat. Gewiß würde Gott die Gläubigen nie mahnen auszuharren, wenn er nicht auch bereit wäre, jedem dazu das Können zu schenken. Die Ermutigung beinhaltet letztlich dem Leid nicht ängstlich zu begegnen. Gott will mitten im Leid Hoffnung geben. Er weiß, dass wir Angst haben, aber er will uns helfen, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem wird kein Leid geschehen von dem zweiten Tod. Offb 2:11

Offb. 2,12: Zweischneidiges Schwert

Das sagt, der das scharfe zweischneidige Schwert hat: Offb 2:12

Jesus will damit andeuten, dass Er alles genau bis ins Innerste unterscheidet, nicht nur was aus dem Herzen ausgeht, sondern auch dessen geheimste Wurzeln und Untergründe, alle Gedanken und Gesinnungen. Er erkennt sehr wohl, wie die Herzen nicht mehr ungeteilt Ihm gehören. Er Ist Retter und Richter.

Offb. 2,13: Festhalten an Jesus Namen

Ich kenne deine Werke und weiß, wo du wohnst: da, wo der Thron des Satans ist, und dass du an meinem Namen festhältst und den Glauben an mich nicht verleugnet hast. Offb 2:13

Du wohnst, wo der Thron Satans ist! Obwohl der Herr den Widersacher am Kreuz besiegt und ihm die Todeswaffe entrissen hat, ist Satan doch immer noch der Fürst dieser Welt. Noch ist er eifrig beschäftigt, die Angehörigen des Herrn zu schädigen, wie und wo er nur kann, sie auf alle Weise irrezuführen und zum Straucheln zu bringen.

Offb. 2,17: Manna, Stein und Name

Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna zu essen geben und ich werde ihm einen weißen Stein geben und auf dem Stein geschrieben einen neuen Namen, den niemand kennt außer dem, der ihn empfängt. Offb 2:17‭‬

Das Manna bezieht sich auf die geistliche Nahrung, welche die treuen Gläubigen erhalten werden. Als die Israeliten in der Wüste unterwegs waren, versorgte Gott sie mit Manna vom Himmel als physische Nahrung. Jesus als Brot des Lebens gibt uns geistliche Nahrung, die unseren tiefsten Hunger stillt.

Einen weißen Stein. Im alten Griechenland wurde bei einer Urteilsfällung über Schuld und Unschuld durch Einlegen eines weißen Steines in eine Urne für Unschuld und eines schwarzen für Schuld gestimmt. So will Gott der Herr dem, der überwindet und sich von diesen Dingen rein hält, seine Rechtfertigung deutlich offenbar machen.

Einen neuen Namen, den nur der Empfänger kennt und versteht. Das wird der wahre Name seines neuen, aus Gott geborenen Ichs sein, der zugleich das ganze Wesen des Trägers zum Ausdruck bringt. Dem neuen wiedergeborenen Menschen gibt Gott einen Namen, seinem Wesen entsprechend und zwar nicht nur nach seiner Natur an und für sich, sondern er soll auch alle besonderen Beziehungen Gottes zu einem jeden einzelnen, die persönliche Freude, die der Herr an ihm hat, zum Ausdruck bringen.

Offb. 2,19: Der Herr kennt uns

Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und deinen Glauben und dein standhaftes Ausharren, und ich weiß, dass deine letzten Werke mehr sind als die ersten. Offb 2:19

Diese Worte zeigen, wie genau der Herr die Seinen beobachtet. Selbst die feinsten Regungen des Herzens sind Ihm bekannt. Die Christen in Thyatira wurden dafür gelobt, dass sie immer mehr Gutes taten. Wir sollten uns nicht nur dadurch ermutigen lassen, dass wir uns zum Gottesdienst versammeln oder dass Menschen in unserer Gemeinde ihr Leben Christus anvertrauen. Wir sollen uns auch bemühen, in der Liebe, im Glauben und im Dienen zu wachsen. Da wir in kritischen Zeiten leben, müssen wir unsere Tage weise und treu nutzen.

Offb. 2,21: Falsche Lehren nicht dulden

Ich gab ihr Zeit, Buße zu tun von ihrer Unzucht, und sie hat nicht Buße getan. Offb 2:21

Die Gemeinde von Thyatira ist sehr engagiert und bemüht. Gute Werke wie Liebe, Glaube, Dienst und Geduld werden von Jesus anerkannt. Doch er verurteilt, dass Thyatira Isebel duldet. Der Name steht für die Frau des israelitischen Königs Ahab. Sie lebte um 850 v. Chr., verfolgte die Propheten Gottes und führte den Baalskult in Israel ein. Isebel steht für eine Gruppe in der Gemeinde Thyatira, durch die sich falsche Lehren und Götzendienst etablierten. Isebel war nicht zur Buße bereit. Buße bedeutet, seinen Sinn zu ändern und sich von der Sünde mit ihren katastrophalen Folgen abzuwenden, um sich Gott und dem ewigen Leben zuzuwenden. Aus Barmherzigkeit hat Gott uns Zeit gegeben, uns für seine Nachfolge zu entscheiden. Nur unser Starrsinn steht ihm im Weg

Alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht. Und ich werde jedem Einzelnen von euch geben nach seinen Werken. Offb 2:23

Offb. 2,28: Morgenstern

Ich werde ihm den Morgenstern geben. Offb 2:28

Ein Morgenstern erscheint kurz vor Tagesanbruch, wenn die Nacht am kältesten und am dunkelsten ist. Wenn die Welt ihren düstersten Punkt erreicht hat, wird Christus auf dem Schauplatz erscheinen, das Böse mit seinem Licht der Wahrheit aufdecken und die versprochene Belohnung mitbringen.

Offenbarung – Kapitel 3

Offb. 3,1: Lebendig und doch tot

Das sagt der, dem die sieben Geister Gottes dienen und der die sieben Sterne in seiner Hand hält. Ich weiß alles, was du tust. Du giltst als lebendige Gemeinde, aber in Wirklichkeit bist du tot. Offb 3:1

Einem Offizier sprang beim Appell ein Knopf von der Uniformjacke. Sofort erteilte er den Befehl: Schneider, vortreten! Mehrere Männer traten aus der Reihe. Der Offizier befahl dem Erstbesten, den Knopf an seiner Jacke wieder anzunähen. Darauf erwiderte dieser: Ich heiße Schneider, bin aber keiner. Doch jemand, der Schneider heißt, aber kein Schneider war, konnte der Offizier natürlich nicht gebrauchen. Mit dem Christsein ist es ähnlich. Viele Menschen sagen von sich, dass sie Christen sind. Aber in Wahrheit sind sie keine, sie heißen nur so. Wer ist denn ein Christ im Sinn der Bibel? Das ist jemand, der Jesus Christus als persönlichen Retter und Herrn angenommen hat. Wer das getan und nicht nur einen christlichen „Anstrich“ hat, der wird brauchbar für Gott und seinen Dienst. Gerrid Setzer

Wach auf und stärke, was bei euch noch lebendig ist, bevor auch das noch stirbt. Denn ich sehe, dass deine Taten vor Gott nicht bestehen können. Offb 3:2

Offb. 3,3: Besinnung und Rückkehr

Hast du denn ganz vergessen, wie du Gottes Botschaft gehört und aufgenommen hast? Besinn dich wieder darauf und kehr um zu Gott. Wenn du nicht wach wirst, werde ich plötzlich da sein, unerwartet wie ein Dieb. Und du wirst nicht wissen, wann ich komme. Offb 3:3

Die Gemeinde in Sardes wurde ermahnt, der christlichen Wahrheit zu gehorchen, die jeder bei seiner Bekehrung zu Jesus gehört hatte, und zu diesen Grundlagen des Glaubens sollten sie zurückzukehren. Es ist wichtig, in unserer Erkenntnis des Herrn zu wachsen und unser Verständnis durch sorgfältiges Studium zu vertiefen. Aber selbst wenn wir noch so viel lernen, dürfen wir nie die grundlegende Wahrheit über Jesus aufgeben. Jesus wird immer der Sohn Gottes sein und sein Opfer für unsere Sünden bleibt bestehen. Keine neue Offenbarung von Gott wird diesen grundlegenden biblischen Lehren je widersprechen.

Offb. 3,4: Weiße Kleider

Aber auch bei euch in Sardes sind einige, denen der Schmutz dieser Welt nichts anhaben konnte. Sie werden immer bei mir sein und weiße Kleider tragen. Denn sie sind es wert. Offb 3:4

Das weiße Kleid ist ein Symbol der Vergebung und Gerechtigkeit vor Gott. Unser Kleid ist zwar beschmutzt, weil wir nicht ohne Schuld sind, doch Jesus schenkt Vergebung und damit ein weißes Kleid. Was bedeutet es, dieses Gewand zu besudeln? Es ist eine Form der Zurückweisung und Undankbarkeit. Das Geschenk wird nicht mehr beachtet. Es ist eine grundsätzliche Untreue gegenüber Gott und seinem Wort. Wer das Kleid besudelt, wendet sich von der Erlösung allein durch Jesus ab zu den Göttern der Welt, die einen Weg der Selbsterlösung anbieten. Letztlich geht es aber darum, die Gemeinschaft mit Christus zu pflegen und daran festzuhalten.

Wer durchhält und den Sieg erringt, der wird solch ein weißes Kleid tragen. Ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen Engeln zu ihm bekennen. Offb 3:5

Offb. 3,7: Der Schlüssel David

Das sagt dir der eine, der heilig und wahrhaftig ist. Er allein hat als Davids Nachkomme den Schlüssel zum Heil. Wo er aufschließt, kann niemand mehr zuschließen; wo er aber zuschließt, kann niemand mehr öffnen. Offb 3:7

Der Schlüssel Davids symbolisiert, dass Christus die Autorität hat, die Tür zu seinem zukünftigen Reich zu öffnen. Nachdem diese Tür geöffnet ist, kann sie niemand wieder verschließen: die Erlösung ist sicher. Sobald sie geschlossen ist, kann niemand sie öffnen: das Gericht ist gewiss.

Offb. 3,8: Kraft durch den Herrn

Ich weiß, was du getan und geleistet hast. Sieh, ich habe dir eine Tür geöffnet, die niemand verschließen kann. Deine Kraft ist klein. Doch du hast an dem, was ich gesagt habe, festgehalten und dich unerschrocken zu mir bekannt. Offb 3:8

Solche Männer, die von dem Herrn selbst zu Seinem Dienst zubereitet werden, empfangen ihre Kraft da, wo die eigene Kraftlosigkeit und Schwachheit erkannt wird. Solche Diener sind eine wirkliche Hilfe für die Kinder Gottes, und der große Hirte wird ihres Werkes nicht vergessen, das mit willigen Herzen in Seinem Namen für Seine Herde geschieht. Reichliche Anerkennung und eine unverwesliche Krone wird ihr Teil sein an jenem Tage.

Offb. 3,10: Bewahrung in Prüfung

Du hast meine Aufforderung befolgt, geduldig auszuhalten. Deshalb will ich dich auch in der schweren Prüfung bewahren. Offb 3:10

Im Glaubensleben sind Geduld und das Warten können von großer Bedeutung. Gott ist kein Automat, in den man eine Münze wirft und im Gegenzug sofort etwas bekommt. Es gibt gläubige Menschen, die Wunder erzwingen wollen. Dahinter steckt die Sehnsucht nach dem Eingreifen Gottes. Beeinflusst von der menschlichen Ungeduld fordern sie, dass Gott sofort etwas ändert. Geduld zeigt sich darin, für etwas zu beten und auf die Antwort warten zu können. Wir können Gott nicht zwingen unsere Vorstellungen zu erfüllen. Im Leben des Christen geht es meist nicht um plötzliche Veränderungen, sondern um langsame Entwicklungen. Die Bibel spricht von der Heiligung. Sie ist ein lebenslanger Prozes.

Offb. 3,11: Am Herrn festhalten

Ich komme schnell und unerwartet. Halte fest, was du hast, damit dir niemand deinen Siegespreis nehmen kann. Offb 3:11

Wir sehen, dass die Welt in immer tiefere Finsternis gerät. Deshalb müssen wir umso mehr im Licht bleiben und das Licht stets heller und nicht verschleiert scheinen lassen. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Gemeinschaft mit dem Herrn immer inniger wird und alles aus dem Weg räumen, was uns dabei hinderlich sein kann. Ja, es ist erforderlich, zu allen Seiten hin wachsam zu sein, auch um unser eigenes „ich“ im Tod zu halten und bereit zu sein, Ihn zu empfangen. Lasst uns das jetzt tun, bevor die Gefahr uns erreicht. So hat Hiskia es getan.

Wer durchhält und den Sieg erringt, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen. Er wird dort immer bleiben. Und er soll den Namen meines Gottes tragen und wird ein Bürger des neuen Jerusalem sein, der Stadt, die Gott vom Himmel herabkommen lässt. Auch meinen eigenen neuen Namen wird er erhalten. Offb 3:12

Offb. 3,14: Anfang der Schöpfung

So spricht, der das Jawort ist, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes. Offb 3:14

Christus ist das Haupt, er ist der Anfang der neuen Schöpfung seit er aus den Toten auferstanden ist. Er ist der Anfang der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang haben. Martin Arhelger

Dies sagt dir der eine, der die Erfüllung aller Zusagen Gottes ist, sein treuer und wahrhaftiger Zeuge. Er ist der Ursprung von allem, was Gott geschaffen hat. Offb 3:14

Offb. 3,15: Gefahr der Lauheit

Ich kenne dich genau und weiß alles, was du tust. Du bist weder kalt noch heiß. Ach, wärst du doch das eine oder das andere! Aber du bist lau, und deshalb werde ich dich ausspucken. Offb 3:15-16

Die Gemeinde Laodizea ist am Tiefpunkt ihres geistlichen Verfalls angekommen. Sie wendet sich nicht gegen Gott, tut aber auch nichts für ihn. Die Armut besteht darin, dass sie keine klare Haltung einnimmt. Auch wenn Sie noch so viel besitzen und verdienen, haben Sie ohne eine lebendige Beziehung zu Christus gar nichts. Indem die Gemeinde es versäumte, irgendetwas für Christus zu tun, wurde sie hart und selbstzufrieden und zerstörte sich selbst. Begnügen Sie sich nicht damit, Gott nur halbwegs nachzufolgen. Lassen Sie sich im Glauben von Christus neu entfachen und zum Handeln motivieren. Der Schriftsteller Elie Wiesel schrieb: Ich habe immer daran geglaubt, dass das Gegenteil von Liebe nicht Hass ist, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Glaube ist nicht Überheblichkeit, sondern Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Hoffnung ist nicht Verzweiflung, es ist Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit ist nicht der Anfang eines Prozesses, es ist das Ende eines Prozesses.

Du bildest dir ein: Ich bin reich und habe alles, was ich brauche. Mir fehlt es an nichts! Da machst du dir selbst etwas vor! Du merkst gar nicht, wie jämmerlich du in Wirklichkeit dran bist: arm, blind und nackt. Offb 3:17

Offb. 3,18: Wahrer Reichtum

Darum solltest du dich endlich um den wahren Reichtum bemühen, um das reine Gold, das im Feuer geläutert wurde. Nur dieses Gold macht dich reich, und nur von mir kannst du es bekommen. Lass dir auch die weißen Kleider von mir geben, damit du nicht länger nackt dastehst und dich schämen musst. Kauf dir Augensalbe, die deine blinden Augen heilt. Offb 3:18

Christus zeigte den Gläubigen in Laodizea, dass wahre Werte nicht in materiellem Besitz liegen, sondern in der intakten Beziehung zu Gott. Ihr Besitz und ihre Leistungen waren im Vergleich zur ewigen Zukunft von Gottes Reich wertlos. Die Lösung gegen die geistliche Armut, Nacktheit und Blindheit sind Gold, weiße Kleider und Augensalbe. Gold wird mit Feuer erhitzt, damit die Schlacke nach oben steigt. So soll der Mensch von Gottes Liebe durchdrungen und verändert werden. Gold, das mit Feuer gereinigt wird, bedeutet einen echten, die Persönlichkeit durchdringenden Glauben. Die weißen Kleider sind ein Hinweis auf die Vergebung durch den Tod Jesu. Durch Jesus können wir mit einer reinen Weste vor Gott bestehen. Und die Augensalbe will sagen, dass Gottes Geist die Augen über unseren wahren Zustand öffnet und wir über das Leben reflektieren können. Aus Bibel. Begegnung fürs Leben

Offb 3,19: Erziehung und Umkehr

Bei allen, die ich liebe, decke ich die Schuld auf und erziehe sie mit Strenge. Nimm dir das zu Herzen und kehr um zu Gott! Offb 3:19

Die erzieherischen Maßnahmen Gottes sind nicht als Strafe gedacht, sondern sollen Menschen zu ihm zurückbringen. Sind Sie in Ihrer Hingabe an Gott lau geworden? Vielleicht erzieht Gott Sie, um Ihnen aus Ihrer Gleichgültigkeit herauszuhelfen. Aber seine erzieherischen Maßnahmen entspringen aus seiner Liebe. Sie können sie vermeiden, indem Sie ihm durch Sündenbekenntnis, Dienst, Anbetung und Bibellesen wieder näher kommen. So wie das Feuer der Liebe in einer Ehe neu entfacht werden kann, so kann der Heilige Geist unseren Eifer für Gott neu entzünden, wenn wir ihn in unseren Herzen wirken lassen. Aus Bibel. Begegnung fürs Leben

Offb. 3,20: Anklopfen des Herrn

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir. Offb 3:20

Jesus steht vor der Tür und klopft an, er bittet dich in Gestalt des Menschenkindes um Hilfe, er tritt dir gegenüber in jedem Menschen, der dir begegnet. Christus wandelt auf der Erde solange es Menschen gibt, als dein Nächster, als der durch den Gott dich anruft, anspricht, Ansprüche stellt. Das ist der größte Ernst und die größte Seligkeit der Adventsbotschaft. Christus steht vor der Tür, er lebt in Gestalt des Menschen unter uns, willst du ihm die Tür verschließen oder öffnen? Sonderbar mag es uns vorkommen, in so nahem Antlitz Christus zu sehen, aber er hat’s gesagt, wer sich diesem Wirklichkeitsernst der Adventsbotschaft entzieht, kann auch vom Kommen Christi in sein Herz nicht reden.

Jesus hat Sehnsucht danach, dass wir ihn lieben. Seine Liebe zielt nach unserem Heil, unser Heil aber nach seiner Liebe. Mit welcher Liebe verlangt doch das göttliche Herz nach unserer Liebe! Die Sonne überströmt alles mit ihrer belebenden Wärme und spendet jedem die nötige Kraft, Früchte zu bringen. Genau so belebt auch die göttliche Güte alle Seelen und ermutigt die Herzen zur Liebe. Er geht sogar von Tür zu Tür, klopft an und beteuert, daß er bei jedem, der ihm auftut, einkehren und Gastmahl mit ihm halten, jede Art Gnade und Wohlwollen ihm erzeigen wird

O Gott, wie glücklich ist eine Seele, die ihre Freude daran findet, zu wissen und zu erkennen, daß Gott Gott ist und daß seine Güte eine unendliche Güte ist. Denn durch dieses Tor des Wohlgefallens tritt der himmlische Bräutigam in sie ein. Er hält Gastmahl mit uns und wir mit ihm. Wir weiden uns mit ihm an seiner Güte durch die Freude, die wir über sie empfinden, und sättigen unser Herz an den göttlichen Vollkommenheiten durch die Befriedigung, die wir dabei fühlen. Und dieses Mahl ist ein Abendmahl wegen der Ruhe, die ihm folgt; denn das Wohlgefallen läßt uns auf sanfte Weise ruhen in dem köstlichen

Wer durchhält und den Sieg erringt, wird mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich mich als Sieger auf den Thron meines Vaters gesetzt habe. Offb 3:21

Offenbarung – Kapitel 4

Offb. 4,8: Blick in den Himmel

Unermüdlich, Tag und Nacht, rufen sie: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott, der schon immer war, der heute da ist und der kommen wird! Offb 4:8

Unser Herz wird im Himmel frei sein von allen Leidenschaften. Unsere Seele wird geläutert sein von allen Zerstreuungen. Unser Geist wird befreit sein von allen Widersprüchen. Dadurch werden wir Gott mit einer andauernden, ununterbrochenen Liebe lieben. O Gott, was wird das für eine Freude sein, wenn unsere Seelen in diesen ewigen Zelten wohnend, in ewiger Bewegtheit die so heiß ersehnte Ruhe der ewigen Liebe genießen werden!

Dich, unseren Herrn und Gott, beten wir an. Du allein bist würdig, Ehre und Ruhm zu empfangen und für deine Macht gepriesen zu werden. Offb 4:11

Offb. 4,11: Der Schöpfer

Du hast alles erschaffen. Nach deinem Willen entstand die Welt und alles, was auf ihr lebt. Offb 4:11

Manchmal fragen wir auch in unserem Leben: Wie soll das weitergehen? Und wir denken an unsere  Sorgen. Auch wenn wir nicht weiter wissen, Gott weiß weiter. Wichtig ist, dass wir uns von ihm führen lassen. Auch in dunklen Tälern will er bei uns bleiben. Wir können Vertrauen zu ihm wagen. Gott hat Vollmacht, er hat alles geschaffen, er hat den Überblick. Gott hat den Überblick über mein Leben. Er fügt die Bruchstücke unseres Lebens ein in seinen guten Plan mit uns. Das nimmt uns nicht unsere Sorgen und Ängste weg, aber wir erfahren wieder neu: Gott lässt uns nicht los, er hat uns nicht nur erschaffen, sondern er erhält unser Leben.

Offenbarung – Kapitel 5

Offb. 5,5: Sieg des Löwen

Einer hat den Sieg errungen, der Löwe aus dem Stamm Juda, der Spross, der aus dem Wurzelstock Davids hervorwuchs. Offb 5:5

Jesus, der Löwe, Sinnbild für Herrschaft und Macht, hat den Tod überwunden, indem er Mensch wurde, für uns starb und auferstand. Er ist der Herr über Leben und Tod. Als Wurzel Davids ist er der Ursprung des Lebens, der dem todgeweihten Menschen Hoffnung bringen soll. Das Buch der Erlösung und des ewigen Lebens wird durch Jesus geöffnet. Das Problem des ewigen Todes ist gelöst. Die Auferstehung zum ewigen Leben ist für uns vorgesehen, wenn wir Gott und sein Angebot annehmen.

Offb. 5,6: Geschlachtetes Lamm

Inmitten der Ältesten stand ein Lamm, wie geschlachtet. Offb 5:6

Die Bibel ist von der ersten bis zur letzten Seite von der Erlösung durch den Tod Jesu durchdrungen. Die Tieropfer im Alten Testament wiesen darauf hin. Die Propheten sprachen vom Sterben des Messias. Schließlich sagte Jesus selbst zu den Aposteln, dass er gekommen sei, um für die Menschheit sein Leben zu lassen. Die Schreiber des Neuen Testaments betrachten den Tod Jesu als das zentrale und entscheidende Ereignis, um den Menschen ewiges Leben zu ermöglichen. Die Erlösung durch Jesus wird vom Wirken des Heiligen Geistes begleitet. Die sieben Augen Gottes sind auf die ganze Welt gerichtet, um jene zu suchen, die sich nach Hilfe und Trost sehnen. Ihre Gebete werden gehört.

Es hatte sieben Hörner und sieben Augen, welche die sieben Geister Gottes sind, die ausgesandt sind über die ganze Erde. Offb 5:6

Offb. 5,9: Durch sein Blut freigekauft

Du bist als Opfer geschlachtet worden und mit deinem Blut hast du Menschen für Gott freigekauft. Offb 5:9

Die Trennung von Gott und ihre bösen Taten führten zum Tod. Vergebung und ewiges Leben wurden erst durch den Tod Jesu möglich. Er musste wegen unserer Sünden sterben. Jesus hat durch seinen Tod diese Welt zurückgekauft. Jubel herrscht über das Lamm. Jesus Christus ist das Geschenk Gottes an uns. Der Tod Jesu ist die Antwort auf die Sehnsucht nach Erlösung von Leid, Schuld und Tod.

Allein dem Lamm, das geopfert wurde, gehören alle Macht und aller Reichtum. Ihm allein gebühren Weisheit und Kraft, Ehre, Herrlichkeit und Anbetung! Offb 5:12

Offb. 5,13: Anbetung

Anbetung und Ehre, alle Herrlichkeit und Macht gebühren dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm für immer und ewig! Offb 5:13

Angebetet wird jener, der sich selbst zu opfern bereit war. Angebetet wird der, der nicht das Eigene gesucht hat, sondern ganz auf sich selbst zu verzichten bereit war. Angebetet wird das Lamm, das geschlachtet wurde. In diesem Lamm erkennen wir die Kraft Gottes, die in den Schwachen mächtig ist. Die Schwachheit des Lammes berührt uns. Voll Ehrfurcht erkennen wir, dass sich in der Schwachheit des Lammes die Stärke Gottes verbirgt, die den Tod überwindet und das Leben neu macht.

Die vier Gestalten bekräftigten dies mit ihrem Amen. Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten Gott an. Offb 5:14

Offenbarung – Kapitel 7

Offb. 7,4: Die Versiegelten

Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: 144 000 Versiegelte, aus allen Stämmen der Kinder Israels. Offb 7:4

Die Stämme Israels werden aufgezählt, jeweils mit der Zahl 12.000, die mit 12 multipliziert dann 144.000 ergibt. 12 ist eine Vollzahl und 144.000 ist eine Gesamtzahl. Es geht gar nicht um die 12 Stämme des natürlichen Volkes Israel, sondern um Israel nach dem Geist, also die Gemeinde Jesu. Die Zahlen sind eine Zeichensprache für die Verlässlichkeit Gottes. Er hat die Zahl der Versiegelten exakt und sicher im Griff. All die Seinen sind dabei. Dies macht den Christen zu allen Zeiten Mut. Gott vergisst keinen einzigen.

Offb. 7,9: Die Freude der Erlösten

Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm. Alle hatten weiße Gewänder an und trugen Palmenzweige in der Hand. Offb 7:9

Aufgrund des Glaubens haben im Laufe der Jahrhunderte viele Nachfolger Jesus die Schönheit bekannt, was es heißt, dem Herrn Jesus dort nachzufolgen, wo sie berufen waren, ihr Christsein zu bezeugen: in der Familie, im Beruf und im öffentlichen Leben. Sie alle verbindet der Wille, in ihrem Leben das Evangelium zu verkörpern, unter dem Antrieb des Heiligen Geistes, der das Gottesvolk auf ewig beseelt. Aufgrund des Glaubens leben auch wir: für die lebendige Erkenntnis Jesu, des Herrn, der in unserem Leben und in der Geschichte gegenwärtig ist. Alle werden wissen, dass sie nur deshalb da sind, weil das Lamm für sie starb. Es hat das Buch der Erlösung durch seinen Tod geöffnet. Die himmlischen Wesen jubeln, weil das Ziel, ihre Erlösung durch das Lamm, erreicht ist.

Mit lauter Stimme riefen sie: Heil und Rettung kommen allein von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm! Offb 7:10

Offb. 7,11: Anbetung

Sie fielen vor dem Thron nieder und beteten Gott an. Offb 7:11

Anbeten heißt nach christlichen Verständnis sich in die Kraft Gottes stellen, sich seiner Gegenwart aussetzen, da-sein zu dürfen mit nichts als sich selbst und zu wissen: er ist da, er sieht mich, er ist unendlich groß, gut und er ist es, der die ganze Liebe der Welt vereint. Anbetung ist, die Herrlichkeit der Person des Herrn Jesus und die des Vaters sehen und sie zum Ausdruck bringen. 

O Gott! Wie wunderbar ist Dein Sohn, wenn ich Ihn betrachte, und wie wunderbar ist Sein Werk, und welch eine Kraft hat Sein Blut, dass nicht nur ich, sondern Millionen Menschen dadurch gerettet sind und einst dadurch sogar Himmel und Erde gereinigt werden. Wie hat Er Dich am Kreuz verherrlicht!

Ja, das steht fest, sagten sie, Anbetung und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre, Macht und Kraft gebühren unserem Gott für immer und ewig. Amen! Offb 7:12

Offb. 7,14: Der Weg ist das Kreuz

Sie kommen aus Verfolgung, Leid und Bedrängnis. Offb 7:14

Der Weg zur Heiligkeit geht immer über das Kreuz, über die Selbstentsagung und beinhaltet das Ausharren in den Bemühungen in dieser Welt. Die Heiligkeit erfordert also ständiges Bemühen, sie ist aber für alle möglich, denn die Heiligkeit ist nicht so sehr das Werk des Menschen als vielmehr Geschenk des dreimal heiligen Gottes

Offb. 7,14: Blut des Lammes

Im Blut des Lammes haben sie ihre Kleider reingewaschen. Offb 7:14

Ihnen allen wurde durch den Tod Jesu Vergebung geschenkt, deshalb das paradoxe Bild vom Blut, das die Kleider hell macht. Es gibt nichts wichtiges für einen Menschen, als das Blut des Lammes zu begreifen und so gut wie möglich zu verstehen, jeden Tag etwas mehr; und zu begreifen, warum Jesus das Lamm Gottes und warum er geschlachtet werden musste und welche Bedeutung sein Blut für uns hat. Die Gläubigen sind dankbar für die Erlösung und dienen ihm in der Nachfolge Tag und Nacht.

Deshalb stehen sie hier vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Offb 7:15

Offb. 7,15: Gott wird bei uns wohnen

Gott, der auf dem Thron sitzt, wird bei ihnen wohnen und sie beschirmen! Offb 7:15

Wir haben oft gesagt, dass Gott in uns wohnt, aber es ist besser zu sagen, dass wir in ihm wohnen, dass er uns erlaubt, in seinem Licht und seiner Liebe zu leben.   Dies tun wir nun schon hier auf der Erde, nur im Himmel werden wir das umfassend erkennen. Dahin geht unsere Sehnsucht. Augustinus drückt dies so aus: Hier werden wir geboren und sterben wir, dies sollen wir nicht lieben. In der Liebe sollen wir auswandern, in der Liebe droben wohnen, in jener Liebe, wodurch wir Gott lieben. Nichts anderes sollen wir in dieser Pilgerschaft unseres Lebens im Sinne haben, als daß wir hier nicht immer sein werden und uns dort durch ein gutes Leben einen Ort bereiten werden, von dem wir niemals auszuwandern brauchen. 

Offb. 7,16: Kein Leid mehr

Sie werden nie wieder Hunger oder Durst leiden. Keine Sonnenglut oder sengende Hitze wird sie jemals wieder quälen. Offb 7:16

Die Botschaft ist eindeutig! Vor dem Thron Gottes und vor dem Lamm nimmt dein Leid ein Ende! Kein Leid mehr! Du wirst in Ewigkeit kein Leid mehr verspüren!Deine unstillbare Sehnsucht nach Gott wird ein für allemal gestillt, denn das Lamm mitten auf dem Thron wird dich weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers und jeder Schmerz und jede Traurigkeit wird von dir weichen. Gott persönlich, Gott der Höchste, wird alle deine Tränen abwischen von deinen Augen! Sehnst du dich nicht nach diesen Tag? Nach dieser Begegnung mit deinem liebevollen Vater im Himmel? Lohnt es sich nicht, dafür durchzuhalten, trotz der großen Trübsal? Die Glückseligkeit des ewigen Lebens besteht wesentlich im Freisein von jeglichem Übel und im Besitz jeglichen Gutes.

Das Lamm, das in der Mitte steht, wo der Thron ist, wird ihr Hirte sein. Er wird sie zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens entspringt. Und Gott wird ihnen alle Tränen abwischen. Offb 7:17

Offb. 19,1: Halleluja

Sie riefen: Halleluja, lobt den Herrn! In ihm allein ist alles Heil, unserem Gott gehört alle Macht und Herrlichkeit! Offb 19:1

Viermal wird hier das Halleluja ausgerufen. Lobt den Herrn! Im neuen Testament finden wir das Halleluja nur hier. Das Wort Halleluja setzt sich zusammen aus hillel (hebräisch für „preisen, verherrlichen, ausrufen“) und Jah, der Kurzform des Gottesnamens JHWH. Die Wörtliche Übersetzung bedeutet also: Lobet Jah! Der Halleluja-Ruf vor dem Evangelium verehrt den im Evangelium gegenwärtigen Christus

Christus ist auferstanden! Halleluja!

Offb. 19,7: Der große Hochzeitstag

Wir wollen uns freuen, jubeln und Gott ehren. Jetzt ist der große Hochzeitstag des Lammes gekommen. Seine Braut hat sich dafür bereitgemacht! Offb 19:7

Hier kann unsere Liebe nur beginnen, vollendet wird sie erst in der Ewigkeit. Die Seele ist Braut und Verlobte des unbefleckten Lammes schon in diesem Leben, aber noch nicht Vermählte. Die Hochzeit aber findet in der Ewigkeit statt. Sind wir einmal im Himmel als Vermählte des göttlichen Lammes, dann ist das Band, das uns mit unserem höchsten Gut vereinigt, ewig und unzertrennlich. Freilich gibt uns der göttliche Bräutigam jetzt schon, da wir noch in der Erwartung des feierlichen Kusses unzertrennlicher Vereinigung in der himmlischen Herrlichkeit stehen, oft den Liebeskuß durch tausendfache Empfindungen seiner liebreichen Gegenwart. Küßte er die Seele nicht, so würde die Seele nicht angezogen.

Offb. 19,8: Das große Hochzeitsmahl

Sie durfte sich in reines, strahlend weißes Leinen kleiden. Das weiße Leinen stellt das Gute dar, das die getan haben, die zu Gottes heiligem Volk gehören und sich nach Gottes Willen richten. Offb 19:8

Das Hochzeitsmahl des Kreuzes ist köstlicher als alle weltlichen Hochzeitsmähler. Wie liebenswert ist die Ewigkeit des Himmels und wie armselig sind die kurzen Augenblicke dieses Erdenlebens! Strebe ständig nach dieser Ewigkeit und mißachte die Hinfälligkeit und die kurze Spanne unserer sterblichen Zeit. Lasse dich niemals zu Befürchtungen mitreißen, weder ob vergangener Irrwege, noch aus Angst vor den künftigen Schwierigkeiten.  Schaue allein auf Gottes Vollkommenheit, wenngleich du sie immer nur begrenzt erkennen wirst. Der Herr allein hat eine vollkommene Kenntnis seiner unbegrenzten Vollkommenheit. Deshalb vermag nur er allein es, sie mit einem ihr entsprechenden Namen zu bezeichnen. Die Alten meinten daher auch, niemand sei ein wahrer Theologe als Gott allein, weil außer ihm keiner die unendliche Größe seiner Vollkommenheit ganz erkennen und folglich in Worte fassen kann. Darum heißt es:

Der Herr hat einen Namen, den niemand weiß, außer er selbst. Offb 19,12

Offb. 19,13: Das Wort Gottes

Sein Name heißt: Das Wort Gottes. Offb 19:13

Das Wort Gottes ist aufgeschrieben in der Bibel. Das Wort Gottes ist mehr als Buchstaben und Worte. Im Wort Gottes ist Christus unter uns. Franz von Assisi sagt, dass das Wort Gottes zu lesen bedeute von Christus Rat zu holen. Christus ist das Wort Gottes und somit im Wort der Bibel unter uns gegenwärtig. Dies lässt uns die Schrift stets achtsam lesen und hören. Umso bewusster wir das tun, erkennen wir, dass die ganze heilige Schrift vom Leiden Christi und unserer Erlösung dadurch spricht. Das Wort Gottes, die Bibel, darf daher in unserer Wohnung stets einen besonderen Platz haben und nicht unter vielen Büchern im Regal stehen, um zu verstauben. Auf dem Bild ein Blick auf meinen Bibelplatz.

Wenn du die Heilige Schrift liest, spricht Gott zu dir! Augustinus

Offb. 19,16: König in Ewigkeit

Er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren. Offb 19:16

Sein Königtum gründet in der Liebe Gottes, die er der Welt durch sein Opfer gebracht hat. Es ist die göttliche Macht der Liebe, welche im Zentrum seines Königreichs steht. Es ist die Macht seiner Liebe, die es versteht, Gutes aus dem Bösen zu gewinnen, mein verhärtetes Herz zu erweichen, Frieden in unseren Streit zu tragen, Hoffnung in mein Dunkel zu bringen. Meine Entscheidung für Christus garantiert keinen Erfolg nach den Kriterien der Welt, sichert jedoch jenen Frieden und jene Freude, die allein Christus mir schenken kann. Darum immer wieder neu: vertraue dem König Christus. Sein Königtum ist Barmherzigkeit. Seine Herrschaft heißt Dienen. Seine Macht ist die Liebe.

Offenbarung – Kapitel 21

Offb. 21,1: Neuer Himmel und neue Erde

Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen. Offb 21:1

Den Zeitpunkt der Vollendung der Erde und der Menschheit kennen wir nicht und auch die Weise wissen wir nicht, wie das Universum umgestaltet werden soll. Es vergeht zwar die Gestalt dieser Welt, die durch die Sünde mißgestaltet ist, aber wir werden belehrt, daß Gott eine neue Wohnstätte und eine neue Erde bereitet, auf der die Gerechtigkeit wohnt, deren Seligkeit jede Sehnsucht nach Frieden in den Herzen der Menschen erfüllt und übertrifft. Der Tod wird besiegt sein, die Kinder Gottes werden in Christus auferweckt werden und was in Schwachheit und Verweslichkeit gesät wurde, wird sich mit Unverweslichkeit bekleiden. Die Liebe wird bleiben wie das, was sie einst getan hat und die ganze Schöpfung, die Gott um des Menschen willen schuf, wird von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit sein.

Offb. 21,1: Kein Meer mehr

Das Meer gibt es nicht mehr. Offb 21:1

Das Meer ist hier symbolisch gemeint. Es steht für Bedrohungen und lebensfeindliche Mächte. Es steht für das ewig Unruhige und Unbeständige. Dieses Meer wird es nicht mehr geben. Gerade dieses alles, was auf der jetzigen Erde infolge der Sünde so viel Weh und Leid bringt, wird auf der neuen Erde ganz und für immer verschwunden sein; Himmel und Erde werden ein Heim ungestörten Glückes sein. Wir wissen, daß Gott für alle Menschen einen neuen Himmel und eine neue Erde vorbereitet, in denen Friede und Gerechtigkeit herrschen, und im Glauben erblicken wir bereits die neue Welt, die unsere wahre Heimat ist

Mit der Bescheidenheit des Bewußtseins, einfache Weizenkörner zu sein, hüten wir die feste Gewißheit, daß die Fleisch gewordene Liebe Gottes größer ist als das Böse, die Gewalt und der Tod.

Offb. 21,4: Hafen der Ewigkeit

Er wird ihnen alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage und keine Schmerzen; denn was einmal war, ist für immer vorbei. Off. 21:4

Immer wenn’s Mal heftig zugeht, ist diese Bibelstelle mein Anker. Wenn´s mal wieder stürmt, ich voll und ganz emotional oder/und physisch gefordert bin und einfach nur am Limit laufe. Dann sage ich mir innerlich: Das ist jetzt so und ich nehme es an und sage mir: Auch das geht vorbei. Schau auf das Ziel. Und schau auf Jesus. Auch im Sturm des Alltags bin ich gewiss, dass mein Lebensschiff einst sicher im Hafen der Ewigkeit ankommt. Herr Jesus Gib mir Kraft und die Verbundenheit in schweren, stürmischen Zeiten des Alltags. Amen.

Offb. 21,5: Seht, ich mache alles neu

Seht, ich mache alles ganz neu! Offb 21:5

Diese Worte beziehen sich auf die Vollendung der Geschichte, wenn Christus seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt, damit Gott herrscht über alles und in allem. Der Christ aber weiß, daß das Neue, das wir in seiner Fülle bei der Rückkehr des Herrn erwarten, schon gegenwärtig ist seit der Erschaffung der Welt, und zwar seitdem Gott in Jesus Christus Mensch geworden und mit ihm und durch ihn den Menschen zu einer neuen Schöpfung gemacht hat. Das wahre und ewig Neue kommt zu allen Zeiten aus der unendlichen Macht Gottes.

Offb. 21,11: Gottes Herrlichkeit

Gottes Herrlichkeit erfüllte die Stadt. Offb 21:11

Die Herrlichkeit Gottes ist die Liebe. So wird das himmlische Jerusalem von der Gegenwart Gottes, der die Liebe ist, erstrahlt. Dieses himmlische Jersualem ist das Ziel unserer Pilgerschaft, die Heimat die uns erwartet und nach der wir uns verzehren. Sie mit den Augen des Glaubens zu ersehnen darf nicht Grund für eine Flucht aus der geschichtlichen Wirklichkeit sein. Wenn die Schönheit des himmlischen Jerusalem die Herrlichkeit Gottes, also seine Liebe, ist, dann können wir uns ihr nur in der Liebe nähern und in einem bestimmten Maß bereits in ihr leben. Wer den Herrn Jesus liebt und sein Wort befolgt, erfährt schon in dieser Welt die geheimnisvolle Gegenwart des dreieinigen Gottes. Jeder Christ ist deshalb gerufen, lebendiger Stein dieser wunderbaren Wohnung Gottes unter den Menschen zu werden. Was für eine großartige Berufung! Wenn wir nun jetzt schon ganz von der Liebe Christi beseelt und bewegt sind, ist dies schon jetzt die Vorwegnahme der heiligen Stadt, die von der Herrlichkeit Gottes erstrahlt. (n. Benedikt XVI)

Offb. 21,22: Der Tempel

Der Herr, Gott der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm. Offb 21:22

Er ist selbst der wahre lebendige Tempel, in dem Gott wohnt und in dem wir Gott begegnen und ihn anbeten können. Anbetung Gottes ist an keinen Ort mehr gebunden, sondern vollzieht sich in diesem Tempel des Christus. In ihm sind wir einer. Es ist das ganz Neue, das ganz andere, dass seitdem Anbetung nicht mehr an Orte gebunden ist, sondern allein in Christus geschieht. Anbetung ist Wegschauen von sich und ein fasziniertes Hinschauen zu Jesus Christus, der dein Schöpfer, dein Erlöser und dein Vollender ist. Dieser Tempel Christus ist Tempel in Ewigkeit, das neue himmlische Jerusalem.

Die äußere Anbetung hat zum maßgebenden Zwecke die innere; diese aber geschieht überall, wie Gott überall existiert. Thomas von Aquin

Offb. 21,23: Jesus die Sonne

Die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, dass sie in ihr scheinen. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. Offb 21:23

Wie schön ist der Himmel nun, da der Heiland ihm als Sonne dient und seine durchbohrte Seite als Quelle der Liebe, aus der wir nach Wunsch trinken können. Jeder wird sich darin betrachten und jeder sieht dort seinen Namen mit Liebesbuchstaben geschrieben. Wir dürfen also hoffen, daß unser Name in Gottes Herz geschrieben sein wird. Welche Freude, wenn wir diese göttlichen Schriftzeichen sehen werden, Ausdruck unserer ewigen Seligkeit! Wenn auch unser Herz noch nicht die Liebe hat, hat es doch Sehnsucht nach Liebe und den Beginn der Liebe. Ist nicht der heilige Name Jesus in unsere Herzen geschrieben? Ich meine, daß nichts ihn auslöschen könnte.

Offb. 21,24: Im Licht leben

Die Völker werden in dem Licht leben. Offenb 21:24

Wie begehrenswert ist dieser Ort, immer dürfen wir dort Gottes Anblick genießen. Welche Freude, immer mit seinem Schöpfer verbunden zu sein! Erwecke eine innige Sehnsucht nach dieser herrlichen Stätte. Wandere nach diesem gesegneten Land und meide Dinge, die dich vom Weg dorthin abbringen. Ich wende mich meinem gütigen und barmherzigen Gott zu und bin unwiderruflich entschlossen, ihm zu dienen und ihn zu lieben, jetzt und ewig. Ich weihe ihm zu diesem Zweck meinen Geist mit all seinen Fähig- keiten, meine Seele mit all ihren Kräften, mein Herz mit all seiner Liebe, meinen Leib mit all seinen Sinnen.

Dieses Leben ist ein Vorzimmer des Himmels. Unsere größten Freuden sind nur die ersten Früchte und der Vorgeschmack der ewigen Freude, die noch kommen wird. Ja, das Beste kommt noch. Corrie ten Boom

Offb. 21,25: Diesseits und Jenseits

Ihre Tore sollen niemals geschlossen werden den ganzen Tag. Denn dort wird keine Nacht sein. Offb 21:25

Die Jahre gehen dahin, sie reihen sich so unmerklich eines nach dem anderen zu einer Kette, und indem sie ihre Dauer ablaufen, wickeln sie auch unser sterbliches Leben ab und beenden unsere Tage, da sie selbst zu Ende gehen. O wie unvergleichlich liebenswerter ist doch die Ewigkeit, da ihre Dauer kein Ende nimmt und ihre Tage ohne Nacht sind. Möchtest du doch dieses wunderbare Gut der heiligen Ewigkeit einst besitzen. Aber in der Erwartung, unseren Herrn verherrlicht zu sehen, sehen wir ihn doch jetzt ganz erniedrigt in seiner kleinen Wiege mit den Augen des Glaubens. Gott sei immerdar inmitten deines Herzens. Amen. Es lebe Jesus!

Offenbarung – Kapitel 22

Offb. 22,8: Engel begleiten uns

Ich fiel vor dem Engel, der mir alles gezeigt hatte, nieder und wollte ihn anbeten. Aber er wehrte ab und sagte: Nein, tu es nicht! Ich diene Gott ebenso wie du. Offb 22:8-9

Engel verweisen letztlich immer auf Gott. Engel dürfen niemals angebetet werden, denn Christus selbst ist das Zentrum der Engelwelt. Es sind seine Engel. Sie sind sein, weil sie durch ihn und auf ihn hin erschaffen sind. Aber wir dürfen voll Dank sein, dass sie uns begleiten. „Wie groß ist die Würde der Seelen, daß eine jede von Geburt an zu ihrem Schutz einen Engel zugewiesen hat“ (Hieronymus), der allein uns dienen soll, um uns zu Jesus zu führen.

Offb. 22,11: Heiliges Leben führen

Wer aber gerecht ist, soll weiter gerecht handeln und wer heilig ist, soll weiterhin ein geheiligtes Leben führen. Offb 22:11

Der Herr mahnt uns mit eindringlichen Worten, nach der Vollkommenheit zu streben. Ihr sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. (Mt 5,48) Seid heilig, weil ich heilig bin. (Lev 11,44). Wir haben die Pflicht, uns für dieses Ziel einzusetzen. Wir schreiten so von Tugend zu Tugend, d.h. wachsen durch gute Werke in der Gerechtigkeit, die wir durch Gnade empfangen haben, und mehr und mehr gerechtfertigt werden. Nie sagt der gerechte Mensch, es ist genug, sondern er hat immer Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit.

Ich bringe jedem den Lohn mit, der seinen Taten entspricht. Offb 22:12

Offb. 22,13: Christus das A und O

Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende , der Erste und der Letzte. Offb 22:13

Neben der universalen Aussage liebe ich diese Anrufung, weil ich sie auch ganz konkret auf jeden einzelnen Tag anwenden kann. Es ist meist so viel los unterm Tag und ich denke nicht unentwegt an Gott, aber noch bevor ich morgens aus dem Bett aufstehe mache ich ein Kreuzzeichen und versetze mich dadurch sofort in Gottes Gegenwart, er ist mein Tagesanfang, mein Alpha. Dasselbe am Abend direkt vor dem Schlafen, er ist mein Tagesschluß, mein Omega. Das tut meiner Seele so gut. Das gibt dem Tag „Gottes Rahmen“

Offb. 22,14: Reingewaschene Kleider

Glücklich werden alle sein, die ihre Kleider reinwaschen. Sie dürfen die Früchte vom Baum des Lebens essen und haben freien Zugang zur Stadt. Offb 22:14

Wer seine Kleider, d.h. seinen Charakter, seine Schuld und seine Sünden im Blut des Lammes gewaschen hat, d.h. wer seine Sünden bekennt und lässt, der darf dann einst auf der neuen Erde sein. Glaube und Gehorsam sind eng miteinander verbunden. Für hier reicht es, zu verstehen, dass die Kleider auf die sündenvergebende Taufe anspielen. Wer dieses Kleid trägt und im Leben seiner Berufung treu geblieben ist, darf auf das ewige Leben hoffen, das hier mit dem paradiesischen Bild des Baums des Lebens und dem Eintritt in die himmlische Stadt Jerusalem ausgedrückt wird.

Jesus ist der Anfang und das Ende. In ihm besteht der ganze Erlösungsplan des Menschen. Das Kreuz stellt dabei den Mittelpunkt der Erlösung dar.

Offb. 22,16: Christus die Wurzel

Ich bin die Wurzel. Offenb. 22:16

Die Stürme des Lebens können uns nicht umreißen, wenn wir in Jesus Christus verwurzelt sind. Mich hat es tief geprägt, als ich immer häufiger die Erfahrung gemacht habe, dass es am Tag drunter und drüber gehen kann, aber ich tief in mir drin in einer schwer zu fassenden Ruhe blieb. Früher hätte ich nur noch am Rad gedreht. Es gibt natürlich auch Tage, wo das nicht hin haut, aber seitdem ich diese Erfahrung gemacht habe, ist es eine tägliche Bitte im Gebet, dass Jesus mich in seiner Ruhe wohnen lässt, ich in meinem Verwurzeltsein in ihm den Stürmen des Alltags trotzen kann.

Offb. 22,16: Christus der Morgenstern

Ich bin der helle Morgenstern..Offb 22:16

Der Morgenstern ist der Stern, der vor dem Sonnenaufgang aufgeht. Er führt sozusagen den Tag herauf. Insofern ist der Morgenstern ein Bild für Jesus, der das Licht bringt. Wer nun an ihn glaubt, sieht. Er sieht mit einem Licht, das die gesamte Wegstrecke erleuchtet, weil es vom auferstandenen Christus her zu uns kommt, dem Morgenstern, der nicht untergeht, in dem das Licht über die Finsternis gesiegt hat

Offb. 22,17: Christus der Bräutigam

Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm!  Offb 22:17

Jeder Tag unseres Leben sei geprägt von der immer neuen Begegnung mit Christus, dem menschgewordenen Wort des Vaters. Er steht am Anfang und am Ende, und in ihm hat alles Bestand. Pflegen wir die Stille, um das Wort des Herrn zu hören und darüber nachzudenken, damit es durch das Wirken des Heiligen Geistes alle Tage unseres Lebens immer neu in uns wohnt, in uns lebt und zu uns spricht.  So können auch wir in den großen hochzeitlichen Dialog einstimmen, mit dem die Heilige Schrift schließt: Der Geist und die Braut aber sagen: Komm! Wer hört, der rufe: Komm! Er spricht: Ja, ich komme bald. Amen. Komm, Herr Jesus!

Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen. Ja, komm, Herr Jesus! Offb 22:20

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen. Offb 22:21