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1. Petrus – Auslegungen

1. Petrus Kapitel 1

1. Petr 1,1: Fremdlinge und Erwählte

Petrus, Apostel Jesu Christi, an die Fremdlinge in der Zerstreuung, die auserwählt sind gemäß der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi. 1. Petr 1:1-2

Was ein Vers! Da steckt viel drin. Zuerst: Wir leben als Fremde auf dieser Welt, die wir alle irgendwann verlassen müssen. Unsere wahre Heimat ist der Himmel. Durch dieses Bewusstsein leben wir anders in der Welt. Weiter geht es hier um die Gegenwart des dreifaltigen Gottes, von der hier in einzigartiger Weise die Rede ist: Wir sind vom Vater erwählt, nicht aufgrund unserer Leistungen, sondern durch seine Gnade. Der Geist heiligt uns daraufhin, schenkt unserer Seele innerlich die neue Geburt und das wahre Leben im Geist. Der Sohn Gottes wiederum ist durch sein Blut die Quelle für die Reinigung unserer Seelen. Erwählung, Heiligung, Reinigung! Das macht Mut und gibt Hoffnung. Und das ist das Ziel des Briefes. So lautet der letzte Vers des Briefes:

Damit wollte ich euch Mut machen und euch bezeugen, dass Gott barmherzig ist und euch wirklich liebt. Daran haltet fest! 1. Petr 5:12

1. Petr 1,3: Jesus unsere Hoffnung

Wir sind neu geboren, weil Jesus Christus von den Toten auferstanden ist und jetzt erfüllt uns eine lebendige Hoffnung. 1. Petr 1:3

Herr Jesus, du wirst immer meine Hoffnung und mein Heil im Land der Lebenden sein, gerade auch dann, wenn mir großes Leid widerfährt. An dir halte ich fest. Dadurch bewährt sich mein Glauben. Du bist da in deiner ganzen Kraft und bewahrst mich in deiner Liebe. Auch im kleinen zwischenmenschlichen Leiden bist du zugegen, wenn der andere mir in welcher Form auch immer zur Last wird. Deine Geduld soll mich umfassen, wenn ich anderen gegenüber ungeduldig werde. Deine Herzlichkeit soll mich umgürten, wenn ich anderen gegenüber mürrisch werde. Dein Segen soll mich behüten, wenn ich innerlich gegen den anderen rebelliere. In allem folge ich dem großen Ziel des Lebens, dich immer tiefer zu erkennen. Die Liebe zu dir ist die Mitte meines Lebens, Quelle unaussprechlicher Freude.

Tragender Grund unserer Hoffnung ist das Kreuz und die Auferstehung Christi. Christ sein heißt: hinter uns liegt der Tod, er wartet nicht mehr auf uns. Auf uns wartet die Liebe, von der wir ein Teil werden. Die Folge ist eine Spannung zwischen „schon“ und „noch nicht“, in der wir auf dieser Welt leben. Diese Spannung lässt uns die gegenwärtige Wirklichkeit in einem anderen hoffnungsvollen Licht sehen. So beseelt uns nicht nur eine rein weltliche Hoffnung, sondern vor allem jene Hoffnung, die aus dem Glauben kommt und die in der Zuversicht lebt, dass Gott in Jesus Christus sein endgültiges Ja zum Menschen gesprochen hat und die erkennt: „Gottes Sehnsucht ist der Mensch“ (Augustinus)

Ihr habt ihn nie gesehen und liebt ihn doch. Richtet euch daher ganz auf Jesus Christus aus. 1. Petr 1:8;13

1. Petr 1,13: Wachsam und besonnen

Bleibt wachsam und besonnen. 1. Petrus 1:13

Werde wachsam für das Ziel deines Glaubens: das ist der Glaube und die Bindung an Christus als Kinder Gottes, auf dessen Barmherzigkeit wir hoffen. Du gehörst ganz und gar zu Gott. Das ist deine tiefste Berufung. An ihm richtest du dein Leben aus durch dein Gebet und durch die heilige Schrift. Dadurch lernen wir Gott kennen und ihm gehorchen. „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ (1,16) Besonnenheit ist dabei wichtig. Sie hilft uns, uns nicht von unseren Leidenschaften hinreißen zu lassen, sondern zu lieben. In der Wachsamkeit machst du Platz für Christus in deinem Herzen. Und darin öffnest und begegnest du ganz neu und in einer tiefen Weise auch deinem Nächsten. Das Leben für die anderen hingeben. Nur dann leben wir Christi Leben und werden eins mit Ihm. Das ist das neue Leben in Gott.

1. Petr 1,14: Gott gehorchen

Weil ihr Gottes Kinder seid, gehorcht ihm und lebt nicht mehr wie früher, als ihr euch von euren Leidenschaften beherrschen ließt und Gott noch nicht kanntet.1. Petr 1:14

Du solltest brennen und du bist kalt, du solltest wachen und du bist träge, du solltest hungern und du bist satt, du solltest glauben und du hast Angst, du solltest hoffen und du greifst nach der Macht, du solltest lieben und du kommst nicht von dir los, du solltest Christus den Herrn sein lassen und du fällst ihm ins Wort, du solltest in ihm Wunder tun und du tust nicht einmal das Alltägliche.

Glaube sei kein Ding für fromme Abend- und Morgenstunden. Glaube heißt Gott Gott sein lassen, auch in unserem Tun, gerade in unserem Tun ihm gehorsam sein. Bonhoeffer

1. Petr 1,16: Heilig sein

Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. 1. Petrus 1:16

Man müsse, um heilig zu werden, Aufsehen erregende Taten vollbringen, sich außerordentlichen Frömmigkeitsübungen hingeben, große Härten ertragen, viele Fasten halten, die Welt verlassen und in die Wüste fliehen, und man müsse Tag und Nacht im Gebet verbringen. Natürlich ist das alles gut. Aber das ist es nicht, was Gott von allen fordert. Die Heiligkeit besteht also nicht in großen Dingen, sondern in der treuen Beobachtung der Gebote Gottes und in der Pflichterfüllung an dem Platz, an den Gott uns gestellt hat. Er ist ein Mensch, der Gott fürchtet, der ihn ehrlich liebt und ihm in Treue dient. Er ist ein Mensch, der sich nicht vom Hochmut aufblähen und nicht von der Eigenliebe beherrschen lässt, der wirklich demütig ist und klein in seinen eigenen Augen. (Jean Marie Vianney)

1. Petr 1,18-20: Erlöst durch Christus

Er hat euch losgekauft […] mit dem kostbaren Blut eines unschuldigen und fehlerlosen Lammes, das für uns geopfert wurde, dem Blut von Christus. 1. Petr 1:18‭-‬20

Mögen wir, festgewurzelt im Glauben, freudig in der Hoffnung und glühend in der Liebe an Christus fest halten. Wer trotz Leiden und eigener Wunden an ihm festhält, der hat verstanden, was Jesu Erlösung für ihn bedeutet. „Ihr seid wiedergeboren […] durch das lebendige Wort Gottes.“ (1. Petr 1:23). Er macht neue Menschen aus uns, sodass wir alles Alte ablegen. Sein Wort ist gut und wirkt in uns täglich neu. Durch sein Wort hütet er unsere Seele. Das ist das Einzigste, worauf es ankommt.

Liebt einander von ganzem Herzen. 1. Petr 1:22

Ihr habt ja von seinem Wort gekostet und selbst erlebt, wie gut der Herr ist. 1. Petr 2:3

1. Petrus Kapitel 2

1. Petr 2,4: Der verworfene Stein

Jesus Christus ist der von den Bauleuten verworfene Stein. 1. Petrus 2,4

Jesus hätte ja der im Leiden noch gefeierte Christus sein können. Auf dem Leiden könnte ja noch die Bewunderung der Welt liegen, eigene Ehre und Würde tragen. Das Verworfenwerden nimmt dem Leiden jede Würde und Ehre, sind der zusammenfassende Ausdruck für das Kreuz Jesu, für seine unbegreifliche Liebe zu uns, zu dir! Genau das will die Passionsmystik: nicht das Betrachten der Leiden Christi für sich hat Wert, sondern allein das Nachspüren seiner Liebe zu uns, die in diesem Leiden zum Ausdruck kommt.

1. Petr 2,5: Wir als lebendige Steine

Lasst euch selbst als lebendige Steine in das Haus einfügen. 1. Petr 2:5

Als Nachfolger des Christus bilden wir zusammen einen lebendiges geistliches Haus mit Christus als Fundament und Eckstein und jedem einzelnen Christen als einem Stein. Wir leben in Gemeinschaft. Ein einzelner Stein ist ein Stein und nichts mehr. Erst viele Steine geben ein Haus. Und das Schönste. Kein Stein muss perfekt sein. Gott fügt alles in sein Bauwerk ein. Michael von Faulhaber dazu: Menschliche Schwachheit kann die Pläne der göttlichen Allmacht nicht umstoßen. Ein göttlicher Baumeister kann auch mit fallenden Steinen arbeiten.

Zu ihm dürft ihr kommen. Er ist der lebendige Stein. Wer auf ihn baut und ihm vertraut, steht fest und sicher. 1. Petr 2:4;6

1. Petr 2,10: Barmherzigkeit Gottes

Früher kanntet ihr Gottes Barmherzigkeit nicht; doch jetzt habt ihr sie erfahren. 1. Petrus 2,10

Nichts ist dem Menschen so nötig wie die Barmherzigkeit Gottes. Das mag ich in dieser Woche fast aufdringlich wiederholen, aber eben nur darum, weil dies für mich und dich so wichtig ist. In einem Zeitgeist, wo wir uns immer häufiger am liebsten nur auf uns selbst verlassen und die Selbstverwirklichung ganz oben auf der Prioritätenliste steht, wird das „Nicht-Vergessen“ dieser göttlichen Barmherzigkeit immer wichtiger für unsere Seele. Aus tiefster Seele hoffen wir auf den Herrn ; er allein ist unsere Hilfe und der Schild, der uns schützt. (Ps 33:20)Der Barmherzigkeit Gottes muss ich mich öffnen bzw. ich kann sie auch ablehnen. Das ist nicht nur eine Theorie-Kopf-Entscheidung, sondern, lebensverändernd-allumfassend.

1. Petr 2,16: Freie Menschen

Ihr seid freie Menschen. 1. Petr 2:16

Was ist genug für mich? Wann habe ich genug gearbeitet, Länder besucht, Anerkennung bekommen u.a.? Wann ist es genug? Wo ist die Grenze? Wo ist mein Maß? Wenn ich innerlich spüre, dass ich nicht alles haben muss, entsteht ein Gespür für wahre Freiheit dafür, wann es für mich genug ist. Wer sagen kann „Ich habe genug“ der wird frei von dem Diktat des Immer mehr haben Müssens. Ganz tief leuchtet es plötzlich auf: Gott allein genügt. „Nach was also verlangst du voll Gier? Wenn du nach etwas anderem als dem Heiligen Geist verlangst, was wird dir genügen, wenn Gott dir nicht genügt?“ (Augustinus) Deine Freiheit beruht weniger auf der Kraft deiner Arme als auf der Mäßigung deines Herzens.

1. Petr 2,21: Seinen Fußstapfen folgen

Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt. 1.Petrus 2,21

Nachfolge Jesu bedeutet Jesus nachzuahmen in seinem Denken, Empfinden und Handeln. Nachfolge Jesu bedeutet, sich seiner „königlichen Priesterschaft“ (1. Petr 2,9) bewusst zu werden und in diesem priesterlichen Dienst, dem Nächsten zu dienen in vielfältiger Form. Nachfolge Jesu bedeutet, die Seele des Nächsten zu hüten, d.h. auf sie Acht geben und ihr Gutes tun. Seelen, die so oft verwundet sind durch zwischenmenschliche Verletzungen, Streß, Krankheit, Tod u.v.m. Nachfolge Jesus bedeutet schließlich meine eigene Seele unter seinen Schutz zu stellen. Er allein vermag meine verletzte Seele zu heilen. Jesus ist der Hüter meiner Seele. Einer meiner Lieblings-Bibelverse:

Meine Seele, du bist Gottes fähig! Begnüge dich daher nicht mit weniger als mit Gott. Blicke auf zum Himmel, verliere ihn nicht um der Erde willen! Blicke auf zu Jesus. Lass dich ganz in ihn hinein fallen, so dass du von Herzen sagen kannst: Ich gehöre nicht mehr mir, ob ich lebe oder sterbe: ich gehöre meinem Heiland. Ich habe kein Ich und kein Mein mehr; mein Ich ist Jesus, mein Anteil ist, ihm zu gehören. Die Liebe Christi bewegt mein Herz, Jesus immer enger nachzufolgen, in seine Fußstapfen zu treten. Das ist ein frommes Leben. Im konkreten Leben bedeutet es nichts anderes, als die Liebe zu leben.
Bleib treu und beharrlich bei deinem Vorhaben eines frommen Lebens!

1. Petr 2,24: Durch seine Wunden geheilt

Durch seine Wunden hat Christus euch geheilt. 1. Petr 2:24

Du machst das Zeichen des Kreuzes, dann mache es recht. Mache es langsam, mit Bedacht. Dann umfasst es dein ganzes Wesen, Seele, Gedanken und Willen. Alles wird darin gestärkt und geweiht im Namen des dreieinigen Gottes. Es ist das Zeichen der Erlösung. Wir machen es vor dem Beten, damit Gedanken, Wille und Herz gesammelt werden. Wir machen es nach dem Gebet, damit in uns bleibe, was Gott uns geschenkt hat. Wir machen es in der Versuchung, dass er uns stärke und in der Gefahr, das er uns schütze. Wir machen es vor dem Aufstehen, den Tag in Gottes Hände legend und vor schwierigen Gesprächen mit Bitte um Lenkung. Gott segne dich und diesen Tag.

1. Petr 2,25: Hüter unserer Seelen

Denn ihr wart wie Schafe, die sich verlaufen haben. Jetzt aber seid ihr zu eurem Hirten, dem Hüter eurer Seelen zurückgekehrt. 1. Petrus 2:25

Die Seele ist unser kostbarstes Gut, aber sie ist unentwegt Gefahren ausgesetzt: familiärer oder beruflicher Streß, Versuchungen, Ablenkungen, der eigene Egoismus. Aus eigener Kraft können wir diesen Kräften nicht standhalten, dazu sind wir zu schwach. Dennoch können wir mit vollster Zuversicht in jeden neuen Tag starten, weil Jesus nicht einfach nur da ist, sondern auch meine und deine Seele hütet, sie beschützt und pflegt, wenn sie verletzt wird. Herr Jesus Christus, dir sei Dank. Jeden Tag lege ich neu meine Seele in deine Hände.

1. Petrus Kapitel 3

1. Petr 3,3-4: Innere Schönheit

Eure Schönheit soll von innen kommen! Ein freundliches und ausgeglichenes Wesen ist euer unvergänglicher Schmuck. 1. Petr 3:3‭-‬4

Vielfach konkretisiert wird diese innere Schönheit im Kapitel 3, damit wir den Willen Gottes immer besser erkennen. Ich finde solche Auflistungen immer sehr hilfreich.

• Haltet einmütig zusammen!• Nehmt Anteil am Leben des anderen• Liebt einander als Geschwister!• Geht barmherzig miteinander um• Seid nicht überheblich.• Vergeltet nicht Böses mit Bösem• Gutes tun• für den Frieden einsetzen

1. Petr 3,8: Voller Mitgefühl

Seid voller Mitgefühl, liebt einander! 1. Petr 3:8

Mitgefühl für das Wohlbefinden anderer ist das Bindeglied zwischen dem Einfühlungsvermögen und Handlungen der Güte. Das fängt nicht gleich bei den großen Taten an. Man kann schlicht versuchen, nett zu sein, wenn man morgens unterwegs ist und guten Morgen zu den Leuten sagt, denen man begegnet oder man kann lächeln, wenn einem nicht danach ist. Du kannst jeden, den du begegnest, segnen. Das hilft dir dabei, weniger egozentrisch zu sein, sondern in einer Haltung des Mitgefühls zu leben. Das Leben in der Freude wird bewahrt, wenn wir uns auf andere konzentrieren. Anderen Freude zu schenken ist ein Weg, selbst in der Freude zu bleiben.

Wichtig ist es, immer wieder vom Denken in das Fühlen zu kommen. Wir sind eine große Familie. Weil Gott unser Vater ist, sind wir alle wie Schwestern und Brüder miteinander verbunden. Wenn mir der andere Mensch emotional nahe rückt, dann beginnt das Mitgefühl. Achte zunächst immer auf dein Gefühl für andere. Mehre dein Mitgefühl für andere. Dann werden auch die Taten wie von alleine folgen. Aus dem Fühlen erwächst das Tun. Nicht einfach ein Tun, damit irgendwo Barmherzigkeit geübt wurde. Sondern wirklich ein Tun, das konkret dort ansetzt, wo die Bedürfnisse des anderen liegen. Es geht also um einen Blick der Liebe, der fast schon von alleine in die Tat führt.

1. Petr 3,9: Böses nicht vergelten

Vergeltet nicht Böses mit Bösem […] Im Gegenteil: Bittet Gott um seinen Segen für den anderen. 1. Petr 3:9

Erhebe deine Hand nicht zum Schlag, öffne deinen Mund nicht im Zorn, sondern sei still. Was kann denn der dir schaden, der dir Böses antut. Nicht dir schadet es, aber ihm schadet es. Unrecht leiden schadet keinem Christen. Aber Unrecht tun schadet. Nur eines will ja der Böse bei dir erreichen, nämlich, daß du auch böse wirst. Aber damit hätte er ja gesiegt. Darum vergilt nicht Böses mit Bösem. Wie geschieht das? Nicht dadurch, daß wir dem Bösen des anderen Nahrung geben an unserm Bösen, sondern dadurch daß das Böse ins Leere stößt und nichts findet, woran es sich entzünden kann. Indem wir es vergeben ohne Ende. Indem wir den Feind sehen als den, der er in Wahrheit ist, als den, für den Christus starb, den Christus liebt. Bonhoeffer

Lasse dich nicht dazu herab, zurück zu schlagen, wenn andere dich verletzen. Bete für diese Menschen, statt deiner Wut freien Lauf zu lassen.

1. Petr 3,9: Den Nächsten segnen

Bittet Gott um seinen Segen für den anderen. Denn ihr wisst ja, dass Gott auch euch dazu berufen hat, seinen Segen zu empfangen. 1. Petrus 3:9

Segnen heißt, die Hand auf etwas legen und sagen: Du gehörst trotz allem Gott. So tun wir es mit der Welt, die uns solches Leiden zufügt. Wir verlassen sie nicht, wir verwerfen, verachten, verdammen sie nicht, sondern wir rufen sie zu Gott. Wir geben ihr Hoffnung, wir legen die Hand auf sie und sagen: Gottes Segen komme über dich. Wir haben Gottes Segen empfangen im Glück und im Leiden. Wer aber selbst gesegnet wurde, der kann nicht mehr anders, als diesen Segen weitergeben, ja er muss dort, wo er ist, ein Segen sein. Nur aus dem Unmöglichen kann die Welt erneuert werden. Dieses Unmögliche ist der Segen Gottes. Bonhoeffer

Segnen und gesegnet werden ist eines der wertvollsten Geschenke, die uns anvertraut sind. Segnen bedeutet, den Namen Gottes auf Menschen zu legen. Segen ist mehr als ein Wunsch. Wenn du gesegnet wirst, dann wird der Name Jesus auf dich gelegt. Das steht nun über deinem Leben und soll sich nun in deinem Leben als Gesegneter entfalten. Mit dem Geschenk des Segens ist mir aber auch etwas in die Hand gelegt worden, für das ich nun verantwortlich bin. Als Gesegneter bin ich Segensträger. Wir dürfen und sollen den Segen auch an andere weitergeben. Sprich heute Menschen, denen du begegnest in Gedanken oder ausgesprochen ein Gott segne Sie oder Jesus Christus segne dich. Das hat Kraft. Die Gnade unseres Herrn Jesus sei mit Dir !

1. Petr 3,15: Rede und Antwort stehen

Seid immer bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn euch andere nach der Hoffnung fragen, die euch erfüllt. 1. Petr 3:15

Auf Erden müssen wir immer wieder zwischen Furcht und Hoffnung kämpfen, wobei aber die Hoffnung immer stärker sei, in Anbetracht der Allmacht dessen, der uns beisteht. Hab also keine Angst vor Problemen. Schrecke nicht vor ihnen zurück, sondern lebe in der Hoffnung, die in Jesus Christus gegründet ist. Auch in deiner persönlichen Erfolgs- und Hoffnungslosigkeit, in mancher Frustration oder Lebensangst steht Jesus am Ufer deines Lebens. Darauf darfst du wirklich vertrauen. Davon darfst du selbst auch Zeugnis geben in der dir angemessenen Form und Weise.

Herr Jesus, du wirst immer meine Hoffnung und mein Heil im Land der Lebenden sein. Franz von Sales

1. Petr 3,18: Gerecht vor Gott

Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, er, der Gerechte, für die Ungerechten, um euch zu Gott hinzuführen. 1 Petr 3,18

Gerechtigkeit im biblischen Sinne bedeutet, vor Gott bestehen zu können. Nun wissen wir, dass wir selbst nicht in dieser idealen Weise glauben, sondern immer wieder eigene Wege gehen und dabei auch Reinfälle erleben. Zum Glück für uns, vergibt uns Gott aber immer wieder, wenn wir falsche Wege als solche erkennen, von diesen umkehren und um Vergebung bitten. Wir sind hier wie Auszubildende, die nicht perfekt sind sondern Fehler machen. Wichtig ist es, dass wir bei Jesus in der Ausbildung bleiben – und wenn es der Herr schenkt, vielleicht auch Fortschritte machen dürfen – um am Ende aus Gnaden angenommen zu werden.

Gott, ich glaube, dass du hier und jetzt für mich gegenwärtig bist und dass du mich liebst. Gott, du kennst meine Schwächen besser als ich selbst. Hilf mir mit deinem Licht, diesen Tag zu überschauen. Ignatius von Loyola

1. Petrus Kapitel 4

1. Petr 4,1: Haltung Christi annehmen

Weil Christus als Mensch gelitten hat, sollt ihr euch dieselbe Haltung wie er zu eigen machen. 1. Petr 4:1

Wir müssen alles tun, um Leid zu überwinden, aber ganz aus der Welt schaffen können wir es nicht, weil wir unsere Endlichkeit nicht abschütteln können und weil niemand von uns imstande ist, die Macht des Bösen aus der Welt zu schaffen, die immerfort Quell von Leiden ist. Sehen wir daher im Leid stets auch eine Prüfung, an der wir wachsen und reifen können. Vergessen wir nie, dass Gott gerade auch in der für uns schwierigsten und unangenehmsten Zeit da ist! Nur diese große Hoffnungsgewißheit, dass trotz allen Scheiterns mein Leben in einer unzerstörbaren Macht der Liebe geborgen ist und von ihr her Sinn und Bedeutung hat, kann dann noch Mut zum Wirken und zum Weitergehen schenken. (Benedikt XVI)

1. Petr 4,2: Bestimmt von Gottes Willen

Der Rest eures Lebens wird dann nicht mehr von euren Leidenschaften bestimmt, sondern von dem, was Gott will. 1. Petr 4:2

Es ist nur recht, daß wir seinen Willen tun, denn dazu sind wir ja auf dieser Welt  Ach, wir bitten ihn doch alle Tage, daß sein Wille geschehe und wenn es dann dazu kommt, macht es uns soviel Mühe! Wir opfern uns Gott so oft auf wir sagen ihm alle Augenblicke: Herr, ich bin Dein, da ist mein Herz. Wenn er sich aber unser bedienen will, sind wir so feig! Wie können wir sagen, daß wir ihm gehören, wenn wir unseren Willen nicht dem seinen anpassen wollen? Mit einem Wort, wir wollen Gott dienen, aber nach unserem Willen und nicht nach dem seinen. Aber es ist immer dasselbe: Wer sich nicht ganz Gott hingibt, wird niemals Ruhe finden. Franz von Sales

1. Petr 4,7: Nicht müde im Beten werden

Seid wachsam und besonnen, werdet nicht müde zu beten. 1. Petrus 4:7

Wir sollen erwartungsvoll leben, weil Christus bald wiederkommen wird. Zur Vorbereitung auf die Begegnung mit ihm gehört, dass wir ständig in der Liebe zu Gott und zu anderen Menschen wachsen (siehe die Zusammenfassung des Gesetzes durch Jesus in Matthäus 22,37-40). Es ist wichtig, regelmäßig zu beten und bedürftigen Menschen zu helfen. Unser Besitz, unser Status und unsere Macht haben in Gottes Reich überhaupt keine Bedeutung, aber wir werden die Ewigkeit mit anderen Menschen verbringen. Investieren Sie Ihre Zeit und Ihre Talente dort, wo sie etwas bewirken, das für die Ewigkeit Bedeutung hat.

1. Petr 4,8: Liebe sieht über Fehler hinweg

Liebe sieht über Fehler hinweg. 1. Petr 4:8

Die Liebe deckt Sünden zu, wenn wir Fehler und Sünden des Nächsten nicht dramatisieren, sie nicht immer und immer wieder dem anderen unter die Nase halten, sie darüber nicht richten und verurteilen, sondern dem anderen trotz seiner Fehler und Sünden liebevoll und mitfühlend begegnen. Das alles aus dem Geist heraus, dass wir doch alle mit allerlei Kämpfen und Schwächen im Leben konfrontiert sind. Lasst uns von Herzen alles dafür tun, dass unsere Seele, unser Innerstes dem Nächsten freundlich begegnet.

Nehmt einander gastfreundlich auf. 1. Petr 4:9

1. Petr. 4,10: Einander dienen

Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes. 1. Petr 4:10

Das Profil des Christen zeigt sich nicht im hohen Rang, nicht in Ehrentiteln und Machtpositionen, nicht in Ruhm und Herrschaft, sondern im Dasein für andere, im Mut zum Dienen, in Hilfsbereitschaft und Solidarität, in Fürsorge und Engagement zum Wohle anderer. Mit einem Wort: Das Profil des Christen zeigt sich in dienender Liebe und liebender Hingabe. In einem Lied heißt es: Der Herr  wird nicht fragen: Was hast du beherrscht, was hast du dir unterworfen? Seine Frage wird lauten: Wem hast du gedient, wen hast du umarmt um meinetwillen? Pius Kirchgeßner

Von Gott gesegnet seien Sie, wenn Sie gehen oder bleiben, Gott dienen, dem Nächsten dienen, sich bis in Ihr Nichts hinein demütigen und sich erheben bis in Ihr Alles hinein; und Gott sei allezeit Ihr Alles. Franz von Sales

1. Petr 4,11: Gott in unserem Tun ehren

So ehren wir Gott mit allem, was wir haben und tun. 1. Petrus 4:11

Im hebräischen Ursprung bedeutet Ehre Gewicht. Ehren bedeutet: Gott bekommt Gewicht. Bei kleinen wie großen Entscheidungen des Lebens frage ich nach seinem Willen und versuche danach zu handeln. Dadurch ehre ich Gott.Der Wille Gottes im innersten Kern ist die Liebe. Jeder Mensch hat eine Gabe von Gott, mit welcher er anderen Gutes tun kann. Dazu ist er berufen. Der eine kann gut zureden, der andere gut zuhören, wieder ein anderer packt konkret unterstützend an und und und. Immer wieder kostet das auch Überwindung, weil’s uns gerade nicht in den Kram passt, dieses oder jenes zu tun. Tun wir es dennoch, dann werden wir den Willen Gottes erfüllen und zum Segen für andere Menschen werden! Lasst uns also stets Gutes denken, Gutes sagen und Gutes tun und in alledem Gott ehren.

1. Petr 4,13 : Mit Christus leiden

Freut euch vielmehr darüber, dass ihr mit Christus leidet. Dann werdet ihr auch jubeln und euch mit ihm freuen, wenn er in all seiner Herrlichkeit erscheint. 1. Petr 4:13

In unserem Leid sind wir nicht allein, sondern wir leiden mit Christus und er mit uns. Und wir leiden mit unserem Nächsten. Nicht die Flucht vor dem Leiden heilt den Menschen, sondern die Fähigkeit, das Leiden anzunehmen und in ihm zu reifen, in ihm Sinn zu finden durch die Vereinigung mit Christus, der mit unendlicher Liebe gelitten hat. Das Annehmen des anderen, der leidet, bedeutet, dass ich mir sein Leid selbst zueigne, dass es auch mein Leiden wird. Dadurch, dass es nun geteiltes Leid geworden ist, dringt das Licht der Liebe in dieses Leiden ein. Und eben das ist Grund zur Freude und Jubel.Am Anfang der Christenheit erlitten viele Christen das Martyrium. Sie wurden aufgrund ihres Glaubens vielfach angegriffen bis hin zur Tötung. Der erste Brief des Petrus möchte diese Christen in ihrer Bedrängnis stärken.

1. Petrus Kapitel 5

1. Petr 5,2: Werkzeug Gottes sein

Hütet die Herde Gottes als gute Hirten, und das nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern aus freien Stücken. 1. Petrus 5:2

Auch wir geben unser Leben hin. Tag um Tag üben wir uns im Erkennen darin, dass ich mein Leben nicht für mich selber habe. Lerne, dich selbst los zu lassen. Lasse dich als Werkzeug Gottes benutzen, da wo er dich gerade braucht, auch wenn dir anderes schöner oder wichtiger erscheint. Du bist dazu berufen Hüter deiner Brüder und Schwestern zu sein. Das Leben für sie geben, nicht nehmen. Gerade so erfahren wir Freiheit. Freiheit von uns selbst, die Weite des Seins. Gerade so, im Gebrauchtwerden, dadurch daß wir jemand sind, der in der Welt gebraucht wird, wird unser Leben wichtig und schön. Nur wer sein Leben gibt, findet es. Nur in der Hingabe gelangen wir zum innersten Wesen der Liebe und beheimaten so unsere Seele im Herzen des guten Hirten Jesus Christus.

Das innerste Wesen der Liebe ist Hingabe. Edith Stein

1. Petr 5,5: Den Demütigen gibt er Gnade

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. 1.Petr 5,5

Demut: Ich erkenne an, dass Gott unendlich viel größer ist als ich selbst. Das ist die Haltung, in der wir jeden Tag neu mit geöffneten Händen sagen können: Ich brauche dich, Gott. Solche Hände werden gefüllt. Wir werden beschenkt. Gott lässt uns leben als seine geliebten Geschöpfe völlig unverdient aus Gnade. “Deshalb beugt euch unter Gottes mächtige Hand.” (1. Petr 5:6). In dieser demütigen Haltung dürfen wir zu Gott mit allem kommen, was uns beschäftigt..

1. Petr 5,7: Sorgen auf Jesus werfen

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.1. Petrus 5:7

Abbas Agueras sagte mir: Ich ging eines Tages zu Abbas Poimen und sagte ihm: Ich bin überall hingegangen, um dort zu bleiben, aber ich habe die Ruhe nicht gefunden. Wo willst du, dass ich bleibe? Der Alte antwortete: Es gibt in unseren Tagen keinen Krieg mehr in der Wüste. Geh, such dir eine zahlreiche Menge, bleibe unter ihr und lebe wie einer, der nicht existiert und sage: Ich bin ohne Sorge. So wirst du die höchste Ruhe haben. Apophthegmata

Das Leben unter Menschen ist immer eine spirituelle Übung, zum einen um mich nicht über die Menschen zu definieren, sondern allein in und durch Gott. Zum andern, um mich in der Sorglosigkeit zu üben, Vertrauen darauf, dass Gott für mich sorgt. Das schenkt mir Ruhe mitten unter den Menschen

Wir dürfen uns nicht dabei aufhalten, dies oder jenes zu wünschen oder zu wollen, sondern müssen es Gott für uns wollen und tun lassen, wie es ihm gefällt. Das ist die Stille unseres Willens, der gar nichts will, sondern einfach allem zustimmt, was Gott in uns, an uns und aus uns machen will. Wir müssen „unsere ganze Sorge auf ihn werfen, weil er für uns sorgt. Herr, ich will nicht, daß das oder jenes geschieht, ich überlasse es Dir, alles für mich ganz nach Deinem Belieben zu wollen. Anstatt es zu wollen, will ich Dich preisen dafür, daß Du es gewollt hast. Wie herrlich ist diese Haltung unseres Willens, wenn er von der Sorge abläßt und stattdessen voller Lob und Dankbarkeit für Gott ist.