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Titus – Auslegungen

Titus – Kap. 1

Tit 1,1: Anschrift und Gruß

Ich habe den Auftrag, alle, die Gott auserwählt hat, im Glauben zu stärken. Viele Menschen sollen noch die Wahrheit erkennen und so leben, wie es Gott gefällt. Tit 1:1

Titus war ein langjähriger wichtiger Mitarbeiter des Paulus. Titus begleitete u.a. die junge Kirche von Kreta. Da es da so einige Probleme gab, schrieb Paulus an Titus diesen Brief mit Anweisungen. So leben, wie Gott gefällt: der Brief enthält eine Vielzahl an Tugenden, die es wert sind, daran zu erinnern. Die Ermahnungen hin zu den verschiedenen Tugenden richten sich in dem Brief an einzelne Personen (Älteste, Männer, Frauen etc.). Aber es sind schlichtweg universale Tugenden. Gleich anfangs nennt er die Hoffnung. Als Christen sind wir voller Hoffnung auf das ewige Leben. Es ist keine vage Hoffnung, sondern die freudige Erwartung einer sicheren, zukünftigen Realität. Schon jetzt besitzen wir dieses ewige Leben, das wir in der Ewigkeit uneingeschränkt geniessen werden.

Sie sollen erfahren, dass es die Hoffnung auf das ewige Leben gibt. Tit 1:2

Tit 1,8: Tugendaufzählung

Vielmehr soll er gastfreundlich sein, das Gute lieben und besonnen sein, gerecht urteilen, ganz für Gott da sein und sich selbst beherrschen können. Tit 1:8

Sei gastfreundlich. Öffne dem anderen dein Herz. Verschließe nicht die Tür deines Herzens, wenn du deinem Nächsten begegnest. Und liebe das Gute. Habe ein weites Herz für alles Gute. Tue deinem Nächsten Gutes. Gott gibt uns in seiner Liebe alles Gute. Darin soll Ihn jedes Kind Gottes nachahmen. Sei ganz für Gott da. Wende dich in allen Dingen Gott zu. Es geht um ein gottesfürchtiges Leben, das Ihm gefällt. Dazu gehört unbedingt auch die Selbstbeherrschung. Kontrolliere deine Kraft und deine Wünsche und versuche Mass zu halten. Wisse darum, was dir schadet und halte dich davon fern.

Titus – Kap. 2

Tit 2,1: Du aber rede

Du aber rede, was der gesunden Lehre entspricht. Tit 2:1

Das zweite Kapitel beginnt und endet mit der Aufforderung an Titus, zu reden. Als Christen geben wir die Gedanken Gottes weiter, vor allem im persönlichen Gespräch im Alltag. Gesund ist die Lehre dann, wenn der Herr Jesus im Mittelpunkt steht. Er reinigt, wenn unser Denken beschmutzt und unser Gewissen getrübt ist, so dass wir gesund werden im Glauben, der Liebe und der Geduld.

Die älteren Männer halte dazu an, maßvoll, ehrbar und besonnen zu leben, gesund in ihrem Glauben, ihrer Liebe und ihrer Geduld. Tit 2:2

Tit 2,6: Die Tugend der Besonnenheit

Gleicherweise ermahne die jungen Männer, dass sie besonnen sein sollen. Titus 2:6

Die wiederholte Aufforderung zur Besonnenheit (3mal) unterstreicht, wie wichtig und bedeutsam diese Eigenschaft bei allen. Llasse dich nicht leichtfertig emotional mitreissen. Blicke nüchtern auf die Dinge. Gedanken, Worte und Taten sollen ausgewogen sein. Ein Zeichen für Besonnenheit ist, dass wir unsere Zunge zügeln. Hüten wir uns vor Klatsch und Tratsch und vor allem vor der üblen Nachrede. Es geht darum, unsere Zunge unter Kontrolle zu haben.

Sie sollen nicht klatschen und tratschen. Titus 2:3

Tit 2,11: Gnade Gottes

Die Gnade Gottes ist erschienen, Heil bringend für alle Menschen. Tit 2,11

Die Verse 11-14 bilden das Herzstück des Briefes. Sie werden jedes Jahr in der kath. Kirche an Weihnachten gelesen. Das Wort „erschienen“ weist auf die historische Tatsache der Menschwerdung des Herrn Jesus hin, die wir an Weihnachten feiern. Bei seiner Geburt begann die Gnade zu scheinen. Das wesentliche Merkmal der Gnade Gottes ist, dass sie unverdient ist. Niemand von uns kann sich Gottes Gnade erarbeiten. Wenn Gott sich Menschen zuwendet, können wir nur Danke sagen. Gott möchte das Heil aller Menschen.

Das Wort Heiland bedeutet Retter. Es kommt im Brief an Titus sechsmal vor und damit öfter als in jedem anderen Buch des Neuen Testaments.

Die Gnade Gottes ist erschienen, Heil bringend für alle Menschen. Tit 2,11

Schon im Alten Testament erwies sich der Herr als ein gnädiger Gott. Seine Gnade war damals wahrnehmbar wie die Sonne an einem bewölkten Tag: Sie ist da, aber für das menschliche Auge nicht sichtbar. Erst in der Person des Herrn Jesus erkennen wir, wie reich und herrlich seine Gnade ist. Die Gnade Gottes ist in der Person des Herrn Jesus erschienen. Er ist Mensch geworden, hat auf der Erde gelebt, ist am Kreuz gestorben und siegreich auferstanden. Das alles umfasst das Erscheinen der Gnade. Sie gleicht nun der Sonne, die in ihrer vollen Kraft an einem wolkenlosen Tag im Zenit steht und mit ihren wärmenden Strahlen die Menschen erfreut.

Tit 2,12: Die Gnade Gottes erzieht uns

Sie erzieht uns dazu, die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden zu verleugnen und besonnen, gerecht und mit Ehrfurcht vor Gott in der heutigen Welt zu leben. Titus 2:12

Die Gnade Gottes erzieht uns dazu, besonnen zu leben. Wir gehen mit dem, was uns aufregen mag, ins Gebet und fragen in allem nüchtern nach dem Willen Gottes. Weiter erzieht uns die Gnade gerecht zu leben. Dies bezieht sich auf andere Menschen. Im Umgang mit unseren Mitmenschen verhalten wir uns korrekt. Ehrfürchtig vor Gott zu leben, bedeutet, dass wir ein Leben der Hingabe an unseren Gott führen, indem wir Ihn lieben, Ihn ehren und Ihm im Dienst zur Verfügung stehen. Und denken wir stets daran: Auch wenn wir im jetzigen Zeitlauf leben, sind wir in unseren Herzen doch auf eine Welt ausgerichtet, die vor uns liegt.

Tit 2,13: Leben in Erwartung

Denn wir warten darauf, dass sich unsere wunderbare Hoffnung erfüllt: dass unser großer Gott und Retter Jesus Christus in seiner ganzen Herrlichkeit erscheinen wird. Tit 2:13

Wer die Gnade erfahren hat, wartet freudig auf das, was kommen wird. Das Leben des Christen zielorientiert. Er weiss: Das Schönste kommt noch. Darauf warten wir voller Sehnsucht. Diese Erwartungshaltung durch dringt uns. Als Christen sind wir in dieser Welt nicht zu Hause. Wir warten darauf, in die himmlische Heimat zu gehen. Die Gnade Gottes will uns hier lehren, dass wir das Kommen unseres Herrn im Herzen tragen, dass wir Ihn wirklich erwarten.

Tit 2,14: Sein Volk

Er ist es ja, der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von einem Leben der Auflehnung gegen Gottes Ordnungen loszukaufen und von aller Schuld zu reinigen und uns auf diese Weise zu seinem Volk zu machen, zu einem Volk, das ihm allein gehört und das sich voll Eifer bemüht, Gutes zu tun . Titus 2:14

Christus hat sich selbst gegeben. Der Geber ist selbst die Gabe. Er gab sich selbst. Er hat nicht gefordert, sondern gegeben. Das ist Gnade! Weil Christus sich selbst für uns gegeben hat, geben wir uns jetzt Ihm hin. Als Erlöste sind wir gemeinsam ein Volk, das Ihm gehört und eifrig in guten Werken sein soll. Christen gehören nicht mehr sich selbst. Jeder Einzelne ist ein Eigentum des Herrn. Gemeinsam sind wir sein Volk. Als Folge davon sollen wir zur Ehre des Herrn leben, der uns losgekauft und gereinigt hat. Bemühen wir uns, Gutes zu tun. Christen tun keine guten Werke, um etwas zu bekommen, sondern sie tun gute Werke, weil sie etwas bekommen haben. Es ist unsere Antwort auf das grosse Heil Gottes, das uns in der Person seines Sohnes unverdient geschenkt worden ist.

Titus – Kap. 3

Tit 3,1: Gutes tun 

Jederzeit bereit sein, Gutes zu tun. Tit 3:1

Hier geht es um unsere generelle Bereitschaft, gute Werke zu tun. Damit weitet sich das Betätigungsfeld auf alle Mitmenschen aus. Helfen wir ihnen? Unterstützen wir sie, wenn sie es nötig haben? Sind wir wirklich zu jedem guten Werk bereit oder nur zu ganz bestimmten? Sind wir grosszügig, hilfsbereit, offen und ehrlich? Zeigen wir Mitempfinden, wenn unsere Mitbürger in Schwierigkeiten sind? Gleichen wir unserem Herrn, der innerlich bewegt war, als er die Menschen in ihrem Elend sah und ihnen half? Zu jedem guten Werk bereit zu sein, gehört zum Lebensprogramm christlicher Existenz. Unsere innere Bereitschaft ist gefragt.

Tit 3,2: Freundlich begegnen

Kein Christ darf gehässig über andere reden oder gar Streit suchen. Er soll vielmehr jedem freundlich und liebevoll begegnen. Tit 3:2

Die Kernbotschaft lautet, dass unser Leben von Güte und Menschenliebe geprägt sein soll. So wie Gott uns begegnet ist, sollen wir unseren Mitmenschen begegnen. Reden wir nicht schlecht von anderen. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes und hat damit eine bestimmte Würde. Achten wir darauf, dass wir niemand durch Worte unbedacht verletzen! Suchen wir nicht den Streit, sondern jagen dem Frieden nach. Bemühen wir uns um Freundlichkeit. Wenn wir unseren Mitmenschen so begegnen, sehen sie in uns etwas von Christus und dieses Verhalten wird Gott segnen.

Ehre ist es dem Mann, vom Streit abzustehen; wer aber ein Narr ist, stürzt sich hinein» (Spr 20,3).

Tit 3,4: Menschenliebe Gottes

Es ist erschienen die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters. Titus 3,4

In Jesus ist die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes erschienen. Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes (Kol 1,15). Johannes fällt überwältigt zu Boden als er dem verherrlichen Christus begegnet (Offenb 1,17). Unser menschlicher Verstand kann nur schattenhaft die Größe und Herrlichkeit Christus erahnen. Schwer zu begreifen, dass er trotz dieser Größe in seiner Liebe zu den Menschen so nah ist und sie maßlos über uns ausschüttet.

Das ist das Reich Gottes: Gott selbst ist nahe! Er ist nahe, weil er Mensch geworden ist, Mensch bleibt und stets bei uns ist in seinem Wort, in der heiligen Eucharistie und in allen Gläubigen. Wir dürfen uns diesem Gott nähern. Das Reich Gottes verkündigen heisst daher, heute von Gottes Nähe zu uns zu sprechen. In Jesus ist Gott mit uns und für uns. Er geht mit uns unsere Wege.

Er ist erschienen. Er hat sich gezeigt. Er ist aus dem unzugänglichen Licht herausgetreten, in dem er wohnt. Er selbst ist in unsere Mitte hereingekommen. Das ist die große Freude von Weihnachten: Gott ist erschienen. Er ist nicht mehr bloß Idee, nicht bloß durch Worte zu erahnen. Er ist erschienen.

Die hohen Festtage aber legen uns Schweigen auf, um so mehr, als sie selbst vom Geheimnis, das sie uns darstellen, widerhallen und göttlich sprechen. Franz von Sales

Die Verse 4-7 werden jedes Jahr an Weihnachten gelesen. Wir glauben an die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes. In Jesus hat Gott sich wahrhaftig als Heiland-Gott erwiesen, der die Menschen liebt und sie retten möchte. Gute Werke sind Ergebnis dieser Rettung, jedoch niemals das Mittel, um sie zu bekommen. Sie bringen keinen Menschen in den Himmel. Unsere eigenen Werke sind vor Gott unbrauchbar. Um gerettet zu werden, war ein ganz anderes Werk nötig, das Werk unseres Heilands am Kreuz. Wer sich darauf stützt, wird errettet.

Er rettete uns, nicht weil wir etwas geleistet hätten, womit wir seine Liebe verdienten, sondern aus lauter Güte. In seiner Barmherzigkeit hat er uns zu neuen Menschen gemacht. Titus 3:5

Tit 3,7: In der Befreiung würdig leben

So sind wir allein durch seine Gnade von aller Schuld befreit. Als seine Kinder und Erben dürfen wir jetzt die Hoffnung auf das ewige Leben haben. Titus 3:7

Leben wir dieser Befreiung würdig. Leben wir in der Hoffnung und lassen wir in Jesus unsere Sorgen schmelzen. Schmeißen wir das Grübeln aus dem Hinterkopf. Ich nehme sie wahr und übergebe sie dir: „Jesus, sorge Du! Du Herr bist ein guter Fürsorger. Ich vertraue dir und sehe meine Sorgen als Thermometer für meinen Hochmut, denn ich sehe mich selbst als Lösung für die Probleme. Dabei ist doch Christus der Erlöser! Sorgen entstehen da, wo ich nur meine eigenen begrenzten Kräfte sehe und nicht die Macht Gottes im Blick habe.

Hüten Sie sich vor Überhastung, Melancholie und Ängstlichkeit! Sie wollen doch um nichts in der Welt Gott beleidigen. Das genügt, um frohen Herzens zu leben. Franz von Sales

Tit 3,14: Nochmals: Gutes tun

Auch unsere Leute sollen lernen, überall da, wo es die Bedürfnisse erfordern, Gutes zu tun, damit sie kein fruchtloses Leben führen. Titus 3:14

Wir sollen lernen, Gutes zu tun. Es ist Übung nötig, um zu erkennen , wie und wann wir jemand helfen sollen. Darin wachsen wir in der Liebe. Wir können die Mitmenschen nie zu viel lieben und somit auch in der Liebe nie die Grenzen der Vernunft überschreiten, sofern die Liebe wirklich im Herzen wurzelt. Mit den Worten von Alfred Delp: Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit auf der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt.

Alle […] sollen sich darum bemühen, Gutes zu tun. Tit 3:8