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1. Timotheus Auslegungen

Timotheus Kap. 1

1. Tim 1,5: Das eine Ziel: die Liebe!

Die Unterweisung in der Lehre unseres Glaubens hat nur das eine Ziel: die Liebe. 1. Tim 1:5

Der erste Timotheusbrief gehört zu den Pastoralbriefen, d.h. es ist ein Brief von Paulus an Timotheus, wo es um Anweisungen zur Gemeindeleitung geht. Diese Woche möchte ich einzelne Verse daraus in den Mittelpunkt stellen. Der erste Vers bringt es gleich auf den Punkt: das eine Ziel ist die Liebe! Die Größe einer Seele besteht nicht in großen Taten, sondern in großer Liebe. Auch wenn unsere Taten an sich klein und alltäglich sind, so werden sie durch die Liebe groß und mächtig vor Gott. Neben all den Kleinzielen unseres Alltags blicken wir immer wieder auf das große Ziel eines jeden Tages: die Liebe in Worten und Taten leben!

Liebe ist der Entschluss, das Ganze eines Menschen zu bejahen, die Einzelheiten mögen sein, wie sie wollen. Otto Flake

1. Tim 1,14: Glaube und Liebe

Der Herr hat mir den Glauben und die Liebe geschenkt, wie sie nur in der Verbundenheit mit Jesus Christus zu finden sind. 1. Tim 1:14

Halte dein Herz weit offen für Gott. Gehe deinen Weg in seiner Gegenwart immer fröhlich weiter. Er liebt dich zärtlich, er ist ganz deiner, dieser gütige Jesus. Sei auch du nur ganz sein. Liebe ihn, gebe dich ihm hin. Ja, wir fallen immer wieder, aber er erbarmt sich unser und richtet uns wieder auf. Er führt uns auf dem Weg des Glaubens und der Liebe. Augustinus dazu: „Denen, die Gott lieben, verwandelt er alles in Gutes, auch ihre Irrwege und Fehler lässt Gott ihnen zum Guten werden.“ Oh wie herrlich und unbegreiflich ist unser Gott.

1. Tim 1,15: Christus der Retter

Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten. 1. Tim 1:15

Christus kam in die Welt, um Sünder zu retten, um dich und mich zu retten. Die gesamte Geschichte kann in einem Satz zusammen gefasst werden: Gott ist auf der Suche nach dem Menschen. Gott ist auf der Suche nach dir! Gott sucht die Verlorenen und freut sich über die Umkehrenden. Das ist ununterbrochen der Kern der Botschaft des Evangeliums. Daher ist es wichtig, dass ich zwei Dinge in meinem Leben lerne: erstens, dass ich ein Verlorener war (!) und zweitens dass ich durch Christus ein Geretteter bin.

Dich sucht Gott mehr als deine Opfergabe. Augustinus

1. Tim 1,17: Lob und Ehre dem König

Gott aber, dem ewigen König, der unsterblich und unsichtbar ist, dem alleinigen Gott gebühren Lob und Ehre in alle Ewigkeit. Amen! 1. Tim 1:17

Sein Königtum gründet in der Liebe Gottes, die er der Welt durch sein Opfer gebracht hat. Es ist die göttliche Macht der Liebe, welche im Zentrum seines Königreichs steht. Es ist die Macht seiner Liebe, die es versteht, Gutes aus dem Bösen zu gewinnen, mein verhärtetes Herz zu erweichen, Frieden in unseren Streit zu tragen, Hoffnung in mein Dunkel zu bringen. Meine Entscheidung für Christus garantiert keinen Erfolg nach den Kriterien der Welt, sichert jedoch jenen Frieden und jene Freude, die allein Christus mir schenken kann. Darum immer wieder neu: vertraue dem König Christus.

Sein Königtum ist Barmherzigkeit. Seine Herrschaft heißt Dienen. Seine Macht ist die Liebe.

1. Timotheus Kap. 2

1. Tim 2,1: Das Gebet für alle Menschen

Betet für alle Menschen. 1. Tim 2:1

Immer wieder muss auch ich aufpassen, dass sich in mein Gebetsleben nicht eine Egozentrik einschleicht, wo ich ausschließlich für mich und mir nahe stehende Personen bete. Jesus selbst sagt uns, dass wir für unsere Feinde beten sollen. Christen beten für alle (!) Menschen. Die Betonung liegt hier auf alle. Gott schließt niemand vom Heil aus. Gott will, dass alle Menschen errettet werden. Der Herr Jesus hat sein Leben für alle hingegeben und er nimmt uns in der Nachfolge in dieses „für alle“ hinein. Dieses „für alle“ ist kein inhaltsleerer Vorsatz, sondern will gelebt und beseelt werden. Bete heute für eine Person, die dir nicht nahe steht, mit der du evtl. auch deine Probleme hast.

1. Timotheus Kap. 3

1. Tim 3,16: Das Geheimnis des Glaubens

Groß ist das Geheimnis unserer Frömmigkeit: Er wurde offenbart im Fleisch, gerechtfertigt durch den Geist, geschaut von den Engeln, verkündet unter den Völkern, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. 1. Tim 3:16

Dies ist ein wundervoller kurzer Christushymnus. Der irdischen Dimension (offenbart im Fleisch, verkündigt den Völkern, geglaubt in der Welt) wird die himmlische Dimension (gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, aufgenommen in die Herrlichkeit) gegenüber gestellt. Erde und Himmel sind zu unterscheiden, ja die größten Gegensätze überhaupt, aber in Jesus kommen sie zusammen – ein großes Geheimnis, denn in Jesus ist Reich Gottes mitten unter uns. Gott segne dich und diesen Tag. Lebe ihn in und mit Jesus.

1. Timotheus Kap. 4

1. Tim 4,7: Gott ist die Mitte

Übe dich darin, ein Leben nach Gottes Willen zu führen. 1. Tim 4:7

Gottes Wille ist für uns die Mitte unseres Lebens! Diese Mitte unseres Lebens ist es, die absolut trägt (Wir sind Getragene!), absolut genügt (Wir sind Gesegnete!), absolut beauftragt (Wir sind Diener Gottes!) Wenn Gott nicht mehr diese Mitte ist, wer ist es dann? Ich! Das aber ist eine zum Scheitern verurteilte Aufgabe. Bonhoeffer dazu: Wir müssen erst einmal ganz verlernen, ich will zu sagen, ehe Gott durch den Heiligen Geist uns lehrt, es neu und richtig zu sagen. Gelobt sei Jesus Christus, der uns auf seinem Weg führt und leitet.

1. Tim 4,16: Auf sich selbst achten

Achte auf dich selbst. 1. Tim 4:16

Setze Grenzen, indem du der Person z.B. aus dem Weg gehst. Du kannst nicht kontrollieren, wie der andere sich verhält, aber du kannst die Anzahl der Möglichkeiten begrenzen, die er hat, um dir auf die Nerven zu gehen. Wenn die nervende Situation schon eingetreten ist, versuche zumindest eine kurze Auszeit zu ermöglichen (z.B. auf Toilette gehen). Indem du dir Zeit gibst, um deine Gefühle zu verarbeiten, schaffst du einen Filter zwischen deinem Gehirn und deinem Mund. Dieser Filter kann dich davon abhalten, auf eine Art und Weise zu reagieren, die die Situation verschlimmern könnte. Lass deine Gefühle in diesem Moment zu, ganz egal wie sie sind. Sobald du deinen Emotionen Luft gemacht hast, mach etwas, um dich zu beruhigen. Meditiere, mache Atemübungen oder gehe spazieren. Ja, auch das ist eine Möglichkeit der Weisung Jesu zu folgen: Haltet Frieden untereinander. (Mk 9:50)

1. Timotheus Kap. 5

1. Timotheus Kap. 6

1. Tim 6,6: Über die Genügsamkeit

Ein Leben in der Ehrfurcht vor Gott bringt tatsächlich großen Gewinn, vorausgesetzt, man kann sich – was den irdischen Besitz betrifft – mit wenigem zufrieden geben.1. Tim 6:6

Unser Leben mit Gott wird nur dann zum Leben in Fülle, wenn wir in unserer Seele darauf bedacht sind, dass sie nicht bestimmt wird durch Wut, Trägheit, Neid und vor allem der Habgier. „Alles Böse erwächst aus der Habgier.“ (1. Tim 6:10) Genügsamkeit dagegen ist eine wichtige Quelle von Zufriedenheit! Sie lässt dich dankbar sein vor Gott mit dem Gegebenen. Habgier dagegen ist die Quelle von Unzufriedenheit. Sie schaut nur auf das, was wir nicht haben. Ja, wir erwarten dann, dass wir, wenn wir es haben, irgendwie glücklicher sind, aber in Wahrheit verursacht dieses Streben gerade meist die Sorge. Das Herz, das sich an Dinge hängt, empfängt mit ihnen die Last der Sorge. Das Herz, das abgibt, wird dagegen reich.

1. Tim 6,6: Bescheidenheit

Dabei ist doch jeder reich, der an Gott glaubt und mit dem zufrieden ist, was er hat 1.Tim 6,6

Bescheidenheit als Frucht des hl. Geistes ist eine Entscheidung, mit dem glücklich zu sein, was man hat. Wir können uns dafür entscheiden, jeden Tag zufrieden zu sein mit dem was wir haben und was ist und unsere Gier und Sehnsucht zügeln. Zufriedenheit in der Bescheidenheit! Es liegt durchaus an uns wieviele „Sternchen“ wir dem Tag am Ende geben, abhängig mit wie viel Wünschen und Ansprüchen wir in den Tag gehen. Sind diese zu viel und zu hoch, dann scheitern wir wahrscheinlich recht häufig daran. Ergebnis ist meist Unzufriedenheit. Bescheidenheit ist die Fähigkeit, mit Wenigem zufrieden zu sein. So schmücke dein Haus mit Bescheidenheit.

Schließlich haben wir bei unserer Geburt nichts in die Welt mitgebracht und wir können auch nichts mitnehmen, wenn wir sterben.‭ 1Tim 6:7

1. Tim 6,10: Böse Habgier

Alles Böse erwächst aus der Habgier. 1. Tim 6:10

Ein Spruch der Wüstenväter lautet: „Was muss ich tun, Vater? Schweige, und vergleiche dich nicht mit den anderen.“ Neid ensteht dadurch, dass wir uns mit anderen vergleichen und das kann sich auf alles beziehen: Geld, Auto, Haus, Kleidung, Freunde, Gesundheit, Glück, Aussehen, Intelligenz, Erfolg, Persönlichkeit etc. Im Neid sind wir nicht bei uns und wohnen nicht in der Ruhe Gottes, sondern schauen auf die anderen und darin besteht die Not und das Leid. Wenn die Versuchung des Vergleichens in dir ist, widerstehe ihr, denn „selbstsüchtige Wünsche, die Gier […] all dies kommt nicht von Gott, unserem Vater, sondern gehört zur Welt.“ (1. Joh 2:16). Vielmehr:

Suche nichts außer Ihn. Er genügt dir! Du magst habgierig sein, soviel du willst: Gott ist genug. Augustinus

1. Tim 6,11: Nächstenliebe

Bemüh dich vielmehr mit aller Kraft darum, das Richtige zu tun, Gott zu dienen, ihm zu vertrauen und deine Mitmenschen von ganzem Herzen zu lieben. 1. Tim 6:11

Jeder Christ soll Apostel sein für alle, die in Reichweite leben. Ihre Nächsten und Freunde zuerst, aber nicht nur für sie; die Nächstenliebe hat nichts Enges; sie umfasst alle, die das Herz Jesu umfasst. Durch welche Mittel? … Güte, Herzlichkeit, geschwisterliche Zuwendung, das Beispiel der Tugend, Demut und Sanftmut, die immer anziehend wirken und zutiefst christlich sind, gegenüber allen Menschen ohne Ausnahme?… Bei manchen Menschen werden Sie nie ein Wort über Gott und Religion verwenden. Sie üben Geduld, wie Gott geduldig ist. Sie sind gut, wie Gott gut ist? Vor allem: in jedem Menschen den Bruder, die Schwester sehen. Charles de Foucauld

1. Tim 6,11: Tugend der Freundlichkeit

Begegne ihnen mit Geduld und Freundlichkeit. 1. Tim 6:11

Die Tugend der Freundlichkeit steht zwischen zwei Lastern, dem düsteren Ernst einerseits und der Schmeichelzunge andererseits. Die Tugend der Freundlichkeit hält die goldene Mitte. Sie versteht sich zu Zärtlichkeiten nur da, wo sie ihr angebracht erscheinen, und bewahrt dabei in Anpassung an die betreffende Person oder an die jeweiligen Umstände eine feine Zurückhaltung.

1. Tim 6,11: Der Sanftmut nachjagen

Jage aber nach Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut! 1. Tim 6:11

Die Sanftmut will nun, daß man die Regungen des Zornes unterdrückt, daß man mild, herzlich und voll Güte gegen alle ist. Sprich und handle also auf möglichst sanfte Weise. Beim ersten Gefühl des Zorns, der Ungeduld und der Entrüstung des Herzens sammle sogleich sanft deine Kräfte vor unserem Herrn, um ihn um Hilfe zu bitten. Wenn man eine Handlung im Zorn oder aus Ungeduld begangen hat, mache den Fehler gut durch einen Akt der Sanftmut der betreffenden Person gegenüber.

Es gehört nicht viel dazu, recht sanftmütig zu sein, wenn einem nichts in die Quere kommt und die Geduld nicht auf die Probe gestellt wird. Franz von Sales

1. Tim 6,12: Kampf des Glaubens

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens! 1. Tim 6:12

Unser Glaubensweg ist ein ständiger Kampf. Wer das nicht akzeptieren will, wird scheitern oder mittelmäßig bleiben. Im Vers 11 davor wird dieser Kampf beschrieben: Bemüh dich mit aller Kraft (!) darum, das Richtige zu tun, Gott zu dienen, ihm zu vertrauen und deine Mitmenschen von ganzem Herzen zu lieben. Begegne ihnen mit Geduld und Freundlichkeit. Dies ist ein Kampf, weil damit eine große Anstrengung meinerseits einher geht, mit dem Ziel, mich selbst zu beherrschen und Widrigkeiten zu überwinden. Gutes tun und Opfer bringen, das geht meist mit Mühe einher. Dennoch murren wir nicht, auch wenn es Kraft kostet, denn in all dem steht uns Jesus bei.

Die Gegenwart des auferstandenen Christus ruft uns Christen alle dazu auf, uns gemeinsam für die Sache des Guten einzusetzen. Benedikt XVI

Die Amma Synkletika sprach: Die zu Gott gehen, haben am Anfang Kampf und vielerlei Beschwerde. Hernach jedoch ist die Freude unaussprechlich. Wie nämlich diejenigen, die Feuer anzünden wollen, zuerst vom Rauch belästigt werden und weinen müssen und auf diese Weise das Gewünschte erreichen, denn es steht geschrieben: Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. Auch wir entfachen das göttliche Feuer in uns mit Tränen und Mühen. Apophthegmata

1. Tim 6,17: Gott ist der große Geber

Gott gibt uns alles reichlich, was wir brauchen, und wir dürfen es genießen. 1. Tim 6:17

Vieles kann Streß verursachen: spirituelle Arbeit an sich selbst, Leistungsdruck, Umgang mit den Erwartungen der anderen u.v.m. Das ganze Leben färbt sich dann in ein ständiges „Muss“ und „Soll“. Lasst uns das Genießen nicht verlernen: Zweisamkeit, Spazieren gehen, Lesen, anregende Gespräche, ein Vollbad, Mittagsschlaf u.v.m. Wir wissen es: Wer nicht genießt wird ungenießbar. Und auch wenn es etwas altbacken klingt und aus einer anderen Zeit kommt, geht folgendes Goethe-Zitat genau in diese Richtung: „Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und wenn es möglich wäre, einige vernünftige Worte sprechen.“ In diesem Sinne: Genieße das Leben, so gut du eben kannst, trotz der Schattenseiten, die das Leben auch mit sich bringt.