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Jakobus – Auslegungen

Autor ist Jakobus, eine starke Persönlichkeit in der Ur-Gemeinde Jerusalems. Der Brief ist in Form einer Mahnschrift verfasst. Allein 54 von 108 Versen stehen im Imperativ (=Befehlsform). Der Name des Herrn wird zwar nur 2x erwähnt, allerdings kommen mehr Worte Jesu vor als in allen anderen Briefe des NT’s zusammen genommen, allein 20 Anspielungen auf die Bergpredigt! Der Brief ist daher eine tiefe, praktische Auslegung der Worte Jesu. Er ist eine praktische Einweisung in das christliche Leben. Es geht um die Bewährung des christlichen Glaubens im Alltag. So lautet auch der Schlüsselvers: „Der Glaube ohne Werke ist tot.“ Echter, lebendiger Glaube wirkt sich sich in aktiven, guten Taten aus, nicht deshalb, damit du deshalb gerettet wirst, sondern als Beweis für den erlösenden Glauben.  

Jakobus Kapitel 1

Jak 1,2: Prüfung: Leid

Betrachtet es als besonderen Grund zur Freude, wenn euer Glaube immer wieder hart auf die Probe gestellt wird. Ihr wisst doch, dass er durch solche Bewährungsproben fest und unerschütterlich wird. Jak 1, 2-3

Dein Leid ist eine Prüfung, eine Zeit, in der sich dein Glaube bewähren muss, du kannst es als Herausforderung verstehen, daran zu reifen. Von Christus kannst du lernen, wie du dein Leid überwindest, indem du es trägst. Dies ist gerade im schweren, unveränderbaren Leiden der einzige Weg. Christliche Wahrheit ist, dass nicht die Flucht vor dem Leiden den Menschen heilt, sondern die Fähigkeit, die Schwierigkeiten anzunehmen und an ihnen zu reifen, indem man in ihnen durch die Vereinigung mit Christus einen Sinn findet. „Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst.“ (Goethe) und dieses Leben ist Christus selbst. Alles Leid, das mit Jesus Leiden vereinigt wird, hat immer großen Wert. Damit dein Leid Früchte hervorbringen kann, muß es angenommen, erlitten und mit Jesus Leiden vereinigt werden.  

Wenn ich eine Bilanz meines ganzes Lebens ziehe, bin ich fast nur in Zeiten des strengen Regiments der Schmerzen in der Gnade gewachsen. Spurgeon  

Dein Glaube wird durch Leiderfahrungen auf die Probe gestellt. Dein Leben läuft nie nur gerade aus. Du wirst immer wieder vor großen Herausforderungen stehen. Durch die Möglichkeit der Bewährung sind diese Herausforderungen eine Chance für dich, um im Glauben an Gott zu wachsen, so dass dein Glaube immer stärker wird. Daher soll sich jeder den Herausforderungen stellen. Durch die Glaubens-Prüfungen wirst du standhafter, lernst in Geduld und im Gottvertrauen auszuharren. „Ich weiß nichts von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich.“ (Franz von Assisi). Das meint nicht einfach passives Ertragen, sondern vielmehr ein aktives Wechseln der Perspektive, welche die Wirkung dieser Standhaftigkeit im Leid wahrnimmt, nämlich, dass wir zu reifen Christen werden, dass unser Glaube nicht klein und wackelig wird, sondern groß und stabil.  

Jak 1,4: Ziel des reifen Christen

Diese Standhaftigkeit soll in eurem ganzen Leben ihre Wirkung entfalten, damit ihr in jeder Beziehung zu reifen und tadellosen Christen werdet, denen es an nichts mehr fehlt. Jak 1:4

Der Jakobusbrief bestimmt für seine Leser und Leserinnen Vollkommenheit als das ideale Ziel christlichen Lebenswandels. Er ist ein Plädoyer für ein Christentum der Tat und eine Frömmigkeit, die praktizierte Nächstenliebe bedeutet. Das Grundanliegen des Briefes ist bereits in den ersten Versen ausbuchstabiert. Dr. Magnus Steiner

Jak 1,5: Prüfung: Zweifel

Wenn es jemandem von euch an Weisheit mangelt zu entscheiden, was in einer bestimmten Angelegenheit zu tun ist, soll er Gott darum bitten, und Gott wird sie ihm geben. […] Betet aber im festen Vertrauen und zweifelt nicht. Jak 1:5-6

Manchmal weißt du nicht, was in einer Angelegenheit zu tun ist. Simpel und schlicht wird uns hier nahe gelegt, um Gottes Weisheit zu bitten. Ich mache das z.B. immer vor schwierigen Elterngesprächen. Ich bin nie enttäuscht worden. Gott kann, will und wird dir geben und dir helfen. Du darfst nur nicht zweifeln. Spürst du Zweifel in dir aufsteigen, dann erinnere dich an die häufig gesprochenen Worte Jesus: „Dein Glaube hat dir geholfen.“ Und bedenke: jeder Zweifel stellt Gott in Frage und blockiert seine uns ewig zufließende Liebe. Beten wir also im unerschütterlichen Glauben. Tun wir dies nicht, sind wir wie Wellen im Meer, die vom Sturm des Lebens hin- und hergetrieben werden.  

Jak 1,9: Prüfung: Anerkennung

Wer unter euch arm ist und wenig beachtet wird, soll sich darüber freuen, dass er vor Gott hoch angesehen ist. Jak 1:9

Dein Glaube wird geprüft beim Umgang mit anderen Menschen, ob du Unterschiede im Handeln an dieser Person machst, abhängig davon ob sie reich/arm ist, ob sie eine gewisse Stellung hat etc. Tun wir das, leben wir nach weltlichen Maßstäben. Im christlichen Glauben dagegen ist jeder Mensch in seiner Würde gleich wertvoll. Auch wenn wir das nie voll und ganz schaffen, sollten wir uns darum bemühen, im Handeln unabhängig von der Anerkennung von anderen zu werden sowie im Handeln am anderen unabhängig zu werden, ob dieser von anderen „anerkannt“ ist. Behandeln wir jeden Menschen gleich in Liebe. Bei Gott sind wir alle hoch angesehen.  

Jak 1,10: Prüfung: Reichtum

Ein Reicher dagegen soll niemals vergessen, wie wenig sein irdischer Besitz vor Gott zählt. Wie eine Blume auf dem Feld wird er samt seinem Reichtum vergehen. Jak 1:10

Unser wirklicher Wert hängt niemals am Reichtum, auf ihn sollten wir nie vertrauen. Christus hat uns alle für wertvoll erklärt. Als Geschöpfe Gottes sind wir kostbare Wesen. Irdische Dinge sind wertlos, werden verrotten. All unser Reichtum bewahrt uns nicht vor Vergänglichkeit und Tod. Die Wurzel vieler Leiden in der Welt im Großen und in der Familie im Kleinen ist die Geldgier.

Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Lk 12,15

Jak 1,13: Prüfung: Versuchungen

Niemand, der in Versuchung gerät, kann behaupten: Diese Versuchung kommt von Gott […] Es sind vielmehr unsere eigenen selbstsüchtigen Wünsche, die uns immer wieder zum Bösen verlocken. Jak 1, 13-14

Jeder Einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird. Jak 1:14

Eine Versuchung ist noch keine Sünde, sondern erst dann, wenn du ihr erliegst. Ursprung jeder Versuchung liegt im Wesen des Menschen selbst. Gott lässt sie zu, um unseren Glauben zu prüfen. Gott überfordert uns nie, weil er weiß was jeder zu tragen vermag. Das ist ein Zeichen der ewigen Barmherzigkeit Gottes. Es geht um die Erfahrung der eigenen Schwächen. Das Arbeiten an unseren Schwachstellen führt Hand in Hand mit aufrichtiger Bemühung und gutem Willen zur Bewährung im Glauben, die dann Stück um Stück eine Beharrlichkeit im guten Lebenswandel nach sich zieht. Lebensprüfungen sind somit ein wichtiger Bestandteil unseres Wachstumsprozesses.

Die Liebe tastet die Freiheit nicht an und deshalb kann es oft so kommen, daß das Schlechte seine Reize tief in unser Herz hineinwirft und wir zu großes Gefallen daran finden. Die Neigung, an der Versuchung Freude zu empfinden, liegt in unserer Natur. Entweder zeigt die Versuchung uns nämlich etwas, das unseren Sinnen als köstliches Gut erscheint oder ein Gut, das nützlich zu sein scheint, uns zu bereichern, um die Begierlichkeit der Augen, Geiz und Habsucht in uns wachzurufen. Gleich den Dornen wird es die himmlische Gnadensaat ersticken. Gott will es aber nicht verhindern, daß wir Versuchungen erleiden, damit durch unseren Widerstand die Liebe erstarke und im Kampf den Sieg erringe.  

Jak 1,15: Sich der Begierde widersetzen

Nachdem die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt. Jak 1:15

Jeder von uns hat viele Gefühle, Neigungen, Gewohnheiten, Leidenschaften, Fähigkeiten und Kräfte. Über dieses Vielerlei hat Gott den lenkenden Willen gesetzt. Aber die Macht des Willen ist nicht uneingeschränkt und er ist fehlbar. Er kann den Augen nicht das Sehen oder den Ohren nicht das Hören verbieten. Wie oft haben wir sinnliches Begehren, die unserem Willen widersprechen. Darin besteht der tägliche geistliche Kampf zwischen Geist und Fleisch. Auch wenn wir die Versuchung fühlen, können wir unsere Zustimmung zu ihr verweigern. Der Wille hat so viel Macht über dieses Begehren, daß er es zurück schlagen kann. Wir können nicht die Begierde verhindern, wohl aber, daß sie die Sünde gebäre. So richten wir uns nach Gott aus.

Jak 1,19: Prüfung: Unbeherrschtheit

Und hütet euch vor unbeherrschtem Zorn! Denn im Zorn tun wir niemals, was Gott gefällt. Jak 1, 19-20

Man kann sich endlos hineinsteigern über so unendlich vieles auf dieser verrückten Welt. Doch man erreicht Wertvolleres mehr, wenn man sich nicht so übertrieben toll erbost oder am allerbesten gar nicht erst zu ärgern anfängt. Im Vers 21 heißt es bildhaft, dass wir alles ablegen sollen, was unsauber ist und stattdessen das rettende Wort aufnehmen sollen. Wir werden uns im Zorn oder in anderen Dingen der Unbeherrschtheit immer wieder verfehlen und sündigen. Das ist menschlich. Wenn wir allerdings resignierend der Sünde komplett die Tür öffnen, lässt uns das gegenüber Gottes rettendem Wort ertauben.    

Jak 1,19: Bereit zum Hören

Seid immer sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Jak 1, 19

Ich habe heute viele Gesprächstermine. Um das richtige Wort zur rechten Zeit zu finden, ist es wichtig, mich empathisch in die Situation und in den anderen hinein zu fühlen. Bin ich mir bewusst, dass das Hören wichtiger ist als das Sprechen? Ob nun in der Beziehung zu Gott oder zum Mitmenschen. Denn das Hören geht dem Sprechen voran. Hören darauf, was der andere denkt und fühlt. Hören darauf, was Gott mir heute sagen möchte. Fragen sind dabei sehr hilfreich.

Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. Francois G. de Levis

Jak 1,20: Gegen den Zorn

Im Zorn tun wir niemals, was Gott gefällt. Jak 1:20

Selig ist jener Mensch, der sich nicht leicht erzürnt. Ein Solcher lebt jederzeit im Frieden. Wer den Geist des Zorns von sich vertreibt, ist frei von Krieg und Verwirrung und befindet sich allzeit in tiefster Seelenruhe und verrät durch sein Gesicht schon die innere Freude. Wer nicht jähzornig ist, läßt sich nicht von jedem leeren Worte aufbringen. Er hält sich ohne Mühe zurück und erträgt leicht die Redsüchtigen. Er hat keine Freude an Streitigkeiten, denn er zeigt sich gegen alle liebevoll. Wer dem Zorne nicht ergeben ist, hat kein Vergnügen an Wortzänkereien. Er hat seine Freude am Frieden. Er wird eine Wohnung des hl. Geistes. Ephräm der Syrer  

Gott, durch das Blut, das aus deiner Seite floß, hast du über höchste Höhen und die tiefsten Tiefen den Frieden gebreitet. Sende deinen Frieden unter die zürnenden Menschen! Ephräm der Syrer

Makarios sprach: Wenn du einen zu tadeln hast und dabei in Zorn gerätst, dann befriedigst du deine eigene Leidenschaft. Statt dass du andere rettest, verdirbst du dich selbst. Apophthegmata  

Es gibt viele Gründe, einen anderen zu kritisieren. Aber wenn ich kritisiere, muss ich immer wissen, in welcher Absicht ich es tue. Wil ich ihm helfen, sich selbst besser kennenzulernen und manches zu verbessern? Oder will ich mich über ihn stellen? Wenn ich ihn tadle und dabei in Zorn gerate, dann kreise ich zu sehr um meinen Zorn. Ich lasse mich vom Zorn hinreißen. Dann helfe ich dem anderen nicht weiter und schade mir selbst. Denn ich lasse mich vom Dämon des Zorns beherrschen und mir die innere Freiheit und Ruhe rauben. Meine Worte kommen nicht aus meinem Herzen, sondern werden mir vom Zorn aufgedrückt. Das tut mir nicht gut. Ich verderbe mich selbst. Anselm Grün  

Wenn wir bereit sind, dem Zorn in uns Raum zu geben, schneiden wir uns von der Liebe ab. Dann setzen wir das Gebot der Liebe, das Jesus uns gegeben hat, außer Kraft. In den Gedanken des Zorns das Gebot Jesu hineinzustellen, scheint uns auf den ersten Blick eine zu einfache Lösung. Aber auch darin liegt für mich Weisheit. Denn wir sollen mit dem Zorn nicht diskutieren. Wenn ich einfach das Gebot Jesu von der Liebe hineinstelle und damit dem Geist Jesu in mir Raum gebe, wird er den Zorn allmählich auflösen. Der Zorn hat keine Argumente mehr für sich. Das Wort Jesu steht einfach klar dagegen. Dieses Gebot immer wieder vorsagend, werde ich Jesu Liebe in mir erfahre können, die den Zorn überwindet.

Jak 1,22: Hören und Handeln

Allerdings genügt es nicht, seine Botschaft nur anzuhören; ihr müsst auch danach handeln. Alles andere ist Selbstbetrug! Jak 1:22

Vor deinem Handeln kommt dein Hören auf Gottes Wort. Dieses darf nie nur leeres Wissen sein. Unser Alltag muss vielmehr zum Gottesdienst werden. Wir sollen Hörer und Täter des Wortes sein. Der Glaube an Jesus ist etwas Aktives, verändert uns und drängt zur Tat. Durch jede selbstlose Liebetat wird der zarte Gottesfunke in unserem Herzen mehr und mehr entfacht, so dass wir wachsen in der Liebe. So können wir fragen: Hörst du noch oder liebst du schon? Dazu gehört eine ehrliche Sicht auf sich selbst und seine Schattenseiten. Jakobus hebt hier besonders die Macht der Zunge heraus:

Wer sich für fromm hält, aber seine Zunge nicht zügeln kann, der macht sich selbst etwas vor. Seine Frömmigkeit ist nichts wert. Jak 1:26

Jakobus Kapitel 2

Jak 2,1-5: Unparteiische Liebe

Lasst euch nicht vom Rang und Ansehen der Menschen beeindrucken! Stellt euch einmal vor, zu eurem Gottesdienst kommt ein vornehm gekleideter Mann mit goldenen Ringen an seinen Fingern. Zur selben Zeit kommt einer, der arm ist und schmutzige Kleidung trägt. Wie würdet ihr euch verhalten? Ihr würdet euch von dem Reichen beeindrucken lassen und ihm eifrig anbieten: Hier ist noch ein guter Platz für Sie! Aber zu dem Armen würdet ihr sicherlich sagen: Bleib stehen oder setz dich neben meinem Stuhl auf den Fußboden. Habt ihr da nicht mit zweierlei Maß gemessen und euch in eurem Urteil von menschlicher Eitelkeit leiten lassen? Jak 2:1-5

Mich beeindruckt am Jakobusbrief immer wieder seine Konkretheit z.B. in Jak 2,1-5 bzgl. der vorurteilsfreien Begegnung mit dem Nächsten. Ich finde diese Stelle so konkret beeindruckend und für sich selbst sprechend, dass ich sie ohne Kommentar so stehen lassen will.  

Ihr glaubt doch an unseren Herrn Jesus Christus, dem allein alle Herrlichkeit zusteht. Dann lasst euch nicht vom Rang und Ansehen der Menschen beeindrucken! Jak 2:1

Außer Jesus Christus, dem Herrn der Herrlichkeit, gibt es in der christlichen Gemeinschaft keinen Platz für andere Herren. Das menschliche Ansehen hat vor Gott selbst keinen Bestand und dies bedeutet, dass in der Gemeinschaft der Christen soziale Unterschiede zwar faktisch bestehen, aber sie zu keiner Unterscheidung der Wertigkeit von Menschen führen darf. Magnus Steiner

Wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit goldenen Ringen und in prächtiger Kleidung, es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung, 3 und ihr würdet euch nach dem um­sehen, der die prächtige Kleidung trägt, und zu ihm sagen: Setze du dich hier auf diesen guten Platz!, zu dem Armen aber würdet ihr sagen: Bleibe du dort stehen, oder setze dich hier an meinen Fußschemel! Jak 2:2‭-‬3

Die entscheidenden Kriterien für Gott und somit auch für die Gemeinschaft der Gläubigen sind: das Vertrauen auf Gott und die Liebe zu ihm. Wenn die Christen dennoch aufgrund des Ansehens einer Person, zum Beispiel einen reichen Menschen bevorzugt behandeln gegenüber einem bedürftigen Mitmenschen, dann begehen sie ein doppeltes Fehlurteil. Sie treten als Richter auf, obwohl nur Gott dies zusteht – und sie zeigen, dass sie das Gottesbild der gesamten Bibel deutlich missverstanden haben. Gott ist nicht ein parteiischer Richter. Er steht weder allein auf der Seite der Armen oder der Reichen – aber er nimmt sich denen besonders an, die nicht anderes mehr haben als Gottvertrauen und Gottesliebe. Magnus Steiner

Jak 2,8: Dich und den Nächsten lieben

Lebt nach dem wichtigsten Gebot in Gottes Reich: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! Wenn ihr das in die Tat umsetzt, handelt ihr richtig. Jak 2:8

Du hast Mitverantwortung in deinem Verhalten. Dein Verhalten bewirkt etwas in der Welt. “Wenn Du die Welt verändern willst, dann beginne bei dem Menschen, den Du jeden Morgen im Spiegel anschaust.” (Carl Gustav Jung). Du kannst dich verändern. Im Kleinen kannst du an dir arbeiten. Sei achtsam, dass durch dein Verhalten Positives in die Welt gebracht wird: zeige Verständnis, schenke Zeit, zeige, dass der andere willkommen ist, dass du ihn wahrnimmst u.v.m. so wirst du Stück für Stück die Welt um dich verändern. Ich bete morgens: “Heute gehe ich mit dir Gott in die Welt hinaus. Zeige mir Herr, wo ich die Liebe in Taten umsetzen kann.” So bringe ich Frucht, durch den, der in mir lebt: Christus.  

Jak 2,14: Glaube & Taten

Welchen Wert hat es, wenn jemand behauptet, an Christus zu glauben, aber an seinen Taten ist das nicht zu erkennen? Jak 2:14

Glaube an Christus ist mehr als etwas Fürwahrhalten, es ist gehorsamer Glaube. Glaube und Gehorsam im Tun gehören zusammen. Echter Glaube in Christus äußert sich in guten Werken, die er in uns vollbringt. Negativ und knallhart formuliert: „Nutzlos ist ein Glaube, der nicht in die Tat umgesetzt wird: Er ist tot.‘ (Jak 2:17). Positiv formuliert: „Meinen Glauben kann ich dir zeigen. Du brauchst dir nur anzusehen, was ich tue.“ (Jak 2:18). Als Beispiel für das Ineinander von Glaube und Gehorsam wird hier Abraham genannt als er im Glauben selbst seinen Sohn geopfert hätte.    

Egal, wo und wie, du hast jeden Tag die Möglichkeit Gutes zu tun, das sind häufig ganz kleine Dinge, z.B. achte ich darauf, dass wenn ich mit einem Schüler auf Toilette gehen muss, dass ich das nicht huschi-buschi mache, möglichst schnell, sondern in der gebotenen Achtsamkeit und Würde. Die Liebe ist das Wohlgefallen am Guten; das Gute ist der einzige Grund der Liebe. „Lieben heißt: jemandem Gutes tun wollen“ (Thomas von Aquin), immer in Rückbindung an Gott, der uns zuerst geliebt hat. Wo kannst du heute Gutes tun, einem bildlich gesprochen einen „kleinen Blumenstrauß“ schenken?

Gott will keine Theoretiker des Glaubens, er will Praktiker der Liebe. (Friedrich Hahn)  

Jak 2,17: Liebe erzeugt Werke

Genauso nutzlos ist ein Glaube, der nicht in die Tat umgesetzt wird: Er ist tot. Jak 2:17

Liebe im Herzen zu haben und auf der Zunge – das genügt nicht. Sie muss in Taten übergehen. Ihr habt als Kloster die Häuser der Kranken, als Kreuzgang die Straßen der Stadt. Die Armen sind unsere Herren, sie sind unsere Könige. Man muss ihnen gehorchen. Es ist keine Übertreibung, sie so zu bezeichnen, denn in den Armen ist unser Herr gegenwärtig. Lasst uns Gott lieben, aber mit der Kraft unserer Arme und im Schweiße unseres Angesichts. Selten wirkt man etwas Gutes ohne Anstrengung. Die Bereitschaft, unseren Willen mit dem Willen Gottes in Einklang zu bringen, ruft in uns eine tiefe innere Ruhe hervor, aus der die Kraft zu Taten der Nächstenliebe erwächst. Man darf den Nächsten nicht leiden sehen, ohne mit ihm zu leiden. Vinzenz von Paul  

Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen. Jak 1:22  

Jak 2,24: Paulus vs Jakobus

Wir werden nur dann von Gott angenommen, wenn unser Glaube auch Taten hervorbringt. Der Glaube allein genügt nicht. Jak 2:24

Allein der Glaube rettet. Durch noch so viele guten Taten kannst du dir den Himmel nicht verdienen. Das ist Kern der Paulinischen Rechtfertigungslehre. Und jetzt lesen wir Jak 2,24 „Der Glaube allein genügt nicht.“ Dieser scheinbare Widerspruch ist in Wahrheit eine gegenseitige Ergänzung, denn Jakobus meint die Taten der Nächstenliebe, ohne die auch für Paulus der Gottesglaube nichtig ist. Jakobus will nicht sagen, man werde durch seine guten Taten gerettet bzw. wird von Gott entlohnt. Gnade empfangen wir gratis und unverdient. Wo kann ich heute Glaube in Taten ausdrücken?  

So wie der Körper ohne den Geist tot ist, so auch der Glaube ohne Taten. Jak 2:26    

Jakobus Kapitel 3

Jak 3,5: Achte auf deine Sprache

So klein die Zunge auch ist, so groß ist ihre Wirkung! Ein kleiner Funke setzt einen ganzen Wald in Brand. Jak 3,5

Deine Worte haben Macht. Wie du mit anderen redest, unbedacht oder verantwortungsbewusst, ist ein Glaubens-Werk. Dein Wort kann positiv wie negativ eine große Wirkung entfalten. Im Alltag sind wir uns dessen häufig nicht so bewusst. Darum verfällt der Mensch in keine Sünde so leicht, wie in die Sünde der Zunge. Negative Reden verderben bei uns sehr viel, mehr als wir ahnen. Es geht um unzufriedenes Murren, meckerndes Rumschwätzen, maulendes Kritisieren. Wer Gott dient, der redet nicht unbesonnen, unüberlegt und leichtfertig daher, sondern er redet wohlüberlegte, aufmunternde und wahre Worte, die von geübter Selbstbeherrschung bestimmt sind. Vorsatz: Ich achte auf meine Sprache

Jak 3,13: Sanftmut zeigen

Wer ist weise und klug unter euch? Der erzeige mit seinem guten Wandel seine Werke in der Sanftmut und Weisheit. Jak 3:13

Hält sich jemand von euch für klug und weise? Dann soll das an seinem ganzen Leben abzulesen sein, an seiner Freundlichkeit und Güte. Sie sind Kennzeichen der wahren Weisheit. Jak 3:13

Der Geist der Milde ist der wahre Geist Gottes. Sage stets die Wahrheit, aber sanft. Empöre dicht über das Schlechte, aber bleibe dem Nächsten gegenüber sanft. Wie anders könnten wir, wenn wir aus der Demut leben, die uns lehrt, wie wir sind, und weil wir wissen, dass Gott uns ebenso mit unseren Fehlern und Schwächen annimmt. Ertrage die Fehler des anderen und ertrage deine eigenen Schwächen.

Ein vernünftiger Mensch gerät nicht schnell in Zorn; es ehrt ihn, wenn er über Verfehlungen hinwegsehen kann. Spr 19:11

Weisheit kommt zwar von Wissen, ist aber mehr als alles Wissen. Ein Intellektueller muss kein Weiser sein. Viele unbelesene Menschen dagegen sind weise. Weisheit ist, wenn du erkennst, dass du trotz all deines Wissens eben nichts weißt und darum in der Abhängigkeit zu Gott leben darfst. Demut! „Ich lehre dich, weise zu handeln, und zeige dir den richtigen Weg.“ (Spr 4:11). Der richtige Weg ist und bleibt die Liebe in all ihren Facetten. Diese Liebe ist größer als alles Wissen. Weisheit ist das Geschenk, den Willen Gottes in den konkreten Aufgaben des Lebens zu erkennen.

Jak 3,17: Weisheit von Gott

Die Weisheit aber, die von Gott kommt: ist aufrichtig, sucht den Frieden, ist freundlich, bereit nachzugeben, lässt sich etwas sagen, hat Mitleid mit anderen, bewirkt Gutes, ist unparteiisch, ohne Vorurteile, ist ohne alle Heuchelei. Jakobus 3,17

Was soll ich dazu noch ergänzen? Ein wegweisender Vers im Jakobus-Brief. Die Weisheit drängt immer hin zum Guten, zum barmherzigen Handeln ohne wenn und aber.

Jakobus Kapitel 4

Jak 4,1: Frieden suchen

Wieso gibt es denn bei euch so viel Kämpfe und Streitigkeiten? Kommt nicht alles daher, dass in euch die Leidenschaften und Triebe um die Vorherrschaft kämpfen? Jak 4:1

Es geht um Streit um Zwietracht unter den Menschen. Wie häufig sehen wir uns im Recht, sind langsam in der Sanftmut u.v.m. und übersehen dabei, dass hier unsere Leidenschaften und Triebe im Kampf um die Vorherrschaft mit unserem Gehorsam gegenüber Gott stehen. Es geht um einen inneren geistlichen Kampf, der in einem jeden von uns immer wieder tobt, eine Art innere Zerrissenheit, die immer wieder neu unsere Entscheidung abverlangt: Vertrauen auf Jesus!

Jak 4,4: Gott und die Welt

Wisst ihr denn nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott bedeutet? Jak 4:4

Laß dich nicht von weltlichen Dingen gefangen nehmen. Wenn du dich von weltlichen Dingen her definierst, von Anerkennung, Erfolg, Besitz, Schönheit u.v.m., wenn du darin Sinn und Wesens deines Daseins siehst, trennst du selbst die Verbindung zu Gott. Wenn die Welt aber über dich herrscht, dann kann Gott nicht in dir herrschen. Und nur wenn Gott in dir herrscht, wirst du wirklich frei. Dann kommst du in Berührung mit dem innersten Sinn und Wesens deines Daseins, dem Bild, das Gott sich von dir gemacht hat.

Die Welt gleicht einem Meer, das Sturm und Gewitter aufwühlen. Liebst du Gott, so wandelst du über den Wogen, und unter deinen Füßen liegt die Flut. Liebst du die Welt, so wirst du von ihr verschlungen. Augustinus

Jak 4,6: Tugend der Demut

Gott widersteht den Hochmütigen. Den Demütigen aber gibt er Gnade. Jak 4:6

Lassen wir uns nicht in Dinge ein, die über unser Vermögen gehen. Die kleinen Tugenden werden mehr im Herabsteigen als im Emporsteigen geübt und sind daher der Kraft unserer Beine angepaßt: Geduld haben, den Nächsten ertragen, Hilfsbereitschaft, Demut, ein freundlicher Mut, Liebenswürdigkeit, Duldsamkeit unserer eigenen Unvollkommenheit gegenüber, solche kleine Tugenden also. Ich sage damit nicht, daß man im Gebet nicht emporsteigen soll, aber Schritt für Schritt. Ich empfehle Ihnen die heilige Einfachheit. Franz von Sales

Jak 4,8: Gegenseitiges Nahen

Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Jak 4,8

Unterstellt euch Gott und widersetzt euch dem Teufel. Dann muss er von euch fliehen. Nahet euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reiniget die Herzen, ihr Wankelmütigen. Jak 4:7-8

Einem jedem von uns ist Gott nahe, ausnahmslos. Meister Eckart schreibt dazu: Der Mensch soll sich in keiner Weise je als fern von Gott ansehen, weder eines Gebrechens wegen noch wegen irgendetwas sonst. Und wenn dich auch je deine großen Vergehen so weit abtreiben mögen, dass du dich nicht als Gott nahe ansehen könntest, so solltest du doch Gott als dir nahe annehmen. Sei dir im Glauben bewusst: nichts, aber auch gar nichts kann die von der Liebe Gottes trennen. Er ist in dir so wie du in ihm bist.

„Unterstellt euch“ kam aus der Militärsprache und meint damit, dass wir gehorsam Gottes Nähe suchen, der sich dann uns naht. Wie wunderbar ermutigend. Gott ist viel allgegenwärtiger, konkreter, wirklicher und näher, als du je von ihm denken kannst, er ist die Liebe selbst und Quelle des Lichts. Mit diesem Nahen ist auch eine Reinigung verbunden. Die Reinigung der Hände meint das wir im Tun das unterlassen, was der Liebe widerspricht. Die Reinigung der Herzen meint darüber hinaus, unseres Innerstes von negativen Erinnerungen, schmerzlichen Verletzungen, Enttäuschungen u.a. befreien zu lassen. Es geht um eine Vollhingabe meines ganzen Seins an Gott. Keine Wankelmütigkeit, wo ich auf zwei Hochzeiten tanze, zwei Herren diene. Gott will dich nicht halb, er will dich ganz.

Jak 4,10: Ermutigung zur Demut

Beugt euch vor dem Herrn! Dann wird er euch aufrichten. Jakobus 4:10

Jakobus ermutigt uns zur Haltung der Demut. Sie ist so wichtig, weil Gott uns da nahen will, wo wir sind und nicht dort, wo wir im Glanze des Scheines unser echtes Sein verbergen. Hochmut und Scheinhaftigkeit verfehlen Gott. Beugen wir uns dagegen und halten Gott unsere Schattenseiten hin, wird Gott sich uns nahen. Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Je mehr wir verstehen, dass wir aus uns heraus nichts sind und so an Demut wachsen, umso mehr werden wir in der Wahrheit Gottes wandeln und leben. Demut macht dich so aufnahmebereit für Gottes Willen.

Jak 4,11: Ermutigung zur Barmherzigkeit

Redet nicht schlecht übereinander. Jak 4:11

Für den Nachfolger Jesu kann der Gottesdienst nie mehr vom Dienst am anderen gelöst werden. Daher: Seufzet und klagt nicht gegeneinander! Richten macht blind, aber die Liebe macht sehend. In der Liebe erkenne ich den Anderen als den, dem unter dem Kreuz vergeben ist. Das unaufhaltsame Kritisieren wollen kann ein böser Stachel in unserer Seele sein. Richten ist ein entwürdigendes Abfertigen. Dieses Aburteilen der Mitmenschen richtet sich zugleich gegen Gott selbst, denn durch die Menschwerdung Christi begegnen wir in jedem Nächsten Gott selbst. Der andere Mensch ist mir lebendiger Anspruch auf meine Liebe und meinen Dienst. Widerstehen wir dem Richtgeist! Barmherzigkeit!

Jak 4,14: Ermutigung zum Vertrauen

Ihr wisst ja noch nicht einmal, was morgen sein wird! Was ist denn schon euer Leben? Nichts als ein flüchtiger Hauch, der – kaum ist er da – auch schon wieder verschwindet. Jakobus 4:14

Du denkst, Gott lenkt. Vorausplanen ist notwendig, seine Sicherheit darin zu suchen jedoch ein Irrweg. Es kommt darauf an, im Bewusstsein der Abhängigkeit von Gott zu leben. Niemand weiß, was der nächste Tag bringt. Wohl kannst du dir etwas vornehmen, doch deine Zukunft liegt immer in Gottes Hand selbst, er allein ist der ewige Lebenslenker. Weder deine Zeit noch dein Leben gehören dir selbst. Alles ist Geschenk und Leihgabe aus Gottes Gnadenhand an dich. Deine Aufgabe ist es Gottes Plan für dich anzunehmen. Im Einzelnen kannst nur du das ergründen. Für jeden allerdings und somit auch für dich gilt: Gottes Plan ist es, dass du ganz in seiner Liebe lebst und diese Liebe lebst.

Jakobus Kapitel 5

Jak 5,8: Ermutigung zur Geduld

Auch ihr müsst geduldig sein und dürft nicht mutlos werden, denn der Herr kommt bald. Jak 5:8

Mehrmals ruft Jakobus zur Geduld auf. Geduld im Leiden, Geduld mit anderen, ja und auch Geduld mit uns selbst, da wir uns selbst manchmal lästiger fallen als irgendein anderer. Am Beispiel Hiob zeigt Jakobus auf, dass der Herr am Ende alles zum Guten führt! Lebe dein Leben aus dieser Gewissheit. Diese Hoffnung dürfen wir nie aufgeben, gerade in belastenden Leidenszeiten. Bedenke: „Geduld ist sehr bitter, aber ihre Früchte sind süß.“ (Rousseau). Daher: Im Angesicht dieser Hoffnung gilt es geduldig standhaft zu bleiben.

Jak 5,10: Geduldig Leiden tragen

Nehmt euch ein Beispiel an den Propheten, die im Auftrag des Herrn gesprochen haben. Wie vorbildlich und mit welcher Geduld haben sie alle Leiden ertragen! Jak 5:10

Der Weg zum inneren Frieden beinhaltet immer auch den Weg des Kreuzes. Du wirst meist an etwas zu leiden haben, ob es dir recht ist oder nicht. Immer wirst du das Kreuz finden. Entweder hast du körperlich zu leiden oder du fühlst dich seelisch bedrängt. Einmal fühlst du dich von Gott verlassen, ein andermal vom Nächsten geplagt und oft bist du dir selber die größte Last. Unterwerfe dich in allem Leid immer ganz Gott und wachse durch das Leid in der Demut. Überall aber musst du Geduld und Mut im Leid bewahren, wenn du inneren Frieden möchtest.

In Mühen und Schwierigkeiten sein Herz weiten und seinen Mut vergrößern, denn dazu schickt Gott sie und lässt er sie zu. Franz von Sales

Wen in meiner Umgebung betrachte ich als hoffnungslosen Fall? Ich werde ihm zeigen, dass er nicht abgeschrieben ist, weder bei mir und erst recht nicht bei Gott. Und wenn ich nicht an ihn herankomme? Dann werde ich werde nicht aufhören für ihn zu beten. Denn solange ich für jemand bete, habe ich ihn noch nicht abgeschrieben. Wir werden mit Geduld darauf warten, was Gottes Gnade und unser Glaubenszeugnis bei unseren Mitmenschen bewirkt. Manchmal mehr als wir vermuten. Diese Geduld und diesen langen Mut brauchen wir, bis am Ende Gott die Ernte einbringt.

Der Glaube lässt sich nicht entmutigen, sondern harrt in Geduld aus. Er erwartet den versprochenen Segen zu seiner Zeit. Chapman

Jak 5,13: Ermutigung zum Gebet

Leidet jemand unter euch? Dann soll er beten! Hat einer Grund zur Freude? Dann soll er Gott Loblieder singen. Jak 5:13

Siebenmal erwähnt Jakobus hier das Gebet! Es ist in jeder Lebenslage wichtig, weil es eine konstante Übergabe an den Herrn bedeutet. „Wer sich den Händen des Herrn ganz übergibt, kann vertrauen, dass er sicher geleitet wird,“ (Edith Stein) ob im Leid oder in der Freude. In Leiderfahrungen sollen wir uns bemühen, nicht die klagende, hadernde Warum-Frage zu stellen, sondern schlicht beten und andere um das Gebet für uns bitten. Dieses Für-Gebet ist eine bedeutende Form der tätigen Nächstenliebe! Und auch in der Freude beten wir, voll Dank und Lob für Gott. Zuletzt: Das Gebet selbst ist ja Grund zur Freude. Franz von Sales meint: Wenn ihr nach dem Gebet ein verdrießliches und ärgerliches Gesicht macht, sieht man zur Genüge, dass ihr nicht so gebetet habt, wie ihr sollt.

Jak 5,20: Ermutigung zur Seelsorge

Wer einen Sünder von seinem falschen Weg abbringt, der hat diesen Menschen vor dem Verderben gerettet, denn Gott hat ihm alle seine Sünden vergeben. Jak 5:20

Seelsorge – in der Sorge um die Seele deiner Mitmenschen bist du ein Werkzeug Gottes. Der Jakobusbrief als Ganzes ist Seelsorge pur: mahnend, direkt, praktisch und fürsorglich weist er uns auf viele Lebenssituationen hin, will uns von einem äußerlichen, oberflächlichen, seichten Glauben hinführen zu einem innerlichen, tief vertrauenden Glauben an Gott, der unser ganzes Sein und somit auch unser Tun verwandelt. Sei auch du ein Seelsorger für deine Mitmenschen!