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Lukas Evangelium – Kapitel 17

Lk 17,1-10: Von Vergebung und Glauben

Er sprach aber zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich, daß nicht Ärgernisse kommen; weh aber dem, durch welchen sie kommen! Lk 17:1

Es wäre für ihn besser, wenn ein großer Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde, als dass er einem dieser Kleinen einen Anstoß zur Sünde gibt. Lk 17:2

Er will sagen: Es müssen zwar Ärgernisse kommen. Doch ist es nicht notwendig, daß ihr zu Grunde geht, wenn ihr gesündigt habt, wie die Schafe bei der Ankunft des Wolfes nicht zu Grunde gehen müssen, wenn der Hirt wacht.

Habt acht auf euch selbst! Wenn aber dein Bruder gegen dich sündigt, so weise ihn zurecht und wenn es ihn reut, so vergib ihm. Lk 17:3

Weise ihn zwischen dir und ihm allein zurecht. Denn es nützt mehr eine freundliche Zurechtweisung, als eine stürmische Anklage.

Sündigen heißt im Griechischen „hamartanein“, d.h. den Weg verfehlen. Wer seinen Weg verfehlt, der braucht einen, der ihm den Weg zeigt, einen Wegweiser. Der Wegweiser stellt sich nicht über den andern. Er begleitet ihn ein Stück weit, damit er den Weg zu dem Ziel findet. Es geht nicht um ein Gefälle: Ich bin nicht der Besserwisser und auch nicht der Tugendsamere. Ich bin genauso auf dem Weg wie der Irrende. Und auch ich kann mich auf meinem Weg verirren. Dann brauche auch ich Menschen, die mir den Weg zeigen. Nun gibt es freilich verschiedene Motivationen, dem Mitmenschen einen Fehler vorzuhalten, nicht selten geschieht es aus Kritiksucht, Groll oder Rechthaberei. Das wäre dann verkehrt! Zurechtweisung fällt nicht leicht, besonders bei Menschen, die uns sehr vertraut sind. Zurechtweisung sollte immer in Bescheidenheit und ohne Zorn geschehen. Aufgepasst – nicht hochmütig sein! Eine sanfte, gütige Zurechtweisung ist auch eine Form gelebter Nächstenliebe.

Und aus welchem Grund verbesserst du deinen Nächsten? Weil dir die Sünde, die er gegen dich beging, wehtut? Das soll nicht sein! Wenn du es nur aus Liebe zu dir selbst tust, tust du nichts Gutes; handelst du aber aus Liebe zu ihm, dann tust du sehr gut. Unser Herr mahnt uns, nicht gegenseitig über unsere Sünden hinwegzusehen. Er verlangt aber nicht, daß du nach etwas suchst, was du tadeln kannst, sondern daß du siehst, was du verbessern kannst. Wir sollen nämlich in Liebe zurechtweisen, und nicht weil wir begierig sind, dem anderen zu schaden, sondern weil wir ihn besser machen wollen. Wenn du darin nachlässig bist, dann bist du schlechter als der den du zurechtweisen sollst. Augustinus

Lerne Störungen in den verschiedenen Lebensbereichen rechtzeitig anzusprechen und zu klären, um so Konflikten vor zu beugen. Wir können deswegen ausbrennen, weil wir Dingen zu lange ihren Lauf gelassen haben. Ergebnis ist oft eine Scheinharmonie und der schwellende Konflikt schlägt später umso stärker zurück. Lösungsorientiertes Denken ist da mein Lieblingswort. Häufig ist es meine eigene Überzeugung, dass eine Lösung unmöglich erscheint. Glaube dennoch an eine Lösung. Der Weg dahin geht nur über echte und klare Kommunikation, ob nun im Beruf, der Beziehung oder sonstwo und über das Gebet zum hl. Geist um Lenkung. Atme in mir heiliger Geist!

Und wenn er siebenmal am Tag gegen dich sündigte und siebenmal am Tag wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben. Lk 17:4

Durch die Siebenzahl wird für die Vergebung keine Grenze gesetzt, sondern befohlen, entweder alle Sünden zu vergeben oder immer dem Reumütigen zu verzeihen

Einander gerne vergeben ist nicht leicht vor allem, wenn wir eine schwere Beleidigung erlitten haben. Manche Menschen tragen anderen das Leben lang erlittene Kränkungen nach und werden dabei selber krank. Vieles kann uns beleidigen, uns Leid zufügen. Es kann ein kränkendes Wort sein, das alte Wunden in uns aufreißt. Jeder von uns hat seine empfindliche Stelle. Beleidigen kann auch ein Übergehen sein. Der andere beachtet uns gar nicht. Viele fühlen sich mit dem verzeihen überfordert. Seien wir uns im Klaren: nur in und mit Gottes Kraft ist uns das möglich. Und es ist oft ein langer Weg. Seien wir uns auch im Klaren: Wenn wir uns dem Weg der Vergebung komplett verweigern, gehen wir daran selbst kaputt. Wenn wir Vergebung dagegen richtig verstehen, ist sie nicht nur ein Werk der Barmherzigkeit dem Beleidiger gegenüber, sondern auch uns selbst gegenüber. Es tut uns selbst gut.

Bei der Vergebung geht es nicht um sentimentales Gutmenschentum, sondern um Leben und Tod. Darum sollen wir nach Jesus maßlos vergeben. Nicht dass wir dann als ach so tolle Menschen vor ihm da stehen und dadurch Gottes Lob und Anerkennung erwarten, sondern weil wir selbst uns aus den Fesseln der Verurteilung lösen, in der Vergebung selbst unseren Frieden finden. „Wo aber Vergebung ist, da ist Leben“ (Luther). Jesus sagt nicht, dass Vergebung einfach ist und mal kurz und eben schnell geht. Der Weg zum Leben ist bisweilen eng und steinig. Lass dir vergeben und vergebe. Lebe!

Reue ist eine Voraussetzung für Vergebung. Wer keine Erkenntnis der Schuld hat, der zeigt auch keine Reue. Wer keine Reue zeigt, dem kann auch nicht vergeben werden. Das deutsche Wort Reue meint ursprünglich traurig und betrübt zu sein, beschreibt also den seelischen Schmerz über etwas, das wir getan oder unterlassen haben mit dem Vorsatz, es zukünftig besser zu machen (=Buße). Reue bedeutet eine Veränderung des Herzens und die bewusste Entscheidung, umzukehren. Es geht nicht um eine oberflächliche und vorübergehende Umkehr, sondern um einen geistlichen Weg, der die Haltungen des Gewissens in der Tiefe betrifft und einen aufrichtigen Vorsatz zur Besserung verlangt. In wahrer Reue und in einem demütigen Herzen erst wird die Hoffnung auf Verzeihung geboren.

Die Reue ist innerlich im Herzen. Thomas von Aquin

Hilf uns, dass unser Glaube größer wird! Lk 17:5

Innig bitte ich den Herrn, meinen Glauben zu stärken, um mich im grauen Alltag nicht von menschlichen Stimmungen leiten zu lassen, sondern vom Geist. Ich will im Geiste des Glaubens leben. Alles, was auf mich zukommt, nehme ich als Gabe des liebenden Willens Gottes an, der aufrichtig mein Glück will. So nehme ich alles, was Gott mir sendet, ergeben und dankbar an. Faustyna

Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich und verpflanze dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen. Lk 17:6

Wenn die Apostel um eine Stärkung im Glauben bitten und Jesus ihnen mangelnden Glauben vorwirft, dann möchte er sie darauf verweisen, erst einmal für sich selbst am eigenen Glauben zu arbeiten. Sie scheinen hier mehr auf einen Impuls von außen zu hoffen, als an sich selbst zu arbeiten. Es ist weniger der Glaube an Gott, an dem es hier zu mangeln scheint, als der Glaube an die Vollmacht und Kraft, die ihnen durch Jesus selbst anvertraut wurde und die sie nach ihrer Aussendung bereits genutzt haben. Und in letzter Konsequenz sagt dies dann auch etwas über ihren Glauben und ihr Vertrauen in Jesus Christus aus. Insofern kritisiert Jesus ihren mangelnden Glauben an die ihnen übertragene Vollmacht und die falsche Selbsteinschätzung, sie würden etwas sicher besitzen, was dann nur noch von außen verstärkt werden brauche.

So sollt auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, sprechen: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren! Lk 17:10

Dies ist also bei den Menschen die Vollendung des Glaubens, wenn sie nach der Erfüllung aller Gebote ihre Unvollkommenheit erkennen. Rühme dich also nichts, wenn du wohl gedient hast. Du hast getan, was du solltest. Es gehorcht die Sonne, es gehorcht der Mond, es dienen die Engel. Also sollen auch wir für uns nicht Lob suchen. Goldene Perle

Der zweite Appell Jesu gilt der offenbaren Sehnsucht der Apostel für ihren Dienst eine besondere Anerkennung zu erhalten. Auch hier ist die Ansage eindeutig: Was ihr macht, ist nicht irgendeine bewundernswerte Leistung. Vielmehr ist euer Dienst der Verkündigung des Reiches Gottes die pflichtgemäße Antwort auf die Verkündigung des Reiches Gottes an euch. Wer selbst die Botschaft Jesu gehört hat und dann auch noch in einer Weise wie die Apostel für eine besondere Aufgabe berufen ist, der darf für das, was zu seiner Kernaufgabe gehört, nicht eine fortwährende Bestätigung erwarten. Ähnlich wie der Knecht zu dem Zweck eingestellt wurde, dem Herrn in bestimmten Dingen zu dienen, so sind auch die Apostel in besonderer Weise erwählt, um das Evangelium zu verkünden.

Lk 17,11-19: Heilung zehn Aussätziger

Bei seiner Ankunft in einem Dorf begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die von ferne stehen blieben. Lk 17:12

Sie blieben aber in der Ferne stehen, gleichsam aus Scham über die Unreinheit, welche ihnen zugerechnet wurde. Denn sie glaubten, Christus würde sie wie die Übrigen scheuen. So standen sie also dem Orte nach in der Ferne, aber waren durch die Bitte nahe. Denn der Herr ist Allen nahe, die ihn in Wahrheit anrufen. Goldene Perle

Und sie erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, Meister, erbarme dich über uns! Lk 17:13

Wenn du krank und mit Schmerzen behaftet bist, wenn du von verzweifelnden Gedanken geplagt wirst, sprich entweder den Namen Jesus kräftig aus oder denke Ihn. In Gefahren, in Schrecken, im Hause oder auf dem Wege, wo immer du dich befindest, so sprich den Namen Jesus, unseres Erlösers, aus, aber nicht allein mit dem Munde, sondern auch mit dem Herzen, mit Andacht; denn dieser Name hat die Kraft, welche das Herz stärkt, die Andacht fördert und das Gemüt desjenigen, der Ihn anruft, zur Gottseligkeit bereitet. Laurentius

Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, während sie hingingen, wurden sie rein. Lk 17:14

Einer von ihnen lief zu Jesus zurück, als er merkte, dass er geheilt war. Laut lobte er Gott. Lk 17:15

10 Aussätzige von denen nur einer zu Jesus zurück kommt und Gott voll Dankbarkeit lobt. Wer dankbar lebt, der ist nicht nur glücklicher, der lebt auch in Gottes Geist. Dieser ist aber Vergebung. Menschliche Vergebung ist für mich undenkbar ohne den Dank für die Vergebung, die mir Gott zu spricht. „‭Dann werde ich singen und jubeln über deine Vergebung.“‭ (Ps 51,14) Dieser Dank ist das Fundament, das Kraft und Einsicht gibt, dem Nächsten zu vergeben und sei dies noch so schwer. Denken wir heute ganz konkret daran, was uns Gott schon alles vergeben hat.

Er warf sich auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm und das war ein Samariter. Lk 17:16

Was macht eigentlich das Danken so schwer? Können wir vielleicht besser klagen u. jammern als danken? Können wir besser kritisieren und protestieren als danken? Sehen wir eher alles negativ? Ist unser Denken destruktiv? Oder sind wir vielleicht zu eigenmächtig und zu stolz, um noch dankbar sein zu können? Schreiben wir alles uns selber zu: der eigenen Tüchtigkeit, der eigenen Leistung, der eigenen Kraft Meinen wir, alles uns selber zu verdanken?Oder nehmen wir vieles zu selbstverständlich? Nahrung und Kleidung, Gesundheit und Arbeit, Liebe und Treue, Freundschaft und Vertrauen?  Pius Kirchgessner

Da antwortete Jesus und sprach: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Lk 17:17

Wie kann es sein, dass nur einer zurückkommt, um sich bei Gott zu bedanken? Lk 17:18

Viel zu vieles halten wir für selbstverständlich. Allein, dass wir jeden Morgen erwachen. Wenn wir über unser Leben ernsthaft nachdenken, werden wir entdecken wie unberechenbar und zerbrechlich unser Leben ist. Ein Autounfall, ein falscher Tritt, eine Krankheit…und schon ist wirklich alles anders! Diese Erkenntnis bringt uns dazu, nichts für selbstverständlich zu halten. Das Danken für jede gute Gabe erhält dieses Wissen in uns lebendig, wie sehr wir Beschenkte sind. Wir konzentrieren uns nicht auf das, was Gott in seiner Weisheit uns nicht gibt, sondern wir danken Gott für das, was er uns täglich gibt. Wer dankt, der hat eine positive Sicht auf die Dinge, die ihm begegnen, seien sie freudig oder schmerzhaft. Man darf Gott jeden Tag für etwas danken.

Und er sprach zu ihm: Steh auf und geh hin; dein Glaube hat dich gerettet! Lk 17:19

Der Samaritaner hat nicht nur die Wachsamkeit besessen, das Geschenk der Heilung als solches zu begreifen, sondern er hat auch erkannt, von wem dieses Geschenk ausging. Sein Gotteslob und seine Rückkehr zu Jesus zeigen, dass er in jenem Jesus den Ursprung des Wunders erkannt hat. Und so ein Wunder der plötzlichen Heilung ist für den Samaritaner mit Gottes Kraft und Gegenwart verbunden. Und diese ist ihm in Jesus Christus real begegnet.  Ausgerechnet der Samaritaner, der auch als Fremder benannt wird, er versteht, wer Jesus ist, und reagiert entsprechend.

Lk 17,20-37: Übers Kommen des Reiches

Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte.Lk 17:20

Der Schatz war verborgen. Die Perle musste gesucht werden. Sie fielen dem zufälligen Beobachter nicht ins Auge. Ebenso ist es mit dem Reich Gottes, das wir nur mit den Augen des Glaubens sehen können. Dieser Glaube gründet sich auf ein Wissen und Verstehen, das unter die Oberfläche dringt und den Kern wahrnimmt. Und dann entdecke ich, wie viel mir gegeben, geschenkt wurde in meinem Leben. Ich entdecke Gott als Schatz in der Tiefe meines Herzens. Und dann zieht die Freude ein, die Dankbarkeit, ein Glück, das mir zum leitenden Grundgefühl wird, trotz allem anderen.

Wenn Gott auf den zweiten Platz verwiesen wird, dann habe ich die kostbare Perle gegen eine bunte Glasscherbe eingetauscht. Brennan Manning

Das Reich Gottes ist inwendig in euch. Lk 17:21

Wir können es nicht sehen. Es ist innerlich. Es ist auf der Innenseite unserer Seele. Es ist der innere Raum der Stille, den jeder Mensch in sich trägt. Oft ist dieser Raum aber durch den Lärm unserer Gedanken oder durch den Lärm dieser Welt zugestellt. Im Gebet sollen wir in diesen Raum der Stille gelangen, in dem Gott in uns wohnt und herrscht. Dort, wo Gott in uns herrscht, sind wir frei. Dort haben Menschen keine Macht über uns. Ihre Ansprüche, ihre Erwartungen und ihre Urteile können in den Raum der Stille nicht eindringen. Auch unsere eigenen Selbstentwertungen, unsere Sorgen und Ängste und unsere Schuldgefühle haben dort keinen Zutritt. Die Bitte um das Reich Gottes ist letztlich die Bitte um die mystische Erfahrung des inwendigen Reiches, des innersten Heiligtums der Seele, in dem wir eins sind mit Gott und durch ihn frei und heil und lauter und ursprünglich und echt. Anselm Grün

Wenn dein Reich anbricht, fliehen Trauer und Jammer. Dafür kommen Leben, Friede und Freude. Gregor von Nyssa

Schaffe also Raum für Christus und verwehre allem Übrigen den Eintritt. Ist Christus in dir, so bist du reich und hast genug. Er sorgt treu für dich in allem, dass du nicht nötig hast, auf Menschen zu rechnen. Die Menschen sind veränderlich und siechen schnell dahin. Christus bleibt in Ewigkeit, er stützt dich mächtig bis ans Ende. Nachfolge Christi

Denn sieh, das Reich Gottes ist innerhalb euch, d.h. in euren Gefühlen und in eurer Macht liege es. Denn es kann jeder durch den Glauben und die Gnade Christi gerechtfertigte und mit Tugenden gezierte Mensch das Himmelreich erlangen. Goldene Perle

Denn gleichwie der Blitz, der in einer Himmelsgegend erstrahlt, bis zur anderen leuchtet, so wird auch der Sohn des Menschen sein an seinem Tag. Lk 17:24

Denn er erscheint nicht auf der Erde wandelnd, wie ein gewöhnlicher Mensch, sondern er wird all das Unsrige erleuchten und Allen den Glanz der eigenen Gottheit zeigen.

Wer an jenem Tag auf dem Dach ist und sein Gerät im Haus hat, der steige nicht hinab, um dasselbe zu holen; ebenso, wer auf dem Feld ist, der kehre nicht wieder zurück. Lk 17:31

Wenn Jemand schon die Höhe seines Hauses und den Gipfel der höchsten Tugenden erstiegen hat, so falle er nicht zu den irdischen Werken dieser Welt herab. Denn auf dem Dache ist der, welcher das Fleischliche überwindet und gleichsam in der freien Luft geistig lebt. Die Geräte im Haus sind aber die fleischlichen Sinne. Es folgt: Und wer auf dem Felde ist, gehe nicht zurück, d.h. wer in der Kirche arbeitet, wie der pflanzende Paulus und wie der begießende Apollo, sehe nicht auf die weltliche Hoffnung, welcher er entsagte, zurück. Goldene Perle

Gedenkt an Lots Frau! Lk 17:32

Es bezeichnet also die Frau des Lot Jene, welche bei der Trübsal zurücksehen und sich von der Hoffnung der göttlichen Verheißung abwenden. Goldene Perle

Wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben aufgibt, der wird es für immer bewahren. Lukas 17:33

Jesus wählt die Worte derart massiv und absolut, weil er weiß, dass sich unser menschliches Ego viel zu häufig auf Rollen und ausgetüftelte Selbstbilder fixiert. Er möchte uns unmissverständlich klar machen, dass all dies vergängliche Konstrukte sind. Das Wesen dieser Welt vergeht (1 Kor 7,31). Diese Fixierungen müssen sterben und ja, sie sterben nicht leicht, weil wir sie zu oft für unser wahres Selbst halten. Wenn diese Fixierungen sterben, bevor wir leiblich sterben, dann begegnen wir dem Einssein mit Gott, dann treten wir schon jetzt ein in das ewige Leben in Jesus Christus.