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Lukas Evangelium – Kapitel 16

Lk 16,1-8: Der kluge Verwalter

Jesus wandte sich zu seinen Jüngern und sagte: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Über diesen gingen Klagen bei ihm ein; es hieß, er veruntreue ihm sein Vermögen. Lk 16:1

Wer du also immer bist, wisse, daß du der Verwalter des fremden Gutes bist, und daß du das Recht zu einem vorübergehenden und kurzen Gebrauch habest. Entferne also von der Seele den Hochmut der Herrschaft und ergreife die Demut und die Bescheidenheit eines Verwalters. Daraus lernen wir, daß wir nicht selbst die Herrn, sondern vielmehr die Verwalter der fremden Güter seien. Sodann sind wir schlechte Verwalter, wenn wir die Schätze nicht nach dem Willen des Herrn verwalten, sondern sie zu den eigenen Vergnügungen verschwenden. Goldene Kette

Da ließ er den Verwalter rufen. Was muss ich von dir hören? sagte er zu ihm. Leg die Abrechnung über deine Tätigkeit vor; du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Lk 16:2

Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung, denn du kannst schon nicht  mehr verwalten. Alle Tage ruft uns der Herr durch die Wirkungen dieses zu.

Doch jetzt weiß ich, was ich tun kann, damit die Leute mich in ihren Häusern aufnehmen, wenn ich meine Stelle als Verwalter verloren habe. Nacheinander rief er alle zu sich, die bei seinem Herrn Schulden hatten. Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?, fragte er den ersten. Hundert Fass Olivenöl‹, antwortete der. Darauf sagte der Verwalter: Hier, nimm deinen Schuldschein, setz dich schnell hin, und schreib statt dessen fünfzig. Lk 16:4‭-‬6

Da lobte der Herr den ungetreuen Verwalter dafür, dass er so klug gehandelt hatte. In der Tat, die Menschen dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Menschen des Lichts. Lk 16:8

Den Verwalter, welchen der Herr von seinem Dienst entsetzte, lobte er dennoch, weil er für die Zukunft sorgte. Doch dürfen wir ihm darin nicht nachahmen. Denn wir dürfen gegen den Herrn keinen Betrug üben, um von diesem Betrug Almosen zu geben.

Welches ist der springende Punkt des Gleichnisses?Christus lobt die Klugheit des Untreuen, nicht die Untreue des Klugen. Ein großer Unterschied. Jesus lobt den Verwalter nicht wegen seiner skrupellosen Betrügereien, die sind verwerflich und bleiben verwerflich, sondern wegen seines klugen und entschiedenen Handelns. So ermuntert uns Jesus in diesem Gleichnis vom ungetreuen Verwalter zu einem intensiveren und entschiedenerem Leben aus dem Glauben.

Auch ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn ihr Mangel habt, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten! Lk 16:9

Bei der menschlichen Verwaltung zeigen wir Klugheit und großen Eifer, daß wir zu leben haben, wenn wir von der Verwaltung abtreten. Wenn wir aber das Göttliche verwalten müssen, bedenken wir nicht zuvor, was uns nachher nützen wird. Damit also die Menschen nach dem Tode etwas in ihrer Hand finden, sollen sie vor dem Tode ihre Schätze in die Hände der Armen legen. Daher folgt: Und ich sage euch: Macht euch Freunde von dem ungerechten Reichtum. Goldene Kette

Wenn also das Unsrige dem gemeinsamen Herrn gehört, so gehört es auch unseren Mitknechten. Jener Reichtum heißt also ungerecht, welchen der Herr verlieh, um die Bedürfnisse unserer Brüder und Mitknechte zu befriedigen, den wir aber für uns behalten. Vom Anfang an sollte man daher Alles den Armen geben. Goldene Kette

Sorgt auch ihr euch um eure Zukunft, nicht nur die irdische, viel entscheidender ist die ewige, die Zukunft bei Gott. Baut jetzt schon an der ewigen Wohnung! Morgen kann es zu spät sein. Wir sollen alles, aber auch wirklich alles, dran setzen, alles, was in unserer Macht steht, dieses Ziel zu erreichen. Alles Übrige dürfen wir dann getrost der Allmacht und Gnade Gottes überlassen.

Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. Lk 16:10

Das Geringste ist also der ungerechte Reichtum, d.h. die irdischen Schätze, welche denen, die am Himmlischen Geschmack haben, nichts zu sein scheinen. Ich glaube also, Jemand sei im Kleinen treu, wenn er mit diesem Geringsten den vom Kummer Bedrückten zu Hilfe kommt. Goldene Kette

Kein Knecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon! Lk 16:13

Stell dich selbst, deine Fähigkeiten, dein Geld u.v.m. Gott zur Verfügung. Er kann damit weit mehr anfangen als du selbst. Hänge dein Herz an alledem nicht an. Hat du dein Herz ganz bei Gott, dann ist es klar, dass du nicht für ihn und zeitgleich für etwas anderes leben kannst. Kinder und Diener Gottes sind wir, das ist der tiefste Kern unserer christlichen Seele.

Die Logik der Welt treibt uns zum Erfolg, zur Herrschaft und zum Geld; die Logik Gottes zur Demut, zum Dienen und zur Liebe. Franziskus

Es gibt einen Reichtum, der allen, bei denen er sich findet, den Tod bringt; sein Verlust aber bringt Heil. Von diesem Reichtum muss man die Seele rein, das heißt arm und frei machen und danach das Wort des Herrn hören: Komm, und folge mir nach!Denn nun wird er selbst der Weg für den, der reinen Herzens ist; in ein unreines Herz dagegen zieht die Gnade Gottes nicht ein; unrein ist aber ein Herz, das reich an Begierden ist und schwanger geht mit vielen irdischen Lüsten. Wer dagegen Vermögen und Gold und Silber und Häuser als Gottes Gaben besitzt und damit Gott, der es gegeben hat, zum Wohl der Menschen dient, und sich dessen bewusst ist, dass er all dieses mehr seiner Brüder als seiner selbst wegen besitzt; wer Herr seines Vermögens, nicht ein Sklave seines Besitzes ist, und ihn nicht in seinem Herzen trägt und ihn nicht zum Ziel und Inhalt seines Lebens macht, sondern immer auch ein edles und göttliches Werk zu vollbringen sucht; wer fähig ist, wenn er einmal seiner Güter beraubt werden sollte, auch ihren Verlust mit Gemütsruhe zu ertragen ebenso wie den Überfluss an ihnen: Wer alle diese Eigenschaften hat, der wird vom Herrn selig gepriesen und arm im Geiste genannt, würdig, ein Erbe des Himmelreiches zu werden. Clemens von Alexandrien

Lk 16,19-31: Der Reiche und Lazarus

Da lebte einmal ein reicher Mann. Er war immer sehr vornehm gekleidet und konnte sich Tag für Tag jeden Luxus und jedes Vergnügen leisten. Vor dem Tor seines Hauses aber lag ein schwer kranker Bettler namens Lazarus. Sein Körper war über und über mit Geschwüren bedeckt. Lk 16:19-20

Das Gleichnis beginnt mit einer Vorstellung der beiden Hauptfiguren: der namenlose Reiche, der ein religiöser Jude war, kein Heide, der Gott nicht kannte und zweitens Lazarus, der mittellose Arme, gelähmt und unfähig, sich zu bewegen, daher auch die Geschwüre. Nach damaliger Auffassung war dieses Leid ein Beweis dafür, dass Lazarus von Gott verflucht war. Dem ist nicht so. Lazarus erhält in diesem Gleichnis deshalb einen Namen, weil er geehrt werden soll. Sein Name bedeutet Gott ist Hilfe! Wer von allen vergessen ist, den vergißt Gott nicht. Wer in den Augen der Menschen nichts wert ist, ist wertvoll in den Augen des Herrn.

Gibt es in meinem Leben auch Ähnlichkeiten mit Lazarus? Worin besteht meine größte Not? Wie nehme ich sie an? Kann ich sie ertragen? Halte ich fest am Gottvertrauen oder treibt es mich immer wieder zur Verzweiflung?

Er hoffte, seinen Hunger wenigstens mit den Abfällen aus der Küche des Reichen stillen zu können. Aber es kamen nur die Hunde und beleckten seine offenen Wunden. Lk 16:21

Öffne dem anderen die Tür deines Herzens. Jeder Mensch, der uns entgegenkommt, ist ein Geschenk und verdient Aufnahme, Achtung und Liebe und in jedem können wir das Antlitz Christi erkennen. Jeder von uns hat seine Lazarusse um sich herum. Erkenne wer dies ist! Gebe auf ihn acht! Erkenne seine Bedürfnisse! Wünsche ihm Gutes! Das Gute ist das, was das Leben fördert. Erkenne stets die Gefahr der Verhärtung des Herzens, die blind macht für die Leiden anderer. Niemals dürfen wir unfähig sein, Mitleid zu empfinden mit den Leidenden.

Gibt es solche armen Lazarusse in meinem Leben, denen ich täglich begegne? Was ist dessen größte Not, materiell, moralisch und geistig gesehen?

Da starb der Arme und wurde von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und ward begraben. Als er nun im Totenreich Qualen litt, hob er seine Augen auf: da sah er Abraham in weiter Ferne und Lazarus in seinen Armen. Lk 16:22‭-‬23

Damals starb der Reiche nach dem Leib, aber seine Seele war früher gestorben. Denn er tat nichts mit den Werken der Seele, weil seine ganze Liebe gegen den Nächsten erlosch und noch lebloser als der Leib war

Im Angesicht des Todes bedeutet aller weltlicher Reichtum nichts. Da zählt nur noch die Liebe allein. Nur sie dauert ewig. Erkennen wir die Ernsthaftigkeit und Wichtigkeit unseres kurzen Lebens! Jeder Tag ist wertvoll! Es liegt an uns, dem Weg zu folgen, den Gott uns gezeigt hat, um zum Leben zu gelangen und dieser Weg ist die Liebe, nicht verstanden als Gefühl, sondern als Dienst an den anderen in der Liebe Christi. Der Himmel ist nicht erreichbar für den Reichen, weil er nur für sich lebte und sich nicht um den Nächsten kümmerte.

Der Begriff Abrahams Schoß kommt nur hier in der Bibel vor. Im Talmud wird dieser Begriff für den Himmel verwendet.

Wurde dieser Arme nur wegen seiner Armut von den Engeln empfangen? Und wurde der Reiche nur wegen seines Reichtums qualvollen Schmerzen ausgeliefert? Nein, lasst es uns richtig verstehen: Es ist die Demut, die im Armen geehrt, und der Stolz, der im Reichen verurteilt wurde. Hier ist, in Kürze, der Beweis dafür, dass es nicht der Reichtum, sondern der Stolz war, der dem Reichen die Strafe einbrachte. Der Arme wurde also in Abrahams Schoß getragen; die Schrift sagt aber von Abraham, dass er viel Gold und Silber besaß und auf Erden reich war (Gen 13,2). Wenn jeder Reiche in die Unterwelt kommt: wie konnte Abraham dann den Armen in seinem Schoß aufnehmen? Das geschah, weil Abraham inmitten seines Reichtums arm, demütig, ehrerbietig und alle Weisungen Gottes gehorsam war. Er erachtete seinen Reichtum für so gering, dass er, als Gott es von ihm verlangte, einwilligte, als Opfer seinen Sohn darzubringen, dem er seinen Reichtum zugedacht hatte (Gen 22,4). Lernt also, arm und bedürftig zu sein, ob ihr nun auf dieser Welt Besitz habt oder nicht. Denn es gibt Bettler, die voller Stolz sind, und Reiche, die ihre Sünden bekennen. „Gott tritt den Stolzen entgegen“, ob sie nun seidene Kleider oder Lumpen tragen; „den Demütigen aber schenkt er seine Gnade“ (Jak 4,6), ob sie nun die Güter dieser Welt besitzen oder nicht. Gott schaut ins Innere: dort wägt er ab, dort prüft er. Augustinus

Vater Abraham, rief der Reiche laut, hab Mitleid mit mir! Schick mir doch Lazarus! Er soll seine Fingerspitze ins Wasser tauchen und damit meine Zunge kühlen. Ich leide in diesen Flammen furchtbare Qualen! Lk 16:24

Selbst jetzt noch geht es dem Reichen nur um sich. Der Egoismus ist weiter in seiner Seele. Ich bitte Jesus, dass er mein Herz vor dieser Unempfindlichkeit und Gleichgültigkeit bewahren möge, die den Reichen erst an diesen Ort gebracht hat. Ich bitte Jesus, dass er mich ungebrochen in der Liebe lehrt. Alles was aus Liebe geschieht, bringt reiche Frucht. Gut handelt, wer mehr der Gemeinschaft als seinem Eigenwillen dient. Gut handelt, wer die Liebe nicht nur auf die uns lieben Menschen anwendet, sondern sie im Geiste Jesus auf alle Menschen ausweitet, die ihm begegnen. Wer die vollkommene Liebe sucht, der sucht in keiner Sache sich selbst, sondern hat in allem nur Gottes Ehre im Auge. Herr, ich bitte dich um ein empfindsames Herz für die Not der Mitmenschen und um die Fähigkeit zum Teilen.

Warum will er aber in den Qualen seine Zunge erfrischen, als weil der, welcher im Umgang durch die Geschwätzigkeit gesündigt hatte, durch die vergeltende Gerechtigkeit in der Zunge härter gequält wurde? Denn die Geschwätzigkeit zeigt sich vorzüglich bei den Gastmahlen. — Auch hatte seine Zunge viel Stolzes gesprochen. Wo eine Sünde ist, da ist auch eine Strafe, und weil die Zunge sehr viel sündigte, so wird sie auch mehr gequält.

Abraham erwiderte: Mein Sohn, erinnere dich! Du hast in deinem Leben alles gehabt, Lazarus hatte nichts. Jetzt geht es ihm gut und du musst leiden. Lk 16:25‭

Vater Abraham, bat jetzt der Reiche, dann schick Lazarus doch wenigstens in das Haus meines Vaters zu meinen fünf Brüdern. Er soll sie warnen, damit sie nach ihrem Tod nicht auch an diesen qualvollen Ort kommen. Lk 16:27‭-‬28

Der Reiche denkt weiter nur an die Seinen. Die Abwendung vom Nächsüten macht für Gott blind. Die Nächstenliebe dagegen ist ein Weg ist, um Gott zu begegnen. Wahre Liebe strebt nach Reinheit, bei der wir versuchen alle ichbezogenen Motive loszulassen. Selbst Jesus lieben wir allein um seinetwillen und nicht wegen seiner Gaben, die er uns schenkt und bisweilen in seinem göttlichen Willen vorenthält. Würden wir nur nach diesen Gaben und nach dem Nutzen unseres Glaubens Ausschau halten, so wollen wir nur den Lohn für unseren Glauben und zeigen so, dass wir uns selbst mehr lieben als Jesus.

Oh, die reine Liebe zu Jesus, die kein Eigennutz und keine Eigenliebe trübt, wie viel vermag sie!

Vater Abraham, erst wenn einer von den Toten zu ihnen käme, würden sie ihr Leben ändern. Doch Abraham blieb dabei: Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht. Lk 16:30‭-‬31

Häufig spricht Jesus den Satz: Wer Ohren hat, der höre! Ein wichtiger Punkt dieses Gleichnisses ist die Taubheit gegenüber Gottes Wort, das er auf vielerlei Weise zu uns spricht: im Alten Testament durch Moses und die Propheten, durch Arme und Bedürftige wie Lazarus und im letzten Schluss durch den Auferstandenen Christus. Es geht darum mit einem hörenden Herz zu leben, das Gottes Worte wahrnimmt und daraus heraus glaubt. Glaube ist hier Geschenk, weil es aus dem Wort Gottes entspringt und es ist Entscheidung, weil wir frei sind zu hören. So höre heute das Wort Gottes und glaube daran. Das Wort Gottes kann ein verhärtetes Herz wieder zum Leben erwecken und es von seiner Blindheit heilen.

Ich erinnere mich heute an ein Wort Gottes, dass besonders stark in meinem Leben gewirkt hat.