Anmeldung ->
Anmeldung ->

Lukas Evangelium – Kapitel 12

Lk 12,1-12: Jesus warnt vor Heuchelei

Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher die Heuchelei ist! Lk 12:1

Ein Heuchler ist jemand, der eine Maske trägt und dessen äußere Erscheinung sich vom Inneren völlig unterscheidet. Die Phari-säer wollten als tugendhafte Vorbilder gelten, doch in Wahrheit waren sie nur Meister der Verstellung.

Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, welcher, nachdem er getötet hat, auch Macht besitzt, in die Hölle zu werfen! Ja, ich sage euch, den fürchtet! Lk 12:5

Das sind ernste Worte, die man nicht gerne hört und von denen manche befürchten, sie würden ein Nährboden für die Vorstellung bilden, dass Gott ein grausamer Tyrann sei. Aber es ist Gottes Liebe, die so deutlich warnt, da Er will, dass sich jeder durch Jesus Christus vor der Verdammnis retten lässt. An uns liegt es, dieses Rettungsangebot anzunehmen. Gerrid Setzer

Aber auch die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge. Lk 12:7

Gott schickt mir damit das Kreuz. Alles kommt von Ihm: Gesundheit und Krankheit, zeitliche Güter, Unglück und Widerwärtigkeiten im Leben. Alles, absolut alles hat Er gut angeordnet, und wenn sich das Geschöpf manchmal gegen das auflehnt, was Gott gebietet, begeht es eine Sünde, denn alles ist notwendig und gut gefügt. Lachen und Weinen sind erforderlich, und aus allem können wir immer dann Nutzen ziehen für unsere Vervollkommnung, wenn wir mit gläubigem Herzen Gottes Werk in allem erkennen und wie Kinder in den Armen des Vaters verweilen. Denn wir allein, wohin sollten wir uns wenden? Klar, dass ich nicht versuche, Gefühle in mir auszumerzen. Gott will nur von mir, dass ich sie vervollkommne. Aus diesem Grund führt Er mich hierhin und dorthin wie ein Spielzeug, und überall hinterlasse ich Teile meines Herzens. Wie groß ist Gott und wie gut macht Er alles! Wie sehr liebt Er mich, und wie schlecht hat antworte ich auf Seine Liebe! Seine Vorsehung ist unendlich, und ihr müssen wir uns ohne Vorbehalt ausliefern. Rafael Arnáiz Barón 

Ich sage euch aber: Jeder, der sich zu mir bekennen wird vor den Menschen, zu dem wird sich auch der Sohn des Menschen bekennen vor den Engeln Gottes. Lk 12:8

Was wird aber herrlicher sein, als daß das Eingeborene Wort Gottes selbst uns bei dem göttlichen Gericht bekennt, und daß mit diesem Zeugnisse die Seele, welcher das Zeugnis gegeben wird, ihre Belohnung erhalte? Denn Christus bleibt nicht außer dem, dem das Zeugnis gegeben wird, sondern er wohnt in ihm und erfüllt ihn mit seinem Licht und gibt ihm so das Zeugnis. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Lk 12,13-21: Gleichnis vom dummen Reichen

Es sprach aber einer aus der Volksmenge zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teilen soll! Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler über euch gesetzt? Lk 12:13-14

Auch Jesus hat hier und da ein nein ausgesprochen. Auch du darfst „Nein“ sagen. Das innere „Ich muss“, um mir oder anderen gerecht zu werden, frisst dich auf. Es geht nicht ohne dich? Quatsch! Das merkst du dann, wenn du krank bist und es trotzdem läuft. Wenn du zu häufig das „Muss“ und „Sollte“ in deinem Kopf hast, ist das definitiv ein Warnsignal. Wenn du merkst, dass du immer häufiger das Wort sollte gebrauchst, ist das ein Zeichen, dass du dich in deinem Leben immer weiter von dem „Leben in Fülle“ entfernst, dass Jesus für dich bereit hält. Du lebst dann für irgendwelche anderen Maßstäbe oder Bestätigungen, von denen du dir erwartest, dass sie dich glücklich machen. Sollte macht niemanden glücklich. Also: Du darfst auch Nein sagen.

Er sagte aber zu ihnen: Habt acht und hütet euch vor der Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluss ab, den er an Gütern hat. Lk 12:15

Denn bei dem Überflüsse eines Menschen kommt sein Leben nicht von dem, was er hat. Macht dich wohl der Reichtum langlebend? Denn es ist zweifelhaft, ob du das Greisenalter erlangest, weswegen du Schätze sammelst. Goldene Perle

Er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Das Feld eines reichen Mannes hatte viel Frucht getragen. Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun, da ich keinen Platz habe, wo ich meine Früchte aufspeichern kann? Lk 12:16-17

Und er sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter aufspeichern und will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und sei guten Mutes! Lk 12:18-19

Er erinnerte sich nicht an die gemeinsame Natur und hielt es für keine Pflicht, von dem Überfluß den Dürftigen mitzuteilen. Die Scheunen strotzten vom Überfluß des Erbauten. Aber die geizige Seele war nicht voll.

Er sieht die Lösung einzig im Vergrößern der Vorratsräume, im Ansammeln und Horten. Doch mitnehmen ins Jenseits können wir keine Scheunen und keine Paläste, keine Brillanten und kein Geld, weder Besitz noch Reichtum. Wir können nur mitnehmen, womit wir das Herz gefüllt haben. In den Himmel gehen wir mit der Liebe ein, die wir gegeben und empfangen haben.

Bist du nicht ein Räuber, indem du das für dein Eigenes hältst, was du zur Verteilung überkommen hast? Es ist das Brot des Hungrigen, das du hast, der Rock des Entblößten, den du im Zimmer bewahrest, der Schuh des Bloßfüßigen, welcher neben dir schmachtet, das Geld des Dürftigen, welches du vergraben hast. Daher begehst du so viele Sünden, als du geben könntest. Goldene Perle

Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird gehören, was du bereitet hast? Lk 12:20

In seiner Lebensrechnung macht der reiche Kornbauer einen großen Fehler. In seiner Selbstsicherheit übersieht er das Sicherste in seinem Leben: den Tod, der jäh und unvermittelt eintreten kann und allem menschliche Planen ein abruptes Ende setzt. Armer reicher Mann! Was kann von all dem, was er angehäuft, gehortet und gespeichert hat mitnehmen? Nichts!

In der Nacht wurde aber die Seele abgefordert, weil sie in der Finsternis des Herzens hinweggenommen wurde. In der Nacht wurde sie hinweggenommen, da sie das Licht der Betrachtung nicht haben wollte, um das Leiden, welches sie treffen könnte, vorher zu sehen. Goldene Perle

Wer aber so lebt, als wollte er täglich sterben, weil unser Leben von Natur aus ungewiss ist, der sündigt nicht.

So geht es dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott! Lk 12:21

Sammelt euch Schätze im Himmel! Wie das geht, reich werden vor Gott, das hat Jesus selbst vorgelebt: durch die Zuwendung zu den Armen und zu denen, die am Rand der Gesellschaft stehen, durch die Vergebung von Schuld, durch die bedingungslose Annahme des Nächsten, durch die Liebe zu den Feinden, durch Hilfsbereitschaft und Solidarität.

Reichtum vor Gott: Zeit, die ich mir für einen anderen Menschen nehme, Hilfsbereitschaft, Zuhören-Können, Verständnis entgegenbringen, Geduld üben, Verzeihung schenken, Besinnung und Gebet: Werte, die nicht vergehen, Investitionen, die bleiben, Reichtümer, die jede Krise überdauern. So ist dieses Evangelium eine ernste Mahnung auch an uns heute, dass wir unser Herz nicht an Wohlstand und Reichtum hängen, es nicht an irdische und vergängliche Güter verlieren, sondern unseren Blick immer wieder auf das Bleibende lenken, das ewige Glück und die ewigen Freuden. Pius Kirchgessner

Lk 12,22-34: Jesus warnt vor Sorgen

Und er sprach zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, noch um den Leib, was ihr anziehen sollt. Lk 12:22

Und dennoch tut es doch einer jeder von uns immer wieder. Das ist menschlich. Wichtig ist nur immer wieder im Sinne eines Warnschildes zu erkennen, das dies nichts Gutes ist, wir täglich neu der inneren Sorge das Vertrauen entgegenstellen müssen. Wir wollen durch Sorge sorglos werden, aber in Wahrheit erweist sich das Gegenteil. Sorge ist der größte Tyrann und wenn sie nicht immer wieder entsorgt wird, wird sie die Seele verseuchen. Gott ist die eigentliche Befreiung von der Sorge des Menschen. Der Herr ist unser Lastenträger. Auf ihn müssen wir all unsere Sorgen werfen.

Der Glaube endet, wo die Sorge anfängt. Corrie Ten Boom

Betrachtet die Raben! Sie säen nicht und ernten nicht, sie haben weder Speicher noch Scheunen, und Gott nährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr wert als die Vögel! Lk 12:24

Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen? Lk 12:25

Sorge ist immer auf das Morgen gerichtet. Der Gedanke an das Morgen liefert mich der Sorge aus. Wer dagegen das Morgen ganz in die Hand Gottes legt und das Heute offen empfängt, der lebt und ist in Gott. Das tägliche Empfangen macht mich frei vom Morgen. Versuche daher deine Sorgen loszulassen. Zerbreche dir nicht ständig den Kopf über vielerlei Dinge. Was soll ich machen? Warum ist dieser Mensch so? Bin ich gut genug? Was denkt der andere von mir? Der Mensch denkt, Gott lenkt. Ohne Furcht und Sorge jeden Tag bereit sein zu gehen – das ist die Haltung, die uns praktisch aufgezwungen ist und die tapfer durchzuhalten nicht leicht, aber notwendig ist.

Haben Sie doch keine Sorge um das Morgen. Denken wir nur daran, das Heute gut zu machen. Und wenn der morgige Tag kommt, heißt auch er wieder heute und dann werden wir an ihn denken. Auch darin müssen wir großes Vertrauen und große Hingabe an die Vorsehung Gottes haben. Wir sollen Vorräte an Manna nur für einen Tag und nicht für länger anlegen. Zweifeln wir doch nicht daran, Gott wird morgen und übermorgen und alle Tage unserer irdischen Wanderschaft neues Manna regnen lassen. Franz von Sales

Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht; ich sage euch aber: Selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit ist nicht gekleidet gewesen wie eine von ihnen! Lk 12:27

Und ihr sollt auch nicht danach trachten, was ihr essen oder was ihr trinken sollt; und beunruhigt euch nicht! Lk 12:29

Denn nach all diesem trachten die Heidenvölker der Welt; euer Vater aber weiß, dass ihr diese Dinge benötigt. Lk 12:30

Er sagte nicht: Gott, sondern: Vater, um ihnen ein größeres Vertrauen einzuflößen. Denn wo ist ein Vater, der seinen Kindern das Notwendige nicht geben ließe? Aber er seht noch etwas Anderes hinzu; denn du kannst nicht sagen, daß er zwar ein Vater ist, aber nicht wisse, daß wir dieses bedürfen. Denn wer die Natur schuf, kennt ihre Bedürfnisse. Goldene Perle

Setzt euch vielmehr für Gottes Reich ein, dann wird er euch mit allem anderen versorgen. Lk 12:31

Die Gemeinschaft Jesu und der Gehorsam gegen sein Gebot kommt zuerst, alles andere folgt nach! Das Reich Gottes ist wichtiger als alles andere, wichtiger als ich selbst und mein Glück. Alles zu wollen, was Gott will, es immer zu wollen, bei allen Gelegenheiten und ohne Einschränkungen, das ist das Reich Gottes, das ganz innen ist. Darum sorge dich nicht um dein eigenes Glück, sondern setze dich ein für die Dinge Gottes. Das befreit vom Ich. Und nur in der Befreiung von unserem eigenen Ich können wir umso mehr dafür einsetzen, dass sein Wille geschieht.

Wir leben alle im Reiche Gottes vom Nehmen und Geben. Unser Nehmen heißt beten, und unser Geben heißt lieben. Friedrich von Bodelschwingh

Die Gleichförmigkeit unseres Herzens mit Gottes geoffenbartem Willen besteht darin, daß wir das alles wollen, was die göttliche Güte als ihre Absicht offenbart, daß wir glauben, was sie lehrt, erhoffen, was sie verspricht, fürchten, was sie androht, lieben und tun, was sie befiehlt und verlangt. Durch seinen Willen verlangt Gott, daß wir das tun, was er uns sagt. Er gibt uns alles dazu, was wir brauchen, mahnt und drängt uns, dies auch zu verwenden. So treibt er uns dazu an, mahnt uns, muntert uns auf, regt uns dazu an, hilft und unterstützt uns. Unsere Liebe aber gibt das Herz ihm hin und weiht es ihm mit inniger Liebe. Die Liebe des Wohlwollens, die Gott alles unterwerfen will, unterwirft folglich unser Verlangen und Wollen dem geoffenbarten Willen Gottes.

Treue Hingabe an den Willen Gottes immer und überall, in allen Angelegenheiten und Lebensumständen, gibt Gott große Ehre. Eine solche Hingabe an den Willen Gottes hat in seinen Augen mehr Gewicht als langes Fasten, Abtötungen und strengstes Büßen. Oh, wie groß ist der Lohn für einen Akt liebender Hingabe an den Willen Gottes! Eine Gott liebende Seele, die in ihm versenkt ist, geht ihrer Pflicht mit derselben Einstellung nach, wie zur heiligen Kommunion und verrichtet die geringste Tätigkeit mit großer Sorgfalt, unter dem liebenden Auge Gottes. Sie ist nicht verwirrt, wenn sich nach einiger Zeit eine Sache als weniger geglückt erweist. Sie bleibt ruhig, denn während ihres Handelns hat sie alles getan, was in ihrer Macht war. Faustyna

Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben. Lk 12:32

Verkauft eure Habe und gebt Almosen! Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz, der nicht vergeht, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und keine Motte ihr Zerstörungswerk treibt. Lk 12:33

Aus einem Besitzenden wird leicht ein von seinem Besitz Besessener. Wie schnell gewinnen die Dinge Macht über uns! Wie schnell macht uns das, was uns dienen soll zu Gefangenen, zu Abhängigen, wenn wir nichts anderes mehr kennen, wenn all unser Denken und Sorgen nur noch ums Geld kreist, um Reichtum, Ansehen und Erfolg, wenn wir nur noch hetzen und jagen: mehr, größer, schneller, noch effizienter. Pius Kirchgessner

Denn es gibt keine Sünde, die das Almosen nicht hinwegschaffen könnte; es ist ein für jede Wunde passendes Gegenmittel. Aber das Almosen geschieht nicht nur in Geld, sondern auch in Handlungen, indem Jemand einen anderen beschützt, indem der Arzt heilt, indem der Weise ratet. Denn ohne Almosen ist es unmöglich, das Reich zu sehen. Wie nämlich eine Quelle, welche nicht ausfließt, schlecht wird, so auch die Reichen, wenn sie Alles bei sich behalten. Goldene  Perle

Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Lukas 12:34

Denn jeder Mensch hängt der Natur gemäß von dem ab wonach er strebt. Darauf richtet er seine ganze Seele, wo er seinen ganzen Nutzen zu besitzen glaubte. Wenn also Jemand auf die Dinge des gegenwärtigen Lebens seine ganze Seele und sein ganzes Bestreben, welches er Herz nannte, richtet, so hält er sich im Irdischen aus. Wenn er aber seine Seele auf das Himmlische hinrichtet, so hat er dort seine Seele, so daß er allein mit dem Leib bei den Menschen zu sein scheint, aber mit der Seele schon in die himmlischen Wohnungen eingetreten ist.

Ein Bruder sagte mir: Eines Tages, als ich zu Abbas Cronios vom Berg Panahon ging, sagte er mir: Gib acht, mein Sohn, dass du dort, wo du gehst und wo du wohnst, dein Herz nicht niederlässt, in der dass du dich für immer niederlässt, sondern sei dort wie ein Fremder. Apophthegmata

Wir sind nur Gäste auf dieser Erde. Hängen wir unser Herz daher allein an Gott. Unsere Heimat ist im Himmel!

Bedenkt, dass ihr Gast seid auf Erden, Pilger auf dem Weg zu Gott. Ruft es euch immer wieder ins Gedächtnis! Macht euch das immer wieder bewusst! Und lebt so, dass ihr dieses Ziel erreicht.

Lk 12,35-48: Vorbereitung auf sein Kommen

Eure Lenden sollen umgürtet sein und eure Lichter brennend. Lk 12:35

Die Jünger sollten ihrem Herrn nicht nur in Bezug auf ihre Versorgung vertrauen, sondern auch in ständiger Erwartung seiner Wiederkunft leben. Sie sollten ihre Lenden umgürten und ihre Lampen brennend erhalten. In östlichen Ländern wurde ein Gürtel um die Taille geschlungen, um die langen, weiten Gewänder zu halten, wenn ein Mensch schnell gehen oder laufen wollte. Die umgürtete Lende spricht von einem Auftrag, der zu erfüllen ist, die brennende Lampe kündet vom Zeugnis, das zu erhalten ist. MacDonald

Es seien eure Lenden umgürtet (d.h. immer geneigt, die Werke eures Herrn zu vollziehen) Dies ist die Aufgabe der Dienenden. Sie müssen brennende Lampen haben, d.h. die Unterscheidungsgabe, damit der Dienende zu erkennen vermöge, nicht nur was, sondern auch, wie er es zu tun habe; denn sonst stürzen die Menschen in die Hoffart. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Es kommt häufig vor, dass der Mensch an einer Sache arbeitet, die dann nicht so gelingt, wie er es sich gewünscht hat. Traurigkeit und Überdruss bemächtigen sich dann seines Geistes, und er sagt sich: Es wäre besser, dieses Unternehmen, das mich so viel Zeit gekostet und nichts gebracht hat, aufzugeben und stattdessen Frieden und Ruhe für meine Seele zu suchen. Die Seele muss dann widerstehen durch ihr Verlangen nach der Ehre Gottes und dem Heil der Seelen. Sie muss die Regungen der Eigenliebe zurückweisen, indem sie sagt: Ich will die Arbeit weder meiden noch fliehen, weil ich des Friedens und der Ruhe nicht würdig bin. Ich will auf dem mir anvertrauten Posten bleiben und mutig Gott die Ehre geben, indem ich für ihn und den Nächsten arbeite. Katharina von Siena

Manchmal bringt uns der Dämon dazu, weil er uns unsere Unternehmungen verleiden will, in der Verwirrung unseres Geistes zu sagen: Ich beleidige Gott mehr als dass ich ihm diene. Es wäre besser diese Angelegenheit aufzugeben, nicht aus Abscheu, sondern um keinen Fehler mehr zu begehen. Hören Sie nicht auf den Dämon, wenn er Ihrem Geist und Ihrem Herzen solche Gedanken eingibt. Vielmehr nehmen Sie diese Mühen mit Freude an, mit heiligem, glühendem Verlangen und ganz ohne sklavische Furcht. Fürchten Sie nicht, Gott zu beleidigen, denn die Beleidigung besteht in einem verkehrten und schuldhaften Willen. Sünde liegt nur dann vor, wenn der Wille nicht mit Gott übereinstimmt. Katharina von Siena

Seid Menschen gleich, die ihren Herrn erwarten, wenn er von der Hochzeit aufbrechen wird, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. Lk 12:36

Sie sollten von allen irdischen Belastungen frei sein, sodass sie sofort, wenn der Herr anklopft, aufmachen können, ohne Ablenkung und ohne sich erst fertig machen zu müssen. Ihre Herzen warten auf ihn, ihren Herrn, sie lieben ihn und sie warten auf ihn. Er klopft an und sie öffnen ihm sofort. MacDonald

Glückselig sind jene Knechte, welche der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Lk 12:37

Das Warten auf die Rückkehr unseres Herrn sollte unser Herz mit großer Freude erfüllen. Wir warten nicht auf irgendeinen Herrn, sondern auf den Herrn, der für uns gegeißelt und gefoltert wurde, der für uns das schwere Kreuz auf sich genommen und uns unsere Sünden verziehen hat. Wir warten auf die Person, die uns am meisten liebt und uns zu sich einladen will. Wie wollen wir diese Person in Empfang nehmen, wenn sie kommt? Carmen Gallinger

Es wacht der, welcher bei dem Anblick des wahren Lichtes die Augen der Seele geöffnet hält, welcher im Worte das bewahrt, was er glaubt, welcher von sich die Finsternis der Schläfrigkeit und Nachlässigkeit verbannt

Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und sie zu Tisch führen und hinzutreten und sie bedienen. Lk 12:37

Bis der Herr von der Hochzeit zurückkommt, warteten seine Knechte bereitwillig auf ihn, um auf seinen Befehl hin sofort tätig zu werden. Er ist mit ihnen so zufrieden, dass er hier die Rollen tauscht. Er gürtet sich selbst mit einem Sklavenschurz, lässt sie sich zu Tisch legen und bedient sie. Das ist eine sehr bewegende Hinweis darauf, dass er, der in diese Welt als Knecht gekommen ist, sich in seiner Gnade herab- lassen wird, sein Volk in dessen himmlischer Heimat zu bedienen. Der deutsche Bibelausleger Bengel war der Meinung, dass Vers 37 die größte Verheißung des Wortes Gottes sei. MacDonald

Wenn der Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb käme, so würde er wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Lk 12:39

Jesus beschreibt einen Mann, in dessen Haus in einem unbewachten Augenblick eingebrochen wird. Der Dieb kam völlig unerwartet. Wenn der Hausherr davon gewusst hätte, so hätte er nicht erlaubt, dass sein Haus durchgraben würde. Die Lehre hier ist, dass die Zeit des Kommens Christi unsicher ist, und niemand kennt den Tag oder die Stunde seines Erscheinens. Wenn er kommen wird, dann werden die Gläubigen, die sich auf Erden einen Schatz aufgehäuft haben, alles verlieren, weil, wie jemand einmal gesagt hat: der Christ entweder seinen Besitz verlässt oder sich ihm hingibt. Wenn wir die Wiederkunft Christi wirklich erwarten, dann verkaufen wir alles, was wir haben und legen es Jesus zu Füßen. MacDonald

Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint. Lk 12:40

Jesus erklärt seinen Jüngern, dass keiner die Stunde kennt, in der der Menschensohn kommt. Die Tatsache, dass es nicht berechenbar ist, wann der Herr wiederkommt und wir keinen Einfluss darauf ausüben können, lässt zwei Möglichkeiten offen. Entweder ist uns sein Kommen gleichgültig und wir leben unberührt unser Leben, oder wir nehmen es uns zu Herzen und warten mit Sehnsucht und Wachsamkeit auf ihn. Wie viel ist mir mein Glaube zu Jesus Christus wert? Wünsche ich mir seine Gegenwart in meinem Leben zu jeder Stunde? Carmen Gallinger

Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kannte und sich nicht bereithielt und auch nicht nach seinem Willen tat, wird viele Schläge erleiden müssen. Lk 12:47

Wer ihn aber nicht kannte und doch tat, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge erleiden müssen. Denn wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man desto mehr fordern. Lk 12:48

Denn nicht auf gleiche Weise wird bei Allen Alles beurteilt, sondern eine größere Erkenntnis wird die Ursache zu einer größeren Strafe. Wenn daher ein Priester diese Sünde wie das Volk begeht, so wird er doch mehr bestraft werden. Denn der einsichtsvolle Mensch welcher dem Schändlichen seinen Willen zuwendete, wird schwer Barmherzigkeit erlangen, weil er eine unentschuldbare Sünde beging, da er gleichsam aus Bosheit vom Willen des Herrn sich entfernte, während ein ungebildeter oder unerfahrener Mensch leichter von dem Beleidigten Vergebung erlangen wird. Hier machen Einige die Einwendung: Mit Recht wird der gestraft, welcher den Willen des Herrn weiß, jedoch nicht tut; aber warum wird der Unwissende gestraft? Weil er es hätte wissen können, aber nicht wollte, und so seine Trägheit die Ursache seiner Unwissenheit war. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man desto mehr fordern. Lk 12:48

Wie ein Vater seinem Kind Verantwortung schenken möchte, damit es wächst und in höherem Maße am Leben teilnehmen kann, so schenkt uns der Herr das Vertrauen und die Aufgabe, dankbar mit dem Geschenk des Glaubens umzugehen. Wie viel ist uns durch die Freundschaft mit Gott gegeben worden und mit welch hoffnungsvollem Blick dürfen wir dank der Frohen Botschaft Christi durch unser Leben gehen! Wir sind berufen, unseren Glauben verantwortungsvoll und dankbar anderen vorzuleben. Carmen Gallinger

Die Sinnspitze des Evangeliumstextes besteht darin, dass sich die Jünger als diejenigen begreifen sollen, denen viel anvertraut und gegeben wurde und von denen entsprechend auch viel verlangt wird. Was von ihnen verlangt wird, ist zweierlei: Ihr Schatz soll nicht im Irdischen verortet sein, sondern das Herz der Jünger soll sich ganz dem Himmel, dem anvertrauten Reich Gottes zuwenden. Und die Jünger sollen in der steten Bereitschaft und Wachsamkeit leben, dass Gottes Reich auch auf Erden ganz sichtbar wird. Denn genau dies geschieht, wenn der Herr wiederkommt

Lk 12,49-53: Warnung vor Spaltungen

Ich bin gekommen, ein Feuer auf die Erde zu bringen, und wie wünschte ich, es wäre schon entzündet! Lk 12:49

Der Herr Jesus wusste, dass sein Kommen auf die Erde zunächst keinen Frieden bringen würde. Zuerst musste es Spaltung, Zwietracht, Verfolgung und Blutvergießen hervorrufen. Er kam zwar nicht mit dem erklärten Ziel, dieses Feuer auf die Erde zu werfen, doch dies war das Ergebnis oder die Auswirkung seines Kommens. Obwohl Verfolgung und Zwistigkeiten während seines irdischen Dienstes auftraten, wurde das Herz des Menschen erst am Kreuz wirklich entlarvt. Der Herr wusste, dass dies alles geschehen musste, und er wünschte sich, dass das Feuer der Verfolgung so bald wie nötig gegen ihn hervorbrechen würde. MacDonald

Aber ich muss mich taufen lassen mit einer Taufe, und wie drängt es mich, bis sie vollbracht ist! Lk 12:50

Er hatte eine Taufe, womit er getauft werden musste. Das bezieht sich auf seine Taufe bis zum Tod am Kreuz. Er stand unter dem ungeheuren Zwang, ans Kreuz zu gehen, um die Erlösung für die verlorene Menschheit zu erreichen. Die Schande, das Leid und der Tod waren des Vaters Wille für ihn, und er wollte unbedingt gehorchen. MacDonald

Lk 12,54-59: Warnung vor Krisen

Ihr Heuchler! Aus den Zeichen am Himmel oder auf der Erde könnt ihr das Wetter vorhersagen. Warum könnt ihr dann nicht beurteilen, was heute vor euren Augen geschieht? Lk 12:56

Gottes Vorsehung lenkt alles. Wir wissen das durch den Glauben und manchmal schickt er uns auch ein Zeichen, wie um zu sagen: Ja, ich bin wirklich hier. Einmal fuhr ein Priester der Legionäre Christi auf einer Straße in Virginia und er dachte gerade über seine Probleme mit einer bestimmten Person nach. Wie soll ich mit dieser Person umgehen? fragte er sich. Vor ihm fuhr ein Wagen auf die Straße. Virginia ist für seine große Zahl von selbst gewählten Kfz-Kennzeichen bekannt. Dieses Kennzeichen vor ihm ließ ihn aber aufblicken. Auf dem Kennzeichen stand CARITAS, das lateinische Wort für Liebe. War das ein Zufall? Er konnte nicht abstreiten, dass das die gesuchte Antwort war. Die Zeichen, die uns einladen, Christus ähnlicher zu werden, müssen von uns am meisten beachtet werden. Steven Reilly