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Lukas-Evangelium – Kapitel 9

Lk 9,-6: Aussendung der Zwölf

Mt 10,1-15; Mk 6,7-13

Er rief aber seine zwölf Jünger zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten. Lk 9:1

Die Sendung von Jüngern zu den Menschen, das Weitersagen der Heilsbotschaft ist ein Herzensanliegen Jesu. Bis in unser Heute setzt sich diese Sendung bei uns fort. Wir sind als Boten des Evangeliums unterwegs. Bevor wir allerdings Boten sind, sind wir wie damals die Apostel Berufene, berufen bei Jesus zu sein, mit ihm zu gehen und von ihm zu lernen. Wer im Namen Jesu Bote des Evangeliums sein will, der muss zuerst mit Jesus leben, der muss immer wieder auf ihn schauen und von ihm lernen. Nur so ist es möglich Gesandter Jesu Christi zu sein, Sprachrohr seiner Botschaft, Bote seiner Liebe und Werkzeug seines Friedens.

Er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkündigen und die Kranken zu heilen. Lk 9:2

Wieso das alles? Wenn Gott wirklich will, dass alle Menschen die frohe Botschaft empfangen, Wieso hat er dann nicht besser dafür vorgesorgt? Wieso hat Jesus 30 Jahre im Verborgenen gelebt? Wieso hat er nur drei Jahre gewirkt und nicht 40? Wieso hat er nicht viel mehr Wunder gewirkt? Wieso nur in Israel? Wieso? Als Sohn Gottes wusste Jesus, was er tat. Und das muss uns zunächst genügen. Unsere Hausaufgabe besteht eher oft erst einmal darin, die Dinge zu akzeptieren, wie sie sind, auch wenn wir sie nicht verstehen, denn auch heute noch weiß Gott durchaus, was er tut, und das zum Glück unabhängig davon, ob wir es schon verstehen oder nicht. Bertalan Egervári

Und er sprach zu ihnen: Nehmt nichts auf den Weg, weder Stäbe noch Tasche, weder Brot noch Geld; auch soll einer nicht zwei Hemden haben. Lk 9:3

Christen müssen immer leichtes Gepäck haben. Die Jünger sollen nichts mitnehmen ausser einem Wanderstock. Die Jünger sollen erfahren, wie es ist, sich ganz auf die Güte der Menschen und letztlich auf die Vorsehung Gottes zu verlassen. Ob Gott wirklich Quelle und tragender Grund des Lebens ist, das soll man ablesen können an denen, die ihn verkündigen. Übertragen heißt das „Nichts mitnehmen“ auch: Geh zu den Menschen so wie du bist. Sei du selbst! Gib dich selbst! Sag, was du glaubst! Verstecke dich nicht hinter Rollen oder Scheinidentitäten. Sei innerlich arm und verlasse dich allein auf Gott.

Nichts mitnehmen bedeutet, ganz und gar von der Vorsehung Gottes zu leben. Tatsächlich und auf Dauer so zu leben, ist sicher nicht einfach. Es bedeutet, dass man seine Sicherheit nicht auf Geld oder Besitz gründet, sondern ganz auf Gott vertraut. Konkret bedeutet vertrauen, dass man sich Gott auf Gedeih und Verderb ausliefert. Wenn er nicht wirkt, ist man verloren.

Und wo immer ihr in ein Haus eintretet, da bleibt, und von da zieht weiter. Lk 9:4

Jesus schickt die Jünger nicht in Synagogen oder auf den Marktplatz, sondern in die Häuser. Die Familien waren die Keimzelle für die Ausbreitung des Evangeliums. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die wenigsten von uns sind berufen, sonntags in der Kirche zu predigen, aber jeder von uns hat die Möglichkeit, in seinem Alltag in den kleinen Begegnungen Zeugnis für seinen Glauben zu geben. Wir können zu Menschen vordringen, die nie auf die Idee kämen, in die Kirche zu gehen oder mit einem Priester zu sprechen!

Und wo man euch nicht aufnehmen wird, da geht fort aus jener Stadt und schüttelt auch den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Lk 9:5

Und sie gingen aus und durchzogen die Dörfer, verkündigten das Evangelium und heilten überall. Lk 9:6

Neben dem Auftrag zur Verkündigung werden die Jünger auch beauftragt, zu heilen. Es geht darum, die Menschen heil zu machen, sie zu befreien, von dem, was sie bedrückt, fesselt, krank und kaputt macht. Die bösen Geistern haben auch heute viele Gesichter. Gelebter Glaube beinhaltet nicht nur Askese, sondern immer auch eine befreiende und heilende Seelsorge! Jesus gibt ihnen diese Vollmacht. Nicht nur ein Wort, nicht nur eine Lehre, sondern wirksame Macht empfangen die Apostel.

Lk9, 7-9: Herodes lässt Johannes töten

Mt 14,1-12; Mk 6,14-29

Herodes sprach: Johannes habe ich enthauptet; wer ist aber der, von welchem ich dies höre? Und er wünschte ihn zu sehen. Lk 9:9

Herodes‘ Wunsch Jesus zu sehen ist nicht auf Glauben oder Motive der Bekehrung begründet. Während seines gesamten Gefängnisaufenthaltes hat Johannes der Täufer Herodes immer wieder zur Bekehrung eingeladen. „Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu.“ (Mk 6,20). Aber Herodes verschob seine Bekehrung immer wieder. Wir müssen uns täglich bekehren. Es ist nicht genug, nur zu sagen, dass wir Jesus als unseren persönlichen Herrn und Retter angenommen haben und „wiedergeboren“ sind, wir müssen beginnen, das neue Leben zu leben und unsere Entscheidung für Christus jeden Tag zu erneuern. Heute will ich mich von meinen Schwächen und Unzulänglichkeiten abwenden. Ich möchte dir näher kommen, Herr. Barry O’Toole

Lk 9,10-17: Fünftausend Menschen werden satt

Mt 14,13-21; Mk 6,30-44; Joh 6,1-15

Als aber die Volksmenge es erfuhr, folgten sie ihm nach; und er nahm sie auf und redete zu ihnen vom Reich Gottes, und die, welche Heilung brauchten, machte er gesund. Lk 9:11

Die Einen folgten ihm, um von den Teufeln befreit zu werden; die Anderen, um von der Krankheit geheilt zu werden, sowie auch die, welche an seiner Lehre ein Wohlgefallen hatten, ihn sehr fleißig besuchten. Er aber nahm als der mächtige und gütige Erlöser die Müden auf, belehrte die Unwissenden, heilte die Kranken, erquickte die Nüchternen und zeigte so, welch‘ großes Wohlgefallen er an den Gläubigen habe. Goldene Perle

Lk 9,18-20: Petrus Christusbekenntnis

Mt 16,13-20; Mk 8,27-30

Es geschah, als er für sich allein betete, dass die Jünger in seiner Nähe waren.  Lk 9:18

Wenn Jesus betet, möchte er allein sein mit dem Vater, und dennoch schickt er seine Jünger nicht weg, sondern er nimmt sie mit hinein in dieses Alleinsein. Sie dürfen ihn sehen als den, der er ist, als Sohn des Vaters. Sie erleben, wie der Sohn mit dem Vater redet von Angesicht zu Angesicht, von Du zu Du. Sie dürfen das sehen, was die anderen Menschen nicht sehen, und aus diesem Sehen kommt eben eine Erkenntnis, die über die der anderen Menschen hinausgeht. Ellen Charlotte Petermann

Für wen halten mich die Leute? Lk 9:18

Die Frage, die Jesus seinen Jüngern stellt, ist die Frage, die die meisten Menschen tagtäglich umtreibt: Wofür halten die Menschen mich? Jesus stellt sie im Hinblick auf sein Sein, sein Messias-Sein und somit auf seine Bedeutung für die Menschen im Hinblick auf die Erlösung und das Reich Gottes. Wir stellen uns die Frage hingegen eher innerweltlich im Sinne von: Bin ich wichtig? Die Frage ist nicht unwichtig. Die Antwort, die ich auf die Frage gebe, wer Jesus für mich ist, kann die Bedeutung der Frage, wofür ich gehalten werde, in gutem Maße beeinflussen und relativieren. Wenn er mein Erlöser ist, dann wird mein Leben gut enden, wie es auch war und wofür man mich auch gehalten hat.

Für wen haltet ihr mich? Lk 9:20

Der Glaube liefert nicht nur irgendeine Information über die Identität Christi, sondern er setzt eine persönliche Beziehung zu ihm voraus, die Zustimmung der ganzen Person mit ihrem Verstand, ihrem Willen und ihren Gefühlen zur Selbstoffenbarung Gottes. So spornt die Frage Jesu: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ die Jünger eigentlich dazu an, hinsichtlich der Beziehung zu ihm eine persönliche Entscheidung zu treffen. Glaube und Nachfolge Christi hängen eng zusammen. Und da der Glaube voraussetzt, daß man dem Meister nachfolgt, muß er gefestigt werden und wachsen, tiefer und reifer werden in dem Maße, in dem die Beziehung zu Jesus, die Vertrautheit mit ihm intensiver und stärker wird. Benedikt XVI

Für den Christus Gottes ! Lk 9:20

Auch wir wollen heute mit tiefer Überzeugung ausrufen: Ja, Jesus, du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Wir tun dies in dem Bewußtsein, daß Christus der wahre »Schatz« ist, für den es sich lohnt, alles zu opfern; er ist der Freund, der uns nie verläßt, da er die tiefsten Sehnsüchte unseres Herzens kennt. Jesus ist der »Sohn des lebendigen Gottes«, der verheißene Messias, der in die Welt gekommen ist, um der Menschheit das Heil anzubieten und den Durst nach Leben und Liebe zu stillen, den jeder Mensch in sich trägt. Welch großen Nutzen würde die Menschheit daraus ziehen, nähme sie diese Botschaft auf, die Freude und Frieden mit sich bringt! Benedikt XVI

Deswegen ist er so sehr zu bewundern und der höchsten Ehren würdig, weil er den, welchen er in unserer Gestalt bewunderte, für den Gesalbten des Vaters hielt, nämlich als das Wort, welches Mensch wurde, welches von dem Wesen des Vaters hervorging. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Lk 9,21-27: Erste Leidensankündigung

Mt 16,21-28; Mk 8,31-9,1

Der Menschensohn muss viel leiden. Er wird […] verurteilt und getötet werden. Lk 9:18‭, ‬22

Die Evangelien sind letztlich Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung. Christi Passionszeit beginnt nicht erst in der Leidenswoche, sondern mit dem ersten Tage seiner Predigt. Die eigentliche Passion dauert dann eine Woche. Wollten die Evangelisten mit dem Schema der einen Woche eine zweite Schöpfungsgeschichte andeuten? So wie Gott die Welt in sieben Tagen erschuf, so bewirkte Jesus mit seinem Leiden, Sterben und Auferstehen in einer Woche unsere Erlösung. Er ist diesen Weg für mich gegangen.

Ich betrachtete alle Leiden, die es je gegeben hat oder geben wird, und ich verstand, dass die Passion Christi das größte, das schmerzhafteste aller Leiden war und sie alle übertraf. Juliana von Norwich

Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Lk 9:23

Weil aber der Erlöser gütig ist, will er keinen unfreien oder gezwungenen Diener, sondern Freiwillige, die ihm für die Nachfolge danken. Daher zieht er Niemanden durch Gewalt oder Notwendigkeit, sondern Alle durch die Überzeugung und durch Wohltun an sich, indem er sagt: Wenn Jemand will.

Sein eigenes Leben stellte er aber denen, die ihm gehorchen wollten, zum Vorbild des besten Wandels dar, in den Worten: mir Nachfolgen. Damit bezeichnet er keine leibliche Nachfolge, welche, da der Herr im Himmel ist, unmöglich ist, sondern eine gebührende, mögliche Nachahmung seines Wandels. Goldene Perle

Wer aber sich selbst nicht verläßt, kann zu dem, der über ihm ist, nicht gelangen. Daher heißt es: Wenn er sich nicht selbst verleugnet. Die Verleugnung seiner selbst aber besteht in dem vollkommenen Vergessen des Vergangenen, und in der Entfernung von dem eigenen Willen. Goldene Perle

Die Nachfolge Jesu im Tun des Vaters Willen fordert uns gerade in seiner Alltäglichkeit heraus. Da geht es um Ausdauer, Beharrlichkeit, Treue, Geduld und vor allem um das Vertrauen darauf, dass dieser Gott alles lenkt und zum Guten führen wird. Diese umkehrende Nachfolge beginnt täglich neu. Bleibe beharrlich dabei, dich tapfer zu überwinden bei diesen kleinen täglichen Ärgerlichkeiten, die dir zustoßen.

Wir müssen daran denken, dass wir jeden Tag mit unserem Fortschritt oder unserer Vervollkommnung wieder zu beginnen haben. Man wird niemals fertig damit; man muss immer wieder beginnen und zwar gerne wieder beginnen. F.v.Sales

Wer einen hohen Berg erklimmen will, tut das nicht in Sprüngen, sondern schrittweise und langsam. Gregor der Große

Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. Lk 9:24

Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren, d.h. wer nach diesem gegenwärtigen Leben wandeln und sein Leben in dem Sinnlichen erhalten will, der verliert es, indem er es nicht zum Endziel der Glückseligkeit führt. Im Gegenteil aber sagt er: Denn wer sein Leben meinetwegen verliert, wird es retten, d.h. wer mit Verachtung des Irdischen im Hinblick auf die Wahrheit sich dem Tode aussetzt, der wird, gleichsam sein Leben für Christus verlierend, es vielmehr retten. Goldene Perle

Lk 9,28-36: Verklärung

Mt 17,1-13; Mk 9,2-13

Etwa acht Tage nachdem er das gesagt hatte, nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf einen Berg, um zu beten. Lk 9:28

Beginnen tut die Verklärung damit, dass Jesus die 3 Apostel mit auf einen Berg nimmt. Der Berg steht in der Bibel für Gottesnähe, ein Ort, an dem Gott sich offenbart, an dem der Mensch Gott näher ist als im Tal, im Nebel seines Alltags. So wichtig der Alltag ist, wir auch dort in und bei Gott sind, wir dort unser Kreuz tragen, so unerlässlich ist es für jeden von uns, dass er einen inneren „Berg“ hat auf dem er Gott begegnet. Physische Orte (Kirche, Gebetsecke) und eine bestimmte Zeit (z.B. Morgengebet) helfen dabei. Wie dein Berg sich im Einzelnen zeigt, gestaltet sich bei jedem anders. Benedikt der XVI hat einmal gesagt, es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt.

Er stieg aber auf den Berg, um zu beten, damit er uns lehrte, in der Einsamkeit und in der Erhebung, ohne Versenkung in das Irdische, zu beten. Daher begibt er sich auf den Berg, um zu beten und verklärt zu werden, um zu zeigen, daß die, welche die Frucht der Auferstehung erwarten, und den König in seiner Herrlichkeit zu sehen wünschen, mit dem Geist Oben wohnen und inständig beten müssen. Goldene Perle

Während Jesus betete, veränderte sich sein Gesicht, und seine Kleider strahlten hell. Lk 9:29

Jesus ist im Gebet. Häufig wird davon berichtet, dass Jesus sich zum Gebet zurückzog. Das Besondere hier ist, dass er drei Apostel mitnimmt und somit auch dich. Auf den Berg mit Jesus zu steigen bedeutet für die Apostel in das Gebet Jesu hineingezogen zu werden. Er wollte ihnen und dir das innere Licht zeigen, das ihn erfüllt, wenn er betet. Das Gebet damals und für uns jetzt ist kein Beiwerk, keine „Option“, sondern es ist eine Frage von Leben oder Tod. Nur wer betet, d.h. wer sich in kindlicher Liebe Gott anvertraut, kann in das ewige Leben eintreten, das Gott selbst ist. Das Ereignis der Verklärung macht uns die existenzielle Bedeutung des Gebets für unser Leben klar. Mein Gebet ist immer das Gleiche, wenn ich am Morgen bete: „Hier bin ich.“

Plötzlich standen zwei Männer da und redeten mit ihm: Mose und Elia. Lk 9:30

Auch sie waren von einem herrlichen Glanz umgeben und sprachen mit Jesus über seinen Tod, den er nach Gottes Plan in Jerusalem erleiden sollte. Lukas 9:31

Das Thema des Gesprächs gibt Lukas an: Jesu Tod. Das Evangelium ist nicht eine Anneinanderreihung von Erzählungen, sondern eine abgestimmte „Komposition“. Vor der Verklärung – Bibelstelle spricht Jesus über seinen bevorstehenden Tod und richtet an uns die Worte, dass auch wir in der Jüngerschaft unser Kreuz auf uns nehmen sollen. Und in der Verklärung geht es wieder um seinen Tod. Jesus flieht nicht vor dieser Sendung, für die er in die Welt gekommen ist. So zeigt er uns, dass das wahre Gebet darin besteht, unseren Willen mit dem Willen Gottes zu vereinen. Für uns bedeutet beten also nicht, vor der Wirklichkeit und deren Verantwortung zu fliehen, sondern sie im Vertrauen auf die treue und unerschöpfliche Liebe des Herrn vollends auf sich zu nehmen.

Schließlich wollten die zwei Männer gehen. Da rief Petrus: »Herr, wie gut, dass wir hier sind! Wir wollen drei Hütten bauen, für dich eine, für Mose eine und für Elia eine! Petrus wusste aber gar nicht, was er da sagte. Lk 9:33

Petrus möchte die Gotteserfahrung festhalten. Du hast sicher schon Momente tiefer Gotteserfahrung gemacht. Bei dem einen haben sie zur Bekehrung geführt, bei dem anderen ihn auf seinem Glaubensweg gestärkt. Dennoch sind diese Momente tiefer Gotteserfahrung eher selten, sie sind ein besonderes Geschenk, lassen sich weder durch Askese oder Meditation erzwingen, noch lassen sie sich festhalten. Aber du kannst dich daran erinnern, sie wirken in uns nach und verändern uns. Erinnere du dich heute an einen Moment tiefer Gotteserfahrung in deinem Leben. Vergesst in eurem Leben nicht den Berg der Verklärung. Es gibt ihn diesen Berg der Verklärung, für jeden von uns anderswo.

Das Gefühl, dem Himmel so nahe zu sein, wie nie zuvor, weckt den Wunsch zu bleiben, den Moment festzuhalten und dort zu bleiben. Doch um endgültig in der himmlischen Wirklichkeit bleiben zu können, müssen sie, muss Jesus noch einen Weg gehen. Und dieser Weg führt über Leiden und Anfeindung hin zum Tod und dem Auferwecktwerden zu neuem Leben. Ohne den Weg nach Jerusalem ist der Weg Jesu nicht vollständig. Und ohne diesen Weg Jesu bleibt die himmlische Welt für die Jünger und für uns weiter ein Sehnsuchtsort. Das Weitergehen und bis zu Ende gehen des Weges ist notwendig, um am Ende dort bleiben zu können, wo Petrus jetzt schon Hütten bauen will.

Es braucht das Leben in der irdischen Welt mit all seinen Herausforderungen, es braucht ein Leben im Glauben, das mitten in der Welt stattfindet, das werden auch die Jünger auf dem Weg nach Jerusalem weiter lernen. Aber die Sehnsucht nach dem Himmlischen und der Ausblick auf die Realität einer anderen Wirklichkeit, sie kann dazu motivieren, den je eigenen Weg auf Erden zu suchen und vertrauensvoll zu gehen.

Während er redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf die drei Jünger . Als die Wolke sie ganz einhüllte, fürchteten sie sich; dann hörten sie eine Stimme, die aus ihr sprach: Dies ist mein Sohn, ihn habe ich erwählt. Auf ihn sollt ihr hören! Lk 9:34‭-‬35

Eine Analogie, die mich sehr bewegt hat: Hier der Berg der Verklärung dort der Berg Golgatha. Hier strahlt Jesu Angesicht wie die Sonne, dort war sein Aussehen entstellt. Hier wurden seine Kleider weiß wie das Licht, dort wurde er seiner Kleider berraubt. Hier umgaben ihn zwei große Gottesmänner, dort hingen zwei Verbrecher neben ihm. Hier war die Wolke der Gegenwart Gottes, dort Finsternis und Gottverlassenheit. Das Kreuz und die Herrlichkeit Christi gehören unzertrennlich zusammen. Auch dein Kreuz und das Wachsen in der Erkenntnis der Liebe Gottes sind unzertrennlich verbunden.

Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören! Lk 9:35

Die Einladung des Vaters, auf Jesus zu hören, den die Jünger nach dem Verschwinden der Vision „allein» antreffen, unterstreicht den Vorrang des Hörens vor dem Sehen. Der Glaube wird oft in der Dunkelheit gelebt: Lasst uns das Licht aufnehmen, wenn es uns gegeben wird, aber lasst uns mit dem zufrieden sein, was uns zu hören gegeben wird

Gott, du hast uns geboten, auf deinen geliebten Sohn zu hören. Nähre uns mit deinem Wort und reinige die Augen unseres Geistes, damit wir fähig werden, deine Herrlichkeit zu erkennen.

Bedeutsam an der Begegnung auf dem Berg ist nicht nur das Einbrechen der himmlischen Welt in die irdische, sondern auch das, was auf diese Weise offenbar wird. Die Leser haben bereits durch die Ankündigung der Geburt an Maria Hinweise auf die Frage, wer Jesus ist. Er wird Sohn des Höchsten und Sohn Gottes genannt werden. In der Tauferzählung wird diese Identität Jesu durch die himmlische Stimme bestätigt: Du bist mein geliebter Sohn. Bislang haben die Jünger nur ihr eigenes Erleben der Taten und Worte Jesu, sie verstehen mal besser und mal schlechter wem sie folgen. Erstmalig auf dem Verklärungsberg sind sie Zeugen einer eindeutigen Bestätigung dessen, wer Jesus ist: Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.

Lk 9,37-43: Jesus heilt Jungen

Mt 17,14-21; Mk 9,14-29

Es begab sich aber am folgenden Tag, als sie den Berg hinunterstiegen, dass ihm eine große Menge entgegenkam. Lk 9:37

Vom Berg der Verklärung kehrten Jesus und die Jünger am folgenden Tag in das Tal menschlicher Not zurück. Das Leben bietet Augenblicke geistlicher Erhebung, doch Gott gleicht sie durch die alltägliche Mühe und Arbeit wieder aus. Aus der Volksmenge kam Jesus ein Mann entgegen und bat ihn, seinem besessenen Sohn zu helfen. Er war der einzige Sohn und deshalb die Freude seines Herzens. Welch unaussprechliches Leid bedeutete es für diesen Vater. MacDonald

Und siehe, ein Mann aus der Volksmenge rief und sprach: Meister, ich bitte dich, sieh doch meinen Sohn an, denn er ist mein einziger! Lk 9:38

Lk 9,44-45: Zweite Leidensankündigung

Mt 17,22-23; Markus 9,30-32

Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert werden! Lk 9:44

Die Heilung des epileptischen Knaben demonstriert die Gottessohnschaft Jesu und ruft das Staunen der Volksmenge hervor. Die zweite Leidensankündigung setzt bewusst einen Kontrapunkt, der aber von den Jüngern nicht verstanden wird (9,45). Darauf folgt eine lange Jüngerbelehrung (9,1-50).

Sie aber verstanden das Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, sodass sie es nicht begriffen; und sie fürchteten sich, ihn wegen dieses Wortes zu fragen. Lk 9:45

Dieses Nichtverstehen der Jünger entstand nicht so fast von ihren geringen Anlagen, als von der Liebe, weil sie, noch irdisch und mit dem Geheimnis des Kreuzes unbekannt, von dem, welchen sie für Gott hielten, nicht glauben konnten, daß er sterben würde

Lk 9,46-48: Jüngerstreit, wer der Größte ist

Mt 18,1-6; Mk 9,33-37

Es schlich sich aber der Gedanke bei ihnen ein, wer wohl der Größte unter ihnen sei. Lk 9:46

Wer ist der Größte? Wir ertappen uns häufig dabei, dass wir, ebenso wie die Jünger, danach trachten, der oder die Größte zu sein. Die Gesellschaft ermutigt uns, alles zu tun, was verspricht, erfolgreich zu sein, „Spitze“ zu sein. Häufig verlieren wir in dem Kampf um Erfolg die Sicht auf Christus und schieben ihn schließlich auf den zweiten Platz ab. Wenn mir wirklich daran gelegen ist und ich mich ehrlich mühe, kann Christus zur wichtigsten Person in meinem Leben werden. Trotz meiner schwachen Neigungen kann er die Nummer Eins in meinem Leben werden. Christopher Scroggin

Da nun Jesus die Gedanken ihres Herzens sah, nahm er ein Kind und stellte es neben sich und er sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Geringste ist unter euch allen, der wird groß sein! Lk 9:47‭-‬48 ‬‬

Jesus wusste, welche Frage sie umtrieb, und stellte ein Kind neben sich. Dann erklärte er, dass jeder, der ein Kind in seinem »Namen aufnehmen wird, ihn selbst aufnehmen würde. Auf den ersten Blick scheint diese Äußerung nichts mit der Frage zu tun zu haben, wer der Größte unter den Jüngern sei. Doch obwohl es nicht offensichtlich ist, scheint die Verbindung folgende zu sein: Echte Größe sieht man an liebevoller Fürsorge für die Kleinen, die Hilflosen, an denen die Welt einfach vorübergeht. Jesus hatte gesagt: Wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß. Deshalb bezog er sich bei dieser Aussage auf denjenigen, der sich selbst demütigte und sich mit un- scheinbaren, unbedeutenden und verachteten Gläubigen verband. MacDonald

Obwohl das Wort Fleisch wurde, so blieb es doch Gott. Nämlich Gott allein kann die Herzen und Nieren erforschen. Daß er aber das Kind zu sich nahm und neben sich stellte, geschah wegen unseres und der Apostel Nutzen. Denn die Krankheit des eitlen Ruhmes verzehrt gewöhnlich die, welche über andere Menschen hervorragen. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Lk 9,49-50: Mann redet im Namen Jesus

Mk 9,38-41

Herr, berichtete Johannes, wir haben gesehen, wie jemand deinen Namen dazu benutzte, um Dämonen auszutreiben. Wir haben versucht, ihn daran zu hindern, weil er ja gar nicht mit uns geht.Haltet ihn nicht davon ab!«, erwiderte Jesus. »Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch. Lk 9:49‭-‬50 ‬‬

So ist das menschliche Herz der Jünger, dem unser Herz so ähnelt. Wie schwer fällt es oft, das Gute in anderen zu schätzen, zu loben, anzuerkennen! Aber gerade so denkt und handelt Jesus, ganz anders als die Jünger. Immer wieder finden wir im Evangelium den Kontrast zwischen der Denkweise der Jünger und Jesu Denkweise. Er urteilt anders, hat andere Kriterien. In diesem Fall freut er sich über diesen Menschen, der „in seinem Namen“ auftritt. Er sieht und schätzt das Gute. Wie wichtig ist es, dass wir in unserem christlichen Leben unsere Kriterien, unsere Urteilsweisen immer wieder mit seinen Kriterien konfrontieren, mit der Bereitschaft, uns von Jesus herausfordern zu lassen und einiges an unserer Denkweise zu ändern. Lorli Pregel

Lk 9,51-56: Jesus in Samaria

Da sandte er Boten vor sich her. Diese kamen auf ihrer Reise in ein Samariterdorf und wollten ihm die Herberge bereiten. Lk 9:52

Aber man nahm ihn nicht auf, weil Jerusalem sein Reiseziel war. Lk 9:53

Als aber seine Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, willst du, dass wir sprechen, dass Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren soll, wie es auch Elia getan hat? Lk 9:54

Er aber wandte sich um und ermahnte sie ernstlich und sprach: Wisst ihr nicht, welches Geistes [Kinder] ihr seid? Lk 9:55

Denn der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um die Seelen der Menschen zu verderben, sondern zu erretten! Und sie zogen in ein anderes Dorf. Lk 9:56

Er lehrte also, daß die Verkünder der göttlichen Lehre voller Geduld und Sanftmut sein sollten, aber nicht feindselig und zornsüchtig gegen die Sünder verfahren sollten. Der Herr wird aber gegen sie nicht unwillig, um zu zeigen, daß die vollkommene Tugend sich nicht zu rächen sucht, und daß da kein Zorn ist, wo die Fülle der Liebe ist. Denn die Schwachheit ist nicht zu vernichten, sondern zu unterstützen. Ferne sei von den Tugendhaften der Zorn, ferne von den Hochherzigen die Begierde, sich zu rächen. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Lk 9,57-62: Über den Preis der Nachfolge

Mt 8,18-22

Es geschah aber, als sie ihre Reise fortsetzten, da sprach einer auf dem Weg zu ihm: Herr, ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst! Lk 9:57

Der Erste war sich ganz sicher, dass er Jesus überall hin nachfolgen wolle. Er wartete nicht, bis er gerufen wurde, sondern bot sich an, ohne zu überlegen. Er hatte großes Selbstvertrauen sowie übermäßigen Eifer und war sich der Kosten nicht bewusst. Er wusste nicht, was er sagte. MacDonald

Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann. Lk 9:58

Hänge dein Herz nicht an Vergängliches! Laß Christus dir Vorbild sein, der um unseretwillen die Armut wählte und nichts besaß, wohin er sein Haupt hätte legen können. Bitte Ihn darum, daß Er dir mitten in der Welt die wirkliche, uneingeschränkte Loslösung von den irdischen Dingen gewährt. Josemaria

Mit dieser Antwort weist uns Jesus überraschend deutlich darauf hin, dass zur seiner Nachfolge die Selbstverleugnung und das Kreuz gehört. Gläubiger Gehorsam gegenüber Gott und liebender Dienst für unseren Nächsten sind nicht immer leicht. Das Kreuz Christi anzunehmen heißt aber, an seinem Sieg Anteil zu haben. Der Herr möge uns in seiner Liebe erhalten! Tiefe Nachfolge bedeutet letztlich heimatlos auf dieser Welt zu werden, weil unsere Heimat im Himmel ist. Wir werden nie wirklich in diese Welt passen, wenn wir Jesus nachfolgen.

Jesus sagte im Grunde: Weißt du eigentlich, was es bedeutet, mir nachzufolgen? Es bedeutet, die Bequemlichkeiten und Vorzüge des Lebens hinter sich zu lassen. Ich habe keine Wohnung, die ich mein eigen nennen könnte. Diese Erde bietet mir keinerlei Ruhestatt. Füchse und Vögel haben mehr natürliche Annehmlichkeit und Sicherheit als ich. Bist du gewillt, mir zu folgen, auch wenn es bedeutet, Dinge aufzugeben, deren Besitz die meisten Menschen für ihr unveräußerliches Recht halten. MacDonald

Diese Welt konnte ihm keinen wirklichen, dauernden Ruheort bieten. Er hatte sein Werk zu vollbringen und konnte nicht ruhen, bis es vollendet war. Dasselbe gilt für seine Nachfolger: Diese Welt ist kein Ruheort für sie. Sie sollte es zumindest nicht sein!

Christus ignoriert Ihn nicht, sondern er versucht, ihm einen anderen Lebensweg zu zeigen, ein Leben einfacher Armut. Unser Herr hat ein Leben in Armut und Selbstentäußerung gelebt, das weit über das der ärmsten Menschen hinaus geht. Christi Armut stößt aber nicht ab. Vielmehr zieht uns sein Leben an, denn es zeugt von Gottes Reichtum, aus dem Christus lebt und handelt. Das lebendige Zeugnis Christi befähigt die Menschen, ihre bisherige Lebensweise für etwas Besseres, Edleres und Wertvolleres als das Leben, das sie bisher gelebt hatten, zu verlassen. Möge auch mein Beispiel anderen dabei helfen, einen besseren und heiligeren Weg für ihr Leben zu finden. Jeffrey Bowker

Folge mir nach! Der sprach: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben! Jesus aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben. Du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! Lk 9:59‭-‬60

Der Aufruf zur Nachfolge durch Jesus ist im Evangelium häufiger zu finden. Diese Nachfolge beinhaltet die Bindung an seine Person und darf nicht mit dem Fürwahrhalten einer Idee verwechselt werden. Unsere Antwort ist nicht nur ein gesprochenes Bekenntnis, sondern das gehorsame Tun. Es gibt keinen anderen Weg zum Glauben als den Gehorsam gegen den Ruf Jesu.

Ein Christentum ohne den lebendigen Jesus Christus bleibt notwendig ein Christentum ohne Nachfolge und ein Christentum ohne Nachfolge ist immer ein Christentum ohne Jesus Christus. Bonhoeffer

Die Worte „Herr“und „ich zuvor“ stehen im völligen Widerspruch zueinan-der, wir müssen uns für das eine oder das andere entscheiden. Ob der Vater schon tot war, oder ob der Sohn solange zu Hause bleiben wollte, bis er starb, spielt keine Rolle. Er räumte einer anderen Angelegenheit den Vorrang gegenüber Jesu Ruf ein. Es ist vollkommen legitim und gut, seinem sterbenden oder toten Vater Ehre zu erweisen, doch wenn irgendetwas oder irgendwer höher als Christus steht, dann wird es eindeutig zur Sünde. Dieser Mann ließ sich von etwas anderem, wir könnten sagen, von einem Be- ruf oder einer Aufgabe, vereinnahmen und das hielt ihn von einem Weg hingegebener Jüngerschaft ab. MacDonald

Beim ersten Lesen erschrickt man über Jesus Antwort, weil diese Forderung gegen alle Frömmigkeit und Sitte war. Die Beerdigung der Eltern war eine wichtige jüdische Pflicht. Ohne Jesus nun weich zu spülen, liegt hier ein anderer historischer Hintergrund. In Israel wurden die Toten in Felsengräbern bestattet. Der Platz war knapp und kaum einer konnte es sich leisten, ein Grab nur einmal zu verwenden. Darum gab es in diesen Grabhöhlen eine Bank, auf die der einbalsamierte Tote gelegt wurde. Nach etwa einem Jahr wurde das Grab wieder geöffnet und die Knochen des Toten in eine kleine Kiste gelegt, welche dann an einer anderen Stelle der Grabhöhle aufbewahrt wurde. Es ist wahrscheinlich, dass Jesus hier über diese zweite Beerdigung spricht. So oder so will Jesus uns eins verdeutlichen: Die familiäre Bindung gilt nichts im Vergleich zur Stellung zu Gott!

Herr, ich will dir nachfolgen. Zuvor aber erlaube mir, von denen, die in meinem Haus sind, Abschied zu nehmen! Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes! Lk 9:61‭-‬62

Christi Nachfolger sind nicht halbherzig oder sentimental. Keine Rücksichtnahme auf Familie oder Freunde, so berechtigt sie auch sein mag, darf sie von der völligen Hingabe an ihn ablenken. Der Ausdruck nicht tauglich für das Reich Gottes bezieht sich nicht auf die Erlösung, sondern auf den Dienst. Es geht nicht um den Zugang zum Reich, sondern um den Dienst, nachdem man hineingekommen ist. Unsere Tauglichkeit für den Zugang zum Reich ist allein die Person und das Werk unseres Herrn Jesus Christus. Sie wird uns durch den Glauben an ihn geschenkt.

Der Bauer hinter dem Pflug kann nur dann gerade Furchen ziehen, wenn sein Blick nach vorn gerichtet ist. Es geht hier Jesus nicht darum, dass wir beziehungslos leben sollen. Jeder von uns hat sein soziales Netz und das ist gut so. Zwei Männer, die der Herr in seiner Nachfolge rief, benutzen das Wort „zuvor“ Sie stellten also etwas vorden Herrn. Und genau das geht nicht! Es gibt kein „zuvor“, wenn es um den Herrn Jesus geht. Er nimmt den ersten Platz ein.

Haben Sie ihr Herz weit offen vor Gott. Gehen Sie Ihren Weg in seiner Gegenwart immer fröhlich weiter. Franz von Sales

Alle drei Menschen kommen mit Bedingungen, wo sie zuerst noch etwas anderes machen müssen. Nachfolge bedeutet sich bewusst für Jesus zu entscheiden und seine Botschaft zu verkünden. Es gilt mit Jesus bedingungslos zu gehen. Die Nachfolge konkretisiert sich im einfältigen Gehorsam. Jesus fordert von seinen Jüngern nicht mehr, aber auch nicht weniger, als sich allein auf sein Wort zu verlassen.

So haben wir hier nun die drei Haupthindernisse für die Jüngerschaft in der Erfahrung dieser drei Männer beschrieben:
1. Materielle Bequemlichkeit.
2. Ein Beruf oder eine Aufgabe.
3. Familie und Freunde.
Christus duldet keinen neben sich, wenn er im Herzen eines Menschen herrscht. Alle anderen Vorlieben oder Bindungen müssen an zweiter Stelle stehen.