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Lukas-Evangelium – Kapitel 4

Lk 4,1-13: Versuchung

Wie triumphierte der Herr? Der Mensch Christus Jesus besiegte den Feind einfach durch das Wort Gottes, nicht als der allmächtige Gott, sondern als der demütige, abhängige und gehorsame Mensch. Ein Mensch wurde in die Gegenwart des Teufels gestellt und besiegte diesen vollständig, nicht durch die Entfaltung göttlicher Macht, auch nicht mit irgendeiner anderen Waffe, sondern einfach durch das Wort Gottes, das in seinem Herzen und in seinem Mund war.

Betrachte ferner, wie Christus nicht aufgeregt wurde, sondern mit Stellen der Schrift sehr demütig mit dem Bösen streitet, damit du Christo nach Möglichkeit gleichförmig werdest.

Jesus aber, voll heiligen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde vom Geist in die Wüste geführt und vierzig Tage vom Teufel versucht.‭ Lk 4:1

Nach der Taufe wird Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Die Wüste ist ein Bild für das Ringen mit Gott. Kern aller Versuchungen ist das Beiseiteschieben Gottes. Die Quelle aller Versuchungen ist dabei das unbeständige Herz und das geringe Vertrauen zu Gott. Niemand ist zeitlebens vor Versuchungen sicher. Wir stehen immer wieder im Kampf zwischen Gut und Böse. Wir müssen uns stets aufs Neue entscheiden. Dem Bösen widersagen, sich hinkehren zum Guten, das vermögen wir nicht aus uns selbst. Das geht nur mit Gottes Hilfe. Darum antwortet Jesus auf jede Versuchung mit einem Wort Gottes.

Jede Versuchung stellt für dich eine Gelegenheit dar, richtig zu handeln. Handelst du richtig, wirst du ein wenig mehr wie Jesus, der selbst auch in Versuchung geführt worden ist. Gott bringt die Frucht des hl. Geistes (Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit ….) in deinem Leben hervor, indem er dir erlaubt, in Situationen zu geraten, in denen du in Versuchung kommst, genau das Gegenteil auszuleben (Haß, Traurigkeit, Unfrieden.. ..). Zum Beispiel lehrt Gott uns Liebe, indem er einige wenig liebenswerte Menschen in unser Umfeld stellt. Mittlerweile bin ich für diese Menschen sogar dankbar, sie sind für mich zu „Übungsplätzen der Liebe“ geworden.

Meine Versuchungen waren die Reifeprüfung meines Lebens. Luther

Nach der Taufe wurde Christus versucht. Dadurch zeigt er, dass uns nach unserer Taufe Versuchungen bevorstehen. Theophylactus

Er aß nichts in jenen Tagen; und zuletzt, als sie zu Ende waren, war er hungrig. Lk 4:2

Er fastete nämlich, um zu zeigen, daß jener, welcher die Versuchungen bekämpfen will, der Nüchternheit bedarf. (Goldene Perle)

Jener fastete vierzig Tage ohne etwas zu essen. Denn er war Gott. Wir aber richten das Fasten nach unserer Möglichkeit ein.

Der Teufel sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sage zu diesem Stein, daß er Brot werde!‭ Lk 4:3

Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein! Lk 4:4

Die erste Versuchung besteht darin, aus Steinen Brot zu machen. Es ist die Versuchung, alles für uns nutzbar zu machen. Alles muss uns dienen. Das bezieht sich nicht nur auf das Essen, sondern auch auf unsere Beziehungen. Auch diese sollen oft etwas bringen. Und in unserer Beziehung zu Gott, neigen wir dazu, ihn für uns zu benutzen. Alles muss etwas bringen, selbst das Gebet. Wir erwarten von ihm, dass er uns Wohlbefinden vermittle. Gott dient dann uns, anstatt dass wir ihm dienen. Jesus verweist in seiner Antwort auf den wahren Grund, aus dem wir leben: auf das Wort Gottes, das uns wahrhaft nährt. Über dieses Wort können wir nicht verfügen, sondern es spricht uns von außen an, damit wir ihm gehorchen und ihm dienen.

Da führte der Teufel ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick. Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will. Wenn du nun vor mir anbetest, so soll alles dir gehören! Lk 4:5‭-‬7

Und Jesus antwortete ihm und sprach: Weiche von mir, Satan! Denn es steht geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen. Lk 4:8

Sie ist die radikalste Versuchung. Der Satan bietet Jesus alle Reiche der Welt an, alle Herrlichkeit und Herrschaft, wenn er niederfällt vor ihm und ihn anbetet. Jesus wehrte die Versuchung der Macht ab, indem er auf die Anbetung Gottes verweist. Nicht Macht und Geld sollen wir anbeten, sondern Gott, ihn allein. Alles andere ist Götzendienst. Nur wenn wir vor Gott niederfallen, werden wir wahrhaft Mensch, erweisen wir uns als wahre Söhne und wahre Töchter Gottes.

Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Wenn du der Sohn Gottes bist, so stürze dich von hier hinab; denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, dass sie dich behüten, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt. Lk 4:9‭-‬11

Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen! Lk 4:12

Es ist die Gefahr, dass wir unsere Fähigkeiten nur dazu gebrauchen, um vor anderen gut dazustehen, andere zu übertreffen, sie in den Schatten zu stellen, indem wir uns selbst im Rampenlicht sonnen. Es ist die Versuchung, sich selbst interessant zu machen und sich über die anderen zu stellen, sich durch ein spektakuläres Wunder groß hervor zu heben. Innerlich stehen wir ständig auf der Bühne und überlegen uns, wie wir am meisten beklatscht werden könnten. Es geht aber nicht darum, sich die Gunst der Menschen zu verschaffen. Wir dürfen Gott nicht missbrauchen um das eigene Selbstwertgefühl zu steigern. Es ist der Hochmut, durch die man in die Tiefe hinabstürzt. Wir sollen Gott nicht prüfen, indem wir ihn in unsere eigenen Vorstellungen pressen. Wir sollen Gott Gott sein lassen und ihm dienen.

Und nachdem der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeit lang. Lk 4:13

Lk 4,14-30: Rede und Ablehnung in Nazareth

Jesus kehrte in der Kraft des Geistes zurück nach Galiläa. Lk 4:14

Jesus tat seinen ganzen Dienst in der Kraft, die Gott Ihm gab. Er stützt sich auf die Kraft des Geistes Gottes, der Ihm in seiner Erschöpfung hilft und Ihn dazu befähigt, seinen Dienst zu beginnen. Auch wir werden dazu aufgefordert, nicht in eigener Kraft zu dienen, sondern in der Kraft, die Gott gibt. Unsere Verlegenheiten sind Gottes Gelegenheiten, das gilt gerade auch, wenn wir schwach und erschöpft sind. Auf welche Kraft stützt du dich, wenn du Gott dienst? Gibst du Ihm durch ein bewusstes Anerkennen deiner Schwachheit die Möglichkeit, seine Kraft über dir wohnen zu lassen?  Jan Philip Svetlik

Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von allen gepriesen. Lk 4:15

Er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen. Lk 4:16

Auch fing er trefflich am Sabbat an, um sich als den Schöpfer zu erweisen, welcher ein Werk an das andere fügt, und das Wert fortsetzt, das er früher schon angefangen hatte. Wie ein Baumeister, welcher ein Haus ausbessern will, das alte Gebäude nicht vom Grunde aus, sondern von dem Dache an abzutragen anfangt, so daß er zuerst die Hand anlegt, wo er zuletzt aufgehört hatte. (Goldene Perle)

Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden. Lk 4:18

Jesus kommt zu meiner Armut. Was ist jetzt meine größte Armut? Er kommt zu meinen Gebundenheiten. Was ist mein Gefängnis? Er kommt zu meiner Blindheit. Was ist meine größte Finsternis? Er kommt zu meinen Bedrängnissen. Was bedrängt mein Inneres? Er bringt mir Seine Gnade. Nach welcher Gnade sehne ich mich? P. Wons

Er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen. Lk 4:18

Jesus zitiert in der Synagoge von Nazareth den Propheten Jesaja. Das ist ein Schlüsseltext für die Botschaft und das Wirken Jesu. Worunter immer dein Herz leidet, lege es Jesus zu Füßen. Wo immer du keinen Weg weiter weisst, gefangen innerlich und durch äussere Umstände, wende dich an ihn, der dich zur Freiheit beruft. Er nimmt uns an die Hand und begleitet uns auf dem bestimmten Weg. Er öffnet uns die Augen, die so oft trüb oder gar blind sind.

Ich verkünde ihnen ein Jahr, in dem der Herr seine Gnade zeigt. Lk 4:19

In Jesus Christus erfüllt Gott seine Verheißungen. Das Gnadenjahr Gottes bricht mit ihm und in ihm an. Jetzt ist endgültig und für immer Zeit des Erbarmens, Zeit der Gnade. In Jesus ist die Güte Gottes in Person erschienen. In ihm erbarmt sich Gott der Armen u. Kranken, der Gebeugten und Schuldbeladenen. Er ist der Erlöser, der Heiland. Das alles ist nicht mehr Verheißung wie bei Jesaja, sondern Wirklichkeit. Pius Kirchgessner

Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren! Lk 4:21

Das alles gilt nicht für irgendwann einmal, sondern erfüllt sich jetzt, heute. Dieses Heute bei Lukas erschüttert mich jedes mal von neuem: Heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren lautet die frohe Kunde der Engel an die Hirten von Bethlehem. Heute ist diesem Hause Heil widerfahren! sagt Jesus dem Oberzöllner Zachäus zu. Heute noch wirst du bei mit im Paradieses sein! verspricht Jesus dem Schächer am Kreuz. Ein ungeheurer Anspruch steckt dahinter. Heute! Mit mir, in mir! Pius Kirchgessner

Dieses Heute hat sich vollständig verwirklicht, als er durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung von den Toten uns von der Knechtschaft des Egoismus und des Bösen, der Sünde und des Todes befreit hat. Dies ist die Botschaft des Heills.

Die großen Taten, von denen wir gehört haben, dass sie in Kapernaum geschahen, tue sie auch hier in deiner Vaterstadt! Lk 4:23

Statt dankbar zu sein, dass Jesus in ihrer Stadt 30 Jahre aufwuchs, blickten die Leute aus Nazareth neidisch auf seine großen Taten in Kapernaum. Ihr Herz wurde dadurch verdunkelt. Dies ist uns zur Mahnung gedacht. Darum: Das beste Heilmittel gegen den Neid ist der dankbare Blick auf das, was einem selbst geschenkt wurde. Wenn wir mit unseren eigenen Gaben Frieden schließen, werden wir uns nicht ärgern noch unberechtigt fordern. In dem Herzen, das stets Dankbarkeit erweist, verbleibt die Gnade.

Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet ist anerkannt in seinem Vaterland. Lk 4:24

Bei all der Größe und Freude des ersten Aufbruchs von Jesu Wirken hast du doch schon in der Synagoge von Nazareth die Wahrheit des Wortes vom “Zeichen des Widerspruchs” erfahren müssen (vgl. Lk 4, 28ff). So hast du die wachsende Macht der Feindseligkeit und der Ablehnung erlebt, die sich immer mehr um Jesus zusammenbraute bis zur Stunde des Kreuzes hin, in der du den Retter der Welt, den Erben Davids, den Sohn Gottes als Gescheiterten, zum Spott Ausgestellten zwischen Verbrechern sterben sehen mußtest.

Viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa. Aber keiner von ihnen wurde gereinigt, sondern nur Naeman, der Syrer. Lk 4:27

Da wurden alle in der Synagoge voll Zorn, als sie dies hörten. Lk 4:28

Die alttestamentlichen Beispiele rütteln auf. Sie erinnern daran, dass Gott sich nicht nur den Nahen, seinem erwählten Volk zuwendet, sondern auch den Fernen, denen, die bisher nicht an ihn glauben. Ebenso ist die Sendung Jesu nicht einfach nur gefällig, kalkulierbar nach menschlichen Maßstäben. Vielmehr ist sie überraschend, aufrüttelnd, sprengt Grenzen. Der Auftrag Jesu folgt der Barmherzigkeit Gottes, er orientiert sich an der Liebe Gottes und die macht keinen Unterschied zwischen den Fernen und den Nahen. Aber sie lässt sich eben nicht einplanen und einkalkulieren, sie ist nicht erwartbar, sondern geschenkt.

Das passt den Leuten in Nazareth gar nicht. Sie werden zornig. Der zunächst begnadete Auftritt Jesu endet mit einem gnadenlosen Abgang. „Hosanna“ und „Kreuzige ihn“ liegen ganz nah beisammen. Wie in einer Ouvertüre kündigt sich bereits das Schicksal Jesu an.

Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen. Lk 4:29

Er aber ging mitten durch sie hindurch und zog weiter. Lk 4:30

Lukas hat in dieser kleinen Episode in Nazareth schon die ganze Jesusgeschichte zusammengefasst. Erst die programmatische Antrittsrede Jesu, die sein Wirken vorwegnimmt. Da noch Stolz auf den Heimatsohn, Begeisterung, Applaus. Dann das verwunderte Staunen, Zweifel, Misstrauen und wachsende Ablehnung. Dann das Nicht-hören-Wollen, Sich-Verhärten, Sich-Verschließen. Schließlich Rausschmiss, Vertreibung aus der Stadt und der Versuch, ihn zu töten. Aber das, worauf es ankommt, verweigern die Nazarener: den Glauben! Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf! Pius Kirchgessner

Wenn Jesus souverän durch die Volksmenge hindurchschreitet und ungehindert weggeht, dann blitzt sogar schon die Auferstehung auf. Die gekreuzigte Liebe ist stärker als der Tod.

Lk 4,31-37: Jesus lehrt mit Vollmacht

Mk 1,21-28

Jesus befahl dem Dämon: Schweig und verlass diesen Menschen! Lk 4:35

Jesus begegnet einem Mann, der von einem unreinen Geist geplagt wurde. Mit unreinen, bösen Geistern haben auch wir heute zu kämpfen. Die Liste dazu ist lang: Ängste, Zwänge, eine Sucht, Gier, ein übertriebener Perfektionismus, Geldtungsdrang, Minderwertigkeitskomplexe, Ungeduld, Zorn, Rechthaberei, Arroganz, Groll, Bitterkeit, Habsucht, ständiges Murren und alles negativ sehen, schlecht über andere reden.  All dies kann uns gefangen nehmen, ja regelrecht versklaven. Jesus nun befreit den Mann von dem unreinen Geist. Er spricht: Schweig und verlass diesen Menschen. Jesus will den Menschen befreien. Er besitzt die Kraft und Macht Gottes. In ihm ist in Wort und Tat Gott selbst am Werk. In ihm geht Gott auf den Menschen zu, der sich in Not und Bedrängnis befindet. In ihm zeigt sich Gott mit seiner heilenden Kraft. Er hilft, zu sich selbst zu finden, zum Einklang mit sich selbst und mit Gott zu kommen. Jesus will die Menschen zur Freiheit und zum Frieden führen. Diesen Gedanken möchte ich dir für diese Woche mitgeben: Wenn dich  ein unreiner Geist befällt, und sei dir gewiss, sie befallen dich täglich, dann sprich: Im Namen Jesus : schweig! Es wird wohl kein Tag vergehen, wo uns nicht einer oder mehrer dieser Geister heimsuchen. In der Kraft Jesu Christi aber können wir sie zähmen, so dass wir nicht von ihnen versklavt werden, sondern vielmehr an ihnen wachsen.

Lk 4,38-41: Heilung Schwiegermutter Petrus

Mt 8,14-17; Mk 1,29-34

Nachdem Jesus die Synagoge verlassen hatte, ging er in Simons Haus. Dessen Schwiegermutter hatte hohes Fieber. Man bat Jesus, ihr zu helfen. Lk 4:38

In diesem Ereignis zeichnet sich symbolisch die ganze Sendung Jesu ab. Jesus, der vom Vater kommt, begibt sich in das Haus der Menschheit, auf unsere Erde, und steht einer kranken, einer fieberkranken Menschheit gegenüber, die am Fieber der Ideologien, der Gottvergessenheit erkrankt ist. Der Herr reicht uns seine Hand, richtet uns auf und heilt uns. Und er tut dies in allen Jahrhunderten. Er nimmt uns durch sein Wort an der Hand und löst so die Nebel der Ideologien auf. Er nimmt uns in den Sakramenten an der Hand, im Sakrament der Versöhnung heilt er uns durch die Lossprechung vom Fieber unserer Leidenschaften und unserer Sünden. Er gibt uns die Fähigkeit, aufzustehen und aufrecht vor Gott und den Menschen zu stehen. Es begegnet uns der Herr, nimmt uns an der Hand, richtet uns auf und heilt uns immer wieder mit der Gabe seines Wortes, der Gabe seiner selbst. Benedikt XVI

Das Fieber ist ein Bild der Unruhe und Erregung, ja der Überhitzung des Fleisches. Dadurch wird der Mensch unfähig zum Dienst für den Herrn. Doch Dieser ergreift die kranke, daniederliegende Frau bei der Hand und richtet sie auf. Sogleich verlässt das Fieber sie, so dass sie den in das Haus gekommenen Gästen dienen kann. Arend

Ich bedenke, dass Jesus täglich mein Haus besucht. Er sehnt sich danach, bei mir zu verweilen, dort, wo ich lebe. Er will diesen begegnen und diese sehen, mit denen ich lebe. Gibt es solche Orte, Situationen, Beziehungen, in denen ich mir nicht vorstellen kann, Jesus dort zu begegnen. Wer ist in meinem Haus krank (physisch, psychisch, geistig)? Wer oder was benötigt die Heilung durch Jesus? Um was will ich Ihn bitten? P. Wons

Und er trat zu ihr, neigte sich über sie und befahl dem Fieber, und es verließ sie. Und sogleich stand sie auf und diente ihnen. Lk 4:39

Später, nach Sonnenuntergang, brachten die Menschen alle ihre Kranken zu Jesus. Diese hatten die unterschiedlichsten Leiden. Er legte jedem Einzelnen die Hände auf und heilte sie. Lk 4:40

Obwohl er aber als Gott mit einem Worte die Kranken hätte heilen können, so berührte er sie dennoch, und zeigte dadurch, daß auch sein Leib sie heilen konnte. Denn er war der Leib Gottes. Er möge auch uns berühren, oder vielmehr sollen wir ihn berühren, insofern er auch uns von der Krankheit der Seele, wie von der Nachstellung und dem Stolz der Teufel befreit. (Goldene Perle)

Weil die Leute dachten, daß es niemandem erlaubt sei, am Sabbat zu heilen, warteten sie den Sonnenuntergang ab, um ihre Kranken zu Jesus zu bringen. Theophylactus

Lk 4,42-44: Jesus predigt in Galiläa

Mt 4,23-25; Mk 1,35-39

Als es aber Tag geworden war, ging er hinaus an einen abgelegenen Ort; und die Volksmenge suchte ihn und kam bis zu ihm, und sie wollten ihn zurückhalten, damit er nicht von ihnen wegginge.‭ Lk 4:42

Dieses ist zu erwägen, daß er an demselben Orte bleiben und Alle an sich ziehen konnte, es aber nicht tat, um uns ein Beispiel zu geben, daß wir umherwandeln und die zu Grunde Gehenden suchen sollen, wie ein Hirt ein verirrtes Schaf sucht, und wie der Arzt zu dem Kranken geht. Denn wer Eine Seele gewinnt, kann tausend Sünden auslöschen. (Goldene Perle)

Um den Nächsten zu lieben, darf ich ihn nicht meiden. Die Gesellschaft und Zusammenkunft mit anderen ist sehr wichtig. Ebenso ist dies wichtig: Um sich selbst zu lieben, muss man ebenso in sich selbst bleiben, alleine sein um Zwiesprache mit deinem Herzen zu halten. Es geht dabei nicht gleich um ein Mönchsleben oder diverse Meditationsmethoden, sonder schlicht und einfach darum, ein wenig für sich zu sein: in deinem Zimmer, im Garten oder sonstwo, wo du leichter Einkehr halten und deine Seele durch gute Gedanken neu beleben und stärken kannst. Diese kleinen Rückzugs-Wüsten werden für uns zur Quelle werden.

Die Volksmenge suchte ihn. Lk 4:42

Wer Jesus kennt, wer ihm persönlich begegnet ist, ist fasziniert, angezogen von so viel Güte, von so viel Wahrheit, von so viel Schönheit, und dies alles in großer Demut und Einfachheit. Jesus suchen, Jesus begegnen: das ist der große Schatz! Wie viele Menschen, wie viele heilige Männer und Frauen haben offenen Herzens das Evangelium gelesen und wurden derart von Jesus ergriffen, dass sie sich zu ihm bekehrt haben! Franziskus

Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkündigen; denn dazu bin ich gesandt. Lk 4:43

Die Apostel sagen zu Jesus: Komm zurück, alle suchen dich. Und er sagt: Nein, ich muß in die anderen Orte gehen, um Gott zu verkünden und um die Dämonen, die Kräfte des Bösen, zu vertreiben; dazu bin ich gekommen. Jesus ist nicht gekommen, um die Annehmlichkeiten des Lebens zu bringen, sondern er ist gekommen um die entscheidende Voraussetzung unserer Würde zu bringen, um uns Gott zu verkünden, die Gegenwart Gottes, und so die Kräfte des Bösen zu besiegen. Benedikt XVI

Die Verkündigung hat immer die Dynamik des Aufbruchs und der Gabe, des Herausgehens aus sich selbst, des Unterwegsseins und des immer neuen und immer weiteren Aussäens.