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Lukas Evangelium – Kapitel 3

Lk 3,1-20: Johannes der Täufer

Mt 3,1-12; Mk 1,1-8

Hannas und später Kaiphas waren die Hohenpriester. In dieser Zeit sprach Gott zu Johannes, dem Sohn von Zacharias, der in der Wüste lebte. Lk 3:2

Dieses sagt das Wort: In der Wüste, damit die Menschen keinen Verdacht schöpften, daß er wegen der Verwandtschaft mit Christus oder seines Umganges mit ihm von Jugend auf von ihm ein solches Zeugnis ablegte. Daher sagt er selbst, da er ihm Zeugnis gibt (Joh. 1): Und ich kannte ihn nicht. Indem er im Geist und in der Kraft des Elia dieses Leben betrat, gab er sich, entfernt von der menschlichen Gesellschaft, der Betrachtung des Unsichtbaren hin. (Goldene Perle)

Er kam in die ganze Umgegend des Jordan und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Lk 3:3

Was ist die Taufe des Johannes? Es ist ein Aufruf zur Buße, dass wir unsere Sünden erkennen und aus dieser Erkenntnis heraus den Erlöser suchen. Daher kam Johannes, ermahnte zur Buße, damit wir durch die Buße gebessert und zerknirscht die Vergebung erhalten könnten. Darum ermahnte er uns zur Buße, damit wir die nachfolgende Vergebung durch den Glauben an Christus leichter erlangten. Denn wenn wir nicht von Buße getrieben würden, die nur auf den Christus vorzubereiten die Bestimmung hat, so würden wir die Gnade nicht begehren. Goldene Perle

Macht den Weg frei für den Herrn! Räumt alle Hindernisse weg! Lk 3:4

Was sind unsere Hindernisse? Es sind letztlich die Hindernisse im eigenen Herzen. Folgen wir unserem Herrn, dann hilft er uns, unsere Egoismen zu besiegen, unsere Ansprüche einzuschränken und das, was uns bedrückt, zu bewältigen. Das einzigste, was Gott von uns braucht ist unser ja. Erneuern und stärken wir dieses Ja zu Gott und sagen nein zu allem, was uns von ihm wegzieht. Denn nur wenn wir unserem oft verhärteten Herzen entsagen, werden wir frei sein durch ihn, so dass neues Leben durch ihn in uns aufkeimt. Was für ein Geschenk! Die Antwort auf dieses Geschenk sind wir selbst: unsere Zeit, unser Gebet, unser Verbundensein mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht.

Jedes Tal soll ausgefüllt und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden. Lk 3:5

Welche Abgründe gibt es? Die Hetze unserer Zeit, die Schlucht der Unversöhntheit und des Unfriedens, das Tal der Rachegefühle und Hassgedanken oder die Gräben der Hartherzigkeit. Hier ist Raum um bei sich selbst zu schauen und zu suchen und dann zu beginnen die eine oder andere Schlucht auszufüllen bzw. den einen oder anderen Graben zuzuschütten.

Was kann sich wie ein Berg vor mir auftürmen, den es abzutragen gilt? Zu große Erwartungen an sich selbst, Konflikte, die immer weiter anwachsen, wenn ich sie stehen lasse, statt sie zu bereinigen. Vielleicht auch der Berg des Misstrauens, der Hartherzigkeit, der Gnadenlosigkeit? Ich denke, wir machen den Weg gerade auch dann frei für Gott, wenn wir Wege wieder zueinander finden, wenn wir versuchen wegzuräumen, was dazwischen steht, was Beziehungen lähmt und Gemeinschaft hemmt und blockiert.

Das Krumme soll gerade und die holprigen Wege eben werden. Lk 3:5

Alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen. Lk 3:6

Mit Jesu Kommen beginnt das Heute der Heilszeit. Der Gläubige erschrickt vor nichts, da er sich in den Händen Gottes weiß, da er weiß, daß das Böse und das Unvernünftige nicht das letzte Wort haben, sondern daß der einzige Herr der Welt und des Lebens Christus ist, das fleischgewordene Wort Gottes, der uns bis zum Opfer seiner selbst liebte und am Kreuz für unser Heil gestorben ist. Je mehr wir in dieser Vertrautheit mit Gott wachsen, die von Liebe durchdrungen ist, desto leichter besiegen wir jede Form der Angst

Zeigt durch Taten, dass ihr wirklich zu Gott umkehren wollt! Lk 3:8

So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind!  Lk 3:8

Bringet also würdige Früchte der Buße. Gebt dazu dem heiligen Geist in euch Raum. Denn es genügt nicht die Reue, sondern man muß auch Früchte bringen, nach den Worten: Wende dich hinweg von dem Bösen, und tue das Gute. Das Gute, die Früchte des Geistes sind: Friede, Freude, Gerechtigkeit und vor allem und an erster Stelle die Liebe. Die Liebe im Sinne Jesus besteht darin, dass ich auch den Mitmenschen, den ich zunächst gar nicht mag oder nicht einmal kenne, von Gott her liebe. Das ist nur möglich aus der inneren Begegnung mit Gott heraus, die Willensgemeinschaft geworden ist und bis ins Gefühl hineinreicht. Dann lerne ich, diesen anderen nicht mehr bloß mit meinen Augen und Gefühlen anzusehen, sondern aus der Perspektive Jesu Christi heraus. Sein Freund ist mein Freund. Ich sage zu ihm Ja, weil Christus zu ihm Ja sagt. Ich sehe mit Christus und kann dem anderen mehr geben als die äußerlich notwendigen Dinge: den Blick der Liebe, den er braucht.

Da fragte ihn die Menge und sprach: Was sollen wir denn tun? Lk 3:10

Diese Predigt des Johannes geht ans Innerste ans Herz. Seine Predigt drängt zu einer Entschei­dung. Deshalb die Frage: Was sollen wir tun? Jetzt bedarf es einer völligen Hinwendung zu Gott. Jetzt muss sich unser Glaube, unsere Umkehr, durch die Tat erweisen. Der Glaube muss sich Tun des Guten beweisen. Diese soziale Botschaft des Täufers ist keine Theorie, sondern eine Praxis der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe.

Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, der mache es ebenso! Lk 3:11

Weil das Hemd für unseren Gebrauch notwendiger ist, als der Mantel, so gehört es zur würdigen Frucht der Buße, daß wir nicht nur das Äußere, sondern auch das für uns ganz Notwendige mit den Nächsten teilen sollen, wie das Hemd, das wir tragen, oder die Speise, welche wir genießen. Dadurch aber lernen wir, daß wir von Allem, was wir über das Notwendige haben, dem, der nicht hat, wegen Gott geben müssen, weil er uns Alles, was wir besitzen, gegeben hat. Denn weit geschrieben steht: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst, so liebt offenbar der den Nächsten weniger, welcher nicht mit ihm in seiner Not auch das, was ihm notwendig ist, teilt. Daher wird uns befohlen, die zwei Hemden mit dem Nächsten zu teilen. (Goldene Perle)

Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin nicht würdig, ihm seinen Schuhriemen zu lösen. Lk 3:16

Christus kam vom Himmel auf unsere Erde, damit wir ihn sehen konnten. Johannes sagte, dass er es nicht wert sei, sich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Weil er demütig war, erkannte Johannes, wer er selbst war und wer Jesus war. Wir neigen dazu, uns selbst in Gedanken und Handlungen über andere zu erheben. Solange wir dies nicht erkennen, werden wir unseren Herrn nicht verstehen. Er hat sich selbst erniedrigt und unsere niedrige menschliche Natur angenommen, damit wir die Würde des Menschen und die Heiligkeit Gottes, der sich so erniedrigte, erkennen können. P. Roderick Ermatinger LC

Der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen. Lk 3:16

Am Tag deiner Taufe hat Gott dich in seine Heiligkeit hineingezogen. Du wurdest als Sohn oder Tochter des himmlischen Vaters angenommen. Du wurdest in Christus eingegliedert. Durch die Taufe werden wir in den mystischen Leib Christi eingegliedert, wir sterben und auferstehen mit Ihm. Der sich aus der Taufe ergebende Auftrag besteht darin, auf Jesus zu hören, das heißt an Ihn zu glauben, Ihm fügsam zu folgen und seinen Willen, den Willen Gottes, zu tun.

Die Taufe ist der Anbeginn des geistlichen Lebens und das Tor zu den Sakramenten. Thomas von Aquin

Lk 3,21-22: Taufe von Jesus

Mt 3,13-17; Mk 1,9-11

Es geschah aber, als alles Volk sich taufen ließ und auch Jesus getauft wurde und betete, da tat sich der Himmel auf. Lk 3:21

Der Bericht von der Taufe Jesu zeigt den Weg der Erniedrigung und Demut, den der Sohn Gottes freiwillig gewählt hat, um dem Plan des Vaters zu folgen, um seinem Liebeswillen im Hinblick auf den Menschen in allem gehorsam zu sein, bis hin zum Kreuzesopfer. Erwachsen geworden, beginnt Jesus seine öffentliche Sendung, indem er sich zum Jordan begibt, um von Johannes eine Taufe der Buße und Umkehr zu empfangen. Es geschieht das, was in unseren Augen paradox erscheinen könnte. Braucht Jesus Buße und Umkehr? Sicherlich nicht. Und doch reiht sich gerade er, der ohne Sünde ist, unter die Sünder ein, um sich taufen zu lassen, um diese Geste der Buße zu vollbringen Jesus will sich auf die Seite der Sünder stellen, indem er mit ihnen solidarisch ist und die Nähe Gottes zum Ausdruck bringt. Jesus zeigt seine Solidarität mit uns, mit unserer Mühe, uns zu bekehren, unsere Egoismen hinter uns zu lassen, von unseren Sünden loszukommen, um uns zu sagen, daß er – wenn wir ihn in unser Leben aufnehmen – fähig ist, uns wieder aufzurichten und zur Höhe Gottes, des Vaters zu führen. Benedikt XVI

Die Taufe Jesu im Jordan ist eine Vorwegnahme seiner Bluttaufe am Kreuz

Es heißt: Da er getauft wurde und betete, damit du wissest, daß man nach der Taufe reichlich beten solle. — Denn obschon alle Sünden in der Taufe nachgelassen wurden, so ist doch die Gebrechlichkeit des irdischen Fleisches noch nicht getilgt. Denn wie nach dem Durchgang durch das rote Meer freuen wir uns über die Versenkung der Ägypters aber in der Wüste des weltlichen Wandels kommen andere Feinde entgegen, welche unter dem Beistände der Gnade Christi mit unserer Mitwirkung besiegt werden, bis wir zum Vaterlande gelangen.

Nicht ihm öffnete sich damals der Himmel dessen Augen in das Innere der Himmel sahen, sondern es offenbarte sich die Kraft der Taufe, insofern Jedem, der heraustritt, die Türe des himmlischen Reiches geöffnet wird

Während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam wie eine Taube sichtbar auf ihn herab. Lk 3:21‭-‬22

Dies ist ein schönes Bild für die Wirkung des Gebetes. Wenn wir beten, öffnet sich über uns der Himmel. Im Gebet kommt der Heilige Geist auf uns herab und stärkt uns für unsere Aufgabe. Und wir erfahren im Gebet, dass wir von Gott bedingungslos geliebt sind. Im Gebet erkennen wir, wer wir eigentlich sind. Im Gebet erfahren wir uns als Gottes geliebte Söhne und Töchter. Wir erfahren die Zusage, dass Gott uns bedingungslos liebt.

Der Heilige Geist stieg in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herab, und eine Stimme ertönte aus dem Himmel, die sprach: Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen! Lk 3:22

Und es kam der Heilige Geist herab. Niemand soll glauben, daß er ihn nicht hatte und daher empfing. Denn er sandte ihn als Gott vom Himmel herab, empfing ihn aber unten als Mensch. Daher kam er von ihm auf ihn herab, nämlich von seiner Gottheit auf seine Menschheit.

Die frühe Kirche nannte die Taufe „photismos = Erleuchtung“. In der Taufe kommen wir ins Licht. Da hellt sich unser Dasein auf. Wir bekommen neue Augen und erkennen die Wirklichkeit, wie sie wahrhaft ist, unsere eigene Wirklichkeit, aber auch die der Welt. Johann Baptist Metz, der politische Theologe, spricht von der Mystik der offenen Augen. Der indische Jesuit de Mello beschreibt einmal Mystik als Aufwachen zur Wirklichkeit. Lassen wir uns von Jesus unsere Augen öffnen, damit wir mit einem Blick der Liebe und der Hoffnung auf uns, auf unsere Mitmenschen und auf unsere Welt schauen. Wir können auf die Welt aber nur mit offenen Augen schauen, wenn wir daran glauben, dass die ganze Welt schon vom Licht Christi erleuchtet ist, das alles zu erhellen und zu heilen vermag. Anselm Grün

Was geschieht im Augenblick der Taufe Jesu durch Johannes? Angesichts dieser demütigen Geste der Liebe von seiten des Gottessohnes öffnet sich der Himmel, und der Heilige Geist offenbart sich sichtbar im Bild der Taube, während eine Stimme aus der Höhe das Wohlgefallen des Vaters zum Ausdruck bringt, der den eingeborenen, geliebten Sohn anerkennt. Es handelt sich um eine wirkliche Offenbarung der allerheiligsten Dreifaltigkeit, die die Gottheit Jesu bezeugt und daß er der verheißene Messias ist, von Gott gesandt, um sein Volk zu befreien, damit es gerettet wird. Benedikt XVI

Lk 3,23-38: Stammbaum

Jesus war ungefähr 30 Jahre alt, als er begann; er war, wie man meinte, ein Sohn Josephs. Lk 3:23

Ehe Lukas über das öffentliche Wirken unseres Herrn berichtet, unterbricht er, um uns Jesu Stammbaum zu nennen. Wenn Jesus wirklich Mensch war, dann musste er von „Adam“ abstammen. Dieser Stammbaum beweist, dass es so war. Man glaubt allgemein, dass dieser Stammbaum die Linie über Maria wiedergibt. Man beachte, dass Vers 23 nicht sagt, dass Jesus ein Sohn Josephs war, sondern er „war, wie man meinte, ein Sohn des Joseph

Enosch – Set – Adam – und dieser stammte von Gott. Lk 3:38