Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Lukas Evangelium Kapitel 7 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Lukas Evangelium Kapitel 7

Lk 7,1-10: Röm. Beamter hat Glauben

Mt 8,5-13

Als er aber von Jesus hörte, sandte er Älteste der Juden zu ihm mit der Bitte, er möge kommen und seinen Knecht retten. Lk 7:3

Das war für die Ältesten eine seltsame Situation. Sie glaubten nicht an Jesus, doch ihre Freundschaft zu dem Hauptmann zwang sie, in der Zeit der Not zu Jesus zu gehen. Sie sagten über den Hauptmann: Er ist würdig. Doch als der Hauptmann Jesus begegnete, sagte er: Ich bin nicht würdig. Damit meinte er: Ich bin nicht wichtig genug.

Herr, bemühe dich nicht; denn ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach kommst! Darum hielt ich auch mich selbst nicht für würdig, zu dir zu kommen; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund! Lk 7:6‭-‬7‬‬

Der Hauptmann verfügt nicht nur über einen starken Glauben; er besitzt auch große Demut. Seine Demut war nicht vorgetäuscht, denn die Situation war für ihn zu bedeutend, als dass er Demut vortäuschen konnte, zumal Jesus bereits zugesagt hatte, zu kommen und seinen Diener zu heilen. Seine Demut ist auch nicht die Folge geringer Selbstachtung. Vielmehr ist ein gewaltiges Vertrauen in seinem Verhalten Jesus gegenüber sichtbar. Seine Demut entspringt einem Vertrauen, das versteht, wer Jesus ist. Das ist die Demut, zu der uns die Kirche einlädt, wenn wir unserem Herrn in der heiligen Kommunion innerhalb der heiligen Messe begegnen: Herr, du bist viel zu groß, um zu mir zu kommen, aber ich danke dir für dein Kommen, denn ohne dich würde ich sterben. Shawn Aaron

Als Jesus das hörte, verwunderte er sich über ihn und wandte sich um und sprach zu der Menge, die ihm nachfolgte: Ich sage euch: Einen so großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden! Lk 7:9

Wer aber hatte in ihm den Glauben bewirkt, als Jener, welcher ihn bewunderte? Wenn auch ein Anderer ihn bewirkt hätte, warum sollte sich der Allwissende wundern? Indem also Christus sich wunderte, so drückt er aus, daß es für uns wunderbar sei; denn alle diese Gefühle, welche von Gott ausgesagt werden, sind keine Zeichen eines bestürzten Geistes, sondern des lehrenden Meisters. Goldene Perle.

Lk 7,11-17: Jesus erweckt Sohn einer Witwe

Wie er sich aber dem Stadttor näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. Lk 7:12

Als Jesus, der Herr, die Frau sah, war er von ihrem Leid tief bewegt. Weine nicht!, tröstete er sie. Lk 7:13

Weine nicht! Er will sagen: Höre auf, den als tot zu beweinen, welchen du bald lebendig auferstehen sehen wirst. — Indem der, welcher die Betrübten tröstet, befehlt, vom Weinen abzulassen, ermahnt er uns, wegen der Gestorbenen uns zu trösten, indem wir die Auferstehung hoffen. Das dem Tode entgegentretende Leben berührt aber die Bahre. Goldene Perle

Ich begegne einem Menschen, der leidet. Ich versuche ein Gefühl der Anteilnahme am Wohlergehen dieses Menschen zu empfinden und den Wunsch, dass sein Leiden aufhört oder gemildert wird. Beim Einatmen stelle ich mir vor, dass ich sein Leiden als dunkle schwarze Wolke in mich aufnehme. Beim Ausatmen stelle ich mir vor, dass aus mir Liebe, Stärke, Mut, Zuversicht und Freude zum anderen fließen. Nehmen den Schmerz als eine dunkle Wolke wahr, die sich im strahlenden Licht deines Herzens auflöst. Ich bleibe ganz ruhig, während mein Herz Freude und Liebe ausstrahlt.

Wahre Nächstenliebe ist mehr als die Fähigkeit zum Mitleid, sie ist die Fähigkeit zur Zuneigung. Liebe zum Nächsten ist der Schlüssel zur Lösung der Probleme unserer Welt. Martin Luther King

Er ging zu der Bahre und legte seine Hand darauf. Die Träger blieben stehen. Jesus sagte zu dem Toten: Junger Mann, ich befehle dir: Steh auf! Lk 7:14

Darum aber vollbrachte er das Wunder nicht durch das Wort, sondern auch durch die Berührung der Bahre, damit du erkennest, der heilige Leib Christi bewirke das menschliche Heil. Dein er ist der Leib des Lebens und das Fleisch des allmächtigen Wortes, dessen Macht es hat.

Lk 7,18-35: Zweifel des Täufers

Mt 11,1-19

Und Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich, sandte sie zu Jesus und ließ ihn fragen: Bist du derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? Lk 7:19

Als nun die Männer zu ihm kamen, sprachen sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und lässt dich fragen: Bist du es, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? Lk 7:20

Johannes der Täufer schickt zwei seiner Jünger zu Jesus mit der Frage, ob er der Messias ist oder nicht. Hat er nicht kurze Zeit zuvor Jesus im Jordan getauft? Hat er nicht gesehen, wie sich der Himmel geöffnet hat und der Heilige Geist wie eine Taube auf Jesus herabgestiegen ist? Hat er nicht die Stimme vom Himmel gehört, die sprach: Das ist mein geliebter Sohn? Hat er nicht selbst gesagt, Jesus sei das Lamm Gottes, und sogar bezeugt, dass er der Sohn Gottes ist? Und trotz allem diese Frage. Es gibt zumindest zwei denkbare Erklärungen dafür. Die eine ist, dass solche Glaubenszweifel selbst nach deutlichen Erfahrungen tatsächlich möglich sind. Auch eine heilige Therese von Lisieux hat am Ende ihres Lebens, als sie längst auf mystischen Höhen des inneren Lebens angekommen war, noch starke Zweifel. Bertalan Egervári

Der Grund für solche Glaubenszweifel liegt in der Natur des Glaubens: Er ist ein reines Geschenk Gottes. Wenn Gott den Glauben gibt, dann können wir ihn üben und nach ihm leben. Gibt er ihn aber noch nicht, dann können wir uns nur darum bemühen und darum bitten. Allerdings will Gott den Glauben geben! Wie sollen wir uns im Falle eines Zweifels aber verhalten? Nun, wir sollten jeden Glaubenszweifel zuerst dem vortragen, der ihn lösen kann: Jesus, und den Zweifel so im Gebet entgegentreten. Wir sollten es also dem Täufer gleichtun und Jesus oder jemandem, der Jesus dient, unsere Frage vortragen und so Hilfe empfangen. Und wir können den Katechismus lesen oder über unsere Frage sprechen. Jedenfalls gibt uns der Glaube, den Gott schenkt, eine Art innere „Gewissheit“. Der Glaubenszweifel dagegen ist eine Versuchung, die diese Gewissheit erschüttert. Suchen wir immer wie der Täufer, diese Gewissheit zurückzuerhalten. Bertalan Egervári

Zu derselben Stunde aber heilte er viele von Krankheiten und Plagen und bösen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht. Lk 7:21

Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und berichtet dem Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde werden sehend, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird das Evangelium verkündigt. Lk 7:22

Glückselig ist, wer nicht Anstoß nimmt an mir! Lk 7:23

Denn das Kreuz könnte auch für die Auserwählten zum Ärgernis sein; aber für seine Gottheit ist dieses der größte Beweis. Denn nichts scheint mehr über das Menschliche hinauszugehen, als daß sich Einer für die ganze Welt darbringt.

Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen, mit weichen Kleidern bekleidet? Siehe, die in herrlicher Kleidung und Üppigkeit leben, sind an den Königshöfen! Lk 7:25

Weder eine gut ausgestattete Garderobe noch reichhaltiges Essen gehörten zum Leben des Täufers. Er wohnte in der Wüste und besaß so gut wie nichts. Und doch besaß er mehr als alle anderen. Die Menschen spürten das und kamen in Scharen zu ihm. Er fand zum Leben, indem er auf das Nötige zum Leben verzichtete. Das wahre Leben, das von Gott kommt und Gott ist, erschließt sich uns besonders in der Bedürftigkeit und Schwäche. Wie sollen wir erkennen, dass wir völlig auf Gott angewiesen sind, wie bemerken, dass unsere Seele ihn braucht wie die Luft zum Atmen? Wer materiell im Überfluss lebt, ist dadurch oft wie betäubt und erkennt nicht den großen Mangel seiner Seele. Materielle Bedürftigkeit hilft uns, den Blick auch auf die seelischen Nöte zu richten. Jesus sagt ja: „Selig, die arm sind vor Gott.“ Bertalan Egervári

Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: einen, der mehr ist als ein Prophet! Lk 7:26

Dieser ist“s, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Lk 7:27

Ein Prophet wird von Gott erwählt, um das Volk zur Bekehrung zu rufen. Es sollte zum Leben der Gebote zurückkehren, gemäß dem Bund, den es mit Gott geschlossen hat. Aber ohne es zu wissen, haben die Propheten noch mehr getan: Sie haben auf Jesus hingewiesen. Die fünf Bücher des Mose schreiben über Jesus, ja sogar die gesamte Heilige Schrift. Es ist interessant, das Alte Testament zu lesen und darin Hinweise auf Jesus zu suchen. Johannes hatte die besondere Berufung, noch mehr zu tun, als nur aus der Ferne auf Jesus hinzuweisen. Er durfte direkt auf ihn weisen und ihm den Weg bereiten. Die Befolgung seiner Botschaft der Umkehr macht uns Menschen bereit für eine echte, innerliche Begegnung mit dem Erlöser. Bertalan Egervári

Er bereitete aber dem Herrn den Weg nicht nur in der Ordnung der Geburt im Fleisch durch die Verkündung des Glaubens, sondern auch durch den früheren ruhmvollen Tod. Goldene Perle

Unser Leben erfahren wir dann als lebenswert, wenn wir eine sinnvolle Aufgabe haben, wenn wir wissen wozu wir da sind, wozu unser Leben gut ist. Eine christliche Aufgabe ist es, Bote und Wegbereiter Jesu zu sein in unserer Zeit zu sein. Christ sein ist keine Fertigkeit, die biologisch weitergegeben wird. Jede Generation muss neu dafür gewonnen werden. Jesus braucht daher Wegbereiter und Boten, er braucht dich!

Die Welt braucht keine Angstmacher, sondern Hoffnungsboten. Peter Hahne

Denn ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, gibt es keinen größeren Propheten als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er. Lk 7:28

Und das ganze Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott recht, indem sie sich taufen ließen mit der Taufe des Johannes; Lk 7:29

Lk 7,36-50: Sündige Frau salbt Jesus

Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin; als sie hörte, dass er in dem Haus des Pharisäers zu Gast war, da brachte sie ein Alabasterfläschchen voll Salböl. Lk 7:37

Die Frau ging zu Jesus, kniete bei ihm nieder und weinte so sehr, dass seine Füße von ihren Tränen nass wurden. Mit ihrem Haar trocknete sie die Füße, küsste sie und goss das Öl darüber. Lk 7:38

Denn weil diese Frau die Makel ihrer Häßlichkeit sah, eilte sie zur Quelle der Barmherzigkeit, um sich zu waschen, ohne vor den Gästen zu erröten. Denn weil sie sich selbst im Innern heftig schämte, so hielt sie das für nichts, was sie äußerlich beschämen könnte. Betrachtet, von welchem Schmerze sie ergriffen ist, da sie selbst unter dem Mahl zu weinen sich nicht schämt. Sie zeigte aber ihre Unwürdigkeit, indem sie sich rückwärts mit niedergeschlagenen Augen stellte, mit aufgelösten Haaren seine Füße ergriff, sie mit Tränen benetzte, ihre betrübte Seele dadurch zu erkennen gab und um Verzeihung bat. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Die Frau küßt die Füße, welche sie trocknete. Dies tun auch wir, wenn wir diese, welchen wir wohltun, eifrig lieben. Auch kann unter den Füßen das Geheimnis der Menschwerdung selbst verstanden werden. Wir küssen also die Füße des Erlösers, wenn wir das Geheimnis seiner Menschwerdung aus ganzem Herzen lieben. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Denn mit den Augen hatte sie das Irdische begehrt, aber diese demütigte sie jetzt durch die Buße, indem sie weinte; die Haare hatte sie zur Schönheit des Angesichtes verwendet, aber jetzt trocknete sie die Tränen mit den Haaren. Mit dem Munde hatte sie Stolz geredet, aber die Füße des Herrn küssend, drückte sie ihn auf die Fußstapfen seines Erlösers. Daher folgt: Und küßte seine Füße. Alle Genüsse, die sie an sich hatte, brachte sie zum Opfer dar; sie verwandelte zur Tugend die Zahl der Vergehen, so daß sie Gott durch die Buße Alles opferte, wodurch sie Gott an sich in der Schuld beleidigt hatte. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Als aber der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, sprach er bei sich selbst: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er doch, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt, dass sie eine Sünderin ist! Lk 7:39

Sieh, der wahrhaft bei sich stolze und scheingerechte Pharisäer lästert die Kranke wegen der Krankheit und den Arzt wegen der Heilung. Wir müssen aber, wenn wir einige Sünder sehen, uns selbst zuerst in ihrem Unglücke beweinen, weil wir entweder auf gleiche Weise gefallen sind oder fallen können. Wir müssen aber genau unterscheiden, weil wir Strenge gegen die Vergehen, Mitleiden aber gegen die Natur anwenden müssen. Denn wenn der Sünder gezüchtigt werden muß, muß der Nächste genährt werden. Wenn er aber durch die Buße bereits das, was er beging, abtötet, so ist unser Nächster schon kein Sünder mehr, weil er das in sich straft, was die göttliche Gerechtigkeit züchtigt. Zwischen den zwei Kranken befand sich also der Arzt; aber der eine behielt in dem Fieber die Besinnung, der andere hatte sie verloren. Jene beweinte nämlich, was sie getan hatte, während der Pharisäer, von falscher Gerechtigkeit aufgeblasen, die Größe seiner Gesundheit rühmte. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Indem er sich zu der Frau wandte, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, und du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet. Lk 7:44

Er will sagen: Leicht bekommt man Wasser, aber nicht leicht ist die Vergießung der Tränen. Du hast das Leichte nicht getan, diese aber das Schwere. Indem sie mit ihren Tränen meine Füße benetzte, wusch sie die eigene Makel aus. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet; geh hin in Frieden! Lk 7:50

Gehe im Frieden, d.h. in Gerechtigkeit, weil die Gerechtigkeit der Friede des Menschen bei Gott ist, wie die Sünde die Feindschaft zwischen Gott und dem Menschen ist; gleich als wollte er sagen: Tu Alles, was dich zum Frieden mit Gott führt. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste