Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Markus Evangelium Kapitel 8 – Auslegung und Kommentar

Hier findet ihr einen Kommentar und eine Auslegung zum Markus Evangelium Kapitel 8

Noch einmal erleben die Jünger das Wunder, dass ihr Herr einer Menschenmenge zu Essen gibt, indem er das Wenige, das vorhanden ist, vermehrt (V. 1-10). Den Pharisäern reicht das nicht. Sie fordern ein Zeichen von dem Herrn Jesus (V. 11-13). Der Herr nimmt das zum Anlass, seine Jünger vor den Pharisäern zu warnen (V. 14-21). In Bethsaida heilt der Herr einen Blinden – ein Heilungswunder, das auch nur bei Markus berichtet wird (V. 2226). Auf das Bekenntnis des Petrus hin („Du bist der Christus“ ,V. 27-30), macht der Herr deutlich, dass dieser Christus verworfen ist und seine Jünger diese Verwerfung mit Ihm teilen müssen (V. 31-38).

Mk 8,1-10: 4000 Menschen werden satt

Mt 15,32-39

Ich bin voll Mitleid mit der Menge, denn sie verharren nun schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen. Mk 8:2

Das Volk harrt aber drei Tage bei dem Herrn aus wegen der Heilung der Kranken, wie Matthäus (Kap. 15) erzählt, da die Auserwählten in dem Glauben der heiligsten Dreieinigkeit für die Sünder ausharren und inständig bitten, oder weil sie sich zum Herrn im Werke, in Worten und Gedanken bekehren. Goldene Perle

Jesu ganzes Leben drückt dieses Mit-Leid Gottes aus. Gott leidet mit, wenn wir leiden, im griechischen Urtext steckt in diesem Wort der Wortstamm für „Eingeweide“, das heißt, unser Leid geht ihm unter die Haut, er spürt es tief in seinem Innern. Auch meine Schwierigkeiten und mein Leid heute wird er mit-fühlen und mitleiden. Der Schöpfer des Universums leidet mit mir mit! Das ist so groß, das muss man erst einmal „sacken“ lassen. Dorit Wilke-Lopez

Da befahl er der Menge, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie austeilten. Und sie teilten sie dem Volk aus. Mk 8:6

Die sieben Brote aber sind die geistigen Worte; denn die Siebenzahl bedeutet den heiligen Geist, welcher Alles vollendet, wie in je sieben Tagen sich unser Leben vollendet. Oder die sieben Brote sind die Gaben des Heiligen Geistes, die Brotstücke aber die geistige Erkenntnis dieser Siebenzahl. Goldene Perle

Sie hatten auch noch einige kleine Fische; und nachdem er gedankt hatte, gebot er, auch diese auszuteilen. Mk 8:7

Dadurch, daß er dankte, gab er uns ein Beispiel, daß wir ihm für alle uns von Oben verliehenen Gaben Dank sagen sollten.

Sie aber aßen und wurden satt. Und sie hoben noch sieben Körbe voll übrig gebliebener Brocken auf. Mk 8:8

Das essende und gesättigte Volk nimmt das übriggebliebene Brot nicht mit sich, sondern die Jünger hoben es auf, wie auch oben, in Körben. Aus dieser Geschichte lernen wir, daß wir hier mit dem Hinreichenden zufrieden sein und nichts weitersuchen sollten. Goldene Perle

Sieben ist die Zahl für Fülle und Vollkommenheit. Jesus, öffne mich für dich. Öffne heute meine Augen für die Fülle in meinem Leben: für deine Geschenke und für deine mitleidige Nähe, wenn ich es schwer habe! Dorit Wilke-Lopez

Diese Menschenmenge, die soeben gegessen hat und satt geworden ist, nimmt die Brotreste nicht mit, sondern lässt sie von den Jüngern wieder einsammeln, und dieser Umstand lehrt uns, mit dem Notwendigen zufrieden zu sein und niemals etwas darüber hinaus zu verlangen. Beda Venerabilis

Mk 8,11-13: Zeichenforderung

Mt 16,1-4

Die Pharisäer gingen hinaus und fingen an, mit ihm zu streiten, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel forderten, um ihn zu versuchen. Mk 8:11

Es ist eine Stelle die zeigt, wie man sich Gott nähern muss. Wer mit offenem Herzen fragt: Gott, gibt es Dich wirklich? dem gilt das Versprechen: wer suchet, der findet. Wer mit einem arroganten Anspruch daran geht wird dagegen wahrscheinlich nichts finden. Gott ist immer noch der grosse Herrscher der Welt und kein Automat, der unseren Ansprüchen immer Genüge leistet und stets das tut, was wir wollen.

Und er seufzte in seinem Geist und sprach: Warum fordert dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch: Es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden! Mk 8:12

Mk 8,14-21: Jesus warnt vor führenden Juden

Mt 16,5-12

Habt ihr noch euer verhärtetes Herz? Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt doch Ohren – könnt ihr nicht hören? Erinnert ihr euch nicht daran?  Mk 8:17-18

Erinnert ihr euch nicht? Eine der schlimmsten Sünden des Volkes Israel war es, Gottes großen Taten, die er für sie vollbracht hatte, zu vergessen. Es ist wichtig, oft und mit Dankbarkeit an die vielen Wohltaten, die wir von unserem Herrn empfangen haben, zu denken. Jeder von uns sollte sich daran erinnern: Gott hat uns erschaffen und das Werk unserer Heiligkeit in uns begonnen. Wenn er uns jetzt bis hierher gebracht hat, obwohl unser Anteil daran sehr bescheiden war, wie viel weiter könnten wir gehen, wenn wir uns ihm in völliger Hingabe schenken würden? Wie viele Probleme würden dadurch von Gott zu unserem Wohl gelöst werden können?

Warum seid ihr denn so unverständig? Mk 8:21

Mk 8,22-26: Heilung eines Blinden

Und er kommt nach Bethsaida; und man bringt einen Blinden zu ihm und bittet ihn, dass er ihn anrühre. Mk 8:22

Sie bringen aber zum Herrn einen Blinden, d.h. der nicht sieht, was er war, was er ist und was er sein wird. Sie bitten ihn, er möchte ihn berühren; denn wer wird berührt, als der, welcher erschüttert wirb? Denn der Herr berührt uns, wenn er die Seele durch den Hauch seines Geistes erleuchtet, und uns zur Erkenntnis der eigenen Schwachheit und zum Eifer in den guten Werken entzündet. Goldene Perle

Er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn vor das Dorf hinaus. Mk 8:23

Jesus führt. Vom ersten Augenblick unseres Lebens an streben wir nach Unabhängigkeit. Denken wir nur an das kleine Kind, das unbedingt alleine laufen will, ohne Hilfe der Eltern. Im geistigen Leben ist es umgekehrt: Wir müssen unsere Hand nach Christus ausstrecken, damit er uns führt, hilft und stärkt. Unsere Schuld einzugestehen kann eine demütigende, aber fruchtbare Erfahrung sein. Unser Stolz hindert uns daran, dies unumwunden zu tun, wenn wir es aber tun – nur Mut! – dann wird Jesus seine Macht in unserem Leben voll entfalten.

Heiligkeit ist nicht irgendeine Übung, sie ist vielmehr eine Einstellung des Herzens, die uns demütig und klein macht in den Händen Gottes, im Bewusstsein unserer Schwäche, aber voll Vertrauen, ja geradezu tollkühnem Vertrauen in seine väterliche Güte. Hl. Theresia von Lisieux

Hierauf legte er noch einmal die Hände auf seine Augen und ließ ihn aufblicken; und er wurde wiederhergestellt und sah jedermann deutlich. Mk 8:25

Nur Geduld, Gott hat einen Plan. „Ich will das jetzt sofort“, so sagen heute viele Menschen. Aber bei Gott funktioniert das nicht. Sein Plan ist ein Plan zu unserem Wohl – auch wenn es nicht unser Plan ist. Der Blinde konnte nicht sofort wieder sehen, sondern erst allmählich. Ach, wie sehr wollen wir jetzt sofort heilig sein und für immer dem Schmutz und dem Stolz den Rücken kehren! Und doch fallen wir immer wieder. Heiligkeit ist ein Prozess, aber das stört Jesus nicht. Er weiß, wie mächtig seine Gnade in unserem Leben wirken kann. Vertrauen wir ihm einfach unsere Schwierigkeiten an, und geben wir nicht auf. Unser Versagen lehrt uns demütig zu sein, und das kann uns Gott nur näher bringen. Scott Reilly

Er schickte ihn in sein Haus und sprach: Du sollst nicht ins Dorf hineingehen, noch es jemand im Dorf sagen! Mk 8:26

Er ermahnt den Mann, nicht in das Dorf zu gehen. Hat Jesus Angst oder ist er in Eile? Nein, seine Demut veranlasst ihn, in aller Stille weiterzuziehen, ohne dass es jemand merkt. Jesus liebt die Demut, und er übt sie. Wir hingegen wollen gelobt werden; wir dürsten nach Anerkennung. Gehen wir nur einmal in ein Fachbüro und betrachten die Auszeichnungen, die dicht an dicht die Wände füllen. Jesus hatte keine Auszeichnungen; er hatte nur den Ruf, Gutes zu tun. Er lehrt uns die Macht der lauteren Absicht, die jede Form von Selbstbeweihräucherung scheut. Scott Reilly

Mk 8,27-30: Petrus Christusbekenntnis

Mt 16,13-20; Lk 9,18-20

Für wen halten mich die Leute? Mk 8:27

Die Frage, die Jesus seinen Jüngern stellt, ist die Frage, die die meisten Menschen tagtäglich umtreibt: Wofür halten die Menschen mich? Jesus stellt sie im Hinblick auf sein Sein, sein Messias-Sein und somit auf seine Bedeutung für die Menschen im Hinblick auf die Erlösung und das Reich Gottes. Wir stellen uns die Frage hingegen eher innerweltlich im Sinne von: Bin ich wichtig? Die Frage ist nicht unwichtig. Die Antwort, die ich auf die Frage gebe, wer Jesus für mich ist, kann die Bedeutung der Frage, wofür ich gehalten werde, in gutem Maße beeinflussen und relativieren. Wenn er mein Erlöser ist, dann wird mein Leben gut enden, wie es auch war und wofür man mich auch gehalten hat.

Der Glaube liefert nicht nur irgendeine Information über die Identität Christi, sondern er setzt eine persönliche Beziehung zu ihm voraus, die Zustimmung der ganzen Person mit ihrem Verstand, ihrem Willen und ihren Gefühlen zur Selbstoffenbarung Gottes. So spornt die Frage Jesu Ihr aber, für wen haltet ihr mich? die Jünger eigentlich dazu an, hinsichtlich der Beziehung zu ihm eine persönliche Entscheidung zu treffen. Glaube und Nachfolge Christi hängen eng zusammen. Und da der Glaube voraussetzt, daß man dem Meister nachfolgt, muß er gefestigt werden und wachsen, tiefer und reifer werden in dem Maße, in dem die Beziehung zu Jesus, die Vertrautheit mit ihm intensiver und stärker wird. Benedikt XVI

Du bist der Christus! Mk 8:29

Auch wir wollen heute mit tiefer Überzeugung ausrufen: Ja, Jesus, du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Wir tun dies in dem Bewußtsein, daß Christus der wahre Schatz ist, für den es sich lohnt, alles zu opfern; er ist der Freund, der uns nie verläßt, da er die tiefsten Sehnsüchte unseres Herzens kennt. Jesus ist der »Sohn des lebendigen Gottes«, der verheißene Messias, der in die Welt gekommen ist, um der Menschheit das Heil anzubieten und den Durst nach Leben und Liebe zu stillen, den jeder Mensch in sich trägt. Welch großen Nutzen würde die Menschheit daraus ziehen, nähme sie diese Botschaft auf, die Freude und Frieden mit sich bringt! Benedikt XVI

Mk 8,31-38: Erste Leidensankündigung

Mt 16,21-28; Lk 9,21-27

Und er fing an, sie zu lehren, der Sohn des Menschen müsse viel leiden und von den Ältesten und den obersten Priestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und nach drei Tagen wiederauferstehen. Mk 8:31

Die Evangelien sind letztlich Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung. Christi Passionszeit beginnt nicht erst in der Leidenswoche, sondern mit dem ersten Tage seiner Predigt. Die eigentliche Passion dauert dann eine Woche. Wollten die Evangelisten mit dem Schema der einen Woche eine zweite Schöpfungsgeschichte andeuten? So wie Gott die Welt in sieben Tagen erschuf, so bewirkte Jesus mit seinem Leiden, Sterben und Auferstehen in einer Woche unsere Erlösung. Er ist diesen Weg für mich gegangen.

Und er redete mit Freimut darüber. Mk 8,32

So offen sprach Jesus von seinem Tod. Mk 8:32

Und er redete das Wort ganz offen. Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Mk 8:32

Der Satz „und er redetet mit Freimut darüber“ lässt sich in diesem Evangelium, in dem heiß diskutiert wird, leicht überlesen. Tatsächlich ist es aber genau dieser „Freimut“ Jesu der einen wesentlichen Teil der Handlung und Dynamik auslöst. Denn aus der offenen Kommunikation Jesu über seinen Weg und die Konsequenzen seiner Sendung und der Nachfolge erwächst das intensive Gespräch mit Petrus, die Belehrung der Jünger und die Schilderung der Nachfolgebedingungen. Dass es den Freimut Jesu braucht, um die nicht selbsterklärende Botschaft seiner Sendung verständlich zu machen, zeigt die Reaktion des Petrus. Die Enthüllung Jesu, dass der Menschensohn leiden wird, dass der ersehnte Christus verraten und getötet werden wird, diese Enthüllung widerspricht den Hoffnungen und den Sehgewohnheiten der Jünger und auch der Volksmenge.  DIPL.-THEOL. KRISTELL KÖHLER

Da nahm ihn Petrus zur Seite, um ihn von diesen Gedanken abzubringen. Mk 8:32

Dieses aber sagte er mit dem Gefühl eines Liebenden und Wünschenden, als wollte er sagen: Dieses kann nicht geschehen, und meine Ohren ertragen es nicht, daß der Sohn Gottes getötet werden soll.

Ein Verständnis des christlichen Weges, der das Leiden ausklammert, geht an Jesus vorbei. Genau dies tut Petrus hier. Gerade noch ist Petrus der Fels und gleich darauf ist er in seiner menschlichen Schwachheit der Stein auf der Straße durch den man zu Fall kommen kann. Hier tritt die Spannung auf, die zwischen der Gabe des Herrn und den menschlichen Fähigkeiten besteht. Einerseits sind wir Licht und Salz, andererseits sind wir schwache Menschen, die nur durch ein Sich-Öffnen für Gott verwandelt werden können. Jesus verwandelnde Antwort an Petrus: Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Mt 16,23

Wo treffen diese Worte auf mich zu? Wann gehe ich meine eigenen Wege, anstatt mich der göttlichen Vorsehung zu überlassen?

Wer mir nachkommen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Mk 8:34

Wer mein Jünger sein will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Mk 8:34

Diese täglichen Kreuze sind die täglichen kleinen und auch großen Sorgen und Unannehmlichkeiten, das ganz normale Alltagsleben eben. Da gibt es Aufgaben, die erledigt werden müssen, obwohl wir gar keine Lust dazu haben. Da gibt es Menschen, denen wir begegnen müssen, obwohl wir sie gerade jetzt eigentlich am liebsten gar nicht sehen möchten. Da gibt es Fehler, die man an sich feststellt, gegen die man immer wieder ankämpft, die einen aber trotzdem immer wieder einholen. Da gibt es Gebrechen an Körper und Seele, die einen piesacken und ärgern, die zwar nicht lebensbedrohlich, aber doch unangenehm sind. Alles kleine Kreuze.

Es gibt Seelen, die große Pläne schmieden, wie sie dem Herrn dienen können. Es sind aber Werke, für die sie gegenwärtig keine Gelegenheit haben. Gott bewahre uns vor solch eingebildetem Eifer, der sehr oft im Grunde unseres Herzens eine eitle, heimliche Selbstgefälligkeit nährt. Seien wir stets dagegen darauf bedacht, der Last gegenwärtiger, geringerer Kreuze nicht aus dem Weg zu gehen. Große Werke liegen nicht immer auf unserem Weg. Zu jeder Zeit aber können wir kleine in ausgezeichneter Weise, d.h. mit großer Liebe tun. So übt man die Liebe bei den kleinen, unscheinbaren Übungen der Frömmigkeit nicht nur öfter, sondern gewöhnlich auch demütiger und folglich mit mehr Nutzen und Heiligkeit. Alle sich bietenden Gelegenheiten soll man zur Übung der göttlichen Liebe benützen.

Schaut, alle kommen und wollen von ihrem Kreuz befreit werden. So wenige kommen und bitten um Kraft, es zu tragen! Das Kreuz wird euch nicht zermalmen. Wenn es auch lastet, so gibt es Kraft und hält aufrecht. Denken wir an das Leiden und den Tod Unseres Herrn und an sein Blut, das er für uns vergossen hat. Dann werden wir uns nicht mehr über unser Leiden beklagen. Behüte meine Sinne und halte sie fest in der Betrachtung des leidenden Jesus, damit sie sich nicht von ihm entfernen. O mein Jesus, möge mein Herz an Deinem durchbohrten Herzen ruhen in den Prüfungen und Schmerzen des Lebens. Pater Pio

Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst. Mk 8:34

Dieses Nachgeben den Launen anderer gegenüber, dieses Ertragen rücksichtsloser und lästiger Handlungen und Haltungen des Nächsten, diese Siege über unsere eigenen Launen und Leidenschaften, dieser Verzicht auf unsere kleinen Neigungen, dieses Kämpfen gegen unseren Widerwillen und unsere Abneigungen, dieses herzliche und schlichte Geständnis unserer Unvollkommenheiten, diese ständige Mühe, die wir uns geben, unsere Seele im Gleichgewicht zu erhalten, diese Liebe zu unserer Erniedrigung, diese gutmütige und freundliche Annahme der Mißachtung und der Kritik unseres Wesens, Lebens, Umgangs und unserer Handlungen: all das ist für unsere Seelen viel fruchtbarer, als wir meinen, vorausgesetzt, daß es aus heiliger Liebe geschieht.

Denn wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben für mich und für Gottes rettende Botschaft aufgibt, der wird es für immer gewinnen. Mk 8:35

Jesus wählt die Worte derart massiv und absolut, weil er weiß, dass sich unser menschliches Ego viel zu häufig auf Rollen und ausgetüftelte Selbstbilder fixiert. Er möchte uns unmissverständlich klar machen, dass all dies vergängliche Konstrukte sind. Das Wesen dieser Welt vergeht (1 Kor 7,31). Diese Fixierungen müssen sterben und ja, sie sterben nicht leicht, weil wir sie zu oft für unser wahres Selbst halten. Wenn diese Fixierungen sterben, bevor wir leiblich sterben, dann begegnen wir dem Einssein mit Gott, dann treten wir schon jetzt ein in das ewige Leben in Jesus Christus.

Seine Seele um Jesu Willen zu verlieren bedeutet, sich von den Bindungen an die Welt zu lösen, immer genau hinzuschauen, wo es uns evtl. nur vordergründig um Gott geht, aber im Hintergrund doch stark die Motive des Egos agieren. Ein Leichnam werden – das bedeutet von Herzen zu sprechen: nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Dann muss ich keine Angst mehr haben, egal vor welche Aufgaben mich das Leben stellt und ich kann voller Zuversicht sprechen: Herr, weil du´s willst, drum ist es gut, Herr, weil du´s willst, drum habe ich Mut, mein Herz in deinen Händen ruht. Amen

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Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste