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Markus-Evangelium Kapitel 9

Mk 9,1-13: Verklärung

Mt 17,1-13; Lk 9,28-36

Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes mit auf einen hohen Berg. Sie waren dort ganz allein. Mk 9:2

Beginnen tut die Verklärung damit, dass Jesus die 3 Apostel mit auf einen Berg nimmt. Der Berg steht in der Bibel für Gottesnähe, ein Ort, an dem Gott sich offenbart, an dem der Mensch Gott näher ist als im Tal, im Nebel seines Alltags. So wichtig der Alltag ist, wir auch dort in und bei Gott sind, wir dort unser Kreuz tragen, so unerlässlich ist es für jeden von uns, dass er einen inneren „Berg“ hat auf dem er Gott begegnet. Physische Orte (Kirche, Gebetsecke) und eine bestimmte Zeit (z.B. Morgengebet) helfen dabei. Wie dein Berg sich im Einzelnen zeigt, gestaltet sich bei jedem anders. Benedikt der XVI hat einmal gesagt, es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt.

Da wurde Jesus vor ihren Augen verwandelt. Seine Kleider wurden so strahlend weiß, wie kein Mensch auf der Erde sie bleichen könnte. Mk 9:2-3

Das Besondere hier ist, dass er drei Apostel mitnimmt und somit auch dich. Auf den Berg mit Jesus zu steigen bedeutet für die Apostel in das Gebet Jesu hineingezogen zu werden. Er wollte ihnen und dir das innere Licht zeigen, das ihn erfüllt, wenn er betet. Das Gebet damals und für uns jetzt ist kein Beiwerk, keine Option, sondern es ist eine Frage von Leben oder Tod. Nur wer betet, d.h. wer sich in kindlicher Liebe Gott anvertraut, kann in das ewige Leben eintreten, das Gott selbst ist. Das Ereignis der Verklärung macht uns die existenzielle Bedeutung des Gebets für unser Leben klar. Mein Gebet ist immer das Gleiche, wenn ich am Morgen bete: Hier bin ich.

Dann erschienen Elia und Mose und redeten mit Jesus. Mk 9:4

Das Thema des Gesprächs gibt Lukas an: Jesu Tod !!! (Lk 9,31) Das Evangelium ist nicht eine Anneinanderreihung von Erzählungen, sondern eine abgestimmte Komposition. Vor der Verklärung spricht Jesus über seinen bevorstehenden Tod und richtet an uns die Worte, dass auch wir in der Jüngerschaft unser Kreuz auf uns nehmen sollen. Und in der Verklärung geht es wieder um seinen Tod. Jesus flieht nicht vor dieser Sendung, für die er in die Welt gekommen ist. So zeigt er uns, dass das wahre Gebet darin besteht, unseren Willen mit dem Willen Gottes zu vereinen. Für uns bedeutet beten also nicht, vor der Wirklichkeit und deren Verantwortung zu fliehen, sondern sie im Vertrauen auf die treue und unerschöpfliche Liebe des Herrn vollends auf sich zu nehmen.

Petrus rief: Rabbi, wie gut, dass wir hier sind! Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elia. Mk 9:5

Petrus möchte die Gotteserfahrung festhalten. Du hast sicher schon Momente tiefer Gotteserfahrung gemacht. Bei dem einen haben sie zur Bekehrung geführt, bei dem anderen ihn auf seinem Glaubensweg gestärkt. Dennoch sind diese Momente tiefer Gotteserfahrung eher selten, sie sind ein besonderes Geschenk, lassen sich weder durch Askese oder Meditation erzwingen, noch lassen sie sich festhalten. Aber du kannst dich daran erinnern, sie wirken in uns nach und verändern uns. Erinnere du dich heute an einen Moment tiefer Gotteserfahrung in deinem Leben. Vergesst in eurem Leben nicht den Berg der Verklärung. Es gibt ihn diesen Berg der Verklärung, für jeden von uns anderswo.

Je dunkler es hier um uns wird, desto mehr müssen wir das Herz öffnen für dieses Licht von oben. Edith Stein

Da kam eine Wolke und hüllte sie ein, und aus der Wolke hörten sie eine Stimme: Dies ist mein geliebter Sohn! Mk 9:7

Eine Analogie, die mich sehr bewegt hat: Hier der Berg der Verklärung dort der Berg Golgatha. Hier strahlt Jesu Angesicht wie die Sonne, dort war sein Aussehen entstellt. Hier wurden seine Kleider weiß wie das Licht, dort wurde er seiner Kleider berraubt. Hier umgaben ihn zwei große Gottesmänner, dort hingen zwei Verbrecher neben ihm. Hier war die Wolke der Gegenwart Gottes, dort Finsternis und Gottverlassenheit. Das Kreuz und die Herrlichkeit Christi gehören unzertrennlich zusammen. Auch dein Kreuz und das Wachsen in der Erkenntnis der Liebe Gottes sind unzertrennlich verbunden.

Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören! Mk 9:7

Die Einladung des Vaters, auf Jesus zu hören, den die Jünger nach dem Verschwinden der Vision allein antreffen, unterstreicht den Vorrang des Hörens vor dem Sehen. Der Glaube wird oft in der Dunkelheit gelebt: Lasst uns das Licht aufnehmen, wenn es uns gegeben wird, aber lasst uns mit dem zufrieden sein, was uns zu hören gegeben wird

Der Herr spricht zu uns. Wir hören. Das ist Gebet. Punkt! Wir dürfen das Gebet suchen, nicht um es zu genießen im Ego-Trip nach spirituellen Hochgenüßen, sondern um Kraft zum Dienen zu bekommen und zwar dort, wo mich Gott hingestellt hat in meinem Alltag in der Familie, bei der Arbeit oder sonstwo.

Abgesehen von eurem hilfreichen Gebet sollt ihr nicht gleich der ganzen Welt dienen wollen, sondern denen, die mit euch zusammen leben. Therese von Avila

Gott, du hast uns geboten, auf deinen geliebten Sohn zu hören. Nähre uns mit deinem Wort und reinige die Augen unseres Geistes, damit wir fähig werden, deine Herrlichkeit zu erkennen.

Mk 9,14-29: Jesus heilt besessenen Jungen

Mt 17,14-21; Lukas 9,37-43

Und als er zu den Jüngern kam, sah er eine große Volksmenge. Mk 9:14

Die Jünger durften nicht auf dem Berg der Verklärung bleiben. Im Tal wartete eine seufzende, weinende Menschheit auf sie. Eine Welt der Bedürftigkeit lag zu ihren Füßen.

Wenn du glauben kannst — alles ist möglich dem, der glaubt! Mk 9:23

Ich glaube! Hilf meinem Unglauben! Mk 9:24

Der Vater drückte das Paradox von Glaube und Unglaube aus, das Gottes Volk zu allen Zeiten empfunden hat: Ich glaube. Hilf meinem Unglauben! Wenn wir glauben wollen, dann sehen wir, dass wir voller Unglauben sind. Wir hassen diesen Zustand, die unvernünftige Auflehnung, und scheinen doch vergeblich dagegen anzukämpfen.

Mein Erkennen ist schwach und von Finsternissen verdunkelt. Hilf mir daher, o mein Herr, zu glauben, denn: Der Glaube läßt uns mit Gewißheit erkennen, daß Gott ist, daß er unendlich gut ist, daß er sich mit uns vereinigen kann und will. So strebt das Herz auf seinen Gott hin. Und hat es endlich jenen so lange gesuchten Schatz gefunden, welch großen Frieden fühlt dann dies arme Herz, welche Freude. Im Himmel dann wird sich uns Gott entschleiert geben, wir werden ihn von Angesicht zu Angesicht schauen, so wie er ist. Nicht aus der Ferne werden wir diese Quelle der Seligkeit sehen, wie jetzt im Glauben. Nein! Wir werden, in diese Quelle hineingetaucht und versenkt. Diese Glückseligkeit ist endlos.

Mk 9,30-32: Zweite Leidensankündigung

Mt 17,22-23; Lukas 9,44-45

Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird in die Hände der Menschen ausgeliefert; und sie werden ihn töten, und nachdem er getötet worden ist, wird er am dritten Tag auferstehen. Mk 9:31

Mit der Betonung des „Belehrens“ der Jünger wird Jesus deutlich in seiner Rolle als Lehrer akzentuiert und die Jünger in ihrer Schülerrolle dargestellt. Sie sollen direkt und „mit Freimut“ (Mk 8,32) erzählt bekommen, wie Jesu weiterer Weg aussehen wird und welche Bedeutung seiner Sendung zukommt. Anders als in der ersten Leidensankündigung wird nun das „Ausgeliefertsein“ ins Zentrum gerückt. Der „Menschensohn“ wird von den Menschen, also von Seinesgleichen ausgeliefert – ein typisches Wort, das im Neuen Testament mit den Passionsereignissen verknüpft ist. Es umfasst die gesamte Bandbreite von Verrat, Verkauf, Verleugnung, falscher Anklage etc., alles, was Jesus im Zuge seines Leidensweges von Menschen angetan wird. All diese Handlungen gipfeln in der Tötung des Gottessohnes, der als Mensch zu den Menschen gesandt wurde. Dem passiven Ausgeliefertsein und der Tötung folgt das aktive Auferstehen vom Tod. Der Menschensohn stellt sich den Bedrohungen der Menschen nicht aktiv entgegen, sondern erleidet sie. Dennoch bleibt er der Aktive, indem er den Tod besiegt von ihm aufersteht. Kristel Köhler

Die 2.Leidensankündigung eröffnet eine Reihe von Jüngerbelehrungen: Rangstreit unter den Jüngern, Umgang mit fremden Exorzisten, Warnung vor Verführung und Mahnung zur Einigkeit. Der Evangelist reflektiert hier Gemeindeprobleme

Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen. Mk 9:32

Dieses Nichtverstehen hatte seinen Grund nicht so in der Langsamkeit des Geistes, als vielmehr in der Liebe zum Erlöser, weil sie noch fleischlich gesinnt und mit dem Geheimnisse des Kreuzes unbekannt nicht glauben konnten, daß der, welchen sie als wahren Gott erkannt hatten, sterben könnte. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Es scheint undenkbar, dass das Leben Jesu, des Sohnes Gottes, der Wunder wirkt, der immer für alles eine Lösung und einen Ausweg findet, auf solche Weise enden soll. Wie schwer kann es auch für uns sein, den Plan Gottes für unser Leben zu akzeptieren, wenn er ähnlich schwer ist wie sein Plan für Jesus. Wir brauchen vor allem Offenheit, um alles aus der liebenden Hand des Vaters annehmen zu können. Wir brauchen viel Glauben, um seine Nähe auch im Leid zu erkennen. Und schließlich: Scheuen wir uns nicht, den Herrn im Gebet über seine Pläne mit uns zu befragen. Er wird uns helfen, sie anzunehmen, und uns auf den rechten Weg führen. Bertalan Egervári

Mk 9,33-37: Jünger streiten, wer der Größte ist

Mt 18,1-6; Lukas 9,46-48

Sie aber schwiegen; denn sie hatten unterwegs miteinander verhandelt, wer der Größte sei. Mk 9:34

Wer ist der Größte? Wir ertappen uns häufig dabei, dass wir, ebenso wie die Jünger, danach trachten, der oder die Größte zu sein. Die Gesellschaft ermutigt uns, alles zu tun, was verspricht, erfolgreich zu sein, Spitze zu sein. Häufig verlieren wir in dem Kampf um Erfolg die Sicht auf Christus und schieben ihn schließlich auf den zweiten Platz ab. Wenn mir wirklich daran gelegen ist und ich mich ehrlich mühe, kann Christus zur wichtigsten Person in meinem Leben werden. Trotz meiner schwachen Neigungen kann er die Nummer Eins in meinem Leben werden. Christopher Scroggin

Der Streit der Jünger über den Vorrang schien aber dadurch entstanden zu sein, weil sie sahen, daß Petrus, Jakobus und Johannes allein auf den Berg geführt und ihnen dort etwas Geheimes anvertraut worden sei, und auch, weil dem Petrus nach Matthäus die Schlüssel des Himmelreiches verheißen worden waren. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Wer der Erste sein will soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Mk 9,35

In einem Spruch der Wüstenväter heißt es: Wenn du einen Jüngling siehst, der mit seinem eigenen Willen zum Himmel hinaufsteigt, dann halte seinen Fuß und ziehe ihn auf die Erde, denn das andere nützt ihm nichts.

Als demütige Menschen bleiben wir geerdet. Das was wir sind, sind wir doch nur Dank seiner Güte und Gnade und häufig auch durch Menschen, die er uns auf unseren Lebensweg schickt. Der Wunsch, alles durch sich selbst sein zu wollen, ist ein falscher Stolz.

Jesus, der wusste, worüber sie geredet hatten, gab ihnen nun eine Lektion in Demut. Er sagte, dass sie dann die Ersten wären, wenn sie freiwillig den niedrigsten Dienst auf sich nehmen und für andere statt für sich selbst leben würden. Er stellte ihnen ein Kind vor und umarmte es. Er betonte, dass Liebe, die in seinem Namen den am wenigsten Geachteten erwiesen wird, eine große Tat ist. Das ist, als ob man diese Liebe Jesus selbst erweist, ja, sogar Gott dem Vater. O gepriesener Herr Jesus, deine Lehren prüfen mein fleischliches Herz und stellen es bloß. Brich mein Ich und lebe du durch mich. MacDonald

Er selbst spricht gerade noch – und das schon zum zweiten Mal – von seinem kommenden Schicksal, das durch Auslieferung, Leiden, Tod und Auferstehung gekennzeichnet ist, sie selbst aber kreisen nur um sich selbst. Der Dialog der Jünger über Rangfolge und Bedeutung widerspricht diametral dem, was sie an ihrem Lehrer in diesen Tagen wahrnehmen: Er geht seinen Weg ohne sich in den Mittelpunkt zu spielen, er sucht nicht das Bad in der Menge, er wendet sich denen zu, die Hilfe benötigen und von anderen ausgeschlossen werden. Er verweilt bei Heiden und Sündern und streitet mit den religiösen Wortführern. Wenn Jesus vom „Diener“ sein spricht, dann hat er genau dieses Verhalten im Blick: Eines, das sich auf das Wohl der anderen, aber nicht auf das eigene fokussiert. Kristel Köhler

Und er setzte sich, rief die Zwölf zu sich und sprach zu ihnen: Wenn Jemand der Erste sein will, so sei er der Allerletzte. Bemerkenswert: Daß sie im Gehen wegen des Vorranges stritten, er aber sitzend sie Demut lehrte. Denn die Vornehmen haben Mühe, die Demütigen Ruhe. Da nun der Herr die Gedanken seiner Jünger sah, suchte er das Verlangen nach Erhebung durch die Demut zu heilen und ermahnte sie zuerst durch das einfache Gebot der Demut, daß sie den Vorrang nicht suchen sollten. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Und er nahm ein Kind und stellte es mitten unter sie; und nachdem er es in die Arme genommen hatte, sprach er zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat. Mk 9:36‭-‬37

Das Beispiel des Kindes dient als Zeichen für all die Menschen, die in der damaligen Gesellschaft einen geringen bis gar keinen Rang haben. Den „Niedrigen“ soll die Aufmerksamkeit der Jünger zugewandt sein. Sie sollen wertgeschätzt werden, nicht diejenigen, die sich durch Geld, Macht und Einfluss ohnehin alle Aufmerksamkeit erkaufen können. Jüngerschaft bedeutet eben, sich nicht selbst nach vorne zu drängeln, sondern anderen den Vortritt zu lassen. Kristel Köhler

Mk 9,38-41: Mann handelt im Namen Jesus

Lk 9,49-50

Johannes sagte zu Jesus: Lehrer, wir haben gesehen, wie jemand deinen Namen dazu benutzte, um Dämonen auszutreiben. Wir haben versucht, ihn daran zu hindern, weil er ja gar nicht mit uns geht. Haltet ihn nicht davon ab!, erwiderte Jesus. Mk 9:38‭-‬39‬

So ist das menschliche Herz der Jünger, dem unser Herz so ähnelt. Wie schwer fällt es oft, das Gute in anderen zu schätzen, zu loben, anzuerkennen! Aber gerade so denkt und handelt Jesus, ganz anders als die Jünger. Immer wieder finden wir im Evangelium den Kontrast zwischen der Denkweise der Jünger und Jesu Denkweise. Er urteilt anders, hat andere Kriterien. In diesem Fall freut er sich über diesen Menschen, der in seinem Namen auftritt. Er sieht und schätzt das Gute. Wie wichtig ist es, dass wir in unserem christlichen Leben unsere Kriterien, unsere Urteilsweisen immer wieder mit seinen Kriterien konfrontieren, mit der Bereitschaft, uns von Jesus herausfordern zu lassen und einiges an unserer Denkweise zu ändern. Lorli Pregel

Haltet ihn nicht davon ab!, erwiderte Jesus. Wer in meinem Namen Wunder vollbringt, kann nicht gleichzeitig schlecht von mir reden. Mk 9:39

Wer in Jesu Namen auftritt und Gutes tut, gehört zu ihm. Warum? Sein Name, Jesus bedeutet: Gott erlöst. Wer in seinem Namen wirkt und predigt, stellt nicht sich, sondern Gottes erlösende Kraft in den Mittelpunkt. Er strebt danach und wünscht sich, die Menschen mit dieser erlösenden Kraft Gottes in Berührung zu bringen. Ihm ist klar, dass nur die Kraft Gottes den Menschen innerlich erlösen kann. Wer diese Überzeugung im Herzen trägt und aus ihr lebt, gehört zu Jesus und wird nicht um seinen Lohn kommen. Lorli Pregel

Denn wer euch einen Becher Wasser in meinem Namen zu trinken gibt, weil ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage euch: Ihm wird sein Lohn nicht ausbleiben. Mk 9:41

Er erwähnt das, woran man nie einen Mangel hat, nämlich einen Becher frischen Wassers, wofür er auch seinen Lohn empfangen wird. Denn nicht der Wert des Gegebenen, sondern die Würde der Aufnehmenden und der Wille der Geber macht das Werk preiswürdig. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Mk 9,42-50: Jesus warnt vor Versuchungen

Mt 18,7-9

Wer aber einem der Kleinen, die an mich glauben, Anstoß zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde. Mk 9:42

Wie Jene, welche euch meinetwegen ehren, einen Lohn empfangen, so werden auch die Entehrenden, d.h. die Ärgernisgeber, die strengste Strafe erfahren. Von den uns bekannten Todesarten erwähnt er die schwerste, indem er von dem Mühlstein und der Versenkung spricht; und er sagt nicht: Ein Mühlstein soll an seinen Hals gebunden werden, sondern: Es wäre für ihn besser, wodurch er ausdrückt, daß ihn ein schwereres Übel erwarte. Kleine aber nennt er die an ihn Glaubenden, wie auch die, welche seinen Namen anrufen, wenn sie ihm auch nicht Nachfolgen, und auch die, welche einen Becher Wassers reichen und nichts Größeres tun. Er will aber, daß Keiner von diesen geärgert oder zu Grunde gerichtet werde; denn das heißt, sie von der Anrufung seines Namens abhalten. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Wenn dich deine Hand zur Sünde verführen will, hack sie ab! Es ist besser, du gehst verstümmelt ins ewige Leben, als dass du mit beiden Händen ins unauslöschliche Feuer der Hölle kommst. Mk 9:43

Um das Ziel zu erreichen, lohnt sich jedes Opfer. Die Hand steht für unsere Taten, der Fuss für unseren Wandel und das Auge für Dinge, die wir begehren. Das sind mögliche Gefahrenpunkte. Wenn wir hierin nicht hart bleiben, können sie uns ins ewige Verderben führen.

Und wenn deine Hand für dich ein Anstoß zur Sünde wird, so haue sie ab! Es ist besser für dich, dass du als Krüppel in das Leben eingehst, als dass du beide Hände hast und in die Hölle fährst, in das unauslöschliche Feuer, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. Mk 9:43-44

Unsere Hand nennt er nämlich den notwendigen Freund, dessen täglicher Hilfe wir bedürfen; wenn uns aber ein Solcher an der Seele beschädigen will, so sollen wir ihn von unserer Gesellschaft ausschließen, damit wir nicht, wie wir in diesem Leben an dem Verworfenen einen Anteil haben wollen, zugleich einst mit ihm zu Grunde gehen. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Nicht von dem wirklichen Wurme sagt er dieses, sondern er versteht darunter das Gewissen, welches die Seele nagt und quält, daß sie nichts Gutes getan. Denn Jeder wird sich selbst anklagen, und erwähnen, was er in diesem sterblichen Leben getan hat und so bleibt ihr Wurm in Ewigkeit. Wie aber der Wurm der innere anklagende Schmerz ist so ist das Feuer die äußerlich wütende Strafe. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Wenn dein Fuß dich auf Abwege führen will, dann hack ihn ab! […] Wenn dich dein Auge zu Fall bringen will, dann reiß es heraus. Mk 9:45;47

Denn jeder muss mit Feuer gesalzen werden, wie jedes Opfer mit Salz gesalzen wird. Mk 9:49

Das Feuer kann dabei zwei Bedeutungen haben: entweder spricht es von Verfolgungen, die den Glauben reinigen (1.Petrus 1,7). Man spricht dann davon, dass der Glaube geläutert wird. Die zweite Möglichkeit wäre, dass Jesus vom Heiligen sprach, der in der Apostelgeschichte als Feuer auf die Jünger kommen sollte. Zwischen beidem besteht kein Widerspruch, denn mit dem Heiligen Geist begannen auch Verfolgungen im Leben der Jünger und nur einer starb eines natürlichen Todes. So ist es wahr, dass jeder Gläubige mit Feuer gesalzen werden muss: wir alle brauchen den Heiligen Geist und das Feuer, das den Glauben reinigt. Pastor Storch

Das Salz ist etwas Gutes; wenn aber das Salz salzlos wird, womit wollt ihr es würzen? Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander! Mk 9:50

Salz galt in der Antike als etwas göttliches und besonders reines. Die Jünger sollten sich dieses Reine bewahren indem sie Frieden untereinander hielten. Die Christen verlieren jedes Mal etwas von ihrer Würzkraft wenn sie in weltliche Streitereien verfallen.  Pastor Storch

Gut ist das Salz, d.h. das Feuer der Liebe. Habt Salz in euch u.s.w. damit nämlich die Liebe zum Nächsten die Falschheit der Zurechtweisung zügle und das Salz der Gerechtigkeit die Liebe zum Nächsten würze. Thomas von Aquin (Goldene Kette)