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Markus Evangelium – Kapitel 1


(Mt 3,1-12; Lukas 3,1-18)

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Mk 1:1

Evangelium heißt gute Botschaft und bezieht sich eigentlich auf das Reich Gottes und auf die Nachlassung der Sünden. Denn das Evangelium ist es, wodurch die Erlösung der Gläubigen, und die Seligkeit der Heiligen bewirkt wurde. Goldene Perle

Wie geschrieben steht in den Propheten: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird. Mk 1:2

Die Stimme eines Rufenden ertönt in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade eben! Mk 1:3

Indem Markus sein Evangelium schreiben wollte, führte er entsprechend zuerst die Zeugnisse der Propheten an, um Allen das, was er schriebe, desto glaubwürdiger zu machen, je mehr er zeigte, daß dieses von den Propheten vorherverkündet wurde. Er macht aber die Pfade eben, indem er in der Seele durch das Wort der Predigt heilige Gedanken entzündet.

Unser Leben erfahren wir dann als lebenswert, wenn wir eine sinnvolle Aufgabe haben, wenn wir wissen wozu wir da sind, wozu unser Leben gut ist. Eine christliche Aufgabe ist es, Bote und Wegbereiter Jesu zu sein in unserer Zeit zu sein. Christ sein ist keine Fertigkeit, die biologisch weitergegeben wird. Jede Generation muss neu dafür gewonnen werden. Jesus braucht daher Wegbereiter und Boten, er braucht dich!

Die Welt braucht keine Angstmacher, sondern Hoffnungsboten. Peter Hahne

Jemand ruft in der Wüste: Macht den Weg frei für den Herrn! Räumt alle Hindernisse weg! Mk 1:3

Was sind unsere Hindernisse? Es sind letztlich die Hindernisse im eigenen Herzen. Folgen wir unserem Herrn, dann hilft er uns, unsere Egoismen zu besiegen, unsere Ansprüche einzuschränken und das, was uns bedrückt, zu bewältigen. Wie schon gestern benannt: das einzigste, was Gott von uns braucht ist unser ja. Erneuern und stärken wir in der dieser Adventszeit dieses Ja zu Gott und sagen nein zu allem, was uns von ihm wegzieht. Denn nur wenn wir unserem oft verhärteten Herzen entsagen, werden wir frei sein durch ihn, so dass neues Leben durch ihn in uns aufkeimt. Was für ein Geschenk! Die Antwort auf dieses Geschenk sind wir selbst: unsere Zeit, unser Gebet, unser Verbundensein mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht.

So begann Johannes in der Wüste, taufte und verkündigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Mk 1:4

Obschon die Johannestaufe nicht die Nachlassung der Sünden bewirkte, so leitete sie dennoch die Menschen zur Buße hin. Er predigte also seine Bußtaufe, aber diese Bußpredigt führte zur Vergebung der Sünden, gleichsam als würden die Bußfertigen, welche Christus aufnähmen, ihn zur Nachlassung der Sünden aufnehmen. Goldene Perle

Johannes rief den Leuten zu: Nach mir wird ein anderer kommen, der viel mächtiger ist als ich. Ich bin nicht einmal würdig, ihm die Schuhe auszuziehen. Mk 1:7

Christus kam vom Himmel auf unsere Erde, damit wir ihn sehen konnten. Johannes sagte, dass er es nicht wert sei, sich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Weil er demütig war, erkannte Johannes, wer er selbst war und wer Jesus war. Wir neigen dazu, uns selbst in Gedanken und Handlungen über andere zu erheben. Solange wir dies nicht erkennen, werden wir unseren Herrn nicht verstehen. Er hat sich selbst erniedrigt und unsere niedrige menschliche Natur angenommen, damit wir die Würde des Menschen und die Heiligkeit Gottes, der sich so erniedrigte, erkennen können. P. Roderick Ermatinger LC

Ich taufe euch mit Wasser, aber er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. Markus 1:8

Am Tag deiner Taufe hat Gott dich in seine Heiligkeit hineingezogen. Du wurdest als Sohn oder Tochter des himmlischen Vaters angenommen. Du wurdest in Christus eingegliedert. Durch die Taufe werden wir in den mystischen Leib Christi eingegliedert, wir sterben und auferstehen mit Ihm. Der sich aus der Taufe ergebende Auftrag besteht darin, auf Jesus zu hören, das heißt an Ihn zu glauben, Ihm fügsam zu folgen und seinen Willen, den Willen Gottes, zu tun.

Die Taufe ist der Anbeginn des geistlichen Lebens und das Tor zu den Sakramenten. Thomas von Aquin 

Mk 1,9-11: Die Taufe von Jesus

(Mt 3,13-17; Lukas 3,21-22)

Es geschah in jenen Tagen, dass Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ. Mk 1:9

Der Bericht von der Taufe Jesu zeigt den Weg der Erniedrigung und Demut, den der Sohn Gottes freiwillig gewählt hat, um dem Plan des Vaters zu folgen, um seinem Liebeswillen im Hinblick auf den Menschen in allem gehorsam zu sein, bis hin zum Kreuzesopfer. Erwachsen geworden, beginnt Jesus seine öffentliche Sendung, indem er sich zum Jordan begibt, um von Johannes eine Taufe der Buße und Umkehr zu empfangen. Es geschieht das, was in unseren Augen paradox erscheinen könnte. Braucht Jesus Buße und Umkehr? Sicherlich nicht. Und doch reiht sich gerade er, der ohne Sünde ist, unter die Sünder ein, um sich taufen zu lassen, um diese Geste der Buße zu vollbringen Jesus will sich auf die Seite der Sünder stellen, indem er mit ihnen solidarisch ist und die Nähe Gottes zum Ausdruck bringt. Jesus zeigt seine Solidarität mit uns, mit unserer Mühe, uns zu bekehren, unsere Egoismen hinter uns zu lassen, von unseren Sünden loszukommen, um uns zu sagen, daß er – wenn wir ihn in unser Leben aufnehmen – fähig ist, uns wieder aufzurichten und zur Höhe Gottes, des Vaters zu führen. Benedikt XVI

Die Taufe Jesu im Jordan ist eine Vorwegnahme seiner Bluttaufe am Kreuz

Die frühe Kirche nannte die Taufe „photismos = Erleuchtung“. In der Taufe kommen wir ins Licht. Da hellt sich unser Dasein auf. Wir bekommen neue Augen und erkennen die Wirklichkeit, wie sie wahrhaft ist, unsere eigene Wirklichkeit, aber auch die der Welt. Johann Baptist Metz, der politische Theologe, spricht von der Mystik der offenen Augen. Der indische Jesuit de Mello beschreibt einmal Mystik als Aufwachen zur Wirklichkeit. Lassen wir uns von Jesus unsere Augen öffnen, damit wir mit einem Blick der Liebe und der Hoffnung auf uns, auf unsere Mitmenschen und auf unsere Welt schauen. Wir können auf die Welt aber nur mit offenen Augen schauen, wenn wir daran glauben, dass die ganze Welt schon vom Licht Christi erleuchtet ist, das alles zu erhellen und zu heilen vermag. Anselm Grün

Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er den Himmel zerrissen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabsteigen. Mk 1:10

Der Heilige Geist kam aber, wie wir lesen, auf ihn herab, nicht als ob er damals zuerst sich mit ihm verbunden hätte; denn er war nie von ihm entfernt, sondern um auszudrücken, daß Christus, welcher von Johannes gepredigt wurde, wie mit dem Finger des Glaubens Allen gezeigt wurde. Goldene Perle

Und eine Stimme ertönte aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Mk 1:11

Dies ist die erste Begebenheit, wo wir die Dreieinheit Gottes offenbart sehen: Der Vater spricht aus dem Himmel, und der Heilige Geist kommt sichtbar auf den Mensch gewordenen Sohn Gottes herab. Wie bedeutungsvoll das Zeugnis des Vaters über Seinen geliebten Sohn ist, sehen wir daran, dass Er es zweimal gab – einmal am Anfang und einmal gegen Ende Seines Dienstes bei der Verklärung.

Was geschieht im Augenblick der Taufe Jesu durch Johannes? Angesichts dieser demütigen Geste der Liebe von seiten des Gottessohnes öffnet sich der Himmel, und der Heilige Geist offenbart sich sichtbar im Bild der Taube, während eine Stimme aus der Höhe das Wohlgefallen des Vaters zum Ausdruck bringt, der den eingeborenen, geliebten Sohn anerkennt. Es handelt sich um eine wirkliche Offenbarung der allerheiligsten Dreifaltigkeit, die die Gottheit Jesu bezeugt und daß er der verheißene Messias ist, von Gott gesandt, um sein Volk zu befreien, damit es gerettet wird. Benedikt XVI

Mk 1,12-13: Der Satan versucht Jesus

(Mt 4,1-11; Lk 4,1-13)

Und sogleich treibt ihn der Geist in die Wüste hinaus. Mk 1:12

Das Schlüsselwort „sogleich“ kommt ganze 43 mal vor (Vergleich: Mt 9x, Lk 10x, Joh 17x). Auf diese Weise bringt Markus das ständig eifernde und unermüdliche Dienen des Herrn zum Ausdruck. Es unterstreicht, dass die Zeit des Reiches Gottes angebrochen ist, dass Gott greifbar nah unter den Menschen ist. Das lässt keinen Aufschub zu. In diesem „Sogleich“ leben auch wir. Die Beziehung zu Gott im Gebet und anderen Hinwendungen sollte nie lang verschoben werden. Immer und in jeder Situation sollten wir uns sogleich an den Herrn wenden.

In der Bedrängnis wende dich sofort voll Vertrauen an Gott und du wirst gestärkt, erleuchtet und belehrt. Johannes vom Kreuz 

Darum aber zeigt er, daß er nicht einfach in die Wüste gegangen, sondern getrieben worden sei, damit du erkennest, es sei auf göttliche Anordnung geschehen. Dadurch zeigt er auch, daß der Mensch sich nicht selbst in die Versuchung stürzen solle, sondern daß die von einer anderen Macht gleichsam in die Versuchung Getriebenen Sieger bleiben. Goldene Perle

Er ging auch in die Wüste, um uns zu lehren, die Vergnügungen der Welt und die Gesellschaft der Schlechten zu verlassen, und in Allem den göttlichen Geboten zu dienen. Er wird allein vom Teufel versucht, um uns einzuschärfen, daß Alle, welche in Christo fromm leben wollen, Verfolgungen leiden. Goldene Perle

Und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde vom Satan versucht; und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.‭ Mk 1:13

Nach der Taufe wird Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Die Wüste ist ein Bild für das Ringen mit Gott. Kern aller Versuchungen ist das Beiseiteschieben Gottes. Die Quelle aller Versuchungen ist dabei das unbeständige Herz und das geringe Vertrauen zu Gott. Niemand ist zeitlebens vor Versuchungen sicher. Wir stehen immer wieder im Kampf zwischen Gut und Böse. Wir müssen uns stets aufs Neue entscheiden. Dem Bösen widersagen, sich hinkehren zum Guten, das vermögen wir nicht aus uns selbst. Das geht nur mit Gottes Hilfe. Darum antwortet Jesus auf jede Versuchung mit einem Wort Gottes.

Er wird aber nach vierzig Tagen und Nächten versucht, um anzuzeigen, dass, so lange wir in diesem Leben dem Herrn dienen, mag uns das Glück schmeicheln, was sich auf den Tag bezieht, oder das Unglück verfolgen, was die Nacht ausdrückt, der Widersacher in dieser ganzen Zeit gegenwärtig ist, welcher durch die Versuchung unseren Wandel zu hindern nicht ablässt. Denn vierzig Tage und Nächte bedeuten die ganze Zeit dieser Welt, weil die Welt, in welcher wir dem Herrn dienen, vierteilig ist, und es zehn Gebote gibt, durch deren Beobachtung wir gegen den Feind streiten, und viermal zehn vierzig gibt. Goldene Perle

Jede Versuchung stellt für dich eine Gelegenheit dar, richtig zu handeln. Handelst du richtig, wirst du ein wenig mehr wie Jesus, der selbst auch in Versuchung geführt worden ist. Gott bringt die Frucht des hl. Geistes (Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit ….) in deinem Leben hervor, indem er dir erlaubt, in Situationen zu geraten, in denen du in Versuchung kommst, genau das Gegenteil auszuleben (Haß, Traurigkeit, Unfrieden.. ..). Zum Beispiel lehrt Gott uns Liebe, indem er einige wenig liebenswerte Menschen in unser Umfeld stellt. Mittlerweile bin ich für diese Menschen sogar dankbar, sie sind für mich zu „Übungsplätzen der Liebe“ geworden.

Meine Versuchungen waren die Reifeprüfung meines Lebens. Luther

Nach der Taufe wurde Christus versucht. Dadurch zeigt er, dass uns nach unserer Taufe Versuchungen bevorstehen. Theophylactus

Mk 1, 14-15: Jesus predigt in Galiläa

(Mt 4,12-17; Lk 4,14-15; Joh 4,43-45)

Nachdem aber Johannes gefangen genommen worden war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes Mk 1:14

Da aber Johannes ausgeliefert war, fing der Herr mit Recht zu predigen an. Daher folgt: Und predigte das Evangelium u.s.w. Denn mit dem Aufhören des Gesetzes entsteht mit Recht das Evangelium. Goldene Perle

Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Mk 1,15

Tut Buße und glaubt an das Evangelium! Mk 1:15

Niemand ist sündenlos, niemand rein von Schmutz, außer jenem allein, der um unseretwillen arm geworden ist, da er reich war. Ohne Sünde ist er allein, der die Sünde der Welt hinwegnimmt, der will, dass alle Menschen selig werden, der nicht den Tod der Sünder will: der Menschenfreund, der überaus Mildreiche, Barmherzige, Gute, die Seelen Liebende, Allmächtige, der Heiland aller Menschen, der alle zur Buße ruft und niemand zurückstößt. Auch wir dürfen also nicht an unserem Heil verzweifeln. Haben wir gesündigt, so bekehren wir uns! Haben wir uns tausend Mal versündigt, dann bekehren wir uns tausend Mal! Über jedes gute Werk freut sich Gott, doch ganz besonders über eine büßende Seele. Ephräm der Syrer

Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschen­fischern machen! Mk 1:17

Wunderbar ist aber dieser Fischfang; denn wenn die Fische gefangen werden, sterben sie bald, während die Menschen, wenn sie durch das Wort der Predigt gefangen werden, vielmehr lebendig werden. Es werden aber Fischer und Ungebildete zur Predigt ausgesendet, damit man einsähe, daß der Glaube der Christen nicht in der Beredsamkeit und Gelehrsamkeit, sondern in der Kraft Gottes ruhe. Goldene Perle

Da verließen sie sogleich ihre Netze und folgten ihm nach. Mk 1:18

Und die Männer folgen Ihm „sogleich“! Was für eine Selbstverleugnung, aber auch was für ein Glaube! Mit Recht konnte Petrus später sagen: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt“, aber ebenso: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist“ (Mk 10,28; Joh 6,68.69). Hat der Herr Jesus, der demütige Diener Gottes diese Anziehungskraft auch für uns? Arend Remmers

Es war ein göttlicher und zugleich menschlicher Dialog, der das Leben des Johannes und des Andreas, des Petrus, Jakobus und so vieler anderer umwandelte, ein Dialog, der die Herzen darauf vorbereitete, das gebietende Wort aufzunehmen, das Jesus am Galiläischen See an sie richtete. Josemaria

Der Anruf Jesu erfolgt plötzlich und hat einen überraschend unbedingten Charakter: Auf, mir nach! ist ein Befehl, dem man sich kaum entziehen kann. Daran wird prototypisch die Radikalität der durch den Ruf Jesu erfolgten Lebenswende verdeutlicht. Sie sind die ersten, die Jesu Botschaft vom nahe gekommenen Königreich Gottes glauben, indem sie ihr Denken und Handeln ganz auf diese Botschaft ausrichten und auf den, der sie übermittelt, Jesus.

Der Aufruf zur Nachfolge durch Jesus ist im Evangelium häufiger zu finden. Diese Nachfolge beinhaltet die Bindung an seine Person. Unsere Antwort darauf ist nicht nur ein gesprochenes Bekenntnis, sondern das Tun. Es ist allerdings kein Tun und Machen im Sinne eines „Dies oder jenes sollst du tun“, sondern es ist ein Tun und Handeln aus der Mitte Jesus heraus. Darum sagt Jesus: Bleibt in mir, so bleibe ich in euch. Durch dieses Bleiben in Jesus ist das Reich Gottes in und unter uns. Das ist die frohe Botschaft, die unser Herz erfüllt und uns voller Zuversicht in die Welt hinaus gehen lässt. Diesen Gedanken möchte ich dir diese Woche mitgeben: bei all deinem Tun in deinem Alltag, achte stets darauf, in Jesus zu bleiben und aus ihm heraus zu tun und zu wirken. Vor allem kurze, spontane Erhebungen des Herzens, sog. Stoßgebete, sind dafür sehr gut geeignet. Ein kurzes „Jesus hilf“ oder „Heiliger Geist komm“ oder „Gelobt sei Gott“ leise hier und da gesprochen, stärkt unsere Bindung an Gott und trägt uns durch den Tag.

Und sogleich berief er sie; und sie ließen ihren Vater Zebedäus samt den Tagelöhnern im Schiff und folgten ihm nach. Mk 1:20

Sie verließen aber den Vater, weil er sie in der Nachfolge Christi gehindert hätte. So verlaß auch du, wenn du von den Eltern gehindert wirst, dieselben und nähere dich Gott. Goldene Perle

Sie verließen alles. Die Antwort der Apostel war heroisch. Sie folgten sofort, voll Freude und mit ganzem Herzen. Wie ist meine Einstellung zu Gottes Willen in meinem Leben? Er teilt mir seinen Willen durch die Gebote und Gesetze der Kirche sowie durch die Anweisungen meiner Eltern und Vorgesetzten mit. Antworte ich selbstlos? Oder überlege ich erst was es mich kostet und lehne erst einmal ab, bevor ich ihm folge? „Was springt für mich dabei heraus?“ Ich erreiche die ewige Herrlichkeit nur, wenn ich ihm großzügig folge.

Mk 1,16-20: Die ersten Jünger

(Mt 4,18-22)

Mk 1, 21-28: Jesus lehrt mit Vollmacht

(Lk 4,31-37)

Er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat. Mk 1:22

Die göttliche Autorität ist keine Naturgewalt. Sie ist die Macht der Liebe Gottes, der das Universum schafft, im eingeborenen Sohn Mensch wird, in unser Menschsein herabkommt und so die durch die Sünde verdorbene Welt heilt. Romano Guardini schreibt: »Jesu ganzes Dasein ist Übersetzung der Macht in Demut […]; es ist die Hoheit, die sich in die Gestalt des Knechts erniedrigt« Für den Menschen bedeutet Autorität oft Besitz, Macht, Herrschaft, Erfolg. Für Gott dagegen bedeutet Autorität Dienen, Demut, Liebe; sie bedeutet, in die Logik Jesu einzutreten, der sich herabbeugt, um die Füße der Jünger zu waschen, der das wahre Wohl des Menschen sucht, der die Wunden heilt, der einer so großen Liebe fähig ist, daß er sein Leben hingibt, da er die Liebe ist. Benedikt XVI

Es ist notwendig, daß wir in Wahrheit mit dem Licht des Glaubens sehen und erkennen, daß Gott die höchste und ewige Liebe ist und nichts anderes als unser Heil wollen kann. Katharina von Siena.

Jesus befahl dem bösen Geist: Schweig und verlass diesen Menschen! Mk 1:25

Jesus begegnet einem Mann, der von einem unreinen Geist geplagt wurde. Mit unreinen, bösen Geistern haben auch wir heute zu kämpfen. Die Liste dazu ist lang: Ängste, Zwänge, eine Sucht, Gier, ein übertriebener Perfektionismus, Geldtungsdrang, Minderwertigkeitskomplexe, Ungeduld, Zorn, Rechthaberei, Arroganz, Groll, Bitterkeit, Habsucht, ständiges Murren und alles negativ sehen, schlecht über andere reden.  All dies kann uns gefangen nehmen, ja regelrecht versklaven. Jesus nun befreit den Mann von dem unreinen Geist. Er spricht: Schweig und verlass diesen Menschen. Jesus will den Menschen befreien. Er besitzt die Kraft und Macht Gottes. In ihm ist in Wort und Tat Gott selbst am Werk. In ihm geht Gott auf den Menschen zu, der sich in Not und Bedrängnis befindet. In ihm zeigt sich Gott mit seiner heilenden Kraft. Er hilft, zu sich selbst zu finden, zum Einklang mit sich selbst und mit Gott zu kommen. Jesus will die Menschen zur Freiheit und zum Frieden führen. Diesen Gedanken möchte ich dir für diese Woche mitgeben: Wenn dich  ein unreiner Geist befällt, und sei dir gewiss, sie befallen dich täglich, dann sprich: Im Namen Jesus : schweig! Es wird wohl kein Tag vergehen, wo uns nicht einer oder mehrer dieser Geister heimsuchen. In der Kraft Jesu Christi aber können wir sie zähmen, so dass wir nicht von ihnen versklavt werden, sondern vielmehr an ihnen wachsen.

Mit Vollmacht gebietet er auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm! Mk 1:27

Herr, ich kann mich dieser Gedanken oft nicht erwehren. Sie sind so unbewusst und wollen auch verdeckt bleiben, da sie dem Licht der Wahrheit nicht standhalten können. Komm mir zu Hilfe! Offenbare mir, welche Lügen sich in meinem Leben über dich und über mich selbst verbreitet haben. Denn dann kannst du auch mit deiner göttlichen Vollmacht sprechen: „Schweig und verlass ihn (sie)! Johanna Siemens

Mk 1,29-35: Heilung Schwiegermutter Petrus  

(Mt 8,14-17; Lk 4,38-41)

Sogleich verließen sie die Synagoge und gingen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Mk 1:29

In diesem Ereignis zeichnet sich symbolisch die ganze Sendung Jesu ab. Jesus, der vom Vater kommt, begibt sich in das Haus der Menschheit, auf unsere Erde, und steht einer kranken, einer fieberkranken Menschheit gegenüber, die am Fieber der Ideologien, der Gottvergessenheit erkrankt ist. Der Herr reicht uns seine Hand, richtet uns auf und heilt uns. Und er tut dies in allen Jahrhunderten. Er nimmt uns durch sein Wort an der Hand und löst so die Nebel der Ideologien auf. Er nimmt uns in den Sakramenten an der Hand, im Sakrament der Versöhnung heilt er uns durch die Lossprechung vom Fieber unserer Leidenschaften und unserer Sünden. Er gibt uns die Fähigkeit, aufzustehen und aufrecht vor Gott und den Menschen zu stehen. Es begegnet uns der Herr, nimmt uns an der Hand, richtet uns auf und heilt uns immer wieder mit der Gabe seines Wortes, der Gabe seiner selbst. Benedikt XVI

Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett, und man bat Jesus, ihr zu helfen. Mk 1:30

An der Begebenheit mit der Schwiegermutter des Petrus lernen wir, wie wir für andere bitten sollen. Drei einfache Prinzipien wirksamer Fürbitte. 1. Jesus ins eigene Haus einladen. Es geht um eine persönliche, freundschaftliche Beziehung zu Jesus. Er soll Gast sein im Haus meiner Seele und den Ehrenplatz für liebe Gäste bekommen. 2. Wahrnehmen, wie es den anderen geht. Wer in meiner Umgebung braucht Gott heute besonders? 3. Mit Jesus über diese Menschen und ihre Not sprechen. Dorit Wilke-Lopez

Habe ich Jesus wirklich schon mit in mein inneres Haus genommen? Sorge ich in Gastfreundschaft für ihn, so wie die Schwiegermutter des Petrus? Wie aufmerksam bin ich gegenüber den Menschen in meiner Umgebung? Für wen soll ich heute beten? Am besten mit Jesus besprechen…

Er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie sogleich, und sie diente ihnen. Mk 1:31

Das Fieber ist ein Bild der Unruhe und Erregung, ja der Überhitzung des Fleisches. Dadurch wird der Mensch unfähig zum Dienst für den Herrn. Doch Dieser ergreift die kranke, daniederliegende Frau bei der Hand und richtet sie auf. Sogleich verlässt das Fieber sie, so dass sie den in das Haus gekommenen Gästen dienen kann. Arend Remmers

Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachten sie alle Kranken und Besessenen zu ihm. Mk 1:32

Weil die Leute dachten, daß es niemandem erlaubt sei, am Sabbat zu heilen, warteten sie den Sonnenuntergang ab, um ihre Kranken zu Jesus zu bringen. Theophylactus

Er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn. Mk 1:34

Jesus läßt keine Zweifel: Gott – dessen Antlitz er selbst uns offenbart hat – ist der Gott des Lebens, der uns von allem Bösen befreit. Die Zeichen dieser seiner Macht der Liebe sind die Heilungen, die er vollbringt: er zeigt so, daß das Reich Gottes nahe ist, indem er Männer und Frauen ihre volle Unversehrtheit im Geist und im Leib zurückerstattet. Ich sage, daß diese Heilungen Zeichen sind: sie führen hin zur Botschaft Christi, sie führen uns hin zu Gott und lassen uns verstehen, daß die wahre und schlimmste Krankheit des Menschen die Abwesenheit Gottes ist, des Quells der Wahrheit und der Liebe. Und allein die Versöhnung mit Gott kann uns die wahre Heilung, das wahre Leben schenken, denn ein Leben ohne Liebe und ohne Wahrheit wäre kein Leben. Das Reich Gottes ist nämlich die Gegenwart von Wahrheit und Liebe, und so ist es Heilung in der Tiefe unseres Seins. Auf diese Weise verstehen wir, daß seine Verkündigung und die von ihm vollbrachten Heilungen stets eng miteinander verbunden sind: sie bilden eine einzige Botschaft der Hoffnung und des Heils. Benedikt XVI

Er ließ aber darum die Teufel nicht reden, um uns zu zeigen, daß wir ihnen nicht glauben sollen, selbst wenn sie Wahrheit redeten. Denn wenn sie Einige finden, welche ihnen glauben, so verbinden sie Lüge mit Wahrheit. Goldene Perle

Am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete dort. Mk 1:35

Jesus war selbst ein Beter. Wie viel Gebet hinter all dem steckte, was er tat, sagte und bis zum Kreuzestod durchlitt, merkt man erst beim genauen Lesen der Evangelien. Gebet war die Kommunikation mit seinem geliebten Vater, die Quelle der Inspiration, der Kraft, Weisung und Weisheit. Es war der Ausdruck seiner kompletten Abhängigkeit vom Vater und dem Heiligen Geist. Jesus nahm sich zwar spezielle Zeiten des Gebets, aber darüber hinaus spürt man, dass er betend lebte. Er war ein Beter im wahrsten Sinne des Wortes. Und wir nennen ihn unser Vorbild! Helmut Kühn

Wir müssen wieder etwas von dem verwirklichen, was kontemplative Haltung heißt. Überall ist Aktion, überall Organisation und Betrieb, von woher werden sie aber gelenkt? Von einem Innern, das bei sich selbst nicht zu Hause ist, dass keinen Kontakt mit der Wahrheit, mit der Mitte des Lebens, mit dem Wesentlichen und Bleibenden mehr hat, sondern irgendwo im Vorläufigen und Zufälligen herumtreibt. So muss die Tiefe des Menschen wieder erwachen. In seinem Leben muss es wieder Zeiten, in seinem Tag Augenblicke geben, in denen er still wird, sich sammelt und sich mit offenem Herzen eine der Fragen vorlegt, die ihn am Tag berührt haben. Mit einem Wort: er muss wieder meditieren und beten. Wie er das tun soll, kann man nicht allgemein sagen. Auf jeden Fall muss er sich aus der Hetze herausholen; still und anwesend werden; sich dem Wort öffnen. Romano Guardini

Dadurch lehrte er uns, nichts des Scheines wegen zu tun, sondern wenn wir etwas Gutes tun, es nicht bekannt zu machen. Es folgt: Und er betete daselbst. Nicht als ob er des Gebetes bedürfte; denn er war es, welcher die Gebete des Menschen aufnahm, sondern dieses tat er wegen der Erlösung und wurde uns das Vorbild zum guten Wandel. Goldene Perle

Mk 1,35-39: Jesus predigt in Galiläa

(Mt 4,23-25; Lk 4,42-44)

Jedermann sucht dich! Mk 1:37

Wer Jesus kennt, wer ihm persönlich begegnet ist, ist fasziniert, angezogen von so viel Güte, von so viel Wahrheit, von so viel Schönheit, und dies alles in großer Demut und Einfachheit. Jesus suchen, Jesus begegnen: das ist der große Schatz! Wie viele Menschen, wie viele heilige Männer und Frauen haben offenen Herzens das Evangelium gelesen und wurden derart von Jesus ergriffen, dass sie sich zu ihm bekehrt haben! Franziskus

Lasst uns in die umliegenden Orte gehen, damit ich auch dort verkündige; denn dazu bin ich gekommen! Mk 1:38

Damit zeigt er das Geheimnis der Entäußerung, d.h. der Menschwerdung, und die Herrschaft seiner Gottheit, indem er nämlich sagt, daß er freiwillig in die Welt gekommen sei. Goldene Perle

Die Apostel sagen zu Jesus: Komm zurück, alle suchen dich. Und er sagt: Nein, ich muß in die anderen Orte gehen, um Gott zu verkünden und um die Dämonen, die Kräfte des Bösen, zu vertreiben; dazu bin ich gekommen. Jesus ist nicht gekommen, um die Annehmlichkeiten des Lebens zu bringen, sondern er ist gekommen um die entscheidende Voraussetzung unserer Würde zu bringen, um uns Gott zu verkünden, die Gegenwart Gottes, und so die Kräfte des Bösen zu besiegen. Benedikt XVI

Die Verkündigung hat immer die Dynamik des Aufbruchs und der Gabe, des Herausgehens aus sich selbst, des Unterwegsseins und des immer neuen und immer weiteren Aussäens

Mk 1,40-45: Jesus heilt einen Aussätzigen

Mt 8,1-4; Lk 5,12-16

Es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen! Mk 1:40

Er fiel auf sein Angesicht, was ein Zeichen der Demut und der Scham ist, damit Jeder über die Makeln seines Lebens erröte, aber er unterdrückte aus Scham das Bekenntnis nicht. Er zeigte die Wunde und begehrte Hilfe; und das Bekenntnis selbst ist voll von Tugend und Glauben. Er sagt: Wenn du willst, kannst du. Er setzte in den Willen des Herrn die Macht. — Denn er sagt nicht128: Wenn du Gott bittest, sondern: Wenn du willst, indem er ihn für Gott hielt. — An dem Willen des Herrn aber zweifelte er nichts gleichsam aus Unglauben an seinem Willen, sondern gleichsam seiner Nichtigkeit bewußt, war er nicht vermessen. Goldene Perle

Während Jesus predigend durch die Dörfer Galiläas wanderte, kam ihm ein Aussätziger entgegen und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, daß ich rein werde! Jesus weicht nicht vor dem Kontakt mit jenem Menschen zurück, gedrängt von tiefer Anteilnahme an seinem Zustand streckt er ihm vielmehr die Hand entgegen, berührt ihn – womit er das gesetzliche Gebot übertritt – und sagt zu ihm: »Ich will es – werde rein!« In jener Geste und in jenen Worten Christi ist die ganze Heilsgeschichte gegenwärtig, es ist der Wille Gottes verkörpert, uns zu heilen, uns vom Bösen zu reinigen, das uns entstellt und unsere Beziehungen zugrunde richtet. In dieser  Berührung zwischen der Hand Jesu und dem Aussätzigen wird jede Schranke zwischen Gott und der menschlichen Unreinheit, zwischen dem Heiligen und seinem Gegenteil niedergerissen, gewiß nicht, um das Böse und seine negative Kraft zu leugnen, sondern um zu beweisen, daß die Liebe Gottes stärker ist als alles Böse, auch das ansteckendste und schrecklichste. Jesus hat unsere Gebrechen auf sich genommen, er ist zum »Aussätzigen« geworden, damit wir gereinigt werden. Benedikt XVI

Jesus aber, innerlich bewegt, streckte die Hand aus, rührte ihn an und spricht zu ihm: Ich will; sei gereinigt. Mk 1:41

Als wahrer Diener Gottes handelt Jesus jedoch nicht nur in äußerlichem Gehorsam und äußerlicher Machtausübung, sondern Er ist innerlich bewegt. Sein Herz, ja Sein ganzes Inneres, war angesichts des Elends, das durch die Sünde hervorgerufen wurde, zutiefst ergriffen und bewegt. Seine Heilungswunder und sonstigen Wohltaten waren nie bloße Erweisungen der Macht Gottes, sondern offenbarten zugleich immer das herzliche Mitleid und Erbarmen eines vollkommenen Dieners. Arend Remmers

Ohne Nähe kann es keine Gemeinschaft geben; man kann nicht Frieden schließen ohne Nähe; man kann nicht Gutes tun, ohne sich zu nähern. Jesus hätte einfach zum Aussätzigen sagen können: Sei geheilt! Nein, er hat sich ihm genähert und ihn berührt. Mehr noch, in dem Augenblick, in dem Jesus den Aussätzigen berührte, wurde er selbst unrein. Und das ist das Geheimnis Jesu: Er nimmt unseren Schmutz, unsere Unreinheiten auf sich. Paulus hat es gut ausgedrückt: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich“ (Phil 2,6f). Und Paulus geht noch weiter und sagt: Er ist zur Sünde geworden (vgl. 2 Kor 5,21; Gal 3,13). Jesus ist zur Sünde geworden. Jesus hat sich ausgeschlossen, er hat die Unreinheit auf sich genommen, um sich uns zu nähern. Papst Franziskus

Und während er redete, wich der Aussatz sogleich von ihm, und er wurde rein. Mk 1:42

Und als er dieses gesprochen, verließ ihn sogleich der Aussatz. Denn nichts steht zwischen dem Werke und dem Befehl Gottes in der Mitte132; denn in dem Befehle ist das Werk. Er sprach nämlich und es wurde. Goldene Perle