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Matthäus Evangelium – Kapitel 4

Mt 4,1-11: Versuchung Jesu

Mk 1,12-13, Lk 4, 1-13

Wie triumphierte der Herr? Der Mensch Christus Jesus besiegte den Feind einfach durch das Wort Gottes, nicht als der allmächtige Gott, sondern als der demütige, abhängige und gehorsame Mensch. Ein Mensch wurde in die Gegenwart des Teufels gestellt und besiegte diesen vollständig, nicht durch die Entfaltung göttlicher Macht, auch nicht mit irgendeiner anderen Waffe, sondern einfach durch das Wort Gottes, das in seinem Herzen und in seinem Mund war.

Danach wurde Jesus vom Geist Gottes in die Wüste geführt, wo er den Versuchungen des Teufels ausgesetzt sein sollte. Mt 4:1

Nach der Taufe wird Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Die Wüste ist ein Bild für das Ringen mit Gott. Kern aller Versuchungen ist das Beiseiteschieben Gottes. Die Quelle aller Versuchungen ist dabei das unbeständige Herz und das geringe Vertrauen zu Gott. Niemand ist zeitlebens vor Versuchungen sicher. Wir stehen immer wieder im Kampf zwischen Gut und Böse. Wir müssen uns stets aufs Neue entscheiden. Dem Bösen widersagen, sich hinkehren zum Guten, das vermögen wir nicht aus uns selbst. Das geht nur mit Gottes Hilfe. Darum antwortet Jesus auf jede Versuchung mit einem Wort Gottes.

Jede Versuchung stellt für dich eine Gelegenheit dar, richtig zu handeln. Handelst du richtig, wirst du ein wenig mehr wie Jesus, der selbst auch in Versuchung geführt worden ist. Gott bringt die Frucht des hl. Geistes (Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit ….) in deinem Leben hervor, indem er dir erlaubt, in Situationen zu geraten, in denen du in Versuchung kommst, genau das Gegenteil auszuleben (Haß, Traurigkeit, Unfrieden.. ..). Zum Beispiel lehrt Gott uns Liebe, indem er einige wenig liebenswerte Menschen in unser Umfeld stellt. Mittlerweile bin ich für diese Menschen sogar dankbar, sie sind für mich zu Übungsplätzen der Liebe geworden.

Meine Versuchungen waren die Reifeprüfung meines Lebens. Luther

Nach der Taufe wurde Christus versucht. Dadurch zeigt er, dass uns nach unserer Taufe Versuchungen bevorstehen. Theophylactus

Wenn du Gottes Sohn bist, dann befiehl doch, dass diese Steine zu Brot werden! Mt 4:2-3

Der Mensch lebt nicht allein von Brot, sondern von allem, was Gott ihm zusagt! Mt 4:4

Die erste Versuchung besteht darin, aus Steinen Brot zu machen. Es ist die Versuchung, alles für uns nutzbar zu machen. Alles muss uns dienen. Das bezieht sich nicht nur auf das Essen, sondern auch auf unsere Beziehungen. Auch diese sollen oft etwas bringen. Und in unserer Beziehung zu Gott, neigen wir dazu, ihn für uns zu benutzen. Alles muss etwas bringen, selbst das Gebet. Wir erwarten von ihm, dass er uns Wohlbefinden vermittle. Gott dient dann uns, anstatt dass wir ihm dienen. Jesus verweist in seiner Antwort auf den wahren Grund, aus dem wir leben: auf das Wort Gottes, das uns wahrhaft nährt. Über dieses Wort können wir nicht verfügen, sondern es spricht uns von außen an, damit wir ihm gehorchen und ihm dienen.

Wenn du Gottes Sohn bist, dann spring hinunter, in der Schrift steht doch: Gott wird dir seine Engel schicken. Sie werden dich auf Händen tragen, so dass du dich nicht einmal an einem Stein stoßen wirst! Mt 4, 5-6

Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern! Mt 4:7

Es ist die Gefahr, dass wir unsere Fähigkeiten nur dazu gebrauchen, um vor anderen gut dazustehen, andere zu übertreffen, sie in den Schatten zu stellen, indem wir uns selbst im Rampenlicht sonnen. Es ist die Versuchung, sich selbst interessant zu machen und sich über die anderen zu stellen, sich durch ein spektakuläres Wunder groß hervor zu heben. Innerlich stehen wir ständig auf der Bühne und überlegen uns, wie wir am meisten beklatscht werden könnten. Es geht aber nicht darum, sich die Gunst der Menschen zu verschaffen. Wir dürfen Gott nicht missbrauchen um das eigene Selbstwertgefühl zu steigern. Es ist der Hochmut, durch die man in die Tiefe hinabstürzt. Wir sollen Gott nicht prüfen, indem wir ihn in unsere eigenen Vorstellungen pressen. Wir sollen Gott Gott sein lassen und ihm dienen.

Schließlich führte ihn der Teufel auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer ganzen Pracht. Das alles gebe ich dir, wenn du vor mir niederfällst und mich anbetest, sagte er. Mt 4:8-9

Weg mit dir, Satan, denn es heißt in der Schrift: Bete allein den Herrn, deinen Gott, an und diene nur ihm! Mt 4:10

Sie ist die radikalste Versuchung. Der Satan bietet Jesus alle Reiche der Welt an, alle Herrlichkeit und Herrschaft, wenn er niederfällt vor ihm und ihn anbetet. Jesus wehrte die Versuchung der Macht ab, indem er auf die Anbetung Gottes verweist. Nicht Macht und Geld sollen wir anbeten, sondern Gott, ihn allein. Alles andere ist Götzendienst. Nur wenn wir vor Gott niederfallen, werden wir wahrhaft Mensch, erweisen wir uns als wahre Söhne und wahre Töchter Gottes.

Mt 4,12-25: Erstes Auftreten Jesu

Mk 1,14-20; Lk 4,14-15; Joh 4,43-45

Als Jesus aber am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas; die warfen das Netz in den See, denn sie waren Fischer. Mt 4:18

Und er spricht zu ihnen: Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschen­fischern machen! Mt 4:19

Folgt mir nach. Nicht sowohl mit den Füßen, als im Willen und durch Nachahmung: Und ich will euch zu Menschenfischern machen. D. h. zu Lehrern, so daß ihr mit dem Netz des Wortes Gottes die Menschen von der stürmischen und gefahrvollen Welt abzieht, wo die Menschen nicht wandeln, sondern gezogen werden, weil sie der Teufel durch das Vergnügen zur Sünde hinzieht, wo sich die Menschen gegenseitig aufzehren, wie die stärkeren Fische die kleineren verschlingen, daß sie auf das Land herausgezogen, als Glieder des Leibes Christi, wandeln.

Das ist der Kern einer christozentrischen Spiritualität: Jesus kennen und lieben lernen und Gottes Liebe weitergeben. Der Anruf Jesu erfolgt plötzlich und hat einen überraschend unbedingten Charakter: Auf, mir nach! ist ein Befehl, dem man sich kaum entziehen kann. Daran wird prototypisch die Radikalität der durch den Ruf Jesu erfolgten Lebenswende verdeutlicht.

Es war ein göttlicher und zugleich menschlicher Dialog, der das Leben des Johannes und des Andreas, des Petrus, Jakobus und so vieler anderer umwandelte, ein Dialog, der die Herzen darauf vorbereitete, das gebietende Wort aufzunehmen, das Jesus am Galiläischen See an sie richtete. Josemaria

Da verließen sie sogleich die Netze und folgten ihm nach. Mt 4:20

Und als er von dort weiterging, sah er in einem Schiff zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und dessen Bruder Johannes, mit ihrem Vater Zebedäus ihre Netze flicken; und er berief sie. Mt 4:21

Da verließen sie sogleich das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach. Mt 4:22

Denn dreierlei muß der verlassen, welcher zu Christus kommt, die fleischlichen Handlungen, welche durch das Fischernetz bezeichnet werden; das zeitliche Vermögen, das durch das Schiff; und die Eltern, die durch den Vater ausgedrückt werden.

Wahrlich, wenn der Herr in dein Leben kommt, ist das alles andere als langweilig, nicht im Sinne großer Erscheinungen oder überhöhten Adrenalin-Erlebnissen, sondern im Erscheinen und Wirken in unserem Kleinen des Alltags. Ja: Gott kommt in jedem Augenblick. Schärfe deinen Sinn, dieses stete Kommen Gottes in dein Leben wieder ganz neu wahr zu nehmen. Dieses Kommen Gottes ist stets ein Abenteuer, ein andauernder Advent. Der Herr fordert dich immer neu, mit ihm zu kommen.

Jesus heilte sie alle. Mt 4:23

Jesus predigt mit mehr als nur Worten. Unser Herr Jesus ging umher und tat nur Gutes: er heilte Kranke, tröstete die Einsamen, vergab den Sündern und predigte das Evangelium. Unser Glaube sagt uns dies, und wir sehen es vor unseren Augen, wenn wir das Evangelium lesen. Aber begegnen wir dem Herrn wirklich wie jene, die seinen Weg vor 2000 Jahren kreuzten? Ich kann diese Frage beantworten, wenn ich mein Leben betrachte: Lebe ich mehr und mehr wie Christus oder nicht? Schätze ich alles Gute, das Christus in meinem Leben getan hat und danke ich ihm dafür? Will ich von ganzem Herzen immer mit Christus zusammen sein, auf der Erde wie im Himmel? Wo mein Herz ist, da ist auch mein Schatz. Wie Christus bin ich berufen, mit mehr als nur Worten zu predigen.