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Matthäus Evangelium Kapitel 24

Mt 24,1-25: Über die Zukunft der Welt

Mk 13,1-23; Lk 21,5-24

Und Jesus trat hinaus und ging vom Tempel hinweg. Und seine Jünger kamen herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen. Jesus aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht abgebrochen wird! Mt 24:1‭-‬2

Der Tempel in Jerusalem wurde zerstört. Der Tempel seines Leibes dagegen konnte nicht zerstört werden. Immer wieder versuchten sie Jesus zu töten, doch erst als die Stunde gekommen war, erlaubte Er ihnen, den Tempel seines Leibes abzubrechen. Jesus ist nun der neue Tempel. Die Zeit des steinernen Tempels ist vorbei, mit Jesu Kreuzestod wird der alte Tempel abgebrochen: Ein neuer Kult kommt in einem nicht von Menschen gebauten Tempel. Dieser Tempel ist sein Leib, der Auferstandene, der die Völker sammelt und im Sakrament seines Leibes und Blutes eint. Er selbst ist der neue Tempel der Menschheit.

Gebt Acht, dass euch niemand irreführt!, erwiderte Jesus. Mt 24:4

Jesus kündigt harte Zeiten an und gibt uns leitende Hinweise: Lasst euch nicht irreführen! Zwei Formen der Irreführung bedrohen uns. Die einen sagen: Alles halb so schlimm! Die Krise ist überstanden! Lauft ihnen nicht nach! warnt Jesus. Sie sagen nur die halbe Wahrheit. Die Lage ist viel ernster als sie zugeben. Die Anderen sehen nur Katastrophen und Niedergang. Sie übersehen, dass immer auch das Gute wächst, dass es neben Abbrüchen auch Aufbrüche gibt, neben dem, was wirklich untergeht auch vieles, das hoffnungsvoll neu entsteht. Kardinal Schönborn

Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; habt acht, erschreckt nicht; denn dies alles muss geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Mt 24:6

Lasst euch nicht erschrecken! Nur wer in falschen Sicherheiten lebt, wird von Krisen umgeworfen. Die Bibel warnt oft davor, sich in Sicherheit zu wiegen. Die Lebenserfahrung bestätigt das. Alles kann sich ändern, blitzschnell, von einem Tag auf den anderen. Plötzlich eine Krebserkrankung oder ein Unfall, eine Beziehungskrise u.a. Alles sieht mit einem Mal anders aus. Niemand ist vor solchem Umsturz sicher. Deshalb müssen wir noch nicht in Dauerangst leben. Aber es ist gut, für jeden guten Tag dankbar zu sein und zu wissen: es ist nicht selbstverständlich! Kardinal Schönborn

Der Herr verkündet die Leiden, welche dem Untergang der Welt vorhergehen, damit die kommenden umso weniger erschrecken, als man sie vorherwußte. Denn weniger verwunden die Leiden, welche man vorhersieht. Thomas von Aquin (Goldene Kette)

Es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen. Mt 24:7

Jesus kündigt schwere Zeiten an. Und doch macht er keine Zukunftsangst. Seine Hilfe wird in aller Bedrängnis bei uns bleiben. An uns liegt es, standhaft zu bleiben. Und auf Gott zu vertrauen. Jesus, der das alles zu uns sagt, ist größer als die ganze Welt. Wenn wir uns das bewusst machen, dann spüren wir: Wie klein sind doch unsere Sorgen und Ängste. In unserer Ohnmacht können wir uns an ihn wenden. Bei ihm finden wir Zuflucht. Er steht uns bei und stärkt unsere Hoffnung, damit wir uns nicht irre machen lassen, sondern unbeirrt weiter auf dem Weg der Nachfolge gehen. Denn er ist bei uns alle Tage, bis zum Ende der Welt.

Die schrecklichen Bilder werden nicht deshalb gezeichnet, um uns zu entmutigen, sondern um uns im Vertrauen auf Gott und seine Fürsprache im Glauben zu stärken.

Dann wird man euch der Drangsal preisgeben und euch töten; und ihr werdet gehasst sein von allen Heidenvölkern um meines Namens willen. Mt 24:9

Die letzte Antwort auf die Frage nach dem Menschen und seiner Zukunft am Ende der Welt ist Jesus Christus selbst. Er, Jesus, hat sein ganzes Vertrauen auf den Vater gesetzt. In dessen Hände hat er sein Leben gelegt. In aller Anfechtung und in aller Angst vor dem Leiden und dem eigenen Tod ist er diesem Gott, sich selbst und seinem Auftrag treu geblieben. Und Gott hat ihn nicht enttäuscht. Er hat seinen Sohn auch im Tod nicht allein gelassen. Ja, er hat ihm in der Auferstehung das neue und ewige Leben geschenkt. Und genau das ist auch die Zusage an uns. Bei seiner Wiederkunft wird er die Mauern des Todes durchbrechen und den Weg öffnen für einen neuen Himmel und eine neue Erde, wo es keine Trauer, keine Klage und kein Leid mehr geben wird.

Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden. Mt 24:13

Beharren bedeutet, an etwas festhalten. Woran sollten die Jünger Jesu festhalten? Um falschen Propheten oder falschen Christusse nicht zum Opfer zu fallen, ist es erforderlich, festzuhalten an Jesus und darauf zu beharren, dass er allein der Herr ist, der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wir müssen auf Jesus beharren! Ein Jünger Jesu soll auch das Wort Gottes festhalten. Er soll darauf beharren, dass nur Gottes Wort wahr ist und nicht die Lehre falscher Propheten und Christusse. Wir müssen auf die Bibel beharren! Wir erfahren, was im Glaubensleben entscheidend ist. Ein Glaubensleben zu beginnen ist großartig. Doch selig wird nur wer bis ans Ende im Glauben beharrt. Das ist eine notwendige Warnung unseres Herrn, der uns vor einer Herausforderung stellt. Beten wir für Kraft und Beharrlichkeit, um bis ans Ende auszuharren.

Mt 24,26-35: Über seine Wiederkunft

Mk 13,24-31; Lk 21,25-33

Denn wie der Blitz vom Osten ausfährt und bis zum Westen scheint, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein. Mt 24:27

Jesu Kommen ist wie der aufleuchtende Blitz. Einen Donner kann man leicht voraussagen, nicht wahr? Aber wer kann einen Blitz voraussagen? Wer kann sagen, in welcher Wolke er entsteht und wo er entlangläuft und wo er aufhört? So wird auch das Kommen Jesu sein, zu einem unbekannten Zeitpunkt, der doch alles umfasst.

Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Mt 24:30

Wenn Christus, der Messias erscheint, lässt er seine Herrlichkeit in dieser Schöpfung leuchten und jedes Auge wird ihn sehen. Er ist dann nicht mehr der Wurzelspross aus dürrem Erdreich, der seine Herrlichkeit unter dem schlichten Kleid eines Dieners verbergen wird. Nein, seine Herrlichkeit wird dann geschaut werden. Und darauf sollten seine Jünger warten. Gerrid Setzer

Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Mt 24:35

Die Himmel und die Erde sind gewaltige Schöpfungswerke Gottes. Doch ewig werden sie nicht bestehen. Sie werden einmal aufgelöst werden. Die Worte, die der Herr Jesus geredet hat, haben dagegen ewig Bestand. Sie werden niemals vergehen, sondern für immer und ewig bleiben. Mit anderen Worten: Ein Satz aus dem Mund des Herrn Jesus ist wichtiger und großartiger als alle Galaxien zusammengenommen. Die Offenbarung Gottes in seinem Wort ist größer als die Offenbarung in seiner Schöpfung. Gerrid Setzer

Mt 24,36-51: Ermahnung zur Wachsamkeit

Mk 13,32-37; Lk 21,34-38

Seid wachsam. Mt 24:42

So wacht nun, da ihr nicht wisst, in welcher Stunde euer Herr kommt! Mt 24:42

Werde wachsam für das, worauf es ankommt: das ist der Glaube und die Bindung an Christus. Wachsam zu sein, bedeutet, dass du dein ganzes Sein, dich selbst als einzigartige Person hingibst und hinwendest zu ihm, überall, in allen Angelegenheiten und Lebensumständen. Das ist nicht Mystik für ein paar wenig Abgehobene, sondern alltagsrelevant wie es mehr nicht sein kann, z.B. bei mir in der Arbeit mit meinen Schülern, einem Elterngespräch, der Beziehungspflege innerhalb der Familie und noch und noch und noch. In alledem ist es der Mühe wert, das ganze Leben Christus zu widmen, jeden Tag in der Freundschaft zu ihm zu wachsen und sich gerufen zu fühlen, die Schönheit und Güte seines Lebens allen Menschen zu verkünden.

So ein Glaubensleben ist lang und der Alltag ist voll mit vielen Dingen. Da gerät Gott leicht in den Hintergrund. Es ist eine ständige Anstrengung nötig, damit das nicht passiert. Es ist wie in der Ehe – zumindest erlebe ich das so: Wenn ich mich nicht immer ein bisschen anstrenge und mir Mühe gebe, meinem Mann aufmerksam und liebevoll zu begegnen, fängt die Beziehung an, abzukühlen. Dorit Wilke-Lopez

Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet! Mt 24:44

Eines Tages wird für jeden von uns die Sonne zum letzten Mal aufgehen. Schwester Licht, wär es wohl möglich, mich zu warnen, wenn mein letzter Tag anbricht? Aber am besten ist noch immer der evangelische Rat, jeden Tag so zu leben, als sei es der letzte oder, besser noch, als sei es immer der erste. Dom Helder Camara