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Matthäus Evangelium – Kapitel 11

Mt 11,1-19: Zweifel des Täufers

(Lk 7,18-35)

Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden wieder lebendig, und den Armen wird die rettende Botschaft verkündet. Mt 11:5

Für Christus gibt es keinen hoffnungslosen Fall: weder ich noch du noch sonstwer. Daher kannst du Hoffnung ausstrahlen und schenken. Denn in der Hoffnung und im Glauben wissen wir, dass am Ende unseres kurzen Lebens der Herr steht, der für mich und mit mir Mensch geworden ist, der sich aus Liebe am Kreuz für mich hingegeben hat und auferstanden ist. Er wartet auf mich mit der ganzen Seligkeit des Himmels, mit der Fülle des ewigen Lebens beim Vater im Himmel. So sei bereit, dich mit Christus, dem Herrn, von Tag zu Tag enger zu verbinden und so zum Heil der Menschen für Gott zu leben.

Ich sende dir meinen Boten voraus, der dein Kommen ankündigt und dir den Weg bereitet. Mt 11:10

Unser Leben erfahren wir dann als lebenswert, wenn wir eine sinnvolle Aufgabe haben, wenn wir wissen wozu wir da sind, wozu unser Leben gut ist. Eine christliche Aufgabe ist es, Bote und Wegbereiter Jesu zu sein in unserer Zeit zu sein. Christ sein ist keine Fertigkeit, die biologisch weitergegeben wird. Jede Generation muss neu dafür gewonnen werden. Jesus braucht daher Wegbereiter und Boten, er braucht dich!

Die Welt braucht keine Angstmacher, sondern Hoffnungsboten. Peter Hahne

Und wenn ihr es annehmen wollt: Er ist der Elia, der kommen soll. Mt 11:14

Wer Ohren hat, der höre. Mt 11,15

Daß aber die Worte: Dieser ist Elia, einen höheren Sinn haben, beweisen die folgenden Worte des Herrn: Wer Ohren hat zu hören, der höre! — Er will sagen: Wer die Ohren des Herzens zu Hören, d.h. zu verstehen, hat, der höre, d.h. verstehe, daß er nicht sagte: Johannes sei Elia in der Person, sondern im Geiste. Goldene Perle

Wir alle haben Ohren, aber oft können wir nicht hören. Warum? Brüder und Schwestern, es gibt in der Tat eine innere Taubheit, wo wir Jesus bitten können, sie zu berühren und zu heilen. Und diese innere Taubheit ist schlimmer als die körperliche, denn es ist die Taubheit des Herzens. Von Eile getrieben, in der wir tausend Dinge zu sagen und zu tun haben, finden wir keine Zeit, innezuhalten und denen zuzuhören, die zu uns sprechen. Wir laufen Gefahr, für alles undurchlässig zu werden und keinen Raum für diejenigen zu schaffen, die es nötig haben, dass man ihnen zuhört: Ich denke dabei an Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, viele, die nicht so sehr Worte und Predigten brauchen, sondern dass man ihnen zuhört. Papst Franziskus

Wem soll ich aber dieses Geschlecht vergleichen? Es ist Kindern gleich, die an den Marktplätzen sitzen und ihren Freunden zurufen. Mt 11:16

Er will sagen: So groß ist Johannes, aber ihr wolltet weder ihm, noch mir glauben, wem ist also dieses Geschlecht zu vergleichen?

Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint! Mt 11:17

Unter den Kindern versteht man die Propheten, welche in der Einfalt des Sinnes wie die Kinder verkündeten und mitten in der Synagoge wie vor dem Volk auf dem Markte es rügen, daß es seine Stimmung nicht nach ihrem Vorspiel einrichtete und ihren Worten nicht gehorchte. Goldene Perle

Mt 11,20-24: Gericht über galiläische Städte

Mt 11,25-30: Das leichte Joch Jesu

Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Mt 11,28

Du hast häufig schwer an dir selbst zu tragen, an deiner Menschlichkeit und den damit verbundenen Schwächen. Selbstzweifel, Selbstmitleid, Selbstvorwürfe sind kein guter Weg, damit um zu gehen. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Ich bitte dich: Akzeptiere liebend, dass du Fehler machst. Nimm an, was nicht so perfekt an dir ist und trage es zu Jesus hin. Er, der in uns ist, trägt deine Menschlichkeit mit. Das bedeutet nicht, dass du dich diesen Fehlern resignierend hingibst im Sinne eines „So bin ich halt.“ Aus deinen Fehlern kannst und sollst du lernen. Des anderen Last tragen können wir nur dann, wenn wir unsere eigene Last in inniger Verbindung mit Christus annehmen. Das eine geht nicht ohne das andere! So trage nun heute des anderen Last sowie deine eigene und erfülle somit das Gesetz Christi.

Die liebenswerte Ruhe der Seele nennt Theresia von Jesus das Gebet der Ruhe. Liebende begnügen sich zuweilen damit, bei der Person zu sein, die sie lieben, wenn sie auch nicht mit ihr reden. Sie sind, wie es scheint, zufrieden und froh, diese geliebte Gegenwart auszukosten. Ihr Gemüt findet darin Ruhe und Frieden. Wenn du daher in diesem einfachen, reinen, kindlichen Vertrauen bei unserem Herrn bist, so verweile da und rühre dich keineswegs, um fühlbare Akte des Verstandes oder des Willens zu erwecken. Diese einfache Liebe des Vertrauens und dieses liebevolle Schlafen deines Geistes in den Armen deines Erlösers schließt alles in sich, wonach immer dich gelüsten möchte. Es ist besser, an dieser heiligen Brust zu schlafen, als irgendwo anders, wo immer es auch sei, zu wachen. Eine Seele, die in Ruhe und Schweigen vor Gott ist nimmt die Wonne dieser Gegenwart in sich auf.

„Kommt, kommt, kommt.“ Ich komme, ich komme, ich komme zu dir, Jesus, Geliebtester, den ich geliebt, gesucht, mir gewünscht habe: wegen deiner Süße, deiner Güte und deiner barmherzigen Liebe folge ich dir nach in Liebe von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit aller meiner Kraft, da du nach mir rufst: Lass mich nicht scheitern, sondern handle an mir nach deiner Güte und deinem großen Erbarmen. […] Mir Herr, die ich flehentlich um deine Hilfe bitte, und mir, die ich von dem Sakrament deines Segens Kraft und Stärke ersehne, schenke das Bollwerk deines Schutzes und deine Leitung. […] Es herrsche in mir, Herr, durch die Gabe deines Geistes kluges Maß, weise Güte, besonnene Milde, keusche Freiheit. Lass mich in barmherziger Liebe brennen, nichts außer dir lieben, lobenswert leben, aber ein Lob dafür nicht anstreben. Dich lass mich in der Heiligkeit deines Leibes, dich in der Reinheit deiner Seele lobpreisen, voll Liebe dich lieben, voll Liebe dir dienen. Sei du mir meine Ehre, du meine Freude, du meine Begierde, du in der Trauer mein Trost, du im unschlüssigen Zweifel mein Rat. Sei du im Unrecht meine Verteidigung, in der Bedrängnis Geduld, in der Armut Überfluss, beim Hunger Speise, beim Wachen mein Schlaf, in Krankheit Medizin. In dir möchte ich alles besitzen, in dir, den ich mehr als alles zu lieben bestrebt bin. Gertrud von Helfta

Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen. Mt 11,29

Die Sanftmut ist eine meiner Lieblingstugenden, weil sie so praktisch ist. Es vergeht bei mir kein Tag, bald keine Stunde, wo ich nicht vor der Wahl stehe allzu streng zu reagieren oder eben sanftmütig. Lernen können wir das, wie sollte es anders sein, von Jesus, der selbst noch am Kreuz in seiner Liebe die Sanftmut walten lässt. Sanftmut ist nach Gal 5,23 auch eine Frucht des heiligen Geistes. Beten und bitten wir für diese Frucht.

Die Demut macht uns vollkommen vor Gott, die Sanftmut dem Nächsten gegenüber. Schließlich muss man dem Nächsten gegenüber Milde bis zum äußersten walten lassen, selbst bis zur Torheit, und darf niemals Vergeltung üben. Franz von Sales

Die Vögel haben ihre Nester auf den Bäumen, um sich dorthin zurück zu ziehen, wenn sie dessen bedürfen. Der Hirsch hat sein Gebüsch und sein Dickicht, in dem er sich verbirgt und vergräbt und im Sommer sich der Kühle des Schattens erfreut. So muss auch unser Herz sich jeden Tag irgendeinen Platz suchen, den Kalavarienberg, die Wunden des Herrn oder einen Ort nahe bei ihm, um sich dorthin inmitten der äußeren Arbeit bei jeder Gelegenheit zurück zu ziehen, sich dort zu stärken und zu erholen und sich wie in einer Festung gegen die Versuchung zu verteidigen. Franz von Sales

Eines der besten Kennzeichen für die Güte der Eingebungen ist Friede und Ruhe des Herzens. Denn der göttliche Geist ist wohl gewaltig, aber von einer sanften, milden, friedlichen Gewalt. Dem Frieden des Herzens ist die Demut untrennbar verbunden. Demut nenne ich aber nicht einen Wortschwall, äußere Gesten, das Küssen des Erdbodens oder Verneigungen, wenn man diese Dinge ohne inneres Empfinden der eigenen Niedrigkeit tut. Denn all das ist nur ein eitles Getue schwacher Geister und muß eher eine Verzerrung der Demut als Demut genannt werden. Ich rede vielmehr von einer echten und handfesten Demut, die uns empfänglich für Zurechtweisungen, lenksam und bereit zum Gehorsam macht.

Demut bedeutet das gläubige Anerkennen Gottes. Es beinhaltet ein Bewusstsein unendlichen Zurückbleibens hinter der erstrebten Vollkommenheit. Von seiner altdeutsche Herkunft bedeutet Demut dienstwillig zu sein. Demut bedeutet sich in einer dienenden Haltung zu Gott zu befinden. Wir sind seine geliebten Werkzeuge. Von seiner hebräischen Herkunft dagegen bedeutet Demut „sich beugen“. Demut bedeutet, sich vor Gott zu beugen, ihn somit als Gott anzuerkennen und als Herr unseres Lebens. Das lateinische Wort für Demut „humilitas“ hat mit Humus zu tun, mit Erdnähe. Demütige Menschen stehen mit beiden Beinen auf der Erde, um zum Himmel zu blicken. Ein Glauben ohne Demut ist undenkbar. Es ist neben der Tugend der Liebe die Tugend schlechthin.

Es ist wirklich nicht gut, weder geistig noch körperlich, auf Zehenspitzen zu gehen. Franz von Sales