Tägliche Andacht mit Wochenthema und Bibelkommentar

Mt 5,44: Auslegung

Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen. Mt 5:44

Wer ist nun der Feind? Feind kommt vom althochdeutschen fiant, was Hass bedeutet. Viele von uns haben Gott sei Dank keinen, den sie hassen. Aber wir haben sicher Menschen, die wir nicht unbedingt mögen und die uns immer wieder heraus fordern. Feindesliebe bedeutet immer wieder in der Kraft Gottes ein Gegengewicht zu dieser Abneigung auf zu bauen. Es ist sicher mühsam, aber es geht: den anderen segnen, ihm Gutes wünschen, nicht über ihn mit Dritten lästern u.v.m. Beschreiten wir diesen Weg erfüllen wir weniger eine moralische Forderung, sondern verbinden uns dadurch vielmehr innigst mit Gott, der die Liebe ist!

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen. Das ist die christliche Neuheit. Das ist der christliche Unterschied. Beten und lieben. Der Herr fordert von uns den Mut einer Liebe ohne Berechnung. Wie oft haben wir seine Forderung missachtet, wenn wir uns so wie alle verhalten haben! Und doch ist das Liebesgebot nicht eine bloße Provokation, es bildet das Herzstück des Evangeliums. Kümmere dich nicht um die Bosheit des anderen, desjenigen, der schlecht über dich denkt. Beginne hingegen, aus Liebe zu Jesus dein Herz abzurüsten. Denn wer Gott liebt, hat im Herzen keine Feinde. Franziskus

Wenn wir unsere Feinde lieben, tauchen wir in den großen Strom der Liebe Gottes durch Jesus Christus ein. Corrie ten Boom 

Vom Feind ist die Rede, der Feind bleibt, ungerührt von meiner Liebe, der mir nichts vergibt, wenn ich ihm alles vergebe, der mich hasst, wenn ich ihn liebe, der mich umso mehr schmäht, je ernster ich ihm diene. Aber nicht danach soll die Liebe fragen, ob sie erwidert wird, vielmehr sucht sie den, der ihrer bedarf. Wer aber ist der Liebe bedürftiger als der, der selbst ohne alle Liebe im Hass lebt? Wer ist also auch der Liebe würdiger als mein Feind? Wo wird die Liebe herrlicher gepriesen als mitten unter ihren Feinden? Diese Liebe macht den Jünger sehend, dass er im Feind den Bruder erkennt, dass er an ihm handelt wie an seinem Bruder. Bonhoeffer

Der Herr weiß sehr wohl, dass die Feindesliebe unsere Möglichkeiten überschreitet, doch dafür ist er Mensch geworden: nicht um uns so zu lassen, wie wir sind, sondern um uns in Männer und Frauen zu verwandeln, die zu einer größeren Liebe fähig sind, der Liebe seines und unseres Vaters. Das ist die Liebe, die Jesus denen schenkt, die ihm zuhören. Und dann wird es möglich! Dank seiner Liebe, dank seines Geistes können wir auch die lieben, die uns nicht lieben, selbst diejenigen, die uns Böses antun. Franziskus

Die Liebe des Feindes wird aber sodann wahrhaft bewahrt, wenn wir uns weder über sein Glück betrüben, noch über seinen Fall freuen. Denn niemand liebt einen Menschen, welchen er nicht tugendhafter haben will; wenn er gefallen ist, so wünscht er, dass er aufstehe. Goldene Perle

Ich darf nicht erwarten, dass mein Verhalten unbedingt den anderen ändert. Auch wenn ich dem anderen vergebe, vergibt dieser nicht zwangsläufig auch mir. Auch wenn ich mich überwinde und ihm Gutes tue, heißt das nicht, das mein Gegenüber dies ebenso tut. Aber nicht danach soll die Liebe fragen, ob sie erwidert wird, vielmehr sucht sie den, der ihrer bedarf. Wer aber ist der Liebe bedürftiger als der, der ohne Liebe zu mir gefangen in allerlei Abneigung lebt. Gutes tun nun bedeutet zuallerst jedem mit Respekt zu begegnen und ihn als Mensch wahrzunehmen. Und für mich ganz wichtig: nicht mit anderen über jemanden lästern! Die Liebe erkennt in jedem Menschen den Bruder und die Schwester und handelt eben so in geschwisterlicher Verbundenheit unabhängig davon, ob dieser mich mag oder eben nicht

Betet für die, die euch verfolgen! Mt 5:44

Im Gebet trete ich hin zu jedem Menschen in meinem Umfeld, mit dem ich Probleme habe. Ich trete an seine Seite, ich bin mit ihm, bei ihm und für ihn vor Gott im fürbittendem Gebet. Ich nehme seine und meine Not auf mich und trete vor Gott für ihn ein. Dadurch wird jede seiner Verletzungen mich nur näher mit Gott und mit diesem Menschen verbinden. Das ist immer mühevoll und kostet Überwindung, ist aber das Äußerste, wo eben die Liebe unüberwindlich wird. Die Liebe, ja die Liebe, immer wieder konkret gelebt und umgesetzt.

Ich habe es mir zur Übung gemacht, sofort (!) in einer schwierigen menschlichen Begegnung, den heiligen Geist innerlich anzurufen, schlicht mit den Worten: Heiliger Geist hilf! Und er hat mir bislang immer darin geholfen, einen liebenden, segnenden und fürbittenden Blick auf den anderen zu bewahren.

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Tägliche Andacht

Mein Name ist Joachim Brenner. Ich arbeite als Lehrer für Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung. Den täglichen christlichen Impuls schreibe ich seit 2014.

Ich in der Wüste